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12% eines Genies - Pepper Potts

von Hirnwanze
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
Hogan Happy James "Rhodey" Rhodes Jarvis Natalie Romanoff / Black Widow Tony Stark / Iron Man Virginia "Pepper" Potts
01.08.2020
13.04.2021
49
87.588
8
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17.09.2020 1.250
 
„Morgen Happy!“
Sie lächelte den Chauffeur fröhlich an, stieg in den Wagen, schnallte sich an und zog die Tür etwas zu schwungvoll hinter sich zu.
„Hey Pepper"
Für seine Verhältnisse klang seine Stimme fast euphorisch, als er ihr zur Begrüßung zunickte und den Wagen startete. Langsam fuhren sie aus der Parklücke und ließen ihre Wohnung hinter sich. Happy schlängelte das Auto langsam durch den Morgenverkehr und in Richtung des Militärflughafens und Pepper konnte gar nicht mehr aufhören zu lächeln. Aus den Augenwinkeln sah sie, dass auch Tonys Bodyguard sein Pokerface aufgegeben hatte und sie begannen ein munteres Gespräch, über Gott und die Welt.

Pepper lehnte mit dem Kopf an der Scheibe und pustete sich gerade eine Strähne ihrer rotblonden Haare, die heute zu einem lockeren Dutt zusammengefasst waren, aus dem Gesicht, als der Flughafen in Sichtweite gelangte. Der Zaun um die Anlage zog sich wie ein Wurm durch die felsige Landschaft, sie erblickte Kontrolltürme und Landebahnen und am Horizont funkelten die Glasscheiben des Hauptgebäudes.

„Kaum zu glauben, hm?“, brummte Happy neben ihr, ebenfalls mit Blick auf die Anlage. „Er hat es tatsächlich gepackt. Teufelskerl!“
„Ja…kaum zu glauben. Wenn man bedenkt, dass die Leute vom Vorstand ihn heute für Tod erklären lassen wollten…“

Die Anlage wurde größer und größer je näher sie kamen und bald erkannte man das Gelände in allen Einzelheiten. Happy fuhr geradewegs auf das Kontrollhäuschen zu, das am Straßenrand stand und ein wenig baufällig wirkte. Mittlerweile stand die Sonne genau über ihnen und Pepper vermutete, dass es in dem Häuschen, mit dem leicht rostigen Wellblechdach wohl am Kochen war.
Ihre Vermutung wurde bestätigt, als ein hagerer Mann in Uniform hinaustrat. Der Mann schwitze sichtlich und kümmerte sich mürrisch um die Formalitäten, bevor er sie lustlos durchwinkte.
Naja, es konnte ja auch nicht jeder gute Laune an diesem Morgen haben.

Sie durchliefen einige Sicherheitskontrollen, nannten ein Dutzend Mal ihr Anliegen und stießen schließlich auf einen Offizier, der ihnen einen extrem wässrig schmeckenden Kaffee aufschwatzte und sie zur Landebahn begleitete.
Unterwegs erfuhren sie eher unfreiwillig alles über die zwei Töchter des Mannes, seine Katze, die kranke Mutter und seine Meinung zur aktuellen Politik.
Pepper seufzte unhörbar und nickte künstlich lächelnd um dem Mann zu signalisieren, dass sie noch immer zuhörte. Himmel, konnte der quatschen.

Sie waren gerade bei der zweiten Ballett-Aufführung von Carmen (seiner jüngeren Tochter) als der Wagen zum Stehen kam und sie die Chance nutzen konnte auszusteigen und sich die Beine zu vertreten. Sengende Hitze schlug ihr entgegen und die Sonne blendete unangenehm. Noch waren sie ganz allein auf dem riesigen Feld, aber schon bald würde es hier vor Offizieren, Sanitätern, Mechanikern und sonstigen Angestellten nur so wimmeln.

„Noch zwei Stunden bis zur geschätzten Ankunft.“
Pepper zuckte leicht zusammen. Sie hatte gar nicht mitbekommen, dass der Leutnant ebenfalls ausgestiegen war. Wie hieß er nochmal? Kensington oder so ähnlich.  
So oder so war es das dann wohl mit der erholsamen Stille. Sie drehte sich lächelnd um und nickte mit einem Blick auf die Uhr zustimmend. Zwei Stunden… das konnte ja heiter werden.

Langsam füllte sich der Flugplatz. Die Sanitäter waren die ersten. Dann trafen weitere Offiziere ein, die bedauerlicherweise genauso viel Freude an einem Gespräch zu haben schienen wie Kensington. Neidisch schielte sie zu Happy, der es sich auf dem Fahrersitz (direkt neben der Klimaanlage) gemütlich gemacht hatte, ein Sandwich aß und über Kopfhörer Musik hörte. Warum nur hatten alle Lust mit ihr zu reden? Wieder unterdrückte sie ein genervtes Stöhnen und lächelte weiter, etwas verkrampft, ihr bestes Presselächeln.

Je näher die erwartete Ankunftszeit rückte, desto langsamer schienen die Minuten zu verstreichen und desto nervöser wurde sie. Auf diesen Moment hatte sie drei Monate lang gewartet und jetzt konnte sie die letzten paar Minuten kaum noch ertragen. Es war in weniger als zwanzig Minuten wahrscheinlich vorbei und dennoch konnte sie nicht anders, als sich trotzdem Sorgen zu machen. Plötzlich fielen ihr zwei Dutzend Dinge ein die trotzdem noch schief gehen könnten und die erscheinen ihr gerade nicht mal unwahrscheinlich. Als sie gerade über die Möglichkeit nachdachte, dass das Flugzeug auch durchaus noch abstürzen könnte, riss sie einer der Offiziere aus ihren Gedanken.
„Alles in Ordnung, Miss Potts? Sie sehen blass aus.“
Sie blickte leicht fahrig auf und nickte knapp. Sie konnte über sich selbst nur den Kopf schütteln. Ihre Gedanken waren so dermaßen irrational gewesen, das es schon fast wieder lustig war. Jetzt musste sie tatsächlich leicht lächeln.

Die Ankunftszeit kam und ging. Ein Soldat kam und meldete eine kleine Verzögerung, durch ungünstige Windverhältnisse. Pepper verdrehte die Augen. Tony wäre wohl auch nicht Tony gewesen, hätte er sich nicht traditionell verspätet.

Und dann sah sie die Maschine. Ein typisches Militärflugzeug, mit grau-schwarzer Außenverkleidung. Von den Sanitätern kam ein kurzer ironischer Jubel und die Offiziere gaben sich Mühe eine offiziellere Haltung einzunehmen.

Pepper beobachtete wie das Flugzeug die Räder ausfuhr, am anderen Ende der Landebahn aufsetzte und auf sie zurollte. Anfangs schnell, dann immer langsamer werdend. Schließlich kam es einige hundert Meter vor ihnen zum Stehen. Sie machte unwillkürlich ein paar Schritte nach vorne. Als die Rampe langsam ausfuhr, spürte sie wie sich Freudentränen in ihren Augen sammelten. Sie versuchte sie wegzublinzeln, doch schaffte es nicht. Und dann sah sie ihn. Gestützt von Rhodey humpelte er die Rampe herunter, den Arm in einer Schiene, doch ansonsten körperlich scheinbar unversehrt. Sie beobachtete lächelnd, wie Rhodey die Sanitäter, wahrscheinlich in Tonys Auftrag, wegschickte. Er war wieder da. Stur wie eh und je, wie es schien. Unwillkürlich wurde ihr Lächeln breiter. Sie hatte ihn vermisst. Und wie. Nun ließ er den Arm seines Freundes los und kam alleine auf sie zu, blieb vor ihr stehen und sah sie prüfend an.
"Ihre Augen sind ganz rot. Tränen um Ihren lange verschollenen Boss?"
"Nur Freundentränen, ich wollte mir keinen neuen Job suchen!"
"Ja, der Urlaub ist vorbei."

Ein letzter prüfender Blick, dann war er an ihr vorbei und steuerte ohne Umstände aufs Auto zu, während er die Offiziellen der Army gekonnt abwimmelte, und stieg ein. Als "Urlaub" hätte sie die vergangenen Monate jetzt nicht unbedingt bezeichnet, aber was solls. Tony blieb eben Tony. Sie folgte ihm und stieg neben ihm ins Auto.

"Wohin, Sir?"
Happy schien sich auch nicht unbedingt mit Gefühlsduseleien aufhalten zu wollen. Wie immer. Innerlich konnte sie nur lächelnd den Kopf schütteln, dennoch, diese Vertrautheiten taten gut. Der Sarkasmus von Tony und die scheinbare emotionslose Professionalität von Happy. Sie hatte es vermisst.
"Fahren Sie uns in Krankenhaus bitte, Happy."
Die Sanitäter hatte er weggeschickt, also musste sie wenigstens versuchen, ihn ins Krankenhaus zu schaffen. Es sollte sich dringend jemand den Arm anschauen.
"Nein."
"Nein? Tony, sie - sie müssen in ein Krankenhaus..."
"Ich muss hier überhaupt nichts,"
unterbrach er sie,"ich war drei Monate in Geiselhaft."

Sie sparte es sich zu erwähnen, dass das ja der Grund sei, warum er in ein Krankenhaus sollte. Naja... sie hatte es wenigstens versucht.
"Es gibt zwei Dinge, die ich tun möchte. Ich will einen Doubble-Cheesburger. Und das andere..."
Sie resignierte ein wenig. Statt Krankenhaus, war wahrscheinlich wieder eine Casino-Runde angesagt.
"Ich kann es mir vorstellen..."
"Es ist nicht was Sie denken. Ich will das Sie eine Pressekonferenz einberufen."
"Eine Pressekonferenz einberufen?",
echote sie.
"Ja..."
"Wofür denn Bitte?"
, sie versuchte ihm verzweifelt ein paar mehr Informationen zu entlocken, doch vergeblich.
"Der Cheeseburger hat Vorrang!"
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