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12% eines Genies - Pepper Potts

von Hirnwanze
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
Hogan Happy James "Rhodey" Rhodes Jarvis Natalie Romanoff / Black Widow Tony Stark / Iron Man Virginia "Pepper" Potts
01.08.2020
10.10.2021
79
157.217
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Dieses Kapitel
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17.08.2021 2.600
 
Bisher war es ein ganz gewöhnlicher Morgen gewesen. Stressig, aber in einem akzeptablen Rahmen stressig.
Sie hatte eine Videokonferenz mit einem französischen Solaranlagenhersteller gehabt, welche gut gelaufen war und sich durch einen Ordner Verträge kämpfen müssen, die nicht im Ansatz akzeptabel waren.
In zehn wundersam arbeitslosen Minuten hatte sie einen Kaffee mit Mila getrunken, die 7 ½ Minuten davon über ihren Vermieter hergezogen hatte und ein paar äußerst lustige Imitationen zum besten gegeben, aber das störte sie nicht.
Mila hatte es sich von Sekunde eins zur Aufgabe gemacht grundsätzlich keinen Smalltalk zu führen und da sie selbst ein eher privater Mensch war, bekam sie halt praktisch alles aus dem Leben ihrer Assistentin zu hören.

Es war später März in New York, die letzten Tage hatte es fast durchweg geregnet, aber heute schien es das Wetter gut mit ihnen zu meinen.
Vor zwei Wochen war Tony für ein paar Tage weg gewesen, weil es die Gerüchte eines weiteren Extremis-Soldaten gegeben hatte, der anscheinend überlebt hatte.
Er war mit leeren Händen zurückgekehrt, was nur dafür gesorgt hatte, dass er nun noch verbissener suchte.

Sie saß gerade an einer E-Mail an ihre Abteilungsleiter, als Mila den Kopf durch die Tür steckte.
„Entschuldigen Sie, Miss Potts. Hier sind Gäste für Sie.“
Die Tatsache, dass sie ‚Miss Potts' sagte, verdeutlichte ihr sofort, dass Mila diese ominösen Gäste nicht kannte.
„Schicken Sie sie rein.“
Die Tür wurde ganz geöffnet und ein Junge betrat das Zimmer, gefolgt von einem kleinen Mädchen und einer Frau, die aussah, als wäre sie nicht sehr viel älter, als sie selbst.
Der Junge hatte die Hände in seiner übergroßen Jacke vergraben und schaute sich staunend um, bevor er sich wie selbstverständlich auf einen der Stühle vor ihrem Schreibtisch fallen ließ.
Das Mädchen, das dieselben dunkelblonden Haare hatte wie ihr Bruder, klammerte sich derweil an die Hand ihrer Mutter.

„Guten Tag, Miss Potts. Wir haben uns sehr über ihre Einladung gefreut.“
Die Mutter der Kinder war näher getreten und hatte ihr die Hand gereicht, die sie mit ihrem üblichen höflichen Lächeln geschüttelt hatte.
Dieses höfliche Lächeln verbarg ihre kolossale Verwirrung.
Wer waren diese Leute?
Welche Einladung?

„Ich wünsche Ihnen natürlich auch einen guten Tag, aber… darf ich fragen, wer sie sind?“
Jetzt sah die andere Frau verwirrt aus.
„Ich- ich bin Mrs. Keener. Das ist mein Sohn Harley und meine Tochter Betty.“
Nacheinander zeigte sie auf ihre Kinder.
Ruckartig fuhr ihr Blick zu dem Jungen, der sie angrinste, als ihre Blicke sich kreuzten.
„Oh. Sie sind die Familie Keener. Freut mich sie kennenzulernen.“
„Die Freude ist ganz unsererseits.“, beeilte sich die andere zu versichern.

Sie bot den beiden noch stehenden Mitgliedern der Familie an sich zu setzten und bot Getränke an.
Sie fragte sich noch immer, was das sollte.
Um welche Einladung ging es?
Natürlich würde sie die Familie nicht vor die Tür setzen, das schuldete sie zumindest dem Jungen, aber sie fragte sich trotzdem warum sie hier waren.
„Also… ich glaube, es sind ein paar entscheidende Informationen an mir vorbeigezogen. Um welche Einladung geht es?“
Die Mutter öffnete schon den Mund, als ihr Sohn ihr zuvorkam.
„Mr. Stark hat uns eingeladen. Meinte, ich könne mir die Labore ansehen von ihrer Firma und- und den neuen Avengers-Tower. Ich hoffe, ich kann mir auch den neuen Anzug ansehen. Hab ihm nen Tipp gegeben und er meinte, er würde das machen. Es ging darum, dass die Rüstung für den Radar unsichtbar wird.“
Sie nickte langsam und lächelte dann etwas gezwungen.
„Ich verstehe. Wenn Sie mich kurz entschuldigen würde, ich muss einmal kurz telefonieren.“

Sie wandte der Gruppe den Rücken zu und tippte in windeseile Tony's Nummer.
Es klingelte zwei Mal, dann hob er ab.
„Hey. Was gibt’s, Pep?“
Sie behielt ihr falsches Lächeln bei, nur für den Fall, dass die Familie sie beobachtete.
„Wann hattest du vor zu erwähnen, dass du Harley Keener, samt Schwester und Mutter nach New York eingeladen hast?“
„Ohh. Tja, also… ich dachte, du kommst klar. Ist doch ne schöne Überraschung, oder nicht? Netter Junge, dieser Harley. Wirst ihn mögen. Viel Spaß!“
„Was meinst du mit ‚viel Spaß'? Du übernimmst sie doch, oder?“
Es blieb kurz still.
„Was wenn die Antwort ‚nein' lautet?“
„Du kannst nicht einfach den Jungen mit einem Haufen Versprechen nach New York locken und dann keinen Finger krumm machen!!“
„Das klingt so, als wäre ich die böse Hexe aus ‚Hänsel und Gretel'…“
„Anders als du, habe ich hier einen richtigen Job. Ich hab zu tun. Du kannst mir nicht einfach deine Gäste aufladen!“
„Ich lade sie ja nicht DIR auf. Ich lade sie deinen Angestellten auf. Ruf einfach deinen Laborleiter und den Architekten an und geb ihnen Bescheid, dass sie ein paar Führungen geben müssen.“
Jetzt wurde ihre Stimme gefährlich leise.
„Zum einen, kannst du diese Personen auch selbst anrufen, zum anderen, auch diese Männer haben einen richtigen Job. Du wirst ihnen auf gar keinen Fall deine Arbeit aufhalsen.“
„Stimmt, du wirst das tu-"
„Sprich besser nicht weiter, Stark.“
Er räusperte sich am anderen Ende der Leitung.
„Gute Idee.“
„Folgendes passiert jetzt: ich werde die gesamte Familie zum Tower fahren und ein bisschen Smalltalk führen, bis DU auftauchst. Dann wirst du übernehmen, dafür sorgen, dass die Familie einen unvergesslichen Tag hat und vielleicht vergesse ich dann dieses Gespräch, einverstanden?“
„Ganz wie Sie meinen, eure Hoheit.“
Statt einer Verabschiedung legte sie auf, fand zu ihrem höflichen Lächeln zurück und gesellte sich wieder zu ihren Gästen.

„Ich hoffe, wir haben Ihnen keine Umstände bereitet. Mr. Stark hat schon alle Tickets bezahlt, wir können uns auch einfach so einen schönen Tag in New York machen.“
Sie schüttelte lächelnd den Kopf.
„Auf keinen Fall. Harley hat meinem idiotischen Freund das Leben gerettet, das ist das Mindeste.“
Bei ihren Worten fing der Junge wieder an zu Grinsen und auch seine Schwester lächelte schüchtern.
„Außerdem habe ich alles geklärt. Tony wird am Tower zu uns stoßen und Ihnen alles zeigen.“
Mrs. Keener konnte anschließend gar nicht genug danken.

Sie ließ die Familie vor gehen, warf einen letzten Blick auf den Stapel an Arbeit, der noch vor ihr lag und trat dann auch auf den Flur.
In der Eingangshalle trafen sie auf Happy, noch immer mit Krücken unterwegs, der grimmig auf sie zu humpelte.
Natürlich war es unverantwortlich von ihm wieder zur Arbeit zu erscheinen, aber all ihre Proteste hatte er ignoriert und ihre Drohung ihn von den Sicherheitskräften aus dem Gebäude zu werfen, hatte er innerhalb von Sekunden als Bluff enttarnt.
„Wohin geht’s, Pep?“
„Zum Tower. Happy, das ist Mrs. Keener, ihr Sohn Harley und die junge Lady heißt Betty.“
Die andere Frau beeilte sich ihm die Hand zu reichen, das kleine Mädchen murmelte eine Begrüßung und Harley schaute Happy einfach mit weit aufgerissenen Augen an.
„Sind Sie Mr. Starks Bodyguard? Sie waren das in dem Chinese Theater, oder? Sind ihre Verletzungen schlimm? Haben sie gegen die gekämpft? Wie sah die Explosion aus? Haben Sie auch das was Mr. Stark hat? So ne Belastungsstörung?“
Sie versuchte ein amüsiertes Lächeln zu unterdrücken. Tony hatte ihr (mit dramatisch leidenden Unterton) von der Tatsache erzählt, dass der junge Keener wohl immer mal wieder ungefiltert Fragen runterratterte.
Happy's Miene blieb ausdruckslos.
„Sie müssen im Gebäude Sicherheitsausweise tragen.“

Während der Fahrt klebten beide Kinder praktisch mit ihren Nasen am Fenster, die andere Frau zupfte an ihren Ärmeln herum und Happy, der vorne saß, blickte stur aus dem Fenster.
Sie wusste, dass Tony vor hatte den Jungen im Auge zu behalten
Er hatte es so eingerichtet, dass JARVIS die Schulakte überwachte und ihn ganz allgemein benachrichtigte, wenn irgendwas passierte, sei es gut oder schlecht.
Im Zuge dessen hatte sie einen Blick auf die bisherige Akte von ihm geworfen und war beeindruckt gewesen.
In den naturwissenschaftlichen Fächern war er ein klarer Einser-Schüler. Kein Test unter der vollen Punktzahl.
Seine Lehrer hatten ein, zwei halbherzige Versuche unternommen ihn zu fördern, oder ihn zu Wettbewerben zu schicken, doch beide endeten in einer Sackgasse.
Es gab kleinere Vermerke, wegen Reibereien mit anderen Schülern, aber was wirklich herausstach, war seine Anzahl an Fehlstunden.
Tatsächlich balancierte der Junge auf einem schmalen Grat, nur unwesentlich mehr Fehlstunden im Jahr würden wahrscheinlich damit enden, dass er das Schuljahr wiederholen musste und da Harley überdurchschnittlich intelligent war (oder es auf alle Fälle sein musste), wusste er wahrscheinlich ganz genau, wie stark er seine Fehlstunden auslasten konnte.

Anders als in Tonys Fall, konnte man bei Harley Keener keinerlei Anzeichen dafür finden, dass seine Begabung aus der Familie kam.
Die Schwester lag in ihrer Altersklasse in allem im Durchschnitt (manchmal einen winzigen Schritt drüber, manchmal drunter), der Mutter konnte man keine überdurchschnittliche Intellugenz zuschreiben und dem Vater schon gar nicht.

Am Tower angekommen, sprang Harley praktisch aus dem Fahrzeug. Es war deutlich, dass Tony noch nicht da war und ein kurzer Check mit JARVIS bestätigte das.
Schicksalsergeben begann sie also mit der Führung.
Mit jedem Stockwerk wurde eins immer deutlicher.
Um Dinge zu begreifen, musste der Junge sie berühren. Manchmal strich er nur über die Sachen, dann hob er sie hoch, drehte sie, schüttelte sie und sie war sich zu 99 % sicher, dass er auch versucht hätte sie auseinanderzusetzen, würde sie nicht direkt neben ihm stehen.

Sie erklärte das Sicherheitssystem, ließ die Familie (soll heißen, vor allem Harley) mit JARVIS reden (das Konzept eines sprechenden Mannes in der Wand beängstigte seine Schwester zu sehr), zeigte den medizinischen Flügel (der noch nicht ganz fertig war), umging dann die Labore (die konnte Tony selbst präsentieren) und gelangte schließlich auf der weitläufigen Aussichtsplattform an, ohne dass ihr Freund aufgetaucht war.
Ganz in ihrer Rolle als Fremdenführerin, deutete sie auf einige Gebäude in der Skyline und erklärte, wie sie hießen, als plötzlich ein Fleck am Horizont auftauchte und sich schnell näherte.

Sie verdrehte sie Augen.
Natürlich hielt er es für nötig den pompösesten Auftritt aller Zeiten hinzulegen.
Als Harley erkannte wer da kam, sah er so aus, als hätte man ihm eröffnet, dass es ab jetzt 360 Tage Ferien im Jahr gab.

Keine fünf Minuten später stand er dann vor ihnen, jetzt im richtigen Anzug und mit lässigem Grinsen.
„Heyo, Kiddo. Mrs. Keener. Schwester, die mir ihre Uhr geliehen hat.“
Er nickte den Anwesenden nach der Reihe zu.
„Genaugenommen, kann man kaum von geliehen reden. Geliehen ist, wenn es zurückkommt.“
Der Junge grinste frech zu ihm hoch und sie musste sich erneut ein amüsiertes Lächeln verkneifen.
Mrs. Keener sah derweil so aus, als würde sie gerne im Boden versinken, doch davon schien keiner von beiden etwas mitzubekommen.
„Tja. So ist das Leben, Kleiner. Hin und Wieder macht dir das ultimative Böse einen Strich durch die Rechnung.“
„Ich würd ja sagen das ultimative Bösen waren eher diese- diese Aliens. Hier in New York…“
Jetzt sah der Junge aus, als würde er sich vor freudiger Erwartung fast überschlagen, doch Tony schüttelte nur den Kopf.
„Netter Versuch, junger Padawan, aber ich rede immer noch nicht darüber. Außerdem haben die Aliens keinerlei Eigentum deiner Schwester zerstört, es verschiebt sich also doch in die Richtung der Anhänger des Mandarins.“
„Nope. Die Aliens waren schlimmer. Das weiß jeder.“
„Ich bin schlauer, als jeder. Der Erwachsene hat gesprochen. Die Mandarin-Typen waren schlimmer.“
Der Junge schien weiterhin völlig unbeeindruckt zu sein, als er mit den Schultern zuckte und auch Tony wirkte völlig entspannt, als er sich mit dem 12-Jährigen kabbelte.

„Zeigen Sie mir jetzt ihr Labor? Und wo ist eigentlich ihr", er tippte sich auf seine Brust, „Elektromagnet hin? Haben Sie meinen Tipp umgesetzt? Darf ich Iron Man sehen? Was ist eigentlich aus Iron Patriot geworden? Kann ich mal mit der fliegen?“
Tony, der sich schon auf den Weg ins Innere gemacht hatte, drehte sich für seine Antwort nicht um.
„Ja. Rausoperiert. Ja. Technisch gesehen, bin ich das und du hast mich bereits gesehen. Der heißt jetzt wieder War Maschine. Definitiv nicht.“


Der Junge rannte ein bisschen, um den Lücke zu Tony wieder zu schließen und versuchte dann mit federnden Schritten mit ihm mitzuhalten.
Seine Mutter und Schwester folgten etwas verhaltener.
Belustigt verfolgte sie, wie Harley versuchte ihn davon zu überzeugen, eine Proberunde zu fliegen und Tony jeden seiner Versuche scheinbar desinteressiert abblockte.
Trotz dieser Attitüde konnte sie sehen, dass Tony den Jungen mochte.

Sie schaute sich Teile seiner Laborführung mit an, bevor sie es schaffte seine Aufmerksamkeit zu erlangen und ihm stumm verstehen gab, dass sie sich wieder auf den Weg machte.
Er streckte beide Daumen in die Luft, ohne sich in seiner Vortrag über Stabilisatoren zu unterbrechen.

Als sie relativ spät an diesem Abend zurückkam, war Tony noch nicht wieder da.
Sie machte sich eine schnelle Portion Nudeln, warf einen Blick auf die Abendnachrichten und machte es sich schließlich aus der Couch gemütlich.
Alles in allem mochte sie den jungen Harley Keener.
Das wirklich überraschende war aber, dass Tony ihn auch mochte und vor allem mit ihm klar kam.

Man konnte nicht sagen, dass er und Kinder jeglicher Art eine gute Mischung wären.
Er kam mit ihren Nichten zu Recht, was aber wahrscheinlich vor allem daran lag, dass Vanessa das sonnigste Mädchen überhaupt war und generell wenig in den falschen Hals bekam, während Marina auf der anderen Seite so ruhig und in sich zurückgezogen war, dass Tony sowieso nicht viel mit ihr interagierte (was dann wiederum dafür sorgte, dass er in einem Gespräch nichts sagen konnte, dass sie sofort in Tränen ausbrechen ließ).

Der dunkelblonde Junge schien zu keinem der beiden Typen zu gehören.
Er verstand durchaus, was Tony zu ihm sagte, aber er ließ es an sich abprallen, erkannte vielleicht sogar den Sarkasmus zwischen den Zeilen.
Alles an seiner Attitüde machte deutlich, dass er es gewohnt war, dass die Leute unschöne Sachen über in sagten, oder entsprechend handelten.
Ob es die Person im Supermarkt war, die sich vordrängelte, Bullys in der Schule, die ihn hänselten oder Typen im Diner, die ihn von oben herab behandelten.
All das sorgte dafür, dass ihn diese äußerste Schicht von Tony völlig kalt ließ.

Der andere Punkt, der für Harley Keener sprach, war die Tatsache, dass er Tony herausforderte.
Kinder ödeten ihn an.
Worüber sie redeten, was sie taten, wie sie handelten, er fand es einschläfernd.
Sie forderten ihn weder intellektuell, noch körperlich heraus.
Der Junge aus Tennessee tat es sehr wohl.

Sie schreckte aus ihren Gedanken hoch, als sie hörte, wie er die Tür aufschloss.
Sie hörte es rascheln, als er seine Anzugjacke abstreifte, dann Schritte und schließlich betrat er den Wohnraum.
„Das nächste Mal betritt der Junge mein Labor nur in ner Zwangsjacke. Dreht man dem Kid zwei Minuten zu lange den Rücken zu, hat er irgendwas auseinander genommen.“
Sie lächelte spöttisch.
„Schon ein nächstes Mal geplant? Harley Keener scheint dir ja richtig ans Herz gewachsen zu sein.“
„Was? Nein. Nein. Das war rein hypothetisch gesprochen.“
„Mein Fehler. Wie verlief der Rest des Tages?“
„Den Rest des Tages hab ich leidend an die 100 Sachen gedacht, die ich lieber getan hätte, aber tapfer wie ich nun mal bin, hab ich es durchgezogen.“
Sie unterdrückte ein Lächeln und nickte langsam.
„Du bist ein wahrer Held. Was hast du ihm sonst noch alles gezeigt?“
Er zuckte mit den Schultern.
„Dies und das. Waren noch gut Essen und sind ein wenig durch die Stadt gekurvt.“
„Ihr bleibt in Kontakt?“
Er hielt einen Zettel in die Luft, der mit irgendwas vollgekrakelt, das man mit viel Fantasie wohl für eine Handschrift halten konnte.
„Jep. Hab seine E-Mail. Als ich seine Adresse gesehen hab, musste ich seine Intelligenz zwar stark in Frage stellen, aber sie ist ja auch hauptsächlich dafür da alle zwei Jahre mal zu checken ob er noch lebt.“

Sie schrieben sich am Ende jede Woche.
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