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12% eines Genies - Pepper Potts

von Hirnwanze
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
Hogan Happy James "Rhodey" Rhodes Jarvis Natalie Romanoff / Black Widow Tony Stark / Iron Man Virginia "Pepper" Potts
01.08.2020
18.04.2021
51
92.259
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Dieses Kapitel
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16.02.2021 1.638
 
„Ich- Ich- Ich- Ich kündige. Ich schmeiß alles hin... das war's.

Ihr Atem ging noch immer schwer als sie Tonys Reaktion abwartete. Sie konnte wortwörtlich nicht mehr. Sie verstand NICHTS von dem was gerade passiert war und sie wollte es auch nicht mehr verstehen. Ihre Füße schmerzten, das Adrenalin jagte durch ihre Adern und ihr Magen rebellierte. Sie war am Ende ihrer Kräfte.

„Was hast du gerade gesagt? Das war's?“
Für einen Moment sah er ungläubig aus, doch dann erkannte sie eine ganz andere Emotion auf seinen Gesichtszügen.
„Das kommt überraschend. Eigentlich überrascht es mich nicht. Versteh schon. Du musst dich nicht rechtfertigen.“
Damit hatte sie nicht gerechnet. Damit, dass er versuchte sich zu erklären, oder damit, dass er versuchte sie aufzuhalten, aber Verständnis? Nein, damit hatte sie wahrlich nicht gerechnet.

„Ich versuche doch gar nicht mich zu rechtfertigen-"
„Doch, du versuchst gerade dich zu rechtfertigen-"

Sie bemerkte gar nicht, wie sie immer weiter aufeinander zugegangen waren und so war sie ziemlich überrascht, ihn plötzlich direkt vor sich stehen zu haben.
Sie übertönte ihn einfach, als er weitersprach.
„Ich versuche mich nicht zu rechtfertigen, weil ich denke, dass ich recht habe.“
„Du verdienst was besseres. Du hast dich so gut um mich gekümmert.

Er nahm ihre Hand in seine und sah sie absolut ernst an, als er sprach. Sie hielt seinem Blick nur für eine Sekunde stand, bevor sie auf den Boden schaut, unsicher was sie sagen sollte. Wie sich herausstellte, musste sie nichts sagen.

„Als es mir dreckig ging, hast du mir geholfen also…, oder?“
„Danke.“

Sie meinte es so. Sein Verständnis tat gut. Die Art, wie er sie anschaute tat gut. Das warme Metall seiner Hand um ihrer tat gut.

„Danke, dass du Verständnis hast.“
„Jaja. Fang- fangen wir an aufzuräumen.

Tony schien das Thema wechseln zu wollen. Sie hätte fast gelächelt, so typisch war das für ihn. Er blieb nie gerne bei emotionalen Themen.
„Ich kümmere mich um den Übergang, wir machen das-
„Ok, was ist mit der Presse, denn du hattest den Job nur eine Woche, das wirkt möglicherweise…“

Jeder der darüber urteilen würde, sollte selbst mal eine Woche den Job übernehmen…
„Bei dir muss man in Hundejahren rechnen!“
„Ich weiß.“
„Ich mein, dass ist wie die Amtszeit vom-"


Das letzte was sie sah, waren seine braunen Augen, die bei dem wenigen Licht noch dunkler wirkten. Sie waren sich näher gekommen und dann… dann küsste er sie. Seine Lippen waren rau und öffneten sich genau in dem Moment leicht, an dem sich ihre Lippen trafen. Sie spürte, wie er sie sanft näher an sich zog und ihre Hand wanderte ganz automatisch nach oben, fuhr sein Gesicht entlang, was ihn leicht in den Kuss lächeln ließ. Sie fühlte sich, als würde sie schweben. Er schmeckte süß. Nach Kokosnuss, vielleicht?

„Eigenartig", er klang leicht außer Atem, fragend. Er schien ihr noch eine Chance geben zu wollen, aus der Sache wieder herauszukommen.

Sie wollte aus dieser Sache nicht mehr herauskommen.
„Überhaupt nicht eigenartig.“
„Ist in Ordnung, oder?“

Sie konnte gar nicht schnell genug ‚ja‘ sagen.
„Wir machen es einfach nochmal.“

Ihr Lippen hatten sich kaum berührt, als sie eine Stimme hochschrecken ließ.
„Also ich fand’s eigenartig. Ihr seht aus wie zwei Seehunde, die um ne Weintraube kämpfen.“
Rhodey saß offensichtlich belustigt, nur ein paar Meter von ihnen entfernt, sodass ein kleiner Teil ihres Gehirnes sich die Frage stellte, wie sie ihn nicht hatten bemerken können.
„Ich- ich hab gerade gekündigt. Deswegen ist es nicht-"
"Ja, das könnt ihr sein lassen. Ich hab alles gehört."

Er machte eine vage Handbewegung und grinste. Das würden sie sich wohl noch für Wochen anhören dürfen…
„Jetzt mach dich vom Acker.“
„Ich war zuerst hier. Sucht euch ein eigenes Dach.“

Tony fing an zu lachen und auch sie musste schmunzeln.
„Gehen dir die coolen Sprüche nie aus?“
Sie verkniff sich ein Augenrollen. Da sprach der Richtige…
„Das war der Letzte. Versprochen.“
Sie spürte, wie er ihr einen Arm um sie Schultern legte und sie lehnte sich fast automatisch ein wenig gegen ihn.
„Du hast vorhin gut ausgeteilt. Wirklich.“
„Danke. Du aber auch… Hör mal, mein Auto wurde bei der Explosion hochgejagt, also müsste ich mir deinen Anzug noch etwas länger ausleihen, okay?“


Tony grinste sie kurz an, bevor er dich wieder scherzend an seinen Freund wandte.
„Nicht okay. Bin nicht einverstanden.“
Rhodey stand auf, bevor er sich noch ein letztes Mal an sie wandte.
„Das war keine Frage.“
Sie beobachteten, wie er in den Nachthimmel schoss, bevor sie sich wieder einander zuwandten. Ihre Hände in seinen und als sie erneut seinem Lächeln begegnete, bezweifelte sie, dass sie in diesem Moment noch glücklicherer sein konnte.

„Wie willst du zurücktreten, wenn ich's nicht akzeptiere?“
Sie konnte nicht anders, als befreit aufzulachen.
„Gar nicht, schätze ich.“, murmelte sie schließlich lächelnd und statt darauf zu warten, dass er darauf reagierte, küsste sie ihn erneut und ließ die Zeit für sie beide stillstehen.
Natürlich würden sie reden müssen, wegen der Firma. Sie konnte das alleine nicht händeln. Keine würde das alleine händeln können. Andererseits, war sie auch in der reinsten Horror-Woche eingestiegen…
Aber all das konnte gerade warten.

Sie wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, bis sie sich schließlich von ihm löste. Ihr Gehirn konnte kaum verarbeiten, was in den letzten Minuten geschehen war, aber das war auch nicht wichtig. Es war geschehen.

„Es ist fast schon beunruhigend, wie sehr sich mein Leben in den letzten paar Stunden zum besseren verändert hat.“
Tony grinste sie breit an, während er sie noch immer sanft an sich drückte. Sie grinste nur kurz zurück, bevor sie den Blick, plötzlich unsicherer, senkte.
„Ist- ist diese spezielle Veränderung", sie zögerte kurz, „mit uns, meine ich. Ist die… dauerhaft?“
Das Grinsen machte einem ernsten Gesichtsausdruck Platz, während er nachzudenken schien.
Schließlich beugte er seinen Kopf ein wenig vor, zögerte kurz, bevor er sanft einen Kuss auf ihrer Stirn platzierte und sie dann wieder ansah.
„Wenn es nach mir ginge, dann ist das hier sogar sehr dauerhaft. Aber… ich bin nicht gut in diesem- diesem Beziehungs-Ding. Ich mein, bei meiner letzten… ähm… Beziehung hattest du einen Logenplatz um mitzuerleben, wie die den Bach runtergegangen ist.“, er stockte, „Ich kann nur versprechen, dass ich mir für niemanden auf der Welt mehr Mühe geben würde, gut in dieser Pärchen-Sache zu werden.“
„Das reicht mir.“, murmelte sie lächelnd, was Tony zu einem Freudenschrei inspirierte und schließlich dazu, dass er sie hochhob und sich lachend mit ihr drehte.
Wie könnte es ihr auch nicht reichen? Es hatte eine Weile gedauert, bis sie sich eingestanden hatte, dass sie sich in den Mann, der sie lachend herumwirbelte, verliebt hatte. Sie hatte wirklich versucht es zu verhindern, aber Tony Stark hatte sich mit jedem Tag, einen kleinen Platz mehr in ihrem Herzen freigeboxt.
Auf dieser kleinen Gala vor ein paar Wochen, war sie fast so weit gewesen, sich darauf einzulassen, doch dann hatte er von heute auf morgen damit begonnen, sich schlicht unmöglich zu verhalten. Doch jetzt hatte sie ihn wieder und er hatte sie.

Sie setzten sich schließlich an die Dachkante, ließen die Beine baumeln, in der Ferne die Lichter der Expo. Er hatte seinen Arm locker um sie geschlungen und sie lehnte leicht gegen seine demolierte Rüstung.
„Wäre es für dich okay, wenn wir es erstmal privat halten? Ich- ich würd gerne erstmal ohne Paparazzi und Klatschpresse schauen wie- wie wir zusammen funktionieren.“
„Es gibt keine Garantie, dass die Welt es nicht trotzdem erfährt.“, er klang nicht ablehnend.
„Klar. Es gibt Sachen auf die können wir keinen Einfluss nehmen, aber es gibt auch Sachen, da können wir‘s…“
Er seufzte gespielt dramatisch.
„Du meinst also, mein gemietetes Flugzeug darf kein Banner mit der Aufschrift ‚Pepper Potts in jetzt MEINE Freundin, ihr Loser‘ hinter sich her ziehen? Ruiniert meine Pläne zwar, aber ich werde es überleben, schätze ich.“
Sie schmunzelte leicht und drückte sich dann etwas enger ans warme Metall, als ein wenig Wind aufkam.

„Wie wäre es, wenn ich dich zu deinem Hotel bringe und wir das Gespräch morgen fortsetzen? Du bekommst Antworten auf deine 104 ungestellten Fragen…“, als er ihren verblüfften Blick bemerkte, wurde sein Grinsen noch mal breiter, „nicht nur du kannst nach 10 Jahren beunruhigend oft richtig erraten, was ich denke. Auf jeden Fall muss ich raus aus diesem Anzug und ich habe kein Interesse daran, dass sich meine CEO eine Erkältung auf einem Dach in New York holt.“
Sie nickte leicht.
„Okay, aber wir werden ganz sicher nicht fliegen.“, dieser kurze Flug, zu diesem Dach war eine der beängstigenden Sachen gewesen  die sie je getan hatte!
„Ähm, wie willst du dann von diesem Dach verschwinden?“, er klang belustigt und sie bemerkte, dass sie das nicht zu Ende gedacht hatte.
„Nur bis runter zur Straße!“
„Du erwartest, dass ich mich in voller Rüstung auf die Rückbank eines Taxis quetschen??“
„Nein, eher das… ähm…“, wenn sie es sich recht überlegte, war das wohl doch der Plan.

Wie sich herausstellte, taugte die Rüstung so oder so nicht mehr für weite Flüge und so standen sie schließlich auf der Straße und warteten auf Happy, der den Kompromiss zum Taxi darstellte. Sie verabredeten sich für den folgenden Abend. Den Tag über würden sie beide damit beschäftigt sein aufzuräumen, doch den Abend konnte sie sich freischaufeln. Da sie darin übereinstimmten, den Ball flach zu halten und ihre Beziehung (oder wie man das auch immer nennen wollte, was sie gerade teilten) privat, würden sie Essen bestellen und sich in Peppers Hotelzimmer verbunkern, um sich da gegenseitig auf den neusten Stand zu setzten.

Fürs erste reichte es, dass es ihm gut ging, dass die Gefahr vorbei war und das er versprochen hatte ehrlich mit ihr zu sein. Es reichte, weil sie heute Abend gewonnen hatten und das auf so vielen Ebenen.
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