Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Poesia Stultissima Zanarcandica

Kurzbeschreibung
GedichtHumor, Parodie / P12 / Gen
Tidus
04.08.2020
14.11.2020
4
5.755
3
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
04.08.2020 1.036
 

Vorwort: Ja. Inspiriert wurde das von Kapitel 174 meiner Drabble Materia, in der Tidus einige seiner Ersteindrücke in Haikus verewigt. Da er Tidus ist, sind die Resultate... vorhersehbar. Also warum nicht mehr draus machen? Ich wollte ja schon immer mal einzelne Drabbles ausbauen. Nun haben wir also das hier. Ich weiß nicht, wo es hinführt und gebe keine Versprechen ab aber ich hoffe, es bringt jemanden zum Lachen. Wohlan denn.

***

POESIA STULTISSIMA ZANARCANDICA
Ein Epos aus zanarkandischer Feder

***

CANTUS I
Ab urbe relicta

Ich dachte ja, es wär alles ganz cool
So wie das damals lief in meinem Leben
Erlaubt mir, dass ich das kurz runterspul

Denn das war wirklich gar nicht mal daneben
Man kannte mich, ich war ein dicker Star
Ein jeder wollte mit mir einen heben

Und Mädels, mehr als gut für einen war
Da war, ich schwör's, kein Ende abzusehen,
Die fressen einen auf mit Haut und Haar

Wer Zanarkand kennt, wird das voll verstehen
Tagein, tagaus war Party, ohne Ende
Die Stadt dreht sich und wird sich immer drehen

Und dann, mitten in diesem Match, die Wende
Auf einmal seh ich diese fette Welle
Der Blitzball flutscht mir direkt durch die Hände

Und schwupdiwupp, ist Auron schon zur Stelle
Gibt mir ein Schwert, und was für ein Gerät
Das war schon echt ne ziemlich miese Schelle

Und wie der Mann so locker vor mir steht
Und labert mich so zu von meinem Alten
Da war's dann um ein Haar auch schon zu spät

Geflogen kamen echt kranke Gestalten
Die waren offensichtlich darauf aus
Mich für den Abend hart zusammenzufalten

Und Auron bringt nix aus der Ruhe raus
Wie ich'n Hotdog frühstückt der die weg
Wär das im Stadion, gäb's jetzt Applaus

Gerade glaub ich, alles ist perfekt
Wir schaffen das, egal was noch passiert
Wir kommen lebend raus aus diesem Dreck

Als um mich rum die Gegend explodiert
Ich spring, und kann grad noch ne Klippe fassen
Na herrlich, denk ich, läuft ja wie geschmiert

Am Himmel stehen ganze Wassermassen
Und etwas, dafür find ich keine Worte
Nicht damals und nicht jetzt – da muss ich passen

Das sah so'n bisschen aus wie eine Torte
Verkehrt herum, und plötzlich, mittendrin
Da öffnet sich sowas wie eine Pforte

Und Auron guckt zu diesem Eumel hin
Sagt was zu ihm; dann packt er meine Hand
Und hebt mich, als ob ich aus Federn bin

Das nächste, was ich weiß: ich lieg im Sand
Und um mich rum ist keine Menschenseele
Und kalt ist das, was soll die Scheiße, Mann

Echt komisch, wenn ich das jetzt so erzähle
Das war ein so hart abgefuckter Ort
Entschuldigt, wenn ich solche Worte wähle

Ich mein, ich kann nur eins, ich mache Sport!
Seh ich denn aus wie irgendso'n Entdecker?
Nee, danke, ich bin raus, und zwar sofort!

Nur leider bin ich noch was, und zwar lecker
Ein jeder weiß das, und das Monster auch
Das plötzlich kam und ging mir auf den Wecker

Jetzt weiß ich zwar, wie ich ein Schwert gebrauch
Bloß machte das in dem Fall gar nix besser
Das war ein Biest mit einem Riesenbauch

Dagegen sah mein Schwert aus wie ein Messer
Und außerdem kam eines noch hinzu
Ich war da grade drin in dem Gewässer

Das dieses Ding bewohnte, und im Nu
Schwimm ich davon, um meinen Arsch zu retten
Ich brauch keine Karriere als Ragout

An Land gelangt, fand ich alsbald nen fetten
Und mindestens so gammeligen Raum
Wenn die hier nur zum Einheizen was hätten!

Das Ganze war echt wie'n beschissener Traum
Schon witzig, wenn ich das jetzt hier so sage
Doch witzig fand ich's damals wirklich kaum

Versetzt euch doch mal kurz in meine Lage:
Du bist grade noch sowas wie'n Held
Gibst Autogramme, jedem, keine Frage

Wirst nur so überhäuft mit Ruhm (und Geld)
Was immer du auch wolltest, kannste kriegen
Und plötzlich bist du in ner andren Welt

Und drohst akut, dem Hunger zu erliegen
(mal nebenbei, die Döner sind bei mir
in Zanarkand mit Gold nicht aufzuwiegen.)

Wo war ich? Sorry vielmals, ich verlier
So dann und wann, wenn ich erzähl, den Faden.
Drum sagt's mir, wenn ich mich vergaloppier.

Ja, jedenfalls, der ganze Riesenladen
Sah aus, als wär er hundert Jahre alt
Und jenseits aller Feiern und Paraden.

Und immer noch war's da beschissen kalt
Zum Glück gelang's, ein Feuer anzufachen
Nur, wie bereits gesagt, ich musste bald

Mir irgendwas, gleich was, zum Futtern machen
Denn ging das schief, so konnte ichs vergessen
Am nächsten Tag noch lebend aufzuwachen.

Ich dachte bald an nix mehr als ans Fressen
da stürzt sich, hoppla, etwas von der Decke
An Fleisch zwar nicht grad großzügig bemessen

Aber was solls, ich schneid mir raus ne Ecke
Denk ich, und geh zum Angriff über
Kaum, dass ich diesen neuen Feind entdecke

Ich zieh ihm mit der Klinge eine drüber
Da gibt es von der Seite einen Knall
Damit wär dann noch mehr Kram hier hinüber

Man sagt ja, Hochmut käme vor dem Fall
Und erst fand ich die Leute auch zum Lachen
Nur fand das reichlich wenig Widerhall

Die hatten ehrlich vor, mich kaltzumachen
Die dachten, ich wär'n Monster oder so
Was glauben diese Penner denn für Sachen?

Letztendlich war ich aber trotzdem froh
Dass dieses Trüppchen, nannte sich Al Bhed
Mich mitnahm, wenn auch ziemlich grob und roh

Der Schlag, der war zwar nicht gerade nett
Und unverständlich war mir ihr Gelaber
Doch Essen gab's da, fand ich wirklich fett

Von ihnen; nach ner Weile aber
Erzählte Rikku, wie das Mädel hieß
Mir ein Detail, und das war echt makaber

Zanarkand war seit tausend Jahren mies
Im Eimer, futsch, finito, Asche, hin
Sie fragte, ob ich mich vergiften ließ

Von diesem Biest von vorher, genannt Sin
Und meinte, ich wär nicht ganz bei Verstand.
Das kann schon sein, dass ich das nicht mehr bin

In dieser Zeit, in diesem anderen Land
Doch konnten wir nicht weiter drüber reden
Weil Sin in dem Moment mich wiederfand.

Geht das noch weiter? Sowieso, auf jeden!
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast