Mission erfüllt

KurzgeschichteKrimi / P18
Chin Ho Kelly Danny "Danno" Williams Kona "Kono" Kalakaua Samuel "Sam" Denning Steve McGarrett
04.08.2020
18.10.2020
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Artig ließ sich Danny einen Stützverband anlegen, der seine gebrochenem Rippen ruhig stellen sollte und bei der Genesung half. Auf dem Röntgenbild waren neben zwei gebrochenen Stellen auch die von Walter vermuteten Mikrorisse zu erkennen. Das bedeutete, dass die Rippen aktuell recht instabil waren und Danny auf weitere Action verzichten sollte, was er auch mit Kusshand annahm. Für die nächste Zeit hatte er vom Außendienst die Nase gestrichen voll.
Sein Kiefer fühlte sich an, als wäre er auf das dreifache angeschwollen und er sollte ihn kühlen. Die Schnittwunden an seinen Oberarmen wurden begutachtet und wegen des bereits gebildeten Schorfs sollten sie von alleine heilen. Jedoch würden Narben zurückbleiben. Hauptsache er war am Leben, da waren Danny ein paar Kriegsnarben nicht so wichtig.
Sie gaben ihm eine Infusion, um ihm Wasser und ausreichend Elektrolyte zuzuführen, die seinem Körper dank der Gefangenschaft fehlten oder nur unzureichend vorhanden waren. Dafür hatten sie ihm zuvor Blut abgenommen und es im Labor untersucht.
Er wartete auf der Liege auf die Rückkehr des Militärarztes und hoffte auf ein paar Antworten über Steve. Das Personal der Krankenstation war mit ihm recht zügig auf die Krankenstation verschwunden.
Däumchendrehend ließ er seinen Blick über die Inneneinrichtung schweifen und stellte fest, dass es nicht anders aussah, als in einem normalen Krankenhaus. Außer vielleicht dass sie sich mitten in Afghanistan befanden.
Die Tür wurde geöffnet und DeMarco trat zu ihm. Die Schulter war fachmännisch versorgt und verbunden worden und er trug den Arm in einer Schlinge. Er grinste schelmisch von einem Ort zum anderen. »Steve war sich nicht sicher gewesen, ob wir dich einweihen sollten. Am Ende war es eine kluge Entscheidung dir nichts von unserem Vorhaben zu erzählen.«
Danny hob fragend seinen Blick. »Wie?« Er wusste nicht so recht, worauf DeMarco hinauswollte.
Der Angesprochene griff zu einem Hocker und setzte sich darauf. »Wir haben beschlossen den Taliban zu sagen, wer der zweite Cop ist, um sie aus der Reserve zu locken und deine Randale sorgte dafür, dass die SEALs die Wachen überrumpeln konnten. Dennoch hatte keiner von uns ahnen können, dass die Tals gleich so zur brutalen Tat schreiten würden. Wir hatten gehofft, dass sie Steve weiter darüber ausquetschen werden, was er über den Fall weiß und wie viel er bereits preisgegeben hat.«
»Oh …«, brachte Danny nur verdutzt über die Lippen.
DeMarco redete derweilen weiter. »Ich bin kein Verräter. Für mich kommt unser Land und meine Kameraden an erster Stelle, auch wenn ich längst kein Soldat mehr bin. Sam ist wie ein Bruder für mich und ihn würde ich niemals verraten. Würde ich aber mit den Tals arbeiten oder nur auf meine eigene Haut aufpassen, würde ich ihm ebenfalls schaden, weil sie einen Anschlag auf Hawaii planen.«
Danny nickte langsam. Da war durchaus etwas plausibles dran. Seine Gedanken wanderten Richtung Zuhause und er musste wieder an sein Äffchen denken. »Ich habe eine Tochter. Sie vermisst mich bestimmt schon.«
»Wie alt ist sie? Meine Tochter heißt Kelly. Sie wohnt in Chicago und ist mittlerweile elf Jahre alt.«
Danny lächelte leicht. »Grace wird demnächst neun. Wir wohnten in Newark, bis ich mich von meiner Ehefrau scheiden ließ und sie mit ihrem neuen Ehemann und Grace nach Hawaii zog. Da wir gemeinsames Sorgerecht haben, bin ich ihnen auf diese verdammte Insel gefolgt und lernte somit Steve kennen. Ohne die Scheidung von meiner Exfrau wäre ich jetzt wohl nicht hier.«
Andächtig klopfte DeMarco ihm auf die Schulter, da er mittlerweile aufgestanden war. »Das Leben hält für uns oftmals unergründliche Wege bereit. Nur wenn wir offen genug sind dem eine Chance zu geben, können wir etwas besseres daraus entstehen lassen.«
»An Ihnen ist offenbar ein Philosoph verloren gegangen, DeMarco«, grinste Danny süffisant.
Gemeinsam lachten sie darüber. »Manchmal, aber ich glaube eher, dass es an meinem viel zu vielen Umgang mit Sam liegt. Er ist der bessere Philosoph von uns beiden.«
Danny schüttelte den Kopf. »Ich hätte Denning töten können, als mich Steve vor die Tatsache gestellt hat, dass wir nach Afghanistan reisen! Ich bin ein verfluchter Cop! Ich habe im Krieg nichts verloren.«
DeMarco hob eine Augenbraue. »Sie haben sich dafür recht gut geschlagen. Es gibt weitaus hysterischere Menschen, die unverhofft in ein Kriegsgebiet geraten.«
»Na, besten Dank für die Blumen!«
»Ich meine das Ernst, Danny.«
Etwas verlegen blickte er den Regierungsbeamten an. »Oh … wenn das so ist. Danke sehr. Es hat wohl doch seinen Vorteil an Steves Seite zu arbeiten.«

Recht bald kehrte Dannys Arzt zurück und gab ihm Medikamente in die Hand, sowie die Anweisung, wie er sie zu nehmen hatte. Die Infusion war mittlerweile durchgelaufen und er fühlte sich einerseits erfrischt, aber auf der anderen Seite unglaublich müde. Dennoch würde er nicht in den Schlaf finden, solange er keine Informationen über Steve hatte. Dies sagte er auch seinem Arzt.
DeMarco war weiterhin bei ihm und horchte ebenfalls auf die Nachricht über den Zustand des Commanders. »Die Schusswunden haben zu Mikrorissen im Innern geführt und es kam zu inneren Blutungen, die wir in den Griff bekommen haben. Es wurde jedoch beschlossen McGarrett für weitere Behandlungen nach Ramstein zu fliegen.«
Danny wurde etwas blass um die Nase. »Er wird doch wieder gesund, oder?«
»Commander McGarrett ist außer Lebensgefahr. Machen Sie sich keine Sorgen um ihn, Detective. Und nun sollten Sie sich ausruhen, bis Ihr Flug nach Hickam geht. Das soll ich Ihnen von unserem Kommandierenden im Camp ausrichten lassen. Ein gewisser Samuel Denning hat dafür gesorgt, dass Sie und Mister DeMarco auf schnellstem Wege nach Hawaii gelangen.«
Verwundert, aber erleichtert zugleich wechselte Danny einen Blick mit DeMarco. Offenbar war auf Denning immer verlass. »Wo kann ich mich ausruhen?«
»Sie können sich gerne hier ausruhen.« Der Arzt deutete mit einer einladenden Geste auf die Liege.

Am nächsten Morgen, als Danny ausgeruht aufwachte, wurde ihm mitgeteilt, dass die anderen SEALs und Commander Blair, trotz eines kleinen Feuergefechts mit den Taliban, wohlbehalten ins Lager zurückgekehrt waren. Ihm wurde etwas zu Essen gebracht und er erhielt die Nachricht, dass Steve noch im Lazarett lag und im Flieger von Danny und DeMarco nach Ramstein gebracht werden würde. Da es in Deutschland ein strenges Nachtlandeverbot von Flugzeugen gab, hatten sie ihn nicht schon am Abend rüberfliegen können. Somit war sein Transport auf den nächsten Morgen verlegt worden. Auf die Frage, ob er ihn besuchen dürfte, hatte das Krankenhauspersonal keine Einwende.
In Steves Mehrbettzimmer, das er sich nicht nur mit einem weiteren Soldaten teilte, war es recht ruhig. Danny setzte sich an die Seite seines Partners und griff nach seiner Hand, um ihm zu zeigen, dass er bei ihm war. »Hallo, Kumpel. Werde wieder gesund, hörst du mich?«
Noch immer war Steve sediert und blass um die Nase. Die Ärzte hatten ihn aus seiner Kleidung geschält und überwachten ihn ziemlich streng. Die letzten Tage hatten ihm mehr zugesetzt, als er es offen gezeigt hatte und nun bezahlte er den Tribut dafür. Steve war solange auf Hochtouren gelaufen, bis er es am Ende nicht mehr konnte und nun intensivbetreut im Lazarett lag. Das konnte Danny nicht verstehen.
Sanft strich er ihm über den Handrücken und hoffte auf eine Reaktion seines Partners, aber Steve atmete weiterhin tief und ruhig ohne sich zu regen. Er befand sich tief im Land der Träume.
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