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The Spider and The Fox

von moolycia
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18
OC (Own Character) Spider-Man / Peter Parker
01.08.2020
24.10.2020
5
12.007
7
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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09.08.2020 2.206
 
Die Durchsage wiederholte sich zwar noch einige Male auch noch auf Englisch und Französisch, aber dies konnte Kristina schon längst nicht mehr wahrnehmen. Die Menschen um sie herum fingen an panisch durch die Gegend zu laufen, wie eine vom Wolf aufgescheuchte Gruppe Rehe, anstatt sich ruhig zu den Ausgängen zu begeben, so wie es in einer Notsituation wie dieser eigentlich vorgesehen wäre. Kristina versuchte ruhig zu bleiben und wollte nach dem Arm ihrer Grandma greifen, doch sie bemerkte, dass ihre Grandma gar nicht mehr neben ihr stand. Etwas panisch sah Kristina sich um, hielt Ausschau nach ihrer Grandma und ihrem Grandpa, jedoch konnte sie keinen von beiden ausfindig machen. Sie atmete ein paar Mal tief durch, ehe sie sich dazu entschied Richtung Ausgang zu laufen. Sie hielt es für vernünftiger, anders als die anderen Leute um sie herum, ruhig zum Ausgang zu gehen und draußen nach ihren Großeltern zu suchen, statt jetzt panisch zu werden. Es war nur logisch für sie, dass ihre Großeltern sich schlussendlich draußen aufhielten, immerhin wurde der Flughafen gerade evakuiert, also würden ihre Großeltern auch draußen auf sie warten.
In dem ganzen Durcheinander war es schwierig irgendwie voranzukommen und es kam nicht selten vor, dass jemand mit seinem Ellbogen gegen Kristinas Seite stieß oder sie anrempelte. Sie konnte nur den Kopf über das Verhalten dieser Menschen schütteln, denn würden sie ruhig bleiben und sich langsam zu den Ausgängen begeben, wären schon längst alle aus dem Flughafen raus. Doch natürlich siegte die Panik wieder einmal über das logische Denken. Aber Kristina konnte es den Menschen trotz dessen auch nicht wirklich verübeln. Sie musste sich gerade selbst sehr bemühen, keine Panik zu bekommen. Der Weg zum Ausgang kam ihr unendlich lang vor, als würde er kein Ende nehmen und so langsam breitete sich auch eine Müdigkeit in ihrem Körper aus, welche ihre Beine so schwer wie Blei wirken ließ. Sie konnte nicht verhindern, dass ihre Augen einfach zu fielen und ihr Körper auf dem kalten Boden aufkam.




Als Kristina ihre Augen wieder öffnete, war die Halle in welcher sie sich befand menschenleer und sie lag weiterhin auf den kalten Fliesen. Ihr Kopf dröhnte und für einen kurzen Moment sah sie kleine schwarze Flecken vor ihrem Auge tanzen und ihr wurde kurz schwindelig. Warum lag sie als einzige noch hier? Hatten die anderen Menschen sie wirklich einfach auf dem kalten Boden in einer Notsituation liegen lassen und nur an sich gedacht? Es schien so zu sein. Schnell schoss Kristina durch den Kopf, dass ihre Großeltern wahrscheinlich schon vor Sorge fast umkamen und draußen überall nach ihr suchten. Also richtete sie sich schnell auf, doch dann bemerkte sie wie ihr erneut etwas schwindelig wurde und setzte sich für einen Moment hin, ehe sie diesmal ohne den Schwindel auf die Beine kam. Sie wollte nach ihrer Tasche greifen, um ihr Handy raus zu kramen, damit sie ihre Grandma oder den Notruf anrufen konnte, allerdings erinnerte sie sich dann daran, wie ihr Grandpa ihr vorhin, als sie am Flughafen ankamen, einfach die Tasche abgenommen hatte in welcher sich ihr Handy befand, obwohl sie ihm mehrere Male versucht hatte zu erklären, dass sie die kleine Umhängetasche selbst tragen konnte und sie nicht umkommen würde, wenn sie sie weiterhin tragen muss. Ihre Großeltern versuchten ihr ständig alles einfacher zu machen, und natürlich war Kristina auch dankbar dafür, doch bei einigen so leichten und einfachen Sachen konnte sie es manchmal nicht so ganz nachvollziehen. Ihr blieb somit nichts anderes übrig, als in die Richtung zu gehen, in welcher sie einen der Ausgänge vermutete. Jetzt wo der Flughafen so verlassen war und nur noch sie sich in diesem Gebäude befand, fand sie das ganze eher unheimlich und sie wurde das merkwürdige Gefühl nicht los, von jemandem beobachtet zu werden. Sie kam sich irgendwie so vor als wäre sie in einem Horrorfilm gelandet, in welchem die Freundesgruppe gerade getrennt worden ist oder sich getrennt hat, was natürlich nichts gutes zu bedeuten hatte.
Kristina ging auf eine der Türen zu und seufzte erst erleichtert, bis sie feststellte, dass die Tür sich nicht öffnen ließ.
'Vielleicht ist sie ja einfach nur defekt.'
, dachte Kristina sich und versuchte es an einer anderen Tür. Doch egal an wie vielen Türen sie es versuchte, weder die Türen zum aufziehen gingen auf, noch erkannten die automatischen Schiebetüren am Sensor, dass jemand davor stand und durch gehen wollte. Aufdrücken oder eintreten konnte Kristina die Türen auch nicht, dafür reichten ihre Kräfte einfach nicht aus. Sie versuchte ruhig zu bleiben und versuchte einen anderen Weg zu finden, um aus dem Flughafen heraus zu kommen. Aber sie fand einfach nichts und die Panik fing langsam an sich hoch zu kämpfen. Tränen traten ihr in die Augen, oder zumindest in das, welches nicht vom Verband verdeckt wurde und ihre Tränen aufsaugte wie ein Schwamm. Plötzlich hatte sie das Gefühl, dass der Raum viel zu eng war und sie nicht mehr genug Luft in die Lungen bekam.
'Ich muss sofort hier raus...'
, schoss es ihr durch den Kopf, während ihre Lungen anfingen zu brennen und sie fing erneut an nach einem Ausgang zu suchen. Sie fragte sich, ob sie eines der Fenster oder der Glastüren mit einem der Stühle aus dem Wartebereich einschlagen könnte, allerdings verwarf sie diesen Gedanken schnell wieder, als sie bemerkte, dass die Stühle im Wartebereich am Boden festgeschraubt waren und aus eigener Kraft würde sie dies nicht schaffen. Nach Hilfe zu schreien kam auch nicht infrage, sie wusste ja gar nicht was hier gerade los war und vielleicht würde sie jemand einfach erschießen, falls sie schreien würde, weshalb sie versuchte zu wenig Lärm wie möglich zu machen. Als nächstes suchte sie nach einem offenen oder gekippten Fenster und wurde tatsächlich fündig. Etwas weiter höher stand eines der Fenster halb offen. Kristina beschloss, es zumindest durch das Fenster zu versuchen, da ihr ja nicht wirklich etwas anderes übrig blieb. Sie hätte sich zwar auch irgendwo im Gebäude verstecken können und hoffen können, dass es bald Entwarnung gab, doch sie dachte in dem Moment gar nicht daran. Sie wollte nur hier raus. Raus aus diesem Gebäude, welches ihr so stickig vorkam. Da sie jetzt nicht gerade mit hoher Körpergröße gesegnet war, musste Kristina sich irgendetwas einfallen lassen, um an dieses Fenster zu kommen. Es war zwar nicht allzu hoch, aber einfach so würde sie da auch nicht hochkommen. Sie versuchte es einige Male damit, Anlauf zu nehmen und sich dann irgendwie hoch zu hieven, ließ es aber sein, als sie einen heftigen Schmerz an ihrer rechten Schulter spürte, welcher sich bis nach unten in ihr Handgelenk zog. Sie zischte etwas auf und sah sich nach etwas um, womit sie ans Fenster gelangen konnte, konnte aber nichts ausfindig machen, wo sie sich hätte drauf stellen können. Sie atmete tief ein und aus, ehe sie sich dazu entschied es noch einmal zu versuchen, auch wenn sie dies in ihrer jetzigen körperlichen Verfassung eigentlich wirklich nicht tun sollte. Sie nahm etwas weiter Anlauf als die letzten paar Male und schaffte es tatsächlich mit den Händen Halt am Fensterrahmen zu finden. Wieder bemerkte sie den Schmerz in ihrem Arm und versuchte ihn zu ignorieren. Sie stützte sich mit den Füßen an der Wand ab und schaffte es sich hoch zu ziehen. Sie musste ein paar Sekunden inne halten, wegen des Schmerzes, welcher jetzt gerade noch so auszuhalten war.
'Das wäre geschafft.'
Jetzt musste sie sich nur noch irgendwie durch das halb geöffnete Fenster zwängen. Sie hielt sich weiterhin am Rahmen fest und ging dann etwas in die Hocke, um sich unten durch quetschen zu können, denn das Fenster ging, anders als wohl die meisten Fenster, nach außen hin aus auf, was jetzt gerade für Kristina einen Vorteil darstellte.
'Ich hoffe es geht jetzt nicht zu weit runter...'
, sie konnte zwar mehr oder weniger erkennen, dass es genauso weit runter ging wie in dem Gebäude, hatte aber dennoch etwas Bedenken bei der ganzen Sache. Aber ohne noch weiter zu viel darüber nachzudenken, hielt sie sich oben fest, nahm etwas Schwung und schlüpfe durch die Lücke hindurch. Doch sie hatte wohl etwas zu viel Schwung genommen, denn sie rutschte vorne mit den Füßen ab und fiel die geschätzten 2 Meter auf der anderen Seite wieder hinunter. Bei dem Sturz schlug sie sich die Knie auf und schürfte sich die Handflächen leicht auf, was in den ersten paar Sekunden trotz des kurzen Adrenalinschubs etwas weh tat, aber zum Glück passierte ihr sonst nichts weiteres. Sie atmete erleichtert auf, denn das brennende Gefühl aus ihren Lungen verschwand und sie bekam wieder genug Luft.
>>Oh mein Gott Vorsicht!<<, schrie jemand und ehe Kristina begreifen konnte was los ist, packte sie auch schon jemand an der Taille und sie befand sich plötzlich in der Luft, als auch schon der LKW, der einfach aus dem Nichts erschienen war, explodierte.
>>Geht es dir gut?<<, Kristina wurde von der Person, welche sie gerade gerettet hatte, wieder mehr oder weniger auf festem Boden, besser gesagt dem Dach des Flughafens, abgesetzt.
>>Ich... Ich denke schon.<<, sie zitterte, konzentrierte sich erst kaum auf die Person vor ihr, da sie ihre Aufmerksamkeit eher auf das Feuer welches gerade wieder erlosch richtete.
Sie musste wirklich damit kämpfen aufgrund ihrer wirklich sehr starken Pyrophobie keine Panikattacke zu bekommen, doch da die Person wieder anfing zu reden, richtete Kristina ihren Blick dahin und war von den Geschehnissen dort unten schnell abgelenkt.
>>Ich bin übrigens Peter-Man, äh ich meine Spider-Parker... Ach verdammt.<<
Kristina konnte einfach nicht anders als den Jungen vor ihr fassungslos anzustarren. Na ja sie ging davon aus er wäre ein Junge, seine Stimme klang nämlich so, als würde er gerade in den Stimmbruch kommen und er konnte daher wohl nicht oder nur wenig älter sein als sie selbst, aber immerhin sprach er Englisch und sie konnte ihn verstehen. Er trug einen rot-blauen Anzug mit einer schwarzen Spinne auf der Brust, welcher seinen ganzen Körper inklusive Gesicht bedeckte, wohl möglich um seine Identität Geheim zu halten. Irgendwie kam ihr die ganze Situation total absurd vor und sie erwartete jeden Moment aus einem sehr realistischen Traum zu erwachen.
>>Ich meinte, ich bin Spider-Man.<<, er korrigierte sich und versuchte seinen peinlichen Fehler irgendwie zu überspielen, aber dann fing er an etwas ernster zu klingen, >>Der Flughafen wurde doch evakuiert, wieso bist du noch hier?<<
Kristina brauchte etwas, um die richtigen Worte zu finden, da sie ja selbst gar nicht so genau wusste, warum sie noch hier war, oder eher gesagt, wieso man sie einfach dort auf dem Boden hatte liegen lassen, doch letzten Endes flossen die Worte einfach aus ihr raus, wie ein Wasserfall: >>Ich... Ich weiß es auch nicht so ganz, ich war bei meinen Großeltern und dann ging plötzlich dieser Alarm los, dann waren meine Großeltern weg und ich hab versucht alleine zum Ausgang zu finden und dann... Keine Ahnung, ich bin einfach so müde geworden... Und dann bin ich auf dem Boden wach geworden und es war keiner mehr da und-<<
Sie bemerkte erst wie panisch sie gerade geworden war, als der Junge ihr eine Hand auf die Schulter legte: >>Ganz ruhig. Ich bring dich jetzt zu deinen Großeltern, okay?<<
Kristina starrte ihn nur ein paar Sekunden lang an, als würde sie nicht ganz begreifen, was er sie gerade gefragt hatte, aber nickte schlussendlich einfach nur.
>>Okay, dann halt dich gut fest.<<, er legte erneut einen Arm um ihre Taille.
>>Was...?<<, doch bevor sie nachfragen konnte, sprang er schon einfach vom Dach.
Kristina konnte nicht verhindern, dass sie aus Reflex aufschrie und klammerte sich schnell an ihm fest. Aber sie kamen nicht, wie sie erwartet hatte, auf dem Boden auf, sondern er schwang sich einfach mit irgendeinem Zeug, was aussah wie Spinnenweben, durch die Straßen.
>>Oh mein Gott...<<, sie fing wieder an etwas zu zittern und vergrub ihr Gesicht einfach an seiner Schulter, um nicht runter sehen zu müssen, aber ihn schien das gar nicht zu stören.
>>Sind sie das?<<, er deutete nur zufällig auf ein älteres Paar, welches sich gerade mit einem Polizisten zu unterhalten schien und sehr besorgt aussah.
Kristina traute sich etwas den Kopf zu heben und war sehr erleichtert, als sie ihre Großeltern erkannte: >>Ja, dass sind sie.<<
Er setzte sie einige Meter neben ihren Großeltern ab, welche sofort auf Kristina zu gelaufen kamen.
>>Oh Gott Kristina! Da bist du ja! Wir haben uns solche Sorgen gemacht!<<, ihre Grandma wollte sie in den Arm nehmen, doch Kristina drehte sich um, sie hatte komplett vergessen sich zu bedanken. Er machte sich wohl gerade auf den Weg zurück, denn er schwang sich auf eine der Laternen, die an der Straße standen. Kristina lief in seine Richtung.
>>Warte, ich hab mich doch gar nicht...<<, aber er konnte sie von da unten nicht mehr hören und schwang sich schon weiter durch die Straßen.

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