Human Blood

von Mej-Chan
GeschichteRomanze, Übernatürlich / P12
01.08.2020
01.08.2020
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Ein lautes Fauchen entweicht meiner Kehle.
"Sag Mal geht's noch?!"
Mit stechenden Augen starre ich meinen besten Freund an, der soeben den Vorhang vor meinem Fenster zur Seite gezogen hatte.
"Ich dachte die Sonne stört dich nicht?" Sein provokanter Gesichtsausdruck weckt in mir das Verlangen ihn zu erwürgen oder wie es mir meine Kehle vorschlägt, ihm bis auf den letzten Tropfen, alles Blut aus dem Körper zu saugen. Um das Verlangen, ihn auf die ein oder andere Weise zu töten, zu unterdrücken, ziehe ich mir die Bettdecke über den Kopf.
"Sie tut mir nichts." Grummle ich "Was aber nichts an dem Fakt ändert, dass ich ein Langschläfer und Morgenmuffel bin."
Ich höre wie Fynn ein Lachen unterdrückt:" Mach dich lieber fertig, wir müssen zum Flughafen." Mit einem Mal bin ich hellwach, springe auf und lege los mich mit über-menschlicher Geschwindigkeit fertig zu machen. Nach einer Stunde sitze ich auf dem Beifahrersitz von Fynns Transporter und starre in die Landschaft. 18-Jahre meines Lebens hatte ich hier in Kalifornien verbracht. Gemeinsam mit meinen Eltern und meinem Bruder wohnte ich in einem großen Hause in San Francisco, doch seit einer Woche ist es anders...
"Alles in Ordnung bei dir?" Fynns sanfte Stimme reißt mich aus meinen Tagträumen.
Ich seufze: „Ja ich denke nur gerade an meinen Bruder... Wie es ihm wohl geht?"
" Bei dem ist sicher alles wieder gut, bestimmt ist er schon wieder auf dem Damm." Fynn grinst, während er auf die Flughafen Einfahrt abbiegt. "Meine Eltern hatten allen Grund mich rauszuwerfen, wie konnte ich..." Meine Stimme bricht ab und Tränen rollen mir über die Wange als Fynn den Motor abschaltet.
"Es war ein Unfall und das weißt du." Er wischt mir mit dem Daumen die Tränen von der Wange und lächelt mich sanft an "Das ist alles noch so neu... Für uns alle."
"Warum hast du mich dann zu dir geholt?" Ich schluchze "Was, wenn ich dich auch... Du... Du bist doch auch nur ein Mensch Fynn!" Still nimmt er mich in den Arm und so sitzen wir für einige Zeit im Auto, bis uns ein Klopfen am Fenster auseinanderreißt. Ein Mann in Anzug wartet neben dem Auto.
"Rose Clearwater?" Seine Stimme ist klar zu hören, sobald ich die Tür aufmache. Ich nicke.
"Folgen sie mir bitte, ihr Gepäck ist bereits verstaut. Sie Sir...." Er sieht Fynn an " Sie können leider nicht mit." Er nimmt mich am Arm und ehe ich meinen besten Freund noch einmal umarmen kann, führt er mich schon zum Nebeneingang, ein leises:" mach's gut." Ist alles, was ich von Fynn höre.
"Es tut mir leid, aber sie müssen den hier anlegen." Mit diesen Worten reicht er mir eine Art Maulkorb. Ich lege ihn stumm vor meinen Mund, woraufhin ein leises Klicken mir verrät, dass er ihn mit einem Schloss sicherte. Er führt mich durch Wege die parallel zu den eigentlichen Gängen des Flughafens liegen... Sicherheitswege, extra angelegt für Monster wie mich, um das Risiko zu vermeiden auf Beute zutreffen... Im Flugzeug angekommen blicke ich mich um. Ich sitze in einer kleinen Kabine, die von außen verschlossen wurde, kaum hatte ich mich hineingesetzt. Es dient zum Schutz der anderen. Es ist egal, wie viele Menschen man angegriffen hat, wenn man so ist wie ich, muss man mit den Konsequenzen leben.
Ich lehne mich in meinem Sitz zurück und starre in die Dunkelheit. "Hier bin ich nun also... Es dürfte etwa einen Monat her sein... Ich war bis spät auf einer Feier gewesen, auf die ich gar nicht gehen wollte, aber es dann doch getan hatte. Auf dem Weg nach Hause fühlte ich Blicke auf mir und ehe ich mich versah, lag ich am Boden und über mir ein Mann, der mir seine Zähne in den Hals bohrte. Mein Körper war wie im Schockzustand, sodass ich nicht einmal in der Lage war zu schreien und kurz darauf verlor ich das Bewusstsein.
Ich wachte drei Tage später im Hospital auf, völlig desorientiert und keiner wusste recht was mit mir passiert war, doch ich durfte das Krankenhaus Recht schnell verlassen und war wieder Zuhause. Alles war gut, Mal abgesehen davon, dass ich kaum aß und immer wieder Schwindel verspürte, war ich topfit bis... Mein kleiner Bruder und ich spielten im Garten, als er stolperte und sich das Knie aufschlug, es war nur eine kleine Wunde, doch ich drehte total durch und hatte mich nicht mehr unter Kontrolle. Ohne es zu wollen biss ich ihn und saugte. Ich hätte ihn getötet, hätte meine Mutter nicht geschrien. Mein Bruder kam ins Krankenhaus und ich durfte ihn nicht besuchen... Meine Eltern hatten Angst vor mir und trauten sich nicht in meine Nähe, bis sie mich endgültig rauswarfen. Fynn war so freundlich mich bei sich aufzunehmen, doch aus Angst auch ihn zu verletzen suchte ich nach Hilfe und fand nach langem Suchen eine Schule, welche sich ausschließlich um Übermenschliche kümmerte. Und nun bin ich genau dorthin auf dem Weg... Stunden vergehen, immer wieder nicke ich ein, bis mich die Landung unsanft aus dem Schlaf reißt. Eine Stimme an der Tür erweckt meine Aufmerksamkeit:
"Miss, ich werde sie nun durch den Flughafen und zum Taxi begleiten."