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12% eines Genies - Pepper Potts

von Hirnwanze
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
Hogan Happy James "Rhodey" Rhodes Jarvis Natalie Romanoff / Black Widow Tony Stark / Iron Man Virginia "Pepper" Potts
01.08.2020
10.10.2021
79
157.217
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12.07.2021 2.916
 
Eine unangenehme Stille legte sich über die Küche, als Pep den Raum verließ.
Sie war fantastisch gewesen.
Fury traute ihm nur so weit, wie er spucken konnte, aber er hatte noch nie jemanden getroffen, der ihrer kompetenten, freundlichen, aber vehementen Art widerstehen konnte.
Schlussendlich kochte Pep sie alle weich.

„Ich weiß, dass Sie etwas verheimlichen, Stark.“
Fury's gesundes Auge schien ihn praktisch zu durchbohren.
Er grinste und zuckte mit den Schultern.
„Damit kennen Sie sich ja aus, Nick.“
„Ms. Romanoff hatte mir schon mitgeteilt, dass ich nicht schlauer von Ihnen zurückkommen würde…“
Seine Stimme behielt den neutralen Tonfall bei.
„Wir haben so gut es geht versucht zu helfen…“, er gab seiner Stimme genau den über-unschuldigen Ton, dass der andere bemerken konnte, dass er log.
Schlussendlich machte es ihm doch zu viel Spaß, Nick Fury verlieren zu sehen.
„Dass das bei Ihnen der Fall sein würde, war mir klar. Miss Potts dagegen… Agent Coulson hat immer nur in höchsten Tönen davon gesprochen, wie angenehm die Zusammenarbeit mit ihr gewesen war…“
Fury ließ die Aussage in der Luft hängen und musterte ihn prüfend.
„Welch Überraschung es für Sie sein muss, dass mehr als eine Person nicht derselben Meinung ist wie Sie.“
Fury lächelte trocken.
„Die Überraschung ist eher, dass eine Person, die dafür bekannt ist ihre Pflicht zu tun und öfter als gewöhnlich moralisch richtig zu handeln, genauso handeln würde, wie Sie.“
„Gibt Ihnen zu denken, nicht wahr?“
Einen Moment lang war der andere still, dann sagte er ein einziges Wort.
„Ja.“

Erneut legte sich Stille über den Raum und er hörte, wie Pep im Flur über irgendwas laut auflachte und wie aufgeregte Kinderstimmen erschallten.
Dann erklangen schnelle Schritte, ohne Zweifel von rennenden Kinderbeinen erzeugt und ein dunkelblondes Mädchen erschien in der Küche.
Die Wangen leicht gerötet, die Augen leuchtend, sprang sie ihn fast an und umarmte ihn, mit einem lauten: „Hiiiiii, Tony!“
Völlig perplex hielt er einfach still, bis sich das Mädchen wieder von ihm löste und schlussfolgerte, dass das wohl… Vanessa war.
Urplötzlich schien Pep's Nichte auch den zweiten Mann im Raum zu bemerken und ihre Kinnlade klappte runter.
Einen Moment war es still, dann leuchteten die Augen des Mädchens wieder vor Aufregung.

„Mum! Dad! In Tante Ginny's Küche sitzt ein Pirat!“

Er konnte nicht anders als laut aufzulachen und als Vanessa (er war sich auf alle Fälle zu 99 % sicher, dass sie das war) dies bemerkte, legte sich stolz auf ihre runden Gesichtszüge.
Dieser Stolz verschwand allerdings sehr schnell wieder, als ihr Vater in den Raum geschritten kam und seiner Tochter einen sehr mahnenden Blick zu warf, bevor er sich kurz vorstellte (sich seine Überraschung nicht anmerken ließ, eine Figur wie Nick Fury in der winzigen Küche seiner Schwester zu sehen) und sich in aller Form entschuldigte.

Zehn Minuten später hatte sich auch noch jedes andere Mitglied der Potts-Familie entschuldigt (bis auf Marina (oder war's Marissa?), die die ganze Szene mit geweitetem Blick verfolgte) und Nick Fury hatte sich, dem Himmel sei Dank, endlich aus dem Staub gemacht.

Es folgte eine weit ausgiebigere Begrüßung.
Vanessa hatte (aus einem Grund, der ihm wirklich nicht ersichtlich war) an ihm Gefallen gefunden und sich mehr oder weniger an sein Beim gehängt, bevor sie angefangen hatte, ihn zuzutexten.
Ihre kleine Schwester (die nichts von der überschäumenden Art ihrer Schwester hatte), hatte ihm von Pepper's Arm aus zugewunken und schüchtern lächelnd eine Begrüßung gemurmelt.
Susan hatte ihn in eine warme Umarmung gezogen, während ihr Ehemann es bei einem kurzen Händedruck belassen hatte.

Die folgenden 35 Minuten wurden im Hintergrund begleitet von Steven Potts' tappendem Fuß.
Es war völlig klar, dass er nur nach einer Gelegenheit suchte, seine Töchter in einem anderem Raum zu beschäftigen und dann das Gespräch auf die vergangenen Tage zu lenken.
Er versuchte sich nicht allzu offensichtlich zu amüsieren, während er das Gespräch, immer wenn sich die kleinste Pause offenbarte, auf interessante Themen wie Vanessa’s Fortschritte beim Reiten lenkte.
Natürlich hatte er auch sonst keine große Lust, die Geschichte nochmal durchzukauen, während er dabei von Steven's richtendem Blick durchbohrt wurde.

Schließlich bot Pepper ihnen beiden einen Ausweg.
„Hey, wie wäre es, wenn uns die beiden Mädels jetzt mal ein riesiges Backblech Plätzchen vorbereiten-"
Sie wurde von einem einstimmigen „JAAAA" unterbrochen und er konnte sehen, wie sie ein triumphierendes Lächeln unterdrückte.
Überraschenderweise drehte sie sich dann zu ihm um.
„Tony? Würdest du ein Auge auf die beiden haben?“
Er brauchte eine Sekunde, dann versuchte er nicht allzu erleichtert aufzuatmen.
Geschickt hatte sie es so arrangiert, dass SIE diejenige sein würde, die ihrem Bruder und seiner Frau, die ganze Geschichte erzählen würde (und es hoffentlich als Bonus schaffte, Steven davon abzuhalten ihn brutal zu ermorden).
Selbiger schien hin- und hergerissen zu sein, ob er ihm seine Töchter anvertrauen sollte, oder ob er die Chance ergreifen sollte endlich mit seiner Schwester sprechen zu können.
Diese Entscheidung wurde ihm schnell von Susan abgenommen, als diese in die Hände klatschte und verkündete, was für eine wundervolle Idee das sei.

Mit der Zustimmung ihrer Mutter sprinteten die beiden Mädels schon in die Küche und auch er stand auf, reichte aber Pep einen Arm.
„Auf ein Wort? Nur eine Sekunde.“
Sie ließ sich von ihm hochhelfen.
„Eine Sekunde kann ich glatt für dich erübrigen.

Er führte sie in die Küche, in der sowohl Vanessa, als auch Marina damit beschäftigt waren völlig wahllos Sachen aus den Schränken zu ziehen und nicht auf die Erwachsenen achteten.
„Sicher, dass du nicht willst, dass ich dabei bin?“
Freilich wollte er nicht dabei sein, aber von irgendwoher (Rhodey) hatte er mal gehört, dass zu diesem Pärchen- und Liebe-Ding wohl dazugehörte, Sachen zu tun, die man nicht tun wollte.
Pepper wäre nicht Pepper, würde sie das nicht sofort durchschauen.
„Ziemlich sicher. Du magst viele Talente haben, aber meinen Bruder zu besänftigen gehört nicht dazu.“
Er tat, als würde ihn das zutiefst beleidigen.
„Hättest du nicht nach ‚du hast viele Talente‘ aufhören können?“
Sie lachte nur, drückte ihm einen Kuss auf die Wange und verschwand wieder in Richtung Wohnzimmer.

Er blickte ihr einen Moment nach, dann drehte er sich zu den beiden Mädels um und stellte fest, dass dieser Plan noch zwei Schwachstellen besaß:
Zum einen war er sich nicht voll sicher, wie die beiden eigentlich hießen.
Die Ältere hieß Vanessa. Da war er sich immerhin zu 99 % sicher.
Die Jüngere aber…
Naja, das Problem würde er halt lösen, wie er jedes Problem in Verbindung mit Namen löste.
Ein gepflegtes ‚du da' und ein genialer Spitzname hatten ja noch niemandem geschadet.

Das zweite Problem war das etwas größere.
Er hatte ungefähr soviel Ahnung vom Plätzchenbacken, wie die Kleinere von beiden, die gerade gewichtig Mettwurst aus dem Kühlschrank holte.
Er stemmte seine Arme in die Hüfte und besah sich das Chaos, das schon jetzt in der Küche herrschte.
Das Problem würde er ganz einfach so lösen, wie er jedes Problem löste, das damit zusammenhing, dass er etwas nicht wusste oder konnte.
Er würde mit 100 % Selbstsicherheit einfach irgendwas tun und alle Kritik untergraben, in dem er so etwas sagen würde wie ‚Schweigt und lasst den Meister arbeiten' oder ‚Ich weiß es besser, ich bin ein zertifiziertes Genie'.
Außerdem hatte er erst gestern mit Pep Plätzchen gebacken (gut, hauptsächlich hatte er sie mit Mehl beworfen und seinen Namen in den Teig geritzt, aber das kam aufs gleiche raus), also würde er das schon schaffen, oder? Oder?

Hmmm, so richtig geschafft hatte er es bis jetzt noch nicht.
Es waren 20 Minuten vergangen und bisher hatten sie gemeinsam wahllos Zutaten in die Rührschüssel geworfen.
Nicht, dass er nicht daran gedacht hätte, ein Rezept zu Rate zu ziehen, aber dummerweise waren kaum vier Minuten vergangen und eine halbe Packung Milch war über das Rezept gekippt und jetzt war es nicht mehr so wirklich lesbar.
Wie es zu der Milch auf dem Rezept gekommen war?
Er hatte einfach ein Händchen für Kinder.

16 Minuten früher:
„Ich will die Milch abmessen.“
„Nein, ich will die Milch abmessen.“
Die Kleinere versucht vergeblich nach der Milch zu greifen, die die andere einfach über ihren Kopf hielt.
„Geh weg, Rina"
Ahhh, dann war der ganze Name wahrscheinlich doch ‚Marina'.
„Ich. Will. Aber.“, folgte der trotzige Ausruf.
„Tony, sag ihr, dass sie weggehen soll.“
Völlig überrascht in das Gespräch miteingebunden zu werden, hob er abwehrend die Hände und versuchte krampfhaft die pädagogisch beste Lösung zu finden.
„Es bringt nichts, an deiner Schwester hochzuspringen, Kleine. Wenn du an die Milch kommen willst, musst du dafür sorgen, dass Vanessa mit ihren Händen runterkommst.“
Er hatte das wirklich für keine schlechte Idee gehalten und GLEICHZEITIG hatte er der Kleineren Tipps für’s Leben gegeben…
Mit dem festen Tritt gegens Schienbein ihrer Schwester hätte ja auch wirklich niemand rechnen können.
Die Milch war dann ja auch runterkommen… so gesehen, hatte sein Tipp funktioniert.
Ein Wunder, dass die im Wohnzimmer nichts von dem folgenden Geschrei mitbekommen hatten.

30 Minuten später war eine unförmig Masse an Teig im Kühlschrank und sie hatten sich eine unnötige Menge High-Fives gegeben.
Eins war jedenfalls sicher: Kinder würde ER sich niemals anschaffen. Nur über seine Leiche.
Nicht das die beiden Gören von Steven Potts' nicht halbwegs wohlerzogen wären und in einem halbwegs verqueren Sinn süß, aber auch sooooo anstrengend (mal ganz davon abgesehen, dass man wirklich keine guten Gespräche mit ihnen führen konnte, die über Disney-Prinzessinnen hinausgingen).

Völlig überraschender Weise war der Teig kein kompletter Totalausfall.
Zwar war er ein bisschen flüssig, aber seine persönliche Taktik einfach große Mengen von allem in den Teig zu packen, das schmeckte, hatte -wie das bei seinen Plänen so üblich war- funktioniert.
Als die erste Fuhre aus dem Ofen kam, wurde diese dann noch mit einer wirklich ungesunden Menge Zuckerguss bestrichen und beide Mädchen offenbarten ihre Schwäche für glitzernde Zuckerkügelchen.
Nachdem es schon mit Harley so gut geklappt hatte, ihn diese Zuckerdinger tonnenweise essen zu lassen, beschloss er, dass auch Pepper's Nichten die ganze Packung roh essen konnten.
Was konnte schon schief gehen?

Die Plätzchen waren am Ende so süß, dass man meinen konnte, dass sie nur aus Zucker und Chemie bestanden (was der Wahrheit auch gefährlich nah kam), nicht zu erwähnen, dass die Hälfte von ihnen noch halb roh war.
Das wäre sicherlich ein Problem, wenn die beiden Mädchen nicht sowieso schon total auf Zucker wären.
Konnte ja keiner Wissen, dass Kinder unterschiedlich auf Zucker reagierten (und diese beiden ganz besonders schlecht).
Naja, was solls?

In dem Wissen, dass Pepper ihn sowieso dazu zwingen würde, das Chaos in der Küche zu beseitigen, beschloss er, dass er das genauso gut machen konnte, wenn er noch Hilfe hatte.
Spoiler: Zwei Mädchen im Grundschulalter (bzw. Kindergarten) auf Zucker waren KEINE Hilfe.

Als sie sich schließlich wieder alle zusammen im Wohnzimmer eingefunden hatten, sah er sofort, dass Susan geweint hatte.
An der Art, wie sie ihm aufmunternd zulächelte, sah er allerdings auch, dass Pep wohl eine Version zum Besten gegeben hatte, in der es so wirken würde, als würde er nicht ein Fitzelchen Schuld tragen (während in Wirklichkeit das Gegenteil der Fall war).
Er griff nach ihrer Hand, als er sich neben sie fallen lassen.
Die Art wie sie kurz ihre Lippen zusammenpresste und dann lächelte, sagte ihm soviel wie:
„War nicht leicht, aber wir haben es hinter uns und ich habe es so hingebogen, dass dich niemand aus meiner Familie kreuzigen möchte.“.
Es war immer wieder atemberaubend für ihn, wie gut sie sich gegenseitig lesen konnte.
Es fühlte sich unglaublich an, sie so gut zu kennen.
Seine positive Gedankengang wurde abrupt unterbrochen, von Steven, der sich räusperte.
„Anthony, würde es dir was ausmachen, wenn wir ein paar Schritte gehen? Draußen?“
Sein Gesicht gab nichts her, aber etwas erfreuliches konnte es ja wohl nicht sein, oder?

Er zwang sich zu einem falschem Lächeln.
Wenn er ablehnte, wäre das praktisch ein Schuldeingeständnis.
Wenn er zusagte, müsste er ein Gespräch auf unbestimmte Zeit mit Steve Rogers' Klon führen.
„Klar. Warum nicht?“
Er warf seiner Freundin noch einen prüfenden Blick zu, die, wie immer, etwas angespannter wirkte, wenn er nicht in ihrer Nähe war, was unweigerlich dafür sorgte, dass er sich elend vor Schuld fühlte.
Als er den anderen wieder anschaute, konnte er sehen, dass auch dieser Pep's Anspannung bemerkt hatte und sein Gesichtsausdruck wurde grimmiger.
Diese aber zwang sich zu einem Lächeln und ermutigte sie zu gehen.

Kurze Zeit später trotteten zwei Männer die Straße hinunter, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Steven brach erst sein Schweigen, als das Haus nicht mehr in Sichtweite war.
Als er sprach, konnte er die Melancholie in seinem Tonfall hören.
„Wissen Sie, Anthony, wir haben uns immer gut verstanden. Als wir aufgewachsen sind, waren wir immer ein Team. Stevie, Benji und Ginny. Wir waren keine besten Freunde, oder so, aber wir waren… doch, wir waren ein Team.
Benji war der gutaussehende, sportliche und beliebte Wildfang, ich war der pflichtbewusste Einserschüler und Ginny war immer eine Mischung aus uns beiden.
Die Jüngste von uns, aber schon immer auch die Gerissenste.
Benji und ich haben immer versucht auf sie aufzupassen und sie hat uns im Gegenzug den Rücken frei gehalten.
Sie hat sich für Benji Ausreden ausgedacht, da war sie kaum fünf Jahre alt.
Weitaus früher hat sie aufgehört zu petzen.
Als sie 14 war, hat sie es geschafft unsere Mutter vor einem Strafzettel zu bewahren, indem sie dem Officer aus dem Nichts eine völlig erfundene, rührselige Geschichte verkauft hat.“

Sein Blick fokussierte sich plötzlich wieder und der Größere schaute ihn an.
„Was ich damit sagen will, meine Frau kauft Ginny ihre Version der Ereignisse vielleicht ab, aber ich kenne sie mein ganzes Leben. Was ist also wirklich passiert?“
Tony schloss kurz die Augen und verfluchte den Mann neben sich.
„Du weißt schon, dass Pep eher den Ruf hat die Wahrheit zu erzählen als ich?“
Tatsächlich lachte der andere.
„Verkauf mich nicht für dumm. Wir wissen beide, dass Ginny nicht lügt, sondern einfach Details der Wahrheit auslässt, oder diese speziell formuliert. Ich möchte aber nicht die Puderrosa-Variante der Wahrheit.“
Es reizte ihn, wie gut der andere sie kannte (und das nicht in einem positiven Sinn).
„Wie hat Pep es denn formuliert?“

Wenn es den anderen überraschte, wie schnell er nachgeben hatte, dann versteckte er das gut.
„Wie schlimm ist… Extremis wirklich?“
Er biss die Zähne zusammen und atmete tief durch.
Er wollte ihr nicht in den Rücken fallen, aber hatte auch keine Ahnung, wie sie Extremis verkauft hatte.
Wahrscheinlich wie eine schlimmere Blutabnahme, so wie er sie kannte.
„Wenn man es unter Kontrolle hat? Händelbar. Pep hat es unter Kontrolle und nachdem ihr Körper Extremis einmal angenommen hatte, verursacht die Substanz keine Schmerzen mehr.
Sie hat diesen rötlichen Schleier über ihrem Sichtfeld und tendiert dazu heiß zu laufen, wenn ihre Emotionen hochkochen, aber das ist auch alles.
Das ändert nichts daran, dass es instabil ist. Sie fährt sicherlich gut damit, Verletzungen zu vermeiden.“
Der andere schien kurz mit sich zu ringen.
„Und- und als ihr Körper es noch nicht angenommen hatte?“
Er vermied es ihrem Bruder in die Augen zu schauen.
„Da tat es einfach nur weh.“

„Sie vertraut Ihnen, Anthony.“, er schnaubte kurz.
„Sie vertraut ihnen uneingeschränkt. Zu 100 % ist sie sich sicher, dass Sie sie heilen werden.“
Er ließ die Aussage in der Luft hängen.
„Ich glaube auch, dass ich es schaffe sie zu heilen.“
Im Versuch die Stimmung zu lockern, zuckte er mit einem schiefen Grinsen die Schultern.
„Das ist es, was ich tue. Ich repariere Dinge.“
Das nächste, was er fühlte, war die Wand gegen die er prallte, als Steven Potts ihn mit überraschender Stärke dagegen stieß.
„Meine Schwester ist kein DING.“
Der Mann verstand auch ungefähr so viel Spaß, wie ein Staubsauge-Roboter.
„Ja. Ist angekommen. Kannst mich loslassen. Nur ein Scherz.“
Zur eigenen Sicherheit verkniff er sich das Peace-Zeichen und ob stattdessen die beiden Handflächen.
Der andere blieb noch einen Moment in dieser Position, die Hände am Hemdkragen, bevor er langsam nickte und ihn losließ.
Der immer so höfliche Anwalt entschuldigte sich nicht, für seinen Ausbruch, sondern ging einfach weiter.
Er konnte es ihm nicht mal verdenken.

Schweigen legte sich über sie.
„Ich frage nicht, wer Schuld hieran trägt, Anthony. Das liegt jetzt in der Vergangenheit-"
Er unterbrach ihn.
„Du fragst nicht, weil du es weißt.“
Der Größere lächelte ein trockenes Lächeln.
„Würde ich denn falsch liegen?“
„Ich dachte, du fragst nicht?“, konterte er fast automatisch.
„Sie", ein knochiger Zeigefinger bohrte sich in seine Brust, „haben Terroristen ihre Adresse gegeben, ohne Ginny aus dem Haus zu evakuieren.“
Jetzt war es an ihm trocken zu lächeln.
„Da Pep diesen Teil wahrscheinlich ausgelassen hat, wissen Sie das wohl aus der Zeitung, was, Sherlock?“
„Es ist nicht schwer eins und eins zusammenzählen.“
„Oh, aber Sie wissen bei weitem nicht alles. Es ist in Wirklichkeit noch viel schlimmer. Ich hab sie ausgesperrt, über Monate hinweg, als sie mir versuchte zu helfen, ich bin der Grund, dass ein guter Freund, mein BESTER Freund, im Krankenhaus liegt, ich hab Zugelassen, dass Killian sie in die Hände bekommen hat und- und… ich hab sie nicht gefangen.“
Den letzten Teil flüsterte er fast.
Er wusste nicht mal, warum er das alles erzählte, es war einfach aus ihm rausgebrochen.
Er fühlte sich müde.
Der andere sah überrascht aus und runzelte dann die Stirn.
„Was meinen Sie damit, dass Sie sie nicht gefangen haben?“

Braune Augen blickte den Anwalt stumpf an.
„Ich sehe sie jede Nacht fallen.“


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Sorry, dass es was länger gedauert hat :)
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