Ein mutiger Weg

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Addison Forbes Montgomery-Shepherd Meredith Grey
01.08.2020
02.08.2020
15
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01.08.2020 1.569
 
Kapitel 3 Salz in die Wunde

Meredith POV
Genervt lief ich durch die Gänge des Seattle Grace Hospitals. Überall wo ich hin kam war entweder Derek oder seine unverschämt hübsche Frau Addison zugegen. Sobald ich auch nur in ihre Nähe kam verschwand ich wieder ohne dass sie mich überhaupt wahrnahmen. Ich meine wer gab ihnen auch das Recht überall einfach aufzutauchen?! Konnten wir uns nicht alle ein eigenes Stockwerk aussuchen und da dann bleiben? Ich wollte einfach meine Ruhe. War das denn zu viel verlangt? Ich sah nach vorne wo Derek mir plötzlich entgegen kam. Ich beschleunigte meine Schritte um vor ihm an der nächsten Ecke zu sein. Er merkte was ich vorhatte und beschleunigte ebenfalls seine Schritte. Ich rannte jetzt fast und bog um die Ecke in den nächsten Flur ab. Ich hörte wie Derek hinter mir aufholte doch ich sah mich nicht um.
„Meredith!“ Rief er verzweifelt doch ich ignorierte ihn. Ich wollte keine Ausreden hören. Es gab keine Entschuldigung für das was er getan hatte. Er hätte mir von Addison erzählen müssen! Er hätte mir von seiner verdammten Frau erzählen müssen!
„Meredith!“ Rief er jetzt noch lauter sodass alle mich anstarrten. Doch das war mir momentan ziemlich egal. Er sollte verschwinden und ich dachte nicht mal daran ihm den Gefallen zutuen stehen zu bleiben.
„Geh weg!“ Rief ich über meine Schulter hinweg. Allmählich sprintete ich fast wobei ich merkte das sich das morgendliche joggen mit Cristina bezahlt gemacht hatte.
„Meredith! Jetzt bleib doch stehen! Meredith! Bitte!“ Versuchte Derek es weiter. Ich merkte wie er aufholte und schließlich bekam er meinen Arm zu fassen. Im selben Augenblick wie er an meinem Arm zog bog ich in den nächsten Gang ab. Das hatte zur Folge das ich fast von den Füßen gerissen wurde, mit dem Rücke gegen die Wand prallte und Derek geradewegs gegen mich. Ich stöhnte durch die Wucht des Aufpralls gequält auf. Dann erst realisierte ich wie nah Derek mir war und ich stieß ihn wütend von mir.
„Man, was ist dein Problem?!“ Keifte ich „Kannst du mich nicht in Ruhe lassen?!“
„Meredith, lass uns doch bitte darüber reden.“ Bettelte Derek wieder und sah mich flehend an. Ich drehte den Kopf zu Seite und schwieg. Ich konnte und wollte ihm nicht in die Augen sehen. Er kam näher und fasste nach meinem linken Arm. Mit einer schnellen Bewegung meinerseits stieß ich ihn von mir und sah ihn wütend an.
„FASS mich nicht an!!!!“ Brüllte ich so laut das einige Schwestern und Pfleger stehen blieben und sich das Spektakel ansahen. Derek sah mich überrascht über diesen derartigen Ausbruch an.
„Meredith, beruhig dich.“ Sagte er ruhig doch ich war kurz vorm durchdrehen.
„Ich soll mich beruhigen? Ich soll mich beruhigen?! Ich?!“ Schrie ich jetzt schon fast hysterisch  „Ich darf mich aufregen, Derek! Denn ich bin es die du belogen hast, falls ich dich daran erinnern darf!!“
„Ich hab dich nicht be…“
„Doch hast du! Du hast mir verheimlicht das du verheiratet bist! Das du eine Frau hast! Eine Frau, Derek!“ Ich war so in Rage das es mir jetzt egal war wenn ich das ganze Krankenhaus zusammen schreien würde. Jeder hier durfte ruhig wissen wie sauer ich war und wie sehr ich Derek gerade hasste.
„Meredith, ich…“ Setzte Derek wieder an doch ich unterbrach ihn erneut.
„Spar dir deine lächerlichen Erklärungen! Es gibt nichts womit du das wieder gut machen kannst!“ Ich sah aus dem Augenwinkel wie die Fahrstuhltür sich ein paar Meter weiter von mir öffnete. Wenn ich jetzt los rannte schaffte ich es vielleicht noch. Kurzerhand stieß ich Derek zur Seite der mir meinen Weg in die Freiheit versperrte und rannte auf die sich wieder schließende Fahrstuhltür zu. Im letzten Moment huschte ich noch zwischen dem Spalt durch und dann war es endlich ruhig. Mein Kopf war total leer als der Fahrstuhl losfuhr aber das machte nichts denn Derek war wenigstens für eine Weile weg. Ich blieb lange Zeit einfach nur an der hinteren Wand des Aufzugs gelehnt stehen und starrte die sich immer wieder öffnende und schließende Tür an. Ich beobachtete die Leute die einstiegen und fuhr die Stockwerke hoch und wieder runter. Irgendwann entspannte ich mich und ich muss zugeben es hatte etwas beruhigendes immer wieder hoch und runter zu fahren. Irgendwann unterbrach mein Pager meine stille Einsamkeit und ich schaute nach wer mich da störte. Dr. Bailey brauchte anscheinend Hilfe also drückte ich auf die Taste zum dritten Stockwerk. Der Aufzug fuhr vom ersten Stockwerk los und hielt dann nochmal im zweiten. Die Fahrstuhltüren öffneten sich und vor mir stand… Addison. Auch das noch! Sie sah mich ausdruckslos an und trat dann mir ihren langen, perfekten Beinen über die Türschwelle. Instinktiv drückte ich mich mit dem Rücken näher an die Wand. Als ob mich das vor einer solchen Power-Frau beschützen könnte. Addison drückte auf den Knopf für ihr Stockwerk und die Fahrstuhltüren schlossen sich wieder. Ich betrachtete Addisons Rücken und dachte darüber nach was sie wohl gerade dachte. War sie auch so unsicher wie ich oder die Ruhe selbst so wie es mir gerade erschien? Plötzlich stoppte der Aufzug ruckartig und ich ging einen Schritt vor. Ich wartete darauf dass sich die Fahrstuhltüren öffneten doch diese blieben fest verschlossen. Ich trat einen weiteren Schritt vor sodass ich direkt neben Addison stand und ihr teures Perfum riechen konnte. Ich langte nach dem Tastenfeld und drückte mehrmals auf den Knopf des dritten Stockwerks doch es passierte nichts. Ich bemerkte wie Addisons Hand in meinen Nähe kam und sie einen andern Knopf drückte. Nichts. Oh, man. Mein schlimmster Albtraum wurde gerade Wirklichkeit. Ich mit der unglaublich einschüchternden und hübschen Frau meines verhassten Ex- Freundes zusammen in einem Aufzug eingesperrt. Irgendjemand liebte mich heute ja ganz besonders sehr. Ich seufzte und drehte mich um. Ich lief wieder zu meinem Platz an der hinteren Wand zurück und sank daran zu Boden. Ich vergrub das Gesicht in den Händen und schloss die Augen. Das konnte doch echt nicht wahr sein. Als ich aufsah bemerkte ich Addison die mich ausdruckslos ansah.
„Sie sehen fertig aus.“ Bemerkte sie tonlos.
„Danke.“ Sagte ich gehässig und sie hob überrascht eine Augenbraue. Mit dieser Antwort hatte sie anscheinend nicht gerechnet. Aber mal ehrlich, was erwartete sie? Ich hatte sie seit ihrem grandiosen Horrorauftritt in der Eingangshalle, abgesehen von dieser äußerst peinlichen Situation in der Cafeteria, nicht mehr gesehen. Und das erste Mal wo wir miteinander redeten sagte sie so etwas? Addison sah mich noch eine Weile nachdenklich an während ich nur die Tür vor mir anstarrte. Insgeheim hoffte ich das sie wie durch ein Wunder aufgehen würde aber da ich in letzter Zeit so viel Pech hatte konnte ich das auch gleich wieder vergessen. Mein Blick wanderte zu Addison die an der Wand lehnte und in aller selenruhe auf ihr Handy sah. Sie bemerkte meinen Blick und sah auf.
„Warum starren sie mich so an?“
„Dasselbe könnte ich sie auch fragen.“ Erwiderte ich und sie sog scharf die Luft ein.
„Geht das jetzt ewig so weiter oder sind sie in der Lage ein vernünftiges Gespräch zu führen wie ein normaler Mensch?“ In ihrer Stimme schwang ein wenig Spott mit und ich seufzte resegniert. Es half alles nichts ich musste mich der Drachen-Lady stellen.
„Ja, ich bin durchaus in der Lage ein normales Gespräch zu führen wenn sie mal von ihrem hohen Ross runterkommen und nicht so herablassend sein würden.“ Das war gewagt und das wusste ich aber ich hasste es in engen Räumen eingesperrt zu sein. Noch dazu mit einer Frau die größer war als ich.
„Bitte?! Sie stellen mir Forderungen? Sie sind es doch die mit meinem Mann geschlafen hat. Ich denke etwas Arroganz und Geringschätzung stehen mir durchaus zu.“
„Dr. Shepherd, ich…“ Doch meine Stimme brach ab als ich ihren scharfen Blick bemerkte. Bevor einer von uns beiden noch etwas sagen konnte fuhr der Fahrstuhl plötzlich weiter. Addison drehte sich seufzend wieder um.
„Tschuldigung.“ Murmelte ich schließlich leise. Zwar regte mich diese abgehobene, arrogante, wunderschöne Frau furchtbar auf aber ich konnte sie tief in meinem inneren verstehen. Sie kam hier nach Seattle um zu sehen wo ihr Ehemann abgeblieben war und dann wird sie auch noch Hals über Kopf mit mir, der Affäre ihres Mannes, konfrontiert. Es war für sie bestimmt komisch gewesen zu sehen dass ihr Mann mit einer etwas jüngeren Frau und zudem auch noch einer Assistenzärztin zusammen gewesen war.
„Ist schon gut.“ Sagte Addison als die Aufzugtüren sich öffneten. Ich setzte mich in Bewegung weil das mein Stockwerk war doch auf der Türschwelle des Aufzugs hielt Addison mich am Arm fest. Überrascht drehte ich mich zu ihr um und sofort trafen mich ihre eisblauen Augen.
„Sie können nichts dafür. Okay?“ Addison sah mich eindringlich an und ich nickte etwas verwirrt. Dann ließ sie von meinem Arm ab und kurze Zeit später hatten sich die Fahrstuhltüren vor mir geschlossen. Schweigend stand ich auf dem Flur des dritten Stockwerkes und starrte auf die Stelle wo mich eben noch Addisons eisblaue Augen fixiert hatten. Mein Arm kribbelte an der Stelle wo sie mich berührt hatte und ich dachte über ihren letzten Satz nach. Wieso um alles in der Welt hatte sie mir mein schlechtes Gewissen genommen? Ich war es doch die ihrem Mann dabei geholfen hatte sie zu betrügen? Doch ehe ich noch weiter darüber nachdenken konnte vibrierte mein Pieper erneut. Bailey würde durch meine Verspätung bestimmt mächtig sauer sein also rannte ich kurzerhand auch schon los.



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