Auf jede Nacht folgt Sonnenschein

von swimmer10
GeschichteRomanze / P16
Glorfindel OC (Own Character) Thranduil
01.08.2020
06.08.2020
5
11.482
3
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
01.08.2020 1.135
 
Als junger Elfling hatte ich, wie so viele, davon geträumt das mein Name eines Tages in Liedern besungen werden würde. Und ich hatte meine Eltern stets für die Wahl meines Namens gehasst. Elaria. Wie sollte dieser Name in Lieder eingeflochten werden? Elaria war kein großer Name, er würde mir den Weg im Leben nicht ebnen. Es sollte mich nur Jahrhunderte, den Verlust meines Königs, den Verlust meines Mentors und den Verlust unzähliger Freunde kosten um zu begreifen das nicht Namen eine Person groß machten, sondern dass es sich anders herum verhielt. Große Geister, gute Taten machten einen Namen groß. So war Glorfindel zu meiner Kindheit noch kein großer Name gewesen. Der Lord des Hauses der goldenen Blume war geliebt und geachtet worden. Sein Name war besungen worden, aber er hatte lange nicht den Status einer Legende gehabt wie er ihn nach dem Fall Gondolins einnehmen sollte.

Gondolin, oh, Gondolin! Meine geliebte Stadt! Hoch in den Bergen, versteckt von den Augen aller hatte die verborgene Stadt gelegen in der meine Mutter mich geboren hatte. Meine Eltern waren niedere Bedienstete im Haus der goldenen Blume gewesen und hatten Glorfindel treu gedient, aber ihre wahre Loyalität hatte bei König Turgon gelegen. Ihm waren sie gefolgt und für ihn hatten sie 52 Jahre lang beim Bau der Stadt mitgewirkt und 200 Jahre später war ich auf die Welt gekommen. Kinder waren im Geschlecht der Elben selten und in Gondolin waren sie, aufgrund der gerungen Population, noch seltener. So führte ich zwar eine einsame, aber überaus glückliche Kindheit. Ich durfte überall spielen wo ich wollte und man begegnete mir stets mit Liebe und Nachsicht. Und zu dieser Zeit war es auch gewesen in der ich Lord Glorfindel das erste Mal begegnet war. Nach meiner morgendlichen Lehrstunde bei der Heilerin Neidris war ich wie immer durch die Straßen der Stadt getollt. Meine Eltern hatten mir stets wenige Regeln vorgeschrieben, wussten sie doch das die Stadt sicher war und dass die Bevölkerung mich kannte und liebte. Doch sie hatten mich immer gemahnt nicht vor dem Königspalast zu spielen. Dieses Gebot beruhte auf ihrem tiefen Respekt König Turons gegenüber. Doch wie jedes neugierige Kind hielt ich mich nicht gern an die Anweisungen meiner Eltern. Und so hatte ich mich an diesem Tag auf den Platz vor dem Palast geschlichen. Die beiden Standbilder der Bäume Glingal und Bethil faszinierten mich. Das Gold und Silber der Statuen begeisterte mich und ich tänzelte gerade um Glingal als ich Schritte vernahm. Plötzlich die Stimme meiner Mutter im Geiste kauerte ich mich hintern den Stamm des Baumes. Vielleicht würden die Elben, welches sich näherten, mich ja nicht entdecken. Drei Ellon waren aus dem Palast getreten und es brauchte nicht ihre prachtvolle Gewandung auf das ich sie erkannte. In der Mitte ging der König, links ging Lord Ecthelion vom Haus der Quelle und auf Turgons rechter Seite hielt sich lebender Sonnenschein. Glorfindels Gestalt übte auf erwachsene Elben Faszination aus. Wie sollte ich, ein kleiner Elbling, mich dem erwehren? Sein Haar war gesponnenes Gold, seine Gestalt war groß und Erhaben und das Licht der Sonne schien ihn besonders zu liebkosen. Jahrzehnte nach diesem Tag sollte ich erfahren das es eine der besonderen Gaben meines Lords war das Licht nach seinem Willen zu manipulieren, doch als Elbling war ich einfach nur hingerissen. Ich hörte die drei Elben miteinander lachen und es war offensichtlich das sie einander neckten. Aber dann hörten meine Ohren wie Ecthelion Glorfindel einen Feigling nannte. Die beiden Krieger waren Freunde und ich hätte es besser wissen müssen. Aber diese Beleidigung meines Lords ließ mich aufspringen. „Nehmt das zurück!“ Die Blicke der drei Elben lagen auf mir sobald ich mich bewegte. Sie lächelten, offensichtlich waren sie meiner Anwesenheit bereits zuvor gewahr gewesen. „Eine der euren Glorfindel?“, fragte Turgon. „Ja“, mein Lord nickte, ging auf die Knie und winkte mich zu sich,“ komm zu uns laes.“ Zögernd trat ich auf die drei großen Lords zu. „Möchtest du wiederholen was du gerade sagtest?“ „Ich“, verunsichert blickte ich in die blauen Augen meines Lords,“ ich hörte wie Lord Ecthelion euch einen Feigling nannte mein Lord und ich forderte ihn dazu auf dies zurück zu nehmen. Ihr seid kein Feiglin my Lord, ich habe euch auf dem Übungsplatz gesehen und meine Naneth sagt ihr seid ein großer Krieger!“ Ein breites Lächeln zeichnete sich auf Glorfindels Gesicht ab und ich hörte Ecthelion und den König lachen. Ich blickte erbost zu den beiden hinüber, doch als Glorfindel mir seine Hand auf die Wange legte blickte ich ihn wieder an. „Hab dank für deine Worte Elaria, schon lange hat mich niemand mehr mit so viel Leidenschaft verteidigt! Hannon Le laes!“ „Und ob so kämpferischer Führsprache kann ich ja nicht anders“, Ecthelion war neben Glorfindel getreten und blickte zu mir hinab,“ ich nehme meine Worte zurück. Verzeih mir mein Freund!“ „Dir sei verziehen“, entgegnete mein Lord lächelnd. „Komm Elaria“, er schlang seine Arme um meine Mitte und erhob sich mit mir in seinen Armen,“ deine Eltern werden bestimmt schon auf der Suche nach dir sein, ich bringe dich nach Hause.“ Meine Finger schlichen sich in Glorfindels Haar. „War es nicht in Ordnung das ich hier war?“ „Wie bitte?“, er wandte mir sein Gesicht zu und sah mich fragend an. „Ada und Naneth haben gesagt ich soll nicht hier spielen, war es falsch das ich hier war?“ „Nein, pen neth“, es war Turgon der mir lachend antwortete,“ es war nicht falsch hier her zu kommen. Du solltest öfter hier spielen, es verlangt mich danach solche Stärke in meiner Nähe zu haben.“ Ich verstand nicht von welcher Stärke der König sprach, aber ich verstand sehr wohl das er mir erlaubt hatte auf dem Platz zu spielen. Glorfindel wirbelte mit mir in seinen Armen herum und ich lachte begeistert auf. Und das breite Lächeln im Gesicht des Lords zeigte mir, dass er genau dies beabsichtigt hatte. Während ich die Aussicht aus den Armen meines Trägers genoss hörte ich Turgon noch murmeln: „Und dieses Lachen, auch das möchte ich in meiner Nähe haben!“

Meine Eltern hielten mir noch für Jahre vor wie erschrocken sie gewesen waren als Lord Glorfindel mich nach Hause brachte. Doch ich war mir, mit der Unschuld eines Kindes, keinem Fehler bewusst. Siebzig Jahre nach diesem Tag, als ich volljährig wurde erzählte meine Mutter mir was noch an diesem Tag geschehen war. Glorfindel hatte ihnen damals ein Angebot unterbreitet. Er hatte von meinem starken Willen gesprochen und davon berichtet wie ich ihm sofort beigesprungen war. Kurzum, er hatte ihnen das Angebot unterbreitet mich zu einer Kriegerin auszubilden. Naneth war von der Idee nicht begeistert. Weibliche Krieger waren kein Novum, doch sie waren selten, in Glorfindels Haus gab es gegenwärtig keine. Doch meine Eltern überließen mir die Entscheidung und da ich, auch noch nach all der Zeit, noch immer von Glorfindel fasziniert war viel mir die Entscheidung leicht.
Review schreiben