Harry Potter II - Eine neue Welt

CrossoverFantasy, Sci-Fi / P16
31.07.2020
09.08.2020
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01.08.2020 1.794
 
Evy saß stumm auf einem Sessel in Harrys Büro, nippte an einer warmen Tasse grünen Tee. Sie hatte den Kopf gesenkt, ihre Haare einigermaßen wieder gerichtet. Harry saß ihr gegenüber, zusammen mit Kingsley, der trotz seiner vielen Arbeit die Zeit gefunden hatte, Harry bei dieser Sache zu helfen. Beide tauschten abwechselnde Blicke aus, sahen auf die noch immer leicht zitternde Evy. “Miss Moonshadow”. Sie reagierte zuckend auf Harrys Ansprache, schaffte es allerdings ihren Kopf zu heben. Harry sah ihr ruhig in die Augen. “Sie sind in Sicherheit, im Ministerium”. Sie nickte knapp, sah sich vorsichtig um. “Können Sie sprechen?” fragte nun Kingsley.
“Ja...ja, ich...denke schon”. Sie nahm noch einen Schluck vom Tee, dessen ungewöhnlich starker Geruch mit jeder Bewegung der Tasse in Harrys Nase drang. “Miss, diese Männer: Wer waren die?” Evy zitterte wieder stärker, gab sich Mühe sich zu beruhigen. “Ich..ich weiß nicht…Sie kamen so plötzlich…”
“Kannten Sie die Männer?”
“Nein, nein”. Die Antwort kam schneller.
“Was sollten sie?”
Diesmal kämpfte sie länger. “Sie wollten dass...dass ich ihnen...den Eingang zeige…”
“Welchen Eingang?”
Anstatt zu antworten sah sie langsam nach oben, dann wieder zu Harry.
Harry beugte sich zu Kingsley: “Das ist schon die dritte Geisel, aus der diese Männer versuchen, den Eingang herauszubekommen” flüsterte er. Kingsley nickte, sah weiterhin auf Evy. “Sagen Sie, Miss Moonshadow: Ist Ihnen irgendetwas an den Männern aufgefallen?”
“Nein. Nur der kleine Silberanhänger an dem Hals dieses…” Sie biss sich auf die Lippen.
Harry fluchte innerlich. Der Silberanhänger, ein Kreuz mit Totenschädel. Das Symbol war ihm schon mehrere Male begegnet. Wo immer diese Leute hinkamen litten Zauberer und Hexen. Folterten, verstümmelten, töteten sie. Doch egal wen er verhört hatte, er hatte nie etwas erfahren. Etwas schützte diese Typen vor magischen Angriffen. Und selbst mit der Macht hatte er nichts erreicht, denn offensichtlich waren die Leute trotz ihrer manchmal schwachen Kampfleistung mental trainiert worden.
“Danke für Ihre Hilfe. Ihr Haus wurde verwüstet, Miss. Haben Sie einen Ort, wo Sie Unterschlupf finden?”
“Ja. Meine Großeltern. Leben einige Stunden von London entfernt. Im Norden”.
“Besuchen Sie sie. Und meiden Sie die Öffentlichkeit besser für einige Zeit”.
Damit entließen Kingsley und Harry sie in die Obhut zweier Zauberer, die sie hinausbegleiteten.

Kaum dass die Tür hinter ihnen ins Schloss gefallen war, fluchte Harry leise. “Es ist zum wahnsinnig werden!” Er setzte sich an seinen Schreibtisch, wischte sich mit den Händen über das Gesicht. “Ich habe wieder einen von ihnen geschnappt, doch er war genauso zäh wie die anderen. Und das hier hat uns auch nicht weitergeholfen.”
“Nicht wirklich. Nur eine Sache hat es bestätigt: Wer immer diese Leute sind, sie sind gut organisiert und ebenso trainiert.” stimmte ihm Kingsley zu.
“Schlimmer noch.” Harry legte den kleinen Pfeil, den er bei seiner Begegnung mit Jack abbekommen hatte, vor ihm auf die Tischplatte. “Der hier ist neu. Was immer an dem Pfeil ist, es schwächt die magischen Kräfte.”
Kingsley hob den kleinen Pfeil auf, betrachtete ihn eingehend. “Keine Symbole, keine Zeichen. Scheint ein Eigenbau zu sein”. Nun fluchte er. “Es muss doch etwas verwertbares geben. Hat Evans etwas herausbekommen?”
“Negativ.” Harry faltete die Hände, sah nach vorne. “Diese Energiewaffen sind eindeutig neuerer Bauart, doch Evans konnte weder die Quelle der Energie ermitteln, noch wie diese Waffen in die Händen solcher Fanatiker gelangen konnten. Falls es überhaupt Fanatiker sind”.

“Müssen es sein”. Kingsley deutete auf den kleinen Pfeil und Harrys Notizen. “Das sind kleine Gruppen. Außerdem glaube ich beim besten Willen nicht, dass Cameron für uns so offensichtlich den Frieden bricht”. Er schnippte mit den Fingern.
“Nochmal zurück: Ist denn keine dieser Energiewaffen in unsere Hände gefallen?”
“Natürlich. Doch da liegt das Problem: Diese Energie ist die gleiche wie die des Tesseraktes. Doch der befindet sich in unserem Besitz und ist unter Verschluss.”
Kingsley schritt auf und ab. “Soll heißen, die Muggel bauen Waffen mit der Energie dieses Würfels?” Seine Augen weiteten sich. “Heißt das…”
“Nein, eigentlich wäre ein Verräter schon aufgeflogen. Jeder der mit dem Würfel auch nur irgendwie zu tun hat ist absolut vertrauenswürdig. Ich suche weiter, doch bisher ohne Ergebnis. Ich sage es ungern, aber: Ich bin genauso ratlos wie Ihr.” Harry sah gedankenverloren auf seine Notizen. Einer der Zettel zeigte eine Zeichnung des Kreuzes, dass er bei den Männern gefunden hatte. Ein Totenschädel auf einem Silberkreuz...Er zögerte. Sollte er Morris aufsuchen? Der ältere Archivar hatte sich seit der Schlacht um London zurückgezogen. Er tat zwar seinen Job, doch wollte niemanden sehen. Nicht einmal Harry, obwohl der ihn schon einige Male wegen anderen Dingen aufgesucht hatte. Er schlug mit der Hand auf den Tisch. “Ich muss es hiermit bei Morris versuchen. Wenn er was weiß, muss er es mir mitteilen. Er kann sich nicht ewig verkriechen”
Kingsley nickte. “Ich muss dann euch wieder an die Arbeit. Meldet Euch, wenn es etwas Wesentliches gibt. Oder Unwesentliches”.

Obwohl es mitten in der Nacht war, schlurfte Harry den Weg hinunter ins Archiv. Er gähnte, brauchte dringend bald etwas Schlaf. Er sammelte sich, trat ins Archiv ein. Scott saß wie üblich am Empfangstisch, die kurzen, blond gelockten Haare wie immer offen. Als Harry eintrat, lächelte er. “Harry, was für eine willkommene Abwechslung.” Die offen freundliche Begrüßung regte auch Harrys Laune ein wenig an. “Hallo Scott”. Seit er wegen des Tesseraktes öfter hierher kam, war es ihm wesentlich angenehmer den kaum jüngeren Zauberer zu dutzen. “Ich muss mit Morris reden”. Scott seufzte in sein Lächeln hinein. “Versuchen kannst du es gern. Ich wünsch dir viel Glück”.

“Danke.” Harry ging an ihm vorbei, als ihm ein Gedanke kam. “Sag mal, Scott: Vielleicht kannst du mir hierbei ja helfen”. Er zog die Zeichnung des Symbols hervor, das er gefunden hatte und legte es vor ihm auf den Tisch. “Hast du sowas schon mal gesehen?” Scott besah sich die Skizze, legte nachdenklich sein Kinn in seine rechte Hand. “Ich bin mir nicht sicher, aber…es kommt mir irgendwie bekannt vor. Woher hast du das?”
Harry biss sich auf die Lippen. “Das kann ich dir noch nicht sagen, es ist heikel. Wichtig ist nur, dass ich herausbekomme, woher dieses Symbol stammt und wer es verwendet.”
“Okay, ich will sehen was ich finden kann. Kann ich die Zeichnung behalten?”
“Sicher, ich habe noch eine. Danke Scott”.
Der junge Zauberer machte sich augenblicklich ans Werk, während Harry die Stufen zu Morris Büro erklomm.

Er erreichte die schwere Bürotür von Morris und klopfte. Wie er erwartet hatte tat sich nichts. “Mister Morris, ich bins. Harry Potter”. Er klopfte erneut. Keine Antwort. “Ich muss mit Ihnen reden, es ist wichtig!”
Da endlich vernahm er Worte. “Verschwinden Sie! Ich habe genug zu tun, also stören Sie mich nicht!” Morris klang mehr genervt als wirklich wütend. Harry seufzte frustriert, klopfte energischer. “Diese Angelegenheit erfordert Ihre Hilfe! Es geht um die Sicherheit des Ministeriums!”
“Das Ministerium kann sich selbst verteidigen. Wenn wir Kabandha überlebt haben, dann auch alles andere. Und jetzt verschwinden Sie!”
Harry hielt bissig seine Faust gegen die Tür. Wie konnte man so stursinnig sein? “Mister Morris, wenn Sie Ihre Arbeit nicht tun, können Sie nicht hierbleiben!”
“Ach, jetzt wollen Sie mir drohen? Ich sag Ihnen was, Potter: Sie wären ohne mich nicht mehr am Leben, ebenso wenig dieses Ministerium. Also sagen Sie mir nicht, was ich zu tun habe!” Jetzt klang er wütend.

Harry schlug gegen die Tür, dann entfernte er sich. So sehr er es in diesem Momente gerne wollte, er konnte Morris nicht feuern. Und auch Kingsley würde es nicht tun, denn trotz seiner unkooperativen Haltung war er ein exzellenter Archivar. Dann konnte Harry fürs Erste nur hoffen, dass Scott etwas finden würde.

Wieder in seinem Büro angekommen warf er den Umhang über den Stuhl, ließ sich darauf niedersinken. Er war erledigt. Seit drei Tagen war er fast ununterbrochen auf den Beinen gewesen. Zugegeben, so lange hatte er vorher schlecht durchgehalten, doch nun kam auch er an seine Grenzen. Doch der Wille, diese Bastarde zu finden, war ebenso stark wie seine Müdigkeit. Er hob erneut einen seiner Zettel auf, las seine Notizen:

Opferzahl: Bekannte drei Fälle, unsicher ob weitere Versuche, da keine Rettung des Opfers
Falls mehr Opfer dann Todesfälle
Kleingruppen von Tätern, maximal acht
Hochenergiewaffen? -> Evans ansetzen
...
Er gähnte, seine Lider schlossen sich. Nur kurz ausruhen…

London. Um ihn herum Trümmer, Chaos, Tod. Er lieferte sich ein gnadenloses Duell mit Vos, schlug unerbittlich auf ihn ein. Ein Hieb von oben, rechts, ein Stoß er Macht. Vos fiel zu Boden, Harry stach zu. Die Klinge schnitt durch den Körper, bohrte ein Loch in Vos. Der stieß ächzend Luft aus. Bitter sah Harry in sein Gesicht, dass mit einem Mal grinste. Harry vernahm hinter sich Rauschen, als wenn sich Wind und Nebel formen würde. Nicht umdrehen, nicht umdrehen…
Sein Instinkt siegte. Er drehte den Kopf, blickte auf einen riesigen Schatten, der ihn überragte. “Komm zu mir…” rauschte Kabandhas Stimme, die dunkle Hand schoss zu ihm hinab…


Harry fuhr aus dem Schlaf hoch. Schon wieder. Er rieb sich die Augen, gähnte matt. Ein schwammiger Blick auf seine Armbanduhr verriet ihm, dass er gerade mal eine Stunde geschlafen hatte. Viel zu wenig, um sich erholt zu fühlen. Langsam stand er aus dem Stuhl auf, streckte sich, seine Gelenke knackten. Immerhin, er hatte den leichteren Albtraum erwischt. An den Schlimmeren wollte er gar nicht denken. Zu oft schon hatte er ihn gesehen und jedes Mal ging es ihm schlecht danach. Müde sah er sich um. Sein Büro war seine halbe Wohnung geworden. Er hatte es magisch erweitern müssen, damit er Platz für ein Bett, einen Waschraum und weitere Dinge hatte. Die Arbeitslage war nach der Schlacht nicht besser geworden, im Gegenteil. Eigentlich war er nur Aurorenleiter, doch daneben musste er Kontakt mit Evans halten und Kingsley bei seinen vielen neuen Aufgaben unterstützen. Darüber hinaus wollte er sich auch in den Künsten der Jedi weiterbilden. Er ließ sich auf das Bett hinabsinken. Halb drei, da blieb nicht mehr viel Zeit, um überhaupt richtig zu schlafen. Trotzdem, versuchen musste er es, auch wenn die Chance hoch war, jetzt den schlimmeren der beiden Träume zu erwischen. Mit einem unguten Gefühl machte er sich fertig, legte sich ins Bett. Wenn diese Albträume nicht irgendwann aufhörten, würde er sich in ihnen verlieren. Alles nur eine Frage der Zeit. Mit diesem Gedanken schlief er ein.

Da ich nicht unbegrenzt Zeit habe, kann ich entsprechend bald nicht mehr die in letzter Zeit eher gute Rate von hochgeladenen Kapiteln halten. Daher lege ich den Sonntag als regulären Upload-Tag fest, damit ich euch regelmäßig mit Kapiteln versorgen kann :). Falls ich merklich mehr Kapitel schreiben können sollte, wird am Mittwoch als optionalen Upload-Tag ebenfalls ein Kapitel hochgeladen(ist aber eher unwahrscheinlich). Wenn ich mal hinterherhinken sollte, nehmt es mir nicht übel. Bis dahin freue ich mich auf REAWEEG (Review, Empfehlung, Abonnement; Wenn Es Euch Gefällt ;) ).
Euer Sarius
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