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Shokugeki no Kimiko (Deutsch)

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Mix
Erina Nakiri OC (Own Character) Soma Yukihira
01.08.2020
07.09.2020
18
106.289
4
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Dieses Kapitel
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16.08.2020 9.236
 
Mit einem sanften, enttäuschten Seufzer legte Madoka den letzten Brief weg. Als sie den Namen des Absenders gelesen hatte, hatte sie ihn sich in leichter Erwartung für das Ende aufgehoben. Aber es stellte sich heraus, dass er wie die meisten Briefe dieselbe Botschaft hatten.

Sie schüttelte schnell den Kopf und sagte sich, sie solle aufhören sich darum zu kümmern. Danach stand die braunhaarige Frau mit Brille langsam auf, packte ihre Sachen und verließ die leere Bibliothek von Totsuki.

Während sie dann durch die Gänge ging, holte sie ihr Handy heraus und wählte eine Nummer, damit sie ihre Arbeit als erledigt bestätigen konnte.

"Enomoto?"

Die scharfe Stimme auf der anderen Seite ließ Madoka immer ein wenig zusammenzucken. "Die Brie ... Briefe sind alle geprüft ..!" Stotterte sie ins Handy.

Stille.

Madoka brauchte drei Sekunden, bis ihr klar wurde, dass die andere Seite auf eine Antwort wartete. "Zwei der Juwelen haben ihre Anwesenheit angekündigt." "Nur zwei?" Fragte die Stimme mehr als überrascht.

Obwohl es sinnlos war, nickte Madoka. "Ja, leider. Die anderen lehnten aus verschiedenen Gründen ab."

Es war Madokas Aufgabe gewesen, die Briefe der Alumni der berüchtigten 92. Generation durchzusehen: Antworten auf die Briefe, die Totsuki zu Beginn des Schuljahres verschickt hatte. Jeder Alumnus erhielt jedes Jahr einen solchen Brief.

In diesen Briefen wird um die Teilnahme am bevorstehenden Trainingscamp gebeten. Die Alumni schreiben natürlich zurück, um eine Antwort zu geben. Und es war die Aufgabe der Lehrer, sie durchzusehen.

Anscheinend hatten die meisten der 92. Alumni dieses Jahr kein großes Interesse daran, aufzutauchen. Sehr überraschend für die Lehrer, da alle davon ausgegangen waren, dass sie dieses Jahr besonders interessiert an der Teilnahme sein würden, um ihre Kinder zu beobachten.

Die Ausreden, die Madoka gelesen hatte, reichten von "Aber was ist, wenn die anderen Kinder mich der Voreingenommenheit verdächtigen und anfangen, mein Kind ärgern?" zu "Ich weiß bereits, dass mein kleiner Junge unglaublich ist."

Manchmal dachte Madoka wirklich, dass die Asse ihrer Ex-Generation ziemlich seltsam sein konnten.

"... Also, wer ist es?" Die Stimme brachte sie zurück in die Realität.

"Oh, ähm, natürlich! ... Nun ..."

--

Der Neunte Teller - Gemüse und Besuche

--

"Kimiko-chan~"

Die begeisterte Stimme von Satoshi kroch durch die rostigen Sprachleitungen, die jeden Raum im Polarsternwohnheim verbanden. Es weckte das blonde Mädchen, das in Zimmer 303 auf dem Bett lag.

Langsam drehte sie ihren müden Kopf zur Geräuschquelle. Sie wollte fragen: "Was gibts, Satoshi-san?" aber es lag immer noch einen Kloß in ihrer Kehle, weshalb sie nur ein "Huh?" herausbrachte.

"Kimiko-chan! Steh auf!" Freute sich das Rohr. "Du und Hiroshi-Kun sind heute an der Reihe für die Feldarbeit. Er wartet wahrscheinlich schon auf dich, also steh auf und geh nach draußej!" "F ... Feldarbeit?" Kimiko versuchte sich ein wenig nach vorne zu lehnen und rollte schließlich aus ihrem Bett.

Satoshi lachte. "Natürlich Kimiko-chan, mach dir keine Sorgen, ich bin sicher, du wirst viel Spaß haben. Und denk daran, die Jugend da draußen zu fühlen und zu umarmen!"

Als nichts anderes folgte, vermutete Kimiko (auf dem Boden liegend), dass das Gespräch wahrscheinlich beendet war. Ein Stöhnen entkam ihren Lippen und sie stand langsam vom Boden auf.

Sie gähnte und streckte sich, bevor sie widerwillig ihre Nachtwäsche auszog. Da sie auf das Feld kommen sollte, beschloss sie, eine funktionelle graue Hosen, ein einfaches rotes Hemd und eine schwarze Jacke zu tragen.

Zuletzt zog sie das weiße Halstuch an und band ihre Haare zu ihren üblichen Zöpfen zusammen, bevor sie den Raum leise verließ, da sie vermutete, dass viele Mitglieder des Wohnheims noch schliefen.

Während sie durch den leeren Flur ging, begannen Erinnerungen an gestern auf sie zu regnen. Sie verzog das Gesicht bei dem bloßen Gedanken an ihren eigenen Bruder und seinen Unsinn. Aber da Kimiko jetzt im Vergleich zu gestern etwas ruhiger war, kam ihr der Gedanke, dass es leicht nur eine seltsame Pubertätsphase oder so etwas sein könnte. Die Person, die sie da gestern gesehen hatte, schien so unwirklich, dass es eine logische Erklärung geben musste. ‘Er wird irgendwann von diesen seltsamen Gedanken abkommen.‘ Überzeugte Kimiko sich. Und Junge, wird sie helfen, ihren Bruder wieder zu Boden zu bringen.

Dann gab es noch die "Juwelen-Generation" und die starke Verbindung zur 115. Generation, über die Kimiko mehr herausfinden musste. Sie wusste jetzt vielleicht, wer die "wiedergeborenen Juwelen" waren, aber sie musste immer noch eine Bedeutung einbringen. Sie hatte auch beschlossen, die "wiedergeborenen Juwelen" nicht danach zu fragen, einfach weil sie bezweifelte, dass sie ihr viel helfen könnten, während sie auch nicht unbeholfen klingen wollte, wenn sie fragte: "Hey, bist du Ikumi Mitos Tochter?" oder etwas ähnliches. Darüber hinaus wollte sie die sie umgebenden Menschen als tatsächliche Menschen mit ihrer eigenen Identität und Persönlichkeit betrachten. Nicht nur als einige Nachkommen irgendwelcher Erwachsener, die sie nie getroffen hatte. Sobald sie nichts anderes sehen würde, war sie nicht besser als ihr Bruder.

Aber all die Verschwörung und das Rätsel mussten so oder so warten, denn jetzt sollte sie sich darauf konzentrieren, das Feld zu finden, auf dem sie arbeiten sollte.

Und so schüttelte Kimiko die Erinnerungen von gestern ab und konzentrierte sich auf ihre Suche.

Und zum Glück wurde sie nicht allein gelassen: Als Kimiko im leeren zweiten Stock ankam, hörte sie das hölzerne Knarren einer der Türen und blieb auf ihrem Weg stehen.

Und einige Sekunden später stand Yasu Ibusaki vor ihr. "Oh guten Morgen, Yukihira-san." Begrüßte er sie. "Hast du gut geschlafen?"

Kimiko nickte dem großen Jungen freundlich zu. "Guten Morgen zurück, Ibusaki! Und ja!"

Die beiden gingen zusammen die Treppe hinunter, was sie nicht davon abhielt, sich zu unterhalten. Kimiko war dankbar dafür, denn sie hoffte, dass das Gespräch sie davon ablenken würde, das Gesicht ihres Mitbewohners mit einem der Gesichter zu vergleichen, die sie gestern in einem bestimmten Fotobuch gesehen hatte.

"Hast du heute Feldarbeit?" "Du sagst es." Kimiko drehte sich zu ihm um. "Aber was bringt dich so früh aus dem Bett, Ibusaki? Ich dachte nur Hiroshi-kun und ich haben Feldarbeit?" "Ich wache immer so früh auf." Erklärte Yasu. Nach einer Sekunde des Schweigen führte er es weiter aus. "Je früher du aufwachst, desto mehr hast du vom Tag, nicht?"

Bevor Kimiko diesem Argument entgegentreten konnte, bemerkte Yasu bereits. "Außerdem bin ich nicht der einzige, der schon wach ist. Du wirst wahrscheinlich einige Freiwillige aus den anderen Jahren auf dem Feld treffen und einige beginnen bereits mit der Zubereitung des Frühstücks. Chi-chan sollte inzwischen auch aufgewacht sein, aber sie ist sicherlich immer noch damit beschäftigt ihr Zimmer zu putzen. Sie wird wahrscheinlich später herauskommen, um ihre Tiere zu füttern."

"Ah, okay." Antwortete Kimiko. "Also zieht ihr hier auch eure eigenen Tiere auf?" "Ja, das könnte man so sagen. Das meiste wird von Chi-Chan gemacht, da sie das größte Wissen über Wild von uns allen hat und es daher auch Tiere gibt, die nur ihr gehören ... Aber ansonsten haben wir Hühner, Enten und Kaninchen hier. Wenn du etwas brauchst, frag einfach. Selbstgemachte Zutaten sind hier die Norm und Teil der Ideologie des Wohnheims. Deshalb haben wir auch das Feld, das Satoshi-san sehr am Herzen liegt. "

"Nett." Kimiko pfiff beeindruckt. Hoffentlich könnte sie auch dazu beitragen. "Also, was hast du vor, wenn du nicht auf dem Feld arbeiten willst?" Fragte sie dann um das Gespräch am Laufen zu halten.

"Ich hab kein Apfelholz mehr." War die kurze Antwort, aber Kimiko verstand sie, sehr zu Yasus Erleichterung. "Ah, also produzierst du deine eigenen Räucher-Chips?" Er lächelte. "Genau." Nach einer weiteren Sekunde der Stille bot er an. "Übrigens das Gleiche hier. Wenn du jemals Rauchchips brauchst, kannst du mich fragen." Er kratzte sich ein wenig unsicher am Kopf, bevor er nach mehr Stille hinzufügte. "Oh und natürlich kann ich dir auch Sake, Sojasauce, Natto anbieten ..." Er fuhr fort darin scheinbar Millionen anderer Fermentationsprodukte auf zu zählen.

Kimiko hatte von Mika gehört, dass Yasus Mutter ein Fermentationsgeschäft leitete und dass er es irgendwann versuchen zu fördern würde. Also hörte sie nur zu und notierte in ihrem Kopf, eines Tages seine selbstgemachten Sachen auszuprobieren.

Der übliche so zurückhaltende und ruhige Yasu war gerade fertig, als sie die Eingangshalle und die Haupttür des Wohnheims erreicht hatten. "Oh mein ... Entschuldigung für das plötzliche Geschwafel am frühen Morgen ... ich fühle mich wie Chi-chan." Er entschuldigte sich und zog seine Hand durch das lange, kastanienbraune Haar. Kimiko konnte nicht anders, als ein leises Kichern über die kleine Bemerkung über ihre Mitbewohnerin mit Brille auszustoßen. Sie war sicherlich immer sehr gesprächig, nicht nur am Morgen, sondern den ganzen Tag. Lass das Thema Politik, Hausaufgaben, die Verantwortungslosigkeit aller anderen, Karotten oder die Rechte an ihrem Zimmer sein.

"Es ist in schon Ordnung." Versicherte Kimiko ihm. "Du stehst Chieko-chan ziemlich nahe, Hm?"

"Nicht mehr, wenn du ihr sagst, was ich gerade gesagt habe." Scherzte Yasu zu Kimikos Überraschung, aber er nickte danach deutlich. "Wir sind zusammen aufgewachsen, unsere Eltern stehen sich sehr nahe."

Kimiko musste sich auf die Zunge beißen, um nicht zu sagen, dass sie sich das schon gedacht hatte. Es würde wahrscheinlich sehr komisch klingen.

Stattdessen sagte sie nur. "Oh, schön! Ich habe auch einen Kindheitsfreund, natürlich zu Hause. Seine Mutter war oft die Babysittering von mir und ..." Sie konnte nicht anders, als die folgenden Worte zu murmeln. "...Meinen Bruder..."

Sie hatte gehofft, dass Yasu es nicht bemerkte. Wahrscheinlich hat er es getan, aber er legte seinen Finger nicht direkt auf die Wunde. "Hast du gestern eigentlich zu Abend gegessen? Du warst nicht da, als wir gegessen haben." Kimiko antwortete sofort. "Ich habe meine Tante und meinen Onkel besucht und dort gegessen."

Yasu summte als Antwort und begann sich danach umzudrehen. Auf halbem Weg blieb er stehen und sah über die Schulter. "Ich muss jetzt meine Kettensäge aus der Kammer holen. Das Feld ist hinter dem Haus, ich bin sicher, du wirst es finden. Vielleicht werde ich später auch vorbeikommen, um euch beiden zu helfen, wenn nicht, werde ich dich ja beim Frühstück sehen."

"In Ordnung, Ibusaki." Kimiko winkte ihm zu. "Viel Spaß mit deinem Holz und bis später." "Bis später."

Und damit verließ Kimiko das Wohnheim. Sie musste zugeben, dass sie ihre Mitbewohner immer mehr mochte. Sicher, sie waren zuerst ziemlich seltsam rübergekommen, aber sie waren wirklich eine freundliche und angenehme Gesellschaft.

Das grüne Gras quietschte unter Kimikos Füßen, als sie in die kalte Morgenluft trat. Das Licht war immer noch schwach und Dunst wehte zwischen den Bäumen des dunklen, stillen Waldes um sie herum. Sie atmete die frische Luft ein, zog ihre Jacke enger und begann zu laufen.
So kam sie auch an dem Käfig vorbei, der mit schlafenden Hühnern gefüllt war. Als sie etwas näher kam, entdeckte sie auch die Enten und Kaninchen, die alle voneinander getrennt waren.

Dann erreichte sie endlich ihr Ziel. Pünktlich, als die Sonne etwas mehr in den Himmel aufgestiegen war und warmes Licht auf das riesige Feld warf, das Kimiko jetzt vor sich hatte.

Sie konnte nicht anders als nach Luft zu schnappen.

Es war nicht nur ein kleiner Garten, wie sie erwartet hatte, und war gefüllt mit mehr als nur Tomaten und Karotten. Genau in dieser blühenden Gemüsepracht arbeiteten einige Schüler in Freizeitkleidung ruhig, aber eifrig.

Kimiko ging auf den Kopf zu, der zwischen den grünen Blättern hellblau leuchtete. "Hiroshi-kun, guten Morgen." Sie hob eine Hand und lächelte.

Hiroshi blickte von seinem Korb voller Blumenkohl auf und seine blauen Augen fanden Kontakt mit ihren goldenen. "Da bist du ja, Kimiko-San. Guten Morgen, ich hoffe du hast gut geschlafen."

Er stand auf und fügte hinzu. "Du bist gestern ziemlich spät nach Hause gekommen. Hast du zu Abend gegessen? Und wie geht es deinem Bruder?"

"Ja, ich habe in der Nakiri-Villa gegessen, da ich sie besucht habe, nachdem ich mit meinem Bruder gesprochen habe." Als sie seine nächste Frage beantwortete, sah sie zur Seite. "Und Hiraku geht es gut."

"O... Okay ...", antwortete Hiroshi. Kimiko drehte ihren Blick zurück zu ihm.

Er trug einen gelben, karierten Pullover mit hochgekrempelten Ärmeln. Die Hose war grau und etwas schmutzig. Seine Füße waren von dunkelgrünen Gummistiefeln geschützt.

"... also ..." Kimiko sah sich um. "Feldarbeit, was?"

"Du bist das erste Mal auf den Polarstern-Feldern, oder?" Hiroshi legte den Kopf schief und erhielt ein Nicken von Kimiko.

Das Gesicht des Viertelitalieners leuchtete auf. "Hm, nun, ich kann hier nur für mich selbst sprechen, aber ich finde die Arbeit sehr, sehr spaßig. Satoshi-san hat mir schon ziemlich viel beigebracht und es ist ein wunderbares Gefühl, einen Samen wachsen zu sehen, den du gepflanzt hast ... Komm Ich zeige dir alles, was wir haben. "

Kimiko lächelte zurück. "Ich bin genau hinter dir."

Es war ein wundervoller Morgen.

Hiroshi tat, was er versprach und zeigte ihr das immense Arsenal an Gemüse, das das Wohnheim von selbst anbaute. Mehr als oft ließ es Kimiko ein wenig sprachlos in beeindruckter Ehrfurcht zurück.

Als nächstes sammelten sie Auberginen und pflanzten anschließend Kartoffeln.

Sie sprachen die ganze Zeit über nicht nur über Gartenarbeit, sondern auch über Kimikos Shokugeki, ein paar alberne Geschichten, Madoka Enomotos Klasse und andere Dinge.

Irgendwann schloss sich Yasu an und nun gingen sie weiter zu den Tomaten.

"Hier."

Kimiko hatte eine leuchtend rote Tomate vor sich, die von Hiroshis Hand gehalten wurde. Er sah sie an, die strahlend blauen Augen, denen niemand widerstehen konnte, voller Hoffnung.

Als Kimiko verstand, nahm sie die Tomate und obwohl sie wusste, was er von ihr wollte, sagte sie es dennoch laut. "Ähm ...soll ich kosten?"

Yasu summte ruhig in ihrer Nähe, pflückte jede Tomate sorgfältig und es passte perfekt in die friedliche Atmosphäre um die drei Teenager.

Kimiko nahm einen Bissen und war sofort überwältigt von der Frische der Tomate.

"Oh ... Oh wow ...", stotterte sie, was zu einem strahlenden Lächeln von Hiroshi führte. "Sie schmecken ausgezeichnet! Die ist von großartiger Qualität und sollte sehr, sehr nützlich zum Kochen sein."

Hiroshi wurde rot und stammelte. "Da ... das ist schön zu hören ..." Kimiko legte ihren Kopf ein wenig schief. Yasu kommentierte. "Tadokoro hat sich ganz besonders um die Tomaten gekümmert. Er versucht, sie sehr qualitativ zu züchten, damit Aldini-san, die ja hauptsächlich Italienisch kocht, sie verwenden kann."

"Oh, das ist sehr nett von dir." Gratulierte Kimiko Hiroshi, der nur noch mehr rot wurde. "Sie sind wirklich großartig."

"Eh ... heh ... hehe ..." Hiroshi lachte nervös über all das Lob. "Tadokoro ist eine sehr freundliche Person." Antwortete Yasu Kimiko und lächelte danach ein wenig. Sie nickte eifrig.

Dann kam eine kleine, friedliche Stille auf, in der sich die drei nur auf ihre Arbeit konzentrieren.

Kimiko war allerdings ein wenig von Gedanken überwältigt.

‘Die Tomaten, die wir im Restaurant verwenden, sind nichts im Vergleich dazu ... Mein Gott, dieses Wohnheim ist aber wirklich etwas. Die Herstellung eigener Zutaten klingt nach einer tollen Idee.‘

Ihre Gedanken wurden durch das scharfe, laute Pfeifen unterbrochen, das plötzlich das ruhige, friedliche Ambiente störte.

Yasu drehte zuerst den Kopf, danach auch Hiroshi und Kimiko.

Am Ende des Feldes sahen sie die zierliche Gestalt und das dunkle Haar von Chieko. Da sie einen ihrer üblichen blauen Röcke trug, nahm Kimiko an, dass sie wahrscheinlich nicht wegen Feldarbeit hier war.

"Oh ... Marui-san?" Fragte Hiroshi laut. "Ich werde sehen, was sie will." Erklärte Yasu, bevor er zu dem winkenden Mädchen ging.

"Ist es schon Zeit zum Frühstück?" Fragte sich Kimiko. Hiroshi schüttelte den Kopf. "Ich glaube nicht, aber ich könnte mich natürlich irren."

Sie beobachteten, wie Yasu sich Chieko näherte und das Gespräch, das danach entstand. Es dauerte nicht lange und ein paar Sekunden später gab Yasu Hiroshi und Kimiko eine Handbewegung, die ihnen sagte, sie sollten rüberkommen.

Sie tauschten einen Blick aus, bevor sie ihre Körbe aufhoben und zu den beiden gingen.

"Guten Morgen, ihr zwei." Rief Chieko aus, als die beiden nahe genug waren, um sie zu hören. Sie antworteten gleichzeitig. "Guten Morgen."

"Also, was ist los? ", fragte Kimiko Chieko nach der Begrüßung. Hiroshi sah sie ebenfalls erwartungsvoll an.

"Wir haben Besuch." Yasu antwortete stattdessen. "Daigo-san und Shoji-san sind hier." Informierte Chieko und sah mehr zu Hiroshi als zu Kimiko.

"Ja, wirklich?" Äußerte Hiroshi sich angenehm überrascht. Kimiko legte den Kopf schief. "... Daigo-san und Shoji-san ...?"

Kann es sein?

"Kawashimas und Aokis Väter. Sie besuchen uns oft, wenn ihre Frauen nicht in der Stadt sind, was nicht selten ist, da Kawashima Urara und Aoki Yua bekannte Gastronomie-journalistinnen sind, die oft zu allen Arten von Shows und dergleichen eingeladen werden." Gab Chieko der Blondine, die nickte, etwas Input.

Es ist also wahr.

Sie wusste nur einen Tag lang von der Juwelengeneration und sollte bereits zwei Mitglieder treffen. Was für ein Zufall!

Auch wenn es vorher offensichtlich gewesen war, hatte sie jetzt die offizielle Bestätigung, dass Hideyoshi und Daisuke "wiedergeborene Juwelen" waren.

"Außerdem..." Chiekos Stimme brachte Kimiko aus ihren Gedanken und sie beäugte das schwarzhaarige Mädchen, das jetzt einen ziemlich grimmigen Ausdruck trug. "... Haben wir einen Brief erhalten."

--

Der Speisesaal war mit Mika, Hideyoshi, Daisuke und Satoshi gefüllt. Es gab aber auch zwei andere Gesichter, von denen Kimiko zu Recht annahm, dass sie Daigo und Shoji waren.

Kimiko musste den Klumpen in ihrem Hals schlucken, bevor sie durch die Tür trat. Es fühlte sich ein wenig seltsam an, Leute zu treffen, die sie gestern Abend in einem Fotoalbum viel jünger gesehen hatte, ohne dass sie es wussten.

Beide Männer waren groß, sehr muskulös und hatten ein härteres Gesicht, das sich ungemein aufhellte, als die kleine Gruppe den Raum betrat. Sie standen erwartungsvoll auf.

Shoji Kawashima, früher Shoji Sato, hatte schmutzige blonde Haare und seine Augen hatten die gleiche Farbe wie die seines Sohnes: violett. Er trug einen grauen Pullover, eine schwarze Hose und braune Schuhe. Sein ungepflegtes, schulterlanges Haar war zu einem Semi-Mohawk-Stil gestylt und sein linkes Ohr mit einem Ohrring verziert. Er trug auch ein Lederarmband.

Daigo Aoki hatte schwarze Haare und schwarze Augen. Wieder wurde die Augenfarbe auch von seinem Sohn geerbt. Am bemerkenswertesten an ihm waren die Koteletten, die sein hartes Gesicht umrahmten. Er trug eine Lederjacke, ein einfaches weißes Unterhemd darunter und eine graue Hose. Kimiko bemerkte auch eine recht teuer aussehende Uhr um seinen Arm.

Mika, Hideyoshi und Daisuke sahen auf, als die Gruppe eintrat. "Buongiorno." "Yo!" "Oh Hallo!"

Satoshi trug dieses markante Lächeln, das anscheinend auch wirklich niemand aus seinem Gesicht wischen konnte. "Ah, da seit ihr ja... Guten Morgen, alle zusammen."

Chieko trat einen Schritt zur Seite, um Hiroshi und Yasu zu enthüllen, als Daigo und Shoji sich ihnen näherten. Der erste, der begrüßt wurde, war Yasu.

"Hey! Yasu-kun." Daigo grinste und schüttelte dem Jungen heftig die Hand. Yasu ertrug Daigos starken Griff und reagierte ruhig. "Guten Tag, Daigo-san." Gleich danach wurde er bereits in eine starke Umarmung gezogen. "Ich hoffe du hattest schöne Ferien. Du bist immer noch so cool und chillig wie immer, Junge." Daigo lachte laut.

Chieko musste ihren Mund bedecken, um nicht auch in Gelächter auszubrechen. Sie war offensichtlich sehr unterhalten. Daisuke hingegen hatte sich wegen des Verhaltens seines Vaters mit rosa Wangen abgewandt. Satoshis Lächeln wurde nur breiter.

Jetzt tätschelte Shoji Yasu‘s Kopf und kicherte. "Daigo hat ausnahmsweise mal Recht, Junge." "Ausnahmsweise?!" Daigo stieß ein gereiztes Brummen aus, aber Shoji ignorierte ihn. "Du siehst jedes Mal reifer aus, wenn ich dich sehe." Ein weiteres "Klopfen" auf Yasus Rücken, das Kimiko um die Knochen des großen Jungen fürchten ließ. Er lächelte nur freundlich und sagte. "Schön dich auch zu sehen, Shoji-san."

Als sie von Yasu weitergezogen waren, war Hiroshi an der Reihe. Hiroshi erhielt von Daigo einen Klaps auf die Schulter und von Shoji eine Tätscheleinheit. "Und da ist Hiroshi-kun! Wie geht es dir?" "Behandelt dich jeder gut? Du weißt, wenn dir irgendjemand blöd kommt ..." "Alles ist in Ordnung." Versicherte Hiroshi schnell. "Guten Tag euch beiden. Es ist immer schön euch hier zu haben."

"Mach dir keine Sorgen, ich habe ein gutes Auge auf ihn." Versprach Mika den beiden Männern, die von Hiroshis Worten nicht wirklich überzeugt zu sein schienen. "Wenn ich jemanden sehe, der ihn schlecht behandelt, werde ich diesen jemanden schneller auf den Mond treten, als er 'Spaghetti' sagen kann." Das war eine Antwort, die die beiden Männer zufriedenstellte. "Das ist unsere Mika-chan!" Mika warf stolz ihren blonden Pferdeschwanz über die Schulter und schlug die Beine übereinander. "Aber natürlich."

"Und dann ist da noch die Neue ..." Daigo und Shoji wandten sich gleichzeitig an Kimiko, die sie mit einem stoischen Ausdruck ansah. Aber etwas passierte, als die beiden sie genau ansahen.

Die Neugier, die sie für das neue Mitglied ihres Lieblingsplatzes auf der ganzen Welt hielten, wurde scheinbar allein mit Kimikos Auftritt aus ihren Gesichtern gewischt. Ihre Pupillen wuchsen und es schien ihnen an Worten zu mangeln. Die beiden beugten sich ein wenig vor, um sie näher zu untersuchen. Wenn Kimiko hinter sie geschaut hätte, hätte sie auch bemerkt, dass Satoshi nicht mehr lächelte. Tatsächlich sah er ziemlich nervös aus.

Bevor Kimiko sich vorstellen konnte, waren Hideyoshi und Daisuke schon neben ihr. "Sie ist dieses Jahr hierher gewechselt." Ging Daisuke auf seinen Vater ein und bemerkte die Atmosphäre überhaupt nicht. Hideyoshi trug eines seiner selbstgefälligen Grinsen und machte eine präsentierende Handbewegung in Richtung der Blondine. "Dad, Daigo-san, darf ich euch vorstellen ..."

"... Yukihira Kimiko."

Sofort, als die Worte von Hideyoshis Lippen kamen, wurden Shoji und Daigo blass. Ihre Pupillen schrumpften vor Schock ungemein und ihre Kiefer hingen lose.

"Yu ... Yu ..." "Ki ... kihira ...?" Waren die ersten Worte, die sie nach einer langen, schmerzhaften und seltsamen Stille herausbringen konnten. Kimiko nickte unsicher, verwirrt mit dem, was los war. Hideyoshi hatte ebenfalls eine Augenbraue hochgezogen, während Daisuke seinen Kopf zur Seite gekippt hatte.

Daigo und Shoji sahen sich an, holten tief Luft und stammelten danach. "N ... Nun, schön dich kennenzulernen ... Ki ... Kimiko-chan ..." "J ... Ja ... Hoffentlich wirst du deine Zeit im Polarstern genießen ... Wir sind Polarstern Alumnis ... weißt du? Und wenn es einen Ort gibt, an dem du deine Fähigkeiten wirklich verbessern und eine tolle Zeit haben kannst ... "Daigos Stimme brach und Shoji half ihm. "... ist es das Polarsternwohnheim ..."

Sie streckten ihre Hände aus, die Kimiko schüttelte. "Aoki Daigo, Daisukes Vater." "Kawashima Shoji, Hideyoshis Vater." Die beiden stellten sich Kimiko offiziell vor, die ihnen nicht sagte, dass dies unnötig sei, also nickte sie nur und antwortete. "Das Vergnügen ist auf meiner Seite." Ihrem Ton hatte es an Emotionen gefehlt und sie hatten in keiner Weise mehr die Energie, mit der sie die anderen begrüßt hatten.

Seltsam. Dachte Kimiko.

Nach dem Händeschütteln drehten sich Daigo und Shoji sofort zu Satoshi um und riefen verzweifelt und gleichzeitig. "Isshiki-senpai!"

Er verstand, klatschte in die Hände und verkündete. "Nun, Kinder! Aoki-kun, Sato-kun und ich werden heute kochen ... also beziehen wir jetzt mal die Küche. Okay?"

"In Ordung." Antwortete ein Chor jugendlicher Stimmen, also nickte Satoshi und signalisierte Daigo und Shoji durch eine Handbewegung, ihm zu folgen. Sie zögerten nicht und innerhalb von Sekunden hatten die drei den Raum verlassen.

"Was war das?" Fragte Hideyoshi sofort, als die Tür zufiel. Daisuke zuckte die Schultern. "Weiß nicht."

Kimiko beäugte ebenfalls die Tür und ließ die Szene in ihrem Kopf wiederholen. Wie konnte ihre bloße Existenz diesen beiden einen solchen Schock versetzen?

Aber bevor sie weiter nachdenken konnte, sprach Mika. "Wie auch immer, wir haben einen Brief erhalten." Damit warf sie einen blauen Flyer auf den Tisch.

Die Gruppe versammelte sich um den Tisch und beäugte ihn.

Mika lehnte sich unbeeindruckt zurück. Chieko schluckte. Yasu war emotionslos. Daisuke und Hideyoshi sahen sich besorgt an. Kimiko verstand nicht. Und ein zittriges Flüstern entkam Hiroshi.

"... oh ... also ist es Zeit."

--

"Was zur Hölle, mann?!" "Hättest du uns nicht informieren können und uns diesen Schock ersparen?!" "Die Kinder waren da, ich konnte nicht!"

Mit einem erschöpften Stöhnen sank Shoji auf den Stuhl. Daigo saß bereits mit dem Kopf in den Händen. Satoshi stand mit verschränkten Armen vor ihnen.

Offensichtlich hatte niemand angefangen, etwas zu kochen. Tatsächlich waren sie nicht einmal in der Küche. Die wäre zu dieser Stunde nämlich noch voller Schüler gewesen.

Satoshi seufzte erschöpft. "Okay, in Ordnung. Ich weiß, dass ihr beide jetzt wirklich erschrocken sein müsst, wenn die Tochter von Soma-kun und Erina-chan aus dem Nichts vor euch steht."

"Ein bisschen, ja." Krähte Shoji.

Satoshi holte tief Luft, machte eine Handbewegung und forderte die beiden auf, sich zu beruhigen. "Ich war es auch, als Alice-san mir aus dem Nichts sagte, dass ihre Nichte ins Polarstern kommen würde. Aber um ehrlich zu sein ich habe diesen Schock hinter mir, ich war danach einfach erleichtert. Ich war nur erleichtert. Weil, was sagt uns denn Yukihira Kimikos Anwesenheit? Genau. Soma-kun und Erina-chan sind noch am Leben ... und zusammen! "

Daigo und Shoji sahen sich an, dann schauten sie nach unten zu Boden und es herrschte für einige Minuten Stille. Erinnerungen ergossen sich auf die beiden. Erinnerungen an Tage, an denen das Wohnheim noch nicht voller Menschen war. Erinnerungen an Lachen, Tränen, Essen und viel, viel Freundschaft. Erinnerungen aus ihrer Jugend. Und natürlich Erinnerungen an den letzten Tag ihrer Jugend.

"Vielleicht ...", murmelte Daigo. Shoji nickte langsam, bevor er zu Satoshi aufblickte. "Das Versprechen ..." "Zählt immer noch." Erklärte Satoshi sofort.

"Was?" Platzte Daigo heraus. "Aber sie ist ihre Tochter!"

"Trotzdem." Sagte Satoshi. "Die Vereinbarung ist absolut und solange Alice-san nichts anderes sagt, werden wir sie befolgen."

Als Shoji und Daigo schwiegen, betonte Satoshi. "Es ist nur fair."

Er wandte sich ab und sagte leise, etwas mehr für sich als zu den beiden Männer hinter ihm. "Ich bin sicher, dass sich schon alles einrichten wird."

--

"... Also macht auch diese extravagante Schule Camps?" Fragte Kimiko.

Auf dem blauen Flyer, der auf dem Tisch lag, stand "Trainingscamp - Training Guide" und es waren zwei niedliche Comicfiguren darauf gezeichnet, deren Sprechblasen mit ermutigenden Worten gefüllt waren. Es sah ehrlich gesagt so aus wie etwas was sie dir in der Grundschule in die Hände drücken würden.

"Ja." War die einfache Antwort, die von Yasu kam. Die detailliertere Version kam natürlich von Chieko. Und ihre Erklärung gab der Totsuki auch wieder mehr Gerechtigkeit. Oder sie war einfach nur sehr dramatisch. "Dieses Camp, Kimiko-cchi, soll die Hölle auf Erden sein."

Kimiko zog eine Augenbraue hoch. Aber sie sah, wie Hiroshi anfing zu zittern, Daisuke fummelte nervös an seinen Fingern herum, während Hideyoshi seine Fingernägel abbiss.

Ein dunkler Schatten wurde auf Chiekos Gesicht geworfen, wie sie weiter erklärte. "Es ist die erste Herausforderung, die sie traditionell den Erstklässlern stellen. Sechs Tage lang werden wir täglich getestet und müssen uns irgendwo in den Bergen verschiedenen Herausforderungen stellen, eine härter als die andere, bis sie uns gegen Ende absolut vernichtet haben." Sie schüttelte sich. "Wenn wir die Erwartungen unserer Prüfer nicht erfüllen sollten, wird die sofortige Ausweisung folgen."

Hiroshi fiepte. Mika legte ihre Hand auf seine Schulter, um ihn zu beruhigen.

Yasu beugte sich ein wenig vor. "Das ist Totsuki. Am Ende werden nur die Besten stehen und das Aussortieren wird von nun an auch wirklich beginnen."

"Ausweisungen werden jeden Tag passieren ..." Daisuke schwankte ein wenig und damit sich alle besser fühlen, fügte Hideyoshi natürlich hinzu. "Ich habe letztes Jahr gehört, dass die Anzahl der Studenten auf die Hälfte reduziert wurde."

Hiroshi wurde blass. Dies war ein Zeichen für Mika, sich zu äußern. "Nun kommt schon Leute, als ob einer von uns ausgewiesen wird!"

"Ich verstehe das auch nicht wirklich." Meinte Kimiko und alle drehten sich zu ihr um. "Wir werden einfach in der einen Hälfte sein, die erfolgreich ist, wo ist die große Sache?"

Zwischen den Schülern des Polarsternwohnheim herrschte Stille, als alle Kimiko und Mika nur mit leeren Augen anstarrten.

Die Stille wurde dann von Yasu gebrochen. "So ziemlich das, was ihr zwei gesagt habt." Er lächelte. "Ich bin sicher, wir werden alle gesund und munter zurückkehren."

Als ob ein Hebel umgelegt worden wäre, beruhigte sich Hideyoshi plötzlich. "Verdammt richtig, Aldini, Yukihira, Ibusaki! Nichts wird das Polarsternwohnheim so leicht aufhalten!" Daisuke nickte eifrig neben ihm, erfüllt von neuer Sicherheit.

Chieko ballte eine ihrer Fäuste, während sie mit der anderen Hand ihre Brille richtete und proklamierte. "Alles klar." Sie sah zu Yasu. "Wir können nicht zurückfallen." "Ich hatte das auch nie vor." Chieko ignorierte seine Antwort und sah nur die anderen an und hob ihre Faust in die Luft. "Lasst uns das Beste daraus machen und Satoshi-san stolz machen! Dieses Camp gehört uns!" "Es ist erstaunlich, wie einfach es manchmal sein kann, deine Stimmung zu ändern, Chi-chan."

Hiroshi sah nur Mika an, der bereits begonnen hatte, Kimiko vor eine neue Herausforderung zu stellen.

Satoshi, Shoji und Daigo betraten den Raum wieder und lächelten sofort beim Anblick der lebhaften Schüler. "Nochmal, macht einfach das Beste daraus." Flüsterte Satoshi seinen beiden ehemaligen kohais zu, die ihm zunickten und auf den einen lauten Tisch zugingen.

"Nun, was ist hier los, hm?" Fragte Shoji und erhielt sofort eine Antwort von seinem Sohn. "Das Trainingscamp ist los, Dad! Und wir werden es zerstören." "Aber klar!" Die gaben sich ein Highfive.

"Du wirst es auch schaffen, Kumpel." Versicherte Daigo Daisuke, der leise antwortete. "Ja, ich denke ich kann es auch."

Satoshi ging auch lachend zum Tisch. "Trainingscamp, was? Das ist eine ziemliche Herausforderung, wie ich zugeben muss, aber ich bin mir sehr sicher, dass ihr es alle meistern werdet."

Er wandte sich an Daigo und Shoji. "Wir haben noch nicht fertig gekocht."

"Oh ja." Erinnerte Shoji sich. "Überlass das Braten mir, Isshiki-senpai, du weißt, dass ich dort am besten bin."

Plötzlich packte eine Hand heftig seine Schulter und schwang Shoji herum, so dass er in das verärgerte Gesicht von Daigo blickte. "Huh, was war das?!"

Shoji ahmte den Ausdruck sofort perfekt nach. "Du hast mich richtig gehört!"

Zwischen diesen beiden schienen sich Flammen zu bilden, als sie sich anstarrten und ihre Köpfe zusammenschlugen und versuchten, den anderen wegzudrücken, während sie ihre Zähne zusammenbissen.

Satoshi lachte, Chieko schüttelte den Kopf und Yasu sah nur zu. Natürlich konnten Hideyoshi und Daisuke diese Gelegenheit auch nicht verpassen und endeten in einem epischen Blickkampf.

"Wie wäre es, wenn wir euch später helfen, euch ein wenig auf das Camp vorzubereiten und danach eine kleine Runde Karten spielen, als Plan für heute." Fragte Satoshi die Kinder (die aufpassten).

Bevor irgendjemand etwas sagen konnte, stand Kimiko bereits mit funkelnden, goldenen Augen auf, als ob Satoshi ihr die Hauptrolle in einem vielversprechenden Film angeboten hätte. "...Karten?!"

Hiroshi richtete seinen Blick überrascht auf die Transferschülerin, während Mika bereits auf sie zeigte und ankündigte. "Die Herausforderung ist eröffnet, Yukihira!"

"Ich bin dabei." Sprach Yasu neben Chieko, die sofort mit einem leicht finsteren Kichern antwortete. "Ja, warum nicht?"

Satoshi trug wieder sein Markenzeichen Lächeln und war bereits dabei, sich die beiden Streithähne zu schnappen welche immer noch über Bratmethoden diskutierteen. "Also gut, das Frühstück wird bald fertig sein. Und dann werden wir dem Plan folgen."

Kimiko war so aufgeregt über den bloßen Gedanken, wieder Karten zu spielen, dass sie glücklich ausrief. "Ich ... ich habe oben ein paar Karten ..." Bevor jemand sie aufhalten konnte, war sie bereits aus der Tür geeilt. "Ich werde sie holen."

Satoshi gluckste und Daigo und Shoji hatten für eine Sekunde aufgehört zu streiten, nur um ihr nachzusehen.

--

Der Tag des Camps näherte sich schneller als Kimiko gedacht hätte. Sie freute sich jedoch auf die Abwechslung zu den normalen Kochkursen, die dieses Camp hoffentlich auf irgendeine Weise bieten würde.

Es war bis jetzt nicht allzu schwer für sie, durch diese Schule zu kommen.

Am festgesetzten Tag war sie die letzte, die das Wohnheim verließ. Alle warteten bereits, trugen ihre Uniformen und das Gepäck in den Händen.

"Morgen." Begrüßte Kimiko sie.

Satoshi, Daigo und Shoji standen ebenfalls draußen und waren bereit, sich von den Kindern zu verabschieden.

Satoshi hatte wieder Tränen in den Augen, als er sie vor sich aufgereiht sah. "Wie kleine Küken, die das Nest verlassen. Ich wünsche euch eine abenteuerliche, nachdenkliche und erfreuliche Reise, von der ihr hoffentlich mit einem Lächeln zurückkehren werdet. So fühlt sich die Jugend an, meine lieben Kinder."

"Natürlich." Antwortete die Gruppe.

"Er wird niemals die Klappe halten mit seiner Jugend, nicht wahr?" Seufzte Daigo und Shoji tat es ebenso. "Keine Chance."

*Tschirp*

Kimiko wandte sich sofort der Geräuschquelle zu und sah einen kleinen gelben Federball auf Chiekos Schulter sitzen. "Ein Küken...?" Fragte siee. Chieko nickte aufgeregt. "Forschungszwecke." "Aha ..." "Es ist sehr süß." Sagte Hiroshi hinter Kimiko, der dann fragte. "Wie heißt es?"

"Gallina IV"

Kimiko blinzelte. Und wollte gerade fragen "Was ...?"

Doch die gesamte Truppe auf einmal, erklärte bereeits. "Gallina ist Henne in Latein."

"Woah, woah ... ihr alle könnt Latein?" Kimiko sah sich erstaunt um. Sie hatte den Reiz, eine tote Sprache zu lernen, die niemand mehr benutzte, nie verstanden und lernte stattdessen Französisch.

"Nein, Chieko-chan kann Latein." Satoshi lachte. "Sie benennt ihre Tiere immer bei ihren Namen in Latein."

"Oh." Sagte Kimiko und sah zu, wie Chieko das kleine Küken streichelte.

"Ist sie nicht bezaubernd?" Daigo quietschte fast. "Ja!" Shoji hob die Faust. "Und auch noch intelligent."

Chieko errötete ein wenig wegen des Lobes, wie sie es immer tat. In den wenigen Tagen, in denen Kimiko die Väter von Daisuke und Hideyoshi kannte, hatte sie bemerkt, dass die beiden Yasu, aber vor allem Chieko, sehr zu mögen schienen.

"Intelligent ... ja." Hideyoshi stöhnte. "Aber unglaublich unoriginell." "Halt die ..." Als sie sich daran erinnerte, dass sein Vater, der Hideyoshi einen missbilligenden Blick zuwarf, hier war, stoppte Chieko sich, räusperte sich und erklärte danach ruhig. "Nun, das ist dein Problem, nicht meins."

"Ich werde ihm einen neuen Namen geben." Jetzt musste Chieko knurren. "Und wer hat dir die Erlaubnis gegeben?" "Mach dir keine Sorgen, ich werde nach etwas suchen, das passt ..." Hideyoshi gab vor, in einen tiefen Denkmodus zu wechseln.

Daisuke sprach. "Nun, wenn ich an Marui-san denke ... Wie wäre es mit Megane-cchi?"

Chiekos Gesichtsausdruck wurde ausdruckslos, Yasu musste seinen Mund bedecken, um nicht zu lachen und sein ruhiges Bild zu ruinieren. Hideyoshi hingegen lag bereits lachend auf dem Boden. "Das ist gut. Überraschend, dass es von dir kommt." Daisuke stemmte die Hände in die Hüften. "Entschuldige mal!"

Satoshi schüttelte amüsiert den Kopf, sogar Daigo und Shoji grinsten.

"Du verdammter ..." Bevor Chieko schreien konnte, was immer sie schreien wollte, legte Hiroshi seine Hand auf ihre Schulter. "Es klingt doch schon irgendwie süß." Seine ehrlichen Augen, die immer das Beste wollten, reichten aus, um Chieko zu beruhigen, und so schmollte sie nur, anstatt einen Anfall zu bekommen. "Es könnte schlimmer sein, Chi-chan." Lächelte Yasu. Sie stöhnte nur als Antwort. "Vielleicht."

"Yasu-kun ..." Wieder strömten Tränen über Satoshis Gesicht. Ein gewöhnlicher Anblick. "Hm? Was ist?" Satoshi wischte sich die Augen. "Bitte pass auf die kleine Chieko-chan auf dieser langen Reise auf ... stell sicher, dass ..." Seine Stimme brach. "... sie es überlebt  ..." Yasu seufzte nur, während Chieko ihren Kopf kippte. "Sicher..."

Hiroshi hatte das kleine Mädchen bereits losgelassen und nur wieder sein reines Lächeln aufgesetzt. Kimiko und Mika hatten ihn ebenfalls beobachtet.

"Nun, Yukihira ... das Trainingscamp beginnt bald. Das könnte meine Gelegenheit sein, dir endlich eine Lektion zu erteilen, also pass auf!" Mika wandte sich an Kimiko, die nur zurück grinste. "Ich freue mich darauf, Mika-Chan."

Bevor Mika wieder auf sie zeigen und eine ihrer Reden halten konnte, klatschte Satoshi bereits in die Hände.

"Ich konnte diese fröhlichen Jungend den ganzen Tag beobachten. Aber denkt dran, die Busse warten nicht ewig."

"In Ordung!"

Und so verabschiedeten sich die Erstklässler des berühmten Polarsternwohnheims von ihren Aufpassern und gingen zum zugewiesenen Treffpunkt.

Überall verließen die Schüler von Totsuki ihre Wohnorte, um an der Reise teilzunehmen, die nur einige von ihnen überleben würden.

Auch Kaori Hayama hatte ihr Haus bereits verlassen, etwas früher als nötig. Bevor sie jedoch weggehen konnte, ließ eine Stimme, die aus der offenen Tür kam, sie anhalten und sich auf halbem Weg umdrehen. "Kaori ... ich weiß bereits, dass du dein Bestes geben und zurückkehren wirst ... aber bitte ... denk daran, auch Spaß zu haben... " "Ich werde mein Bestes geben ", antwortete Kaori und lächelte danach." Wir sehen uns in sieben Tagen, versuch nicht, alles durcheinander zu bringen ohne mich, okay? Auf Wiedersehen." „Auf Wiedersehen. "

In der Nakiri-Villa umarmte Alice Mona und Lola noch einmal. "Ich weiß, dass ihr das rocken werdet." "Natürlich." Lola kicherte, während Mona als Antwort nur ein müdes Summen gab. Ryo, der neben dem Kuschelbündel stand, zeigte ein kleines, aber stolzes Lächeln. "Macht eueren Prüfern keine Sorgen, ..." Er konnte nichts anderes mehr sagen, als Alice ihn bereits in die Umarmung zog.

Takayuki Hojo verließ die Wohnung, die er mit seiner Schwester teilte. Als plötzlich ein blauer Flyer an seinen Kopf geworfen wurde und er wieder zur Tür seiner Wohnung zurückschwang. Die Schwester, Suzume Hojo, stand mit verschränkten Armen da. "Du Dummkopf hast den Zeitplan vergessen." Takayuki stöhnte wütend, hob den blauen Flyer auf und keifte. "Es gibt andere Möglichkeiten, mir das zu sagen, du Ziege!" "Ja, ja, denk daran, ruhig zu bleiben und töte bloß niemanden." Suzume verdrehte die Augen. "Tch." "Bis dann, kleiner Bruder." "Wir sehen uns..."

Und so stieg die 115. Generation in die erstklassigen Busse ein, die ausgewählt wurden, um sie zum Camp zu transportieren.

Es war eine Fahrt voller ängstlicher, erwarteter wieauch selbstbewusster Gedanken. Niemand wusste wirklich, worauf sie sich einließen, aber die erste Herausforderung, die Totsuki den jungen Köchen stellen würde, stand kurz bevor.

Und als die Fahrt beendet war, befanden sich die sieben Schüler des einzigen Wohnheim der Schule vor einem der höchsten Gebäude, die sie jemals in ihrem ganzen Leben gesehen hatten.

Kimikos Kiefer hing fast am Boden, als ihr beim Versuch, auf ihren "Campingplatz" zu schauen, fast der Hals brach.

"Wa ... was ist das?"

Auf keinen Fall könnte dies ihr "Hotel" sein. Oder?

Sie wandte sich an ihre Mitbewohner.

"Das ist Totsuki Resort, Kimiko-cchi." Begann Chieko einen ihrer Vorträge und fuhr expansiv fort. "Totsuki betreibt viele Hotels und Gasthäuser. Leider habe ich momentan nicht die genaue Zahl im Kopf, aber ich würde sie grob auf über tausend schätzen. Es ist wirklich eine bekannte, teure Marke und viele Absolventen arbeiten dafür. "

Kimiko blinzelte absolut erstaunt. "Diese ... Schule ist am Ende nicht umsonst voller reicher Kinder ...", murmelte sie dann vor sich hin.

"Na dann, lass uns in dieses Hotel gehen und dieses Camp hinter uns bringen, okay?" Mika trat vor.

"Mann, in dieser Umgebung schuften zu müssen, ist wirklich eine Verschwendung." Beschwerte Hideyoshi sich, als sich die Gruppe bewegte. "Das würdest du in jeder Umgebung sagen." Sagte Daisuke hinter zusammengebissenen Zähnen.

Hiroshi folgte zuletzt, die Augen am Boden klebend. Er erreichte Kimiko, die sich immer noch nicht bewegen konnte.

"Ähm ... Kimiko-Chan ...?" "J ... ja?" "Wir müssen gehen ..." "Oh ... ja! Natürlich!"

Und so folgten die beiden ihren Mitbewohnern. Was Kimiko nicht wusste war, dass Hiroshi es besser gefallen hätte, den ganzen Tag vor dem Hotel herumzustehen.

Sie mussten zuerst ihr Gepäck weggeben, was Yasu so erklärte. "Okay, es scheint, als würden wir unsere Zimmer erst bekommen, wenn wir den ersten Tag auch tatsächlich überleben."

Als nächstes betraten sie den alarmierend toten stillen Raum. Er war nicht leer, wie man annehmen würde. Im Gegenteil, er war mit Hunderten von düster-dreinblickenden Schülern gefüllt.

Ein leises Flüstern kam jedoch auf, als die Gruppe von sieben den Raum betrat.

"Die Bewohner des Polarsterns ..."

"Sie haben wahrscheinlich nichts zu befürchten ..."

"Hiraku-samas Schwester ist auch bei ihnen ..."

Kimiko zuckte bei Hirakus Namen zusammen. Großartig, jetzt hat sie sich schon einen Namen gemacht. Einen sehr netten, "Hiraku-samas" Schwester.

Kimiko biss die Zähne zusammen. Sie wollte nicht nur wegen Hiraku bekannt sein, der gerade eine einzige Nervensäge war. Erst heute Morgen hatte er ihr einen Text geschickt, in dem 'nützliche Tipps für das Camp' aufgeführt waren. Kimiko hat natürlich nichts davon gelesen.

"Was für eine Atmosphäre ...", kommentierte Mika rundheraus und ließ ihren Blick über ihre Klassenkameraden schweifen. Sie alle schauten zu Boden oder trugen Gesichtsausdrücke, als wollten sie gleich auf den Friedhof gehen. Mika verschränkte die Arme. Für sie, hatten die meisten Schüler dieser Schule nicht einen Funken Mut.

Hiroshi unterdrückte nur ein Seufzen und ließ auch seinen Kopf hängen. Die angespannte Atmosphäre in der Halle half ihm überhaupt nicht, sich besser zu fühlen.

Als zweiter hob er jedoch wieder den Kopf, als eine tiefe Stimme durch die große Halle drang. "Guten Morgen Studenten."

Die jugendlichen Köche wandten sich alle der Bühne zu, von der die Stimme gekommen war. Darauf stand ein alter Mann mit blauen Augen, einer großen Nase und grauen Haaren. Er trug eine rein weiße Kochuniform, die mit einem roten Halstuch verziert war.

Neben ihm stand Madoka Enomoto und putzte ihre Brille.

"Monsieur Chapelle!" Kreischte die Halle. Kimiko legte wie immer nur den Kopf schief. "Er ist ein Lehrer. Der strengste von allen, um genau zu sein. Außerdem ist er Chef der französischen Küchenabteilung. Als Mitglied  der Französisch AG musst du dich möglicherweise früher oder später noch mit ihm befassen. ", sagte Yasu als er den ahnungslosen Ausdruck der Blondine bemerkte.

Er konnte nichts anderes hinzufügen, da Roland Chapelle seine Rede bereits fortsetzte.

"Sie erhalten jetzt eine Zusammenfassung für das Camp, an dem Sie teilnehmen werden. Enomoto-San, bitte ..."

Madoka nickte schüchtern, setzte ihre Brille auf und holte ein weißes Stück Papier heraus. Sie fing an zu lesen. "Das Totsuki Friendship and Rapport Training Camp dauert 6 Tage und 5 Nächte. Jeden Tag stehen die Schüler, die jetzt in Gruppen aufgeteilt sind, vor individuellen Herausforderungen, die von einem professionellen Prüfer überblickt werden. Sollte ein Schüler nicht in der Lage sein, die erwarteten Ergebnisse zu erzielen folgt die sofortige Ausweisung. "

Obwohl es eine bekannte Tatsache war, konnte man immer noch ein Keuchen in der Menge hören und es gab auch mehr als genug Gesichter, die weiß wurden.

"Zur Bewertung der Aufgaben." Las Madoka gnadenlos weiter die Anweisungen auf dem Papier. "Hat die Totsuki Academy Gastdozenten in Form von Totsuki Alumnis eingeladen."

Es war, als hätte Madoka einen Knopf gedrückt, um die dicke Stille zu lindern, die die Schüler so schwer belastete.

Sofort war Keuchen und schockierte Schreie zu hören.

"A ... Alumni?!"

"Wir werden von den Genies getestet, die die berüchtigte Totsuki-Akademie überlebt haben?!"

"Qual und Ehre zugleich!"

"Sie lehnten auch ab, hm?" Hörtee Kimiko, Yasu Chieko fragen, die antwortete. "Ja, zu beschäftigt."

Kimiko bemerkte auch, wie Hiroshi und Mika ebenfalls zum Vorhang starrten.

Und die Geräuschkulisse wurde noch intensiver, als der erste Fuß endlich auf die Bühne trat.

"Auf keinen Fall, auf keinen Fall!"

"Oh mein Gott!"

"Sie haben sie tatsächlich bekommen."

Eine dieser Stimmen war Chieko, die hinter Kimiko stand. "Oh wow, oh wow, OH WOW."

Eine riesige Gruppe von Menschen trat auf die Bühne. Und Kimiko konnte nicht alle Gesichter gleichzeeitig erkennen.

Derjenige, der zuerst auf die Bühne getreten war, war ein alter Mann im Alter von Kimikos Großvater. Er war muskulös, hatte sein graues Haar rasiert und trug einen teuren braunen Anzug.

Kimiko zuckte ein wenig zusammen, weil Chieko hinter ihr laut quietschte. "Ah, Kimiko-cchi! Es ist Dojima Gin."

Kimiko drehte sich halb zu ihr um. "... Dojima?" "Er ist der Küchenchef und Geschäftsführer des Totsuki Resort! Es heißt, er habe über 800 Angebote der delikatesten Restaurants der Welt abgelehnt, nur um in dieser Position zu arbeiten. Im selben Raum wie er zu sein, ist allein eine Ehre , er ist eine Legende!"

Chieko war sicherlich aufgeregt. Sie war eine der wenigen, die sich so fühlten. Die meisten anderen Schüler zitterten vor Angst.

Da Kimiko den Fehler gemacht hatte, auf Chiekos Geschwärme zu achten, war das zierliche Mädchen nun nicht mehr aufzuhalten. Sie hatte die größere Kimiko an der Schulter gepackt und ihren Körper schnell in verschiedene Richtungen gedreht, während sie auf verschiedene Gesichter in der Menge der Genies zeigte.

Dort waren eine Frau um die 50, mit sehr kurzen, türkisfarbenen Haaren und roten, stoischen Augen. "Mizuhara Fuyumi vom berühmten italienischen Restaurant 'Ristorante F'." Stellte Chieko vor und gleich danach sah Kimiko schon ein neues Gesicht vor sich. Ein noch älteres. Ein Mann mit zusammengepressten Augen und schwarzen Haaren, die sich schon langsam in Grau verwandelten. "Und das ist Sekimori Hitoshi aus dem Sushi-Restaurant Ginza Hinowa und neben ihm.." Ein großer, blauäugiger Mann mit eleganten, blonden Haaren und einem ausgeprägten Kinn stand neben dem Sushi-Koch. "Donato Gotoda! Von Tresoro." Als nächstes war das Gesicht einer jüngeren Frau mit schwarzen Haaren, braunen Augen und einem freundlichen, engelhaften Lächeln zu sehen. "Sie haben auch Miyano Akari geholt, die vor ein paar Jahren ihren Abschluss gemacht hat und bereits das sehr erfolgreiche Restaurant 'Magic' besitzt!"

Chieko hielt für eine Sekunde in ihrem wilden Geschwätz inne, um Kimiko eine Sekunde Zeit zum Atmen zu geben. "Ist das nicht unglaublich?" Kimiko lächelte unsicher. Sie hatte keine Ahnung, wer diese Leute waren. "Ich denke mal ja?"

"Es ist wirklich eine beeindruckende Aufstellung." Bestätigte Hiroshi erstaunt. Mika nickte langsam, während Daisuke und Hideyoshi bereits angefangen hatten, über etwas zu streiten, das nicht sehr wichtig sein kann.

"Oh, da sind auch Shigemichi Kumai und Rui." Meinte Chieko jetzt, aber etwas ruhiger, wie Kimiko bemerkte. Sie sprach von einem Paar, das schweigend auf der Bühne stand. Der Mann trug eine grüne Restaurantuniform, trug sein wildes schwarzes Haar zu einem Knoten und war extrem muskulös. Die kleine Frau neben ihm sah im Vergleich wie eine zierliche Puppe aus. Sie hatte ihre langen, blonden Locken geflochten und trug einen tiefschwarzen Lippenstift, der zu ihrer schwarzen Uniform passte. Wie bei Yasu verbarg ihr Pony ihre Augen.

Und dann schwang Chiekos Stimme plötzlich wieder in diesen hohen, schrillen Ton zurück. "Und da ist..!" "Shinomiya Kojiro, Küchenchef des  berühmten Shino's." Zu ihrer Überraschung antwortete Kimiko selbst, als sie den Mann auf die Bühne treten sah. "Oh ... das ist richtig, Kimiko-cchi ...", antwortete Chieko etwas überrascht.

Der Mann, auf den sie sich bezogen, war irgendwo in den Fünfzigern wie Fuyumi. Sein Haar hatte die Farbe von Korallen und seine Augen die Farbe von Bernstein. Er trug eine rein weiße Kochuniform, ein rotes Halstuch, Ohrringe und eine quadratische Brille.

Er wurde von einer braunhaarigen Frau mit ruhigen, lila Augen und einem glücklichen Lächeln begleitet. Sie war in einen Kosode gekleidet und hielt Kojiros Hand. "Und da ist seine Frau 'Die Nebelkaiserin', Shinomiya Hinako. Chefkoch von Kirinoya." Sagte Chieko und bestätigte die Vorhersage, die Kimiko in ihrem Kopf gemacht hatte.

Kojiro war der einzige berühmte Koch, den Kimiko wirklich kannte. Er war einfach der bekannteste Name in der französischen kulinarischen Welt, eine Welt, von der Kimiko fasziniert war.

Aber plötzlich waren verschiedene Ausrufe von der Menge um sie herum zu hören, die Kimiko zum Zusammenzucken brachte. Sie waren gemischt mit äußerster Bewunderung und äußerem Entsetzen. Verblüfft über den plötzlichen Aufruhr drehte Kimiko schnell den Kopf.

Diesmal gab Chieko keine Erklärung.

Aber Kimiko brauchte die auch nicht.

Um sie herum hörte sie es.

"Nein..."

"Sie haben..."

"Zwei ... Juwelen ..."

"Die gleiche Luft wie zwei Alumnis der 92. Generation zu atmen ..."

"Hält mich bitte mal jamnd ..."

"Und von allen ..."

"Sie haben den ehemaligen vierten Sitz und den berüchtigten 'Fleischgeneral'!"

"T ... Takumi und Ikumi Aldini!"

Ein kleiner Rückblick ging durch Kimikos Kopf. Bilder des Fotoalbums, der blasse Finger ihrer Tante auf eines der vielen Bilder mit den beiden blonden Schülern zeigend. "Diese beiden sind Takumi Aldini und Mito Ikumi."

Takumi Aldini war ein gut aussehender Mann, ungefähr im Alter von Kimikos Vater. Er hatte helles, ordentliches Haar, das in einen kleinen Pferdeschwanz gebunden war. Seine Augen hatten das gleiche helle, schöne Blau wie die von Mika und Hiroshi. Er trug eine weiße Kochuniform, aber die Ärmel, Knöpfe und der Kragen waren orange, was ihm eine individuelle Note verlieh.

Seine Frau neben ihm trug genau die gleiche Uniform. Ikumi Aldinis schulterlanges Haar war ebenfalls blond und zu hübschen Locken gekämmt. Ihre Haut war gebräunt und sie hatte eine Figur, für die viele Frauen töten würden. Die Augen, die mit langen Wimpern verziert waren, hatten die Farbe eines frischen, glänzenden Blattgrün. Am bemerkenswertesten an ihr waren die runden, schönen Lippen.

"Die Familie Aldini ist Eigentümer einer der bekanntesten italienischen Restaurantfilialen ... 'Trattoria Aldini'!"

... Trattoria Aldini?

"Takumi Aldini gilt als einer der absoluten Besten, wenn es um italienische Küche geht! Er ist Mizuhara Fuyumi ebenbürtig!"

"Ikumi Aldini war Erbin der Mito-Gruppe, bevor sie sich entschied, ihr eigenes Ding zu machen! Sie steckt hinter der erstaunlichen Verwendung von Fleisch, die man in der Trattoria bekommen kann."

"Ganz zu schweigen davon, dass sie Absolventen der berühmten 92. Generation sind."

"Die einzige Generation, die jemals mehr Absolventen hat, als von Hand gezählt werden kann!"

"Ihre Tochter besucht derzeit Totsuki und soll auch sehr vielversprechend sein ... Mika Aldini."

Mika starrte mit großen Augen auf die Bühne, Hiroshi auch. "Oba-San und Oji-San sind hier ...", flüsterte Hiroshi, bevor er seine Cousine fragte. "Wusstest du davon, Itoko-Chan?"

Mika schüttelte nur den Kopf.

Kimiko suchte nach einer Bestätigung für eine Tatsache, die so oder so ziemlich klar war. Sie beugte sich zu Chieko. "Sind das ... Mika-chans ...?" "Eltern, ja." "Und Tadokoros Tante und Onkel." Fügte Yasu hinzu.

Kimiko summte als Antwort und sah zu Mika und Hiroshi, die immer noch ihre runden Augen auf die Bühne gerichtet hatten.

Takumi und Ikumi waren dort endlich zu einem Stillstand gekommen. Sie standen selbstbewusst vorne und sahen auf die zum Großteil zitternden Studenten wie die anderen Alumni herab.

"Also sind wir wirklich die Einzigen, huh?" Flüsterte Ikumi zu ihrem Mann. "Si, scheint so, cuore mio." Antwortete er in der gleichen Lautstärke.

Ikumi ließ ihren Blick über die Tausenden von Studenten schweifen und suchte nach einem bestimmten Gesicht. Takumi tat dasselbe und rief bereits nach wenigen Sekunden aus. "Da! Da ist Mika! Und auch Hiroshi! Begleitet von ihren Freunden."

Ikumi folgte seinem Blick und entdeckte ebenfalls das verblüffte Gesicht ihrer Tochter. Und wie Takumi gesagt hatte, stand neben Mika auch der blauhaarige Neffe.

Takumi lächelte und winkte seinem kostbaren Goldstück sanft zu, was viele Schüler dazu brachte, sich zu ihr umzudrehen. Mika wurde knallrot und richtete ihren Blick sofort zur Decke.

Bevor einer der beiden Juwelen noch etwas hinzufügen konnte, nahm Gin das Mikrofon bereits in die Hand. Seine tiefe Stimme ließ die Geräuschkulisse sofort erdrücken.

"Guten Tag, liebe Schüler von Totsuki und willkommen in meinem Resort. Es ist immer eine Freude, diese Veranstaltung für diese großartige Schule zu veranstalten. Jetzt, junge Köche, wurde die grundlegende Einführung bereits von Chapelle und Enomoto gegeben, es gibt nichts, was ich hinzufügen möchte, außer eine Tatsache, die Sie alle hoffentlich an diesen sechs Tagen im Auge behalten werden. "

Er machte eine Handbewegung in Richtung der aufgereihten Profis. "Diese Köche haben ihre Restaurants für eine Woche verlassen, nur um hier zu sein." Viele Studenten hielten den Atem an. "Ihr solltet sie besser nicht im Stich lassen. Damit wünsche ich euch eine wundervolle Zeit. Und gebt alles, damit ihr zwischen den Besten bleiben könnt!"

Takayuki lies seine Knöcheln knacken.

Lola und Mona tauschten einen Blick aus.

Kaori drehte sich nur schnell um und zeigte keinerlei Emotionen.

"... 'wundervolle Zeit', ja richtig! Wir dürfen ja nicht mal unsere Zimmer sehen!", knurrte Hideyoshi. Daisuke packte ihn.„ Wen interessiert das, du Blödmann? Wir müssen zu unserer Aufgabe kommen! "„ Hast du gerade ...? "„ Viel Glück, Leute! "

"Komm schon, Yasu! Oder wir kommen zu spät!" Chieko befahl ihrem besten Freund. Megane-cchi schlief friedlich in ihrer Tasche. Yasu winkte Mika, Hiroshi und Kimiko zu. "Wir sehen uns später." Hiroshi nickte und winkte zurück. "Sicher." Sagte Mika. Kimiko dragte unschuldig. "Chieko-Chans Zimmer?" Jene Chieko wirbelte herum und motzte. "Was? Warum? Die Zimmer hier haben alle die selbe Grö-" Yasu schob sie bereits vorwärts und nickte nur. "Wo sonst?"

"Dann gibt es also nur noch uns." Sprach Kimiko die beiden verbleibenden Polarstern-Schüler an. "Ich hoffe, ich kann irgendwann mit Mama und Papa sprechen." Teilte Mika ihre Gedanken mit und schaute auf die Bühne, die sich ebenfalls leerte. "Ich bin sicher, du kommst dazu, Itoko-Chan, aber zuerst müssen wir auch zu unserer Aufgabe kommen."

Und so machten sich die drei auf den Weg.

Es war Zeit für das Trainingscamp zu beginnen!
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