Die geheimnisvolle Treppe.

OneshotHumor / P16 Slash
Sam Sebastian
06.08.2020
06.08.2020
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Die geheimnisvolle Treppe.

Pairing:
Sam x Sebastian
Kurzbeschreibung:
Sam und Sebastian entdecken in ihrer Schule eine Treppe, von der sie nicht wissen, wohin sie führt. Die Neugierde lässt ihnen keine Ruhe…


Die geheimnisvolle Treppe.

„Was denkst du, wohin die Treppe führt?“
„Keine Ahnung, aber neugierig bin ich irgendwie schon“, antworte ich unsicher.
Sam spricht überzeugt: „Wir sollten nachsehen. Jetzt oder nie.“
„Aber wir haben nur noch ein paar Minuten Pause.“
„Na und? Je länger wir warten, desto weniger Zeit bleibt uns.“

Sam und ich überlegen seit Wochen, was sich am anderen Ende der Treppe befinden könnte. Auch heute stehen wir wieder in dem leeren Gang, nicht weit von meiner Klasse entfernt. An sich liegen unsere Klassen bereits im obersten Stockwerk, dann aber wieder doch nicht. Denn eben genau diese Treppe, vor der wir gerade stehen, führt in ein uns unbekanntes Stockwerk über uns. Weder Sam noch ich haben diese Treppe jemals betreten. Nicht nur wir haben das geheimnisvolle Stockwerk nie besucht, keiner von uns hat in den Jahren, in denen wir diese Schule bereits besuchen, jemals einen Lehrer nach oben gehen sehen. Ich bilde mir allerdings ein, dass ich im letzten Schuljahr beobachten konnte, wie der Schulwart die Treppe benutzt hat. Soweit ich es in Erinnerung habe, hatte er auch seinen großen Schlüsselbund dabei. Es könnte allerdings auch sein, dass ich mich irre, immerhin ist es schon eine Weile her.

Sam wirkt sehr entschlossen: „Ich geh jetzt rauf.“
„Sam, warte“, bitte ich leise. Ich greife nach seiner Hand und lasse mich mitziehen. Wenn uns jemand da oben erwischt, könnten wir großen Ärger bekommen. „Was, wenn uns jemand sieht?“
„Wird schon nicht so schlimm sein. Wir sagen, dass wir neugierig waren. Uns kann unmöglich jemand übel nehmen, dass wir unseren Wissensdurst in unserer Schule stillen wollen“, meint Sam lässig. Er war immer schon viel lockerer als ich es bin. Während ich mir ständig über irgendetwas Sorgen oder Gedanken mache und Angst vor möglichen Konsequenzen habe, geht Sam unbeschwert durchs Leben.
„Dein Wort in Yobas Ohren“, murmle ich unsicher vor mich hin.

Mein Freund drückt meine Hand ein wenig. Er will mich beruhigen. Immer wenn ich seine Hand halte und ängstlich wirke, drückt Sam meine Hand. Er zeigt mir, dass er da ist und sich um das Problem kümmern wird. Ich weiß, dass ich mich immer auf meinen Freund verlassen kann. Sam regelt alles.
Sicherheitsbedürftig, wie ich nun einmal bin, werfe ich einen Blick in jede Richtung des Ganges, um auszuschließen, dass ein Lehrer uns vielleicht doch noch erwischt. Weit und breit ist niemand zu sehen, dennoch bin ich mir nicht sicher, ob wir nicht doch auffliegen. Im Gegensatz zu Sam bin ich ein kleiner Angsthase.

Meine Knie werden ganz weich, als Sam vorangeht. Immer noch seine Hand haltend folge ich meinem Freund nach oben. Stufe für Stufe werde ich ein wenig nervöser. Als wir um die Ecke gehen, stehen wir vor einer weiteren Treppe. Diese Treppe führt direkt zu einer Tür. Einer Tür, die ich irgendwie nicht erwartet habe. Eigentlich weiß ich gar nicht recht, was ich erwartet habe, doch ich habe nicht mit einer Tür gerechnet.

„Muss wohl der Dachboden sein“, meint Sam ernüchtert.
„Ja, sieht irgendwie so aus.“
„Lahm.“

Ich überlege umzukehren, doch meine Neugierde siegt. Keiner der Lehrer ist jemals hier rauf gekommen, es kann also durchaus sein, dass wir im Moment mehr als sicher sind. Niemand würde uns hier oben suchen, also würde uns auch niemand entdecken. Von diesem Winkel aus kann uns auch kein Lehrer sehen, falls jemand an den Treppen vorbeigehen sollte. Solange wir leise sind, wird keiner auf uns aufmerksam werden, so viel ist sicher.

„Ich will wissen, was hinter der Tür ist“, spricht Sam seine Neugierde aus.
Ich stimme mit einem Nicken zu. „Ich auch, aber ich bin ziemlich sicher, dass die Tür verschlossen ist. Ich kann mir schwer vorstellen, dass man einfach so auf den Dachboden gehen kann.“
„Und wenn doch? Wir sollten es trotzdem probieren. Schlimmstenfalls ist sie verschlossen.“
„Aber die Pause wird gleich aus sein“, erinnere ich meinen Freund.

Eigentlich sollten wir auf dem Pausenhof sein, doch wir sind es nicht. Anstatt wie jede große Pause unter dem großen Eichenbaum zu sitzen, und ein wenig vorsichtige Zweisamkeit zu genießen, stehen wir nun vor einer Treppe, die zu einer Tür führt, die wir beide nicht erwartet haben.

Sam lässt meine Hand los, er steigt die Treppe hinauf. Etwas aufgeregt folge ich ihm. Ich greife nach seiner linken Hand, denn die rechte Hand liegt bereits auf der Türschnalle.

„Bereit?“, erkundigt Sam sich bei mir.
„Ja“, antworte ich ihm leise.

Als Sam die Türschnalle hinunterdrückt, steigt mein Puls. Ich bin verdammt aufgeregt. Ich bin ein Bündel nervöse Energie, da ich ganz genau weiß, dass wir im Moment gegen eine unausgesprochene Regel verstoßen.
Wir sollten nicht hier sein!

„Oh, sie-sie ist offen“, erklingt Sam erstaunt.
„Echt?“
„Mhm.“

Er drückt die Tür problemlos auf. Der Raum ist dunkel und ein wenig düster. Am anderen Ende des Raumes befindet sich ein kleines Fenster, das den vollgepackten Raum ein wenig erhellt. Man hat kaum Platz, sich auf dem Dachboden richtig umzusehen, doch wir nutzen diese vielleicht einmalige Gelegenheit aus und betreten den dunklen Raum. Links und rechts türmen sich verstaubte Kartons, Tische, Stühle und einige andere Unterrichtsmittel. Es riecht weniger muffig, als ich erwartet habe. In einer Ecke erkenne ich, trotz mieser Beleuchtung, einige Rollen, in denen sich vermutlich Karten zu Anschauungszwecken befinden. Der gesamte Dachboden ist ein großer Abstellraum für Unterrichtsmaterialien.

„Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber ich weiß auch nicht, ob ich enttäuscht sein soll oder ob ich es cool finden soll“, erzählt Sam leise.

Ich sehe zu meinem Freund. Sam pustet über einen Karton, der auf einem der Tische steht. Den Staub, den er dadurch aufwirbelt, glitzert fast schon magisch durch die Sonnenstrahlen, die durch das Fenster dringen. Sam öffnet den Karton und sieht hinein, er schließt ihn jedoch gleich wieder. Wahrscheinlich ist der Inhalt langweiliger als gedacht.

„Mir gefällt es hier irgendwie“, erkläre ich lächelnd, als ich mich umsehe. Der Reiz des Verbotenen kribbelt beinahe unter meinen Fingern. Es gibt einiges zu entdecken. Wenn es nach mir geht, könnten wir mehr Pausen hier oben verbringen.

Ich schmunzle, da ich etwas gefunden habe, das mir gefällt. „Sieh mal, Sam. Ich hab einen neuen Freund für uns gefunden.“ Grinsend greife ich nach der Hand des großen, verstaubten Skelettes und hebe sie. Mit alberner, verstellter Stimme begrüße ich meinen Freund: „Hallo, Sam, ich bin Johnathan, das Skelett. Willst du mein Freund sein?“ Mit Johnathans skelettierter Hand winke ich.
„Du bist so ein Idiot“, gibt Sam belustigt von sich. Er hält sich dabei die Hand vor den Mund, um nicht zu laut zu sein.
„Tja, das kommt davon, dass ich so viel Zeit mit dir verbringe“, kontere ich.
„Ich liebe dich auch“, antwortet Sam schmunzelnd.
„Na das will ich doch hoffen.“

Ich wische meine durch Staub schmutzig gewordene Hand an meiner Hose ab, dabei sehe ich mich schon wieder um. Überall im Raum stehen Schulbänke und Stühle. Die Bänke sind jeweils zwei aufeinander gestapelt, auch die Stühle stehen hoch gestapelt daneben.  Dass die Lehrer uns sagen, dass es keine Ersatzstühle gibt, fühlt sich im Moment ein wenig so an, als würden sie uns verarschen. Mein Stuhl wackelt schon seit dem ersten Schultag und es ist ja angeblich nicht möglich, den zu ersetzen, weil die Schule keine Mittel hat, meinen mickrigen Stuhl gegen einen neuen einzutauschen. All das ist ja angeblich so unfassbar teuer, doch wozu sollte man einen neuen Stuhl kaufen, wenn hier das gute Zeug verstaubt. Mit dem Kommentar meines Lehrers in meinem Kopf sehe ich auf den Stapel Stühle. Jetzt wo ich sehe dass es eben doch möglich wäre, nehme ich diese Aussage mehr als persönlich. Mein Lehrer muss mich hassen, anders kann ich mir das nicht erklären.

Auch Sam bemerkt den Stapel. „Na sieh mal einer an. Da hätten wir ja sogar einen stabilen Stuhl für dich, Seb“, stellt Sam fest, als er den obersten Stuhl von einem der Stapel nimmt. Er legt seine Hände an die Lehne und rüttelt ein wenig daran. „Staubig, aber auf jeden Fall stabiler als deiner.“
„Ja, das dachte ich mir auch gerade. Ich glaube, dass mein Lehrer mich nicht ausstehen kann. Vielleicht will er, dass der Stuhl unter meinem Hintern zusammenbricht und ich auf dem Boden liege.“
„Der alte Mann ist neidisch, weil du jung, knackig und unfassbar hübsch bist.“
„Ach, du Schleimer.“ Ich winke das Kompliment ab und gebe Sam einen sanften Schubs.
„Es ist die Wahrheit“, antwortet er mir lächelnd.
„Ja, klar“, meine ich sarkastisch.
„Glaubst du mir nicht?“

Sam hebt den Karton, den er eben abgestaubt hat von der Schulbank und stellt ihn auf den Boden. Er macht einige Schritte auf mich zu. Erst gibt er mir einen Kuss auf die Wange, doch dann hebt er mich hoch.

„Hey, was…?“, frage ich bei der plötzlichen Berührung.
„Sch… Du willst doch nicht, dass wir entdeckt werden und Ärger bekommen, richtig?“
Ich schüttle wortlos den Kopf. Nein, oh Yoba, nein, das möchte ich garantiert nicht!

Sam hebt mich auf die Schulbank. Er streicht mir die Haare aus dem Gesicht und sieht mich an. Die Beleuchtung ist mies, doch ich weiß trotzdem ganz genau, was Sam möchte. Sein Gesichtsausdruck verrät alles. Er will einen Kuss. Hier auf dem Dachboden, mitten im Gerümpel und vor den Augen unseres neuen Skelettfreundes. Johnathan wird bestimmt eifersüchtig werden, wenn er das sieht.

„Hier wird uns garantiert niemand entdecken“, verspricht Sam, ehe er mir einen Kuss auf die Lippen drückt.

Sofort schließe ich meine Augen. Sam hat Recht, wir werden hier garantiert nicht entdeckt. Kein einziger Lehrer betritt den verdammten Dachboden, sonst wüssten sie ja, dass man meinen defekten Stuhl tatsächlich ersetzen könnte!

Sam schiebt eine seiner Hände unter meinen schwarzen Hoodie. Er streicht über meinen Rücken, dabei intensiviert er den Kuss ein wenig zu stürmisch. Er geht noch einen Schritt weiter und setzt seine Zunge ein. Etwas überrumpelt, aber dennoch glücklich, erwidere ich den Kuss. In der Schule müssen wir uns immer zusammenreißen. Den letzten Kuss bekomme ich im Normalfall bevor wir morgens in den Bus einsteigen, um zur Schule zu fahren. Bis zu meinem nächsten Kuss muss ich mich gedulden, bis wir nach einem langen Schultag wieder in Pelican Town aussteigen und der Schulbus sich aus dem Staub macht. Doch heute ist alles anders. Ich bekomme eine unverhoffte, aber bitter nötige, Dosis Liebe und das nur, weil wir uns endlich dazu überwunden haben, das Geheimnis hinter der Treppe und auch des Dachbodens zu lüften. Der Kuss fühlt sich wie eine Belohnung für das Überwinden meiner Unsicherheit an.

Sam zieht mich etwas zu sich. Er drängt sich zwischen meine gespreizten Beine. Ich bin bereit, alle Scham fallen zu lassen, da ich weiß, dass uns niemand unterbrechen könnte. Der Kuss wird intensiver, leidenschaftlicher und ein wenig feuchter. Mein Freund löst sich von mir und wischt sich über den Mund. Ich klammere mich an seine Jeansjacke. Bereit für weitere Zuneigung strecke ich meinen Kopf näher zu seinen Lippen. Sam küsst mich sanft, doch es sieht so aus, als würde er sich nicht auf diesen Kuss konzentrieren können oder wollen. Irgendetwas lenkt ihn ab.

„Willst du nicht deinen Hoodie ausziehen?“, fragt er mich grinsend.
„Wie? Hier? Vor Johnathan?“, frage ich gespielt bestürzt.
„Wieso? Hast du Angst, dass er einen Boner bekommt? … Pun intended.“
Ich lache etwas, doch Sam hält mir schnell den Mund zu. „Sch… Ich will unser kleines Liebesnest nicht gleich wieder verlieren.“
Ich nicke, worauf Sam seine Hand von meinem Mund nimmt. „Moment… Hast du den Dachboden gerade als unser Liebesnest bezeichnet?“
Mein Freund nickt grinsend. „Das habe ich.“
„Tz, du denkst wohl, dass ich gar keine Ansprüche habe.“
„Nun, du datest mich, also…“
„Oh, shut up und küss mich lieber.“

Sam kommt meinem Wunsch sofort nach und verschließt unsere Lippen miteinander. Er fasst an meine Wange, seine Finger wandern bis in meinen Nacken. Ich genieße jede Sekunde mit dem Wissen, dass uns die Zeit wortwörtlich davonläuft.

„Wir haben nur noch ein paar Minuten“, erinnere ich Sam an das Ende unserer Pause.
„Die sollten wir gründlich ausnutzen“, spricht er lasziv. Sam geht etwas in die Knie, er will sich gerade an meinem Gürtel zu schaffen machen, doch ich lege meine Hände an seine.

„Oh, vergiss es“, ermahne ich ihn. „Denk gar nicht erst daran, mich auszuziehen. Das kann nur schief gehen.“
„Sei doch nicht so. Ich will dir nur etwas Gutes tun. Lass uns ein kleines bisschen Spaß haben.“ Mein Freund versucht, meinen Gürtel zu öffnen.
„Nein, Sam. Falls uns doch jemand entdeckt, will ich nicht nackt gefunden werden. Wir würden dafür riesen Ärger bekommen. Außerdem will ich nicht mit einer Erektion rumlaufen…“ Mein Freund richtet sich auf. Er sieht mich nickend an. „…und das noch vor dem Sportunterricht. Nein danke. Sport alleine ist schon schlimm genug und mit einer Erektion herumzulaufen macht es nur noch schlimmer. Darauf habe ich definitiv keinen Bock, mein Freundchen.“
„Alles klar, alles klar, ich verstehe“, entschuldigt Sam sich. „Entschuldige. Dann hebe ich mir all meine Liebe für heute Nachmittag und das gesamte Wochenende auf.“
„Gute Idee, aber wir sollten langsam verschwinden“, antworte ich ihm. Er reicht mir gleich die Hand, um mir von dem Tisch zu helfen. „Wir sollten jedoch nicht ohne ein Souvenir gehen.“
„An was hast du denn gedacht?“, fragt Sam und deutet auf das Skelett für den Biologieunterricht. „Willst du Johnathan in deine Klasse stellen, oder was?“
„Ja, aber nein. Ich nehme den Stuhl mit“, verkünde ich freudig, aber dennoch leise, meine Idee. Ich lasse Sams Hand los und gehe auf den Stuhl zu, den er vorhin von dem Stapel genommen hat. „Ich muss ihn nur ein wenig abstauben und schon habe ich endlich einen Stuhl der nicht unter meinem Arsch davonwackelt.“
„Das hast du aber schön umschrieben.“
„Danke“, freue ich mich über das Kompliment meines Freundes.
„Immer gerne, mein schöner Schatz. Lass mich dir helfen, nicht dass du dich noch schmutziger machst.“

Sam übernimmt die Aufgabe, den Stuhl zu tragen. Ich öffne die Tür für ihn, sodass er den Dachboden ohne Probleme verlassen kann. Den Stuhl bringt er auf die Jungstoilette, sodass wir ihn noch sauber machen können, bevor ich ihn gegen meine wackelige Sitzgelegenheit austausche. Die Schulglocke läutet, während wir gerade dabei sind, die Sitzfläche zu trocknen. Jetzt muss ich mich beeilen, damit ich es noch rechtzeitig bis zur Sporthalle schaffe.

Mein Freund trägt den Stuhl zu meiner Klasse. Ein letztes Mal berühren sich noch unsere Hände, bevor sich unsere Wege bis heute Nachmittag trennen. Wir sehen uns erst an der Bushaltestelle wieder. Sam hat eine Stunde länger als ich, das heißt, dass ich heute Nachmittag wieder vor der Schule warte, um mit ihm zusammen nach Hause zu fahren.

Ich stelle meinen wackeligen Stuhl neben die Tafel und platziere meinen Hintern auf dem neuen beziehungsweise alten Stuhl, den ich auf dem Dachboden gefunden habe. Perfekt.

Ich nehme noch meine Tasche mit, ehe ich auch schon wieder aus der Klasse eile, um noch rechtzeitig zum Sportunterricht zu kommen. Als ich an Sams Klasse vorbei laufe, steht er mit einigen Klassenkollegen vor der Tür und quatscht.

„Hey Seb, wir sehen uns später, ja?“
„Ja, bis später.“

Mein Freund winkt mir, als ich schon weiter laufe. Trotz Stress erwidere ich dieses Winken natürlich. In drei Stunden werden wir uns wiedersehen und ich kann es kaum erwarten. Ein wenig freue ich mich auch, meinen ‚neuen‘ Stuhl richtig einweihen zu können, selbst wenn das bis nächste Woche warten muss.

Der Ausflug auf den Dachboden wird nicht der letzte gewesen sein, vorausgesetzt die Tür bleibt weiterhin für ungeplante Besucher wie uns geöffnet. Beim nächsten Mal würde ich wohl Johnathan entführen und ihm die Freiheit schenken, die mein staubiger Kumpel verdient hat. Vielleicht kann er mich sogar beim Sportunterricht ersetzen. Er ist bestimmt beweglicher als ich es bin und noch weniger Kondition als ich kann er auch nicht haben.

Gerade noch rechtzeitig komme ich vor der Sporthalle an. Der Lehrer schließt wenige Momente später die Tür zur Garderobe auf. Mich trennen nur noch zwei Stunden Sport von meinem heißgeliebten Wochenende.

Ich kann es kaum erwarten, Sam wieder in die Arme zu fallen. Er hat mir versprochen, seine Liebe für heute Nachmittag aufzuheben. Ich bin gespannt darauf, was er sich wieder in den Kopf gesetzt hat…

Mit Sams Versprechen im Hinterkopf fällt es mir ein wenig leichter, Motivation zu finden, den Sportunterricht durchzustehen.
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