So kalt wie Schnee

von Liars
GeschichteAllgemein / P12
01.08.2020
02.08.2020
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01.08.2020 1.274
 
Hey Leute, wer mich kennt denkt sich jetzt bestimmt, was noch eine Geschichte? Aber ich hatte grade einfach Lust dazu und die Idee kam einfach so. Keine Angst ich versuche regelmäßig in allen Geschichten etwas zu schreiben. Ich wünsche euch noch viel Spaß.
Lg Liars:*


Maxis Sicht

„Mila“ rief ich erfreut, als ich die Tür öffnete.

Wie immer schaut mich das hellbraun haarige Mädchen kurz lächelnd an, bevor sie wieder aus dem Fenster schaut.

Ich weiß genau das sie es hier drin nicht mag, doch besser so, als gar nicht.

Wie jeden Freitag, besuche ich sie auch heute.

Da es schon spät ist, machte nur noch die kleine Lampe an der Decke Licht.

Langsam setzte ich mich zu ihr, auf das Bett.

Erwartend schaut sie mich an.

Sofort weiß ich was los ist, und fange wie jedes Mal an zu erzählen.

Bei ihr bin ich nicht der Stille, nein, hier ist sie die Stille.

Aufmerksam hört sie mir zu, wie immer spielt sie dabei mit ihren Fingern. Dabei schaut sie nicht weg.

Ihre Augen hängen wie gebannt an meinen Lippen und scheinen jedes Wort, was ich sage, aufzusaugen.

Ich erzähle ihr von allem möglichen, von Papa und der Bank, von den wilden Kerlen und Fußball, von der Schule, einfach von allem und sie hört mir die ganze Zeit zu.

Ihre Haar, die genau die selbe Farbe wie meinen haben, Fallen ihr leicht über die Schulter. Ungefähr ein bisschen unter Brusthöhe hören sie auf. Wie immer trägt sie ein weißes Kleid, welches er ein T-Shirt als einem Kleid ähnelt. Ihr schmales Gesicht ist blas und auf ihren Lippen sieht man mal wieder Kau Spuren. Typisch Mila. In ihren braunen Augen ist ein leichtes funkeln, welches leider immer zu schnell verblasst.

Wir reden noch lange, doch die Besucherzeit ist schon schneller als gedacht um.

„Ich muss jetzt gehen“ stelle ich mit einem Blick auf die Uhr fest.

Traurig schaut sie mich an.

Grade als ich aufstehen will, hält sie meinen Hand fest. Sie will nicht das ich gehe. Sie hat Angst und will nicht allein sein. Doch ich muss gehen.

„Mila ist tut mir leid, aber ich muss gehen. Ich komme nächste Woche wieder, versprochen“ rede ich beruhigend auf sie ein und knie mich vor sie.

Vorsichtig fährt sie über meine Wange.

„Ich komme wieder“

Mit einem Kuss auf die Stirn und einem letzten Gute Nacht verschwinde ich.

Mit großen Schritten gehe ich über den langen Flur.

„Gute Nacht, Maxi. Bis nächste Woche“ wünscht mir Dolores von der Rezeption.

„Gute Nacht“ wünsche ich ebenfalls und verlasse nun endgültig das Gebäude.

Wie immer schaue ich mich die ganze Zeit um.

Die dunkel heut ist gruselig und es besteht die Gefahr das mich jemand sieht.

Wie sollt ich den Kerlen das bloß jemals erklären.

Keiner weiß von Mila, bis auf mein Vater und ich.

Allein Nerv und seiner Mutter bald davon erzählen zu müssen macht mir Angst.

Ich sollte mich nicht dafür schämen.

Mila kann nichts dafür, rede ich mir jedes Mal aufs Neue ein.

Schon jetzt versuche ich mir die passenden Worte zurecht zu legen, doch ein Wort kommt mir einfach nicht über die Lippen.

Anstalt, so ein hartes Wort.

Meine Schwester ist in einer Anstalt. Das klingt nicht richtig. Mila ist nicht verrückt.

Seit nun fast 4 Jahren ist sie dort.

Es begann schon früh, Mila sprach fast gar nichts.

Alle sagten immer sie fängt schon irgendwann an, aber sie sprach höchstens im Notfall und dann auch nur kurz.

Irgendwann beschloss ich auch nicht mehr zu reden, aber das war nicht von so langer Dauer wie bei Mila.

Irgendwann fing sie dann an im Schlaf zu schreien und niemand wusste warum, sie sagte ja auch nichts dazu.

Dann kam der Höhepunkt, unsere Mutter verließ uns.

Mila schottete sich ab, redete und aß nicht. Sie macht gar nichts. Sie saß auf ihrem Bett und schaute die Wand an, mehr nicht.

Sie wurde immer dünner und brach auch schon einmal deswegen zusammen.

Doch bissiger ging immer alles gut.

Nur eines Nachts, die wohl schlimmste in meinen , und meinem Vaters seinem Leben.

Mila wollte springen.

Damit meine ich nicht die Monster Klippe oder so.

Sie wollte von der Autobahn Brücke springen, keiner weiß genau was sie dazu geritten hat. Besonders in diesem Jungen alter, Bauer sie wollte springen.

Papa und ich kamen grade so noch rechtzeitig an um sie runter vom Geländer zu ziehen.

Seit dem versuchte sie immer wieder nachts abzuhauen um zur Brücke zu gehen.

Mein Vater wusste nicht mehr weiter und so kam es das Mila dort landete.

In einer Anstalt.

Mila ist nicht verrückt, sie ist anders. Besonders bei mir ist sie anders.

Sie kann kalt wie Schnee zu einem sein, doch bei mir ist sie es nicht.

Mila kann doch nicht auf ewig dort bleiben.

Ich will sie wieder bei mir haben, wie früher.

Wie wir zusammen gespielt haben, wie sie Nachts in mein Bett gehuscht ist oder wir zusammen bei einem Film im Wohnzimmer geschlafen haben. Ich will Mila wieder nach Hause holen, doch ich weiß noch nicht wie. Und was ist wenn sie sich wieder etwas antuen will. Ich werde einfach auf sie aufpassen.

Erst jetzt bemerke ich das ich vor der Haustüre stehe.

Schnell schließe ich die Tür auf.

Im Flur stehen immer noch Kartons von der Hexe und Nerv. Die beiden sind erst vor ein paar Tagen hier eingezogen, und im Frühling wollen die beiden schon heiraten. Dabei kennen sie sich erst 2 Monate.

Wenigstens bekomme ich Nerv als Bruder, ich wollte schon immer einen.

Wenn man vom Teufel spricht.

Stürmisch rennt Nerv an mir vorbei und kramt ihn einer der Kisten.

„Hast du meine Hose gesehen“ fragt er mich verwirrt und macht den nächsten Karton auf. Dabei ignoriert er das auf diesem Küche steht.

Lachen helfe ich ihm die Hose zu suchen, innerhalb der letzten Tage musste ich bestimmt schon 10 mal helfen, diese zu suchen.

Hat er mal was von einem Schrank gehört?

Eine halbe Stunde später, machen wir uns, nachdem wir die Hose gefunden haben, auf dem Weg.

Wir wollen essen gehen in so einem schicki micki Restaurant.

Mein Vater will der Hexe heute von Mila erzählen und somit auch Nerv. Das wiederum würde für mich heißen die anderen Kerle werden es auch bald wissen.

Angekommen, merke ich wie mein Vater immer nervöser wird.

Ich werfe ihm noch einen mitbringenden Blick zu bevor er anfängt zu reden.

„Ich habe eventuell die noch nicht alles gesagt“ fängt er an und schaut zur Hexe.

„Ich habe noch eine Tochter, welche ein Jahr jünger ist als Maxi“ berichtet er und schaut nach unten.

Nerv schaut mich verwirrt an „wie jetzt?“

Und auch der Hexe geht es nicht anders.

„Und wo ist sie? Bei deiner Ex Frau? Lernen wir sie bald kennen“ fragt sie.

Sie wirkt schon fast erleichtert, wahrscheinlich hat sie mir etwas schlimmerem gerechnet. Außerdem kann ich Freude in ihrer Stimme hören. Vielleicht wollte sie ja wie Nerv immer sagt wirklich schon immer eine Tochter haben.

„Ja du wirst sie bestimmt bald kennen lernen. Doch sie ist nicht bei meiner Ex sondern in einer Anstalt“

Sofort kehrt Ruhe ein.

Schon wieder dieses Harte Wort Anstalt.

Mein Vater erzählt langsam weiter wie Mila dort hingekommen ist, und das erste mal sagt selbst Nerv nichts.

Erst als er fertig ist fängt die Hexe an zu reden

„Das ist doch nicht schlimm, ich möchte sie gerne kennen lernen und vielleicht kann sie ja bald wieder nachhause“

Das ist das erste mal das ich die Hexe, wirklich sympathisch finde und ihr am liebsten um den Hals springen würde.

Doch meine Freude hält nicht lange an, als mein Vater einen Anruf bekommt.
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