Bela und Farin

GeschichteAllgemein / P18 Slash
30.07.2020
25.09.2020
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30.07.2020 3.332
 
So hier meine 1. Die Ärzte Geschichte. Alles frei erfunden, bis auf ein paar Eckdaten, wie Veröffentlichungen von Podcasts, Videos etc. Die Songs sind natürlich alle von der besten Band der Welt. Diese Geschichte ist mein Geistiges Eigentum. Kopien sind daher nicht erlaubt.

27. Februar 2020
„Nächster Halt, Bremen Hauptbahnhof!“, Jan schreckte hoch. Völlig verschlafen, rieb er sich die Augen und sah hinaus. Vor zwei Stunden, war er erst in Frankfurt gelandet und dann sofort in einen Zug nach Hamburg gestiegen. Dort wartete Bela schon sehnsüchtig auf ihn, wie dieser ihm vorhin per WhatsApp mitgeteilt hatte. Jan sah Hektik auf dem Bahnsteig ausbrechen. Menschen verabschiedeten sich, die Kontrolleure standen bereit, dann kam der Pfiff und die Türen klappten zu.

Kurz nach Silvester war er zu einem neuen Abenteuer aufgebrochen. 7 Wochen war er weg gewesen. Seit er immer älter wurde, verbrachte er weit aus weniger Zeit im Ausland als früher und wenn er doch mal länger wegblieb, kam Bela nach spätestens 4 Wochen zu ihm.
Er streckte sich ausgiebig und griff nach dem Buch, welches auf dem Tisch vor ihm lag. 1. Klasse sei Dank, hatte er hier seine Ruhe. Er war in Chile, Rods alter Heimat gewesen, Bela war sogar die ersten drei Wochen mit dabei gewesen und dann zurückgeflogen, immerhin hatten sie noch ihren Sohn in Hamburg und da galt es sich zu kümmern.

Ihre Familiengeschichte war verworren und manchmal kompliziert, doch sie funktionierte erstaunlich gut. Und dafür das Jan nicht der leibliche Vater des Kindes war, hatte er doch den besten Draht zu ihrem Sprössling. Das war schon kurz nach der Geburt der Fall gewesen. Doch jetzt würden sie ein neues Album aufnehmen, die Fans warteten schon sehnsüchtig darauf, außerdem standen demnächst noch 2 Podcasts an.

Die restliche Stunde verging rasch und so hielt der Zug pünktlich, oh welches Wunder bei der Deutschen Bahn, am Hamburger Hauptbahnhof. Jan zog sich Jacke und Mütze über, es war nicht gerade warm draußen, griff sich Rucksack und seinen kleinen Trolley und stieg aus. Er sah Bela sofort, obwohl er sich für eine Begriffe wirklich unkenntlich gemacht hatte. Mütze, dicke Jacke, Winterstiefel, Jeans.
„Hallo Fremder“, lächelte der Blonde und zog seinen besten Freund und Ehemann an sich und hätte ihn am liebsten nie wieder losgelassen.
„Hey, mein Schatz“, Bela schmiegte sich an die vertraute Wärme, die Jan ausstrahlte. „Schön, dass du wieder da bist.“
„Na klar. Ist Rod schon da?“
„Der kommt erst morgen, er wollte uns noch ein bisschen Zeit zu zweit gönnen“, lächelte Bela und löste sich von ihm.

Sie stiegen draußen in Belas Audi und dieser drehte sofort die Heizung auf. Geschickt parkte er den Wagen aus und fädelte sich in den Verkehr ein.
„Was hast du die letzten vier Wochen getrieben?“, wollte er von Jan wissen.
„Viel fotografiert, ich war in Museen, bin Kanu gefahren, ein paar Songs geschrieben, bin mit dem Motorrad gefahren.“
„Weißt du schon, wann es ankommt?“
„Wahrscheinlich nächste Woche. Ich hoffe es ist wieder da, bevor ich nach Berlin, zu den ganzen Podcasts muss.“
„Na komm, deine Bildbände sind großartig und übers Reisen erzählst du gerne“, erinnerte ihn Bela liebevoll.
„Ja, mal schauen. Man soll allem eine Chance geben.“ Sie kamen in eine sehr ruhige Ecke von Hamburg, wo Bela mit einer Fernbedienung das große Tor öffnete und dann hindurch fuhr. Er lebte ziemlich abgeschirmt, aber hier fiel das nicht weiter auf. Ihre Nachbarn hatten mehr Geld als diese je würden ausgeben können und lebten selber sehr zurück gezogen. Kaffeeerben, alte Diplomaten und ein paar Adlige hatten sich hier auch niedergelassen.

Das Tor schloss sich hinter ihnen und der Wagen hielt vorm Haus.
„Home sweet Home“, grinste Jan und stieg aus. Sie trugen die Sachen ins Haus und die Tür fiel ins Schloss, als Bela schon dagegen gedrückt wurde. Hungrige Lippen, eroberten die seinen. Es war einfach schon viel zu lange her.

Ihre Kleidung verteilte sich in Windeseile auf dem Fußboden, während Bela Jan ins Wohnzimmer drängte. Nach oben ins Schlafzimmer würden sie es eh nicht mehr schaffen. Sie fielen übereinander her, wie zwei hungrige Löwen in der Paarungszeit.

Man sah nur noch, ein Knäuel aus Armen und Beinen, hörte leises seufzen und stöhnen. Bela hatte sich der Länge nach auf den Blonden gelegt, küsste und streichelte die warme und sichtbar gut gebräunte Haut. Jan spreizte die Beine noch weiter und schob Belas Hand da hin, wo er sie jetzt haben wollte.

Als Bela ein paar Minuten später sanft in ihn eindrang, glaubt er zu schweben, wahlweise vor lauter Glück, gleich sterben zu müssen. Belas Stöße ließen ihn alles vergessen, er krallte sich in den verschwitzten Rücken seines Gatten, küsste jedes Fleckchen Haut, welches er erreichen konnte und ließ sich von Bela in den Himmel katapultieren.

Er selbst hatte so einen Druck auf dem Kessel und hielt es durch die Reibung von Dirks Körper nicht lange aus. Laut stöhnend kam er schubweise auf seinem Bauch und schoss Bela mit ab. Ihre Lippen fanden sich zu einem süßen Kuss.
„Es ist schön, dass du wieder zu Hause bist, mein Schatz“, flüsterte Bela in sein Ohr und zog sich vorsichtig zurück, griff nach einem Handtuch und säuberte sie notdürftig, um dann die Wolldecke über sie zu ziehen. Er lauschte Jans Herzschlag und dämmerte weg.

3 Stunden später, erwachten die zwei aus ihrem Komatösen Tiefschlaf. Jans Magen knurrte vernehmlich.
„Mhhhh..“, Jan räkelte sich genüsslich. Belas Duft umhüllte ihn, wie einen Kokon.
„Na komm mein Schatz, es gibt Essen.“
„Oh was denn?“
„Was leckeres.“ Sie zogen sich nur Pants und T-Shirts über ehe sie in die Küche gingen. Socken brauchte man im Haus nicht, sie hatten überall Fußbodenheizung einbauen lassen. Bela ging an den Kühlschrank und holte eine große Platte heraus.
„Oh Sushi, wie geil.“
„Mit Wasabi“, lachte der Drummer und stellte alles auf den Tisch, holte Schälchen und Stäbchen raus und machte es sich mit Jan am Küchentisch bequem.
„Wann hat Frederik Ferien?“, wollte Jan von ihm wissen.
„Nächste Woche. Er kommt Mittwoch bis Freitag her. Er will unbedingt mit dir Schach spielen und mit Rod Klavier.“
„Na das bekommen wir hin“, lachte der Blonde, dessen Haare merklich grau geworden waren. „Der Kleine ist doch so pflegeleicht. Ich finde es schön, dass er sich für Sachen begeistern kann, die wir alten Säcke auch so machen.“
„Du hast ihm deine Büchersucht vererbt“, neckte Bela seinen Mann.
„Das ist keine Sucht!“
„Unsere Bibliothek, sagt da was anderes. Ihr schleppt beide permanent neues an.“
„Klar. Es gibt auch laufend neue Sachen. Aber er spielt genauso gerne Klavier und zeichnet. Außerdem kann er schon vier Sprachen.“
„Das kann er nicht von mir oder Konstanze haben“, lachte Bela. Wir sprechen beide gerade mal Englisch.“
„Naja, freu dich drüber, es gibt schlimmeres. Das er dafür in Mathe einen Hänger hat, ist nicht tragisch. Das meiste was in Mathematik geleert wird, braucht man später eh nicht.“
„Deshalb auch die Schule mit Schwerpunkt Kunst und Musik“, erinnerte ihn Bela daran. Die Schulauswahl, war ihnen im letzten Jahr nicht leichtgefallen, als Frederik in die 5. Klasse gekommen war und sie sich nach einer neuen Schule hatten umschauen müssen. Da Fredrik jedoch eine Matheschwäche hatten, schieden Gymnasien aus, also eine Stadtteilschule. Da er Klavier spielte und gut in Kunst war, wurde es dann eine Schule, die eine Kunstklasse hatte.
„Ich habe noch Geschenke für Euch alle mitgebracht“, fiel Jan plötzlich ein. „Warte kurz.“ Er lief zurück in den Flur, wo sein Rucksack stand und zerrte das ganze schwere Ding, mit in die Küche. Er zog eine Decke heraus, eine Flasche Wein, Kaffee und ein Buch.
„Hier, die Decke hat eine alte Frau gemacht, für Frederik habe ich auch eine. Die ist flauschig weich.“ Bela nahm die Decke in die Hand, sie war wirklich weich. Über Kaffee und Wein, freute er sich immer, dass wusste Jan ganz genau.
„Die anderen kriegen ihre Sachen morgen, beziehungsweise nächste Woche“, Jan schob den Rucksack unter den Tisch. Während sie weiter aßen, erzählte er Bela von einer Kanu Tour, wo er ganz großartige Aufnahmen hatte machen können.
„Unglaublich. Allein diese Farben. Also mir ist schon viel begegnet auf der Welt, aber das war unbeschreiblich schön.“

„Konnten dir die Tipps von Rod denn helfen?“
„Na klar. Ich war in Gegenden, wo ich sonst nie hingefahren wäre.“ Sie beendeten ihr Essen und Jan ging duschen. Nach einem 13 stündigen Flug und 4 Stunden Zug Fahrt, tat das dringend Not. Bela schruppte sich schnell die Zähne und verschwand im Schlafzimmer, wo er sich schon mal unter die Decke kuschelte. Jan kam 10 Minuten später ins Zimmer, löschte das Licht und schmiegte sich an ihn. Ihre Hände fanden sich unter der Decke und die Finger verflochten sich mit einander. Ein letzter Kuss, dann hörte man nur noch leises Atmen.

28. Februar 2020

Jan erwachte, als er Pfefferminze roch.
„Liebling, aufstehen“, Bela reichte ihm einen Becher mit frischem Pfefferminztee. Seit sie genug Geld hatten, gab es keine Teebeutel mehr bei ihnen, sondern nur noch losen Tee.
„Du sorgst du so gut für mich“, Jan schob sich ein Kissen ins Kreuz und lehnte sich ans Bettgestell, eher er Bela den Becher abnahm.
„Und ich habe Brötchen geholt und für dich Croissants.“
„Sehr gut. Haben wir Marmelade im Haus?“
„Na klar. Erdbeere, Flieder, Kirsche, Orange oder Quitte.“
„Wunderbar.“ Er nahm noch einen Schluck, ehe er sich erhob und sich seinen Bademantel überzog. „Wann wollte Rod heute kommen?“
„So gegen elf Uhr. Jetzt ist es neun. Wollen wir nächste Woche mit Frederik zum Schlittschuh laufen gehen? Oder mal wieder zum Bowling?“
„Klar, gerne. Dann kommen wir alten Säcke auch mal aus dem Studio raus.“
„Auf jeden Fall.“ Sie setzten sich und begannen das Frühstück in aller Ruhe. Ohne Frühstück mit Tee beziehungsweise Kaffee ging morgens gar nichts. Da waren sie sich alle einig.

Nach dem Frühstück und einer ausgiebigen Dusche, machten sich einen Spaziergang durch den Park. Jan hatte das dringende Bedürfnis sich zu bewegen. Es war kalt und ihr Atmen wurde zu kleinen Wölkchen.
„Manchmal fehlt mir der Winter ja, wenn ich unterwegs bin“, gab Jan leise zu. „Schlittschuh laufen, Schlitten fahren, Schneeball Schlachten. Aber zurzeit liegt ja nicht mal Schnee.“
„Ne, richtigen Schnee hatten wir zuletzt, da war Frederik noch ganz klein. Das war schön. Da waren wir fast täglich am Rodelberg.“ Jan griff nach seiner Hand. Das machte er inzwischen ziemlich oft in der Öffentlichkeit. Er hatte keine Angst vor den Fans, die ihnen vielleicht begegnen konnten, die würden eh nichts sagen. Außerdem war er über 50 und ein Coming Out eigentlich lange überfällig. Immerhin war er mit Bela seid 1993 zusammen. Als sie die Ärzte damals hatten wiederaufleben lassen, war ihm klar geworden, dass er ohne den Drummer und besten Freund nicht leben konnte. Er liebte diesen verrückten Kerl und hatte bei ihrem Wiedersehen damals, alles auf eine Karte gesetzt und Bela einfach geküsst.

Er hatte mit allem gerechnet, aber als Bela, seinen Kuss dann erwidert hatte, war sein Herz vor Freude übergelaufen. Rod hatten sie wenig später eingeweiht, als er sich entschied, fest in der Band zu bleiben. Er hatte nur gegrinst und gemeint, dass sei ihm eh schon auf der Tour klar gewesen. Auf ihren Lieblings Chilenen hatten sie sich immer verlassen können.

Dieser stand auch pünktlich bei ihnen vor der Tür.
„Guten Tag Señor Gonzales“, Jan öffnete ihm die Tür.
„Na du Weltreisender“, Rod hatte ein paar Gitarren dabei und einen großen Koffer. Ein Studio, hatten sie hier im Keller. Jan wurde erstmal geküsst und gedrückt, bevor er sich an Bela wandte und hier das gleiche Spiel wiederholte. Sie halfen beim rein tragen, quartierten Rod in seinem Zimmer ein, er hatte tatsächlich ein eigenes im Haus und gingen dann runter ins Studio, während im Ofen zwei Auflaufformen standen, die nur darauf warteten, verspeist zu werden.
Das Studio war riesig. Es war beim Kauf des Hauses, sowohl für Bela als auch für Farin ein wichtiger Punkt gewesen. Hier gingen 30 Gitarren an der Wand, es Belas Schlagzeug stand hier, ein Klavier, Keyboard, Synthesizer, Mischpult, Xylophone und was man noch so brauchte. Sie machten es sich auf drei Sesseln bequem, alle mit einem Büchlein vor der Nase, einem Diktiergerät und einer Gitarre auf dem Schoß.
„Rod, du hast heute die Ehre, mal zu beginnen“, grinste Jan ihn an.
„Gut, dass ich sogar was dabeihabe, was es lohnt vorgetragen zu werden“, lachte der Jüngst in der Runde. Er griff sich ein Plektrum und fing an ein Lied zu spielen, welches unheimliche tolle Harmonien beinhaltete und im Refrain Akkorde aufwies, von denen Jan sich nicht sicher war, ob er sie würde spielen können. Selbst der Text war großartig.
„Wow“, Jan war tatsächlich sprachlos. „Das muss aufs Album. Auf jeden Fall. Wäre sogar eine Option für ein Video.“ Auch Bela war wirklich begeistert und er war der nächste. Sein Text war super und blieb ohne Beanstandungen, doch bei der Melodie, war er selber noch nicht ganz glücklich. Aber sie hatten ja ein völlig überqualifiziertes Musikgenie in der Band. Rod konnte helfen.
„Wie wäre es denn damit, für den Mittelteil?“, er schlug ein paar Akkorde auf seiner Gitarre an und versetzte die anderen Beiden mal wieder in Erstaunen.
„Sag mal Rod, was ist los mit dir?“, lachte Jan und stupste ihn an. Sonst schrieb Rod wenig und heute hatte er eine geile Idee nach der anderen.
„Die Pause war zu lang“, lachte der dunkelhaarige, bevor er ein Diktiergerät an machte, um den neuen Refrain aufzunehmen.

Jetzt war Jan dran. Bela lief es dabei den Rücken runter. Wow! Sehr düster, aber absolut wahr, was Jan da sang. Es ging um ihre Beziehung, das Jahre lange Versteckspiel und was dieses so für Probleme mit sich brachte.
„Sehr düster“, fand Rod, „aber ein Song, der unbedingt aufs Album gehört. Aber kannst du ihn live spielen, ohne dabei in Tränen auszubrechen?“
„Das wird sich zeigen“, fand Jan. „Ich finde nämlich, dass es langsam Zeit ist, mit dem Versteckspiel Schluss zu machen. Und ich denke schon, dass wir eine Fan Base haben, die uns dafür nicht ausbuht und die es versteht.“
„Also eine Art, Coming Out Song?”, wollte Bela jetzt wissen.
„Ne, dass wäre dieser hier“, erklärte Farin und stimmte gleich den nächsten an. Jetzt liefen beim Drummer die Tränen. Sein Mann war völlig verrückt. Rod reichte Bela ein Taschentuch. Jan schrieb von Liebe, Seelenverwandtschaft, Atemlosigkeit, dem Gefühl zu schweben und großer Verletzbarkeit.

Kaum hatte Jan das Lied beendet, stellte der die Gitarre zur Seite und zog Bela in seine Arme. Rod ließ die Zwei mal kurz alleine und ging nach oben, um den Ofen anzustellen, so langsam hatte er Hunger.
„Das war schön“, fand Bela leise und schmiegte sich an Jan. „Und ich liebe dich auch, ganz schrecklich doll.“ Jan küsste ihn sanft und sah ihm dann in die schönen grünen Augen. „Wärst du denn einverstanden, das Versteckspiel zu beenden.“
„Natürlich. Es würde vieles, sehr viel leichter machen. Und unsere Fans, lieben uns. Wir können vorher ein Interview geben, bevor wir das Album rausbringen. Am besten mit einem Musikjournalisten der mit uns umgehen kann.“
„Ich kann ja Markus mal anrufen“, schlug Jan vor. Mit Markus Kavka, hatten sie bis lang nur gute Erfahrungen gemacht. Außerdem bereitete er sich immer akribisch vor. Ein zärtlicher Kuss, dann ein zweiter. Schritte erklangen auf der Treppe.
„So Jungs, in zwanzig Minuten ist das Essen fertig. Machen wir so lange noch ein Lied?“, Rod setzte sich wieder in seinen Sessel.
„Ich hab ne andere Idee“, Bela erhob sich und ging zu der Wand wo ihre Gitarren hingen. Er holte seine geliebte Western Gitarre runter und schlug gleich darauf ein sehr bekanntes Lied an.

In einer Bar sprach er mich an. Er war betrunken und er roch nach Schweiß. Er sagte: Junge, hör mir zu, da gibt es etwas das ich besser weiß. Die Emanzipation ist der gerechte Lohn, für die verweichlichte Männerschaft. Doch du kannst mir vertrauen, zwischen Männern und Frauen, gibt es einen Unterschied, der ganz gewaltig klafft. Und was ist dann hört, was mich total empörte, es wiederzugeben, fehlt mir fast die Kraft. Er sagte: Manchmal, aber nur manchmal, haben Frauen ein kleines bisschen Haue gern….

Auch Jan und Rod stiegen beim Refrain mit ein. So alt, wie das Lied auch war, so großartig war es nach wie vor und Bela ging es hinterher deutlich besser.
Beim Mittagessen ging es nicht um Musik. Rod brachte Jan auf den neuesten Stand, was seine Patenkinder betraf. Rods Töchter, waren inzwischen beide Erwachsen und die Ältere lebte auch nicht mehr in Hamburg und dennoch, war ihr Patenonkel stets für sie erreichbar, wenn es wirklich wichtig war.
„Die Kleine zieht jetzt übrigens zu mir, wenn im Sommer ihre Ausbildung anfängt. Meine Ex will nach Stuttgart ziehen, sie hat keine Lust, außerdem kommt sie mit ihrem neuen Kerl nicht klar. Der Typ ist das letzte. Außerdem hat sie sich ein Tattoo stechen lassen. Ihre Mutter ist bald ausgerastet.“
„Es ist nur ein Tattoo“, meinte Bela. Er war es immerhin gewesen, der das Teil gezeichnet hatte und es war toll geworden. Sie hatten alle mindestens ein Tattoo, da konnten sie schlecht mit Steinen werfen.
„Das habe ich auch gesagt, außerdem ist das Kind achtzehn.“ Rod schüttelte nur verständnislos den Kopf. „Meine Ex, hat mir vorgeworfen und wir drei ein sehr schlechter Einfluss für die Kinder wären.“
„Sind wir auch“, fand Jan. „Wir sind völlig gestört und Gaga. Aber da stehen wir zu.“ Bela lächelte und griff nach seiner Hand. Von ihnen drei war Jan der normalste. Klar er hatte ein Tattoo, fuhr Motorrad und reiste viel, aber sonst. Keine Drogen, kein Alkohol, keine Zigaretten, las fiel und besaß nicht mal einen Fernseher, obwohl sie hier zu Hause einen hatten, aber den benutze Bela nur, wenn Jan nicht im Hause war.

Mit Tee, Keksen und Kaffee bewaffnet ging es schließlich wieder nach unten ins Studio. Den Song von Rod, nahmen sie noch auf, Bela hatte sofort ein passenden Drum Track dazu im Kopf, welches super passte und Farin trat mit seiner Black Hawkh ein bisschen in den Hintergrund, was ihn aber nicht weiter störte.

Am Abend, kurz nach dem Abendbrot klingelte das Telefon. Jan saß am nächsten dran.
„Vetter-Felsenheimer, Hallo.“
„Hallo Jan, hier ist Konstanze.“
„Hey, na wie geht’s dir?“
„Gut, sag mal ich habe ein Attentat auf euch vor. Ich muss morgen früh nach München zu einem Shooting, bin abends zurück. Könnt ihr Frederik so lange nehmen? Ich weiß ihr seid gerade mit den Aufnahmen beschäftigt.“
„Kein Problem. Bring ihn vorbei.“
„Ihr seid super. Es wäre aber schon so gegen sieben Uhr morgen früh.“
„Kein Ding. Wir freuen uns.“
„Super. Danke! Sag mal, ist Rod da?“
„Ja klar. Warte ich gebe ihn dir. Rod? Konstanze für dich!“ Er gab das Telefon weiter. Rod nahm es und verließ den Raum, er braucht Ruhe zum Telefonieren, egal mit wem er sprach. Da konnte er sehr ungehalten werden, wenn man in Gespräche reinplatzte.
„Haben wir den Kleinen morgen?“, wollte Bela wissen.
„Ja, ab morgen früh, sieben Uhr, bis morgen Abend.“
„Und was will sie jetzt von Rod?“
„Keine Ahnung. Sehe ich aus wie der Herr Doktor?“ Bela grinste. Das mit dem Doktor war nicht mal Erfindung, sondern eine Tatsache. Rod hatte inzwischen wirklich promoviert. Nicht in Musik, sondern in Psychologie. Tja, so spielte das Leben. Seine Ernennung zum Doktor hatten sie damals ganz schön gefeiert. Es gab ein paar sehr lustige Fotos von diesem denkwürdigen Tag.

10 Minuten später, war Rod zurück und setzte sich wieder und trank einen Schluck Wein. Jan hatte Rod inzwischen seine Geschenke gegeben, worüber sich der Chilene sehr gefreut hatte. Für diesen hatte er sogar zwei Schallplatten im Gepäck gehabt, auch eine Decke und zwei Bücher. Jan war gerade dabei ein paar Fotos zu zeigen.
„Hier, dass war die Kanu Tour. Guck euch mal diesen Felsen an. Ich will dieses Bild unbedingt hier ins Wohnzimmer hängen.“ Bela nickte nur. Es gab kaum ein Raum im Haus, wo kein Foto von Jan hing. Selbst unten im Musikstudio hingen welche. Auch Rod wollte ein paar Bilder haben. Gegen 22 Uhr lagen sie alle im Bett, schließlich würde morgen früh das Kind kommen, dann sollten sie halbwegs ausgeschlafen sein.



TBC??
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