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12% eines Genies - Pepper Potts

von Hirnwanze
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
Hogan Happy James "Rhodey" Rhodes Jarvis Natalie Romanoff / Black Widow Tony Stark / Iron Man Virginia "Pepper" Potts
01.08.2020
10.10.2021
79
157.217
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25.07.2021 2.924
 
Colonel James Rhodes schloss die Tür seines Apartments ab, verstaute den Schlüssel in seiner Jackentasche und machte sich auf den Weg zur verabredeten Bar.
Die Luft war kühl und es wehte eine angenehme Brise.
Es tat gut zivil unterwegs zu sein, nachdem er die vergangenen Tage seine Uniform praktisch nur zum Schlafen ablegen konnte.

Nachdem er die letzten Tage weder von Tony, noch von Pepper viel gehört hatte, kam Tony's SMS relativ aus dem Blauen heraus.
„Hast du mich vermisst? Dumme Frage. Natürlich. Ich hätte mich ja so was von vermisst, hätte ich eine Woche ohne mich durchhalten müssen. Treffen in der Bar, Ecke 72te!“
Er hatte nur eine Uhrzeit zurückgeschickt, wohl wissend, dass Tony eine halbe Stunde zu spät kommen würde, was zur Folge hatte, dass auch er sich später auf den Weg machte.
So war das halt mit Tony. Er stellte grundsätzlich keine Fragen, sondern stellte sein Gegenüber vor endgültige Fakten, hielt es dann aber für wichtig, deutlich zu machen, dass man das mit ihm nicht machen konnte.
Das Resultat daraus war die obligatorische halbstündige Verspätung.
Mittlerweile wusste Tony zwar, dass auch er selbst immer eine halbe Stunde später kam, aber sie hielten beide stillschweigend an dieser Tradition fest.
Er musste unwillkürlich Grinsen.
Sein Kumpel war ohne Zweifel ein Idiot, aber ein Idiot für den er und der für ihn, durchs Feuer gehen würde.

Sie hatten sich am MIT getroffen und hatten nicht lang gebraucht um miteinander warm zu werden.
Er war sich selbst nicht mehr sicher, an welchem Punkt er aufgehört hatte, das arrogante Verhalten seines Mitbewohners zu verfluchen, aber ihre Freundschaft war spätestens dann besiegelt, als er sich das erste Mal für Tony geprügelt hatte (dem größten Lackaffen auf dem Campus hatte es gar nicht gefallen, als Tony ihn öffentlich gedemütigt hatte und er hatte dummerweise ein paar… gutgebaute Freunde gehabt).
In den Jahren am MIT hatte sich der jüngste (und ohne Zweifel genialste) Student so oft abgeschossen, dass es ihn bis heute verwunderte, dass sich Tony an überhaupt irgendwas aus der Zeit erinnerte.

Verrückterweise war er sich schon nach einem halben Jahr ihrer Freundschaft (gezählt seit der Schlägerei) todsicher, dass das keine der College-Freundschaften sein würde, die, egal wie eng sie waren, zerbrachen, kaum hatte man einen Fuß aus dem Gebäude gesetzt.
Tatsächlich ließ Tony die Verbindungen seiner Familie zum Militär spielen und er arbeitete sich innerhalb von Jahren unter anderem zum Verbindungsoffizier von Stark Industries hoch.

Er schloss Freundschaften innerhalb des Militärs, mit seinen Nachbarn, mit Typen, die er bei Footballspielen kennenlernte, aber wenn es hart auf hart kam, rief er Tony an.
Der suggerierte meistens die obligatorische Kneipentour (sein Allheilmittel gegen jegliche Probleme), aber wenn sich Tony nur eine Sekunde mit seinem Problem beschäftigte, sich dabei über ihn lustig machte und ihn dann abfüllte, fühlte er sich mehr geholfen, als wenn er Personen anrief, die ihm sicherlich drei Stunden lang ernsthaft zuhören würden.

In den späteren Jahren hatte Tony sogar oft versucht ihm mit seinen Problemen wirklich zu helfen, meistens immer dann, wenn Pepper davon gehört hatte und ihn praktisch zwang zu helfen (und das Problem dann meistens allein löste).
Tony hatte es stets so hingestellt, als hätte ihn seine damalige Assistentin praktisch mit Waffen bedroht, damit er ihm half, aber es war damals schon deutlich, dass er sich schwer damit tat ‚nein' zu ihr zu sagen.
Es war ihm selbst lange nicht aufgefallen, aber tatsächlich tat Tony von Anfang an, in der Regel und in ernsten Fällen, das, was sie ihm riet.
Nicht immer sofort, meistens schlampig, praktisch immer mit seiner aufgesetzten Arroganz, aber er tat es.

Er konnte sich noch genau an den Moment erinnern, an dem er zum ersten Mal von der Frau gehört hatte, die das Leben seines besten Freundes für immer verändern würde.
Es war später Abend gewesen, er war gerade an der Westküste stationiert und hatte seinen Feierabend angetreten, als Tony ihn angerufen hatte.
„Gute Neuigkeiten, Honigbärchen.“
Er hatte damals die Augen verdreht.
„Dir auch einen guten Tag, Tony.“
Mittlerweise hatte er sich an die scherzhaften Kosenamen gewöhnt, das heißt aber nicht, dass es immer so war.
Damals fand er sie einfach nervig.
„Danke. Aber wir schweifen ab. Meine Neuigkeiten: ich hab eine neue Assistentin und sie ist H-E-I-ß.“
Das triumphierende Grinsen war durch die Leitung zu hören gewesen.
An jenem Abend hatte er nur desinteressiert gebrummt.
„Ach ja? Was ist denn aus Miss das-steht-aber-so-nicht-in-meinem-Arbeitsvertrag geworden?“
„Wen interessiert's?“
„Tony…“, hatte er mahnend gegrummelt, was den anderen zum Lachen gebracht hatte.
„Alles ist gut, Darling. Die Dame wurde nur versetzt und bevor du fragst, der Job ist kein Downgrade.“
„Wenn du das sagst.“
Er hatte einen langen Tag gehabt und nicht wirklich die Geduld für einen Gespräch über Tony's Eroberungen gehabt.
„Nun frag schon. Ich weiß, dass du alles über meine super-heiße Assistentin erfahren willst.“
Zu diesem Zeitpunkt hatte er mit seiner lässigen Tonlage gesprochen.
„Eigentlich-"
„Gut das du fragst. Hier eine kleine Pro- und Contra-Liste. Pro: sie ist jünger, hat ihren Master gemacht, ist eiskalt in mein Büro eingebrochen und hat den Sicherheitsdienst bedroht, nur um mit mir zu sprechen, sie macht einen guten Kaffee und scheint Humor zu besitzen und hat rote Haare, du weißt ja, ich hab ein Ding für Rotschöpf-"
„Ja, ist angekommen.“, seine Geduld war zu diesem Zeitpunkt schon stark überstrapaziert gewesen, da er von vorneherein eigentlich nichts über Dame hatte wissen wollen.
„Wie auch immer. Contra: sie hat mich abblitzen lassen, womit wir auch schon wieder bei Pro wären: Herausforderung.“

In diesem Moment hatte er ihn praktisch vor sich sehen können.
Die Füße wahrscheinlich auf dem Schreibtisch, in Lederjacke, mit verstrubbelten Haaren (er trug sie seit neustem immer verstrubbelt, nachdem ihm irgendwer gesagt hätte, wie unwiderstehlich er mit dieser Frisur aussah), ein teures Whiskeyglas in der einen Hand und das Telefon locker in der anderen, die Gesichtszüge zu seinem typischen arrogant-unheilstiftenden Lächeln verzogen.

„Klingt ja spannend.“, hatte er gemeint und ein Gähnen unterdrückt.
„Oh jaaaa. Ms. Pepper Potts und ich werden ja soooo viel Spaß haben.“

In dem, für sein damaliges ich, sicheren Wissen, dass Tony mit der Frau schlafen und sie dann in eine andere Abteilung versetzen würde, hatte er sich nicht die Mühe gemacht sich ihren Namen zu merken, egal wie seltsam er war.
Schlussendlich würde er nie wieder was von der Frau hören.

Nur das er drei Wochen später wieder etwas von ihr hörte, als Tony sich am Telefon eine Stunde darüber beschwerte, dass die Frau einen Freund hatte und diesen ihm tatsächlich vorzog.
Geschlossen hatte er mit den mürrischen Worten, dass normalerweise niemand mit dieser Art von Majestätsbeleidigung davonkam, aber sie dummerweise echt kompetent wäre.

In dem, für sein damaliges ich, sicheren Wissen, dass niemand den Job bei Tony länger als zwei Monate durchhalten konnte, außer, wie im Fall von Miss das-steht-aber-so-nicht-in-meinem-Arbeitsvertrag, diese Person tat nichts, außer mit Tony zu schlafen und gut auszusehen, merkte er sich auch dieses Mal ihren Namen nicht.
In spätestens fünf Wochen würde Tony erwähnen, dass die Frau gekündigt hatte.

Nur das sie doch nicht nach zwei Monaten kündigte. Auch nicht nach drei und auch nicht nach vier.
Fünf Monate später kam er schließlich an die Ostküste zurück und als er Tony im Büro besuchen wollte, stand vor seiner Tür ein Schreibtisch, hinter dem eine großgewachsene rotblonde Frau saß, die ihm ein freundliches Lächeln zuwarf und ihn begrüßte mit den Worten:
„Sie müssen Major Rhodes sein. Mr. Stark erwartet sie bereits.“
Er hatte ihre Hand ergriffen und sein Gedächtnis verzweifelt nach ihrem Namen durchsucht.
„Der bin ich und… sie sind?“
„Virginia Potts. Ich bin Mr. Stark's Assistentin.“
„Freut mich.“
„Ganz meinerseits, Major.“
Mit einem letzten verbindlichen Lächeln war er in das Büro getreten und hatte sich zum ersten Mal mit dem Gedanken angefreundet, die Gesellschaft dieser Frau noch etwas länger zu genießen.

Den ersten längeren Kontakt genoss er dann auf dem Rücksitz ihres äußerst betagten Autos auf dem Rückweg von der Ausnüchterungszelle, in der Tony und er zwei Stunden gesessen hatten und aus der die besagte Assistentin sie um 3: 26 Uhr am Morgen herausgeholt hatte.
Die Gründe für diesen Aufenthalt hielt er Tony an schlechten Tagen noch immer vor, unnötig zu erwähnen, dass dies der letzte Ort sein sollte, an dem man einen aufstrebenden Offizier vorfinden sollte.
Diese Nacht allerdings, als einer der völlig übermüdeten Polizisten die Zelle aufgeschlossen hatte und Pepper Potts am Ende des Ganges wie ein Engel gewirkt hatte, sorgte auch dafür, dass er die Dame zum ersten Mal in einem anderen Licht betrachtete.
Während sie beide, noch immer mit viel Alkohol im Blut, mit blutiger Nase, bzw. blauem Auge und mit Schmerzen am ganzen Körper, völlig übermüdet ausgesehen hatten, wirkte Ms. Potts entschieden zu wach und frisch für jemanden der um drei Uhr Morgens aus dem Bett geklingelt worden war, um den betrunken Boss und seinen nicht minder betrunkenen Freund aus einer Ausnüchterungszelle zu holen.
Keine Frage, dass sie stinksauer gewesen sein musste, aber auch das ließ sie sich nicht anmerken, als sie sie mit einem freundlichen ‚guten Morgen, Mr. Stark. Major Rhodes' begrüßt hatte und ihre wahren Gefühle hinter der Maske eines höflichen Lächelns verbarg.
In diesem Moment wurde ihm klar, dass es wohl so einiges brauchte, um diese Frau aus der Fassung zu bringen und das Tony alleine das wohl nur schwer schaffen würde.

Die nächsten Jahre über konnte er nicht nur beobachten, wie Tony und sie immer engere Freunde wurden, nein, auch er selbst verstand sich überraschend gut, mit der Assistentin seines besten Freundes.

Er erlebte mit, wie Tony langsam aber sicher begann einen Crush auf den Rotschopf zu entwickeln und als dann auch Happy für eine kurze Zeit ein weit weniger subtiles romantisches Interesse an Pepper zeigte, verfolgte er das ganze mit größerem Interesse, als jede spannende Fernsehserie.

Diese Situation löste sich allerdings schneller, als er sich gewünscht hätte, als Happy von Heute auf Morgen seine Bemühungen einstellte, offiziell weil Tony sein Boss (und sein Freund) war und er ihm sein Glück gönnte, inoffiziell vermutete er, dass Happy weit aus früher als alle anderen erahnt hatte, dass Pepper Tonys Gefühle vielleicht irgendwann erwidern würde (oder zu dem Zeitpunkt unterschwellig schon erwidert hatte).
Das hatte er Happy nämlich immer schon lassen müssen, er verstand sich besser mit Pepper (und kannte sie besser) als jeder andere, den er kannte, wenn man mal von Tony absah.

Der Offizier schmunzelte leicht, während er sich durch die Menge bahnte.
Das hätte schon zu MIT-Zeiten niemand vermutet, dass Tony einmal der von ihnen beiden sein würde, mit einer festen (und funktionierenden) Beziehung.
Und funktionieren, das tat es schon von Sekunde eins an wirklich gut.
In dem Moment, als Tony den ersten Fuß aus dem Flugzeug gesetzt hatte, den Arm in der Schlinge, den Reaktor in der Brust, war es, als wäre er auf einen Schlag für alle Frauen, außer seiner Assistentin, blind geworden.
Wenn die beiden in einem Raum waren, dann waren sie immer das Zentrum der Aufmerksamkeit des jeweils anderen (das hatte er sehr zu seinem Leidwesen feststellen müssen, als er qualvolle 30 Minuten Teilnehmer einer Konversation gewesen war, in der die wesentlichen Dinge anscheinend zwischen den Zeilen oder per Gedankenübertragung transportiert worden waren).
Nicht das sie irgendwen bewusst ausschlossen (gut, Tony vielleicht schon), es passierte einfach.
Sie trifteten einfach aufeinander zu.

Er beschleunigte seine Schritte um die grüne Ampel zu erwischen und dachte bei sich, dass der Teenie-Tony stolz darauf sein konnte, wie sich sein erwachsenes Ich entwickelt hatte.
Das selbe erwachsene Ich, dass im vergangene Sommer New York gerettet hatte und in diesem Winter einen Putsch verhindert und seine große Liebe gerettet hatte.
Er war ein guter Mann, dieser erwachsene Tony.

Die Bar war ein bisschen schummrig, als er die Tür aufstieß und ausnahmsweise wartete Tony schon auf ihn, ein Grinsen auf dem Gesicht und mit dem Zeigefinger auf seiner Armbanduhr.
„30 Minuten zu spät, Zuckerschnecke. Wenn du schon die Uhrzeit vorgibst, kann man doch wenigstens erwarten, dass du pünktlich kommst.“
Nicht in 100 Jahren kaufte er Tony ab, dass dieser schon seit einer halben Stunde hier saß und so schnaubte er nur gutmütig, bevor er sich auf den Hocker neben ihm fallen ließ.
Sein Blick fiel automatisch nach unten, auf Tonys Füße, einen Tick, den er sich angewöhnt hatte, seit Pep und er zusammen waren und den er jetzt auch automatisch ausführte, wenn er mit Tony allein war.

Zu schauen, welche Schuhe Pep trug im Vergleich zu Tonys Schuhen, war nämlich der einzige Weg herauszufinden, ob die beiden gerade in guter Stimmung waren, oder nicht.
Sowohl Tony, als auch seine Freundin, waren Meister darin, ihre Gefühle hinter perfekt durchdachten und lückenlosen Masken zu verstecken.
Wenn Pep allerdings in Tonys Gegenwart Heels trug, konnte er sich zu 100 % sicher sein, dass sie sauer auf ihn war.
Die Tatsache, dass Pep nämlich nur hauchzart kleiner war, als Tony und ihn mit Heels überragte, war etwas, dass Tony dann doch ein kleiner Dorn im Ego war.
Er persönlich vermutete, dass es Pep völlig egal war, ob sie kleiner oder größer war als der Milliardär und da die Heels im allgemeinen auf lange Sicht unbequem war, trug sie in Tonys Nähe fast ausschließlich flache Schuhe (oder ließ barfuß rum), wenn sie allerdings sauer war...

Tony schob ihm ein Getränk hin und bleib dann uncharakteristisch still, während er ihn von den vergangenen Tagen erzählen ließ.
Im Gegenzug fragte er dann Tony nach den Events auf dem Öltanker aus, doch dieser berichtete ohne größere Details.
Was mit Pepper während ihrer Gefangenschaft bei Killian passiert war, erwähnte er fast beiläufig, aber er konnte den Schmerz trotzdem deutlich in seinen Augen sehen.
Für ihn selbst fühlten sich die Neuigkeiten an, als hätte ihm der andere eine Ohrfeige verpasst.
Als er vom Angriff auf das Haus erfahren hatte, hätte er bei Pep anrufen sollen, hätte bei ihr vorbeikommen müssen.
Eine Weile blieben sie beide stumm, dann sprach Tony wieder und seine Stimme klang ungewohnt rau.
„Kein Wort davon zu Fury. Wir glauben zwar, dass wir es ihm ausgeredet haben, aber der war noch vor ein paar Tagen ganz wild darauf, das Zeug zu reproduzieren. Wenn er erfährt, dass Pep- dass sie praktisch eine wandelnde Probe ist-"
„Ist klar, Mann. Meine Lippen sind versiegelt.“
Er legte ihm einen Arm um die Schulter und der andere nickte.
„Gut.“

Danach wanderte das Gespräch hauptsächlich zu Belanglosigkeiten und die Stimmung lockerte sich etwas.
Er war nicht wirklich überrascht zu hören, dass die Beiden nach New York zurück gehen würden, vor allem jetzt, da Tony unbedingt ein Gegenmittel finden musste.
Für ihn stand in nächster Zeit einiges an Auslandsarbeit an, aber wie immer machte er sich keine Sorgen darüber, wie sich die lange Trennung auf ihren Kontakt und ihre Freundschaft auswirken würde.
Tony erzählte ein bisschen über die neue Rüstung, die er bauen, aber erstmal nicht benutzen würde und versprach sich auch um einen neuen Entwurf für seine Rüstung zu kümmern (unter der Bedingung, dass er nie wieder den Namen ‚Iron Patriot' benutzen würde).

Erst am Ende das Abends registrierte er zum ersten Mal wirklich, dass Tony sein Trinkpensum wieder runtergeschraubt hatte und wieder um einiges ausgeruhter aussah, als noch vor drei Wochen.

Sie waren schon fast an der Tür angekommen und auf den Weg in ihre jeweiligen Unterkünfte, als ihm noch etwas einfiel und er den anderen an der Schulter packte.
„Ach, Tones. Wie sieht’s eigentlich aus? Kommt der Ring in Happy's Tasche eigentlich demnächst mal zum Einsatz?“
„Der Ring?“, erwiderte Tony etwas dümmlich und bleib stocksteif stehen.
„Ja, der Ring. Ihr seit jetzt fast drei Jahre zusammen, es ist nicht zu früh, schätze ich.“, erklärte er etwas belustigt.
„Woher weißt du von dem Ring?“
„Happy.“
„HAPPY?“, auf deinem Gesicht zeigte sich Unglaube, „die einzigen Personen, mit denen Happy in seinem Leben mehr als vier Sätze gewechselt hat, sind Pep und ich…“
Er lachte auf.
„Ja und einer dieser vier Sätze zu mir war ‚vor nem Monat haben der Boss und ich nen Verlobungsring besorgt, den ich jetzt immer in meiner Tasche herumschleppe‘.“
Er konnte sehen, wie Tony Happy innerlich verfluchte.
„Warum sollte ich dir erzählen, was ich mit dem Ring vorhabe, Armee-Junge?“
Er heuchelte Unschuld.
„Vielleicht, weil ich dein zukünftiger Trauzeuge bin?“
Tony blickte gespielt grimmig.
„Woher willst du das wissen?“
„Happy wird’s wohl kaum, nachdem er dein hübsches, kleines Geheimnis ausgeplaudert hat und ansonsten hast du niemanden, der in Frage kommt.“
Man konnte durchaus sagen, dass er das hier ein bisschen zu sehr genoss.
„Es gibt Leute, die wortwörtlich dafür sterben würden, mein Trauzeuge zu sein.“
„Tzzz. Die stehen dir aber nicht nahe.“
Tony verdrehte die Augen.
„Details… wie auch immer, nein, ich habe nicht geplant den Ring irgendwann demnächst zu verwenden.“
Er schüttelte den Kopf.
„Tones, du solltest es tun. Sie würde garantiert ‚Ja' sagen.“
Der andere sah zweifelnd aus.
„Klar, wer würde nicht den Typen heiraten wollen, der dafür verantwortlich ist, dass man mehrmals fast gestorben ist, selbst wenn er zufällig so gutaussehend und intelligent ist, wie ich.“
„Sie würde dich heiraten wollen, ich bin mir sicher. Du solltest nicht zu lange warten, sonst könntest du es bereuen, Mann.“
Er war jetzt auch ernst geworden.
Tony zuckte mit den Schultern.
„Ich werd darüber nachdenken, wenn ich die Dinge repariert habe und wenn ein bisschen Gras über die Sache gewachsen ist, schlussendlich hast du Recht, warum hab ich den Ring, wenn er niemals an ihren Finger kommt?“
Ein leichtes Grinsen hatte sich aus sein Gesicht zurückgeschlichen.
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