Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The Spider and The Fox

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character) Spider-Man / Peter Parker
01.08.2020
20.01.2021
6
14.931
9
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.08.2020 3.637
 
Die Monate vergingen und Kristina fühlte sich von Tag zu Tag unsicherer und unwohler. Und jetzt lag sie hier schluchzend auf ihrem Bett, hatte Angst vor dem morgigen Tag. Vor circa 2 Wochen wollte sie eigentlich schon einen Rückzieher machen und sich von der Highschool, auf welcher sie sich angemeldet hatte, wieder abzumelden, aber ihre Großeltern konnten sie irgendwie davon überzeugen es wenigstens zu versuchen, falls es dann nicht gehen würde, dürfte sie sich immer noch wieder abmelden lassen. Sie versuchte zwar, sich von den vielen Gedanken die sie sich um den ersten Schultag machte abzulenken, doch das klappte nicht so wirklich wie sie es eigentlich wollte, denn jedes Mal wenn sie zum Beispiel anfing eine Serie zu schauen oder sich an ihren Computer setzte drifteten ihre Gedanken wieder dorthin. Nicht einmal mit Musik konnte sie auf andere Gedanken kommen, alles in ihrem Kopf drehte sich nur um diesen Tag.
Na ja, nicht wirklich nur um diesen Tag. Zugegeben dachte sie auch oft an den Jungen, der sie vor 3 Monaten am Flughafen in Leipzig vor dem sicheren Tod bewahrt hatte. Obwohl er sich ihr vorgestellt hatte, konnte sie sich an seinen Namen nicht mehr erinnern. Es wollte ihr einfach nicht mehr einfallen und es wurmte sie aus irgendeinem Grund sehr, dass sie nicht mehr die Chance gehabt hatte wenigstens Danke zu sagen. Aber eins konnte sie im Internet zumindest herausfinden. Und zwar hatten die Avengers sich wohl in zwei Teams geteilt aufgrund irgendeines Abkommens und sie hielten es aus irgendeinem Grund für eine gute Idee ihren Streit oder was auch immer unbedingt an einem Flughafen austragen zu müssen. Daher schlussfolgerte Kristina aber auch, dass der Junge irgendetwas mit den Avengers zu tun hatte. Warum sie sich so sehr für ihn interessierte konnte sie sich allerdings nicht wirklich beantworten, schob es aber immer darauf, dass sie sich nicht bei ihm bedanken konnte.
Kristinas Schluchzen verstummte sofort, als sie Schritte auf den Treppen hören konnte. Sie wohnte zwar noch nicht allzu lange mit ihren Großeltern zusammen, doch konnte sie schon an den Schritten ausmachen, ob es sich um ihre Grandma oder ihren Grandpa handelte. In diesem Fall war es ihre Grandma, sie war zum Glück immer so höflich und klopfte an und kam nicht einfach in ihr Zimmer geplatzt.
>>Süße? Kommst du runter zum Essen?<<, fragte ihre Grandma etwas lauter, da sie auch nie einfach so ihre Tür öffnete, ohne Kristinas Erlaubnis, außer sie antwortete mal nicht und machte sich Sorgen das ihrer Enkelin irgendetwas passiert sein könnte.
War es denn wirklich schon so spät geworden? Kristina hatte das mal wieder gar nicht mitbekommen, weil sie sich wegen Morgen so viele Gedanken gemacht hatte.
Kristina wischte sich schnell die Tränen von den Wangen und versuchte so zu klingen, als hätte sie gerade nicht geweint: >>Ja, einen Moment nur, ich komme sofort runter.<<
>>In Ordnung, wir warten auf dich.<<
Kristina wollte erwidern, dass sie nicht auf sie warten müssen, sondern schon anfangen können, aber das konnte sie eigentlich so oft sagen wie sie wollte, ihre Großeltern würden trotzdem nicht eher anfangen, bevor sie mit am Tisch saß, also beließ sie es einfach dabei. Ihre Grandma ging wieder die Treppe runter, welche nach unten zur Küche mit dem Essbereich und zum Wohnzimmer führte. Im oberen Stock befanden sich dann die Schlafzimmer und das Badezimmer. Das Haus war zwar nur sehr klein, aber dafür gab es dort einen riesigen Garten, um welchen sich ihre Großeltern fast den ganzen Tag kümmerten. Sie taten den Tag über, abgesehen vom Haushalt wie zum Beispiel Kochen, fast nichts anderes, aber es schien ihnen Spaß zu bereiten.
Kristina schaffte es trotz der aufkommenden Kopfschmerzen vom Weinen, von ihrem Bett in welchem sie am liebsten auch morgen den ganzen Tag verbringen würde, aufzustehen. Einige der Kuscheltiere und Kissen unter welchen sie des öfteren begraben lag, fielen auf den Boden und Kristina warf sie sofort wieder auf ihr Bett. Sie brachte ihre Haare etwas in Ordnung, hoffte das ihre Augen nicht allzu rot und angeschwollen waren und verließ dann ihr Zimmer, um sich auf den Weg in die Küche zu machen. Ihre Laune besserte sich etwas, als sie den Duft von ihrem Lieblingsessen in ihrer Nase vernehmen konnte, was auch dazu führte, dass sie etwas lächeln musste. Ihre Großeltern dachten immer an sie und nahmen so viel Rücksicht und sie wusste gar nicht wie sie sich je dafür bedanken könnte, und fühlte sich auch etwas schlecht. Sie taten einfach so viel für sie.
>>Wir dachten, dein Lieblingsessen könnte dich etwas aufmuntern.<<, ihr Grandpa saß ihr direkt gegenüber und lächelte sie breit an.
Er trug immer zu eine Sonnenbrille, egal ob es Sommer oder Winter war. Er trug sie auch im Haus und Kristina bekam ihn nur selten mal ohne zu Gesicht. Sein Haar war eben so wie dieses ihrer Grandma schon schneeweiß und er trug außerdem immer einen Schnauzer. Einige Altersflecken zierten sein Gesicht auch schon und jedes Mal wenn er lächelte sah man die vielen Falten, welche er im Alter bekam. Bei ihrer Grandma war das nicht viel anders.
>>Ja, dass muntert mich wirklich auf, danke.<<, sie lächelte ihre Großeltern ehrlich an und legte ihre Hände in die ihrer Großeltern, um das Tischgebet zu sprechen.
Streng gläubig waren sie aber nicht wirklich. So wie Kristina es mitbekommen hatte, glaubten ihre Großeltern wohl irgendwie an einen Gott, doch sie gingen nicht jeden Sonntag in die Kirche oder lebten irgendwie eingeschränkt. Kristina war noch nie so richtig gläubig gewesen und sie war auch nicht getauft worden, sprach aber ihren Großeltern zu liebe das Tischgebet trotzdem mit. Sie wünschten sich alle noch einen guten Appetit und fingen dann an zu essen.




Kristina hatte keine Ahnung wie sie gestern so schnell eingeschlafen war. Vielleicht lag es daran, dass sie kurz bevor sie zu Bett gegangen ist noch einmal duschen war und von dem warmem Wasser so müde geworden war, dass sie sich tatsächlich keine Sorgen mehr machen konnte oder nervös sein konnte. Aber jetzt hatte sie allen Grund total nervös zu werden. In weniger als zwei Stunden würde sie sich ihrer neuen Klasse vorstellen müssen und da Kapuzen oder Mützen im Unterricht nicht erlaubt waren, würden alle ihre verbrannten Stellen sehen. Kristina ging ins Bad, um sich das Gesicht mit kaltem Wasser zu waschen, um etwas wacher zu werden, dabei konnte sie einen Blick in den Spiegel nicht verhindern. Die Verbände durfte sie vor einigen Wochen abnehmen und am Anfang sah es echt noch total schlimm aus, aber mittlerweile hatten ihre verbrannten Stellen schon fast wieder einen normalen Hautton angenommen und waren nicht mehr so krass gerötet. Natürlich würde sie nie wieder ganz normal aussehen und dies war das beste was die Ärzte im Moment für sie tun konnten, allerdings war sie trotzdem immer noch ziemlich unsicher mit sich selbst und hatte kaum bis gar kein Selbstbewusstsein. Sie strich sich ihr langes dunkles Haar aus dem Gesicht, um ihre Narben besser betrachten zu können. Sie musste sich selbst wirklich eingestehen, dass dies besser war, als noch vor ein paar Jahren und sie sich schon etwas eher in die Schule traute statt damals. Trotz dessen hatte sie Angst vor der Reaktion ihrer neuen Mitschüler. Vielleicht malte sie sich dies auch nur viel schlimmer aus, als es dann im Endeffekt eigentlich war. Sie formte ihre Hände wie eine Schale und wusch sich dann einmal mit eiskaltem Wasser durchs Gesicht. An der verbrannten Stelle musste sie etwas vorsichtiger sein, da sie dort immer noch etwas empfindlich war, was auch der Grund war, wieso sie sich jeden Tag mit einer Creme einschmieren musste. Sie trocknete ihr Gesicht ganz vorsichtig ab, ehe sie nach besagter Creme griff, welche sie dann auf dem verbrannten Teil ihres Gesichtes, der Schulter und einen Teil ihres Oberarmes verteilte.
Obwohl sie nicht eingeschränkt im Sehen war und sie auf beiden Augen noch volle Sehkraft hatte, da die Narbe sich nur knapp unter ihrem rechten Auge herzog, hatte ihr rechtes Auge sich nach dem Unfall tatsächlich angefangen zu verfärben. Ihr linkes Auge war ganz normal braun, so wie immer, doch ihr rechtes Auge war sehr viel heller geworden und glich schon eher einem Goldton statt braun. Ihre Haare hatte sie anfangs auch ganz kurz schneiden müssen, denn sie waren bei dem Unfall natürlich auch zum Großteil verbrannt. Aber da sie ihre Haare seitdem nicht mehr wirklich hat schneiden lassen, wenn nur ab und zu mal kaputte Spitzen, reichten sie ihr beinahe wieder bis zur Hüfte. Der Vorteil daran war, dass man so eher weniger direkt auf ihre Brandnarben achtete, der Nachteil an der ganzen Sache war nur, dass ihre Haare extrem widerspenstig waren und beim Kämmen natürlich immer total ziepten. Wie gerne Kristina ihre verbrannten Stellen jetzt einfach mit Make Up überdecken würde, doch sie durfte nicht, denn die Stellen würden sich sofort entzünden und wenn sie jeden Abend das Make Up von ihrer Haut wischen müsste, wäre die Haut an diesen Stellen wohl relativ schnell offen. Sie seufzte nur und ging zurück zu ihrem Zimmer, um sich dort umzuziehen.
Sie stand einige Minuten lang ratlos vor ihrem Schrank und wusste nicht so ganz was sie anziehen sollte. Am liebsten würde sie natürlich einen ihrer Hoodies anziehen, allerdings war es dafür dann doch wirklich zu warm. Also entschied sie sich nach einigen Minuten für ein rotes Flanellhemd und eine schwarze Jeans. Na ja mehr oder weniger schwarz, das Schwarz war nämlich schon so ziemlich raus gewaschen und glich jetzt eher einem dunklen Grau. Als sie ihren Kleiderschrank schloss, blickte sie erneut ihrem Spiegelbild entgegen. Sie seufzte, in dem Hemd war ihr eigentlich immer noch viel zu warm, aber sie traute sich nicht, ein T-Shirt zur Schule anzuziehen. Dann kamen in ihr wieder die Zweifel auf und sie wollte einfach nur wieder zurück in ihr Bett, um dort wieder den ganzen Tag zu verbringen, so wie sie es die letzten Wochen immer tat. Sie könnte ihrer Grandma natürlich erzählen, dass ihr schlecht geworden wäre, aber sie würde das wohl eher auf die Nervosität schieben, auch wenn sie ihr gegenüber so viel Verständnis aufbrachte. Und außerdem, wäre das überhaupt richtig so? Immerhin wollte Kristina doch gar nichts anderes, als wieder ein mehr oder weniger normales Leben zu haben, und da gehörte die Highschool auch dazu. Ihr war bewusst, dass sie sich nicht weiter verstecken könnte und machte sich auf den Weg zur Küche. Normalerweise waren ihre Großeltern um diese Uhrzeit noch nicht wach, aber heute ist ihr Grandpa nur für sie früher aufgestanden, um sie zur Schule fahren zu können.
>>Guten Morgen Grandpa.<<, Kristina bemühte sich um ein Lächeln und nahm ihm gegenüber an dem kleinen Tisch platz.
Ihr Grandpa blickte kurz von der Zeitung hoch, in welcher er las und lächelte sie an: >>Iss noch was bevor wir los fahren, wir haben noch genug Zeit.<<
>>Ehrlich gesagt ist mir im Moment nicht wirklich nach Essen...<<, ihr Lächeln verschwand in innerhalb von ein paar Sekunden und ihr wurde vor Nervosität gerade wirklich etwas schlecht.
Ihr Grandpa legte die Zeitung vor sich auf den Esstisch und nahm vorsichtig ihre Hände in die seinen: >>Es gibt keinen Grund Angst zu haben Kleines, deine Grandma und ich sind immer für dich da, egal was ist, ja? Du schaffst das heute schon, wir stehen hinter dir.<<
Kristina konnte nur nicken.
>>Es ist ganz normal nervös zu sein, aber mach dir keinen zu großen Kopf, ja? Wir können dich immer noch abholen wenn es dir zu viel wird. Versprochen. Iss bitte noch etwas bevor wir fahren.<<, er sah sie fragend an, wartete darauf das Kristina mit diesem Vorschlag einverstanden war.
Nach ein paar Minuten nickte Kristina erneut: >>Okay...<<
Sie entzog ihre Hände vorsichtig aus seinen und stand auf um sich eine Schale aus den Hängeschränken, in denen sich das Geschirr befand, zu holen und schüttete sich etwas Müsli rein und mische dies mit Quark. Sie musste ihr Frühstück eher in sich hinein stopfen, statt das sie es wirklich irgendwie genießen konnte, während ihr Grandpa wieder nach seiner Zeitung griff und weiter darin las. Nachdem sie mit ihrem Müsli fertig war, trank sie noch ein Glas kaltes Wasser und ging dann nach oben um ihre Tasche mit den Sachen zu holen, die sie heute benötigen würde. Na ja mehr oder weniger, sie hatte nur zwei Blöcke zum Schreiben und ein paar Stifte, ihre Bücher hatte sie ja noch gar nicht bekommen. Sie schlüpfte in ein Paar schwarze Sneakers und ging dann wieder hinunter zu ihrem Grandpa, welcher immer noch seelenruhig in seiner Zeitung las und Kristina fragte sich, ob er die ganzen Artikel nicht langsam mal durchgelesen hatte.
Kristina räusperte sich etwas: >>Sollten wir nicht langsam los? Sonst komm ich noch zu spät.<<
Ihr Grandpa blickte von der Zeitung auf und sah zur Wanduhr, welche über dem Türrahmen hing.
>>Oh du hast recht.<<, er legte die Zeitung erneut auf dem runden Esstisch ab und schob langsam seinen Stuhl zurück, ehe er aufstand und eine kleine braune Papiertüte von einer der Küchentheken hob und seiner Enkelin hin hielt, >>Hier, für deine Mittagspause.<<
Kristina nahm ihm die kleine Tüte ab und schaute kurz hinein. Es befanden sich zwei Thunfisch Sandwiches, ein Apfel und ein Trinkpäckchen in der Tüte. Sie sah für einen kurzen Moment ziemlich verwirrt aus, da sie nicht erwartet hatte, dass ihr Grandpa in der kurzen Zeit in der sie oben in ihrem Zimmer war, um ihre Tasche für die Schule zu holen, ihr zwei Sandwiches gemacht hatte. Oder er hatte das schon früher gemacht und ihr war die Tüte auf der Küchentheke nur nicht aufgefallen, denn ihr Grandpa sah eigentlich so aus, als hätte er sich nicht vom Fleck bewegt.
Sie fing wieder an zu lächeln: >>Danke Grandpa.<<
>>Kein Problem Kleines, ich fahre das Auto aus der Garage, steig du ruhig draußen ein.<<, er wuschelte ihr kurz durch ihre langen Haare und ging dann auf eine Tür zu, welche zur Garage führte.




Die Fahrt über herrschte Stille zwischen Kristina und ihrem Grandpa. Nur das Radio verhinderte, dass diese Stille noch unangenehmer wurde, als sie eigentlich schon gewesen war. Kristina hätte die Stille zwischen ihr und ihrem Grandpa nur zu gerne unterbrochen, auch weil sie sich eigentlich ab und zu gerne mit ihm über Gott und die Welt unterhielt, doch die Nervosität und die Angst kontrollierten sie gerade. Sie spielte an ihren Haaren, knibbelte an ihren Fingernägeln, alles was man halt eben so tat wenn man total nervös war. Als sie die Midtown High nur schon von weitem sah, fühlte es sich so an, als würde ihr Herz gleich aus ihrer Brust herausspringen, weil ihre Rippen das Pochen nicht mehr aushielten und nachgeben würden. Ihr Grandpa hielt ein paar Meter von der Schule entfernt an, um Kristina rauszulassen. Sie blickte unsicher zu ihrem Grandpa, hoffte inständig das er einfach umkehren würde und sie wieder nach Hause fahren würden, doch dem war nicht so und dem würde auch nicht so sein. Sie müsste sich ihrer Angst jetzt stellen und genau dies wollte sie nicht.
>>Du schaffst das schon.<<, ihr Grandpa nahm ihre Hand und drückte sie etwas, ehe er sich etwas vorbeugte und seiner Enkelin einen Kuss auf die Wange gab.
Kristina konnte nur etwas nicken und ihre Hand glitt wie in Trance zur Autotür. Sie drückte sie auf und stieg langsam aus. Sie sah ihren Grandpa nochmal an, dieser lächelte natürlich wie immer und war stolz auf seine Enkelin, welche es jetzt immerhin versuchte wieder einen normalen Alltag zu haben, obwohl sie so viel durchgemacht hatte.
>>Ich hole dich später wieder hier ab. Und denk dran, wenn es dir zu viel wird, kannst du jederzeit zum Sekretariat gehen und uns anrufen lassen, wir holen dich dann sofort ab.<<, sagte er und sah sie jetzt eindringlich an.
>>Ja, werde ich machen.<<, sie bemühte sich sehr um ein kleines Lächeln und verabschiedete sich von ihrem Grandpa, ehe sie die Autotür wieder zu machte, >>Bis später.<<
Sie wartete noch etwas, bis ihr Grandpa weg fuhr und machte sich dann auf den Weg in die Schule. Ihre Beine fühlten sich an, als würden sie jeden Moment nachgeben und ihre schwitzigen Hände umklammerten den Brief, den sie vor einigen Wochen bekommen hatte. In dem Brief stand in welchen Räumen sie anwesend sein musste für die nächsten Monate, ehe sich der Stundenplan wieder ändern würde. Ihre Beine fühlten sich noch schwerer an, als sie sich sowieso schon anfühlten, als sie die Treppen zum Gebäude hinauf ging. Sie hielt den Kopf gesenkt um den Blicken der ersten Schüler auszuweichen, aber diese schienen nicht einmal wirklich Notiz von ihr zu nehmen. Im Vorbeigehen war sie für sie nur eine weitere Schülerin, für dessen Hintergrund sie sich nicht auch nur ansatzweise interessierten. Etwas erleichtert, doch trotzdem noch total nervös, betrat sie das Gebäude, in dem es deutlich kühler war als draußen. Allerdings verschwand ihre Erleichterung sehr schnell und wurde wieder durch Angst ersetzt, als sie bemerkte wie viele Schüler sich hier eigentlich in den Gängen herumtummelten.
'Du schaffst das Kristina, du kannst das.'
Sie atmete tief durch und versuchte so schnell wie möglich den Raum zu finden, in welchem sie gleich ihre erste Stunde für heute haben würde. Da sie gleich Chemie hatte, musste sie auf den normalen Gängen nicht suchen und machte sich direkt daran, den Gang mit den Naturwissenschaftsräumen zu finden. Was einfacher gesagt als getan war. Sie irrte einige Minuten lang durch die Gänge, doch das was ihr nur als einige Minuten vor kam waren eigentlich 15 Minuten gewesen und sie hatte nur noch knappe 8 Minuten, bevor ihre erste Stunde beginnen würde. Durch die Panik die sie hatte, weil sie jetzt auch noch Angst hatte zu spät zu ihrer aller ersten Stunde hier zu kommen, bemerkte sie gar nicht, dass neben ihr jemand stand. Und als sie sich umdrehen wollte, um weiter herum zu irren in der Hoffnung sie würde die Räume noch in den letzten Minuten finden, rannte sie natürlich in die Person rein. Ordner, Bücher und einige lose Papiere flogen kurz durch die Luft und landeten auf dem Boden. Aus Reflex bückte sich Kristina sofort runter und sammelte alle Sachen der Person, die sie angerempelt hatte, wieder auf.
>>Das tut mir so leid.<<, etwas hektisch entschuldigte sie sich und strich sich in dem Stress, eine Strähne hinters Ohr, ohne dabei zu bedenken, dass man ihre Brandnarben dann noch deutlicher erkennen konnte.
Sie richtete sich wieder auf und hielt der Person ihre Sachen hin. Dabei stellte sie fest, dass es sich um einen Jungen hielt, der sie kurz etwas entgeistert ansah, ehe er sich wieder fasste und seine Sachen entgegen nahm.
>>Schon gut.<<, seine Stimme klang etwas, als wäre er gerade im Stimmbruch und Kristina ertappte sich dabei, wie sie ihn einen Moment lang einfach nur anstarrte.
Er hatte dunkel blondes bis braunes Haar, welches sich in den Längen etwas wellte, braune Augen und trug eben so wie sie eine ausgewaschene Jeans und ein Flanellhemd, welches jedoch anders als ihres blau statt rot war. Er hatte irgendetwas an sich, was Kristina einfach irgendwie süß fand.
>>Ist ähm... Alles okay bei dir?<<, er klang etwas schüchtern und sah sie unsicher, vielleicht sogar etwas besorgt an.
Kristina brauchte einen Moment, ehe sie antworten konnte: >>Ja äh...<<
Sie fragte sich, ob sie ihn nach dem Weg fragen sollte. Er schien sehr nett zu sein und sie hatte nur noch 6 Minuten bis der Unterricht beginnen würde. Sie schien innerlich etwas mit sich selbst zu ringen. Mit fremden Leuten zu reden, war etwas was sie so gar nicht gut beherrschte.
Doch glücklicherweise übernahm er wieder das Wort: >>Brauchst du Hilfe bei etwas...?<<
>>Oh ja... Ich... Ich kann den Raum in dem ich Unterricht hab nicht finden...<<, sie schien etwas überrascht, hatte sie gar nicht erwartet auf jemanden zu treffen, welcher hilfsbereit ihr gegenüber war, >>Ähm... Kannst du mir vielleicht sagen wo das ist?<<
Noch etwas zittrig von der Nervosität hielt sie ihm ihren Zettel des Briefes hingehen, auf welchem ihr Stundenplan verzeichnet war.
Er sah sich ihren Stundenplan ganz kurz an, ehe er anfing etwas schüchtern zu lächeln: >>Ich habe dort jetzt auch Unterricht, wir können eben zusammen hingehen.<<
Kristina nickte nur schnell und blickte noch einmal kurz auf eine der vielen Uhren, welche hier überall auf den Fluren hingen, sie hatten nur noch 4 Minuten Zeit: >>Wir sollten uns vielleicht beeilen.<<
Der Junge vor ihr nickte ebenfalls und deutete ihr an, ihm zu folgen, bevor er los ging. Kristina folgte ihm einfach und bemerkte erst jetzt, dass ihre Haare ihre Brandnarbe freilegten, also strich sie sich die Haare sofort wieder ins Gesicht. Was sie aber etwas wunderte war, dass der Junge dies gar nicht angesprochen hatte und sie merkte wie die Nervosität nicht mehr so stark präsent gewesen war, außerdem hatte sich ihr Puls deutlich beruhigt. Er wirkte auf sie wirklich sehr sympathisch und irgendwie war sie auch nicht mehr ganz so ängstlich, wie gerade eben noch.
>>Oh, ich bin übrigens Peter Parker, freut mich dich kennenzulernen.<<, er drehte sich etwas zu ihr und hielt ihr höflich die Hand hin.
Sie nahm seine Hand etwas nachdenklich, ehe sie sie leicht schüttelten: >>Ich bin Kristina Watson... Freut mich eben so.<<

'Warum kommt mir sein Name so bekannt vor....?'
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast