04. August: Injustice in justice [by Nymphen]

OneshotDrama, Schmerz/Trost / P12
04.08.2020
04.08.2020
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Tag der Veröffentlichung: 4. August
Zitat: „Selbst wenn ich das Böse der ganzen Welt tragen muss, ist es egal. Wenn das die Welt retten kann, dann werde ich es bereitwillig akzeptieren.“ (Fate/Zero)
Titel der Geschichte: Injustice in justice
Autor: Nymphen
Hauptcharaktere: Superman, Batman
Pairings: /
Kommentar des Autors: Eigentlich habe ich nicht viel zu sagen, außer: Viel Spaß!

Superman saß alleine in seiner Festung der Einsamkeit und dennoch war er nicht alleine. Seine Ohren waren so wachsam, hörten sich Nachrichten weltweit an, dass es ihm so vorkam, als ob die Nachrichtensprecher mit im Raum standen. Hätte er die Augen geöffnet, so hätte er niemanden gesehen. Er hätte aber auch das Blut an seinen Händen gesehen.
Jokers Blut.
Das hätte ihn nicht nur daran erinnert, dass er nun ein Mörder war, sondern auch daran, dass seine ganze Stadt und seine ganze Welt zusammen mit Louis und seinem ungeborenen Kind gestorben waren.
„Metropolis ist unbetretbar durch die Verstrahlung. Von Überlebenden kann nicht ausgegangen werden.“
Ungefähr denselben Inhalt ließen auch die anderen Nachrichtensprecher verkünden. Doch daneben waren noch andere Neuigkeiten. Kleinere, aber keine unbedeutende.
„Immer noch wird das Volk hier unterdrückt.“
Zorn breitete sich in dem Mann aus Stahl aus. Er hatte sich bisher immer herausgehalten, aber war das richtig? Wenn er solche Ungerechtigkeiten verhindern konnte, sollte er es dann nicht tun? Wenn er jetzt nicht handelte, wer wusste dann, wie viel schlimmer die Situation noch werden würde? Unterdrückung konnte zu Zwangsarbeiten und Hinrichtungen führen. Wollte er wirklich einfach daneben stehen und nichts machen, während die Welt sich selbst zugrunde richtete?
Gerade als er losfliegen wollte, hielt ihn ein Geräusch zurück.
Eine Nachricht. Eine Nachricht, die so vollkommen falsch und lächerlich war, dass sich hier jemand einen schlechten Scherz mit ihm erlauben musste.
„Es wurde gerade von Commissioner Gordon bestätigt: Nicht Superman hat wie vermutet den Joker umgebracht, sondern Batman. Der Mann aus Stahl kam zu spät, um Batman aufzuhalten. Momentan wird nach dem Mörder gesucht. Allerdings bestätigen einige Augenzeugen, dass sie ein – und ich zitiere – ‚Batflugzeug‘ wegfliegen haben sehen.“
„Was machst du nur, Bruce?“, wollte Superman verwirrt wissen.
Nie hätte er mit einer Antwort gerechnet.
„Das wollte ich dich auch gerade fragen, Clark.“
Batman stand in seiner Festung der Einsamkeit, als würde er hierhergehören. Etwas, dass mit dem schwarzen Kostüm ziemlich unmöglich erschien. Genauso unmöglich, wie es eigentlich sein sollte, hier reinzukommen. Aber er war Batman. Nichts anderes war von ihm zu erwarten gewesen, musste sich Superman eingestehen.
„Wenn du gekommen bist, um mich zu verurteilen, kannst du wieder gehen.“ Superman war überrascht, dass er ausgerechnet das gesagt hatte. Es gab so vieles mehr, das er seinem besten Freund an den Kopf werfen wollte und doch war nur das herausgekommen. Seine Befürchtung, dass sein Freund nicht auf seiner Seite sein würde.
„Nein“, Batman nahm seine Maske ab und da stand nur noch Bruce Wayne, „Ich bin gekommen, um mich zu entschuldigen.“

„Willst du mich nur anschweigen?“, fragte Bruce.
Superman starrte ihn weiterhin an. Was hatte er da gerade eben gesagt? Batman entschuldigte sich nie, denn Batman machte keine Fehler.
„Wofür entschuldigen?“, siegte schlussendlich seine Neugierde. Er war überrascht davon, wie verwundbar seine Stimme klang.
Schmerz stand Bruce im Gesicht geschrieben und er hatte jegliche Maske und jedes Pokerface abgelegt.
„Als Jason damals ermordet wurde, hast du mich davon abgehalten, einen dunklen Pfad zu gehen. Dasselbe hätte mir auch gelingen sollen.“
Supermans Hand ballte sich zur Faust: „Du kritisierst mich also doch.“
Aber viel stechender war der Gedanke, dass er selbst Batman abgehalten hatte, als dieser den Joker hatte umbringen wollen. Es war damals das richtige gewesen und heute hatten eine ganze Stadt und seine Familie den Preis dafür gezahlt.
Bruce schüttelte sofort den Kopf: „Nein. Ich kritisiere mich. Du warst – du bist zu recht traurig und wütend. Du kannst für deine Taten nicht verantwortlich gemacht werden.“
Der andere Mann wand sich ab. Ihm schwirrte der Kopf und klare Gedanken wollten sich nicht bilden. Es war schön, diese Wörter zu hören, aber er glaubte sie nicht. Denn die Wahrheit war, dass er sich nicht schuldig fühlte.
„Wohin warst du gerade noch unterwegs?“, wechselte Bruce das Thema.
Superman antwortete nicht.
„Wenn du schweigst, dann rate ich einmal: Du fühlst die Ungerechtigkeit auf deinen Schultern und empfindest es untragbar, dass es anderen Menschen momentan genauso geht. Du kannst nichts gegen deine Gefühle unternehmen, also willst du anderen Linderung bringen. Du warst gerade im Inbegriff etwas wirklich Dummes zu tun.“
„Etwas Dummes?!“, kochte diese Wut wieder hoch und Superman fuhr herum, „Was ist falsch daran, Tyrannen die Macht entreißen zu wollen, die sie gegen ihr eigenes Volk verwenden?“
„Nichts“, meinte Bruce einfach, „Aber sobald man einmal anfängt, macht man immer weiter und weiter. Es wird nicht aufhören, denn die Menschheit hat bisher noch nie aufgehört, wie du sicherlich im Geschichtsunterricht gelernt hast. Der einzige Weg, so etwas zu verhindern, und du würdest es irgendwann merken, ist, dass man die ganze Welt unterdrückt. Doch dann ist man zu genau dem geworden, dass man verhindern wollte.“
Superman ließ sich das durch den Kopf gehen. Dann hob er den Kopf: „Selbst wenn ich das Böse der ganzen Welt tragen muss, ist es egal. Wenn das die Welt retten kann, dann werde ich es bereitwillig akzeptieren.“
Bruce verzog den Mund: „Ich hatte so sehr gehofft, dass du das nicht sagen würdest.“
Ehe er sich beherrschen konnte, landete Clarks Faust auch schon in der Wand neben sich und hinterließ eine Delle und ein Beben im ganzen Raum.
„Wenn ein Flügelschlag vom Schmetterling einen Sturm auslösen kann, dann ist es doch nur verständlich, dass man jedem Schmetterling die Flügel stutzt.“
Bruce schüttelte den Kopf: „Wir reden hier nicht von Schmetterlingen. Wir reden hier von Menschen. Sie müssen ihre eigenen Entscheidungen treffen und wir können sie nicht beseitigen, bevor sie diese Entscheidungen getroffen haben. Wir haben kein Recht über sie zu entscheiden. Wir sind keine Götter. Das einzige, was wir machen können, ist zusehen und die Bösen im Nachhinein einsperren, auf das sie nie wieder jemanden schaden. Das hast du bisher auch so gesehen.“
„Das war bevor ich alles verloren habe!“, brüllte Superman.
„Hast du das?“, fragte Bruce, „Denn noch hast du mich. Noch hast du Diana, Hal, Barry und alle anderen von der Justice League. Noch hast du deine Eltern und die Menschen, die nach deinem Vorbild leben, weil du die Hoffnung von den Sternen gebracht hast.“
„Hoffnung wird die Welt nicht retten.“
„Angst auch nicht.“
Schweigen breitete sich aus und dann setzte Bruce seine Maske wieder auf: „Ich möchte, dass du trauerst. Nimm dir Zeit, lass dir von deinen Freunden und deinen Eltern helfen. Triff keine übereilten Entscheidungen, sondern trauere einfach. Und wenn du danach immer noch jedem Verbrecher Handschellen anlegen möchtest, dann werde ich dich nicht aufhalten.“
„Warum sollte ich dir glauben? Du bist bisher immer für das eingestanden, an das du geglaubt hast.“
Batmans Mundwinkel hoben sich leicht: „Ich werde im Gefängnis für den Mord am Joker sitzen und sie werden mich wohl kaum rauslassen, damit ich deinen Hintern versohle.“
Clark erstarrte. Da war ja noch etwas gewesen. Diese Nachricht.
„Du hast ihnen echt gesagt, dass du es warst und ich dich nur aufhalten wollte?“
Batman nickte: „Ich hätte ihn schon vor Jahren umbringen sollen. Das Blut klebt zwar an deinen Händen, aber ich hätte ihn umbringen sollen. Du warst immer der Beste von uns und wenn ich das Übel deiner Handlung tragen muss, um den Freund zu retten, den ich kenne, dann werde ich es machen.“
„Das kann ich nicht zulassen!“
Bruce grinste ihn durchtrieben an: „Oh, doch. Denn du weißt, dass es wahr ist. Jetzt tu mir den Gefallen und wasch das Blut ab, gehe zu deinen Eltern und trauere.“
„Warum machst du das? Du glaubst doch mehr als jeder andere daran, dass man für seine Verbrechen büßen muss.“
Batman nickte und ging dann.
Clark hörte seine geflüsterten Wörter dennoch. Und er würde noch lange an sie zurückdenken, während er nach und nach Louis Tod verarbeitete und auf den rechten Weg zurückfand.
„Eine Ungerechtigkeit in der Gerechtigkeit ist wohl kaum ungerecht.“






~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Das Zitat wurde hier wirklich super umgesetzt. Eine echt tolle Geschichte, die mir gut gefallen hat.

Eure lula-chan
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