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A double-edged sword under my skin

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Atsushi Nakajima Chuya Nakahara OC (Own Character) Osamu Dazai
05.08.2020
28.11.2020
19
53.535
6
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26 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
05.08.2020 1.667
 
Hallo und herzlich willkommen zu meiner Geschichte. :)

Erstmal möchte ich meine Betaleserin für diese Geschichte vorstellen und ihr natürlich nochmals danken! Sie hat mir beim Brainstorming unglaublich geholfen und hilft mir auch weiterhin. Sie ist echt eine große Hilfe. Ich spreche von der lieben Aeranell-chan, die übrigens auch sehr gute Geschichten schreibt. Schaut gern mal bei ihr vorbei. Hier, der Link - https://www.fanfiktion.de/u/Aeranell-chan

So, und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim lesen. :3


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Panisch rannte sie durch die Straßen Yokohamas, ihre Lunge brannte und ihre Füße schmerzten, doch konnte sie es sich nicht erlauben auch nur einen Moment stehen zu bleiben. Die Verfolger, die sie auch nach mehreren Versuchen nicht los wurde, holten immer weiter zu ihr auf. Die Chance zu entkommen war klein, doch sie wollte nicht aufgeben. Nach unzähligen Fluchtversuchen hatte sie es endlich bis hierhin geschafft, da würde sie diese Chance – und sei sie auch noch so klein – nicht einfach aufgeben. Sie wusste weder wo sie war, noch wie lange sie schon auf der Flucht war. Das spielte für sie aber auch keine große Rolle. Ihr ging immer nur ein Gedanke durch den Kopf, und der trieb sie an: >Ich will nie wieder dorthin zurück!<.

Orientierungslos lief sie von einer dunklen Gasse zur nächsten, immer weiter und weiter. Es kam ihr so vor, als ob sie im Kreis laufen würde, denn die Gassen sahen alle gleich aus. Man sah immer die selben Fenster, überall blätterte der Putz ab und selbst der Dreck, der auf dem Boden lag, war identisch. Auf beiden Seiten standen außerdem, in beinahe regelmäßigen Abständen, große Mülltonnen und daneben ein paar Kartons, von denen einige ziemlich versifft aussahen.

Sie wusste, dass sie nicht mehr lange durchhalten könnte, egal wie sehr sie es auch wollte. Tränen flossen über ihre Wangen, während sie verzweifelt nach einem Ausweg, einer Lösung oder zumindest einem Lichtblick suchte. Als sie in die nächste Gasse eingebogen war, sah sie es – ein Licht am Ende des Weges. Hier wirkte es auch gleich ganz anders, denn sie befand sich nicht mehr inmitten von Häuserreihen, sondern zwischen riesigen Lagerhallen aus Metall, bei denen man an manchen Stellen Anzeichen von Rost erkennen konnte. Mit letzter Kraft versuchte sie so schnell dorthin zu laufen, wie es ihr erschöpfter Körper zuließ. Sie wusste selbst nicht genau, was sie sich von diesem Licht versprach. Immerhin waren ihre Verfolger noch immer direkt hinter ihr und sie würden nicht einfach so verschwinden, sich nicht plötzlich in Luft auflösen. Und dennoch, aus ihr unerfindlichen Gründen, gab ihr dieses Licht Hoffnung.

Als sie es dann endlich erreicht hatte, blendete es sie so sehr, dass sie, ohne es zu realisieren, stehengeblieben war. Noch bevor ihre Augen sich an diese Helligkeit gewöhnen konnten, wurde sie am Arm gepackt. >Verdammt!< war alles, was ihr durch den Kopf ging, bevor sie versuchte sich loszureißen. Allerdings ohne Erfolg. Zitternd vor Schock und Erschöpfung fiel sie auf die Knie, während dumpf eine Stimme zu ihr durchdrang. „Du kommst jetzt schön brav wieder mit uns zurück, und versuch erst gar nicht wieder wegzulaufen, sonst…“, sagte der Mann und zeigte ihr demonstrativ ein Messer, während er sie wieder hochzog. Sie war ziemlich wackelig auf den Beinen und ihre Sicht verschwamm, weil sie so bitterlich weinte. Wut und Verzweiflung machten sich in ihr breit. Wut, weil sie stehengeblieben war und Verzweiflung, weil all die Anstrengung wohl umsonst gewesen war. Doch sie wollte… nein, sie konnte das einfach nicht akzeptieren. Sie würde sich nicht kampflos ergeben, sich nicht wieder ihre Freiheit rauben lassen. Nicht, ohne zumindest alles in ihrer Macht stehende versucht zu haben. Sie würde dies um jeden Preis verhindern, das schwor sie sich. Also startete sie einen letzten, verzweifelten Versuch und biss dem Mann in die Hand, mit der er sie festhielt. Ein Schrei entwich ihm und er sah sie mit hasserfüllten Augen an. „Du kleine Schlampe, wie kannst du es wagen?!“, schrie er und verpasste ihr einen Schlag ins Gesicht, wodurch sie ein Stück nach hinten fiel und hart auf dem Boden aufschlug. Kurz drehte sich alles vor ihren Augen und ihre Wange pochte stark. Als sie sich mit einer ihrer Hände an die Wange fasste, fühlte sie etwas warmes und flüssiges. >Blut?<, dachte sie sich und starrte schockiert ihre Hand an. Tatsächlich, sie blutete durch einen Schnitt auf ihrer Handfläche. Als sie es realisierte, stoppte die Blutung jedoch sofort, der Schmerz allerdings blieb. Direkt neben ihr lagen vereinzelt Glasscherben, auf einer von ihnen sah sie Blut. Einen kurzen Moment fragte sie sich, wie sie das nicht hatte bemerken können, doch im nächsten Augenblick sprang sie schnell auf und stolperte ein paar Schritte zurück. Niemand hielt sie fest, das war ihre Chance. Doch wenn sie ihre Verfolger nicht zumindest ein wenig ausbremsen konnte, dann würde es wieder so ablaufen wie zuvor und das würde sie nicht lange durchhalten.

Plötzlich hörte sie einen lauten Knall und Stimmen hinter sich. War sie umzingelt? Wann war das denn passiert und wie konnte ihr das bloß entgehen? Der Mann, der sie zuvor festgehalten hatte, kam immer näher. „Bleib stehen, du Arschloch, komm nicht näher!“, schrie sie panisch und um sie herum wurde alles still. Man konnte nur noch das Rauschen des Meeres hören, welches sich einige Meter hinter ihr befand. Ihr war klar, dass sie nun keine andere Wahl mehr hatte – sie musste ihre Fähigkeit verwenden. Sie wollte es eigentlich vermeiden, weil sie diese Fähigkeit und alles, an das sie sie erinnerte, abgrundtief hasste. All der Schmerz. All das Leid. All der…Tod. Doch sie musste und sie würde um jeden Preis entkommen, und endlich frei sein.

Nun hatten auch die Männer hinter ihr, sie und ihre Verfolger bemerkt. Momente zuvor hatten sie noch untereinander gekämpft, doch nun hielten sie inne und betrachteten die Frau, die einige Meter von ihnen entfernt – auf einer großen, freien Fläche vor zwei Lagerhallen – stand. Sowohl die zwei Mitglieder der A.D.A, als auch die beiden Männer der Port Mafia hatten nicht gedacht, dass sie hier auf jemanden Fremdes treffen würden. Immerhin waren sie hier am Hafen und dies war das Territorium der Port Mafia, das wusste doch jeder. Gerade als einer der Mafiosi, Chuuya Nakahara, sie verscheuchen wollte, sah er etwas, was seine Aufmerksamkeit erregte. In der Hand dieser Frau bildete sich in wenigen Sekunden ein blutrotes Katana, mit welchem sie einen Mann angriff und ihm kurzerhand den Arm abschlug. Sein Blut spritzte auf sie und auch auf dem Boden hatte sich schnell eine kleine Pfütze gebildet. Der Mann schrie und fluchte, er tobte regelrecht und fiel zu Boden.

Chuuya entging natürlich nicht, dass auch die anderen Interesse an dieser Fähigkeit zeigten. Er musste diese Frau zu seinem Boss, Ougai Mori, bringen und das bevor die Idioten der A.D.A sie erwischten. Normalerweise wäre das auch überhaupt kein Problem gewesen, doch einer seiner Gegner war sein ehemaliger Partner, Osamu Dazai. Er hatte zwar auch einen starken Verbündeten auf seiner Seite, allerdings ließ dieser sich nur zu leicht von Dazai und seinem neuen Schützling, Atsushi Nakajima, provozieren. Ryuunosuke Akutagawa zählte zwar zu den Besten bei der Mafia, doch wenn es um diese beiden ging… Da verlor er immer wieder die Beherrschung und das eigentliche Ziel aus den Augen.

Die Frau drehte sich zu ihnen um und noch in der Drehung verschwand das Katana so schnell, wie es gekommen war. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass unmittelbar hinter ihr das Meer lag. Erstaunt weiteten sich ihre Augen. Dieses schimmernde Blau, das jeden Lichtstrahl der Sonne wiederspiegelte… Normalerweise würde sie diesen Anblick lieben, doch in diesem Moment war selbst das Meer ihr Feind. Denn dadurch hatte sie einen Fluchtweg weniger und das konnte schon eine entscheidende Rolle spielen. Als sie die Männer sah, die die ganze Zeit hinter ihr gestanden hatten, stockte kurz ihr Atem. Sie fand, dass alle vier beängstigend aussahen, doch einer stach besonders heraus. Sie hatte noch nie jemanden gesehen, der halb Mensch und halb Tier war. Weshalb ihr Blick auf ihm hängen blieb. Sein Fell sah so weich und flauschig aus, auch wenn etwas Dreck und Blut darin klebte. Ein Geräusch hinter ihr rief sie jedoch schnellstmöglich in die Realität zurück, und nun begann sie wieder zu rennen. Der Weg war direkt neben dem Wasser, weswegen sie Angst hatte abzurutschen. Denn sie konnte – unglücklicherweise – nicht schwimmen.

Ohne Zeit zu verlieren rannten die vier Männer ihr hinterher, und auch ihre eigentlichen Verfolger taten es ihnen gleich. Es war ein heilloses Durcheinander. Es dauerte jedoch nicht lange, bevor sie alle in einer Sackgasse landeten. Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen eine große Lagerhalle und hinter ihr eine hohe Mauer. Nun stand die Frau – wortwörtlich – mit dem Rücken zur Wand. Überall standen vereinzelt große und kleine Holzkisten. Es gab keinen Ausweg. Kein Entkommen. Hier würde ihre Flucht also ein jähes Ende finden. Dachte sie zumindest, bevor direkt vor ihr ein Kampf ausbrach. Verwirrt sah sie all die Männer an, die gegeneinander kämpften.

>Gehören sie also doch nicht alle zusammen? Aber wer sind dann diese vier Männer und warum kämpfen auch sie gegeneinander? Wo bin ich hier nur hineingeraten?!<, ihre Gedanken überschlugen sich schon beinahe und es kamen immer mehr Fragen auf, auf die sie wohl keine Antwort bekommen würde.

Sie erschrak, als plötzlich jemand vor sie sprang und in die Knie ging. Schützend hielt sie ihre Arme vor sich. „Ist alles okay bei dir? Keine Sorge, ich will dir helfen!“, sagte Atsushi, der sich wieder in seine menschliche Gestalt verwandelt hatte, um ihr keine Angst zu machen. Langsam nahm sie die Arme runter und musterte den Mann vor sich. Er lächelte sie freundlich an, auch wenn er etwas angeschlagen aussah. Sie konnte es sich nicht erklären, doch als sie in seine Augen sah, verspürte sie keinerlei Misstrauen oder Angst. Atsushi reichte ihr seine Hand, die sie, wenn auch etwas zögerlich, ergriff. Er hatte ihr gerade auf die Beine geholfen, als von der Seite Steinbrocken geflogen kamen. Diese trafen die beiden und plötzlich wurde alles schwarz.
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