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Niemals wieder ohne Dich

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18
Ben Decker Daniel Klattmann Erik Stein OC (Own Character)
05.08.2020
14.11.2020
11
22.992
4
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13 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
06.08.2020 1.961
 
Ihr Lieben,

heute bekommt ihr noch ein weiteres Kapitel.
Ich hab zwar einen kleinen Vorrat geschrieben, der ist allerdings nicht so groß, dass ich euch jeden Tag ein Kapitel hochladen kann. Und meine Beta benötigt auch Zeit für die Korrektur.

Jetzt geht es aber erstmal weiter.

Liebe Grüße
Alana

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Die neue Mitarbeiterin

Ben war an diesem Tag mit Daniel auf Streife. Der Dienst war ruhig verlaufen und langsam aber sicher rückte der Feierabend näher. Der Weg zur Wache war nicht mehr weit und sie hofften, dass nicht noch ein Einsatz reinkam.

„Wie sieht das aus? Wollen wir nachher noch ein Bier trinken gehen?“ wollte Ben von seinem Partner wissen. Dieser überlegt, ob noch etwas anstand. Wahrscheinlich würde er sich später noch mit einer Freundin treffen, aber das war eher spontan und nicht wirklich geplant.

„Hm....klingt gut. Ich hab nichts mehr vor heute.“ grinste Daniel. So etwas hatten sie schon lange nicht mehr gemacht. Das Feierabendbier war in letzter Zeit irgendwie zu kurz gekommen.

„Super, dann hoffe ich....!“ Ben wurde unterbrochen.

„15/01 für den 15/36“ plärrte es aus dem Funkgerät. Ben verdrehte genervt die Augen. War wohl zu früh gefreut mit dem pünktlichen Feierabend. So war es in den meisten Fällen. Selten kam man pünktlich zurück zur Wache.

„Der 15/36 hört dich.“ antwortet Daniel und wartete ab, was jetzt für ein Einsatz kam.

„Fahrt in die Severinstraße 23. Es wurde eine Ruhestörung gemeldet.“

„Severinstraße 23, Ruhestörung. Wir rollen.“ antwortet Daniel und steckte die Funke wieder ein. „Das war es wohl mit dem pünktlichen Feierabendbierchen.“ gab Daniel zu bedenken. Ben nickte, auch er wusste, dass Einsätze kurz vor Feierabend ewig dauern konnten. Aber Daniel wusste auch, dass Ben sich davon nicht die Laune verderben ließ.

Daniel hatte den Lärmverursacher in den Streifenwagen verfrachtet. Aus der Ruhestörung wurde dann doch eine häusliche Gewalt. Der Mann hatte seine Frau furchtbar verprügelt. Und das nicht zum ersten Mal, dass konnte man an ihren Unterarmen sehen. Nun war Daniel dabei dem Mann zu erklären wie es um seine Rechte stand und was das Rückkehrverbot für ihn bedeutete. Der Mann hatte auf dem Weg zu Streifenwagen wüste Schimpfworte, für seine Frau und für die Streifenbeamten übrig. Zu der häuslichen Gewalt kam dann noch die Beamtenbeleidigung.

Ben erklärte währenddessen das Rückkehrverbot der misshandelten Frau. Er wollte ihr einen Krankenwagen rufen, doch das lehnte sie konsequent ab. Sie versicherte Ben glaubwürdig zum Hausarzt zu gehen und sich die Verletzungen dokumentieren zu lassen. Ben verabschiedete sich kurz darauf von der Frau und stellte sich dann neben Daniel an den Streifenwagen.

„Ich hab der Frau kurz alles erklärt. Einen RTW wollte sie nicht. Ich hoffe, dass sie auch zum Arzt gehen wird und sich von ihm trennt.“ Daniel nickte und erklärte Ben, dass er dem Mann schon seine Rechte verlesen hatte.

„Fährst du hinten mit?“ wollte Ben wissen.

„Mache ich. Das ist zum Glück unser letzter Einsatz. Gleich nur schnell die Berichte tippen und dann endlich ab ein Bier trinken. Ich kann es gerade irgendwie gebrauchen.“ murmelte Daniel, setzte sich in den Streifenwagen und schloss die Tür. Kurz meldet er noch Arnold, dass sie jetzt mit einem Straftäter zur Wache zurückkommen würden. Ben klemmte sich hinters Steuer und fuhr los.

Ben und Daniel schrieben die Anzeige wegen häuslicher Gewalt und brachten den Mann dann zur ED-Behandlung. Und damit war ihr Dienst eigentlich beendet, wäre da nicht Ihr DGL gewesen.

„Daniel, kommst du nochmal kurz in mein Büro.“ rief Klaus. Ben grinste. Heute hatten sich alle gegen sie und ihr heißersehntes Bier verschworen.

„Ich warte dann drüben bei Willi auf dich.“ Daniel nickte und verschwand kurz darauf im Büro seines Dienstgruppenleiters. Ben ging hinunter in die Umkleide, zog die Uniform aus und tauschte sie gegen seine Privatkleidung. Schnell verstaute er noch alles in seinem Spind, schloss ihn ab und machte sich dann auf den Weg in die Kneipe gegenüber.

**************************************************************************

Ellena war gerade dabei ein paar Getränke an die Tische zu bringen, als sich die Tür öffnete und ein Mann die Kneipe betrat. Kurz musterte sie den neuen Gast. Er hatte blonde Haare, einen etwas mehr als 3-Tage-Bart und war um die eins-achtzig. Mit einem kantigen Gesicht und die tiefe Zornesfalte an seiner Stirn ließ in vermutlich böser wirken, als er eigentlich war. Lächelnd setzte er sich an die Bar und begrüßte Willi mit Handschlag. Ellena vermutete, dass es ein Stammgast sein musste. Vielleicht einer der Polizisten. Nachdem sie die Getränke verteilt hatte, sammelte sie noch die schmutzigen Gläser ein und brachte sie zur Theke zurück.

„Ben, darf ich dir unsere neue Kollegin vorstellen? Das ist Lena. Ben ist einer unserer Polizisten“ stellte er sie vor.

„Hi, ich bin Ellena,“ erwiderte sie und schüttelte Ben die Hand, die er ihr entgegen hielt. Ben musterte Ellena. Ihm fiel auf, dass sie nur leise den Gruß erwiderte und sie den Augenkontakt immer wieder auswich. Er hatte das Gefühl, dass sie unheimlich schüchtern war, was ihn an seinen Kollegen Erik erinnerte. Als er Erik an seinem ersten Tag kennenlernte, war dieser auch so leise, taute aber mit der Zeit immer mehr auf und kam aus sich raus. Ben hoffte, dass es bei Ellena genauso sein würde.

„Willst du was trinken, Ben?“ wollte Willi wissen und sah seinen Gast wartend an.

„Klar, ein Kölsch bitte.“ Ellena nickte Ben kurz zu, als Zeichen, dass sie ihn verstanden hatte und machte sich daran ein Bier zu zapfen. Ben beobachtet sie bei genau. Sie hatte lange dunkelblonde Haare, die ihr etwa bis zur Hüfte reichten und hatte sie zu einem Zopf geflochten.

Auch wenn der Augenkontakt nur kurz war, hatte er ihre blauen Augen erkennen können. Sie war keine der dürren Püppchen, die nur eine Jeans in der Größe Zero akzeptierten. Auf die stand Ben sowieso nicht. Für ihn musste da mehr sein zum anfassen. Er ließ seinen Blick so unauffällig wie möglich über ihren üppigen Körper wandern. Sie trug eine etwas engere schwarze Jeans und hatte eine schwarze Schürze darüber gebunden. Er ließ seinen Blick weiter wandern und blieb an ihrem Oberkörper hängen. Ellena trug ein türkisfarbenes Shirt an, dass etwas lockerer saß und doch konnte man genug erkennen, was sie zu bieten hatte.

Sie hatte, so fand er, die perfekte Oberweite. Eine gute Hand voll. Ben hatte nie verstanden, warum Frauen nie wirklich zufrieden waren mit dem was sie hatten, sondern noch an sich herumschnippeln mussten. Es gab durchaus Männer wie ihn, die genau das, was in Form von Ellena vor ihm stand, mehr mochten als diese Hungerhaken.
Nachdem Ellena das Kölsch gezapft hatte, legte sie ihm einen Bierdeckel hin, stellte das Kölsch ab und zog einen Strich am Rand des Deckels, sodass sie sich merken konnte, wie viel jeder Gast getrunken hatte.

„Danke.“ lächelte Ben sie an.

„Gerne.“ gab sie leise zurück und wand sich wieder den schmutzigen Gläsern zu.

„Sorry, dass es so lange gedauert hat. Aber Klaus fand heute kein Ende.“ klopfte Daniel seinem Kollegen auf die Schulter und setzte sich neben seinen Kollegen. Ben war so auf Ellena konzentriert, dass er zuerst gar nicht mitbekam, wie sein Kollege die Kneipe betreten hatte. Lange ist er keiner Frau mehr begegnet, die ihn so fasziniert hatte wie Ellena.

Als Ellena kurz in seine Richtung sah, gab Ben ihr zu verstehen, dass er noch ein Kölsch für Daniel haben wollte. Sie nickte verstehend und fing an zu zapfen. Auch Daniel legte sie einen Bierdeckel hin und als sie das Kölsch abgestellt hatte zog sie auch bei ihm einen Strich über den Bierdeckel.

„Wer bist du denn?“ Daniel hatte das Gespräch mit Ben unterbrochen und musterte sie nun ebenfalls. Ellena zuckte kurz erschrocken zusammen. Sie war etwas in ihren Gedanken versunken und als Daniel sie ansprach, schreckte sie auf.

„Das ist Ellena.“ hatte Ben da schon eingeworfen. „Wenn du nicht stundenlang mit dem Chef quatschen würdest...“ ließ Ben seinen Satz einfach offen und grinste seinen Kollegen an. Daniel rollte mit den Augen.

„Ich bin Daniel.“ stellte er sich vor und reichte Ellena die Hand, die sie, wie bei Ben zuvor, schüchtern annahm und seinen Gruß erwiderte.

Der Abend plätscherte so dahin. Daniel und Ben waren konzentriert in ein Gespräch vertieft, aber Ben konnte nicht umhin immer mal wieder einen Blick auf Ellena zu werfen. Wie sie scheinbar routiniert das Bier zapfte, die Gläser wusch, anschließend an ihren Platz räumte und die Theke sauber hielt. Immer mal wieder lief sie in die Küche um das bestellte Essen nach vorne zu bringen. Man könnte meinen, dass sie schon viele Jahre hier arbeitete und nicht erst kurze Zeit. Willi hatte sich zwischendurch immer mal wieder mit den Gästen unterhalten. Er hatte schnell gemerkt, dass Ellena recht gut alleine klar kam, wenn sie aber Hilfe benötigte, rief sie nach ihm.

Daniel und Ben hatten irgendwann noch ein Kölsch bestellt und dann bezahlt. Denn die Frühschicht rief schon wieder und sie wollten nicht allzu spät nach Hause.

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Ellena war gerade dabei die letzten Tische abzuwischen, als Willi wieder den Schankraum betrat.
„Lena, Mädche. Du hast heute noch nichts gegessen.“ rief er, stellte einen Teller mit Kartoffelsalat und Würstchen auf die Theke.

„Das macht nichts. Ich hab gar keinen Hunger.“ antwortete sie. Willi sah sie mit hochgezogener Augenbraue an. Sie hatte mehr als zehn Stunden gearbeitet, kaum eine Pause gemacht, geschweige denn etwas gegessen und jetzt sagte sie ihm, dass sie keinen Hunger hatte? Das konnte unmöglich wahr sein.

„Du musst was essen. Du hast wahrscheinlich heute Morgen das letzte mal etwas gegessen.“ kam er schimpfend um die Theke herum, nahm Ellena den Teller und den Lappen aus der Hand. Er rückte einen Stuhl zurecht, stellte den Teller ab und gab ihr zu verstehen, dass sie jetzt essen sollte. Ohne ein Wort setzte sie sich und starrte auf den Teller.

Silvia betrat ebenfalls den Schankraum mit zwei Tellern in der Hand und stellte sie auf dem Tisch ab. Silvia lächelte ihr zu und setzte sich zusammen mit Willi an den Tisch.

„Lasst es euch schmecken. Das haben wir uns verdient.“ sagte Silvia reichte das Besteck an ihre Kollegen weiter und fing an zu essen. Ellena wusste gerade nicht wie ihr geschah. Bisher hatte sie eher die Erfahrung gemacht, dass man ihr sagte, dass sie doch weniger essen sollte, dass sie eher abnehmen sollte und jetzt waren hier zwei Menschen die sie direkt aufforderten etwas zu essen. Die nicht von ihr verlangten, weniger zu essen und versuchten sie als Menschen zu ändern. Menschen auf der Straße, die ihr abwertende Kommentare hinterher riefen, wenn sie es gewagt hatte, ein Brötchen zu essen. Die Blicke, die ihre sagten, dass sie, so wie sie aussieht, nichts in der Gesellschaft zu suchen hätte. Das sie erst etwas Wert ist, wenn sie rank und schlank ist.

„Normalerweise essen wir immer bevor wir den Laden öffnen oder mal zwischendurch, wenn es die Zeit zulässt. Aber irgendwie hat das heute nicht so geklappt.“ erklärte Willi ihr, während er sich die nächste Gabel Kartoffelsalat in den Mund schob. „Irgendwie war heute die Hölle los. Wie essen jeden Tag zusammen.“ erklärte er weiter. Ellena nickte verstehend. Für sie war diese Herzlichkeit ihr gegenüber gerade völlig neu und sie wusste nicht, wie sie damit umgehen sollte. Sie fragte sich, ob das ernst gemeint war und hoffte, dass im nächsten Augenblick nicht wieder gesagt wurde, dass sie doch aufpassen soll was sie isst.

Nachdem die drei ihre Teller geleert hatten, hatte sie noch den Rest aufgeräumt, geputzt und die Türen hinter sich geschlossen. Ellena war geschafft. Der Tag war zwar unglaublich anstrengend , aber er war auch irgendwie schön gewesen. Sie wusste nicht, ob und wann sie das letzte Mal so entspannt war und auch völlig entspannt arbeiten konnte.

Nachdem sie zu Hause war, hatte sie sich noch schnell unter die Dusche gestellt und sich dann völlig fertig ins Bett gelegt. Es dauerte auch nicht lange, bis sie einschlief.
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