Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Shokugeki no Kimiko (Deutsch)

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Mix
Erina Nakiri OC (Own Character) Soma Yukihira
01.08.2020
07.09.2020
18
106.289
4
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
28.08.2020 7.470
 
„BEGINNT DAS KOCHEN"

Die beiden Eliten mussten nicht zweimal informiert werden, und in dem Moment, in dem die Glocke durch Halle Chandra hallte, drehten sich Ran und Hiraku schnell um, um zu den ihnen zugewiesenen Kochstationen zu gelangen.

Der Nervenkitzel und die Vorfreude des Publikums waren mehr als offensichtlich, da viele nicht still sitzen konnten und sich vorbeugten, vor Angst etwas verpassen zu können. Unter den erwartungsvollen Zuschauern befand sich Mika Aldini mit blauen Augen voller strahlender Sterne und leicht geröteten Wangen. Ihr Blick war auf Hiraku Yukihira gerichtet, der gerade dabei war, seine Zutaten auszupacken.

Ihr Cousin neben ihr konnte sich jedoch anscheinend nicht weniger um das Match kümmern, da er nicht einmal in die Richtung blickte, in der es stattfand. Anstatt nach unten zu schauen, suchten seine Augen den oberen Teil der Halle ab: die hell-beleuchteten Lounges für die großen Persönlichkeiten. "Ich hoffe, Kimiko-san geht es gut da oben.“ Sprach er abwesend.

"Tadokoro." Chiekos Stimme ertönte in seiner Nähe. "Kimiko-cchi ist doch sehr mutig." Als Hiroshi seinen Kopf zu ihr drehte, versuchte sie ihm ein Lächeln zu schenken. "Ich bin sicher, sie wird ein paar Stunden mit Shigeo-senpai überleben. Es ist auch gar nicht sein Stil, Leute direkt anzugreifen, geschweige denn so schnell."

Hiroshi presste die Lippen zusammen, bevor er eine Antwort gab. Die Unsicherheit in seiner Stimme war mehr als offensichtlich. "Ich hätte es einfach besser gefunden, wenn jemand mitgekommen wäre, denke ich ... alles ging so schnell." Er kratzte sich am Kopf und blickte zurück zu den VIP-Lounges. "Der Gedanke, dass jemand mit Shigeo-senpai, Umino-senpai und Yamada-senpai allein ist ... macht mir Angst."

„Geht mir auch so, ehrlich." Teilte Daisuke sich mit und schüttelte sich bei der Erinnerung an Umino und Yamada direkt vor ihnen. "Yukihira echt Mut, denen zu folgen."

Schließlich beschloss Yasu, auch an dieser Diskussion teilzunehmen. "Wir hätten sie aufhalten sollen." Er nickte den Lounges zu. "Dieser Schmierlappen ist doch absolut unfähig, jemals mit guten Absichten zu handeln. Und die Leute machen es ihm weiterhin leicht." Er biss die Zähne zusammen.

"Um Himmels Willen." Chieko schnaufte und verschränkte die Arme. „Hört auf, euch so zu benehmen, als wäre Kimiko-cchi eine dieser leicht zu überzeugenden Schwächlinge! Wir haben ihr gesagt, mit welcher Art von Person sie es zu tun hat, und sie lässt sich auch nicht besonders leicht einschüchtern, nach allem was wir schon von ihr gesehen haben! Außerdem ..." Das Mädchen mit Brille wandte ihre Aufmerksamkeit wieder dem zu was eigentlich die Hauptattraktion sein sollte. "Ich habe das Gefühl, dass es hier mehr um Yukihira-senpai als um Kimiko-cchi geht."

- -

Der Sechzehnte Teller - Das Ziel der Heiligen Zunge, die Grazie der Schnüfflerin und die Warnung des Paten

- -

Kimiko hatte schon mehrmals geblinzelt, aber jedes Mal, wenn sie die Augen öffnete, war ihr älterer Bruder immer noch da unten, gekleidet in eine Kochkleidung, die ihr unbekannt war und an arbeitete einer Art Teig.

Und sie saß immer noch an einem der bestmöglichen Aussichtspunkte in der gesamten Arena. In absoluter Privatsphäre.

"Glaubst du, Yukihiras neuer Pferdeschwanz wird die Mädchen weniger oder mehr für ihn schwärmen lassen?"

Nun, vielleicht nicht gerade vollständige Privatsphäre. Immerhin teilte sie den dekadenten VIP-Raum mit zwei muskelbepackten Schlägern und ihrem zwielichtigen Chef.

Taichi Yamada kratzte sich am rasierten Teil seines Haares. „Wenn Ladies nun auf Pferdeschwänze abfahren, sollte ich vielleicht meine Haare wachsen lassen?"

Katashi Umino runzelte die Stirn. "Ich glaube nicht, dass dir das stehen würde, Yamada." Er warf einen Blick zurück zur Kochstation und zu dem Rotschopf, über den wohl nie jemand jemals den Mund halten würde. "Aber ja, soweit ich weiß und gehört habe, steigt Yukihiras Popularität von Tag zu Tag." Er stieß ein Schnauben aus. "Und so auch der Stapel Liebesbriefe, den Hayama für ihn durchgehen muss."

Yamada schmollte. "Verdammt, was sehen die Mädels alle in ihm?! Yukihira sollte etwas für ..." Alles, was es brauchte, war ein leicht irritierter Seufzer von dem dritten jungen Mann, der im Raum anwesend war, damit Yamada sofort die Klappe hielt.

"Wenn ihr zwei weiter redet, könnte unser Gast noch Kopfschmerzen von dem Müll bekommen, der aus euren Münder kommt." Meckerte Shigeo Eizan ruhig, bevor er seinen Kopf zu Kimiko drehte. "Pardon, Small-Yukihira. Aus Gründen, die mir schleierhaft sind, wünschen sich diese beiden verzweifelt eine weibliche Begleiterin und manchmal haben sie den falschen Glauben, dass der Rest der Welt ihre Werbeabenteuer genauso interessant findet wie sie."

Kimiko wusste nicht genau, wie er antworten sollte. Sie war viel zu beschäftigt damit gewesen, sich an diese Situation als Ganzes zu gewöhnen, als Umino und Yamada viel Aufmerksamkeit zu schenken. Am Ende entschied sie sich für. „Ist schon in Ordnung."

In der Zwischenzeit hatte Hiraku seinen Teig fertig geknetet und war gerade dabei, ihn auszurollen.

"Pizza." Identifizierte Mika den Anblick. "Er macht Pizza." Als ob er dachte, er müsse noch mehr Gründe bringen, die Mika an ihm lieben könnte.

"Pizza?" Wiederholte Daisuke. "Es scheint mir nicht abwegig" Chieko ließ ihren Finger zur Brücke ihrer Brille gleiten. "Käse ist eine Grundzutat für Pizza." Kommentierte sie, während sie ihre Brille über die Nase schob.

Nachdem Hiraku seinen Teig ausgerollt hatte, ging er zu dem Karton, den er mitgebracht hatte und begann vier Sorten Käse herauszuziehen. "Hiraku-sama nimmt anscheinend den Käse heraus. Nicht nur einer, sondern vier!" Begleitete Hideyoshis Stimme den Prozess.

Einen Moment später rutschte Hideyoshi näher an Hiraku heran. "Die Menge kann es gar nicht erwartet, es herauszufinden, Hiraku-sama ..." Sprach er ganz beiläufig im Namen von über 200 Studenten. "Welche Käsesorten hast du uns denn heute mitgebracht?"

Hideyoshis Mikrofon wurde sehr schnell direkt vor Hirakus Mund gehalten. Hiraku brauchte jedoch fast eine ganze Minute, um die erwartete Antwort zu geben. Und um das Ganze abzurunden, war es dann auch nicht allzu befriedigend. "Ich habe vergessen, wie sie heißen."

Bevor Hideyoshi, der einen Ausdruck trug, als wäre er ins Gesicht geschlagen worden, etwas anderes sagen konnte, war ein Schnauben vom Richtertisch zu hören.

Jacqueline Ambroise beäugte Hiraku dunkel, während sie ihre Arme verschränkte. Dann kündigte sie an. "Mt. Tam, Delice de Bourgnone, Brillat Savarin und Neetle Meadow Kunik." Ihre Zunge schnalzte abfällig. "Das sind die Käsesorten, die er ausgewählt hat."

Während Jacqueline für Hideyoshis "Danke für Ihre Identifizierung, Mademoiselle" taub zu sein schien, schimpfte sie lieber so, als wäre Hiraku gerade nicht mit ihr im Raum. "Mir wurde gesagt, dass diese Yukihira-Person ein gottähnlicher Koch sein würde und anders als jeder andere in seiner Generation. Jetzt sagt mir bitte, welche Art von Koch kennt die Zutaten, die er verwendet, nicht?"

Miyoko verzichtete darauf, einen Kommentar dazu abzugeben, aber Ryo verspürte ein Gefühl der Verteidigung in ihm. "Hiraku muss nicht unbedingt die Namen der Sachen kennen, mit denen er etwas kocht, damit es gut schmeckt." Sagte er rundheraus. "Aber Sie werden es früh genug sehen."

Jacqueline knirschte mit den Zähnen, während sie eine Faust ballte. Sie brauchte all ihre Selbstbeherrschung, um nicht direkt auf Ryo zu springen und sein Gesicht mit Hilfe ihrer langen Fingernägel rot zu kratzen. Um sich von ihren gewalttätigen, undamenhaften Fantasien abzulenken, konzentrierte sie sich lieber auf den anderen Krieger des heutigen Kampfes.

Aber sobald sie ihren Blick zu Ran Mimasaka schweifen ließ, entkam ihr ein Schock. "Mon Dieu! Ist das-" Bevor der Satz beendet war, entschied sie plötzlich, dass es wichtiger war, ihre Nase zu bedecken. Schnell zog sie ein Taschentuch heraus, um dies zu tun.

Hideyoshi blinzelte verwirrt über ihre Reaktion. Aber als er die Luft roch, um herauszufinden, was zu dieser Aktion von Jacqueline geführt hatte, breitete sich plötzlich reiner Ekel auf seinem Gesicht aus. Er drehte sich scharf um und sein Blick landete auf dem Anblick von Ran, die ihren Käse herausholte.

"Meine bevorzugte Waffe für heute ist Époisses." Sagte Ran mit einem fast engelhaften Lächeln, während um sie herum immer mehr Schüler begannen, ihre Nase zu schließen und alle Arten von Flüchen auszusprechen und um Gnade zu bitten.

"Und deshalb hätte dein Bruder meiner bescheidenen Meinung nach eine VIP-Lounge für dich arrangieren sollen, Klein-Yukihira." Kommentierte Shigeo trocken, bevor er einen weiteren Schluck von seinem Kaffee nahm. Ein Teil von Kimiko wollte lachen, weil es an Shigeo absolut nichts gab, was in irgendeiner Weise bescheiden schien. Aber der Teil von ihr, der tatsächlich neugierig geworden war, was er damit meinte, war etwas stärker. "Huh?"

"Époisses", begann er und Kimiko meinte, dass seine Aussprache von Französisch viel besser klang als die von Hideyoshi. "Époisses de Bourgogne ist ein Käse, der für seinen starken schlechten Geruch bekannt ist. Es ist so unangenehm, dass der Käse einmal angeblich innerhalb des öffentlichen Verkehrssystem von Paris verboten worden ist. " Nachdem er wieder von seinem Espresso getrunken hatte, begann er mit seiner Hand leichte Gesten zu machen, als er weiter erklärte.

"Es ist eine Art gewaschener Rindenkäse, der im französischen Dorf Époisses hergestellt wird. Während des Reifungsprozesses wird die Rinde mit einer Mischung aus Salzlake und dem lokalen Tresterbrand Marc de Bougnogne gewaschen. Dadurch sammelt sich die sogenannte Brevibacterium-linen auf der Käse Oberfläche. Diese Organismen spielen eine Rolle beim Reifungsprozess verschiedener Käsesorten wie Limburger oder Livarot. Sie setzen beim Abbau von Aminosäuren flüchtige schwefelhaltige Verbindungen frei, was jedoch auch zu einem schlechten Geruch führt. Brevibacterium-linen sind auch im menschliche Körper vorhanden, wo sie Fußgeruch verursachen." Shigeo drehte seinen Kopf, um Kimikos Augen zu begegnen, ein leichtes Grinsen auf seinem Gesicht. "Daher der berüchtigte Gestank von Époisses."

Kimiko konnte nur ein Blinzeln zurückgeben, ihr Gehirn versuchte immer noch, die Flut von Informationen, die sie gerade erhalten hatte, in eine Ordnung zu bringen. "Also riecht der Käse im Grunde nach Sportsocken?" Hörte sie Umino hinter sich fragen.

"Wenn du es so ausdrücken willst." Seufzte Shigeo mit ein wenig Ärger in seiner Stimme. Dann ließ er seinen Blick zurück zu den Kochstationen und Ran wandern. "Wie auch immer einzelne Personen den Geruch von Époisses beschreiben mögen, alle sind sich einig, dass es abstoßend riecht, was es zu einer idealen Zutat für die Köchin Mimasaka Ran macht."

Zum ersten Mal seit einiger Zeit sprach Kimiko und sagte dabei mehr als zwei Worte. "Sie bewegt sich im selben Feld wie ihr kleiner Bruder Mimasaka-kun, oder? Die Verwendung stinkender Zutaten? "Kimiko hatte das Gefühl, als würde der Geruch von Kazuos Nudeln im Trainingscamp wieder in ihre Nase kitzeln und sie wollte sich fast schütteln.

Für einen kurzen Moment wanderte Überraschung über Shigeos Gesicht, als er seinen Kopf zurück zu Kimiko drehte. Aber es war schnell vorbei und machte Platz für ein leichtes Grinsen und ein anerkennendes Nicken. "Gut kombiniert, Klein-Yukihira. Das ist der Fall."

Shigeo hob ein letztes Mal seine Glastasse Espresso an die Lippen, um den letzten Schluck zu nehmen. Nachdem er dies getan hatte, streckte er sofort seine leere Tasse nach links aus und befahl. "Yamada, hol mir einen neuen Espresso." Die Antwort kam natürlich sofort. "Aye, Boss." Und nur einen Herzschlag später nahm Yamada die Tasse aus der Hand seines dunklen Lords und verließ hastig den Raum.

"Aber so schmackhaft Mimasaka-senpais Küche auch sein mag, ihre gewählte Essensspate macht mich persönlich ziemlich froh, dass ich ihre Shokugekis hinter einem Glasfenster beobachten kann." Fuhr Shigeo fort, als die Tür wieder geschlossen wurde. "Aha." Kimiko antwortete mit einem Stirnrunzeln.

Sie begann sich auf Ran und ihren Vorbereitungsprozess zu konzentrieren. Kimiko brauchte nicht lange, um zu bemerken, wie präzise und doch schnell ihre Bewegungen waren. Sie hatte eine ganz andere Ausstrahlung als jeder andere, den sie bisher auf Totsuki gesehen hat. So gelassen und doch so bedrohlich zugleich.

Kimiko fing an, an einem der exquisiten Käsesorten zu knabbern, die Umino ihr zuvor gegeben hatte, während sie Rans Kochen mit ihren Augen verfolgte. Immer mehr hielt sie die den ganzen Zirkus um den Zehnerrat für gerechtfertigt.

"Schau, was Hiraku-sama da herauszieht!" Hallte plötzlich ein verblüffter Schrei durch die Arena.

"Boss, ich ... ist das ...?" Hörte Umino irgendwo in ihrer Nähe. „Ist es." Shigeos Antwort folgte schnell mit einem Hauch von Überraschung.

"Ich dachte er macht Pizza?!" Rief Daisuke woanders aus. „Tut er das nicht mehr?" Yasu, der sich auf Ran konzentriert hatte, sah seinen Wohnheimbegleiter an.

Daisuke antwortete, indem er nach unten auf Hirakus Kochstation zeigte. "Mit Schokolade?!"

In der Tat holte Hiraku ein Päckchen der geliebten Süßigkeit heraus, während er von all dem Keuchen, das durch die Menge ging, völlig ungestört war.

"Ein neuer Spieler hat das Match betreten." Stammelte Hideyoshi überwältigt von dem plötzlichen Anblick von Schokolade in Hirakus Händen. "Époisses gegen vier verschiedene Käsesorten und Schokolade, scheint es mir. Der Kampf spitzt sich zu."

"Ich meine ...", überlegte Hiroshi. "Schokoladenpizza gibt es ... aber ich kenne sie hauptsächlich als Dessert." Chieko neben ihm nickte zustimmend und fügte hinzu. "Die Idee, Pizza und Schokolade zu kombinieren, hat ihren Ursprung im Westen, glaube ich. Mehrere Unternehmen und Kettenrestaurants haben sich bereits herausgebildet, um sie als Dessert zu verkaufen ..."

"... ich habe es ein paar Mal in New York gesehen." Erklärte Shigeo in der VIP-Lounge. "Es ist sehr marktfähig für Kinder, da beide Produkte einzeln bei Jüngeren nun mal sehr beliebt sind. Aber ich habe auch gehört, dass es ein beliebter Leckerbissen für verschiedene Feiertage wie den Valentinstag ist." Er begann die Stirn zu runzeln. "Aber eine Schokoladenpizza mit vier verschiedenen Käsesorten ...?"

Umino machte ein seltsames Geräusch, das Kimiko nur als einen Art Schrei interpretieren konnte. "Boss! Was ist, wenn Yukihira eines seiner ekelhaften Fehlkreationen serviert?!"

Kimiko verschluckte sich fast an ihrem Käse, als sie hörte, dass die Klassenkameraden ihres chaotischen Bruders von seinem abstrusen Hobby wussten. Konnte er die Leute damit nicht in Ruhe lassen?!

Währenddessen ließ Shigeo seinen scharfen Blick zurück zu Hiraku wandern. Seine Augen verengten sich und er begann subtil sein Kinn zu reiben.

Dann, nachdem eine wortlose Minute vergangen war, nahm er sein Handy in die Hände und hielt das Gerät, nachdem er ein bisschen gescrollt und getippt hatte, neben sein Ohr. Umino und Kimiko konnten nur zuschauen.

"Kato." Sprach Shigeo in herrischem Ton. „Komm hoch in meine Lounge. Umino wird dir weitere Details per Text schicken." Dann legte er auf. "Du hast gehört, was ich gesagt habe." Sagte er zu Umino nach ein paar Sekunden der Stille.

Umino nickte und holte sein Handy heraus. "Natürlich, Boss." Kimiko konnte nichts weiter tun, als völlig verwirrt dazwischen zu sitzen.

"Boss, ich bin zurück!" Yamada betrat den Raum mit einem neuen Espresso in den Händen. Nachdem seine Lieferung in die Hände des Empfängers gegeben worden war, wanderte Yamada zurück neben Umino. "Was habe ich verpasst?" "Yukihira macht eine seltsame Variante von Schokoladenpizza." Antwortete Umino, ohne aufzusehen, während er noch auf seinem Telefon tippte.

"Ernsthaft?!" Rief Yamada, aber bevor sie die ganze Schokoladen-Pizza-Diskussion noch einmal führen konnten, verkündete Ran Mimasaka unten: "Ich bin fertig."

Ruhig und Gefasst machte sich der vierte Sitz auf den Weg zum Richtertisch und trug professionell drei Teller mit sich. Je näher sie kam, desto saurer wurde Jacqueline’s Gesichtsausdruck angesichts des Gestankes des Époisses. Ryo und Miyoko hatten es unterdessen geschafft emotionslos und unlesbar zu bleiben.

"Mimasaka Ran-senpai ist die erste, die serviert!" Kündigte Hideyoshi mit geschlossener Nase an, als Ran die Teller vor jeden Richter stellte. "Wofür hat unser vierter Sitz den berüchtigten, stinkenden Käse verwendet? Es ist Zeit, es herauszufinden! "

"Wenn man der Legende Glauben schenkt, wurde Époisses zuerst von einer Gemeinschaft katholischer Mönche, den Zisterziensern, hergestellt. Sie gaben das Rezept später an die Bauern weiter." Gab Chieko einen ihrer berühmten Vorträge im Publikum. "Sie sagen, dass Napoleon diesen Käse einen seiner Favoriten nannte!" "Aber es stinkt schrecklich!" Mika schüttelte sich. "Ich kann mir nicht vorstellen, wie viel Willenskraft die Richter brauchen werden, um in dieses Ding zu beißen."

"Egal wie oft ich Époisses esse ...", murmelte Jacqueline, während sie das Tuch senkte, das sie die ganze Zeit vor der Nase gehalten hatte. "... Diesen Geruch zu überwinden bleibt immer wieder eine Herausforderung." Sie hob ihren Kopf ein wenig, um Rans Augen zu begegnen. "Aber ich verstehe, du hast dich für eine Quiche entschieden?"

Ran faltete die Hände und lächelte süß. „Ganz genau. Wie von der Chefredakteurin eines der erfolgreichsten Gourmetmagazine Frankreichs zu erwarten."

Auf jedem der drei Teller, die Ran ausgegeben hatte, befand sich ein kuchenartiger Leckerbissen. Die Oberfläche war goldbraun gebrannt, aber dazwischen schimmerte etwas Grün durch. "Heute serviere ich Ihnen, Quiche mit Lachs & Spinat - Époisses Edition."

„Wenn man den Geruch mal ignoriert ...", sagte Miyoko zum ersten Mal während des gesamten Shokugekis, "... es sieht ansprechend aus. Aber das kenne ich ja von dir, Ran." Sie nickte schroff, aber dennoch irgendwie anerkennend.

"Dann lass uns sehen, wie es schmeckt." Sagte Ryo auf seine übliche trockene, müde klingende Weise. "Darauf kommt es schließlich am meisten an."

Jeder der Richter nahm eine Gabel und ein Messer in die Hand und begann, einzelne Bissen aus der Quiche zu schneiden.

Als die drei die warme französische Köstlichkeit probierten, fühlten sie sich fallen.

Es war, als würden sie aus einem Flugzeug oder dergleichen direkt in den Himmel fallen gelassen. Rückwärts fielen sie, ohne dass ein Fallschirm in Sicht war, und kamen an einer großen Menge flauschiger Wolken vorbei.

Der Boden kam näher und näher, doch keiner von ihnen verspürte irgendeine Art von Angst. Und ihre Instinkte bewiesen, dass sie Recht hatten, als sie den Boden erreichten und sich in großen, weichen Kissen fanden, die auf einem grünen, blühenden Feld lagen.

Jacqueline und sogar Miyoko konnten nicht anders, als einen zufriedenen Seufzer auszustoßen, während Ryo ein einziges, kurzes, aber zustimmendes Summen gab.

"Fantastique!" Jacqueline war die erste, die in der Realität ihr Lob aussprach. "Die cremige Textur ist ein Segen." Sie nahm einen weiteren Bissen, um ihre Zufriedenheit zu unterstreichen, diesmal ohne ein leichtes Anzeichen von Missfallen wegen des Geruchs.

"Die Zutaten gleichen sich wunderbar aus.“ Lobte Miyoko. Neben ihr hatte Ryo bereits drei weitere Bissen genommen, während er eintönig sagte. "Ich kann mich kaum zurückhalten."

"Das freut mich zu hören." Ran verbeugte sich leicht. "Und ich entschuldige mich für den unangenehmen Geruch meiner Hauptzutat."

Ausgerechnet Jacqueline winkte ab. "Non, Non. Dafür muss man sich nicht entschuldigen! Der Époisses wurden exquisit verwendet."

Beeindrucktes Murmeln ging durch die Menge, als diese strengen Richter so großes Lob gaben. "Das ist nunmal Mimasaka-senpai ..." "Ich habe gehört, dass ihre Gerichte so lecker sind, dass der Kunde den Geruch sofort vergisst!" "Sie ist nicht umsonst der 4. Sitz, oder ...?"

"Du hast dich schnell verbessert." Miyoko schenkte Ran ein seltenes Grinsen. "Und deine Küche ist so einzigartig wie damals, als ich dich zum ersten mal traf."

Ran legte eine Hand auf ihre Brust. "Ich danke dir sehr." Dann drehte sie sich plötzlich um und das freundliche Lächeln blieb dabei auf ihren Lippen. "Yukihira-kun, ich nehme an, du willst mal kosten?"

Hiraku war überrascht, weshalb sich seine Amethystaugen auch leicht weiteten. "Woher wusstest du das?" Er kratzte sich am Kinn, bevor er hinzufügte. "Ich hatte noch nicht einmal die Chance zu dir zu gehen."

Rans Antwort war nur ein Schmunzeln. Dann ging sie zurück zu ihrer Kochstation, von der sie einen vierten Teller nahm.

„Hier, bitte.“ Sagte sie mit einer so warmen Stimme, dass es sich in dieser Arena der Herausforderung und des Kampfes fehl am Platz anfühlte.

Als der gewöhnungsbedürftige Duft der Quiche Hiraku von vorne traf, musste er ein wenig zusammenzucken. Trotzdem nahm er Ran den Teller aus den Händen. Er versenkte seine Gabel darin und führte ein Stück davon zu seinem Mund, wobei er sein Bestes versuchte, den Gestank in seiner Nase zu ignorieren.

Sofort fand sich der Rotschopf in derselben Vision des Sturzes, die die Richter durchgemacht hatten.

"Es ist sehr gut." Kommentierte er, nachdem die Bilder verblasst waren. "Obwohl alles, was ich sagen könnte, bereits gesagt wurde." "Trotzdem danke." Antwortete Ran sanft. "Zu sagen, dass es gut ist, ist mehr als genug für mich."

"Aber meins wird trotzdem gewinnen." Sagte Hiraku dann ziemlich abrupt. Seine emotionslose Stimme klang im Vergleich zu Rans freundlichem, mütterlichem Ton ziemlich schroff.

Hätte sich Ran dadurch beleidigt gefühlt, wäre das für viele mehr als verständlich gewesen, aber ihr Gesicht blieb völlig gelassen und freundlich, als Hiraku sich auf den Weg zur Kochstation machte.

In diesem Moment hörte Kimiko die Tür der Lounge, in der sie saß.

Hin und hergerissen zwischen dem weiteren Beobachten ihres Bruders und dem Nachschauen, wer da wohl war, entschloss sie dann schließlich doch ihren Kopf zu drehen.

Es war ein Mädchen, das Kimiko noch nie gesehen hatte. Das erste, was sie an ihr bemerkte, war, wie wahnsinnig blass sie war. Ihre fast papierweiße Haut war ein Kontrast zu ihrem Haar, das so dunkel war wie die Nacht. Sie trug es in einem geflochtenem Zopf und hatte auch ein paar weiße Haarspangen in den dünnen Pony gesteckt, der ihre Stirn bedeckte. Ihre Augenfarbe war ein blasses eisblau und sie passte zu den bläulichen Schatten, die sie unter ihren Augen hatte. Diese leblos aussehenden Augen waren mit einer Brille bedeckt.

Alles in allem sah sie aus wie ein Statist aus einem Zombie-Film. Oder geradezu ein echter Geist.

"Boss." Sagte, oder besser gesagt, flüsterte das Mädchen. "Du hast nach mir gerufen."

"Ah, Kato. Da bist du ja." Shigeo stand von seinem Sessel auf. "Klein-Yukihira", er machte eine Handbewegung in Richtung des Mädchens, "das ist Kato Akiko, eine meiner Untergebenen. Ihr zwei seid im selben Jahr."

Kimiko hob unsicher eine Hand und winkte ein wenig. "Hallo, Kato-san." Akiko nickte höflich zurück. "Guten Tag, Yukihira Kimiko-san."

Bevor Kimiko fragen konnte, woher Akiko ihren Namen kannte, begann Shigeo bereits wieder zu sprechen und machte ein paar Schritte auf Akiko zu. "Ich glaube, deine Anweisungen sollten klar sein", sagte er mit einem Seitenblick zu Umino, "das einzige, was noch übrig ist, ist das hier." Während er sprach, zog er ein kleines gefaltetes Stück Papier heraus. Als er Akiko nahe genug war, legte er es in ihre Hände, die sie bereits in Vorbereitung aufgehalten hatte.

"Ja, meine Aufgabe ist glasklar, Boss." Sagte Akiko dann und nickte noch einmal.

"Hervorragend." Shigeo hatte sich schon wieder umgedreht. "Dann mach dich auf den Weg." "Natürlich, Boss." Und einfach so wurde die Tür auch schon wieder geschlossen. Anscheinend gerade rechtzeitig.

"Nun dann", grinste Shigeo Kimiko an, als er sich wieder auf seinen Sessel setzte, „wollen wir doch mal sehen, ob dein großer Bruder unser neuer vierter Sitz wird, oder?“ "Sicher." Gab Kimiko zurück, ein wenig Erschöpfung in ihrer Stimme. Sie hatte seine Rätselspiele satt.

Unten öffnete Hiraku seinen Ofen. Während sie ihn beobachtete, beschleunigte sich Mikas Herzschlag ein weni und ihre Augen begannen wieder zu strahlen.

"Es sieht ein bisschen aus wie ... Kuhflecken." Kommentierte Daisuke, während er verständnislos auf das starrte, was Hiraku aus dem Ofen und auf seinen Tellern nahm: eine gelbbraune Pizza. Kuhflecken waren wahrscheinlich der beste Weg, um das Muster darauf zu beschreiben. Chieko, die ihre Brille noch einmal richtete, wieauch Hiroshi trugen verblüffte Gesichtsausdrücke, als sie Hiraku auf dem Weg zum Richtertisch beobachteten. Yasu legte den Kopf schief. "... was für eine seltsame Idee."

Die Arena war fast völlig still, als alle voller Ehrfurcht und Verwunderung zuschauten. Sogar Hideyoshi gab seinen Kommentar verzögert ab, weil er vielzu damit beschäftigt gewesen war, vollkommen perplex das Gericht anzustarren.

"Äh ... Ähm ... U-und jetzt serviert der fünfte Sitz, Yukihira Hiraku!"

Wortlos stellte Hiraku seine Teller vor die Richter. Erst als er damit fertig war, sprach er wieder. "Ich präsentiere, Vier-Käse-Pizza mit geschmolzener Schokolade."

Jacqueline hatte bereits ein Stirnrunzeln getragen, seit Hiraku Rans Gericht probiert hatte. "Ich glaube, du wolltest Quattro-Formaggi sagen!" Zischte sie.

Hiraku blinzelte nur im Gegenzug. "Oh ja, richtig. Hayama hat mir immer wieder gesagt, dass das der Name ist. Ja, Quattra-" "QUATTRO" "Quattro-Formatschi-Pizza mit geschmolzener Schokolade."

Kimiko schwor, sie habe Shigeo leise "... Schwachkopf" murmeln hören.

Ryo blieb regungslos, aber auch Miyoko runzelte leicht die Stirn. Jacqueline stieß währenddessen nur einen verärgerten Seufzer aus. "Es sieht aus wie Fast Food!“ Keifte sie, als sie auf die Pizza hinunterblickte.

„Ich kann verstehen was die Mademoiselle meint." Sprach Shigeo dann wieder laut, ein selbstsicheres Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. "Aber ich habe nachgedacht", hob er seinen Zeigefinger und begann zu erklären, "das Kombinieren von Käse und Schokolade ist keine neue Idee von Yukihira, obwohl ich persönlich nur gesehen habe, dass es separat gemacht wird. Unabhängig davon sind beide weit verbreitet beliebtes Essen und viele halten sie in gewissem Sinne für eine Art Komfortnahrung. Käse enthält eine Aminosäure namens Tyrosin, die Dopamin erhöhen kann. Schokolade enthält mittlerweile Tryptophan, einen Baustein von Serotonin, einer Gehirnchemikalie, die bei sexueller Erregung eine Rolle spielt und auch Phenylethylamin. Nun gibt es auch einige Ähnlichkeiten bei der Herstellung dieser beiden Delikatessen. Beide sind schließlich ein Fermentationsprodukt, bei dem Mikroben eine wichtige Rolle spielen ... "

Shigeo nahm einen kurzen Schluck von seinem Espresso, bevor er zum Ende kam. "Grundsätzlich ist die Idee, diese beiden zu kombinieren, möglicherweise nicht so weit hergeholt, wie es zunächst klingen mag. Angesichts der großen Vielfalt von Schokolade und Käse besteht die wahre Herausforderung darin, herauszufinden, welcher Käse zu welcher Schokolade passt."

"Ich verstehe ...", sprach Kimiko, bevor sie wirklich bemerkt hatte, dass sie überhaupt ihren Mund geöffnet hatte. Hinzu kam, dass sie einen beeindruckten Ton in ihrer Stimme hörte. Shigeo war zweifellos gut belesen, so viel war ihr klar.

Als ob er ihre Gedanken gelesen hatte, nahm Umino es auch auf sich, es Kimiko zu bestätigen. „Du musst wissen, Yukihiras kleine Schwester, der Boss ist einer der besten Schüler unserer Generation!" Anstatt das nette Kompliment zu schätzen, murmelte Shigeo jedoch nur: "Nun, es ist nicht so, dass das sehr schwer zu erreichen ist, wenn man bedenkt, dass die 114. Generation hauptsächlich aus Idioten besteht", in seine Kaffeetasse, während er die Augen verdrehte.

Kimiko konnte nicht anders, als sich zu fragen, wie eine solche Person wohl kochte.

"Nun, wir sind hier, um zu probieren, nicht wahr? Nicht um groß daher zu reden." Sprach Miyoko unterdessen streng, mit einem kaum wahrnehmbaren Seitenblick zu Jacqueline. Dann begegnete sie Hirakus Augen. "Ich habe schon einiges über dich gehört, Junge. Ich bin gespannt, ob du dem Ruf, der dir vorausgeht, gerecht wirst", sie legte eine gewisse Betonung in die letzten Worte "Yukihira-kun".

Jacqueline ärgerte sich, nahm aber am Ende Gabel und Messer.

Die ganze Halle verstummte, als die Richter ihre Bissen nahmen. Einige hielten sogar den Atem an, als alle gespannt auf das Ergebnis warteten.

Nach einigen Minuten sprach Jacqueline schließlich als erste.

"Je ... Je ... ne peux pas y croire ..." stammelte sie in ihrer Muttersprache. "C'est magnifique!" Ihr Kopf sank nach unten und so musste sie ihren Ellbogen auf den Richtertisch legen, um ihn mit ihrer Hand zu stützen. Als hätte der Biss sie erschöpft.

"Äh ...", murmelte Hideyoshi unsicher in sein Mikrofon. "Übersetzung bitte?"

"Sie sagte, dass sie es nicht glauben kann und dass es ausgezeichnet ist." Informierte Shigeo seine Kumpanen in ihrem privaten Betrachtungsraum. Sein Grinsen wurde ein wenig breiter. "Nun, wer hätte das gedacht?"

"Was auch immer sie gesagt hat." Miyoko schickte einen Ruck durch Hideyoshi, als sie aus dem Nichts ihre Hände auf den Richtertisch schlug. "Es hätte nichts anderes bedeuten können, als dass diese Pizza das Wort 'lecker' übertrifft!"

Bei diesem hohen Lob war überall in der Halle Keuchen und Staunen zu hören. Mika konnte ein kleines, verzücktes Quietschen nicht unterdrücken, das ihr entging.

Ryo senkte seine Gabel und selbst in seiner normalerweise so monotonen Stimme war das Erstaunen offensichtlich. "Verdammt, Hiraku. Ich habe dein Essen schon oft gegessen, aber es schlägt mir immer wieder ins verdammte Gesicht!" Er nahm einen weiteren Bissen, als wollte er es noch bestätigen. "Es schmeckt perfekt."

"Kä ... Käse und Schokolade so zu kombinieren ... so hervorragend ..." Jacqueline schien kurz davor in Ohnmacht zu fallen. "Mir fehlen die Worte ..."

"Das ist noch nicht alles." Sagte Hiraku monoton, aber scharfe Augen konnten einen schelmischen kleinen Schimmer in seinen violetten Augen sehen. "Es gibt noch eine Sache, die den Geschmack noch besser machen wird."

Er ging zurück zu seiner Kochstation und holte eine Flasche aus seinem Karton.

Ran und Shigeo identifizierten sie beide sofort. "Port!"

In den Reihen des Publikums rief Chieko hastig aus. „Er hat Portwein mitgebracht, einen weithin bekannten und beliebten Likörwein aus Portugal, der hauptsächlich mit Desserts serviert wird!" "Es passt hervorragend zu Käse und Schokolade!" Murmelte Yasu leicht ehrfürchtig. „Der Port, den er heute mitgebracht hat, scheint ein roter zu sein ... und er scheint auch von hoher Qualität zu sein ..."

"Ich würde sagen, der Preis des Weins geht definitiv über 122,804,64 Yen hinaus ...", überlegte Shigeo, während er seine Brille richtete. Neben ihm blieb Kimiko der Käse, den sie gegessen hatte, im Hals stecken und sie bekam einen Hustenanfall.

"Das ist KEIN echter Preis für eine Flasche roten Traubensaft!" Schrie sie, nachdem Umino ihr ein wenig auf den Rücken geklopft hatte, um den Husten zu stoppen.

Shigeo warf ihr einen stirnrunzelnden Blick zu. „Klein-Yukihira, es gibt Rotwein, der viel mehr wert ist als das ..." "Aber das ist nirgendwo in der Nähe von Hirakus Preisspanne!" Fuhr Kimiko fort und unterbrach ihn. "Das kann er sich nicht leisten! Woher hat er das überhaupt?!"

"Oh, das hat er nicht selbst gekauft ... Wie du ja gut erkannt hast, kann er sich so etwas eigentlich nicht leisten.“ Informierte Shigeo sie, ruhig und gelassen wie ein kleiner See in einem windstillen Sommer. "Er hat es höchstwahrscheinlich als Geschenk von jemandem bekommen."

Für Kimiko wurde das alles zu unwirklich. Der ganze Tag war bereits eine Achterbahnfahrt gewesen, aber ihr Bruder, der sein ganzes Leben in derselben bescheidenen Umgebung wie sie verbracht hatte, holte eine so teure Flasche Wein heraus, die er höchstwahrscheinlich von irgendeinem reichen Mädel geschenkt bekommen hatte, das wahrscheinlich in sein Bett hineinwollte…? Das war der letzte Schlag für sie.

Hiraku wusste nichts über den Anfall seiner kleinen Schwester oder dass sie überhaupt hier war. Vielmehr füllte er ruhig die Gläser der Richter mit Wein.

"Seine Abschweifen von eurem gemeinsamen Weg stört dich, nehme ich an ...?" Shigeo sah Kimiko mit einem ruhigen, aber unlesbaren Gesichtsausdruck an. „Du fühlst dich entfremdet über die Rolle, die er in dieser Schule einnimmt? Du verurteilst sein Streben nach Reichtum und Ruhm?" Er formulierte all dies als Frage, aber Kimiko meinte, dass er sich tatsächlich ziemlich sicher war, dass es genau so war, wie er es beschrieb.

Und nun, er hatte recht.

Doch kurz bevor sie eine positive Antwort geben und anschließend lange beklagen wollte, wie frustrierend Hiraku in letzter Zeit gewesen war, erinnerte sie sich an all die Warnungen, die verschiedene vertrauenswürdige Quellen ihr über Shigeo gegeben hatten, und dass es wahrscheinlich am besten war, ihm sich nicht ehrlich zu öffnen.

"Warum interessiert dich das?" Sagte sie also stattdessen. "Du kennst mich kaum."

"Ich kenne dich vielleicht noch nicht sehr gut, aber ich musste schon so einige Zeit mit deinem älteren Bruder verbringen." Erwiderte Shigeo schnell und geschmeidig. Dann begegnete er ihren Augen. "Wenn dich sein aktueller Weg so sehr stört, wie ich vermute ..." Wieder grinste er, während etwas in seinen gelben Augen schimmerte. Etwas ... Gefährliches. "... ich könnte vielleicht etwas dagegen tun."

Unten am Richtertisch probierten die drei Richter noch einmal die Pizza. Diesmal schluckten sie ihre Bissen mit einem Schluck Portwein.

Für sie fühlte es sich an, als würden sie in den Himmel gebracht.

"Du?" Kimiko runzelte die Stirn. „Entschuldige meine Zweifel Shigeo-Senpai, aber ich habe bereits eine ganze Reihe von Dingen über dich gehört. Und 'hilfreich' wurde dabei kein einziges Mal erwähnt."

"Der Boss ist zu vielen Dingen fähig." Mischte Yamada sich ein und sah Umino danach an. "Richtig?" Umino nickte. "Absolut." Dann drehte er den Kopf zu Kimiko. "Der Boss kann dir jeden Wunsch erfüllen."

Ein lautes, herzhaftes Ausrufen von Hideyoshi war in der gesamten Arena und möglicherweise sogar im Weltraum zu hören.

"UND DER GEWINNER IST..."

„Du musst wissen, Klein-Yukihira ..." Shigeo nickte den Kochstationen zu, während Kimikos Augen sich weiteten als sie sah, dass die Stimmen bereits abgegeben wurden.

"... YUKIHIRA HIRAKU, UNSER NEUER VIERTER SITZ!"

"Genau in diesem Moment ist Yukihira auch für mich ein Problem geworden." Schloss Shigeo.

Danach ertönten donnernder Applaus und laute Schreie der Bewunderung und Anbetung. Das Publikum war in einer richtiger Ekstase. Es stand in starkem Kontrast zu Hirakus stoischem, unerschütterlichem - ja, fast desinteressiertem - Ausdruck.

"Herzlichen Glückwunsch, Yukihira-kun." Ran näherte sich ihm, ihr Lächeln war immer noch so warm wie zuvor. "Du hast fair gewonnen und ein wirklich exzellentes Gericht gemacht. Es war mir eine Ehre, gegen dich zu kämpfen."

"... Sie nimmt das aber gut hin." Bemerkte Hiroshi. Yasu stimmte mit einem Nicken zu. Chieko schob noch einmal ihre Brille über die Nase. "Sie wird nicht umsonst als eines der vernünftigsten und reifsten Mitglieder des Zehnerrats bezeichnet ..."

Hiraku nickte seinem Senpai zu. "Danke, Mimasaka-senpai. Ich hatte Spaß und du bist auch ein wirklich guter Koch." Dann richtete er den Kopf nach oben, um zur Decke zu schauen. "Aber ich muss den Spitzenplatz erreichen, also hatte ich keine andere Wahl."

Shigeo hatte Kimiko jetzt den Rücken zugewandt. "Ich werde Yukihiras Aufstieg zur Macht so oder so ein Ende machen, Klein-Yukihira. Ich gebe dir hiermit das Angebot, auf meiner Seite zu stehen, und ich verspreche, dass ich deinen Bruder zu dir zurückbringen werde, ohne ihn dabei zu verletzen." Er machte eine kleine Pause, bevor er fortfuhr. "Wenn du denkst, dass du meine Hilfe nicht brauchst, ist das deine Entscheidung, aber glaub mir eins... Yukihira Hiraku wird untergehen und wenn ich das ohne dich erledigen muss...", er machte eine halbe Drehung und als seine Augen Kimikos trafen, spürte sie einen Schauer über ihren Rücken laufen aufgrund seines kalten, durchdringenden Blicks. "... sei dir nur bewusst, dass du dabei selbst verletzt werden könntest." Sein drohendes Grinsen wuchs erneut. "Das ist nichts Persönliches, das ist einfach das Business."

Kimikos Brauen waren während seiner kleinen Rede immer tiefer nach unten gesunken und sie ballte die Fäuste.

"Ich habe keine Angst vor dir, du Espresso-Suchti." Sagte sie scharf. Vielleicht hatte sein frostiger Blick einige Schauer bei ihr verursacht, aber es würde viel mehr als das brauchen, bis sie echte Angst verspürte.

Herausfordernd machte sie einen Schritt in seine Richtung. "Wenn du ein Problem mit mir hast, können wir es gerne mit einem Shokugeki klären!"

Umino atmete scharf ein, während Yamada nach Luft schnappte.

Shigeo schmunzelte nur. Ein amüsiertes, dunkles Schmunzeln. "Du und Yukihira seit wirklich verwandt."

Bevor Kimiko fragen konnte, was er damit meinte, hob er eine Augenbraue und fuhr fort. „Ein Zehnerratsmitglied einfach so mir nichts dir nichts zu einem Shokugeki herauszufordern. Tsk, Tsk, Klein-Yukihira, du musst aber wirklich vorsichtiger sein." Er sah ziemlich amüsiert aus. "Zum Glück bin ich ja so ein netter Kerl, der deine kleine, selbstmörderische Herausforderung ignorieren wird."

Kimikos Gesicht verdunkelte sich nur noch mehr. „Willst du mir etwa sagen, dass sie einen Al Capone-Möchtegern in diesem äußerst wichtigen Rat sitzen lassen?"

"Tun sie." Erwiderte Shigeo, während seine Brille aufleuchtete. "Und ich hatte bereits befürchtet, dass du nicht genau verstehen würdest, mit wem du es hier genau zu tun hast, also habe ich es mir erlaubt eine kleine Präsentation meines Ansehen in dieser Schule nur für dich zu arrangieren."

Er machte eine präsentierende Geste in Richtung des Glasfensters.

Ohne zu wissen, was er meinte, blickte Kimiko zurück auf die Bühne nach unten, wo Hideyoshi nur einem massiv desinteressierten Hiraku gratulierte.

Doch gerade dann betrat eine Gestalt die Bühne und Kimiko erkannte sie sofort: Akiko Kato.

Sie hatte ihren Kurs direkt auf Hideyoshi gesetzt und klopfte ihm auf die Schulter, als sie ihn erreichte. Hideyoshi beäugte das unbedeutend aussehende Mädchen sofort von Kopf bis Fuß, als er sich zu ihr umdrehte.

Akiko schien nicht im geringsten von Hideyoshis urteilendem Blick gestört zu sein, sondern legte nur das kleine Stück Papier, das Shigeo ihr zuvor gegeben hatte, in seine Hände.

Hideyoshi öffnete es und hob das Mikrofon wieder an seine Lippen, nachdem er die ersten Worte gelesen hattet. "Ankündigung ... 'Hiermit gratuliere ich Yukihira zu seinem neu erworbenen Sitz. Des Weiteren möchte ich unseren neu gekrönten vierten Sitz darüber informieren, dass ich mir die Freiheit genommen habe, seine kleine Schwester einzuladen, das Shokugeki in meiner privaten Zuschauerlounge mit anzusehen. Ich bin zuversichtlich, dass sie nichts als Stolz für ihren großen Bruder empfindet. Signiert …" Hideyoshis Herz blieb für eine Sekunde stehen, als er die folgende Zeile las. "... der achte Sitz von Totsukis Rat der herausragenden Zehn'- aber warte mal, achter Sitz ... das ist doch...?!" Er sah auf, die Augen weit aufgerissen und Schock in seiner Stimme. "Eizan Shigeo!"

Der Wandel innerhalb der Halle, als diese Worte vom Moderator gesprochen wurden, war für Kimiko mehr als offensichtlich.

Sofort landeten zig alarmierte Augenpaare auf der Lounge, in der sie sich befanden.

Ängstliches Murmeln und Flüstern ging durch die Menge.

Rans Lächeln war tatsächlich verschwunden, als sie nach oben sah. Währenddessen waren Hirakus Amethystaugen vor Schock und Entsetzen weit aufgerissen.

Kimiko wusste, was Shigeo gemeint hatte. Sein Ruf war nicht nur, dass er ein wenig unbeliebt und nicht vertrauenswürdig war. Er war gefürchtet. Und er hatte die Reaktion der Menge auf das bloße Erwähnen seines Namen dazu genutzt um es ihr zu zeigen.

Shigeo bemerkte, dass Kimiko verstanden hatte und säuselte. „Lass dies nur eine Warnung für dich sein, die du besser im Hinterkopf behalten solltest. Mein Angebot ist noch auf dem Tisch. Ah, und noch etwas ..."

Er beugte sich ein bisschen vor, um ihren Augen besser zu begegnen. Ein Grinsen, das Kimiko einzig und allein als bösartig beschreiben konnte, bildete sich auf seinem Gesicht. "Willkommen auf Totsuki, Yukihira Kimiko."

Shigeo wich zurück und drehte sich um, um den Raum zu verlassen. "Na dann, wenn ihr mich entschuldigen würdet, ich habe noch einen Anruf zu tätigen."

Direkt vor der Tür blieb er stehen.

„Bringt Klein-Yukihira zurück zum Polarstern." Gab Shigeo einen letzten Befehl in Richtung Umino und Yamada, bevor er den Raum verließ.

- -

Kimiko erinnerte sich, dass Chieko gesagt hatte, sie kenne Shigeo ein wenig besser, als Umino und Yamada sie zuvor als Gruppe angesprochen hatten.

Und so, spät in der Nacht, zurück im Polarstern, klopfte sie an die Tür des Mädchens mit Brille.

Chieko öffnete sie schnell. Sie war bereits in ein blaues Nachthemd gekleidet und als sie sah, wie Kimiko immer noch ihre Schuluniform trug, begann sie sofort zu schimpfen. "Kimiko-cchi ... Warum bist du noch wach? Du hattest einen so langen, ereignisreichen Tag hinter dir!"

Kimiko zuckte die Schultern. "Ich denke, genau deshalb kann ich nicht schlafen." Sie seufzte leise, bevor sie fortfuhr. "Du hast gesagt, dass du diesen Shigeo-Senpai-Typen ein bisschen besser kennst, als du angeboten hast, mit mir zu kommen."

„Hab ich das?" Quietschte Chieko und Kimiko war sich sicher, dass ihre Wangen ein wenig rot wurden.

"Kannst du mir bitte etwas davon erzählen?" Fuhr Kimiko nur müde fort. Sie war nicht in der Stimmung für irgendwelche Neckereien oder viel Diskussion. Aber dankenswerterweise bemerkte Chieko ihren Tonfall und nachdem sie ein bisschen nachgedacht hatte, nickte sie schließlich mit zusammengepressten Lippen.

"Shigeo-senpai ist eine der derzeitigen großen Persönlichkeiten von Totsuki." Begann Chieko, als sich die beiden Mädchen mit zwei Tassen grünem Tee, den Chieko schnell zuvor gemacht hatte, ordentlich auf ihren Boden gesetzt hatten. "Zehnerrats-Mitglieder gewinnen in dieser Schule immer ein gewisses Ansehen und, man könnte sagen, sogar eine Art Promi-Status, aber Shigeo-senpai war bereits eine berüchtigte Persönlichkeit, bevor er seinen achten Sitz bekam."

„Das habe ich, glaube ich, gesehen ...", murmelte Kimiko, bevor sie einen herzhaften Schluck von ihrem grünen Tee nahm.

"Shigeo-senpais Familienname ist in der kulinarischen Industrie weithin anerkannt." Sagte Chieko dann und hob einen Finger, als sie weiter erklärte. "Shigeo-senpai ist Erbe eines großen, einflussreichen Consultingunternehmen, das sein Vater derzeit leitet. Gerüchten zufolge hatte Shigeo-senpai die Arbeiter seines Vaters bereits als kleines Kind kritisiert, was schon sehr früh sein scharfes Verständnis für das Geschäft zeigte."

Kimiko war ein wenig fassungslos. Sie hatte sich zumindest ein wenig daran gewöhnt, wie sehr Totsuki-Studenten es liebten, aus diesem oder jenem, ihm oder ihr, ein großes Ding zu machen; Aber zu hören, dass Shigeo nicht der Erbe eines weiteren berühmten High-End-Restaurants war, von dem sie noch nie zuvor gehört hatte, sondern einer Firma hat sie sicherlich ein wenig überrascht.

Leute aus Restaurants waren vertraute Gegner von Kimiko, Unternehmer jedoch nicht.

"Shigeo-senpais Familie ist sehr wohlhabend, selbst für Totsukis Verhältnisse. Er schwimmt praktisch in Geld." Informierte Chieko weiter. "Ich hab mir das schon gedacht, aber jetzt bin ich mir sicher." Kommentierte Kimiko und nahm einen weiteren Schluck. "Mit einem verwöhnten, reichen Mistkerl habe ich es also zu tun."

"Shigeo-senpai greift niemals direkt an, Kimiko-cchi." Betonte Chieko mit einem Stirnrunzeln. „Bei ihm wirst du mit Shokugekis nicht besonders weit kommen. Er wird deine Herausforderungen alle ablehnen." "Ernsthaft? Feigli-" "Die Sache ist ..." Chieko richtete ihre Brille. "... dass er sein großes Netzwerk von Schlägern und anderen Handlangern hat, auf die er zurückgreifen kann." Sie machte eine kleine Pause, bevor sie sagte. "Er ist ein ziemlich intelligenter und gewiefter Taktiker, Kimiko-cchi."

Als Kimiko nur mit dem leichten Zusammenpressen ihrer Lippen antwortete, fuhr Chieko fort. "Er zieht seine Fäden im Hintergrund, während seine Arbeiterbienen die Drecksarbeit für ihn erledigen. Lässt dich sehen, woher der Mafia-Spitzname kommt ..." Eine weitere Pause und ein kleines Seufzen und Chieko kam schließlich zum Schluss.

"Als die 114. Generation ihre Herbstauslese hatte, bekam Shigeo-senpai einen Spitznamen", sagte Chieko im finalem Ton, "sie nennen ihn: 'Der Pate'."

- -

Später in ihrem Zimmer, nachdem Kimiko Chieko für den Tee und all die Informationen gedankt hatte, die sie ihr gegeben hatte, und die beiden ein bisschen Smalltalk geführt hatten, wiederholte Kimiko die Erinnerungen von heute auf Schleife.

Es gab einfach so viel zu analysieren.

Ihr Telefon war voller Benachrichtigungen von Hiraku, die sie ignorierte, seit sie seinen ersten Anruf entgegengenommen hatte und die beiden sich über zwei verschiedene Dinge gestritten hatten.

"Was hat er zu dir gesagt, Kimiko? Was auch immer es ist: Glaub ihm gar nichts!" Hatte Hiraku gedrängt. "Ich weiß das selbst! Eher könntest du mir sagen, woher du diesen Wein hast, der ein halbes Vermögen kostet?!“ Hatte Kimiko erwidert.

Was sie durch die Analyse aller Worte von Shigeo von vorhin schloss, dass er kein Problem mit Kimiko hatte sondern mit Hiraku. Sie war sich sicher, dass er, wenn sie an diese Schule gekommen wäre ohne mit irgendwem verwandt zu sein, er ihr niemals gedroht hätte.

Kimiko seufzte.

Es kam alles wieder auf eine einzige Frage hinaus: Was zum Teufel hatte Hiraku im vergangenen Jahr bloß alles angestellt?
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast