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12% eines Genies - Pepper Potts

von Hirnwanze
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
Hogan Happy James "Rhodey" Rhodes Jarvis Natalie Romanoff / Black Widow Tony Stark / Iron Man Virginia "Pepper" Potts
01.08.2020
18.04.2021
51
92.259
8
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17 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.08.2020 1.311
 
Virginia hatte schon nach kurzer Zeit, genauer nach den ersten 30 Minuten herausgefunden, dass ihr Job mehr der einer Buchhalterin, als der einer Sekretärin war. Sie verbrachte fast ihre gesamte Zeit damit komplizierte Berechnungen anzustellen und zu kontrollieren. Zum Glück, war sie eine gute Mathematikerin und nachdem sie die Methode erstmal begriffen hatte, ging die Arbeit leicht von der Hand. Von ihrem Studium blieben nur noch drei Wochen und Stark Industries hatte längst zugesagt, sie mit dem Ende ihrer Uni-Zeit auf Vollzeit hochzusetzen. Es hatte definitiv seine Vorteile, wenn der Freund im Personalbüro saß, auch wenn Julius jede Verantwortung für ihren neuen Vertrag bestritt, es sei ganz allein ihre Leistung gewesen. Sie lehnte sich zurück um sich zu strecken und bereute es sofort wieder. An der gegenüberliegenden Wand hing er. Das war wohl der negative Aspekt, wenn sie ehrlich war der einzige, an ihrer neuen Beschäftigung. Poster von Tony Stark waren omnipräsent. Nicht das er unansehnlich war, ganz im Gegenteil, Anthony Edward Stark war neben seinem brillanten Verstand und einem überaus gut gefüllten Konto auch mit einem attraktiven Äußeren gesegnet, aber sie fühlte sich von ihm schlicht beobachtet. Ihr war bewusst wie irrational das war, aber es bereitete ihr schlichtweg Unbehagen immer wenn sie hochschaute, oder sich umdrehte, in die leblosen Augen von Poster-Tony zu sehen.
Tony Stark war eine schillernde Figur, sowohl in der Businesswelt, als auch in der Partyszene. Beinah jeder in der Firma konnte irgendeine teils haarsträubende, teils peinliche, teils vom tiefem Respekt gegenüber dem jungen Genie geprägte Geschichte über den Mann, der von den Medien als 'Da Vinci unserer Zeit' bezeichnet wurde, erzählen. Auch sie hatte die ein oder andere Geschichte gehört, in Natura hatte sie Mr. Stark allerdings noch nicht erlebt.
Plötzlich wurde ihr bewusst, dass sie die letzten Minuten reglos in ihrem Stuhl gesessen hatte und sie machte sich kopfschüttelnd wieder an die Arbeit. Sie wandte sich wieder ihrem Blatt zu, dass bereits über und über mit Berechnungen bedeckt war. Sie blätterte um und stutzte augenblicklich. Das kann doch nicht... sie schnappte sich Taschenrechner und Stift und begann zu rechen... sie schüttelte den Kopf und versuchte es erneut... das konnte nicht sein. Wer immer dieser Trottel war, er hatte sich tierisch verrechnet. Ihr Blick viel auf die Signatur und sie stöhnte. Das wars. Sie war so gut wie gefeuert.

Mr. Anthony Edward Stark hatte einen ruhigen Nachmittag gehabt. Naja... ruhig im Sinne von wenig Arbeit, denn leise war es in seinem Büro nie. Laute Musik kam aus zwei Boxen, während er mit einem Auge einen Film schaute und mit dem anderen an einem Schaltkreis rumschraubte. Ihn langweilte die alltägliche Firmenarbeit und er war heilfroh, dass Obadiah ihm das meiste abnahm, damit er an seinen Erfindungen arbeiten konnte. Er rutschte ab und fluchte. Himmel, er brauchte eine richtige Werkstatt. Sein Schreibtisch eignete sich nur bedingt dafür an Raketen herumzuschrauben. Zum Glück war es bald soweit. Seine Villa in Malibu war bald fertig und der Keller war komplett als Werkstatt ausgebaut. Er lächelte selig, legte seine Füße auf den Schreibtisch und schloss die Augen. Es war mit Obi abgesprochen, dass er das alltägliche Firmengeschäft übernehmen sollte und Tony sich auf Vorstandsmeetings und wöchentliche Treffen mit ihm, in denen sie die nächsten Schritte planen und Verträge etc. besprechen würden, reduzierte. Die freie Zeit sollte er für Erfindungen und Geniestreiche jeder Art nutzen. Er fing wieder an sich auf den Schaltkreis zu konzentrieren, als vor der Tür Stimmen laut wurden. "Ich muss mit... riesen Verlust... verstehen sie doch", Stimme Nummer 1 konnte Tony nicht zuordnen, es war aber eine eindeutig weibliche Stimme. Stimme Nummer 2 war seine Empfangsdame "Er will nicht... Sicherheitsdienst... brauchen einen Termin!". Tony dachte noch, dass es eindeutig unterhaltsamer wäre, würde er alles verstehen, er fand einen Zickenkrieg immer äußerst unterhaltsam (vor allem wenn es um ihn ging), als die Tür mit einem gewaltigen Knall aufsprang und eine junge Frau ins Zimmer gestürzt kam "Mr. Stark ich muss mit ihnen reden, Sir!". Weiter kam sie nicht, denn just in diesem Moment kamen zwei bullige Männer von Sicherheitsdienst durch die Tür. Die junge Frau wirbelte herum "Keinen Schritt näher, es sei den ihr wollt eine Ladung Pfefferspray abbekommen!" sie hatte ihre Hand herhoben, während die andere zu ihre Hosentasche wanderte. Tatsächlich blieben die Männer stehen und versuchten nun die Frau verbal zum Mitkommen aufzufordern. Tony amüsierte sich prächtig. Die junge Frau, Miss Pepper Spray wie er sie insgeheim taufte, log schlecht. Ihm war klar, dass das angedrohte Schutzspray nicht existierte und sie bluffte. "Mr. Stark", meinte sie nun ohne sich umzudrehen und die Security-Leute außer acht zulassen "es ist wirklich wichtig. Wie ich der blöden Schnepfe am Empfang schon habe erklären wollen, ist mir ein bedeutender Rechenfehler aufgefallen. Bitte hören sie mich nur kurz an, Sir."
Tonys Grinsen wurde noch breiter. Er fand diese junge Frau beeindruckend, sie schien felsenfest davon überzeugt das Richtige zutun und schreckte auch offensichtlich nicht vor Risiko zurück. Nun gut, er würde ihr die Chance geben sich zu erklären "Ist schon gut Jungs, ich regel das. Gönnt euch ne Kaffeepause, Rechnung auf mich.". Die beiden Männer grunzten zum Abschied, bedachten Miss Pepper Spray mit einem finsteren Blick und verließen das Büro. Er sah wie die junge Frau aufatmete und sich langsam umdrehte. Rotblondes Haar, blaue Augen und ein gutes Dutzend Sommersprossen, auf einem schmalen Gesicht. Ja, sie war durchaus hübsch. "Sir, ich bin Virginia Potts, aus der Rechnungsabteilung. Ich habe einen gravierenden Fehler in diesen Berechnungen gefunden, der eventuell einen schwerwiegenden Verlust bedeutet. Wenn sie sich das kurz anschauen wollen?" sie hielt ihm mehrere Bögen Papier hin. Tony nahm sie entgegen und schaute der jungen Frau nochmal direkt ins Gesicht "Ihr Name passt nicht zu Ihnen!". Noch immer grinsend ließ er sich auf seinen Schreibtischstuhl fallen und vertiefte sich in die Rechnungen.

Virginia war viel zu nervös um auf den Kommentar ihres Bosses bezüglich ihres Vornamens einzugehen. Sie hatte sein Büro gestürmt, ihn unangemeldet bei der Arbeit unterbrochen, seine Empfangsdame beleidigt und den Sicherheitsdienst bedroht. Dass ihr gekündigt werden würde stand für sie schon vorher fest, schließlich kam man meistens nicht damit durch wenn man das Ego des Bosses ankratzte (und sie kratzte es schon sehr an, der Rechenfehler war einfach zu gravierend) doch nun konnte sie sich auch von guten Referenzen verabschieden. Sie sah wieder ihren Vorgesetzten an, der die Rechnungen mit kritischem Blick betrachtete. Als sein Blick schließlich auf die Signatur, seine Signatur fiel, rechnete sie mit dem schlimmsten, doch Tony Stark lachte nur ertappt und sah sie wieder aus großen braunen Augen an: "Das ist jetzt irgendwie peinlich für mich. Vor mir liegen zwei Probleme." "Zwei, Sir?" "Jep, zwei. Erstens muss ich das nochmal neu machen...", Virginia sah ihre Chance und unterbrach ihn "Das kann ich für sie machen, Sir. Gar kein Problem!", sie lächelte, wie sie hoffte, souverän. Vielleicht konnte sie so wenigstens  ihre Referenzen retten! Mr. Stark sah erleichtert aus: "Das Angebot nehme ich gerne an Miss... Potts, aber das führt mich zu meinem zweiten Problem", er machte eine Kunstpause, "ich würd ihnen gerne den Vornamen anbieten, doch ich kann sie unmöglich 'Virginia' nennen!". Jetzt, wo die anfängliche Nervosität zurückgegangen war, konnte sie sich nur schwer unter Kontrolle halten. Was hatte alle Welt gegen ihren Vornamen? Und was bildete sich ihr Boss eigentlich ein? Sie schnappte sich ihre Unterlagen und blickte ihn kühl an: "Dann bleiben sie vielleicht einfach beim Nachnamen, Sir! Ich bringe ihrer Assistentin morgen die fertigen Berechnungen. Wäre das dann alles, Mr. Stark?"
"Das wäre dann alles, Miss Potts!"

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Da ich noch nicht herausgefunden habe, wie ich kursiv schreibe, hier vorübergehend in ausgeschriebener Form. Die letzten beiden Sätze waren wörtliche Zitate.
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