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Die Wächter des Schattens

von Seyphir
Kurzbeschreibung
MitmachgeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Mix
OC (Own Character)
30.07.2020
06.12.2022
17
58.477
11
Alle Kapitel
71 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
11.01.2021 3.136
 
Hallo meine lieben Leser und Leserinnen. Ich freue mich euch ein neues Kapitel zu präsentieren. Ich hoffe, es gefällt euch. Ich muss gestehen, dass es mir einige Schwierigkeit es geliefert hat. An manchen Stellen konnte ich echt kaum weiter schreiben. So schwer fiel mir das Schreiben. Doch ich hab mich dann noch nochmal zusammen gerissen und das hier hervorgezaubert. Es kommt für mich ein bisschen schleppend vor. Schreibt mir vielleicht wie ihr es wahrnehmt. Würde mich interessieren.
Ansonsten: Frohes Weihnachten und Neujahr! Ich weiß, ein bisschen spät, aber besser spät als nie! Ich hoffe, ihr konntet die Feiertage genießen und bei euren lieben sein. Bleibt Gesund und fröhlich!

Viel Spaß

Eure Seyphir

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Wer nichts waget, der darf nichts hoffen

~Friedrich Schiller





7.Unsicherer Plan






Eilig verschwindet die junge Drachenreiterin in einem Nebengang und versteckt sich in der Dunkelheit. Im Schatten kann sie sehen, wie zwei Drachenjäger den Gang entlang gehen und sich unterhalten. Stumm verharrt sie in dem Nebengang und wartet bis die Jäger weg sind. Als sie sich sicher ist, dass sie weg sind, löst sie sich aus dem Schatten und schaut vorsichtig um die Ecke. Zu ihrem Glück sieht sie niemand und die Stille signalisiert ihr, dass auch niemand sich ihr nähert. Gut. Langsam betritt sie dann wieder den Hauptgang und schleicht weiter den Weg entlang, immer darauf bedacht das sie keinen Laut von sich gibt. Es wäre wirklich schlecht, wenn man sie jetzt finden würde. Jetzt wo sie so nah dran ist, ihre Freundin zu finden.



Okay, genau wissen sie nicht ob Askajia und Schneefunke wirklich in diesem Käfig sind. Dennoch ist es ihre beste Chance und diese werden sie auch nicht verstreichen lassen. Was sie machen würde, wenn Askajia und /oder Schneefunke nicht in dem Käfig sind, weiß sie nicht. Natürlich weiß die 20jähirge wie töricht es ist, darauf zu bauen das Askajia dort ist und doch … Sie können nicht mehr länger warten. Wer weiß, was sie ihr angetan haben. Vielleicht ist sie auch schon tot und das alles wirklich eine Falle? Wer kann das schon wissen? Nur die Götter!, stellt die verbittert fest. Sie müssen hoffen, dass die Götter ihnen beistehen und nicht auf der Seite der Jäger sind. Die Chancen stehen bei 50% das sie auf ihrer Seite sind. Denn entweder sind sie auf ihrer Seite oder eben nicht.



Auf leisen Sohlen schleicht sie durch die unterirdischen Gänge der Drachenjäger-Basis. Die Gänge sind relativ leer, nur Fackeln hängen hin und wieder an den Wänden. Ansonsten sind hier und da noch vereinzelt Türen, die in andere Gänge oder Räume führen. Die Schwarzhaarige hat erleichtert festgestellt, dass es hier nicht allzu viele Wachen gibt. Nicht so wie an der Oberfläche, wo es nur so von denen wimmelt. Wahrscheinlich gehen sie davon aus, dass es entweder niemand an ihren Wachen an der Oberfläche vorbei schaffen würde oder es eh niemand wagen würde hier unten einzudringen. Wobei auch die Möglichkeit besteht, dass sie sich ihrer Sache so sicher sind, dass sie vermuten das eine Flucht eh unmöglich ist. Ob das nun Gut oder Schlecht ist, ist abzuwarten, doch eines ist sie sich sicher. Sie rechnen sicher nicht damit, dass wir schon längst hier sind und das wird ihr großer Fehler sein. Dessen ist sie sich ganz sicher.



Niemand kann wissen, dass sie hier sind. Selbst derjenige, der ihnen die Schreckenspost geschickt hat, kann nicht wissen, dass sie sich sofort auf den Weg machen würden. Denn sie sind sich selbst nicht einigen gewesen was sie machen sollten. Noch genau erinnert sich River an die Diskussion mit den anderen, die mit dem offensichtlichen Ergebnis geendet hat, dass sie nun hier sind. Das es sich um eine Falle handeln könnte, hatte Lyren sofort zu bedenken gegeben. Doch das hat sie nicht aufhalten können. Zwar hat Lyren mehr als einen Einwurf von sich gegeben, aber gegen Angar und sie hatte er alleine keine Chance. Doch die Gefahr bleibt und umso vorsichtiger sind sie.



So schleicht sie auf leisen Sohlen die Gänge entlang, auf der Suche nach der Türe die sie wahrscheinlich zu ihrer Anführerin führen wird. Auch das ist unklar, wie so vieles bei der Rettung ihrer Freundin. River gefällt das zwar nicht, aber was soll sie machen? Sie kann nicht umkehren, also macht sie das Einzige, was sie in solch einer Situation machen kann. Sie macht das ihr Mögliche und versucht einen Vorteil zu bekommen. Was schwere ist, als man meinen sollte, denn die Situation ist mehr als unsicher. Jede Sekunde kann etwas schief gehen und ihr aller Ende sein. Sie alle müssen darauf bauen, dass nichts schief gehen wird. Sehr gewagt, aber vielleicht stehen ihnen die Götter ja endlich bei.



Plötzlich bebt der Boden unter der Schwarzhaarigen und Staub rieselt von der Decke. Alarmiert beschleunigt sie ihren Schritt und läuft den Gang entlang. Doch zu ihrem Pech sieht sie keine Möglichkeit sich zu verstecken. Umso schneller wird ihr Schritt und ihre grünen Augen huschen über die Umgebung, auf der Suche nach einer Abzweigung oder einem Raum hinter dem sie sich verstecken könnte. Die Fackeln lassen ihren Schatten tanzen und wehen ihr nach. Tanzen erleuchten sie den Gang und scheinen sie entlarven zu wollen. River läuft immer weiter und achtet tunlichst darauf keinen Ton von sich zu geben. Egal, was das gerade gewesen ist, es ist eine potenzielle Bedrohung. Und dann erklingen Stimmen und Schritte die sich ihr nähern. Ihre Unruhe verstärkt sich und immer unsicherer schaut sie sich nach einer Versteckmöglichkeit um. Es gibt keine.



Die Stimmen kommen immer näher und auf ihrer derzeitigen Höhe gibt es keine Möglichkeit der Konfrontation zu entgehen. Doch sie dürfen sie nicht sehen, nicht bevor sie Askajia gefunden haben. Es muss eine Möglichkeit geben hier weg zu kommen! Nochmals sieht sie sich suchend um, doch nur eine Tür gibt es hier und diese ist mit einem Eisenschloss versehen. Da kommt sie nicht herein. Niemals so schnell. Je näher die Jäger kommen umso hektischer kreisten ihre Gedanken. Ihr Blick huscht erneut über den Gang und bleibt an den Fackeln hängen. Ich könnte sie ausmachen und die Jäger überraschen. Vielleicht denken sie dann, dass einer von ihnen den Anderen geschlagen hat. Wenn ich Glück hab, fangen sie dann eine Schlägerei an und ich kann unbemerkt verschwinden. Oder ich kann mich direkt an ihnen vorbei schleichen, bevor sie die Fackeln wieder anzünden würden. Es ist riskant, aber anscheinend ihre Einzige Option.



Zu sich selbst nickend, fängt sie langsam die Fackeln auszumachen. Wenn zu viele auf einmal ausfallen, würde man sofort merken, dass etwas nicht stimmt. Also mit Ruhe und Geduld. Die Schritte sind ihr nun ganz nah und als sie die letzte Fackeln mit ihrem feuchten Tuch erloschen hat, hört sie plötzlich etwas hinter ihr klirren. Erschrocken will sie sich umdrehen, als sich eine Hand sich blitzschnell auf ihren Mund legt und ihr so die Stimme nimmt. Gleichzeitig wird sie zurück gezogen und kann nun die Jäger vor ihr am Ende das Ganges, im Schatten, sehen. Vergesst es! So leicht mach ich es euch nicht! Mit einem kräftigen Stoß donnert die junge Frau ihrem Angreifer ihren Ellenbogen in den Magen. Dieser will anscheinend auf keuchen, doch kein Ton verlässt seine Lippen. Die Reiterin setz einen nach und spürt, wie ihr Angreifer sich krümmt.



,, Halt still!“, zischt ihr unbekannter Angreifer ihr leise ins Ohr, doch sie denkt erst gar nicht dran. Niemals würde sie sich kampflos ergeben! Sie ist eine Kämpferin! Sie gibt sich nicht so leicht geschlagen.
Also wehrt sie sich weiter und schafft es sich kurz aus dem Griff zu winden, der sie an ihren Angreifer kettet. Sie ist nicht so dumm und gibt einen Ton von sich. Sie bleibt still, denn immerhin sind die Jäger immer noch im Gang. Eben die bewegten sich auf sie beiden.
,, Was'n hier los?“, fragt einer der Jäger und scheint sich im Gang umzusehen.
,, Kene Ahnung. Wahrscheinlich hat sich irgendwer 'n Spaß erlaubt und die Lichter ausgemacht“, mutmaßt ein anderer und River ist noch nie so glücklich über die dümmliche Ahnungslosigkeit der Jäger gewesen.
Doch immer noch muss sie hier weg.



,, Hey! Die hören uns noch, also halt endlich still!“, zischt ihr Angreifer erneut leise und packt sie wieder am Arm. Sofort will sie River aus den Griff lösen, doch in dem Moment nähert sich ein Jäger. Angespannt starr sie diesen an, als sie mit einem Ruck nach hinten gezogen wird und stolpert. Dies wird mit einem verstimmten Gemurmel quittiert, sonst aber nicht beachtet. Ehe sie sich versieht hört sie eine Tür sich leise schließen und wird mit einem mal losgelassen. Sofort bringt sie einen Abstand zwischen ihren Angreifer und zieht ihr Kurzschwert. Schnell hält sie es kampfbereit vor sich. Auf jeden Angriff gefasst. Doch es kommt anders, als erwartet.



***



,, UND DER SIEGER IST DER KLINGENPEITSCHLING!!!“, verkündet der Schiedsrichter den Sieger des Drachenkampfes.
Mit Abscheu beobachtet der junge Reiter, wie die Drachen eingefangen und wieder in ihre Käfige gesteckt werden. Der Schwarzhaarige hat sich auf die Tribüne geschlichen und beobachtet wie jeder andere die jeweiligen Kämpfe. Ihm ist mehr als Unwohl dabei zuzusehen, aber um den Schein zu wahren jubelt er ab und zu auf und regt sich auf. Innerlich will er hier jeden Umbringen, sie zahlen lassen für das was sie den Drachen antun. Doch er kann sich jetzt nicht offenbaren. Wenn er jetzt seiner Wut freien Lauf lassen würde, würde ihr ganzer Plan auffliegen und ie würden womöglich auch noch geschnappt. Und das darf nicht passieren, also reißt er sich zusammen. Macht gute Miene zum bösen Spiel.



Jaulend schleifen sie die nächsten Drachen in die Arena.Ein blauer Riesenhafter Alptraum und ein gelb orangener Tödlicher Nadder. Beide sind Narben übersät. Angar ist sich sicher das der Nadder gewinnen wird. Dies schließt er aus der Haltung der beiden Drachen. Der Nadder krächzt und faucht wie wild, spreizt die Flügel und stellt seine Stacheln auf. Wohingegen der Alptraum leicht humpelt und seinen Kopf eher gesenkt hält. Es scheint, also wolle er so wenig aufbegehren, wie möglich. Keinen Grund liefern, Leid zu erfahren. Doch Angar weiß, aus leidlicher Erfahrung, dass die Jäger keinen Grund brauchen, um Drachen zu quälen. Und in den Augen des Drachen, kann der junge Reiter sehen, dass auch dieser dies weiß. Die Hoffnungslosigkeit in dessen Augen jagt ihm einen Schauer über Rücken und Erinnerungen erwachen zum Leben. Doch bevor sie sich seiner bemächtigen können, schließt er sie wieder ein. Jetzt muss er sich auf seine Aufgabe konzentrieren.



,, Jetzt treten der tödliche Nadder und der Riesenhafter Alptraum gegen einander an! Mal sehen wer gewinnen wird!“, eröffnet der Redner und die Drachen werden aufeinander gehetzt. Von dem Nadder geht ein wildes Fauchen aus, als er sich auf seinen Gegner wirft. Dieser weicht geradeso noch den Stacheln aus und speit dem Nadder entgegen. Diesen stört dies wenig und er schießt die nächste Ladung Pfeile ab. Der blaue Alptraum versucht sich hinkend, aus der Gefahrenzone zu bringen. Doch schafft es nicht mehr rechtzeitig. Ein Pfeil bohrt sich in sein rechtes Bein und lässt den Drachen aufjaulen, er geht zu Boden. Bevor jedoch der Nadder nachsetzen kann, trifft ihn der Schweif des anderen Drachen ins Gesicht und lässt ihn taumeln. Die Menge tobt, als der Riesenhafte Alptraum sich erhebt und seine Flügel spreizt. Er baut sich zur vollen Größe auf und lässt mit einem Mal ein ohrenbetäubendes Brüllen von sich. Der Nadder weicht ein paar Schritte zurück, doch krächzt drohend. Und mit einem Mal bricht die Hölle los.



Der Alptraum entfacht sein Feuer und steht gänzlich in Flammen. Sein Gesicht ist zornig und die Hoffnungslosigkeit in seinen Augen hat sich zu einer glühenden Wut verwandelt. Er brüllt den Nadder lauthals an. Angar weiß, dass der Alptraum nun klargestellt hat, das er zwar nicht kämpfen will, aber es tun wird, sollte der Nadder nochmal angreifen. Doch der Nadder scheint nicht ganz bei Sinnen, denn dieser brüllt angriffslustig und staucht den Alptraum in sein Magnesium-Feuer. Eine letzte Warnung gibt es nicht und die verstörten Drachen gehen auf einander los. Traurig wendet Angar den Blick ab. Er will sich das nicht ansehen, nie wieder will er tatenlos daneben stehen, wenn andere Wikinger Drachen quälen und sie für ihr Vergnügen missbrauchen. Das hat er sich geschworen! Jetzt kann nur zugucken und hoffen, dass River Askajia und Schneefunke findet. Sobald des der Fall ist, würden sie fliehen und Lyren wird bereit sein.



***



,, Und du bist dir sicher das sie da ist?“, fragt River misstrauisch an den Anderen gewandt. Dieser blickt sie ebenso misstrauisch an und läuft weiter den Gang entlang.
,, So sicher, wie ich weiß, dass du eine Drachenzähmerin bist“, erwidert er trocken. Der Schwarzhaarige hat sich, als angeblicher Verbündeter erwiesen. Nachdem er sie in den Raum gezerrt hat, hat er sie aufgeklärt, dass er ihr helfen will. Natürlich ist sie ihm nicht auf dem Leim gegangen und blieb misstrauisch, Er behauptet derjenige gewesen zu sein, der die Nachricht geschickt hat, doch das kann er nicht bestätigen. Wie auch? Sie hat den Brief nicht dabei, also kann sie seine Schrift nicht vergleichen und den Schrecklichen Schrecken hatten sie auf ihrer Basis gelassen. Zu seiner Sicherheit. So gibt es keine Möglichkeit seine Worte zu bestätigen.



Auf sein Argument, dass er doch gar nichts von der Schreckenspost wissen kann, hätte er sie nicht geschrieben, hat sie gekontert, dass das auch alles eine Falle sein könnte. Seine Reaktion hat sie dann verwundert. Er hatte gelacht und gemeint, dass dieser dumme Haufen doch niemals im Stande wäre, eine solche Strategie, geschweige denn überhaupt eine komplexierte Idee zu entwerfen. River ist eine sehr gute Lügnerin und weiß daher, wenn sie jemand anlügt. Der junge Mann tat es nicht. Jetzt ist sie sich nicht sicher ob er einfach ein besserer Lügner ist oder schlicht und einfach die Wahrheit sagt. Beides ist möglich.
,, Sicher ist es nicht!“, kontert sie, denn immer hin hat er keine Beweise für seine These. Er nimmt es an, mehr nicht.



,, Doch ist es“, erwidert er gelassen und zieht sie mit einem Mal in einen anderen Gang. Ehe sie sich beschweren kann, hält er ihr die Hand vor dem Mund und beugt sich zu ihr runter. Er bewegt sachte seinen Kopf hin und her. Sauer will sie ihn von sich schieben, als sie die Schritte ebenfalls hört. Sie kommen näher und als sie bei ihnen sind, kann River zwei Wachen erkennen. Sie grinsen den Rücken von ihrem womöglich Verbündeten an.
,, Na, da hat ja jemand Spaß!“, grunzt der Eine. Der Andere lacht.
,, Jaja, aber pass bloß auf! Nicht das ihn jemand erwischt!“ Beide lachen und dann gehen sie.
Nachdem der Schwarzhaarige sicher gegangen ist, dass sie weg sind, dreht er sich ohne weiteres um und läuft weiter. River will sich leise beschweren, als er sie unterbricht.



,, Es war notwendig. Hätten sie dich gesehen, hätte es unnötige Probleme gegeben. Also dank mir lieber. Außerdem besteht dein Anzug aus Drachenhaut und man erkennt, dass es abgefallene oder gehäutete Schuppen sind. Kein Drachenjäger würde sich damit schmücken. Es hat keine Ehre so etwas zu tragen, man wird eher ausgelacht und verspottet. Nur eine Drachenfreundin würde so was tragen und sich nicht schämen. Dazu schleichst du durch die Gänge und willst nicht entdeckt werden. Dazu kommt, dass du immer nervöser geworden bist, als die Anderen kamen. Des weiteren hast du dich gegen mich gewehrt, obwohl hier doch alle „Freunde“ seien sollte. Nicht könnte dir hier eine Gefahr sein, wenn du eine Jägerin wärst. Zum Schluss ist deine Haltung keine die hier verwendet wird, genauso wie deine Waffen hier nicht hingehören. Soll ich fortfahren?“, entlarvt er sie und River kommt nicht um hin ihn kurz zu bewundern. Er klingt wie Lyren, doch bei ihm hört man keine Arroganz, auch nicht unterschwellig. Er sagt es einfach, ohne ein siegreiches Lächeln. Nicht wie Lyren. Dann ist ihre Bewunderung vorbei.



,, Nun gut. Du weißt es. Warum hilfst du mir dann?“, fragt River und kurz zuckt der Mann zusammen. Kaum merklich, fast gänzlich unsichtbar. Er seufzt.
,, Meine Gründe musst du nicht wissen. Nur, dass ich euch helfen werde eure Freundin hier rauszuholen. Mehr nicht.“, erklärt er und River wundert sich gar nicht erst, dass er weiß, dass sie nicht alleine ist. Irgendwie ist dies auch klar.
,, Verstehe. Dann sag mir, wenn du uns hilfst, warum arbeitest du dann hier?“, hakt River weiter nach. Doch daraufhin schweigt der Unbekannte. Sie wartet einige Zeit lang, doch dann wird ihr es klar. Der Schwarzhaarige wird ihr eine Antwort schuldig bleiben. So gehen sie einige Zeit still die Gänge entlang und River ist froh jemanden zu haben, der sich auskennt. Sie hätte nie gedacht, dass die Gänge hier so verzweigt sind. Bis sie den Richtigen gefunden hätte, hätte gut ein halber Tag vergehen können.



,, Wir sind gleich da“, lässt er sie wissen, als sie um eine Ecke biegen und prompt wieder in eine Tür verschwinden, um den Jäger aus dem Weg zu gehen. An dieses „Spiel“ hat sie sich schnell gewöhnt. Ihr womöglich Verbündeter scheint zu wissen, wie man sich hier unbemerkt bewegen kann. Sie folgt ihm und baut auf ihre gute Menschenkenntnis. Wenn er sie wirklich in eine Fallen lockt, dann ist es eh zu spät. Jetzt muss sie mitspielen. Eine Wahl hat sie nicht. Wieder hofft sie, dass die Götter ihr beistehen. Unruhe macht sich in ihr breit, je länger sie durch die Gänge schleichen. Wenn dies eine Falle ist, hofft sie, dass die Anderen wenigstens fliehen können. Sie dürfen nicht alle gefangen werden.



Es dauert noch gefüllte Stunden, bis ihr Führer sich zielstrebig einer Tür nähert. Das ist sie dann wohl. Die Tür die mich entweder zu Askajia und Schneefunke führt oder mich in mein Verderben stürzt. Langsam flogt sie ihm und beobachtet, wie er sich suchend umsieht. Tut er das um mich in Sicherheit zu wiegen oder sucht er wirklich nach Gefahren? Nach einigen Sekunden sieht er dann wieder zur Tür und holt ein Schlüsselbund heraus. Klimpernd reiben sie aneinander und der Schwarzhaarige greift nach einem bestimmten Schlüsseln. Als er ihn hat blickt er zu ihr auf und ihre Blicke treffen sich. Kurz erstarrt alles und sie sehen sich einfach nur an. Einige Sekunden verstrichen, ehe ihr Gegenüber den Kopf wegdreht und zur Türe blickt. Er hebt die Türe und klopft in einem bestimmten Takt. Also doch!



Äußerlich lässt sie sich nichts anmerken, doch innerlich macht sie sich bereit jede Sekunde einen Angriff zu starten. Ihr Gegenüber öffnet nun die Türe mit dem Schlüssel. Danach greift er nach dem Henkel und öffnet die Türe sacht. Kurz blickt er nun zu ihr und nickt, dann verschwindet er in den Raum. River überlegt kurz, ob sie flüchten soll, doch wahrscheinlich ist sie schon umzingelt. Also holt sie tief Luft und stellt sich innerlich auf das Schlimmste ein. Mit wenigen Schritten hat sie die Türe erreicht und schiebt sie etwas auf. Noch einmal Blick sie sich im Gang um, ob irgendwo Feinde sind. Doch niemand ist zu sehen. Sie seufzt und tritt ein.

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Möge die Macht mit euch sein.




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