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Shokugeki no Kimiko (Deutsch)

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Mix
Erina Nakiri OC (Own Character) Soma Yukihira
01.08.2020
07.09.2020
18
106.289
4
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Dieses Kapitel
1 Review
 
18.08.2020 7.465
 
"Ein Katsu-Don, bitte schön."

Die Augen des Kunden leuchteten erwartungsvoll, als er die dampfende Schüssel vor sich betrachtete. "Vielen Dank." Sagte er schnell und wollte unbedingt anfangen zu essen.

Erina lächelte nur und nickte. "Keine große Sache." Bevor sie sich flink umdrehte und den Mann mit seiner Delikatesse zurückließ.

Während sie ein wenig vor sich hin summte, kehrte die honigblonde Frau in die Küche zurück, wo sie ihren Mann traf, der ebenfalls summte, wenn auch ein anderes Lied.

"Gyudon für Tisch drei und Omurice für Tisch sieben." Kündigte Erina an, als sie eintrat und Soma nickte kurz, um zu signalisieren, dass er zugehört hatte.

Die folgenden paar Momente verbrachten die beiden in Stille und kochten nur nebeneinander.

Dann aber brach Erina die Ruhe. "Das Trainingscamp beginnt heute." "Oh?" Soma drehte sich zu ihr um.

"Alice hat es mir gestern erzählt." Informierte ihn Erina.

Der Rotschopf neben ihr lächelte und wandte sich wieder ab. "Ah ja ... Das Camp. Das sind aber so einige Erinnerungen. Es war auf jeden Fall sehr ereignisreich für mich."

"Ein Shokugeki gegen einen Alumni gehabt zu haben kann sicherlich nicht jeder über sich sagen." Bemerkte Erina.

"Aber es gab auch noch die Frühstücksherausforderung! Weißt du noch? Wo ich fast verloren hätte!" Erinnerte er und lachte, als wäre ein Schulrauswurf der lustigste Witz aller Zeiten. "Du hast nicht richtig über das Thema nachgedacht." Kommentierte Erina.
Damals war sie mehr als zufrieden gewesen, Soma verlieren zu sehen.
Gott sei Dank, dass dieser Kerl nicht aufgeben konnte.

"Da habe ich mich auch zum ersten Mal ihn getroffen ...", sagte Soma plötzlich in Gedanken versunken und brachte sich nicht dazu, einen Namen zu sagen, den er seit Jahren nicht gesagt hat.

Aber Erina verstand natürlich, wen er meinte.

--

Der Zehnte Teller - Ein Bunter Kampf

--

- Gruppe D - Schulungsort -

Egal wie angespannt die Atmosphäre war, Hideyoshi Kawashima war keiner, den man so einfach zum Schweigen bringen kann.

Während seine Klassenkameraden zitterten und nervöse Blicke austauschten, als sie auf den legendären Totsuki-Alumnus warteten, der ihre Gruppe untersuchen würde, stand er ganz vorne, wo eine "wichtige Persönlichkeit" wie er hingehörte, und prahlte mit seiner brandneuen Kochuniform.

Dies führte dazu, dass sein bester Kumpel / bester Rivale Daisuke vom ängstlichen Murmeln abgelenkt wurde und den schwarzhaarigen Jungen eher missbilligend anstarrte. "Wie passt so ein riesiges Ego überhaupt in einen so kleinen Körper?!"

Hideyoshi hielt sofort in seinem Geschwätz inne und wandte sich mit einem herausfordernden Gesichtsausdruck an seinen Begleiter. "Hah?! Was war das?!

Daisuke reagierte sofort und trat einen Schritt näher an Hideyoshi heran. "Du hast mich richtig gehört."

Eine Sekunde später stießen sie mit ihren Köpfen aneinander.

"Pfah, eifersüchtig wie immer, hab ich nicht Recth?" Grinste Hideyoshi. "Das hättest du wohl gerne!" Schoss Daisuke zurück.

"Seit still." Eine weibliche Stimme unterbrach plötzlich den Streit. Während Daisuke und Hideyoshi voneinander abließen und sich neugierig umdrehten, versteifte sich der Rest der Menge und man konnte viele nach Luft schnappen hören.

"Oh Gott..."

"Auf keinen Fall..."

"Gleich am ersten Tag ..."

"Ich denke ich muss mich übergeben ..."

Totsuki Alumni Ikumi Aldini hatte ihre Hände in den Hüften und ein amüsiertes Grinsen auf den Lippen. "Ihr zwei habt sicherlich viel von euren Müttern geerbt, aber nicht die Harmonie in ihrer Beziehung. Ihr beide habt durch und durch die Dynamik eurer Väter."

"Ikumi-san!" Riefen Hideyoshi und Daisuke gleichzeitig aus. Ikumi nickte und hob ihre Hand. "Hey! Ist schon einige Zeit her, oder?"

Sie wandte sich nun langsam der Klasse zu und das allein genügte, um sie alle innerhalb einer Sekunde blass werden zu lassen.

"Ich ... Ikumi Aldini ... direkt vor mir ... ich kann es nicht glauben ...!"

"Sie hat nicht nur ihren Abschluss an der Totsuki gemacht, sondern war auch Teil der legendären 92. Generation! Sie muss erstklassig sein!"

"Sie ist eine der Köpfe hinter dem riesigen Imperium das sich ‘Trattoria Aldini‘ nennt."

"Sie sagen, dass sie sich perfekt mit Fleisch auskennt ... Was ich geben würde, um etwas Gegrilltes von ihr zu probieren."

Ikumi leckte sich nur über die Lippen.

Dieser Anblick zitternder und nervöser Schüler weckte sicherlich viele Erinnerungen an ihr eigenes Schulleben in ihr.

Sie klatschte in die Hände und verkündete. "Also gut. Wie viele von euch bereits gesagt haben: Mein Name ist Ikumi Aldini und ich werde heute eure Prüferin sein. Nachdem ihr euch dann auch bitte mal wieder eingekriegt habt, möchte ich die Aufgabe erklären."

"Ikumi-san kann so mutig und cool sein! Aber sie hat auch eine süße und weiche Seite in sich verborgen." Lächelte Daisuke. Hideyoshi öffnete den Mund, um irgendwas entgegenzuhalten, nur um festzustellen, dass er das nicht konnte.

- Gruppe C - Schulungsort -

An anderer Stelle war eine andere Küche voller jammernder und klagender junger Köche.

"Gleich am ersten Tag entpuppt sich mein Prüfer als Alumnus der 92. Generation."

"Auch noch... 4. ... 4. Sitz..."

"Ich werde es nie schaffen, hier rauszukommen!"

"Auf Wiedersehen, liebe Totsuki. Es hat Spaß gemacht,"

Die einzige Ruhe und Gelassenheit zwischen all diesem Elend war die Jahrgangsbeste Kaori Hayama. Anmutig wie immer machte sie sich auf den Weg zu den Zutaten und suchte aus, was sie brauchte.

Dies lies sie von der Masse herausstechen und der Gruppe C-bewertende Alumnus beobachtete sie mit interessierten blauen Augen.

Als Alumnus der 92. Generation und ehemaliger 4. Sitz hatte Takumi Aldini von den Schülern einen größeren Aufruhr der Bewunderung und Verzweiflung erhalten als seine Frau in Gruppe D.
Manchmal hasste Takumi es, so grausam zu sein, aber es stimmte wirklich, dass ein großer Teil der Schüler nicht für die raue kulinarische Welt geeignet war. Sie betitelten sich als "professionell", obwohl sie keine Erfahrung damit hatten, wie es ist, für tatsächliche Kunden zu kochen. Totsuki war der erste Ort, an dem sie sich einem wirklichen Kampf stellen mussten. Zuvor waren die meisten doch für alles in den Himmel gelobt worden und hatten von ihren wohlhabenden Eltern alles bekommen was sie wollten. Sie waren leicht zu beeindrucken, unkreativ, oberflächlich und hatten kein wirkliches Streben nach der Spitze, egal wie oft sie es proklamieren würden.

Köche wie Kaori Hayama waren anders. Obwohl sie bereits den Spitzenplatz ihrer Generation hatte, konnte Takumi anhand ihrer Bewegungen in der Küche erkennen, dass sie noch nicht zufrieden war.
Ihr Gericht war tauf jeden Fall das, auf das er sich am meisten freute und nicht nur, weil sie die Jahrgangsbeste war.

Er machte sich eine Notiz in seinen Kopf, Mika später zu fragen, was sie von Kaori hält. Immerhin konnte das lavendelhaarige Mädchen seiner feurigen und gewagten Tochter eine gute Rivalin sein.

Er lächelte.

Einige Eltern machen sich möglicherweise Sorgen um ihre Kinder, wenn das Trainingscamp beginnt.

Takumi aber nicht im geringsten.

- Gruppe H - Schulungsort -

"Guten Tag, Schüler der 92. Totsuki-Generation. Mein Name ist Shigemichi Rui."

Die Frau verschränkte die Arme und fügte hinzu. "Ich werde diejenige sein, die euch heute testet."

Während die meisten ihrer Klassenkameraden besorgte Blicke austauschten, legte Kimiko Yukihira nur den Kopf schief. "Shigemichi Rui ...", flüsterte Hiroshi. "Alles was ich wirklich weiß ist, dass sie Shigemichi Kumais Frau ist. ... Und ich denke sie ist eine Absolventin der 91.Generation, richtig Itoko-Chan?" Mika lehnte sich nur gegen die Küchentheke und zuckte die Schulter. "Ja, ich denke schon."

Währenddessen schnippte Rui wortlos mit den Fingern und zwei Arbeiter kamen herein. Sie brachten ein großes Rad mit, das die Farben Rot, Blau und Gelb zeigte. Kimiko blinzelte überrascht. "Hm?" "Was ist das?" Fragte Mika.

"Vielen Dank." Sagte Rui zu den beiden Arbeitern, die kurz nickten, bevor sie sich zurückzogen. Damit wandte sich Rui wieder der Klasse zu. "Na dann ... Wer wird heute der Glücksbringer sein?"

"Glücksbringer...?" Wiederholte Hiroshi verwundert. Rui ignorierte die Verwirrung um sie herum und fuhr nur fort. "Da ich keine Freiwilligen sehe, werde ich wohl selbst aussuchen müssen." Sie sah sich nicht allzu lange die Menge vor ihr an. "Itsuki, wärst du so nett?"

"Natürlich, Mutter." Antwortete eine tiefe Stimme von hinten und brachte alle dazu, sich umzudrehen.

"...Mutter?"

Ihre Augen fielen auf einen stämmigen Erstklässler mit geraden, schwarzen Pony, die seine Augen perfekt verbargen, ihn aber auch ein wenig wie einen muskulösen Pilz aussehen ließen.

Es war bloß vorherzusehen, dass nach einem solchen Aufruf viel Flüstern aufkam.

"Aber hallo... Chef Shigemichis Sohn ist hier bei uns?"

"Shigemichi Itsuki ... Er ist in meiner Klasse. Er ist ziemlich gut."

"Oh Junge..."

"Er wird heute wahrscheinlich der Beste sein."

Der letzte Kommentar weckte Kimikos Interesse und sie beobachtete neugierig, wie Itsuki nach vorne ging.
Er war so emotionslos wie seine Mutter und schien die Gespräche um ihn herum überhaupt nicht zu hören.
Das einzige Mal, dass er seinen Kopf bewegte, war, als er an Kimiko, Hiroshi und Mika vorbeikam. Er schien Hiroshi anzusehen, der sich im Gegenzug ein wenig zurückzog.
Mikas blaue Augen verengten sich.

"Itsuki." Sprach Rui, als ihr Sohn sie endlich erreicht hatte. "Bitte drehe das Rad."
Er nickte bloß.

Es sah nicht so aus als ob er sich beim Drehen des Rads sehr überanstrengt hatte, aber trotzdem drehte sich das Rad wie verrückt.
Ein kleines Lächeln erschien auf Ruis Lippen. Aber es war nur eine Sekunde später schon wieder weg und sie wandte sich ruhig wieder der Menge zu.

"Also, wo liegt der Sinn..?" Murmelte Mika vor sich hin, als sie darauf wartete, dass das Rad endlich zum Stillstand kam.

Zwei Minuten später war das Rad zum Stillstand gekommen. Der Zeiger befand sich auf dem gelben Bereich.
Die Schüler richteten ihren Blick erwartungsvoll auf Rui und hofften, endlich eine Erklärung zu bekommen.
Ihre Hoffnungen wurden niedergeschmettert, als Rui Itsuki lediglich befahl. "Dreh es bitte noch einmal."
Und ohne jeglichen Kommentar befolgte Itsuki den Auftrag seiner Mutter.

Mika war nicht amüsiert.

"Das ist lächerlich! Ich bin sicher, die anderen kochen inzwischen alle. Verdammt, die meisten von ihnen sind wahrscheinlich schon fertig!" Zischte sie, während sie ungeduldig die Arme verschränkte und versuchte das arme Rad mit ihrem Blick zu erdolchen. "Itoko-chan!" Murmelte Hiroshi und warf Rui einen Blick zu, besorgt, dass sie seine Cousine gehört haben könnte.
Aber der Alumnus war immer noch so ausdruckslos wie zuvor.
"Ich muss Mika-chan zustimmen." Mischte Kimiko sich ein. "Das dauert ziemlich lange. Ich dachte, wir wären hier, um zu kochen, oder etwa nicht?"
"Ich ... ich bin sicher, sie hat ihre Absichten." Antwortete Hiroshi und konzentrierte sich wieder auf das Rad.

Nach ein paar Minuten war das Rad wieder zum Stillstand gekommen, der Zeiger war auf dem blauen Bereich.
Und wie beim letzten Mal ging alle Aufmerksamkeit auf Rui zurück.

Als sie sich wieder ihrem Sohn zuwandte, kochte Schrecken in der Menge hoch.

"Sie wird doch nicht ...?"

"Bitte nicht...!"

"Wenn ich noch einmal sehe, wie sich dieses Rad dreht, wird mir nur schwindelig ..."

Kimiko hob eine Augenbraue, während Hiroshi besorgt Mika ansah, die verärgert ihre Faust ballte.

Erleichterung machte sich breit, als Rui dann schließlich einfach nur sagte. "Danke, Itsuki. Du kannst jetzt zurück gehen."
Der schwarzhaarige, junge Mann nickte und begann sich zurück zu bewegen.
Sie sah eine Sekunde lang mit einem kleinen Lächeln zu, bevor sich ihr Gesicht wieder verhärtete.

"Du." Sie zeigte auf ein blondes Mädchen, das sofort überrascht aufschrie. "Auf welchen Farben hat das Rad angehalten?"
Die Augen des Mädchens wuchsen und sie fing an zu stottern. "Nun ... ähm ... äh ..." "Kann nicht aufpassen. Weiter!" Unterbrach Rui sie und bewegte daraufhin ihren Finger einen Zentimeter, um auf das Mädchen zu zeigen, das neben der Blondine stand.
Ihre Augen rissen ebenfalls geschockt auf, aber am Ende antwortete sie unsicher. „Ich glaube es war ..." „Wir sind gerade in der Küche, Kind, nicht in einer Kirche. Entweder du weißt etwas oder du weißt es nicht." "B ... Blau und Gelb ...! Fräulein!"
Mit einem ruhigen "Richtig" senkte Rui ihren Finger wieder.

"Blau und Gelb." Wiederholte sie für die Klasse und machte eine Handbewegung zum Rad. "Mit diesen Farben werdet ihr euch heute beschäftigen." Sie hob ihre Stimme ein wenig. "Hört jetzt zu, denn ich werde es nur einmal erklären, also achtet darauf. Die heutige Aufgabe, liebe 115. Generation, besteht darin, ein Gericht mit einer blauen und / oder gelben Hauptzutat zu kreieren. Schließt euch zusammen, wenn ihr möchtet, aber es ist mir im Grunde egal, also ist es auch in Ordnung, alleine zu arbeiten. In der Nähe dieser Küche befindet sich ein sehr großer Saal voller Zutaten, sodass ihr euch keine Sorgen machen müsst nichts zu finden. Ihr habt zwei Stunden Zeit. Wenn euer Gericht nicht innerhalb dieser Zeitspanne fertig ist, ist das euer Ende. "

Sie verstummte fünf Sekunden lang, um ihre Erläuterung einsinken zu lassen, bevor sie fortfuhr. "Euer Gericht wird von mir geprüft, sobald es fertig ist. Ein Teil des Urteils ist eine Art Note, damit der Schüler weiß, wie gut das Gericht war. Deshalb werden die Gerichte mit Punkten bewertet. 0 Punkte sind die schlechtesten und 20 Punkte am besten. " Ihre Stimme wurde plötzlich sehr scharf. "Außerdem ... möchte ich, dass ihr wisst, dass alles unter 15 Punkten als Durchgefallen gilt."

Es wurde still im Raum, als die Schüler Rui geschockt anstarrten. Es schien ihr jedoch nichts auszumachen und sie zuckte nur die Schultern. "Ich weiß wirklich nicht, warum ihr alle nur da steht. Die Aufgabe wurde erklärt. Ich würde jetzt anfangen zu kochen, wenn ich an eurer Stelle wäre."

Und dann begann der Aufruhr.

"Also hat es angefangen?!"

"15 Punkte ... das ist mehr als die Hälfte!"

"Konzentrier dich wieder auf die Arbeit! Eine blaue oder gelbe Zutat!"

"Gibt es etwas natürlich Blaues, das man essen kann?!"

"Lass uns mit Gelb gehen. Das lässt viel mehr Möglichkeiten!"

"Ich stimme zu. Gelb ist hier definitiv die einfachere Wahl."

Mika beobachtete ihre Klassenkameraden und musste den Kopf schütteln.
"Itoko-Chan." Hörte sie dann Hiroshis zarte Stimme neben sich.
"Ja?"
Hiroshi sah sie mit großen, blauen, unschuldigen Augen an und fragte. "Was ist dein Plan?"
"Oh ... Nun, ich weiß welche Farbe, aber lass uns zuerst die Zutatenhalle überprüfen, bevor wir weiter planen."
Ihr Cousin nickte. "In Ordung."

Mika studierte ein wenig sein entschlossenes Gesicht, bevor sie murmelte. "Du kannst auch immer Ideen einbringen, okay?"
Hiroshi antwortete nicht.

Doch bevor Mika noch etwas sagen konnte, schloss sich Kimiko dem Gespräch an. "Nun, ich hätte wissen müssen, dass ihr euch zusammenschließen würdet." Sie lächelte Hiroshi strahlend an. "Ich hätte gerne ein zweites Mal mit Hiroshi-kun gearbeitet."
Sofort wurden Hiroshis Augen kugelrund. "Wi ... Wirklich ...?"
Kimiko nickte eifrig zurück. "Natürlich."

Während Hiroshi Kimiko immer noch ehrfürchtig anstarrte, spürte Mika, wie sich Feuer in ihrem Körper aufbaute. Es war dasselbe, was sie an dem Tag in sich gefühlt hatte, als sie Kimiko zum ersten Mal in ihrem Wohnheim sah.

"Yukihira." Verkündete sie laut genug um die Aufmerksamkeit Kimikos zu erhalten. "Da wir in derselben Gruppe sind, nehme ich an, dass heute der Tag ist, an dem wir endlich sehen werden, wer besser ist." Aber dann verlor sie Kimikos Aufmerksamkeit wieder, als Itsuki Shigemichi plötzlich auftauchte.

Alles, was er tat, war auf seine Mutter zuzugehen, während er mit sich selbst sprach. "Jeder nimmt gelb." Er seufzte. "Sieht so aus, als ob diese Schule wirklich voller Schwächlinge ist, die überhaupt keinen Sinn für Herausforderungen haben."

"Entschuldigung?" Unterbrach Kimiko dann seinen Monolog mit einem selbstbewussten Grinsen.
Während Mika hinter ihr polterte "Hey! Yukihira! Pass gefälligst auf!", drehte Itsuki nur ruhig den Kopf.
Kimikos Grinsen wurde etwas größer. "Urteilst du da nicht ein bisschen zu schnell?"

Itsuki starrte sie weiter an und zwang Kimiko somit weiterzureden. "Sie sagen, dass du heute der beste Schüler bist. Ich denke, da muss ich mich einmischen."

Itsuki antwortete schließlich. "Nach deiner Kühnheit zu urteilen, nehme ich an, dass du auch mit Blau gehen wirst, hm?" "Das ist richtig." Antwortete Kimiko.

"Du hast Glück, dass meine Mutter die Gerichte mit Punkten bewertet." Itsuki wandte sich wieder ab und ging weiter. "Dies wird absolut klar machen, wer von uns die Oberhand hat."

"Das wird interessant." Flüsterte Kimiko. Sie drehte sich um und folgte dem Rest ihrer Klassenkameraden, die hektisch aus der Küche stürmten, um zu den Zutaten zu gelangen.

Die einzigen, die noch nicht von ihrem Platz weggezogen sind, waren die Aldini-Cousins.

Hiroshi beobachtete Kimiko. "Sie hat es wieder getan." Sagte er zu sich selbst.
Dann sah er seinen Cousin an. "Itoko-Chan ... sollten wir uns nicht auch langsam ..." Er stoppte sich, als er sah, wie sein Cousin zitterte.
Ihre Augen waren am Boden befestigt und sie hatte ihre Fäuste geballt.

Zwischen zusammengebissenen Zähnen knurrte sie wütend.

"Yu ... ki ... hi ... ra"

--

"Bitte sein Sie vorsichtig. Es ist heiß."

Es überrascht nicht, dass Kaori Hayama die erste war, die ihr Gericht in Takumi Aldinis Klasse präsentierte.
Allein ihre Stimme stoppte die Handlungen aller und viele Augenpaare wanderten interessiert zu der Schönheit mit den lila Haaren.
Sie trug einen stoischen Ausdruck mit nicht der geringsten Andeutung von Nervosität im Gesicht.

"Na gut." Takumi schenkte dem Mädchen ein warmes, sanftes Lächeln, während er den Löffel in die Hände nahm. "Ich habe mich auf dein Gericht besonders gefreut. Die Lehrer haben dich bereits in höchsten Tönen gelobt und deine Klassenkameraden scheinen auch großen Respekt vor dir zu haben." Er senkte seine Stimme ein wenig. „Deine Eltern müssen wirklich stolz sein."

Kaori antwortete in der gleichen Lautstärke. "Sie müssen sie da schon selbst fragen, Chef Aldini."
Takumi nickte. "Großartiger Vorschlag. Ich sollte sie wirklich mal wieder kontaktieren. Es ist lange her, dass ich mit einem von ihnen gesprochen habe. Aber lass uns zuerst essen."

Die Klasse war absolut still, als die Schüler zusahen, wie Takumi den Löffel in die Suppe tauchte. Alle waren neugierig zu sehen, welcher erstaunlichen Schöpfung die Jahrgangsbeste diesmal serviert hatte.
Langsam aber sicher brachte Takumi den Löffel an seine Lippen.

In dem Moment, als er die Suppe probierte, riss er die Augen auf.

Er spürte eine unglaubliche Wärme in seinem Körper. Seine Beine und seine Arme wurden leichter und eine immense, jugendliche Energie erfüllte ihn. Für einen Moment war Takumi sicher, dass er jetzt die ganze Welt erobern konnte.
Es war wie ein Hauch frischer Luft, der ihn mit neuem Leben erfüllte.

Für die Schüler seiner Klasse war es fast so, als wären seine blonden Haare viel kürzer geworden. Seine Haut schien auch immer glatter zu werden und er sah auch etwas kürzer aus.

Für eine kurze Sekunde war es als hätten die Schüler der Gruppe C einen jungen Takumi Aldini vor sich.
Ein freier Blick in die Vergangenheit und in die Schultage der 92. Generation.

Aber so schnell wie die Vision gekommen war, verschwand sie wieder und Takumi war wieder erwachsen.
Aber niemand konnte leugnen, dass er viel frischer aussah als zuvor.

Die Klasse tauschte beeindruckte Blicke aus.

"Das ist es worauf ihr Spitzname zurückzuführen ist." Flüsterte einer von ihnen. "'Die Wächterin des Brunnens der ewigen Jugend' nennen sie sie. 'Jugend-Bewahrerin' ist die Kurzversion."
Der Schüler neben ihm nickte. "Das ist richtig. Kaori-Sama hat bereits für Eliteköche, renommierte Lebensmittelexperten und schwer zu befriedigende Feinschmecker gekocht. Sie alle sagen, dass ihre Gerichte die Kraft haben, ein wenig Jugend zurückzugeben. Dieser Spitzname kommt von der Tatsache, dass ihre Küche einen mächtiger fühlen lässt und die Leute mit neuer Energie füllt. "

"Aus... Ausgezeichnet ...", murmelte Takumi. "Wenn ich nur einen Löffel nehme, fühle ich mich in der Lage, Berge zu versetzen. Ohne Zweifel, bestanden. Daraus muss ich auch keine große Show machen."

Diesmal bewegten sich Kaoris Gesichtsmuskeln ein wenig.

Sie lächelte erfreut. "Es war mir ein Vergnügen."

--

"12 Punkte." Erklärte Rui kalt, bevor sie die Stäbchen ablegte.

Das Paar vor ihr brach zusammen, als die Erkenntnis sich breit machte, dass sie ausgewiesen wurden.

"Die höchste Anzahl an Punkten, die sie bisher vergeben hat, ist 16. Und trotzdem ist die Anzahl der Personen mit 15 Punkten erschreckend klein. " Wimmerte einer der Schüler.„Das ist so deprimierend!" Ihr Partner nickte zustimmend.

In diesem Moment trat ein Koch ein, von dem erwartet wurde, dass er es besser macht als die anderen.
"Ich bin fertig." Kündigte er ruhig an und stellte den Teller vor seine Mutter.

"Shigemichi Itsuki ist an der Reihe!"

"Seine Mutter wird ihm mit Sicherheit bestehen lassen und noch dazu eine gute Anzahl von Punkten geben!"

Rui ignorierte die Gespräche um sie herum und lächelte Itsuki nur an. "Wie erwartet hast du Blau gewählt."

Ein zweites Mal konnte das Publikum nicht ruhig bleiben.

"Also hat er es wirklich getan!"

"Blau ... Es gibt kaum Zutaten die von Natur aus blau sind ... Was hat er überhaupt benutzt?"

"Darüber hinaus ist bekannt, dass die Farbe Blau den Appetit senken kann."

Itsuki atmete lange und tief aus, bevor er sich langsam seinen Kollegen zuwandte. "Es ist nicht so schwer, wie ihr denkt, eine natürliche, blaue Zutat zu finden, die auch für das Auge ansprechend aussieht. Es ist wirklich einfach, ehrlich gesagt, euer Verstand wurde einfach nur blockiert."
Fäuste wurden geballt, Zähne zusammengebissen und wütende Blicke wurden ausgetauscht.
Und ein Blick auf den Teller, den Itsuki serviert hatte, ließ die Schüler erkennen, worüber Itsuki gesprochen hatte.

Vor Rui stand ein wirklich köstlich aussehender Blaubeerkuchen.

Sofort breitete sich eine leichtes Schamgefühl unter den Schülern aus.
Zu glauben, sie hätten in all ihrer Panik wirklich etwas so Einfaches wie Blaubeeren vergessen, war ihnen sicherlich peinlich.

"Es ist nicht ungewöhnlich, dass solche Herausforderungen bei Schülern Panik auslösen." Erklärte Rui und nahm eine Gabel. Sie lächelte. "Panik schränkt oft die Sicht ein. Aber ich bin froh, dass es dich nicht betroffen hat, Itsuki."

Sie nahm den ersten Bissen und das Publikum sah in angespannter Stille zu.

"Herrlich!" Rief Rui dann plötzlich mit geröteten Wangen. "Es hat eine Keksschicht und der Teig ist so schokoladig. Oben ist dann Schlagsahne, die mit weißen Schokoladenstücken und Blaubeeren bestreut ist. Aber das Highlight ist sicherlich die mittlere Schicht! Eine Blaubeereisschicht!"
Zufrieden ließ sie das kalte, aber fruchtige Eis auf ihrer Zunge schmelzen, bevor sie lobte. "Es hat eine wundervolle erfrischende Wirkung!"

Zum ersten Mal aß Rui ein Gericht als Ganzes auf und es war sicherlich keine Überraschung, als sie danach rief: "18 Punkte! Bestanden!"

Sie stellte den leeren Teller neben sich auf den Tisch und sprach mit dieser besonderen Wärme, die ihre Stimme immer hatte, wenn sie ihren Sohn ansprach. "Du bist der erste, der sich für eine andere Route entschieden hat als alle anderen, und du hast dich absolut hervorgetan. Es hat großartig geschmeckt."

Itsuki verbeugte sich. "Danke für das Lob, Mutter."

Hinter ihm begann wie gewöhnlich das Flüstern. "Wie erwartet." "Er hat bisher die höchste Punktzahl." "Ich habe dir gesagt, dass er heute der Beste sein wird."

Mit einem kleinen Grinsen, das niemand sah, ließ Itsuki den Ausdruck der Bewunderung über sich ergehen und badete geistig in dem Scheinwerferlicht, in dem er sich gerade befand. Genau so, wie er es mochte und sich vorstellte.

Aber gerade als der schöne Moment seinen Höhepunkt erreicht hatte, musste sich eine bestimmte Stimme, die sich über all das Flüstern erhob, einschleichen und alles zusammen zerstören.

"Hm, ich muss sagen." Sagte die Stimme. "Ich bin etwas enttäuscht."

Sofort starben alle anderen Stimmen.

Und Itsukis Gesicht verhärtete sich.

Er drehte sich mit der Geschwindigkeit einer Schildkröte um und sah sich langsam aber sicher dem Besitzer der Stimme gegenüber.

Ein honigblondes Gaststätten-Kind, das lächelte, während es einen Teller auf der rechten Hand perfekt balancierte.

Von außen wirkte Itsuki ruhig. Aber eine Flamme wütete in ihm und das Lächeln dieses Mädchens war das Benzin.

Er flüsterte. "Wie bitte?"

Das Mädchen zuckte nur die Schultern und arbeitete ihre Aussage weiter aus. "Nun, nach all deinem Gerede habe ich erwartet, dass du etwas wirklich Außergewöhnliches tust. Aber Blaubeeren?" Sie seufzte wie ein Elternteil, der gerade die Nachricht hörte, dass sein Kind sich geweigert hatte, sein Gemüse wieder zu essen.

Niemand konnte es sehen, aber Itsukis linkes Auge zuckte gereizt.

Doch bevor Itsuki noch etwas sagen konnte, schloss sich plötzlich eine andere Stimme dem Gespräch an.

"Ähem." Ein kurzer Blick hinter sich zeigte, dass seine Mutter von ihrem Stuhl aufgestanden war.
Ein paar Schüler vorne zogen sich zurück.

Sie wussten nicht, wie das überhaupt möglich war, aber irgendwie sah die Absolventin noch kälter aus, als sie bereits zuvor ausgesehen hatte. Es war fast so, als ob die Temperatur im Raum sank.
Und jedes Wort, das von Ruis Lippen kam, ließ Schauer über die Rücken der Schüler laufen.

Sie war offensichtlich nicht erfreut.

"Darf ich nach deinem Namen fragen, Kind? Und wenn du dabei bist ... könntest du genauso gut erklären, warum du hier nach vorne kommst und ..." Die Temperatur hatte das arktische Niveau erreicht.
"... meinen lieben Sohn beleidigst?"

Entweder war Kimiko Yukihira sehr mutig oder sehr dumm. Was auch immer es war, die kalte Atmosphäre hatte keinen Einfluss auf sie.
Anstatt sich zu Boden zu werfen, sich zu verbeugen und um Entschuldigung zu betteln, wie es die meisten Schüler in dem Zimmer getan hätten, legte sie nur den Kopf schief und kratzte sich anschließend mit der freien Hand am Kinn. "Oh, es tut mir leid, wenn ich unhöflich war. Ich habe nur meine Gedanken geäußert. Vielleicht hätte ich es anders verpacken sollen." Es folgte ein lässiges Lachen, das viele Schüler dazu brachte, Kimikos geistige Gesundheit in Frage zu stellen.

"Dein Name." Fauchte Rui fordernd und ein paar Studenten zuckten bei dem scharfen Ton zusammen. Aber wieder einmal schien Kimiko nicht im Geringsten betroffen zu sein. "Oh ... ja, ja natürlich. Es tut mir leid, Chef Shigemichi." Sie setzte ein breites Grinsen auf und verkündete festlich. "Yukihira Kimiko."

Für einen Moment war es still und die Schüler warteten gespannt darauf, dass etwas passierte.
Schließlich sprach Rui. "Na dann, Chef Yukihira."
Langsam setzte sie sich wieder auf ihren Stuhl und kreuzte auf elegante Weise ihre Beine und streckte herausfordernd eine Hand aus.
"Bitte serviere dein Gericht. Ich bin absolut gespannt, was du auf deinem Teller zu liegen hast."

Kimiko nickte, immer noch unbeeindruckt von der drohenden Aura, die die Prüferin jetzt umgab.
Sie trat vor und stellte mit einem schnellen "Hoffentlich macht es Sie glücklich" den Teller vor Rui.

Was folgte, war ein Aufkeuchen von Ruis Seite.
Itsuki wirbelte verwundert herum um zu sehen was diese Reaktion seiner Mutter veranlasst hatte. Aber ein Blick auf den Teller brachte auch Verwirrung in sein Gesicht und er murmelte. "Was ... was?"

Der Rest der Klasse versuchte nun auch einen Blick auf den Teller zu erhaschen und immer mehr schockierte "Huh"s und "Wie"s waren zu hören.

Kimiko grinste. "Ich präsentiere: 'Gekochte Eier aus dem Meer'!"

Was Rui vor sich hatte, war ein Haufen flauschiges, hellblaues Etwas mit zwei Eiern und ein wenig Gemüsen in der Mitte.

"Was ist das?"

"Kann man das überhaupt essen?"

"Das blaue Zeug sieht ein bisschen wie Sahne aus, nicht wahr?"

"Also du ...", begann Rui, offensichtlich immer noch ein wenig überwältigt, "... das ist..."

"Püree aus blauen Kartoffeln." Beendete Kimiko den Satz und nickte dann noch weitere als Bestätigung.
Dann wandte sie sich an ihre Klassenkameraden und hielt eine tiefblaue Knolle hoch, die aussah, als wäre er direkt aus dem Meer genommen worden.
"Blaue Kartoffeln." Kündigte sie an. "Sie schmecken gut, ihr solltet sie mal probieren!"
Alles, was sie erhielt, waren ziemlich verblüffte Gesichter und Stille. Also fuhr sie einfach fort. "Es gab noch so einige andere Zutaten in der Halle, ihr hättet besser nachsehen sollen."
Sie zeigte auf die Kartoffel in ihrer Hand und drehte ihren Kopf zu Itsuki. "Das nenne ich eine blaue Zutat. Blau, lecker und sicherlich ungewöhnlich."

Itsuki biss die Zähne zusammen und wollte nicht offen zugeben, dass Kimiko Recht hatte.

"Stimmen Sie nicht zu, Chef Shigemichi?" Fragte sie dann Rui mit zuckersüßer Stimme.

Rui packte ihre Gabel dabei fester. "Das ist in der Tat ..." Es war, als hätte sie Mühe, die folgenden Worte zu sagen. "... die ... perfekte ... Antwort auf die Aufgabe."
Kimikos Grinsen wurde etwas breiter.
"Aber ich muss immer noch beurteilen, wie es schmeckt." Bemerkte Rui scharf und hob ihre Gabel.

Ein süßer, köstlicher Geschmack überflutete Rui in der nächsten Sekunde praktisch. Egal wie sehr sie sich bemühte, bei diesem Gericht besonders kritisch zu sein, sie konnte nicht leugnen, dass es lecker war.
Ihre Zunge fand einen Hauch von Knoblauch in den herzhaften Kartoffelpürees, was perfekt zu frischem Gemüse und dem cremigen Ei passten.

Sie hatte gewollt, dass es nicht gut war, wirklich. Aber am Ende stimmte es, dass dies das Gericht ihres Sohnes in jeder Hinsicht übertrumpfte.

"Zwa ...", murmelte sie, ihr Gehirn versuchte immer noch zu verstehen, dass sie das jetzt wirklich sagen würde. "Zwanzig ... Zwanzig Punkte!"

Itsuki ballte die Faust, während der Aufruhr des Schocks hinter ihm passierte.

"20?!"

"Sie hat wirklich volle Punkte! Erstaunlich!"

"Hiraku-samas Schwester!"

"Stimmt, wir reden hier doch über Hiraku-samas Schwester."

"Kimiko-sama! Schau in meine Richtung."

Für eine Sekunde verschwand Kimikos Lächeln und sie presste ihre Lippen zusammen.
Aber so schnell der grimmige Ausdruck gekommen war, verschwand er wieder und ihr markantes Grinsen war zurück. "Schön, dass es Ihnen geschmeckt hat!"

Rui sah nur zur Seite und antwortete nicht. Und so hatte Kimiko keine andere Wahl, als sich einfach umzudrehen und zu ihrem Arbeitsplatz zurückzukehren.

Auf ihrem Weg kam sie an Itsuki vorbei, der seine Zähne zusammengebissen und seine Arme verschränkt hatte. Sie schenkte ihm ein kleines Lächeln, als sie an ihm vorbei ging.
Im Gegensatz zu Takayuki hatte Itsuki keinen wirklichen Eindruck auf sie gemacht.

Zufrieden und stolz auf sich selbst kam Kimiko an ihrem Arbeitsplatz an, ohne sich um die vielen beeindruckten Blicke zu kümmern, die auf ihr brannten.
Sie begann einfach sorgenlos damit ihren Platz zu putzen.

Sie hatte heute gute Arbeit geleistet. Ihr Gericht hatte alle überrascht und nicht nur das, sie stellte sich auch als beste Kanditatin heraus.

"Zwanzig Punkte."

Kimikos innerer Monolog des Selbstlobes wurde abrupt gestoppt, als Ruis Stimme ihr Ohr erreichte.

Hat sie gerade gesagt-?

"N ... Nochmal zwanzig Punkte?!"

"Beeindruckend..."

"Was hat sie gemacht? Was hat sie gemacht?"

Kimiko hätte gerne mehr von Rui gehört, aber natürlich mussten ihre lauten Klassenkameraden dieses Vorhaben mal wieder stören.

Kimiko blieb keine andere Wahl, als wieder an die Front zurückzukehren, um zu sehen, wer ihre Pläne, heute die Klassenbeste zu sein, zerstört hat.
Und so versuchte sie, sich durch das Meer der Köche zu schieben, die alle versuchten, einen Blick auf die Front zu erhaschen.

Gerade als sie fast da war, war eine Stimme zu hören.
Und sofort erinnerte sich Kimiko daran, dass sie etwas vergessen hatte. Oder besser gesagt, jemand.

"Grazie!" Rief eine mehr als vertraute Stimme vorne aus. "Vielen Dank." Sagte eine andere Stimme gleich danach und genau wie die erste war auch diese Kimiko nicht unbekannt.

Ein paar Schritte und ein paar weitere Ellbogenaktionen bestätigten offiziell, was Kimiko vermutet hat.
Vor Rui standen ihre beiden Mitbewohner.
Mika und Hiroshi.

Mika hatte zufrieden ihre Arme verschränkt und ein stolzes Grinsen aufgesetztz. Hiroshi sah im Vergleich viel unsicherer aus und spielte mit den Fingern, während er auf den Boden starrte.
Rui hatte eine Schüssel in den Händen und ihre Wangen waren gerötet.
Itsuki starrte nur seine Mutter an. Er wirkte unsicher und überrascht.

"Mika-chan ... Hiroshi-kun ...", sprach Kimiko und konnte die leichte Scham nicht verbergen, die sie empfand, weil sie ihre Mitbewohner wegen ihrer kleinen Herausforderung gegenüber Itsuki vergessen hatte.

Aber anders als das ... Was war los?

Zwanzig Punkte?

Genau wie sie?

War Mika ... so gut?

"Oh Yukihira." Mika sah über ihre Schulter und ihr Gesichtsausdruck blieb durch und durch selbstgefällig.
"Kimiko-san!" Rief Hiroshi und drehte sich um.

"Was hast du ..." Kimiko bewegte ihren Kopf nach oben, unten und links, rechts, um einen Blick auf Ruis Schüssel zu werfen. "Was hast du gemacht?"

Mikas Grinsen wurde ein wenig breiter und jetzt drehte sie sich vollends um. "Ich bin sehr froh, dass du gefragt hast. Hiroshi, wenn du so nett wärst?"

Hiroshi seufzte leise. Er warf Kimiko einen fast entschuldigenden Blick zu, bevor er sagte. "Pasta, Ravioli um genau zu sein, gefüllt mit Spinat und gebadet in einer Avocado-Sahne-Sauce. Wir haben auch ein paar Pinienkerne und Oliven hinzugefügt. "

Kimiko starrte den blauhaarigen Jungen verständnislos an.
...Spinat? ...Avocado...?

Warte...

Ein Mädchen neben ihr sprach laut aus, was sie gedacht hatte. "Aber ... sind das nicht grüne Zutaten?!"

Sofort breitete sich die Erkenntnis im Rest der Klasse aus.

"Tatsächlich."

"Ist das nicht gegen das Thema?"

Währenddessen ballte Kimiko ihre Faust.
Im Gegensatz zu ihren Klassenkameraden hatte sie es durchschaut.
Sie sah Mika direkt an, die nur den herausfordernden Blick erwiderte, während sie immer noch grinste.

Verdammt.

Ein paar Sekunden später ließ Mika den Blickkampf fallen und sah stattdessen ihre anderen Klassenkameraden an.
"Ich habe in keiner Weise gegen die Regeln verstoßen, ich war nur ein bisschen kreativer und nachdenklicher." Sie hob einen Finger. "Chef Shigemichi sagte klar: Eine gelbe und / oder blaue Zutat. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich das Oberschülern erklären müsste, aber wenn ihr Gelb und Blau mischt, ergibt sich tatsächlich Grün. Richtig, Chef Shigemichi?"

"Richtig." Murmelte Rui. "Es war wirklich kein Verstoß gegen die Regeln."

"Wow ...", flüsterte jemand. "Sie ist wohl wirklich cool geblieben, um auf eine solche Idee zu kommen!"

"Perfekt." Antwortete ein anderer. "Sie hat es definitiv geschafft, sich von der Masse abzuheben und einzigartig zu sein, hat sich aber auch nicht an eine kleine Anzahl möglicher Zutaten gekettet, wenn man bedenkt, dass es eine Menge grüner Zutaten gibt!"

Kimiko konnte nicht anders, als zuzustimmen.
Sie hatte erwartet, dass Mika gut sein würde, aber ein Gut, das nur leicht über dem Durchschnitt lag. Niemals hätte sie gedacht, dass irgendein anderer Koch dieser Schule außer Mona und Lola ihr auf Wellenlänge begegnen könnte.

Aber Mika Aldini könnte es auf jeden Fall.

"Was hast du nochmal bei der Zeremonie gesagt?" Überlegte Mika und wandte ihren Blick wieder Kimiko zu. "Du erzähltest über die Tatsache, dass du nicht gegen 'reiche Kinder verlieren wirst, die nicht einmal in einer Küche gestanden haben', oder?"

Kimiko ließ diese Sequenz schnell in ihrem Kopf abspielen, bevor sie nickte. "Das ist richtig."

"Na dann Yukihira." Mikas Grinsen verschwand. "Du hast dort etwas zu schnell beurteilt. Um ehrlich zu sein, meine Eltern sind vielleicht erfolgreiche, berühmte Köche, die eine riesige Restaurantfiliale besitzen, aber trotzdem: Alle Kenntnisse, die ich über das Kochen habe, stammen aus der praktischen Ausbildung. Ich habe mitgeholfen im Restaurant, seit ich klein bin. "

"Sieht man." Konnte Kimiko nur sagen.

"Hiroshi hier hat übrigens auch oft in seinem Ryokan geholfen." Lächelte Mika dann zu ihrem Cousin. "Er hat sich wunderbar um den Spinat gekümmert."

Hiroshi konnte nicht anders, als ein wenig rot zu werden, und er sah schnell weg.

Mika sprach dann weiter. "Nun, heute hast du Glück, dass es keine höhere Anzahl von Punkten mehr gibt. Aber lass mich dir das sagen ..." Jetzt zeigte sie plötzlich auf Kimiko. "Ich werde dich vernichten. Mit allem, was ich auf dem Teller anbieten kann, werde ich dir beibringen, wie mächtig die Erbin der Trattoria Aldini wirklich sein kann." Ihre Stimme wurde scharf und sie beäugte Itsuki. "Und ich werde niemanden mehr meine Show als deine Rivalin stehlen lassen."

Entschlossenes Feuer baut sich in Kimikos Knochen auf.
Im Moment gab es nichts, was sie mehr wollte, als sich mit diesem unglaublich erfahrenen Koch ihres Alters auseinanderzusetzen. Und sie war letztendlich wütend auf sich selbst, weil sie dieses Kraftpaket ignoriert und sich auf einen viel schwächeren Gegner konzentrierte hatte.

Sie erwiderte Mikas herausfordernden Blick und erklärte. "Ich kann es kaum erwarten!"


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"Ich kann es kaum erwarten, ins Hotelzimmer zu kommen. Alles was ich jetzt will ist Schlaf." Chieko gähnte und streckte sich danach.

Yasu, der neben ihr saß, streichelte Megane-cchi weiter auf seiner Hand, während er antwortete. "Dieser Tag war nur der Anfang, weißt du, Chi-chan?"

"Natürlich tue ich das!" Erwiderte Chieko barsch. "Warum mussten wir uns überhaupt zuerst mit einer so anstrengenden Aufgabe befassen?!" Sie warf ihre Arme in die Luft. "Ich meine, auf der Suche nach Zutaten in der Wildnis herumzulaufen? Es war so anstrengend."

"Aber Inui-senpai war am Ende sehr zufrieden mit unserem Gericht." Erinnerte Yasu.

"Apropos Inui-Senpai." Sagte Chieko dann nach einer kleinen Zeit der Stille, fingen ihre Augen plötzlich an zu funkeln und ihre Wangen wurden rot. "Wie hoch ist deiner Meinung nach die Möglichkeit, dass die Alumni heute für uns kochen?"

"Hm?" Yasu drehte den Kopf zu dem schwarzhaarigen Mädchen.

"Nun, ich meine, das sind erstklassige Köche ..." Chiekos Tonfall wechselte zu einer höheren Note, je aufgeregter sie wurde. "... ich würde mich auf jeden Fall freuen, ihre Küche zu probieren! Es wäre eine große Ehre!"

"Ja, ich bin sicher, das wäre ganz nett." Antwortete Yasu und wandte seinen Blick wieder von seiner Freundin ab. Also bemerkte er die Neuankömmlinge, die sich ihnen gerade näherten.
"Oh hey, schau!" Rief er. "Es sind die Aldinis und Yukihira!"

Dies machte Chiekos Tagträumen ein Ende und sie wurde ebenfalls aufmerksam auf die drei während sie in der Zwischenzeit ihre Brille richtete. "Du hast recht." Sie nickte und sprang auf, um die drei richtig zu begrüßen.

"Hallo!" Winkte sie, sobald Kimiko, Mika und Hiroshi vor den drei ankamen. Hinter ihr nickte Yasu schweigend.

Kimiko hob ihre Hand, Mika sagte "Hey" und Hiroshi lächelte warm. "Hallo, Marui-san und Ibusaki! Wie ich sehe, habt ihr es auch geschafft. Das sind gute Nachrichten." Dann bemerkte er den gelben Federball in Yasus Händen und rief aufgeregt:„ Megane-cchi ist auch zurück! "

Yasu stand auf und legte das Küken in Hiroshis offene Hände. "Sie ist allerdings etwas müde, weil Inui-senpai nicht aufhören konnte, sie zu knutschen und zu streicheln."

"Es heißt nicht Megane-cchi." Murmelte Chieko, kaum hörbar für Hiroshi.

"So was nun?" Fragte Kimiko. Mika verschränkte die Arme. "Haben Kawashima und Aoki es geschafft?"

"Sie haben uns beide etwas früher kontaktiert. Sie sind auf dem Weg!" Informierte Chieko, bevor ihre Augen wieder funkelten, als sie schwärmte. "Und was die Frage was als nächstes passiert angeh: Ich bin nicht sicher, aber ich hoffe, es wird ein großartiges Bankett des talentierten Alumnus für uns!"

Aber leider sollte Chieko ihren Wunsch nicht bekommen.

Als Hideyoshi und Daisuke endlich ankamen, betrat die Gruppe die Halle, in der der Rest ihrer Klassenkameraden bereits wartete.
Wer auch wartete, war Fuyumi Mizuhara und eine riesige Gruppe muskulöser, massiger Männer.

"Was zum ...", rief Chieko bei diesem Anblick. "Was ist das?"
Ihre Mitbewohner waren genauso verwirrt und richteten ihren Blick auf Fuyumi in der Hoffnung, dass sie es erklären würde.

Zum Glück tat sie es.

"Hallo, Schüler. Freut mich zu sehen, dass so viele von euch es heute geschafft haben." Sagte Fuyumi ruhig und brachte die Menge sofort zum Schweigen.
Absolut ausdruckslos zeigte Fuyumi dann auf die Gruppe von Männern neben ihr. "Diese Herren hier neben mir sind Schüler einer bekannten, erfolgreichen Sportschule in Kalifornien. Sie sind heute unsere Gäste."

Sie machte eine kleine Pause, bevor sie das Todesurteil sagte. "Und ihr werdet heute für sie kochen."

"WAAAS?!" Schrien alle zusammen.

"Aber ich bin so erschöpft!"

"Das können die jetzt nicht ernst meinen!"

"Ich will doch nur schlafen."

Yasu warf einen kurzen Blick auf Chieko, die bei Fuyumis Worten blass geworden war und die Menge vorne mit großen, ungläubigen Augen ansah.

"Ihr werdet alle 50 Portionen machen. In einer Zeitspanne von 2 Stunden. Solltet ihr diese Erwartung nicht erfüllen, seit ihr ausgewiesen."

Ein guter Teil der Schüler wäre bei diesen Worten beinahe erstickt. Einer wurde sogar ohnmächtig.

Trotzdem machte Fuyumi gnadenlos weiter. "Ihr könnt euch das Abendessen selbst kochen, wenn ihr mit der Aufgabe fertig seit."

Sie ließ den Schülern keine Zeit mehr zu jammern und zu protestieren und hob schnell eine Stoppuhr in ihre Hand. "Start."

Schreiend und in Panik stürmten die Schüler in die Küche.
Die meisten von ihnen bewegten sich hastig und ohne Konzentration. Man hörte viel ängstliches Murmeln und schweres Atmen.
Um alles noch schlimmer zu machen, konnte man auch die Schreie der Schüler der kalifornischen Schulen hören, die grob und laut ihr Essen forderten.

Zwischen all diesem Chaos gelang es Kaori Hayama, ruhig zu bleiben und ihre Arbeit mit Leichtigkeit elegant abzuschließen.

Lola und Mona sahen sich nur an und griffen gleichzeitig nach etwas an ihrem Hals.

Takayuki schrie die Jungs an, dass sie ihr verdammtes Essen bekommen würden, wenn es verdammt nochmal fertig wäre. Als einer von ihnen den gefährlichen, gefährlichen Fehler machte, ihn "Zwerg" zu nennen, war er sofort auf hundertachtzig.

Hideyoshi und Daisuke stritten sich jedes Mal, wenn sie sich kreuzten, was ziemlich oft der Fall war. Wenn sie nicht an des anderen Kehlen waren, prahlte Hideyoshi immer wieder mit seinen Fähigkeiten, während Daisuke sich nur nervös versicherte, dass es ihm gut gehen würde.

Yasu rührte ruhig etwas in einem Topf, als er plötzlich ein leises Kichern hörte. Er drehte sich um und sah Chieko, mit dem Rücken zu ihm, ein wenig Gemüse hackend. "... Chi-chan? ... Alles in Ordnung?"
"Mama hatte recht." Flüsterte Chieko, ohne die Frage ihrer besten Freundin zu beantworten. "Dieses Camp ist die Hölle."

"Oh nein, oh nein, oh nein." Wiederholte Hiroshi im Mantra, während er sein Gericht sorgfältig zubereitete, und zuckte jedes Mal zusammen, wenn die lauten Jungs aus Kalifornien irgendetwas sagten.

Mika biss wütend die Zähne zusammen, als sie Kimiko ausrufen hörte. "Fertig!"

"Du magst  diese Runde gewonnen haben, Yukihira! Aber ich werde noch auf dich zurückkommen! Warte nur!" Bellte sie.

Kimiko schlenderte an ihren Klassenkameraden vorbei, da sie gehen durfte. "Nun, wir sehen uns später! Ich warte in Chieko-chans Zimmer!"

"Sicher!" "Bis später." "Gute Arbeit, Yukihira." "Wir werden später ein Kartenspiel haben, Yukihira! Bereite dich vor!" "B... Bis später, Kimiko-San"
"Jetzt warte mal! Das ist alles schon anstrengend genug! Ich brauche euch dann nicht auch noch in meinem ..."

Aber Chiekos Protest wurde unterbrochen. "Brillenschlange! Beweg dich, klar?!" Schrien die kalifornischen Hulks.

Sofort vergaß Chieko Kimiko und wandte sich an die männlichen Studenten. Ihre Augen verengten sich. "Wie. habt. ihr. mich. gerade. genannt?"

Während Chieko ihre Bewegungen im Zorn zunehmend beschleunigte, hatte Kimiko die Küche bereits verlassen.

Der erste Tag des Trainingscamps war insgesamt ein Erfolg. Obwohl sie nicht leugnen konnte, dass die Begegnung mit Mika zuvor definitiv an ihrem Stolz genagt hatte.

Und noch wusste sie nicht, dass dies nicht das letzte Mal sein würde.
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