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Connor...!

von Skelyt
KurzgeschichteHumor / P12
Achilles Davenport Connor Kenway Haytham Kenway
04.08.2020
04.08.2020
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"Connor!" Achilles Stimme donnerte mit der Wucht eines Blitzschlages durch den Flur des Anwesens. Der alte Herr stand im Wohnzimmer, eine Tasse Tee in den Händen und die Augen tellergroß geweitet. "Was zum Teufel?"
Ich blieb abrupt stehen. Eigentlich hatte ich gerade nach New York aufbrechen wollen um Hickey zu suchen, doch jetzt waren meine Füße wie angewurzelt auf den Dielen des Flures. "Ich... ähm..."
"Was trägst du denn da?!", polterte Achilles sogleich weiter, humpelte zwei eilige Schritte zur nächsten Kommode und stellte Tasse samt Unterteller darauf ab. "Wo hast du das her?"
Ich konnte nicht sagen ob in seinen Worten nun ein positiver oder zutiefst erschütterter Ton mitschwang. Es gab ohnehin recht wenig, das ich von Achilles mit Gewissheit sagen konnte. "Die Montor?" Ich sah verwundert an mir herunter, wandte meine Arme so, dass ich sie von allen Seiten betrachten konnte und zuckte mit den Schultern. "Die hing im Keller. Ich denke als Belohnung für irgendwas. Die muss der Spieler freigeschaltet haben."
Achilles Blick verfinsterte sich. "Eine Belohnung?" Der Mann griff nach seinem Gehstock, der in der Ecke am Türrahmen lehnte und kam strengen Schrittes auf mich zu. "Das ist eine Schande, nichts weiter! Ich verlange dass du diese Lumpen auf der Stelle wieder ausziehst!"
Ich wich instinktiv einige Meter zurück, die Hände beschwichtigend erhoben. "Aber warum denn? Achilles! Ich verstehe dich nicht. Es ist nur eine Montur..."
"Nur eine Montur?!"
Ich spürte die Tischkante an der Rückseite meiner Oberschenkel und wusste, dass mir der Fluchtweg jetzt abgeschnitten war. Mein Mentor schloss die letzten Zentimeter zu mir auf und schaffte es mich gänzlich in die Aura seines Zorns zu hüllen. In einer unerwartet schnellen Bewegung griff er nach dem Kragen des dunklen Mantels. Oder... nein. Er nahm die Schnalle der Waffengurte, die auf meiner Brust kreuzten und riss sie mit einem Grollen ab. Perplex von der Wucht der Bewegung starrte ich ihn an. "Was soll das?!", rief ich. "Du hast sie ruiniert!"
"Nein", entgegnete Achilles mit funkelndem Blick. "Ruiniert hat sie ein anderer vor vielen Jahren." Dann warf er die abgerissene Schnalle auf den Boden, wandte sich um und stiefelte davon. Ehe ich wieder zu einer Regung fähig war hörte ich die Eingangstür knallen.
Mein Blick glitt zu dem kleinen Metall, das nun achtlos auf den Dielen lag. Ich bückte mich und hob es auf, wendete es zwischen den Fingern um herauszufinden, was daran meinen Mentor so wütend machen könnte. Das war der Moment in dem auch ich es sah: das Templerkreuz.
 
 
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