How you´ve changed my life

GeschichteDrama, Romanze / P18
Dr.Addison Montgomery Dr.Naomi Bennett
01.08.2020
01.08.2020
15
22.207
 
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01.08.2020 3.020
 
Kapitel 2 Unheilsgeschichten

Ich lief neben Naomi her. Wir hatten uns gerade einen Kaffee geholt
und waren nun auf dem Weg zur Praxis.
"Und was steht heute so an?" Neugierig sah ich sie von der Seite an
und sie grinste. Sie benahm sich schon den ganzen Weg so
komisch.
Irgendwas verheimlichte sie mir und ich musste herausfinden was.
"Och, nichts." Naomi zuckte mit den Schultern.
"Naomi, was ist los?" Ich durchbohrte sie förmlich mit meinem
Blick und sie knetete unruhig den halbleeren Kaffeebecher in ihrer
Hand.
"Nichts, was soll denn sein?" Naomi sagte es ganz direkt trotzdem
vermied sie es mich anzusehen.
"Nae, jetzt sag schon."
"Na ja, also ich weiß nicht genau wie ich es sagen soll oder du
reagieren wirst." Sie starrte auf den Kaffeebecher.
"Ach, komm schon Nae. So schlimm kann es doch nicht sein." Ich
stupste sie an und sah wie sie mit sich rang.
"Okay, aber keinen blöden Kommentar oder irgendwelche
Belehrungen. Ja?"
"Ja, ja jetzt sag schon." Drängelte ich doch sie zögerte.
"Versprichst du es?"
"Ja, Nae, ich verspreche es. Du hast mein Wort." Sie nickte und ich
sah sie erwartungsvoll an. Was konnte so schlimm sein das sie
sich nicht mal traute es mir zu erzählen?
"Okay, es ist so. Es gibt da diesen Mann und..."
"Hey, Nae, das ist doch super!" Unterbrach ich sie "Bist du endlich
über das mit Archer hinweg?"
"Man, Addie, ich war noch nicht fertig. Außerdem was soll das bitte
heißen?! Klar, bin ich über Archer hinweg! Er hat mich betrogen und
ich nicht ihn. Deswegen muss ich mir keine Gedanken darüber
machen. Er ist Geschichte. Und es tut mir Leid das jetzt zu sagen
aber er ist ein Arsch."
"Ja, er ist wirklich ein Arsch."
"Wie kommst du darauf dass ich noch nicht darüber hinweg bin?"
Naomi sah mich fragend an und ich zuckte mit den Schultern.
"Keine Ahnung, du meintest doch das ihr eine Beziehung hattet und
das er dich wirklich verletzt hat."
"Ja, er hat meinen Stolz verletzt. Das ist ein Unterschied. Weißt du
worüber ich nicht hinweg bin? Ich bin auf Entzug. Um genauer zu
sein auf Sex-Entzug. Wir hatten immer so phantastischen Se..."
"Naomi, stopp! Er ist mein Bruder! Mein Bruder!" Ich hielt mir
angewidert die Ohren zu während Naomi anfing laut zu lachen.
"Was ist dein Problem?"
"Nae, ist das dein Ernst? Mein Bruder und Sex im selben Satz? Igitt!
Können wir bitte über etwas anderes reden?" Naomi nickte lachend
während ich die Bilder in meinem Kopf wieder versuchte zu
vergessen.
"Das war ja gar nicht Thema. Also es gibt da einen Mann? Das ist
doch gut, oder? Gibt es da ein Problem?" Ich sah sie verwirrt an und
wir bogen um die nächste Ecke.
"Ja also es ist schon toll aber es gibt da eine klitzekleines Problem.
Okay, um ehrlich zu sein ein großes Problem."
"Was denn bitte? Das einzige was mir einfällt wäre...entweder er
ist schwul oder er ist verheiratet." Ich lachte weil das beides total
abwegig erschien aber Naomi starrte stumm auf ihren
Kaffeebecher.
"Oh Gott, Nae. Sag jetzt bitte nicht das du was mit einem
schwulen Mann hast?" Lachte ich doch Naomi reagierte gar nicht.
„Oder ist er etwa verheiratet?“ Rief ich laut als mich die Erkenntnis wie ein Schock traf.
"Verdammt, Addie! Schrei doch nicht so!" Sagte sie panisch und sah
sich hektisch um.
"Also stimmt es?" Ungläubig starrte ich sie an.
"Ja, schon. Irgendwie"
"Irgendwie?!Du schläfst mit einem verheirateten Mann! Nae!"
"Warte, warte, warte...das mit dem miteinander schlafen hab ich
nicht gesagt." Ich sah sie immer noch verständnislos an doch sie
ignorierte das und kickte mit ihrem Schuh einen Stein vor sich her.
"Also habt ihr nicht...?" Hakte ich nach und sie drehte sich genervt
zu mir.
"Himmel, Addison, nein."
"Okay, aber ihr seid schon zusammen?"
"Ja also nicht wirklich weil er ja noch mit seiner Frau zusammen
ist aber wir treffen uns manchmal nach der Arbeit." Ich war
sprachlos. Was sie mir da gerade erzählte war so untypisch für sie
und ich hatte das Gefühl das da noch mehr hinter steckte.
"Naomi, dieser Mann betrügt wegen dir seine Frau. Du kennst sie
ja noch nicht mal!"
"Na ja, also kennen tu ich sie schon." Naomi sah weiter auf den
Boden.
"Nae! Sag mal spinnst du?!" Ich schrie jetzt fast so sauer war ich
auf sie. Hatte sie noch nie was von Solidarität unter Frauen gehört?
"Addie, beruhig dich. Sie weiß nichts von mir."
"Und was heißt das jetzt? Rechtfertigt das jetzt das Ganze?"
Aufgebracht redete ich auf sie ein während wir die Straße über-
querten.
"Woher kennst du ihn überhaupt?" Fragte ich irgendwann nachdem
ich mich wieder beruhigt hatte.
"Aus der Praxis." Sie warf ihren leeren Kaffeebecher in den
nahegelegenen Mülleimer und starrte dann auf ihre Fingernägel.
"Ah okay..." Ich dachte kurz darüber nach und dann realisierte ich
was sie meinte "Naomi, doch wohl nicht der Mann einer Patientin?!"
Sie nickte gequält und ich drehte den Kopf weg.
"Man, Nae, wieso tust du das nur?" Ich sah sie verständnislos an. Das
da war nicht meine Freundin. Das war nicht Naomi. So rücksichtslos
kannte ich sie gar nicht.
"Ich weiß es doch auch nicht. Addie, denkst du ich habe das
geplant? Es ist einfach passiert." Sie ließ betrübt den Kopf hängen.
Doch in diesem Moment tat sie mir nicht leid. Ich war sauer und
zwar richtig.
"Nae, so etwas passiert nicht einfach so!"
"Das sagt die Richtige." Naomi lachte und sah mich dann abwertend an.
"Bitte, was? Was soll das denn jetzt wieder heißen?!" Wieso griff sie
mich jetzt an wo sie doch diejenige war die einen Fehler gemacht
hatte.
Naomi drehte sich zu mir und sah mich wütend an.
"Weißt du was, Addison?! Ich brauche deine Vorträge nicht! Ich weiß
das es scheiße ist was ich gemacht habe! Aber das gibt dir noch
lange nicht das Recht über mich zu urteilen! Nicht du! Ich bin
nämlich nicht die, die mit dem besten Freund ihres Mannes
geschlafen hat!" Ich riss die Augen auf und sah sie sprachlos an.
Tränen stiegen in meine Augen und ich schluckte schwer. Als sie
realisierte was sie da gerade gesagt hatte schlug sie sich die Hand
vor den Mund.
"Oh, scheiße. Addie, das hätte ich nicht sagen sollen. Tut mir leid."
Ich biss mir auf die Unterlippe. Ich wollte keinen Streit mit Naomi.
Schon gar nicht wegen einem Mann. Und im Grunde hatte sie sogar
Recht. Ich war die letzte die sie in Sachen Ehebruch zurechtweisen
sollte.
"Ist schon okay. Du hast ja Recht. Es tut mir leid." Sagte ich
schließlich und atmete tief durch.
"Nein, du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Was ich da gerade
gesagt habe...war so was von blöd und..."
"Bescheuert?" Vollendete ich ihren Satz und wir fingen beide an zu
lachen.
"Ja, bescheuert." Sagte Naomi lachend und legte einen Arm um
mich. Ich tat es ihr gleich und so liefen wir eine ganze Zeit
schweigend über den Gehweg.
"Was ist denn jetzt mit diesem Mann?" Fragte ich sie und
unterbrach damit unser Schweigen. Naomi sah mich lange an und
überlegte.
"Ich weiß es nicht. Ich mag ihn aber ich will keine Ehe kaputt
Machen." Sie zuckte mit den Schultern und ich nickte. Mir fiel
momentan nichts aufmunterndes ein.
"Na ja, egal. Gibt´s bei dir irgendetwas Neues?" Sie wechselte das
Thema und ich war froh das wir erst Mal nicht mehr darüber
sprachen. Ich grinste und sie sah mich fragend an.
"Was ist los, Addie? Gibt es da etwas was ich wissen sollte?" Ich
wurde rot und versteckte mein Gesicht hinter dem Kaffeebecher
während ich einen Schluck trank.
"Ähm,...also bei mir gibt es auch jemanden." Ich grinste sie an.
"Ist nicht wahr?! Wer ist es? Kenn ich ihn? Wie heißt er? Na, sag
schon!" Drängelte sie und ich lachte.
"Dann musst du mich schon lassen. Wie er heißt weiß ich nicht aber
er ist auch Arzt. Im Saint Ambrose Hospital." Erklärte ich ihr und sie
nickte.
"Na, los. Lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen!" Drängte Nae
weiter. Vor uns tauchte das Praxis Gebäude auf das wir kurz darauf
betraten. Im Aufzug erzählte ich Naomi alles über diesen Mann und
sie hörte aufmerksam zu. Als wir oben in der Praxis ankamen
lächelte Dell uns vom Empfang aus zu. Wir wünschten ihm einen
guten Morgen und gingen dann zur Küche. Cooper, Sam und Pete
waren schon da. Wir begrüßten sie ebenfalls und ich warf meinen
leeren Kaffeebecher in den Mülleimer. Naomi holte sich eine
Packung mit Schokoladenkeksen aus dem Regal über der Spüle
und setzte sich an den Tisch neben Sam.
"Naomi, es ist gerade mal acht und du fängst schon an zu
naschen?" Ich warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu. Naomi lies die
Packung sinken und sah mich genervt an.
"Addison, bitte. Ich kompensiere meinen Frust mit Schokolade. Also
lass mich machen." Sagte sie und schob sich demonstrativ einen
Keks in den Mund.
"Ist ja gut. Ich hab nichts gesagt." Ich hob beschwichtigend die
Hände und suchte im Kühlschrank nach etwas essbarem.
"Was denn für einen Frust?" Fragte Pete nachdenklich und sah zu
Naomi.
"Frauen-Frust." Naomi nahm noch einen Keks.
"Doch wohl nicht wegen Archer?" Jetzt stieg auch Sam mit ins
Gespräch ein und sah Naomi prüfend an.
"Nein!" Naomi funkelte ihren Ex-Mann wütend an. Dieser hob
beschwichtigen die Hände und widmete sich wieder seinem
Jogurt.
"Mmmh, ist klar." Nuschelte Cooper in seinen Toast doch Naomi hatte
es gehört.
"Was ist bloß los mit euch?! Ich bin über Archer hinweg! Schon
lange!" Sie stand auf und wandte sich zum gehen.
"Nae, wo gehst du hin?" Fragte ich sie während ich einen O-Saft
aus dem Kühlschrank nahm.
"In mein Büro. Ihr seid mir zu blöd." Sie war schon fast aus der Tür
drehte sich aber nochmal um und kam zum Tisch zurück. Sie
schnappte sich die Kekspackung.
"Die hier nehm ich mit." Waren ihre letzten Worte und dann war
sie verschwunden.
"Ohh, hat da jemand seine Tage?" Fragte Coop und Pete lachte.
"Hey, Jungs das ist nicht lustig." Wies ich sie genervt zurecht. Sie
verstummten augenblicklich und Coop murmelte so etwas wie ein
"Tschuldigung.“
"Cooper, wo ist eigentlich Violet?" Fragte ich als ich merkte das Naomis und meine weibliche Unterstützung fehlte.
"Sie ist im Krankenhaus."
"Oh Gott! Ist was mit dem Baby?!" Ich sah ihn panisch an doch er
schüttelte gelassen den Kopf.
"Nein, dem Baby geht es gut. Es ist wegen Katie. Sie hat sich die
Pulsadern aufgeschnitten weil sie den Tod ihres Babys nicht
verkraftet hat."
"Das tut mir leid. Ich geh dann mal in mein Büro." Ich lächelte in die
Runde und machte mich dann auf den Weg.



Zwei Stunden später hatte ich zwei schwangere Frauen untersucht
und ein paar Unterlagen bearbeitet. Nun machte ich mich auf den
Weg zum St. Ambrose um nach Kimberley, ihrem Mann und dem
Baby zu sehen. In der Hoffnung dort auch den süßen Arzt von
gestern wieder zu treffen.



Ich betrat das Zimmer in dem Kimberley auf dem Bett lag. Sie
hatte ihr Neugeborenes auf dem Arm und strich ihr vorsichtig über
den Kopf. Als ich näher zu ihr kam sah ich das sie sehr müde
aussah.
"Hallo, Kimberley.“ Begrüßte ich sie und setzte mich auf die
Bettkante.
"Hallo, Dr. Montgomery, schön dass sie uns besuchen kommen." Sie
lächelte. Ein müdes und leichtes Lächeln.
"Wie geht es ihnen?" Fragte ich besorgt und strich derweil dem
Baby über den Kopf.
"Soweit gut. Phillip und ich wollen sie Amy nennen." Sie lächelte
erneut doch ich konnte sehen das, dass noch nicht alles war.
"Kimberley, was ist los?" Ich griff nach ihrer Hand und sie lächelte
schwach.
"Nichts. Es ist nur so dass ich sehr müde bin. Sie hat die ganze
Nacht durch geschrien. Phillip ist vor fünf Minuten los gegangen um
Kaffee zu holen." Sie sah zu ihrem Baby das die Augen geschlossen
hatte und lächelte "Jetzt ist sie endlich ruhig." Ich schaute sie
argwöhnisch an. Irgendetwas stimmte hier nicht. Sie grinste, ich
würde sagen sie grinste boshaft.
"Darf ich sie mir mal ansehen." Fragte ich vorsichtig.
„Wieso?“ Kimberley sah mich verwirrt an und drückte das Baby näher an ihren Körper. Ihr zögern ließ mich stutzen.
„Ich möchte sie nur mal kurz ansehen.“ Ich streckte die Arme nach dem Baby aus und Kimberleys Unterlippe begann leicht zu zittern. Zögernd reichte sie mir ihr Baby. Vorsichtig nahm ich es in meine Arme. Ich strich dem Baby vorsichtig über das Gesicht und bemerkte die leicht gräuliche Gesichtsfarbe. Langsam beugte ich mich über das Baby und meine Augen weiteten sich schlagartig.
Ich hörte keine Atmung. Erst dann realisierte ich das, dass
Baby gar nicht schlief sondern aufgehört hatte zu Atmen.
"Ich brauche hier sofort Hilfe." Schrie ich durch die offene Tür des
Krankenhauszimmers. Nur Sekunden später kam auch schon eine
Krankenschwester hereingestürmt der ich das Baby direkt gab.
Ich zog den Stoff der den Hals verdeckte herunter und sah die
lila Quetschungen am Hals des Babys.
"Oh mein Gott! Ich brauche sofort einen OP." Ich nahm das Baby an
mich während die Schwester wieder hinaus rannte. Wie in Zeitlupe drehte ich mich zu Kimberley um. Diese saß nur still in ihrem
Bett und starrte auf ihre Hände. Und in diesem Moment wusste ich
was sie getan hatte. Ich presste das Baby schützend an meinen
Körper und verließ mit ihr das Zimmer.



Ich stand im Waschraum vor dem OP und wusch die Hände. Im OP
Raum kämpften bereits zwei andere Ärzte um das Leben des
Babys. Neben mir tauchte der Mann von gestern auf und ich vergaß
für einen Moment das Baby.
"Anfang oder Ende?" Fragte er mich.
"Anfang und sie?"
"Ende. Unser Timing ist echt perfekt." Er grinste und ich auch.
"Ich muss dann mal rein. Bevor das Baby stirbt." Ich nickte mit dem
Kopf in die Richtung es OP Raums.
"Alles klar." Er lächelte und ich verschwand im Raum.


Piep. Piep. Piep. Piep.


Der Monitor zeigte eine gerade Linie. Kein Herzschlag.
"Todeszeitpunkt 13:24 Uhr." Ich nahm die Stimme der Schwester
nur undeutlich war. Wie in Trance stand ich da und sah auf das
Baby dessen Haut sich langsam lila verfärbte. Mein Blick wanderte
zu meinen mit Blut verschmierten Händen. Ich konnte sie nicht mehr
retten. Sie hatte schon zu lange nicht mehr geatmet. Trotzdem
hatte ich das Gefühl versagt zu haben. Wut stieg in mir hoch und
ich riss wütend meinen Mundschutz herunter bevor ich die Tür
zum Operationssaal aufstieß. Dafür würde sie büßen.



Ich rannte durch die Gänge des Krankenhauses in Richtung
Kimberleys Zimmer. Ich wurde immer schneller. Die Wut trieb mich
an und ich war kurz vor´m durchdrehen. Plötzlich lief mir eine
brünette Frau in den Weg. Ich konnte gerade noch ausweichen
bevor ich gegen sie stieß. Sie ächzte als sie mir ebenfalls auswich
und hielt sich ihren dicken Bauch.
"Violet?" Ich sah sie verwundert an doch dann fiel mir wieder ein
warum sie hier war.
"Hallo, Addison." Sagte sie und rieb sich über ihren Bauch.
"Oh ja, tut mir leid dass ich dich fast umgerannt habe." Ich sah sie
entschuldigend an doch sie winkte ab.
"Ach, alles gut. Ich bin zwar fett wie ein Wal aber ein bisschen
Gleichgewicht besitze ich dennoch."
"Okay, gut. Wie geht`s Katie?"
"Oh,...gut. Denke ich. Na ja, sie lebt noch. Sie hat knapp neben ihrer
Pulsader geschnitten. Sie hatte echt Glück."
"Ja, stimmt. Knapp daneben ist auch vorbei. Sag ich immer." Ich
lachte nervös.
"Ja, da hast du wohl Recht. Sag mal, Addison, ist alles in Ordnung?"
Sie sah mich besorgt an.
"Ja...äh...also nein. Ich hab da so eine Patientin von der ich denke
dass sie ihr Baby erwürgt hat."
"Oh, okay. Wie geht es denn dem Baby?" Wieso gingen alle davon
aus das ich jeden retten konnte? Eigentlich sollte ich stolz sein das
mir alle so vertrauten aber es tat mir immer leid wenn ich die
Menschen enttäuschen musste die an mich glaubten.
"Sie ist tot. Es war zu spät. Ich konnte nichts mehr tun."
Frustriert sah ich auf meine Hände und merkte wie die Wut wieder
in mir aufstieg.
"Das tut mir Leid." Violet sah mich mitfühlend an.
"Soll ich mal nach deiner Patientin sehen?" Schlug sie vor doch ich
schüttelte den Kopf.
"Nein, ich mach das schon."
"Addison, ich halte das für keine so gute Idee. Ich bin Psychologin
und daher weiß ich das in so einer Situation Konfrontation nichts
ändern würde. Im Gegenteil, es würde alles nur noch schlimmer
machen. Du weißt nicht was in ihr vorgeht und wieso sie das getan
hat. Sie hat wahrscheinlich gravierende psychische Verhaltensstörungen. Ich rede mit ihr und du ruhst dich aus. Geh dir mal einen
frischen Kaffee holen." Sie klopfte mir auf die Schulter und ich
dankte ihr. Dann watschelte sie mit ihrem dicken Bauch davon und
ich ging zur Ärzte Lounge.

……………….TBC……………..