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Shokugeki no Kimiko (Deutsch)

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Mix
Erina Nakiri OC (Own Character) Soma Yukihira
01.08.2020
07.09.2020
18
106.289
4
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Dieses Kapitel
1 Review
 
14.08.2020 6.398
 
"Guten Tag kleine Schwester."

Obwohl eine große Anzahl von Schülern zusammen stand, war es so still, dass man ein Blatt zu Boden fallen hören hätte könnte.

Alle starrten nur mit schneekugelrunden Augen auf die beiden Geschwister vor ihnen.

Hiraku und Kimiko trugen beide einen stoischen Ausdruck. Sie starrten sich nur an und dehnten diesen Moment der Stille noch weiter aus.

Der pinkhaarige Junge, der Hiraku begleitete, stand vollkommen still und hatte geduldig die Augen geschlossen. Mika Aldini hingegen, die in der Menge stand, sah aus, als hätte jemand sie mit eiserner Faust direkt in den Bauch geschlagen. Ihr Cousin neben ihr sah sich nervös um.

Hideyoshi und Daisuke starrten mit runter geklappten Kiefer auf das Bild vor innen. Neben ihnen richtete Chieko ihre Brille mit einem leicht überraschten Ausdruck. Ihr bester Freund Yasu hatte nur seine Arme verschränkt und wartete, dass etwas passierte.

Schließlich öffnete Kimiko den Mund, um das Leiden ihrer Klassenkameraden zu beenden.

"Oh hey, Hiraku."

...Oder nicht. Die Augen des Schülers wurden noch größer und sie tauschten hastige Blicke aus.

Hirakus Gesichtsausdruck änderte sich kein bisschen, also fuhr Kimiko nur fort. "Also, was soll dieser große Auftritt? Und wo warst du eigentlich in den letzten Tagen?"

"Ich war beschäftigt." Erwiderte Hiraku und gähnte danach.

Jetzt war endlich wieder leises Flüstern in der Menge zu hören.

Kimiko legte den Kopf schief und fühlte sich an die Zeremonie erinnert, bei der sie auch immer wieder den Namen ihres Bruders gehört hatte. Was hatten denn alle? In einer Schule mit so vielen Schülern war es wahrscheinlich nicht selten, dass Cousins ​​oder Geschwister gemeinsam die Schule besuchten. Die Aldini-Cousins, aber auch die Nakiri-Zwillinge wären allein in ihrem Jahr ein Beispiel. Sie fand es wirklich nicht allzu spektakulär.

"Also ... also ..." Kimiko hörte Daisukes Stimme deutlich über den anderen und drehte ihren Kopf, um zu signalisieren, dass sie ihm zuhörte. Seine Augen waren so rund wie die aller anderen und er stand zusammen mit den anderen Mitbewohnern von Kimiko, die sie ebenfalls erwartungsvoll ansahen.

"Du bist wirklich verwandt mit ..."

"Hm?" Ein kleines Lächeln erschien auf Kimikos Gesicht und sie lachte lässig. "Ja, ich und Hiraku sind Geschwister. Ich wusste nicht, dass ihr ihn alle kennt, also sah ich keinen Grund, es euch zu sagen."

Verblüffung breitete sich auf den Gesichtern dee Schüler aus und jetzt konnte sich niemand mehr zurückhalteen.

"EHHHHHHHHHHHH?!"

Als der einstimmige, laute Schockschrei vorbei war, trennten sich die verschiedenen Stimmen wieder in Tausende verschiedener kleiner Gespräche.

"Also ist sie mit Hiraku-sama verwandt!"

"Die Schwester der 'Zunge, die von Engeln gesegnet wurde' oder kurz die 'Heilige Zunge'! Unglaublich!"

"Sie könnte eine ernsthafte Konkurrenz für Kaori-sama sein!"

"Der Spitzenplatz gehört ihr vielleicht doch!"

"Ki ... Kimiko-sama!"

'Kimiko-Sama' war ziemlich verwirrt. Sie sah sich konfus um und hörte die verschiedenen Gerüchte und Tratschereien, die innerhalb von Sekunden um sie schwirrten, sowie die bewundernden Blicke.

Sie war sich sicher gewesen, dass Hiraku der Beste in seinem Jahr war, aber nicht, dass er so bewundert und bekannt war.

Kimiko erinnerte sich nicht einmal an den Namen des Klassenbesten in ihrer früheren Schule und auch dort machte niemand eine große Sache daraus.

Dann hörte sie Hiroshis Stimme. "Also wurde es nun doch enthüllt." Er seufzte.

Sofort drehte sich Hideyoshi um und keifte. "Sag mir nicht, dass du das wusstest."

Daisuke, Chieko und Yasu wandten sich ebenfalls mit einem überraschten Ausdruck an Hiroshi.

Der blauhaarige Junge stieß ein nervöses kleines Lachen aus. "Eh ... heh, nun, Itoko-chan und ich haben einmal gesehen, wie Nakiko Lola und Mona, die Cousinen ​​von Yukihira-senpai, auf Kimiko-san zugegangen sind. Sie haben Kimiko-san ihre Cousine genannt, also ..." Er konnte den Satz nicht beenden als Hideyoshi ihn unterbrach. "Und du hast nicht einmal daran gedacht, es uns zu erzählen?!"

"Ich wundere mich aber auch, Mika-cchi!" Sprach Chieko und beäugte die Viertelitalienerin, die nicht so gebräunt aussah, wie sie aussehen sollte.

"Jetzt sieh mal, ich wusste nicht, wie Kimiko-san sich dabei fühlen würde, also habe ich es einfach für mich behalten." Entschuldigte Hiroshi sich. Danach sah er zu seiner Cousine. "Und ich denke, Itoko-Chan hat diese Tatsache unterdrückt, seit sie es weiß."

Mika konnte sich immer noch nicht bewegen und murmelte bitterlich. "Geschwister ... sie sind tatsächlich Geschwister. Nicht Cousins ​​oder ähnliches, sondern Geschwister ... Yukihira ist Hiraku-samas Schwester ..."

"Meinetwegen." Yasu zuckte die Schultern. "Yukihira scheint kein Problem damit zu haben und die Diskussion darüber ist jetzt endlich vom Tisch."

"Richtig." Rief Hideyoshi jetzt aus und ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er seinem besten Freund Daisuke gegenüberstand. Er streckt die Hand aus. "Ich denke, ich habe die Wette gewonnen."

"Sehe ich so aus, als hätte ich an einem normalen Schultag Geld bei mir?" Antwortete Daisuke und schoss den Startschuss für eine weitere Runde Streit zwischen den beiden kontrastierenden Shokugeki-Moderatoren.

"Ich verstehe es immer noch nicht." Meinte Kimiko und wandte sich an ihre Mitbewohner. "Was ist los? Wir waren auch zu Hause in derselben Schule und niemand ist darüber ausgeflippt."

Während Mika immer noch gelähmt zu sein schien, kratzte sich Hiroshi am Kopf, während Yasu und Chieko einen Blick austauschten.

"Wir haben dir doch vom Zehnerrat erzählt, oder? ", begann Hiroshi.

Kimiko nickte.

"... und wir meinten es ernst mit der Bewunderung, die sie innnerhalb der Schule für sich gewinnen." Fuhr Chieko fort.

Kimiko nickte, diesmal langsamer.

"Dein Bruder hat sich einen Namen gemacht, indem er letztes Jahr den zehnten Sitz als Erstklässler und auch noch als Transferstudent gewonnen hat. Er wurde zum fünften Sitz befördert, als er in sein zweites Jahr eintrat." Endete Yasu.

Kimiko nickte. "Ah ... ja, natürlich ..." Sie hörte mitten im Satz auf und ihre Pupillen wurden rapide kleiner, als sie zu ihrem Bruder schwang. "Du bist was?"

Hiraku, der geduldig gewartet hatte, zuckte nur die Schultern und gähnte erneut. "Jetzt, da deine grundlegende Einführung in mein Schulleben vorbei ist, folge mir, Kimiko!"

Er drehte sich schnell um. Auch sein Assistent tat dies unsicher.

Kimikos linkes Auge zuckte und sie biss sich frustriert auf die Zähne. "Wir sehen uns später." Sagte sie schnell zu ihren Mitbewohnern, bevor sie Hiraku nachlief und schrie. "Oi! Hiraku, möchtest du vielleicht ein bisschen weniger konfus sein?!"

Die vielen Augenpaare von Klassenkameraden folgten ihr und beobachteten sie voller Ehrfurcht, Verwirrung und Neugier.

"K ... Kimiko-cchis Bruder ist schon einer ..." stammelte Chieko. "Und ich dachte, Yukihira sei die Nonchalante." Pfiff Yasu.

"Candycorn ist widerlich, Punkt." Proklamierte Daisuke. "Du hast einfach keinen Gaumen, der richtig beurteilen kann! Ich meine, du isst freiwillig Lakritze! Das ist widerlich!" Schoss Hideyoshi zurück. Yasu drehte den Kopf und war leicht verblüfft über die schnelle Änderung der Konversation. "Habt ihr euch nicht über die Wette gestritten?" "Genau, könnt ihr euch wenigstens an die Themen eurer sinnlosen Streitereien halten!" Fügte Chieko hinzu, während sie ihre Hände in die Hüften stemmte.

"Eh eh eh... ich meine, wen interessiert es, ob Hiraku-sa-ich meine, Yukihira-senpai mit Yukihira verwandt ist?! Es ist absolut unwichtig. Ich meine ... es ist nicht so, dass ich Yukihira-senpai mag oder! Ich werde dich immer noch besiegen Yukihira! "

Stotterte Mika, während sie schwankte und eine geballte Faust in die Luft hielt.

"Natürlich, Itoko-Chan, natürlich." Hiroshi seufzte.

Er drehte sich um und sah zu, wie sich die Menge langsam trennte, als Kimiko sowie ihr Bruder und sein Sekretär sich in ein schwarzes Auto setzten und losfuhren.

---

Der Achte Teller - Mein Bruder, der fünfte Sitz

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"Also ...", Hiraku nahm einen Schluck aus seiner Flasche mit kaltem Tee. "Wie läuft das Schulleben so weit, Kimiko?"

"Lass den Small-Talk!"

Kimiko saß vor ihrem Bruder und sah ihn an. Neben dem um ein Jahr älteren Rotschopf saß der Assistent, der einen Laptop herausgenommen hatte und eifrig darauf rumtippte, als stünde sein Leben auf dem Spiel. Das Innere des Autos war so luxuriös wie das Äußere und ganz in Schwarz. Die Ledersitze waren bequem und weich. Am Fenster rauschte die prunkvollen Gebäude Totsukis sowie einige Bäume und sonstige Natur vorbei, was Kimiko erneut in Frage stellte, wie groß eine einzige Schule sein kann.

Verwirrung zeigte sich auf Hirakus Gesicht. "Hm?" "Tu nicht so, also ob das ein typisches Gespräch nach der Schule ist!" Tadelte Kimiko. "Du hast mich in einem hochwertigen Auto abgeholt."

Hiraku schien es immer noch nicht zu verstehen.

"Wo bist du gewesen?" Kimiko beugte sich ein wenig vor und verschränkte die Arme, um zu signalisieren, dass sie eine Antwort erwartete.

"Beschäftigt." Hiraku wiederholte seine Antwort von zuvor. Sein Assistent gab stattdessen eine klare, ohne vom Computerbildschirm aufzublicken. "Hiraku-sama verbringt seine Zeit damit, sich auf den vierten Sitz vorzubereiten."

"Ja, darüber ..." "Oh, übrigens, Kimiko ... Dies ist mein Sekretär, der sich freiwillig bereit erklärt hat, für mich zu arbeiten: Hayama Akio, der sechste Sitz."

Kimiko blinzelte.

... Hayama?

Akio konnte sich eine Sekunde erlauben um von seinem Laptop aufzusehen. "Es ist mir ein Vergnügen, junge Kimiko-sama." "Erstens: Bitte, nenn mich nicht so." Kimiko schüttelte sich bei diesem Wortlaut der Bewunderung von einem Typ, den sie gerade eben est getroffen hatte. Akio schien es aber überhört zu haben. "Und zweitens: Hast du möglicherweise eine Schwester oder Cousine in meinem Jahr, Hayama-senpai?"

Das Tippgeräusch ließ nach, als Akios Finger sich nicht mehr bewegten. Er sah nicht auf und sagte nur. "Du meinst, Hayama Kaori?" "Ja." Kimiko nickte.

Ein Seufzer entkam Akio und er fing wieder an zu tippen. "Ja, Kaori ist in der Tat meine kleine Schwester. Aber rede nicht mit ihr darüber ..." Seine folgenden Worte wurden unter zusammengebissenen Zähnen gesprochen und klangen ziemlich bitter. "... sie redet anscheinend nicht gern darüber."

Kimiko legte bei dieser Antwort den Kopf schief, aber ihre Aufmerksamkeit wurde wieder auf ihren Bruder gelenkt.

"Also Kimiko, was beschäftigt dich?"

Kimiko drehte sofort den Kopf. "Viele Dinge! Warum erfahre ich aus heiterem Himmel, dass du in dieser Zehnerrat-Sache bist? Du hast es noch nie erwähnt!"

"Du hast nicht gefragt, ich wusste nicht, dass es dich interessieren würde. Ich meine, es schien, als ob du dich zu Hause überhaupt nicht um Totsuki kümmerst. Du hast nie auch nur eine Frage gestellt." Hiraku kratzte sich am Kopf. Kimiko murrtee. Er hatte recht, sie kümmerte sich nicht wirklich um ihre neue Schule.

"Natürlich nicht. Warum kümmert dich es denn so? Und warum nennt dich jeder 'Hiraku-sama'? Du bist aus einer Gaststätte!"

Hiraku zeigte auf sich selbst und ein kleines Grinsen erschien auf seinen Lippen.

"Aber ich habe Talent und eine 'von Engeln gesegnete Zunge'."

Damit schaute er weg, ein Signal dafür das dieses Gespräch vorbei war. Kimiko blinzelte und legte den Kopf schief. "Du hast ... was?"

"Großartige Arbeit im Shokugeki heute, obwohl ich nicht verstehe, warum du für die Französisch AG gekämpft hast." Sagte Hiraku, während er abwesend aus dem Fenster schaute und Kimikos Frage übersprang.

Kimiko hob nur eine Augenbraue, beschloss aber, mit denselben Waffen zu kämpfen. "Danke, oh und um auf deine vorherige Frage zurückzukommen, das Schulleben ist bis jetzt in Ordnung."

Sie sah, wie Hiraku grinste, aber seinen Blick immer noch auf die verschwommene Szenerie hinter dem Fenster richtete. Kimiko beschloss, auch nichts hinzuzufügen. Akio war zu beschäftigt, um zu reden.

---

"So hier sind wir." Kündigte Hiraku an, als die drei aus dem Auto ausgestiegen waren. "Dies ist der ehemalige Treffpunkt der Vegetarischen AG." Gab Akio Kimiko weitere Erklärungen. "Ehemalig?" Hakte die Blondine nach.

Akio nickte und sagte ihr somit schweigend, dass sie richtig gehört hatte. "Hiraku-sama brauchte eine Küche zum Experimentieren. Ein Shokugeki hat das erledigt."

"Aha ..." antwortete Kimiko.

Ihr Bruder hat in einem Jahr in dieser verrückten Schule wirklich viel veranstaltet.

"Also Hiraku, werden deine Rätsel endlich ein Ende haben?" Fragte Kimiko ihren Bruder, sobald das Trio die leere, aber riesige Küche betreten hatte.

Sie zuckte zusammen, als Akio sprach. "Hiraku-sama, ich wollte dich nur daran erinnern, dass du in eineinhalb Stunden deinen nächsten Termin hast."

Hiraku drehte sich halb um und beäugte die beiden. "Danke, Hayama." Er drehte sich wieder zurück und näherte sich dem hochwertigen Kühlschrank, um alles vorzubereiten, was dieses seltsame Kopf den bloß vorhatte.

"Mein tiefstes Beileid übrigens." Murmelte Kimiko an Akios Seite. "Verzeihung?" War die mehr als verwirrte Antwort.

"Eh ... Als ich dich kennenlernte, war ich zu beschäftigt, meinen Bruder zu verstehen... um zu bemerken, dass du tatsächlich die herausforderndste Aufgabe im gesamten Universum übernommen hast!"

Akio legte den Kopf schief und verstand es immer noch nicht. Also arbeitete Kimiko ihren Punkt weiter aus. "Ich meine, der Sekretär eines solchen Chaots zu sein, muss unglaublich harte Arbeit sein, oder?"

"Du bist dir aber bewusst, dass du da über deinen eigenen Bruder sprichst, kleine Miss?" "Natürlich tue ich das!" Kimiko verschränkte die Arme. "Und als seine Schwester weiß ich, dass man selten eine so unorganisierte Person trifft. Ganz zu schweigen von der Begriffsstutzigkeit von diesem Typen! Nur unser Vater konnte ihn was das angeht herausfordern."

Akio blinzelte stumm. Sein Gesicht zeigte jetzt ein leichtes Erstaunen sowie eine starke Verwirrung. Als ob Kimiko in einer Fremdsprache mit ihm gesprochen hätte.

"Na ja ... nicht wichtig."

Die unangenehme Stille, die sich danach aufbaute, wurde dankenswerterweise von Hiraku unterbrochen. "Hier ist es also."

Der Rotschopf hatte verschiedene Fischarten auf den Tisch gelegt und zog nun einen Wok heraus.

Kimiko beschloss, Akio und seine seltsame, unsterbliche Loyalität zu ihrem Bruder zu verlassen und ging auf eben diesen zu, neugierig, endlich herauszufinden, was los war. "Ah, Kimiko." Rief Hiraku beim Anblick des blonden Mädchens, das mit den Händen in den Hüften vor ihm stand. "Nun, da alles vorbereitet ist ... Lass uns anfangen."

Er zeigte auf den Fisch. "Ich weiß, dass du heute schon mit Fisch gearbeitet hast, aber das hat mich wirklich begeistert ... Bitte, bereite einen Wok mit einem dieser Fische vor."

Kimiko erstarrte und gaffte ziemlich verblüfft. Hiraku ging an ihr vorbei, klopfte dabei aber ermutigend auf Kimikos Schulter. "Ich weiß, dass du das kannst, Kimi. Viel Spaß!"

Kimiko löste sich aus ihrem gefrorenen Zustand und sah noch verwirrter als zuvor aus. "Du hast mich hierher gebracht ... ins absolute Nirgendwo ... nach so einem mysteriösen Auftritt... um zu kochen? Nachdem ich gerade ein Shokugeki hatte?!"

Hiraku drehte den Kopf zur Seite. "Hm? Gibt es ein Problem damit?"

Diese vertraute Frustration über Hirakus Gleichgültigkeit krabbelte wieder durch Kimiko hindurch und sie ballte die Faust, während sie die Zähne zusammenbiss. "Hngh ... Ja, irgendwie schon. Du und dein ... Argh!"

Hiraku zog eine Augenbraue hoch, als wäre Kimiko diejenige, die sich hier seltsam verhält und irgendeinen offensichtlichen Punkt nicht einsah. "Wirst du jetzt anfangen zu kochen oder nicht?" Er grinste. "Oder ist das zu viel für dich?"

Das war's. Kimiko griff nach dem ersten Messer in ihrer Nähe und polterte. "Zu viel? Ich zeige dir 'zu viel'. Warte nur, du arroganter Haufen Joghurt."

"'Haufen Joghurt'?" Wiederholte Akio. Hiraku stieß nur ein belustigtes Lachen aus und schüttelte den Kopf. "Nimm was du brauchst."

"Humph." Kimiko wandte sich von ihrem Bruder ab und begann die vielen Schränke zu inspizieren, die in dieser riesigen Küche zu finden waren. Sie öffnete sie nacheinander und warf einen Blick auf die vielen Zutaten, die in Tausenden verschiedener Küchen bekannt waren. Bambussprossen und Kartoffeln. Sojasauce und Wein. Mangos und Äpfel.

Nach einem langen Blick rief sie endlich aus. "Okay, ich denke ich habe eine Idee."

Schnell sammelte sie die für ihren Plan nützlichen Dinge und begann zu arbeiten.

Es dauerte nicht lange, bis ein erfrischender, fast sommerlicher Duft die riesige Küche erfüllte.

Der Wok brutzelte und wie üblich ignorierte Kimiko ihre gesamte Umgebung und konzentrierte sich nur auf das Innere des Wok.

Akio sah wieder auf und roch. "Zitronengras." Erklärte er dann, vollkommen zuversichtlich. "Gemischt mit Kokosmilch und ich kann auch den Duft von Ingwer erhaschen ... außerdem ..." "Ach komm schon, Hayama! Wir wissen, dass deine Nase großartig ist, aber verdirb nicht den Spaß." Unterbrach Hiraku.

"Ich ... es tut mir so ... so leid ...!" Stotterte Akio. "Ach ..." Hiraku machte eine abwinkende Handbewegung um ihn zu sagen er solle sich beruhigen. "Es ist schon okay, ich wollte dich nur ein wenig ärgern. Schließlich ist dein beeindruckender Sinn für Duft einer der vielen Gründe, warum du mein Sekretär bist."

Akio nickte und machte sich hastig wieder an die Arbeit. Hiraku drehte sich um und sah zu, wie seine Schwester wieder mit dem Wok umging.

"Fertig! 'Eine tropische Sommererinnerung'!" Rief Kimiko dann, nachdem sie fertig war. Sie überreichte die beiden Teller ihrem Bruder und seinem Assistenten mit einem selbstbewussten Lächeln.

Der Teller zeigte klebrigen Reis und darauf gab es verschiedenste Gemüsesorten sowie gebratene Nuggets.

"Hoffentlich macht es euch glücklich!"

"Danke für das Essen." Sagten Hiraku und Akio gemeinsam.

Das Gericht zu probieren war wie in das tropische Wasser des Pazifischen Ozeans einzutauchen.

Hiraku und Akio waren völlig entkleidet und befanden sich in erfrischend kaltem und klarem Wasser, umgeben von Tausenden von bunten Korallen und Fischen.

Helles Sonnenlicht brach durch das Wasser und erreichte sie von oben, während der Seetang ruhig mit den Wellen schwankte.

"Wie beruhigend ...", dachte Akio, während er die Clownfische zwischen den Anemonen spielen sah.

Hiraku lächelte und drehte den Kopf, um ein paar Plastikflaschen zu beobachten, die langsam zu Boden sanken.

"Wie ich dachte, hast du eine Kokosmilch-Zitronengras-Sauce verwendet und sogar sorgfältig geschnittene Ingwerstücke sowie Kaffernlimettenblätter in den Reis gegeben. Alle kommen in einer beruhigenden Harmonie zusammen." Sprach Akio zurück in der realen Welt.

Kimikos Lächeln wurde größer. "Ja! Gut erkannt. Die Zutaten hier herumliegen zu sehen, war die Hauptinspiration für dieses Gericht."

"Kaffernlimetten stammen aus den Tropen Asiens, werden aber heutzutage auch in der Karibik gepflanzt." Hielt Hiraku einen Vortrag. "Die Art und Weise, wie Kimiko ihre Blätter verwendete, ist in Thailand und Vietnam üblich, wo sie die Blätter in hauchdünne Scheiben schneiden." Er sah Kimiko an. "Papa hat dir das gezeigt, oder?"

Kimiko schüttelte den Kopf. "Eigentlich hat Mama es getan."

"Der Hauptteil des Gerichts ..." Akio sprach jetzt. "Ist der gebratene Fisch." "Oh ja natürlich." Bestätigte Hiraku.

Die beiden bezogen sich auf die Nuggets, die im Reis lagen.

"Fisch- und Tintenfischnuggets." Hiraku wies darauf hin, was zu einem "Genau" von Kimiko führte. Akio nahm einen weiteren Bissen. "Begleitet von Bambussprossen, Mungobohnensprossen und Karotten. Alles passt gut zusammen und gibt einen Vorgeschmack auf den Sommer und die Tropen!"

Kimikos Augen schimmerten und sie verbeugte sich halb. "Danke für das Lob."

"In dem Ozean, den du erschaffen hast, schwimmen nur ein paar Plastikflaschen herum." Lächelte Hiraku, was Akio dazu brachte, ihn sofort anzusehen, gespannt darauf, was kommen würde.

Alles Licht ging sofort aus Kimikos Gesicht, da auch sie wusste, was kommen würde. Sie unterdrückte ein Murren und sah ihn nur an und zog eine Augenbraue hoch.

"Die Nuggets sind zwar eine ausgezeichnete Idee, haben aber immer noch etwas zu viel Ölgeschmack für mich. Außerdem hättest du den Fisch etwas länger dämpfen können. Ein bisschen weniger Kokosmilch hätte es auch getan und du hättest dafür mehr Ingwer einbringen sollen. "

"Wow ...", sagte Akio ehrfürchtig, während Kimiko schmollte. "Ja, ja."

Hiraku stand mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck auf. "Mama würde wahrscheinlich kleinere Fehler finden, aber es war trotzdem ein gutes Gericht." "Vielen Dank." Seufzte Kimiko und begann den Tisch zu putzen, an dem sie gearbeitet hatte.

"Ich denke, ich werde dir mit Woks ein bisschen mehr beibringen. Aber im Moment würrde ich die erste Lektion mal als Erfolg bezeichnen."

Kimiko hörte auf zu putzen. Langsam sah sie auf und beäugte ihren Bruder scharf. "Erste Lektion?" Wiederholte sie mit einer Stimme, in der Hoffnung mitschwang sie hätte sich verhört. Denn wenn sie das nicht tat, würde sie es eindeutig nicht verstehen.

"Oh! Ja, natürlich. Ich habe es dir noch nicht gesagt ...", rief Hiraku aus. "Nun, Kimiko. Von jetzt an werde ich dich unterrichten. Du wirst jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag abgeholt und ..." "Mich unterrichten?"

Kimikos Gehör lag also nicht falsch. "Warum zum Teufel würdest du mich unterrichten? Wir sind beide größtenteils selbstgelehrt ... Was könntest du mir beibringen, dass ich irgendwann nicht selbst herausfinden könnte?"

Akio hörte auf zu tippen. Er vermied Augenkontakt mit beiden Yukihiras und starrte nur unbehaglich auf den Boden. Der Raum war still. Kimikos goldene Augen brannten und verlangten eine Antwort auf diesen Unsinn. Sie bohrten sich durch Hirakus ruhige und kühle lila Augen.

"Kaviar." Sagte Hiraku dann. "Du hast keine Ahnung, wie du davon Gebrauch machen sollst."

"Und was ist daran ein Problem? Kaviar ist keine Sache im Yukihi-" "In einer Gaststätte willst du sagen." Unterbrach Hiraku sie scharf.

Ein leichtes Aufkeuchen entkam Kimiko und sie riss geschockt die Augen auf. Hiraku blieb kalt und unterbrach den Augenkontakt nicht. Akio versuchte immer noch, unsichtbar zu sein.

Nach langem Schweigen konnte Kimiko endlich antworten. "W ... was?"

Hiraku seufzte, ähnlich wie ein Lehrer, der zum sechsten Mal dasselbe wiederholte. "Komm schon, Kimiko. "

Da seine Schwester ihn nur verständnislos weiter anstarrte, verstand er, dass er mehr sagen musste. "Schau dich doch mal in dieser Schule um." Sagte er todernst. "Person A kommt aus dem hochrangigem Restaurant B. Die Eltern von Person B sind die berühmten Köche C und so geht es weiter und weiter. Punkt ist, jeder hier hat einen bedeutungsvollen Hintergrund."

Jetzt sah Kimiko fast angewidert aus. "Das kannst du jetzt nicht ernst meinen! Wirklich Hiraku, ich hoffe du wirst jetzt nicht das sagen was ich denke."

Hiraku blieb emotionslos und seine folgenden Worte erdolchten seine jüngere Schwester förmlich.

"Ich bin es leid ein Niemand zu sein."

Die Atmosphäre wurde immer gespannter. Akio fühlte sich persönlich wie in einem geschlossenen Raum ohne Türen und Fenster, die Wände kamen näher und näher und drohten ihn zu zerquetschen.

Kimikos Kiefer hing lose. Sie sah Hiraku jetzt an, als wäre er ein Außerirdischer.

Wer war dieser Typ? Ihr Bruder? Nein, ihr Bruder hätte so etwas nicht gesagt.

"...Niemand?" Flüsterte sie nach zu langer Stille.

"Kimiko beruhige dich, ich schwöre, ich meine es nicht böse mit dem Restaurant." Versicherte Hiraku. "Tatsächlich ist es ein großartiger Ort, der mir Millionen von Dingen beigebracht hat, von denen viele Schüler hier keine Ahnung haben. Und mit diesem unglaublichen Geschenk, das meine Zunge ist, besitze ich die Macht, alle hier zu vernichten."

Kimiko schüttelte ungläubig den Kopf. "Seit wann lobst du deinen Geschmackssinn so sehr?!" "Seit ich hier seinen wahren Wert gelernt habe!" Antwortete Hiraku. "Schüler und Lehrer fallen gleichfalls vor mir auf die Knie. Sie nennen meine Zunge ,die von Engeln gesegnete Zunge‘", und ich werde davon Gebrauch machen."

Er verschränkte die Arme und erklärte laut. "Ich werde den ersten Sitz für mich beanspruchen und nach meinem Abschluss das Yukihira in mehr als nur eine Gaststätte in der Innenstadt verwandeln, von der noch niemand etwas gehört hat! Ich werde es zu einem Restaurant machen, das mit den am meisten gelobten Elite-Köchen mithalten kann. Ich werde es zu einem großen Namen machen. Und du, Kimiko ... Du wirst mir helfen. Deshalb musst du ein bisschen trainieren. "

"Du ... du bist verrückt ..." stammelte Kimiko geschockt. "Ein Jahr hier und du bist  total verrückt geworden!" Schrie sie dann.

Hiraku verdrehte die Augen, als würde Kimiko immer noch irgendeinen offensichtlichen Punkt nicht verstehen. "Jetzt schrei mich nicht an! Du solltest mich doch am besten verstehen ... als Teil der 'Juwelen-Wiedergeburt'!"

"Der was?!" Platzte Kimiko heraus. Erstens verstand sie diesen Begriff nicht. Zweitens machte Hiraku sie ziemlich wütend mit dem Unsinn, den er plapperte.

"Das ist mal wieder typisch." Antwortete Hiraku, er hob nun auch seine Stimme ein wenig. "Kimiko, wenn du dich einfach mal einmal um dein Drumherum kümmern würdest, hättest du bemerkt, wer die Leute in deiner Generation tatsächlich sind. Du bist Teil der 115. Generation! Und ich habe nicht vor meine kleine Schwester überschattet zu sehen von den wiedergeborenen Juwelen die diese Generation dominieren. "

Kimiko verstand immer noch nicht was Hiraku von ihr wollte. "Du bist verrückt." Murmelte sie.

Sie starrte ihn etwas länger an, bevor sie sich vom Tisch entfernte und nach draußen ging. "Und entschuldige, aber ich werde nicht Teil von deinem Plan sein, diese dumme Schule zu erobern. Tatsächlich werde ich das selbst tun."

Sie erreichte die Tür, aber bevor sie sie öffnete, drehte sie sich ein letztes Mal um und sagtee herausfordernd.

"Ich werde nicht zulassen, dass du unser Restaurant zu einem so leblosen Ort machst, wie du es dir da erträumt hast! Ich werde den ersten Sitz erringen. Und ich werde es ohne Kaviar tun!"

Damit war sie aus der Tür und schlug sie laut zu.

In den ersten zwanzig Sekunden herrschte Stille zwischen Hiraku und Akio, bevor Akio unsicher sprach. "Ist alles in Ordnung, Hiraku-sama?"

Hiraku stöhnte und kratzte sich am Kopf. "Ja, das ist es. Kimiko war immer nur ziemlich feurig gewesen. Sie wird sich schon noch beruhigen."

"Wenn du meinst ...", sagte Akio unsicher, bevor er sich räusperte und informierte. "Dein nächster Termin ist in zwanzig Minuten."

---

Nach Minuten des wütenden Herumstapfens hatte sich Kimiko genug beruhigt, um zu erkennen, dass sie keine Ahnung hatte, wo sie war.

Nach allem, was sie wusste, war diese Schule lächerlich groß und konnte in Bezug auf die Größe wahrscheinlich mit vielen kleineren Städten verglichen werden. Das Wohnheim oder irgendein anderes vertrautes Gebäude könnten kilometerweit entfernt sein.

Ihre Lösung für dieses Problem war dann, ihr Handy herauszuziehen. Sie wählte die Nummer, die sie anrufen wollte, und wartete darauf, dass die andere Person abnahm.

Schließlich erreichte eine ruhige, monotone Stimme ihr Ohr, die sich anhörte, als wäre sie gerade aufgewacht. "...Ja?" "Ähm ... hey Onkel Ryo ..."

Die andere Partei klang überrascht. "Kimiko?" "Ja ... Okay, ähm ... ich bin gerade draußen und so gut wie verloren. Ich weiß nur, dass ich in der Nähe der Vegetarischen AG bin und ..." "Ich werde dich abholen."

Ryo legte auf und ließ Kimiko nichtmal die Zeit "Ähm ... in Ordnung?" zu sagen.

Sie wusste nicht, wie lange es dauerte, aber irgendwann hielt ein schwarzes Auto in ihrer Nähe an und ein Mann stieg aus.

Er war muskulös, groß und hatte langes, wildes, schwarzes Haar, das ungepflegt lose hing. Seine Augen waren rot und mit tiefen Augenringen verziert. Er trug ein schwarzes Trägershirt sowie eine schwarze Hose und schwarze Schuhe. Dies war Alices Ehemann sowie Lolas und Monas Vater und Kimikos Onkel; Ryo Nakiri.

"Entschuldigung, dass es so lange gedauert hat." Sagte er auf diese langsame, fast faule Weise, die Mona von ihm geerbt hatte. "Ich bin auf der Suche nach dir um die Vegetarisch AG gefahren."

"Oh, ist schon okay!" Versicherte Kimiko sofort und rannte auf ihn zu. "Vielen Dank, dass du mich abgeholt hast, Onkel Ryo." "Kein Problem." Erklärte er, bevor er sich umdrehte und wieder ins Auto stieg.

Kimiko folgte ihm und setzte sich auf den Rücksitz. "Wie bist du eigentlich hier gelandet?" Fragte Ryo, nachdem er das Auto gestartet hatte. "Oh ... nun, ähm ... Hiraku hat mich hierher gebracht."

"Hiraku?" Fragte Ryo. "Warum hat er dich dann nicht auch wieder nach Hause gebracht?" "...Wir haben gestritten." Murmelte Kimiko.

Ryo spürte, dass sie nicht weiter darüber reden wollte und summte nur als Antwort.

"Alice hat dich ins Polarstern gesteckt, oder?" Fragte Ryo dann nach einer kurzen Gesprächspause. Kimiko nickte. "Ja ..." "Dann bringe ich dich mal dorthin, hm?"

Es folgte eine weitere Stille, in der Ryo zu dem Ort fuhr, den er als Teenager tausende Male besucht hatte, und Kimiko versank in ihren eigenen Gedanken.

Visionen ihres Bruders tauchten in ihrem Kopf auf.

Eine Person, die vertraut sein sollte, wirkte plötzlich wie ein Fremder für sie.

"Ich bin es leid, ein Niemand zu sein."

... War er immer so arrogant?

"Schüler und Lehrer fallen gleichfalls vor mir auf die Knie. Sie haben meine Zunge 'die Zunge die von Engeln gesegnet ist' genannt, und ich werde davon Gebrauch machen."

... Es war, als würde man mit einer ganz anderen Person sprechen.

"Ich werde es zu einem Restaurant machen, das es mit den am meisten gelobten Elite-Köchen aufnehmen kann."

... Warum sollte er das wollen? "Restaurant Yukihira" war so wie es war in Ordnung!

"Du solltest mich doch am besten verstehen ... Als Teil der 'Juwelen-Wiedergeburt'!"

Kimiko neigte ihren Kopf zur Seite über diese eine verwirrende Linie.

"Kimiko, wenn du dich einfach mal einmal um dein Drumherum kümmern würdest, hättest du bemerkt, wer die Leute in deiner Generation tatsächlich sind. Du bist Teil der 115. Generation!"

"Onkel Ryo?"

"Hm?"

Kimiko schluckte und fragte dann. "Läutet der Begriff 'Juwelen-Wiedergeburt' eine Glocke bei dir?"

Vielleicht war es etwas in Kimikos Augen, aber es schien, als ob Ryo tatsächlich zusammenzuckte.

"Was hast du gesagt?" Erkundigte er sich dann.

"Juwelen-Wiedergeburt ...?" Wiederholte Kimiko unsicher, überrascht von dieser Reaktion.

Plötzlich bog das Auto scharf ab und änderte die Route. Bevor Kimiko fragen konnte, erklärte Ryo bereits. "Wir gehen in die Villa." Er seufzte. "Diese Angelegenheit betrifft deine Tante."

Es war, als würde dieser Tag Kimiko immer mehr Rätsel aufwerfen. Hatte die Menschheit über Nacht die Fähigkeit verloren sich klar und verständlich auszudrücken, oder was war das?

Kimiko seufzte nur leicht müde und beschloss widerwillig, nur zu warten. Welche andere Wahl hatte sie auch?

--.

"Alice!" Ryo schwang die Tür auf, ohne Rücksicht für einen potenziellen Geschäftspartner oder einem anderen wichtigen Gast, der gerade dort sitzen könnte. Zum Glück war das nicht der Fall.

Alice war allein in ihrem Büro und sah überrascht zum plötzlichen Eintritt ihres Mannes und ihrer Nichte auf. "Huh, Ryo? ... und Kimiko?"

"Hey Tante Alice." Kimiko hob eine Hand, während Alices fragende Augen zu Ryo schauten, der nur murmelte. "Yo."

Nachdem Alice einen stillen Gruß genickt hatte, stand sie von ihrem Schreibtisch auf. "Was soll dieser Besuch? Ich bin ziemlich beschäftigt ..." "Ich weiß, ich weiß." Ryo seufzte. "Hiraku hat Kimiko in seine private Küche gebracht und ich hab sie abgeholt da sie sich verlaufen hatte." "Und?" "Auf dem Heimweg hat sie mir etwas erzählt ..."

Ryo ging auf sie zu, um sie über die Neuigkeiten zu informieren. Er lehnte sich eng an ihr Ohr und flüsterte etwas.

Kimiko blieb wo sie war und wartete geduldig auf eine Reaktion von Alice.

Die roten Pupillen der weißhaarigen Frau wuchsen ein wenig als Alice Ryo zuhörte. Als ihr Mann fertig war, wandte sie sich sofort an Kimiko. So augenblicklich, dass das blonde Mädchen wegen der Plötzlichkeit ein wenig zusammenzuckte.

"Warte eine Sekunde bitte." Wies Alice an und zeigte auf einen der vielen Stühle in ihrem Büro, bevor sie den Raum hektisch verließ.

Langsam tat Kimiko wie gesagt und setzte sich.

"Also ... was ist jetzt los?" Fragte sie dann ihren Onkel, der dasselbe getan hatte.

"'Juwelen-Wiedergeburt' ist ein Begriff, von dem wir dachten, dass du ihn eines Tages hören würdest, aber nicht so bald. Er wird meistens nur von Lehrern verwendet und nicht von der eigentlichen 115. Generation selbst." Kimiko sagte nichts und starrte Ryo nur an und ermutigte ihn dadurch, weiterzureden. "Alice mag diesen Begriff nicht und ist auf der Suche nach einem neuen ... 'cooleren' ... Titel für deine Generation. Aber ja, im Moment gibt es Leute, die einige besondere Kinder in deine Generation als 'wiedergeborene Juwelen' bezeichnen. "

Kimiko blinzelte. "Wiedergeborene Juwelen ...?" Wiederholte sie um sicherzugehen. Nachdem Ryo ihr zugenickt hatte, wagte sie es zu theoretisieren. "Also ... gab es schon ... 'Juwelen'?"

"Genau das ist der Fall." Ryo seufzte, was Kimiko dazu brachte, ihren Kopf noch einmal zu neigen.

Die Tür ging auf, bevor jemand noch ein Wort sagen konnte und Alice trat zurück in den Raum. Diesmal hatte sie einen ziemlich ernsten Gesichtsausdruck und sah Kimiko direkt an.

Kimikos fragende Augen wanderten eher zu dem braunen Buch, das in Alices Hand lag. Bevor sie es aussprechen konnte, hatte Alice bereits ihre Gedanken gelesen.

"Kimiko."

"Ja?"

"Ich werde es dir jetzt zeigen, die 92. Generation ...

...

... die 'Juwelengeneration'. "
---

Draußen war es schon dunkel, als Kimiko endlich im Wohnheim ankam. In ihrer Hand hatte sie das Fotoalbum, das Alice ihr geschenkt hatte.

"Wir sehen uns, Kimiko!" Verabschiedete Ryo sich, bevor er losfuhr. Kimiko winkte nur leicht.

"Kimiko-chan? Du bist ziemlich spät?" Rief ein überraschter Satoshi, als Kimiko eingetreten war. "Die anderen sagten, du bist nach dem Shokugeki mit deinem Bruder gegangen ... Wie war es eigentlich?"

"Gut, ich habe gewonnen." Murmelte Kimiko. "Und ich habe mich danach mit meiner Tante und meinem Onkel getroffen, weshalb ich zu spät komme."

Satoshi sah sie von Kopf bis Fuß an, bevor er seine Beobachtungen laut machte. "Du siehst aus, als hättest du einen langen Tag hinter dir und bist sicherlich ziemlich müde. Du hast wahrscheinlich schon in der Villa gegessen, also tu dir einen Gefallen und geh einfach ins Bett, okay?"

Kimiko nickte erleichtert. "Ich werde das tun, Satoshi-san. Gute Nacht." "Gute Nacht Kimiko-chan." Leise ging sie zur Treppe und ging nach oben.

Als sie endlich ihr Zimmer erreicht hatte, warf sie sich sofort auf das Bett.

"Die Lehrer neigen dazu, deine Generation als "Juwelen-Wiedergeburt" zu bezeichnen, weil es in ihr zufällig ziemlich viele Nachkommen ehemaliger Totsuki-Schüler gibt, die Teil der 92. Generation von Totsuki. Die Generation, die später als "Juwelengeneration" bezeichnet wurde, aber das ist momentan nicht wichtig ... Schau dir erstmal dieses Album an. "

Kimiko wusste nicht wirklich, ob dieses Album, das ihre Tante ihr gab, eine nützliche Antwort auf all diese Rätsel gab. Es war voller alter Bilder, von denen viele Alice und Ryo sogar als Teenager zeigten. Neben ihnen waren ein paar andere Teenager, die Kimikos Auge nicht kannten.

Sie hatte mit Alice ein wenig durch das Album geschaut und ihre Tante hatte ihr einige Namen genannt.

Viele von ihnen klangen viel zu vertraut.

Zum Beispiel gab es anscheinend eine "Miyoko Hojo", dessen Haare das gleiche Lila hatten wie die von Takayuki Hojo. Es gab nicht so viele Bilder von ihr, aber viele zeigten sie in roter chinesischer Kleidung, wo sie mit Woks oder anderen Dingen umging, die der chinesischen Küche vertraut sind.

Und dies war nur einer von vielen "Zufällen".

Wie kommt es, dass es auch ein schwarzhaariges Mädchen namens "Urara Kawashima" gab, dessen Band um den Arm sie als Moderatorin klassifizierte?

Oder einen "Daigo Aoki", dessen Augen zufällig die gleiche schwarze Farbe hatten wie die von Daisuke Aoki?

"Das ist alles so seltsam." Kimiko seufzte vor sich hin und legte das Album auf ihren Schreibtisch.

Warum sollte Hiraku sich um sowas kümmern? Warum benimmt er sich überhaupt so seltsam?

Warum war es denn nur so eine große Sache, Teil der "Juwelen-Wiedergeburt" zu sein? Es gab halt viele Kinder von Berühmtheiten, na und? War nicht die ganze Schule voll davon?

Kimiko fragte sich auch, ob es in Ordnung war, mit ihren neuen Mitbewohnern darüber zu sprechen, oder ob sie seltsam rüberkommen würde, wenn sie ihre Eltern nicht kannte. Auch wie Ryo gesagt hatte, benutzte die 115. Generation diesen Begriff selbst nicht.

Aber sie musste mehr über diese "Juwelengeneration" herausfinden, wie viele Nachkommen davon tatsächlich die Schule besuchten und warum der Begriff "Juwelen" ursprünglich verwendet wurde. Und natürlich was es war, das so plötzlich die Gedanken ihres Bruders verdreht hatte.

--.

Alices Blick klebte am Fenster. Die Dunkelheit und wie sie von einer Reihe von Lichtern unterbrochen wurde, die darin schimmerten.

-

"Bist du sicher, dass du das willst?"

"..."

"..."

"...Ja, ich bin sicher."

"Dann werde ich alles in meiner Macht stehende tun, um deine Entscheidung zu unterstützen."

-

"Alice?"

Totsukis Schulleiterin drehte sich zu dem vertrauten Geräusch der Stimme ihres Mannes um. Ryos Gesicht zeigte keine Emotionen, aber das war auch typisch.

"Ja?"

"Du hast die Fotos, auf denen sie drauf sind, ernsthaft herausgenommen?" Er zeigte auf den Stapel loser Fotos, den Alice sicher in ihren Händen hielt. Sie packte sie noch fester, als hätte sie Angst, Ryo könnte sie aus ihren Händen reißen.

Sie runzelte die Stirn.

"Natürlich habe ich das."

Sie wandte sich wieder dem Fenster zu und erklärte.

"Du weißt, dass ich meine Versprechen halte."

Ein Seufzer war hinter ihr zu hören. "Ich weiß."
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