Niemals wieder ohne Dich

GeschichteRomanze, Familie / P18
Ben Decker Daniel Klattmann Erik Stein OC (Own Character)
05.08.2020
16.09.2020
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16.09.2020 2.448
 
Jaja, ich hab den Tag völlig verpennt und es ist an mir vorüber gegangen, dass ja irgendwie Dienstag war. Sorry. ;)
Hier bekommt ihr nun das nächste Kapitel.
LG
Alana

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Es waren zwei Wochen vergangen, seitdem Ellena und Ben sich das erste Mal geküsst hatten. Sie hatten in der Zeit versucht, sich so oft wie möglich zu sehen. Zumindest so oft, wie es Bens Dienstplan und Ellenas Schicht in Willi's Kneipe zuließen. An diesem Donnerstag war Ben nach langer Zeit mal wieder mit seinem Kumpel Daniel auf Streife.

„Sag mal, hast du Ellena eigentlich mal wieder gesehen? Sie scheint in letzter Zeit sehr viel bei Willi im Einsatz zu sein.“ wollte Daniel wissen und sah seinen Streifenpartner an, der sie routiniert durch Köln fuhr. Was Daniel allerdings nicht wusste war, was sich zwischen ihm und Ellena entwickelt hatte.

„Klar, wir sehen uns öfter als du denkst.“ gab Ben nur von sich und grinste Daniel kurz an. Daniel hob eine Braue. Hatte er etwa was verpasst? Das musste er genauer wissen, wollte mit Ben aber erst noch über den Tumult sprechen.

„Hast du mit ihr auch nochmal über den Vorfall gesprochen?“ wollte Daniel wissen. Denn die Worte, die Ellena gesagt hatte, waren Daniel nicht mehr aus dem Kopf gegangen.

„Nur kurz. Einmal an dem Abend selbst und nachdem sie ihre Aussage bei dir gemacht hatte. Wieso fragst du?“ Ben wusste nicht, worauf sein Partner anspielte.

„Naja, sie sagte so was wie, dass es ihre Schuld sei. Das sie selbst das Problem ist und das es deswegen passiert sei. Das es an ihrem Gewicht, ihrer Figur liegt. Ich solle doch mal genauer hinsehen.“ gab Daniel ihre Worte wieder. Er sah Ellena wieder vor sich, wie sie völlig in sich versunken vor ihm saß und sich nicht traute ihn anzusehen.

„Sie hat was gesagt?“ Ben war schockiert. Er wusste, dass sie schon oft in ihrem Leben solchen Situationen ausgesetzt war. Aber er wusste nicht, dass sie sich selbst die Schuld an allem gab. Ben ärgerte sich gerade, dass er nicht noch genauer hinterfragt hatte.

„Hat sie dir das nicht gesagt?“ wollte Daniel wissen.

„Nee. So hatte sie das nicht gesagt. Sie hatte mir nur gesagt, dass sie das verdient hätte. Weil jeder im Leben das bekäme, was er verdient.“ Ben blutete noch immer das Herz, wenn er an ihre Worte dachte. Er hatte bisher keinen Menschen kennengelernt, der so schlecht von sich selbst dachte.

„Warum denkt sie so über sich?“ Daniel wollte Ellena noch immer helfen, hatte bisher nur keine Idee, wie er das anstellen sollte. Aber vielleicht konnte er, zusammen mit Ben, etwas bewirken.

„Das hat wohl was damit zu tun, dass sie im Heim aufgewachsen ist. Sie hat niemanden.“ erklärte er seinem Partner. Daniel schaute geschockt zu seinem Partner. „Sie hat mir das an dem Abend erzählt, als ich sie nach Hause gebracht habe. Nachdem wir aus dem Krankenhaus kamen, hab ich dann bei ihr geschlafen.“ die Worte kamen so schnell aus Bens Mund, dass er sich anschließend, selbst dafür in den Hintern treten wollte. Jetzt konnte er sich wohl wieder auf dumme Kommentare gefasst machen.

Daniel musste die Worte erst sortieren. Hatte er gerade richtig gehört?
„Wie....Moment. Wie du hast bei ihr geschlafen?“ Daniel grinste seinen Freund und Kollegen wissend an.

„Du brauchst gar nicht so blöd grinsen. Es ist nichts passiert. Sie hat mir nur von ihrer Vergangenheit etwas erzählt. Die aber alles andere als schön war.“ gab Ben zu bedenken und sah seinen Kollegen kurz an. Daniel aber grinste noch immer.

„Daniel ehrlich jetzt. Es ist nichts passiert. Wir haben nebeneinander geschlafen. Nicht miteinander. Falls du es so genau wissen willst.“ Ben rollte genervt mit den Augen. War das jetzt ein Verhör? Und seit wann musste er sein Liebesleben vor seinen Kollegen ausbreiten?

„Ja will ich so genau wissen, wenn du das schon so sagst. Und mehr läuft da nicht?“ bohrte Daniel weiter, da Ben nicht so recht mit der Sprache rausrücken wollte. Diesmal war Ben derjenige der dümmlich grinste.

„Das hab ich so nicht gesagt.“ Daniel war genervt. Ben war nicht sehr mitteilungsfreudig. Wieso bekam man nur auf Anfrage und dann noch Häppchenweise eine Antwort?

„Muss man dir eigentlich alles aus der Nase ziehen?“ Daniel verschränkte beleidigt die Arme und brummte vor sich hin. Jetzt hatte er den Grund, für Bens ausgesprochen gute Laune in letzter Zeit. „Zumindest bist du nicht mehr so mies gelaunt, wie noch vor zwei Wochen, als du nicht bei Ellenas Aussage dabei.......Moment.“ Daniel fiel es wie Schuppen von den Augen. Bens Laune hatte sich danach merklich gebessert und er reagierte nicht mehr so eifersüchtig Daniel gegenüber.

„Ich sehe, du kannst eins und eins zusammenzählen, Sherlock.“ lachte Ben. „Ehrlich. Es ist nicht viel passiert, außer, dass wir uns geküsst haben. Wir haben uns zwar so oft wie es geht gesehen, aber irgendwie hatten wir trotzdem nicht so viel Zeit, wie wir es gerne gehabt hätten. Ich hatte viel Spätschicht beziehungsweise Nachtschicht und Lena war in der Kneipe eingespannt. Seit ein paar Tagen liegt Silvia wohl mit Grippe im Bett und Willi und Lena überschlagen sich und können sich kaum vor Arbeit retten.“ Daniel nickte. Das war ein Argument.

„Das freut mich für dich, dass ihr zueinander gefunden habt.“ sagte Daniel und klopfte seinem Partner auf die Schulter. „Aber helfen möchte ich ihr dennoch. Vielleicht könnten wir ja ihre Mutter suchen?“ überlegte er.

„Keine gute Idee. Sie will nicht wissen wer ihre Mutter ist und möchte auch nicht nach ihr suchen.“ erklärte Ben. Sie mussten schweren Herzens nun mal akzeptieren, dass Ellena nichts von ihrer Vergangenheit wissen wollte.

„15/24 für den 15/01“ ertönte aus dem Funkgerät.

„Der 15/24 hört dich.“ meldete sich Daniel.

„Fahrt in die Stockholmer Allee. Ein Anwohner meldet eine Körperverletzung. Täter ist vor Ort. RTW rollt. Sonderrechte frei.“ meldete Arnold.

„Verstanden. Stockholmer Allee. Sonderrechte frei.“ sagte Daniel und schaltete das Blaulicht ein. Bei solchen Einsätzen mussten sie sich immer auf einiges gefasst machen und hofften, dass es für alle Beteiligten glimpflich ausging.

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Ellena kämpfte seit ein paar Stunden in der Küche. Sie hatte alle Hände voll zu tun, die Bestellungen an die Tische zu schaffen. Die Küche sah aus wie ein Schlachtfeld. Überall standen Töpfe, Pfannen und schmutziges Geschirr herum. In der einen Ecke standen noch ein paar Kartoffeln, die darauf warteten, dass sie zu Reibekuchen verarbeitet wurden. Ellena war einfach nicht die geborene Köchin. Klar, sie konnte kochen. Aber es war ein Unterschied, ob man für sich selber kochte oder für eine ganze Kompanie. Zwar hatte Willi immer wieder versucht zu helfen, aber er wurde im Schankraum gebraucht, denn auch da ging es drunter und drüber.

„Wir haben gehört, hier wird Hilfe gebraucht.“ ertönte es hinter Ellena und drehte sich erschrocken um. Fragend sah sie die beiden Männer, die vor ihr standen, an.

„Ich bin Erik und das ist Jonas. Willi hat uns ein Bier versprochen, wenn wir dir etwas unter die Arme greifen.“ grinste er blonde Mann vor ihr. Ellena hob eine Augenbraue. Sie hatte einen der beiden Männer schon gesehen. Konnte ihn aber gerade nicht einordnen.

„Weißt du noch, die Randalierer? Ich war mit Daniel hier. Wir sind Kollegen von Ben“ half ihr Erik auf die Sprünge. Er hatte bemerkt, wie sie die Stirn runzelte und scheinbar gerade nicht wusste, wo sie ihn einordnen sollte.

„Ach..... Klar. Ich wusste nicht, wo ich dich schon mal gesehen habe.“ lächelte sie und reichte ihnen die Hand.
„Also, wie können wir dir helfen?“ wollte Jonas wissen, klatschte in die Hände und sah sich in der Küche um, in dem das pure Chaos herrschte.

„Wie wäre es, wenn ich das schmutzige Geschirr abwasche und ihr fangt an zu kochen?“ warf Erik ein und sah Ellena und Jonas an. Während Erik sich dem riesigen Geschirrberg widmete, machten sich Jonas und Ellena ans kochen. Immer wieder landete ein Schnitzel in der Fritteuse oder eine Bratwurst in der Pfanne. Da der Kartoffelsalat zu neige ging, mussten sie einen riesigen Berg Kartoffeln kochen und auch pellen. Ellena hatte beschlossen mehr zu kochen, dass sie am nächsten Tag einen kleinen Vorsprung hatte.

Alle drei hatten sich relativ schnell eingearbeitet und es ging Hand in Hand und sämtliche Bestellungen waren abgearbeitet. Erik hatte sich noch bereit erklärt, die fertigen Teller in den Schankraum zu bringen und Willi brachte sie dann an den richtigen Tisch. So bemerkten sie gar nicht, wie schnell die Zeit verflog und sie langsam aber sicher auf den Feierabend zusteuerten.

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Daniel und Ben hatten nach ihrem Einsatz, der nicht so glatt gelaufen war wie sie gehofft hatten, noch beschlossen zu Willi zu gehen. Ein Bier konnte nicht schaden. Und Ben konnte Ellena wiedersehen, worüber er sich sehr freute.

„Und du bist sicher, dass du nicht noch zum Arzt fahren willst?“ wollte Daniel wissen und sah seinen Kollegen an.

„Es ist ein blaues Auge. Mehr nicht.“ gab Ben von sich. Daniel tat gerade so, als wenn er noch nie im Einsatz einen Schlag abbekommen hätte.

Als sie beim Einsatzort ankamen, hatten gerade zwei Männer aufeinander eingeprügelt. Zuerst hatten Ben und Daniel es geschafft, die beiden Streithähne von einander zu trennen. Aber einer der beiden konnte oder wollte sich einfach nicht beruhigen und ging wieder auf seinen Kontrahenten los. Und als Ben dazwischen ging, hatte einer der beiden schon zum Schlag ausgeholt und Ben getroffen. Das er dafür zusätzlich eine Anzeige bekam, lag auf der Hand.

Als Ben und Daniel eintraten, war in der Kneipe noch einiges los. Da alle Tische besetzt waren, setzten sie sich an die Theke.

„Hallo Jungs. Was ist mit dir passiert, Ben?“ wollte Willi wissen und betrachtete das Auge des Polizisten. Da hatte jemand ordentlich zugelangt. Ben fasste für den Wirt kurz zusammen, was beim letzten Einsatz passiert war.

„Das verlangt nach einem Bier.“ sagte Willi, klopfte Ben kurz auf die Schulter, zapfte für die beiden Polizisten ein Kölsch und stellte es ihnen vor die Nase. Ben wollte gerade etwas sagen, als er Erik mit zwei Tellern aus der Küche kommen sah.

„Hast du gekündigt und uns nichts davon gesagt?“ wollte Ben grinsend wissen und sah den kleineren Kollegen an.

„Sehr witzig. Jonas und ich wollten eigentlich nur ein Bier trinken. Willi hat uns erzählt, dass Silvia seit ein paar Tagen krank ist und Ellena ist alleine in der Küche untergegangen. Deswegen helfen Jonas und ich gerade aus. Dafür gibt es gleich ein Bier.“ erklärte Erik seinen beiden Kollegen.

„Wie lange ist Silvia denn noch krank?“ wollte Daniel wissen, von Willi kam nur ein Schulterzucken. Er wusste es selbst noch nicht so genau und erklärte, dass er noch eine zusätzliche Kraft einstellen würde, denn Ellena und er würden das nicht mehr lange alleine schaffen, wenn es in den nächsten Tagen genauso voll sein würde, wie die letzten.

„Dass sind die letzten beiden Teller, Willi. Wir haben aus dem Schlachtfeld auch wieder eine Küche gemacht.“ erklärte der kleinere Polizist grinsend und dachte an das Chaos zurück, mit dem Ellena heillos überfordert war.

„Sehr gut. Ich mach euch mal ein Kölsch fertig.“ in dem Moment kamen auch Jonas und Ellena aus der Küche. Jonas ging um die Theke herum und setzte ich neben Daniel auf einen Hocker. Ellena blieb neben Ben stehen und musterte ihren Freund.

„Was ist denn mit dir passiert?“ Ellena legte ihre Hand an seine Wange und strich mit dem Daumen vorsichtig an seinem Auge entlang, dass sich langsam verfärbte. Ben hatte einen Arm um Ellenas Taille geschlungen und zog sie zwischen seine Beine. Den ganzen Tag hatte er sich schon auf diesen Augenblick gefreut, dass er sie endlich wiedersah und in seine Arme schließen konnte. Daniel beobachtete die Szenerie. Für einen Moment schienen Ellena und Ben in ihrer eigenen kleinen Welt versunken zu sein und nahmen von den Anwesenden kaum Notiz.

„Der letzte Einsatz ist etwas aus dem Ruder gelaufen.“ erklärte Ben und drückte seiner Freundin einen Kuss auf die Lippen. „Hmm..... hast du ein neues Parfüm?“ wollte Ben lachend wissen und schnupperte kurz an ihr. Ellena wusste nicht, was er meinte und sah ihn fragend an.

„Du riechst wie ein Schnitzel.“ Ben konnte sich das Lachen nicht mehr verkneifen und drückte sie noch etwas mehr an sich. Ellena verschränkte brummend die Arme vor der Brust. Willi der das gehört hatte, stimmte in das Lachen mit ein. „Ihr beiden riecht übrigens nicht besser.“ gab Daniel zu, sah dabei Jonas und Erik an und rümpfte die Nase. Ellena ging hinter die Theke um sich etwas zu trinken zu holen und blieb dann neben Erik stehen. Daniels Blick fiel auf Ellena und Erik und musterte die beiden. War er jetzt schon so müde, dass er nicht mehr alles richtig wahr nahm oder sah er etwa schon doppelt?

„Ist irgendwas, Daniel?“ wollte Ellena wissen, die bemerkt hatte, wie er sie ansah und fühlte sich etwas unwohl.

„Nicht wirklich...aber....sagt mir, wenn ich mich irre. Aber ihr seht euch so unfassbar ähnlich.“ erklärte Daniel, was jetzt auch die Aufmerksamkeit von Jonas und Ben auf sich zog. Ellena tippte sich an die Stirn. „Du spinnst ja.“ sagte sie nur und zeigte Daniel einen Vogel.

„Nein, jetzt mal ehrlich. Ihr habt die gleichen Gesichtszüge, vor allem die Nase und der Mund. Und ihr habt beide blaue Augen.“ erklärte Daniel und auch Ben und Jonas stimmten ihrem Kollegen zu. Diese Ähnlichkeit war wirklich unglaublich.

„Wann hast du nochmal Geburtstag?“ wollte Daniel wissen. Sein Instinkt sagte ihm, dass hier etwas ganz und gar nicht richtig ist. Der Polizist in ihm musste einfach etwas weiter nach bohren.

„Am 28.11.92.“ erklärte sie. Ben horchte auf. Sie hatte in zwei Tagen Geburtstag und hatte ihm noch nichts davon gesagt? Er musste sich unbedingt ein paar Gedanken machen, was er ihr schenken könnte.

„Genau wie Erik.“ gab Jonas zu bedenken und blickte von Ellena zu Erik und zurück. Diese Ähnlichkeit zwischen den beiden war wirklich frappant.

„Ja und. Ich bin ja nicht die einzige, die leider an diesem Tag geboren wurde.“ gab Ellena patzig zurück. Irgendwie fühlte sie sich gerade nicht mehr so wohl und wollte gehen. Ben, der ihren Stimmungsumschwung bemerkt hatte, hielt sie auf und zog sie in seine Arme. Er warf Daniel einen bösen Blick zu. Sein Kollege verstand, dass er jetzt besser ruhig sein sollte und gab keinen Kommentar mehr von sich. Er beobachtet wie Ellena sich an Ben schmiegte und in ihren Gedanken versunken war. Das hatte er nicht beabsichtigt. Er wollte sie nicht so aus der Fassung bringen, was ihm Leid tat. Trotzdem nahm er sich vor, etwas in der Vergangenheit nachzuforschen. Vielleicht fand er ja ein paar Lösungen auf seine Fragen und Ellena würde vielleicht doch noch ihre Meinung ändern und nach ihrer Mutter suchen. Völlig egal, was Ben davon hielt. Aber er musste es ihm ja nicht sofort auf die Nase binden.
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