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Shokugeki no Kimiko (Deutsch)

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Mix
Erina Nakiri OC (Own Character) Soma Yukihira
01.08.2020
07.09.2020
18
106.289
4
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Dieses Kapitel
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27.08.2020 7.342
 
Das Totsuki Resort Hotel.

Eine ganze Woche lang war dieses gigantische, imposante Gebäude ein Ort der Erschöpfung, Panik, schlaflosen Nächte und zerstörten Träume gewesen. Das Geräusch ständiger hastiger Schritte von Schülern, gemischt mit Schreien des Schmerz, waren das dominanteste Geräusch gewesen, das in den Fluren zu hören war.

Aber im Moment war es still. Die Dinge waren ruhig. Zum ersten Mal nach dieser Woche, die sich eher wie ein Monat angefühlt hatte, waren die Dinge ...friedlich.

Es war früh am Morgen, die Sonne war vor nicht allzu langer Zeit aufgegangen. Die Schüler von Totsuki sowie die anderen Gäste schliefen noch. Viele der jungen Teenager hatten ein kleines Lächeln auf den Lippen, als die Erinnerungen an das himmlische Bankett von gestern einen Weg in ihre Träume fanden. Viele von ihnen fühlten sich unter den üppigen Decken endlich völlig sicher, da ihr Triumph über die Herausforderung, die sich Trainingscamp nannte, gestern angekündigt worden war.

Für einen bestimmten Raum würde der Tag jedoch etwas früher als erwartet beginnen.

"Kawashima." Brutal wurde Hideyoshi aus seinem Schlaf gerissen, ebenso wie seinen Traum, einen Bodybuilding-Wettbewerb zu gewinnen, indem ihm ein Kissen ins Gesicht geworfen wurde. Zusätzlich erreichte ein unheimlich vertrautes, penetrierendes Geräusch seine Ohren. Er hatte das Gefühl, dass das Geräusch eine bestimmte Handlung von ihm verlangte, aber da sein Gehirn sich immer noch sammelte, konnte er einfach nicht erraten, was es war.

Es kostete ihn viel Mühe, seine Augen zu öffnen, da sie sich immer wieder schlossen, als er versuchte, seine Augenlider nach oben zu heben. Nachdem es ihm nach einer Minute endlich gelungen war, sah er Yasu mit offenen, kastanienbraunen Haaren und einem wie immer unlesbaren Ausdruck vor sich.

"Was ..." war alles, was Hideyoshi murmeln konnte, bevor Yasu klar stellte. „Dein Handy klingelt ununterbrochen."

Damit verließ Yasu auch wieder Hideyoshis Blickfeld. Nachdem er zwei Sekunden lang verständnislos die Wand angestarrt hatte, hob der schwarzhaarige Teenager schwach seine Hand, um auf seinem Nachttisch nach seinem vibrierenden Handy zu greifen. „Wurde auch Zeit." Hörte er die vertraute Stimme von Daisuke irgendwo hinter sich.

"Dad, ich schwöre, wenn es darum geht, dass du mich schon wieder zum morgendlichen Joggen motivieren willst, sag ich das Mama." Gähnte Hideyoshi ins Telefon. Die andere Partei war jedoch sehr viel wacher. „Was zum Teufel redest du da Kawashima, ich bin nicht dein Vater!"

Bevor Hideyoshi überhaupt etwas anderes sagen konnte, begann die Stimme hektisch weiter zu schimpfen. "Du Dummkopf kannst dich verdammt glücklich schätzen, dass ich dich überhaupt anrufe. Der Moderator, der die heutige Veranstaltung ausrichten sollte, wurde letzte Nacht krank, also brauchen wir einen Ersatz! Und ich wette, dass ein aufmerksamkeitsgeiler Fatzke wie du sterben würde, um das hier in seine gierigen Hände zu bekommen! Wenn du also nicht willst, dass ich einem der Mittelschüler das heutige Rampenlicht schenke, solltest du besser einen Weg finden, deinen Arsch so schnell wie möglich aus dem Hotel zu bringen! "

Im Verlauf dieses Geschwätzes war Hideyoshis Müdigkeit ein wenig verblasst und seine Stimme war klarer, als er sprach. "Moment mal ... wovon redest du überhaupt? Was für ein Ereignis gibt es heute?!"

Yasu, der inzwischen damit beschäftigt war, sein Bett zu machen, wandte sich an Daisuke. "Mit wem redet er wohl?"

Daisuke, der zuvor von Hideyoshis Telefon grob geweckt worden war und seit dem versuchte, wieder ins Traumland einzutreten, rieb sich die Augen und zuckte danach die Schultern. "Hat er nicht gesagt, dass es sein Vater ist?"

Bevor Yasu antworten konnte, erschraken die beiden von Hideyoshis plötzlichem, hellwachem Ausruf.

"Wer hast du gesagt, wird einen Shokugeki haben?!"

- -

Der Fünfzehnte Teller - Der Mann mit den Marionettenschnüren in den Händen

- -

"Diese Woche war ein einziger Albtraum, aber ich muss zugeben, dass ich diese Bettwäsche vermissen werde." Chieko seufzte, als sie neben Kimiko in die Eingangshalle des Hotels ging. Beide trugen ihr Gepäck. Kimiko zuckte nur die Schultern, sie brauchte nicht so unbedingt die massige Dekadenz ihrer Hotelzimmer. "Ich fand, es hat größtenteils Spaß gemacht."

Chieko wollte gerade eine enorme Auflistung aller Gründe geben, warum sie der Meinung war, dass das Trainingscamp wahrscheinlich die Idee von Satan selbst gewesen war, aber zum Glück für Kimiko entdeckte sie Yasu und Daisuke. "Sag mir nicht, dass Kawashima wieder verschlafen hat." Sagte sie mit einem Stirnrunzeln, als sie das Fehlen des Äquivalents des Wohnheims zu Narcissus bemerkte.

Sie beschleunigte ihre Gehgeschwindigkeit ein wenig und Kimiko holte das schnell ein. Daher erreichten die beiden ihre beiden männlichen Bewohner sehr schnell.

"Guten Morgen, ihr zwei." Daisuke lächelte bei ihrer Ankunft, während Yasu bei seinem "Guten Morgen" zusätzlich nickte. Kimiko hob eine Hand. "Morgen." Chieko machte sich jedoch sofort an die Arbeit. "Guten Morgen zurück an euch. Aber wo ist Kawashima?"

Daisuke öffnete den Mund, aber Yasu war etwas schneller. „Hat sich schon auf den Weg zur Totsuki gemacht. Er hat es geschafft, ein Auto für sich zu organisieren." Kimiko legte dabei den Kopf schief. Neben ihr fiel Chiekos Kiefer herunter. "WAS?!" Yasu sah aus, als wollte er gerade etwas näher erläutern, aber bevor er die Gelegenheit dazu bekam, rief Chieko bereits aus. "Du willst mir sagen, dass Kawashima Hideyoshi früher aus dem Bett ist als nötig?!“ Wieder hob Yasu einen Finger, um Chiekos Aufmerksamkeit zu erregen, aber das kleine Mädchen hatte die Punkte erstaunlich schnell miteinander verbunden." Hm ... Das kann nur bedeuten, dass es eine Chance für ihn gibt seinen sozialen Status zu verbessern …" Endlich richtete sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf Yasu. „Gibt es heute einen Shokugeki oder so? "

Yasu starrte das Mädchen eine Weile an, bevor er tief seufzte. "Genau."

"Aber ist das bei Totsuki nicht üblich?" Fragte Kimiko. Darauf nickte Yasu. „Ist es, aber basierend auf den Gesprächsfetzen, die ich von Kawashima bekommen habe, wird der heutige Kampf zwischen zwei der berühmtesten Persönlichkeiten der Schule stattfinden." Daisuke zuckte dann die Schultern. "Er hat uns jedoch kaum etwas erzählt, weil er nur darüber geredet hat, wie groß die Chance ist, sein soziales Ansehen zu verbessern, während er gleichzeitig damit beschäftigt war, den Rekord dafür zu knacken, wie schnell sich eine Person anziehen und ihre Sachen packen kann."

Kimiko pfiff. Sie hatte das Gefühl, dass der heutige Tag interessant werden würde.

"Buongiorno!" Eine vertraute Stimme erreichte die Ohren der Gruppe und mehr oder weniger im gleichen Tempo drehten sie sich alle in die Richtung, aus der sie gekommen war.

Mika und Hiroshi hatten ihre letzte Nacht im Trainingscamp im Zimmer von Mikas Eltern verbracht. Die Eltern waren jetzt hinter ihnen, als sich die beiden verbleibenden Mitglieder vom Polarstern näherten.

"Guten Morgen allerseits." Hiroshi lächelte wie immer süß und herzerwärmend. Hinter ihm lächelte Takumi so charmant, dass er schon fast mit Hiroshi mithalten konnte. "Ich hoffe ihr habt alle gut geschlafen."

Die Familie blieb vor der Gruppe stehen und als sie es taten, sprach Ikumi. "Ich gratuliere euch allen, dass ihr es durch das Camp geschafft habt." Sie zwinkerte. "Nicht, dass ich für eine Sekunde daran gezweifelt hätte, dass ihr es schaffen könntet."

Bevor sich jemand bei der Blondine für diese Worte bedanken konnte, fragte Mika. "Hey, wo ist Kawashima?" Am schnellsten antwortete Chieko. „Schon auf Totsuki! Yasu und Aoki sagten, er wird heute Shokugeki moderieren."

"Ein Shokugeki ... heute?" Sagte Takumi verwirrt, aber auch neugierig. "Das ist ja ein ziemlich seltsames Timing ..."

"Es ist vermutlich zwischen zwei der Titanen von Totsuki." Meinte Yasu. Chieko fügte hinzu. „Was würde Kawashima denn auch sonst so früh aus dem Bett motivieren?"

Während dieses Gesprächs hatte ein gewisser Eifer in Mikas Augen immer stärker zu leuchten begonnen. "Klingt interessant ...", überlegte sie. „Glaubt ihr, wir können es nach Totsuki schaffen, bevor dieses ominöse Shokugeki anfängt?"

Yasu holte sein Handy heraus, um die Uhrzeit zu überprüfen, bevor er die Schultern zuckte. "Möglicherweise." Kimiko grinste Mika an. "Ich würde es auch gerne sehen! Ich habe doch noch nie einen Shokugeki gesehen."

"... aber du hast an einem teilgenommen." Seufzte Hiroshi bei der Erinnerung an all seine Sorgen, als Kimiko ihr Duell gegen Takayuki ankündigt hatte. "Mitmachen macht einfach viel mehr Spaß." Mika warf ihre blonden Haare zurück, bevor sie auf Kimiko zeigte. "Und eines Tages werden wir zusammen an einem teilnehmen! Wir werden uns als die Gegner gegenüberstehen, die wir sind!"

„Na das kommt mir doch ein bisschen bekannt vor." Ikumi konnte nicht anders, als das mit einem Grinsen auf den Lippen ihrem Mann zu zuflüstern. Takumi, der nur seine Tochter lächelnd angesehen hatte löste sich aus seiner Trance und gab seiner Frau nur einen Versuch eines finsteren Blick.

Kimiko lachte. "Natürlich, natürlich, Mika-chan." Hiroshi schüttelte jedoch nur den Kopf.

"Ich bin sicher, ein Shokugeki zwischen euch beiden wäre ein Ereignis, das man gesehen haben muss!"Verkündete Takumi dann laut mit einem Blick zu den beiden blonden Teenagern. Er konzentrierte sich insbesondere auf Kimiko. "Aber du solltest besser gefasst sein. Meine Tochter ist nicht zu unterschätzen." Kimiko grinste als Antwort. "Mach dir keine Sorgen, das weiß ich."

"So sehr ich es hasse, das hier zu unterbrechen, aber ihr Kinder solltet bald in die Busse steigen." Meinte Ikumi, dann, wenn auch mit einem Anflug Wehleid in der Stimme. Takumi, für einen Moment erschrocken über das Konzept der Zeit, sah dann schnell auf seine Uhr, bevor er ausrief. "Amore mio, du hast recht!" Er sah die Kinder mit Trauer im Gesicht an. "Das heißt wohl für’s erste, ’Auf Wiedersehen’."

"Lass es nicht so dramatisch klingen, Baby." Seufzte Ikumi. "Wir werden uns auf jeden Fall wiedersehen, da bin ich mir sicher."

Die Studenten des Polarsternwohnheim verabschiedeten sich individuell. "Wir sehen uns dann, Takumi-san und Ikumi-san! Es war schön, euch wiederzusehen!" Von Daisuke. "Komm gut nach Hause in die Toskana." Von Yasu. "Danke für die Gastfreundschaft und die lustige Zeit." Von Chieko.

"Auf Wiedersehen. Es war sehr schön euch beide zu treffen." Sagte Kimiko mit ihrem typischen lebhaften, freundlichen Lächeln. "Es war mir ein Vergnügen." Antwortete Takumi mit Wärme in seinen Augen. "Ich habe das Gefühl, du wirst es weit bringen." Ikumi nickte. "Ich stimme zu. Ich freue mich auf unser nächstes Treffen."

Wie so oft wurden Hiroshis wilde, fluffige blaue Locken, zerzaust, diesmal von Ikumis gebräunter Hand. "Ruf uns an, wenn ihr in Totsuki angekommen seit, okay?" Hiroshi nickte. "Natürlich, Tante Ikumi." Takumi tätschelte sofort danach seine Schulter. "Und vergiss nicht, dass du uns jederzeit anrufen kannst. Wir leben vielleicht weit weg, aber am Ende sind wir eine Familie und unterstützen uns gegenseitig durch dick und dünn.“ Wieder nickte Hiroshi.

Zuletzt wurde Mika in eine enge Umarmung gezogen, die Hand seines Vaters fuhr mehrmals durch ihre Haare, während ihre Mutter ihr einen Kuss auf die Wange gab.

Takumi murmelte auf Italienisch seinen Abschied, während Ikumi sagte. "Wir sehen uns in den Ferien."

"Arrivederci, Papa und Mama." Mika sprach mit leicht geröteten Wangen wegen all der offenen Liebkosung direkt vor ihren Freunden.

„Sagt auch Hideyoshi-kun ‚Tschüß‘ von uns." Sagte Takumi dann, als er und seine Frau den abreisenden Kindern winkten die schließlich zu den Bussen gingen.

Keiner von ihnen wusste, dass Kimiko beobachtet wurde.

"Zielobjekt Yukihira Kimiko hat das Gebäude verlassen." Sprach Akiko Kato irgendwo im Schatten in ihr Telefon, bevor sie sich ebenfalls bewegte.

- -

Kimiko streckte sich, als sie den ersten Schritt aus dem Bus machte. Sie war nie ein Fan davon gewesen, lange Zeit still zu sitzen. Als sie die Augen wieder öffnete, baute sich vor ihr der enorme Anblick von Totsuki mit seinem bedeutenden großen Berg und dem Tempel auf, in dem die Schulleiterin, ihre Tante, ihr Büro hatte.

‚Wieder zurück …' dachte sie bei sich. Während die ganze Extravaganz, die von jedem Dach auf dem Campus dieser Akademie tropfte, etwas war, an das sie sich wohl niemals hundertprozentig gewöhnen würde, war die Aura der Herausforderung, die permanent in der Luft schwebte, sowie der offene Wettbewerb etwas, das sie begeisterte. Das Trainingscamp hatte das nur noch mehr angeheizt.

"Yukihira! Hör auf einfach da rum zustehen!" Keifte Mika hinter ihr. "Ich möchte das Shokugeki nicht verpassen!"

Kimiko erkannte, dass sie ungewollt zu einer Blockade geworden war und bewegte sich schnell. "Entschuldigung... Ich habe mich wohl kurz in Gedanken verloren." Lachte sie, während sie ihre Füße in Bewegung setzte. Ein lautes Schnauben von Mika erreichte ihr Ohr.

Sie trafen sich mit den anderen Schülern des Polarsternwohnheims, die alle in verschiedenen Bussen verstreut gewesen waren, aber als sie in ihrer Gruppe zusammenstanden, gab Mika schnell bekannt, dass sie keinesfalls auf eine Kaffeekränzchen aus war. "Können wir uns jetzt bitte beeilen?" Sie rollte mit den Augen nach oben und unterbrach Daisukes Frage, ob er seine Krawatte richten sollte oder nicht.

Hiroshi runzelte die Stirn. "Itoko-Chan ... Sei nicht so ungeduldig." Mika wurde ein bisschen rot, aber bevor sie ihren Mund öffnen und sich verteidigen konnte, sah sie, wie der Fokus ihrer Freunde gleichzeitig woanders hinging. Auf etwas hinter ihr.

Zusätzlich war in der Menge, die die Gruppe umgab, ein Flüstern zu hören. „…sie sind hier." "Was machen die hier...?" Viele, viel leisere Stimmen murmelten sogar. „Es ist nie ein gutes Zeichen, wenn die beiden auftauchen."

Mika drehte sich um und folgte den Augen ihrer Freunde. Sobald sie dies tat, trat sie sofort einen Schritt zurück, während ihre Brauen sich zusammenzogen.

Die Menge anderer Schüler der 115. Generation hatte sich getrennt, um zwei Männern Platz zu machen, die nicht die gesamte, sondern Teile von Totsukis Uniform trugen und vermutlich älter waren als die, die sie gerade umgaben. Einige Gesichter in der Masse wurden blass, als sie vorbeikamen, und andere fingen sogar an zu zittern.

Kimiko war klug genug zu bemerken, dass diese beiden offensichtlich einen gewissen Ruf hatten. Und keinen positiven. Aber obwohl sie nicht die geringste Ahnung hatte, wer diese beiden waren, konnte sie sehen, dass es sich bei den beiden Typen um einen bedrohlichen Anblick handelte.

Der erste Mann, der leicht vorausging, hatte einen rasierten Kopf, dicke Augenbrauen, einen silbernen Ohrring im linken Ohr und bedrohliche orangefarbene Augen. Der zweite hatte flammend rote Haare, die er mit Haarfett nach oben gestylt hatte. Er hatte seltsam aussehende, gestrichelte Augenbrauen und trug einen goldenen Ohrring sowie ein goldenes Piercing in seiner Unterlippe. Seine Augen hatten die Farbe eines giftigen Grüns.

Beide waren sehr groß und vollgepackt von Muskeln. Auf den ersten Blick schienen sie in der Lage zu sein, Eisen mit den Fäusten zu zerdrücken oder die Erde mit nur einem Schritt beben zu lassen.

Kimiko spürte, wie Hiroshi und Daisuke in ihrer Nähe zu zittern begannen. Chieko, Yasu und Mika wurden sichtlich angespannt. Es wurde schlimmer, als diese beiden Berge von Menschen plötzlich direkt vor ihnen stehen blieben. Ihre Mimik war grimmig und voller Selbstbewusstsein, dass sie in der Lage waren, jedem die Knochen zu brechen, der es wagen würde, ein Problem für sie zu werden.

Kimiko hatte es größtenteils geschafft, unberührt zu bleiben, aber als der Typ mit dem rasierten Kopf plötzlich sprach und ihren Namen sagte, fühlte sie, wie ihr Herz ein wenig sank. "Wir sind hier, um mit Yukihira Kimiko zu sprechen."

Kimiko konnte nicht leugnen, dass es sich für einen kurzen Moment so anfühlte, als würde die Luft aus ihren Lungen gesaugt werden, so dass sie nicht mehr antworten konnte. Zu ihrer großen Überraschung übernahm Chieko das für sie.

"Was will er von Kimiko-cchi?" Fragte Chieko scharf und schockierend fordernd. Nach Kimikos Einschätzung dieser beiden unbekannten Schüler kam es Selbstmord gleich mit denen in einem so herrischen Ton zu sprechen den Chieko grade benutzt hatte.

Der Typ, der bisher gesprochen hatte, richtete seinen Blick auf sie und antwortete. "Der Boss sagte, dass es die anderen Polarsternchen nichts angeht, was er mit Yukihiras kleiner Schwester besprechen will, Marui-chan. Deshalb kann ich dazu nichts sagen.« Er schüttelte den Kopf, um seinen Standpunkt zu bekräftigen. »Der Boss sagte jedoch auch, dass Marui-chan auch mitkommen kann, wenn Marui-chan denn will. Aber nur Marui-chan. "

Chiekos Brauen sanken noch weiter, doch bevor sie den Mund öffnen konnte, trat Yasu plötzlich vor sie. "Sag ihm, dass Marui-chan nicht kommen wird."

"Yasu ...", murmelte Chieko mit einem Anflug von Ärger in ihrer Stimme. Aber gerade jetzt hatte Kimiko ihre Stimme wiedererlangt. "...Der Boss?"

Erinnerungen an Emi und Itsuki sowie an Takayukis und Kazuos Erklärungen spielten sich in ihrem Kopf ab.

"Ihr wurdet von diesem ... Mafia-Kopf geschickt?" Fragte sie und verschränkte die Arme.

Jetzt sprach der Rothaarige zum ersten Mal, beugte sich ein wenig vor und dröhnte. "Weißt du nicht wer wir sind?!" "Wie könnte sie?! Sie ist neu auf Totsuki!" Schoss Chieko zurück. Gleich darauf schlug der Mann mit den rasierten Haaren auf die Schulter seines Begleiters. "Du Vollpfosten!"

Dann wandte er seine Aufmerksamkeit wieder der Gruppe zu und kündigte an. "Ich bin Umino. Umino Katashi." Mit Stolz fügte er hinzu. „Die zweite Hand des Boss." Der Typ neben ihm rieb sich den Arm, als er antwortete. "Und ich bin Yamada."

"Umino und Yamada." Schloss Chieko und sah zu Kimiko. "Die zwei bekanntesten Lakaien von Totsukis ..." Sie machte Anführungszeichen in der Luft. "Mafia."

"Ihr wisst davon?" Kimiko drehte ihren Körper in die Richtung ihrer Freunde. Mika antwortete als erste. "Ich bin sehr viel mehr überrascht darüber, dass du das schon weißt." Sie hob die Faust an den Mund und biss sich auf den Daumennagel. "Das ist ... keine allzu gute Sache, würde ich sagen."

"Ist es nicht." Erklärte Yasu fest. "Du solltest da nicht mitgehen."

„Erstklässler, du hast hierbei kein Mitspracherecht!" Knurrte Umino und hob subtil eine seiner Fäuste. "Ja! Halte dich da gefälligst raus!" Stimmte Yamada schnell zu.

"Ich sollte mitkommen." Erklärte Chieko fest. "Ich kenne ihn schließlich ein bisschen bess..." "Nein." Yasu unterbrach ihr Angebot. "Du bist die letzte, die in seine Nähe gelassen werden sollte!"

Chieko wollte gerade antworten, aber Kimiko entschied, dass sie, bevor diese Situation eskalieren konnte, was eine Möglichkeit war, da Umino und Yamada sichtbar ungeduldiger wurden, lieber herausfinden sollte, was zum Teufel dieser seltsame Schattenmann, von dem sie zum ersten Mal im Trainingscamp gehört hatte, von ihr wollte. "Ich werde gehen." Sagte sie deshalb.

"Ki-Ki-Ki-Ki-Kimiko-san!" Schrie ein blasser Hiroshi entsetzt auf. „Yukihira." Zischte Mika warnend.

Kimiko schenkte der Gruppe ein kurzes Lächeln. "Ich kann doch auf mich aufpassen, Leute. Ich meine, dieser mysteriöse Typ ist doch jetzt auch kein Serienmörder, oder?"

Die Antwort kam schnell und sie kam von Mika. "Er könnte es sehr gut sein."

Chiekos Stimme fand ihren Weg zurück in das Gespräch, als sie Kimiko mit einem ernsten Blick fixierte. "Der Typ ist ein ein bisschen anderes Kaliber von Person, Kimiko-cchi." Mit sehr viel Druck in ihrer Stimme drängte sie. "Wenn du mit ihm sprichst, denk an das Folgende: Egal wie nett und freundlich er auch sein mag ….Glaub ihm bloß kein Wort. Außerdem, achte darauf bloß so wenig wie möglich von dir preiszugeben! Er wird sich alles merken, was du sagst, und er ist in der Lage es gegen dich zu verwenden, wenn du es am wenigsten erwartest! "

Zugegeben, Kimiko spürte ein leichtes Gefühl von Unbehagen bei Chiekos Worten. Sie presste die Lippen zusammen und nickte Chieko fest zu, wobei sie das Unbehagen geistig abschüttelte.

Am Ende war dieser Typ immer noch ein Mensch ... nicht Lord Dracula oder so.

Sie wandte ihr Gesicht wieder Umino und Yamada zu. "Dann bringt mich mal zu eurem Boss."

Umino nickte zufrieden, bevor er sagte. „Folge uns."

Die beiden wandten sich ab und gingen los.

Kimiko warf ihren Freunden, die alle ziemlich besorgte Gesichtsausdrücke trugen, einen letzten Blick zu und sagte. "Sagt mir dann, wie diesersShokugeki gelaufen ist, okay?" Dann tat sie, was Umino gesagt hatte.

- -

Ein paar Momente später nahm Kimiko bei ihrer nächsten Autofahrt teil, als Umino und Yamada sie zu einer glänzenden schwarzen Limousine führten.

Sie hätte gedacht, dass ihre Limousinenfahrt mit Hiraku und Akio damals ihre letzte und sicherlich auch die unangenehmste gewesen wäre, aber sie wurde eines Besseren belehrt.

Nach ein paar Minuten, in denen Kimiko verzweifelt versuchte, sich auf ihre Verwirrung über die Tatsache zu konzentrieren, dass sie sich überhaupt in dieser Situation befand, und Erinnerungen an ihre erste Fahrt in einer Limousine im Kopf abspielte, damit sie sich nicht Uminos und Yamadas Gespräch über die besten Flirtstrategien anhören musste, kam das große Auto schließlich zum Stillstand.

"Da sind wir." Verkündete Umino das Offensichtliche und öffnete die Tür. "Komm schon, Mädel. Der Boss wartet nicht gern."

Als Kimiko ausstieg, verließ ein Keuchen ihre Lippen, als sie mit dem großen Anblick eines gigantischen Stadions konfrontiert wurde, das in seiner ganzen Beeindruckung fast zerquetscht war. Aber sie hatte nicht viel Zeit, um diesen plötzlichen Anblick wirklich zu bewundern, da Yamada hinter ihr bereits bellte. "Hast du Umino nicht gehört? Mach hinne."

Kimikos Augen hörten auf, ehrfürchtig das Gebäude anzustarren und konzentrierten sich wieder auf die beiden riesigen Männer. „Sagt mir nicht was ich zu tun habe!" Sie setzte sich langsam in Bewegung. "Wenn ihr so weiter mit mir redet, werde ich weglaufen ... das streckt dann die Zeit die euer ach so kostbarer Boss dann warten muss! "

Dabei wurden Umino und Yamada augenblicklich blass und ihre Augen weiteten sich panisch.

"Fein!" Polterte Umino dann. „Aber jetzt ehrlich, bitte geh ein bisschen schneller ... Wir müssen doch noch zu den VIP-Sichtboxen!"

Kimiko unterdrückte einen genervten Seufzer.

Toll, noch mehr Luxuriöser Pomp.

Stattdessen legte sie nur den Kopf schief und fragte. "Was ist das hier für ein Ort?" Die Antwort, die sie erhielt, war ein langes Stöhnen von Umino. „Offensichtlich ist es die Halle Chandra." Yamada, der sich ab und zu gerne schlau fühlte, fügte hinzu. "Der Ort, an dem der Zehnerrat seine Kämpfe führt."

„Der Zehnerrat ..." wiederholte Kimiko. Deshalb also so viel Aufruhr. Zwei Zehnerratsmitglieder, die wie Kimiko bereits verstanden hatte, sowas wie die Prominenten der Schule waren, hatten heute einen Shokugeki. Der Zehnerrat bestand aus den 10 talentiertesten Schülern der Schule, wenn Kimiko sich richtig an Chiekos Erklärung erinnerte. Es wäre sicherlich interessant zu sehen, wie diese Köche kochten und auf welchem ​​Niveau ihre Gerichte waren.

Mit wachsender Neugier beschleunigte Kimiko ihren Weg automatisch, sehr zur Erleichterung von Umino und Yamada.

Das Trio betrat die Halle Chandra und nachdem Umino und Yamada ihre Schülerausweise mehrmals mehreren Personen in Anzügen und Sicherheitskleidung gezeigt hatten, landeten sie in einem eleganten Korridor im oberen Teil des Gebäudes.

Kimiko bemerkte, dass ihre beiden Begleitpersonen seit dem Betreten des Korridors immer angespannter geworden waren. Als sie schließlich vor einer bestimmten Tür anhielten, hielt Uminos Hand für eine Sekunde inne, als er nach dem Türknauf griff.

"Wir sind zurück, Boss!" Kündigte Umino dann laut an, als er die Tür öffnete. Yamada fügte hinzu. "Und wir haben Yukihiras kleine Schwester dabei!"

Die geöffnete Tür führte Kimiko in einen Raum mit einem tiefroten, teuer aussehenden Teppich und großen Fenstern am Ende, die einen weiten Blick auf die Halle ermöglichten, in der sie sich befanden. Vor diesen Fenstern stand ein einziger , schwarzer Sessel und Kimiko konnten eine Figur darauf erkennen. Sie sah wie die Figur subtil ihr Handy in der rechten Hand hob, um auf die Uhrzeit zu schauen. Danach war eine geschmeidige Männerstimme zu hören. „Das hat ja auch lange genug gedauert."

Umino und Yamada zuckten beide gleichzeitig zusammen, aber bevor einer der beiden etwas sagen konnte, erhob sich die Gestalt bereits vom Stuhl.

In Anbetracht der Tatsache, dass die bloße Anwesenheit dieses Mannes ausreichte, um Umino und Yamada unruhig zu machen, hatte Kimiko für eine Sekunde vermutet, dass er sogar noch stärker sein würde als die beiden. Er war es jedoch nicht. Obwohl er definitiv in keinster Weise schlaksig war und auch relativ breite Schultern hatte, war er noch lange nicht so ein Muskelprotz wie Umino und Yamada. Kimiko fragte sich, was es also mit ihm auf sich hatte, das harte, starke Jungs wie die beiden zum Zittern bringen konnte.

Der Boss drehte sich um und entpuppte sich als junger Mann, von dem Kimiko vermutete, dass er ein oder zwei Jahre älter war als sie. Er trug weder den Blazer noch die Krawatte von Totsuki. Stattdessen hatte er das weiße Hemd aufgeknöpft, das sich unter dem Blazer befinden sollte, und stattdessen ein schwarzes T-Shirt unter dem weißen.

Sein Haar war hellgrün und zum Teil mit der Hilfe von Haargel nach hinten gekämmt. Sein linker Pony fiel ihm jedoch immer noch ins Gesicht. Auf seiner Nase saß eine eckige Brille, hinter der sich ein Paar gelbe Augen versteckten. Nicht das warme, lebendige Gelb, das Kimiko aus den Augen ihres Vaters kannte und das sie selbst geerbt hatte. Es war ein glanzloses, aber gleichzeitig viel durchdringenderes und scharfes Gelb, das sich direkt durch die Seele eines Menschen bohren konnte.

Ein Lächeln war auf seinem Gesicht zu sehen. Nicht gerade ein freundliches, offenes. Eher ein Lächeln, das Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen ausstrahlte.

Er hob seine Hand, um die Brille auf seiner Nase nach oben zu schieben. „Wie ich sehe ist Marui nicht mitgekommen. Das ist sicherlich eine Enttäuschung, aber ich habe mir schon gedacht, dass die anderen Bewohner des Polarsternwohnheims sie mal wieder zurückhalten würden." Dann breitete er leicht die Arme aus und trat einen Schritt vor. "Aber ich freue mich zu sehen, dass mein Ehrengast es einrichten konnte." Ein weiterer Schritt vorwärts. "Yukihira Kimiko, willkommen. Ich hoffe aufrichtig, dass meine Untergebenen dir gegenüber höflich waren."

Kimiko verschränkte die Arme. Sie sagte sich, sie tat es um zäh aussehen, aber ein winziger Teil von ihr tat es eher, um ihr Herz vor einem möglichen Messerstich zu schützen. Sie runzelte die Stirn. „Also du bist also der sogenannte Boss?"

"Das ist in der Tat einer der vielen Namen die ich habe." Säuselte der Boss und nach ein paar langsameren, aber breiten Schritten blieb er vor Kimiko stehen. Ein betörender Duft, der einen Hauch von Zitrusfrüchten hatte, traf Kimiko auf einmal. Sie brauchte zwei Sekunden, um zu raffen, dass dieser Typ doch tatsächlich Parfüm trug. "Aber ich nehme mal an, dass das nicht der Name ist, mit dem du mich ansprechen möchtest."

Er streckte die Hand aus, während sein Lächeln breiter wurde. "Eizan." Mit ein wenig Zögern in ihrer Bewegung streckte Kimiko ebenfalls die Hand aus, um ihm die seine zu schütteln. "Der Name ist Eizan Shigeo. Aber du kannst mich gern Shigeo-senpai nennen."

Kimiko runzelte erneut die Stirn. "Ich würde dir ja meinen Namen sagen, aber du scheinst denn ja schon zu kennen."

"Hm ~ Wie könnte ich nicht?" Erwiderte Shigeo, als er seine Hand zurückzog. „Du bist seit deinem Shokugeki gegen Hojos kleinen Bruder eines der Hauptthemen in meiner Generation. Es zeigte, dass du von meiner Klassenkameradin Tsujimoto rekrutiert worden bist, aber die große Neuigkeit für die 114. Generation war natürlich, dass Yukihira eine kleine Schwester hat. "Er wandte seine Aufmerksamkeit für eine Sekunde von Kimiko ab, um stattdessen Yamada anzusehen. „Wirst du wohl Klein-Yukihira einen Stuhl bringen?“

"Aye, Boss." Hörte Kimiko hinter sich. Danach sah Shigeo sie mit einem zuckersüßen Lächeln an. "Es macht dir doch hoffentlich nichts aus, wenn ich dich Klein-Yukihira nenne, richtig? Es ist nur um dich von deinem älteren Bruder zu unterscheiden." Bevor Kimiko sagen konnte, ob es ihr etwas ausmachte oder nicht, wechselte Shigeo schnell das Thema. "Willst du etwas essen?" Er zeigte mit dem Arm auf einen Tisch voller dekadenter Köstlichkeiten, den Kimiko noch nicht bemerkt hatte.

Das Auffälligste auf diesem Tisch war der kleine Schokoladenbrunnen, in dessen Nähe verschiedene Früchte lagen, von Erdbeeren bis zu Drachenfrüchten. Aber es gab auch eine ganze Menge kleiner, wunderschön dekorierter Kuchen und dergleichen, einen Teller mit allen Arten von Käse, Variationen von fachmännisch zubereiteten Antipasti und einen Teller mit einer reichhaltigen Auswahl an Meeresfrüchten. „Leider kenne ich deinen genauen Geschmack noch nicht, aber ich hoffe inständig, dass dich das hier zufrieden stellen wird.“ Sagte Shigeo. „Wenn dir nach etwas anderem ist, sag mir einfach Bescheid. Meine Untergebenen werden das schon übernehmen."

Die etwas überwältigte Kimiko brauchte 3 Sekunden, um sich davon zu lösen, ausdruckslos auf den Tisch zu starren und stattdessen Shigeo anzusehen. Sie schüttelte den Kopf.

Im Moment hatte sich ihre anfängliche Verwirrung von vorhin nur noch verdoppelt. Sie war nicht nur von dem gerufen worden, was ihre Freunde als eine der gefährlichsten Person in der Schule gebrandmarkt hatten, sondern jetzt wurde ihr von ihm auch noch ein kleines Buffet angeboten. Wie zur Hölle sollte sie das nur verstehen?

Shigeo streckte nur seine Hand aus, um eine präsentierende Geste zum Tisch zu machen und schenkte Kimiko ein weiteres Lächeln. "Na dann, bediene dich." Er verlagerte seinen Fokus auf Umino und das Lächeln schmolz von seinem Gesicht und wurde durch eine autokratische Neutralität ersetzt. "Umino, hol mir einen Espresso."

Umino bewegte seinen Kopf. "Aye, Boss." Als er sich umdrehte und zur Tür ging, um sie zu öffnen, war Yamada bereits mit einem anderen Sessel da.

Ein paar Minuten später, Minuten später, saß Kimiko in einem Sessel, der so bequem war, dass sie praktisch darin versank, während der perfekte Blick auf die riesigen Kochstationen von Halle Chandra vor ihr lag. Der Anblick war wirklich beeindruckend. Die Halle war riesig und eine perfekte Konstruktion für ein großartiges Spektakel. Es ließ Platz für eine astronomische Anzahl von Zuschauern und war exzellent beleuchtet.

Shigeo war mit gekreuzten Beinen zu seinem schwarzen Sessel neben ihr zurückgekehrt.

"Bist du dir sicher, dass du nichts essen willst?" Fragte er sie in einem melodischen Ton. "Ich kann dir versichern, dass die Leute, die ich arrangiert habe, eine durch und durch exquisite Auswahl zusammengestellt haben." Kimiko schüttelte nur den Kopf. "Nein danke."

Kimiko spürte, wie Shigeos Augen immer wieder auf ihr brannten, versuchte sich jedoch auf das Stadion zu konzentrieren, das bis zum Rand mit begeisterten, erwarteten Schülern verschiedener Altersgruppen gefüllt war. Sie hielt es für das Beste, so wenig wie möglich mit Shigeo zu interagieren, basierend auf dem, was Chieko ihr gesagt hatte.

Das Geräusch einer sich öffnenden Tür erreichte ihre Ohren und einige Sekunden später tauchte Umino neben Shigeo mit einer mit einer dunklen Flüssigkeit gefüllten Glastasse auf. "Dein Espresso, Boss."

Ohne überhaupt über ein mögliches Dankeschön nachzudenken, nahm Shigeo die Tasse und gab den nächsten Befehl. "Hol Small-Yukihira etwas Käse, Umino." "Ja." Und so verschwand Umino wieder.

Kimiko riss ihre Augen von dem riesigen Fenster weg, um Shigeo mit leicht zusammengezogenen Augenbrauen anzusehen. „Das ist wirklich nicht nötig."

"Warum bestehst du nur darauf, mich so sehr zu beleidigen?" Schnurrte Shigeo, als er seinen Fokus und seine scharfen Augen wieder auf Kimiko richtete. "Versuch es wenigstens, ich verspreche es wird dir nicht weh tun. Außerdem ..." Sein Grinsen wurde breiter. "... ich bin zuversichtlich, dass du Gefallen daran finden wirst, zu dem bevorstehenden Anlass hochwertigen Käse zu genießen."

Bevor Kimiko etwas anderes sagen konnte, hielt Umino ihr bereits einen Teller mit verschiedenen Käsevarianten in verschiedenen Goldtönen hin. Nach ein wenig weiterem Zögern nahm Kimiko den Teller endlich. "Danke, Umino-senpai." Murmelte sie mit einem Nicken.

Als Umino sich wieder zurückzog, dachte Kimiko, es sei endlich der richtige Zeitpunkt gekommen, die Frage zu stellen, die sie beschäftigt hatte. Nun, da sie vermutete, dass Shigeo damit fertig war, sie dem auszusetzen, was er sich alles leisten konnte, fragte sie, ohne sich zu ihm umzudrehen. "Also, worum geht es hierbei eigentlich?"

Er antwortete nicht sofort, sondern nahm ersteinmal einen Schluck von seinem Kaffee. Dann sagte er. "Ich dachte nur, dass Yukihiras kleine Schwester es verdient, den heutigen Kampf von einem der bestmöglichen Orte aus zu verfolgen." Er beäugte sie erneut. „Ich bitte um Verzeihung, wenn dich mein eigenständiges Handeln irgendwie verärgert haben sollte, aber gleichzeitig konnte ich einfach nicht stehen und zusehen, wie dein älterer Bruder allem Anschein nach nicht einmal daran dachte, eine Zuschauerlounge für dich zu arrangieren."

Kimiko runzelte die Stirn. Aufgrund der Charakterisierung, die Shigeo von ihren Mitbewohnern sowie von Kazuo, Takayuki und sogar Emi erhalten hatte, hatte Kimiko noch nie mehr das Gefühl gehabt, dass eine Situation so zwielichtig und schräg war wie die aktuelle. Aber bevor sie sich weiter erkundigen konnte, gingen die Lichter in Halle Chandra aus und das Geschwätz der Menge stoppte.

Nach ein paar Sekunden wurden die Scheinwerfer auf die Bühne geworfen und zeigten Kimiko ein bekanntes Gesicht.

"Guten Tag, Totsuki und willkommen in unserer beliebtesten und berühmtesten ... Halle Chandra!" Rief Hideyoshi begeistert ins Mikrofon, was zu einem ekstatischen Aufruhr des Publikums führte. Von Anfang an konnte Kimiko erkennen, dass Hideyoshis Moderier-Stil sich stark von dem von Daisuke unterschied.

Hideyoshi machte eine beeindruckende Pose und zwinkerte dem Publikum mehr charmant zu. "Ich bin Kawashima Hideyoshi, direkt aus dem Trainingscamp der Hölle bin ich mit Lichtgeschwindigkeit hergeeilt, um die heutige Show für euch zu veranstalten!"

Plötzlich zogen Schwärme und Geuietsche durch das Publikum. "Hideyoshi-kuuun ~" "Wie immer so schneidig!" "Bitte schau in meine Richtung!" Aber es folgte schon bald hasserfülltes Gemurmel und Knurren. „Dieses verdammte aufmerksamkeitsgeile Balg!" "Was für eine Nervensäge!" "Ich wünschte ich könnte ihn in zum Mond treten!" Uminos und Yamadas Stimmen fanden ihren Weg in die nicht allzu konstruktive Kritik an Hideyoshi. "Ich habe seine Fresse so satt."  Ärgerte Umino sich. Yamada nickte aggressiv und zustimmend. "Jemand sollte ihm dieses verdammte Grinsen aus dem Gesicht wischen!" Shigeo hob seine Tasse Espresso an die Lippen. "Vielen Dank für diesen hoch-interessanten Beitrag, Umino und Yamada."

Unten an den Kochstationen setzte Hideyoshi lediglich seine Moderation fort, als ob nichts passiert wäre. "Verschwenden wir unsere Zeit nicht mit unnötigem Geschwätz, wir alle wissen, dass wir uns nur in Halle Chandra für die phänomenalsten und erstaunlichsten Showdowns versammeln. Heute ist es endlich wieder soweit: Ein Kampf zwischen den Großen. Ein Begegnung der stärksten Kriegern! Eine Konfrontation zwischen Gottheiten. " Er hob die Hand und schmetterte. "Meine Damen und Herren, wir werden heute Zeuge einer Schlacht zwischen zweier Mitglieder des Zehnerrats!"

Wieder einmal reagierte die Halle mit euphorischen Klatschen und lautem Aufregungsgebrüll und gab Kimiko eine noch bessere Vorstellung davon, welchen Ruf der sogenannte Zehnerrat in Totsuki hatte.

"Ich werde euch nicht länger warten lassen! Gib den heutigen Kriegern aber bloß den Empfang, den sie verdienen!" Rief Hideyoshi, bevor er eine präsentierende Geste in Richtung des Südtors machte. "Auf der einen Seite haben wir einen Nachkommen von zwei Köchen, die Teil der berühmten 92. Generation waren, viel besser bekannt als die Juwelengeneration. Sie ist in ihrem letzten Schuljahr und eine der vier stärksten Persönlichkeiten innerhalb der 113. Generation. Wir kennen sie als ‚Die Schnüffelnde Spionin', seit sie in ihrem ersten Jahr an der Oberschule so genannt wurde. Bitte applaudiert für den aktuellen 4. Sitz von Totsukis Rat der herausragenden Zehn... MIMASAKA RAN! "

Hideyoshis Bitte wurde gewährt, als sofort Klatschen und Jubeln folgten. "Mimasaka ...?" Wiederholte Kimiko nur in der VIP-Zuschauerlounge. Shigeo antwortete schnell. "Mimasaka Kazuos große Schwester, wie du sicher schon vermutet hast."

Die junge Frau, die den Flur betrat, war ziemlich groß und ziemlich muskulös. Sie könnte in dieser Hinsicht möglicherweise eine Chance gegen Umino und Yamada haben und sah stark genug aus, um einen Stein oder so zu zerbrechen.

Sie hatte einen Seitenschnitt: Ihr pechschwarzes Haar reichte bis zu ihren Schultern, aber es war nur auf dem linken Teil ihres Kopfes, die rechte Seite ihres Kopfes war rasiert worden. Sie trug auch ein paar Ohrclips, die ihr eine punkige Atmosphäre verliehen. Ihre Augen waren blutrot und schienen diese seltsamen, wahnsinnig aussehenden Wirbel in sich zu haben, die Kimiko bereits aus Kazuos kannte. Sie trug eine graue Kochuniform mit tiefroten Manschetten und Knöpfen.

Ran hatte ein freundliches, warmes Lächeln auf ihren vollen Lippen und winkte dem Publikum subtil, aber höflich zu.

‚Sie wirkt gleichzeitig bedrohlich und nett.’ Dachte Kimiko bei sich. ‚Wenn ich die Reaktion des Publikums richtig einschätze, ist sie beliebt.‘

Als Ran an der Kochstation ankam, bewegte Hideyoshi seinen Arm in Richtung Nordtor.

„Ihr Gegner ...", begann er und machte eine winzige Pause, möglicherweise zum Spannungsaufbau. "Wir haben den Mann, der erst letztes Jahr in die Schule gekommen ist, aber schnell zu einem der bekanntesten Köche auf diesem Campus geworden ist. Er hat sich bereits als der Beste von dem herausgestellt, was wir ‚Die Unübertroffenen Vier der 114‘ nennen", und jetzt ist er mutig genug geworden, gegen die Titanen der 113.Generation anzutreten.“ Eine weitere kleine Pause, nach der Hideyoshis Stimme noch lauter wurde." Geheimnisvoll und geliebt. Die berühmte "Zunge von Engeln gesegnet". Ladies and Gentlemen, der, auf den ihr alle gewartet habt, der aktuelle 5. Sitz von Totsukis Zehnerrat... YUKIHIRA HIRAKU! "

Die Geräuschkulisse, die in der Halle bei Rans Eintritt zu hören war, war praktisch nichts gegen den Tumult, der jetzt vor sich ging, als der junge Mann, den Kimiko gedacht hatte, ihr ganzes Leben lang zu kennen, eintrat. Die Leute sprangen von ihren Sitzen, überall waren schrille Schreie zu hören, der lauteste Jubel erfüllte den Saal. Hiraku hatte einen unbekümmerten Ausdruck, als er begleitet von der offensichtlichen Liebe des Publikums nur weiterging, einen Tintenfischarm zwischen seinen Zähnen.

Kimiko machte jedoch eine andere Beobachtung, die sie abwesend laut aussprach. "Er trägt seine Restaurantuniform gar nicht ..."

Hiraku trug eine normale Kochuniform, wobei die Manschetten und der Kragen jedoch ein edles Rot mit einem goldenen Streifen aufwiesen. Ebenso glänzendes Gold waren die Knöpfe der Uniform.

Kimiko blinzelte. Für eine Sekunde konnte sie den Rotschopf, mit dem sie ihr ihr ganzes Leben verbracht hatte. überhaupt nicht identifizieren.

"Restaurantuniform ...?" Fragte Shigeo, den Kimiko für einen Moment vergessen hatte, und brachte sie aus der kleinen Trance heraus, in der sie ihren Bruder beobachtet hatte, von dem sie immer gedacht hatte, dass er genauso normal war wie sie, wie er von einer großen Menge privilegierter, reicher Kinder wie ein Gott empfangen wurde. "Du meinst das ... blaues Hemd mit weißer Schrift?"

Kimiko drehte sich nur langsam zu ihm um, aber das war anscheinend bereits die Antwort, die Shigeo brauchte, da er dann sagte. "Er hat es seit der Endrunde der Herbstauslese im vergangenen Jahr nicht mehr getragen."

Kimiko wusste nicht, was die Herbstauslese war. Aber sie konnte sich im Moment nicht wirklich darum kümmern, wenn sie gerade erfahren hatte, dass Hiraku anscheinend die Uniform, ein Teil ihrer Identität und ihres lebenslangen Stolzes, weggeworfen hatte.

Sie spürte eine Kette, die sich langsam um ihr Herz wickelte, undzwar eine Kette mit einem schweren Gewicht daran befestigt. Für eine Minute würde sie Schwierigkeiten beim Atmen haben.

Unten an den Kochstationen war Hiraku direkt vor Ran zum Stehen gekommen.

"Guten Tag, Yukihira-kun." Ran begrüßte ihn mit einer ruhigen und sanften Stimme. Hiraku nickte. "Mimasaka-senpai." Zwischen ihnen sprach Hideyoshi in sein Mikrofon. "Zuletzt möchte ich die heutigen Richter begrüßen!"

Eine Frau in den Fünfzigern mit Lidschatten und tiefrotem Lippenstift trat ein. Ihr Kleidungsensemble war komplett in Schwarz und Weiß gehalten und Kimiko nahm an, dass ihre Kleidung von einigen großen Marken stammte. Zusätzlich war die Frau mit glänzendem Schmuck geradezu bedeckt. Sie trug ihre blonden Haare zu einem sehr strengen Knoten und als sie sich an den Richtertisch setzte, verschränkte sie sofort ihre Beine und Arme, um einen schwer zu befriedigenden Eindruck zu hinterlassen.

"Zuerst haben wir einen Gast aus dem Ausland!" Erklärte Hideyoshi. "Mademoiselle Jaqueline Ambroise, Chefredakteurin des berühmten Kochmagazins 'De figues et chocolat', kam aus Paris, um am heutigen Shokugeki teilzunehmen." Jaquelines Gesicht hatte sich bei Hideyoshis klobig klingenden französischen Aussprachen bereits massiv verdunkelt. Aber der nächste wollte schon eintreten. Und es war ein mehr als bekanntes Gesicht für Kimiko.

"Onkel Ryo!" Rief sie, als Hideyoshi unten ankündigte. "Als nächstes haben wir einen Alumni der berühmten 92. Generation, ein ehemaliges Zehnerrat-Mitglied und den Ehemann unserer geliebten Schulleiterin: Nakiri Ryo!"

Ryo ging wie üblich ohne Emotionen auf den Richtertisch zu. Er nickte jedoch leicht mit dem Kopf zu Hiraku, der die Geste mit einem kleinen Winken erwiderte.

"Ich kenne Onkel Ryo genug, um sicher zu sein, dass sein Urteil fair sein wird, aber weiß Mimasaka Ran das auch? Onkel Ryo und Hiraku stehen sich ja mehr oder weniger nahe." Sprach Kimiko oben.

"Mimasaka-senpai weiß ziemlich viel." Antwortete Shigeo ominös und ließ Kimiko ihren Kopf mit einer hochgezogenen Augenbraue zu ihm drehen. Bevor sie jedoch überhaupt den Mund öffnen konnte, sagte Shigeo bereits. "Außerdem habe ich bereits gelesen, wer die heutigen Richter sein werden, und sie haben es in dieser Hinsicht fair gehalten."

Wieder einmal konnte Kimiko nicht fragen, was er genau meinte, da Hideyoshi bereits fortfuhr. "Und zu guter Letzt haben wir noch einen weiteren Alumni der Juwelengeneration, Leute, sowie die Mutter einer der aktuellen Zehnerratsmitglieder. Die Küchenchefin von Hojo-Ro: Hojo Miyoko!"

Eine Frau im Alter von Kimikos Eltern trat ein. Sie trug einen eleganten, figurbetonten roten Cheongsam mit feinen, goldenen Drachenstickereien. Ihr Haar hatte genau das Purpur, das Kimiko von Takayukis Haar kannte, und ein langer Haarwirbel spross aus ihrem Kopf. Ihre Augen leuchteten hellviolett und mit festen Schritten ging sie zum letzten verfügbaren Platz am Richtertisch. Aber bevor sie sich setzte, erschien ein kleines Lächeln auf ihrem strengen Gesicht und es richtete sich an Ran Mimasaka, die zurück nickte.

"Du hast es dir wahrscheinlich schon gedacht, aber das ist Hojo Takayukis Mutter.“ Erklärte Shigeo. "Die Hojos und die Mimasakas stehen sich sehr nahe. Du hast ja schließlich mit Klein-Hojo und Klein-Mimasaka gearbeitet, also sollte es keine allzu große Überraschung für dich sein."

"Jetzt haben wir fast alles zusammen ...", fuhr Hideyoshi fort. "Das Letzte sind natürlich das Thema und die Einsätze."

Er hob seinen Arm noch einmal nach oben, als er ausrief. "Das Thema des heutigen Shokugeki ist 'Käse'! Sollte Mimasaka Ran gewinnen, muss Yukihira Hiraku 30 Minuten früher zu den folgenden 15 Zehnerrats-Meetings erscheinen."

"Was?" Rief Kimiko verwirrt. Shigeo in ihrer Nähe zuckte die Schultern. "So ist Mimasaka-senpai; viel zu freundlich für diese Welt. Sie möchte damit erreichen, dass Yukihira seine beständige, immerwährende Verspätung verbessert." Sein Ton wurde leicht hochnäsig. "Es wäre natürlich interessanter gewesen, wenn sie ihn mit einer echten Bedrohung konfrontiert hatte. "

Kimiko hatte jedoch gerade entschieden, dass Ran ihr neuer Lieblingssenpai war und dass sie für sie sein würde. Hirakus Angewohnheit, nie pünktlich zu erscheinen, hatte schon vielen das Leben erschwert.

"Im Falle von Yukihira Hirakus Sieg ...", fuhr Hideyoshi fort. „Muss Mimsasaka Ran ihren 4. Sitz an ihn abgeben und wird auf den 5. Sitz degradiert!"

Keuchen ging durch die Menge. Kimikos Augen verengten sich. Shigeos Grinsen wurde breiter.

"Jetzt, wo alles vom Tisch ist ... lasst uns endlich das Shokugeki zwischen dem 4. und 5. Sitz starten!" In der Halle war ein lauter Gong zu hören. "BEGINNT DAS KOCHEN!"
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