Dumb Heart

GeschichteDrama, Romanze / P18
30.07.2020
01.08.2020
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Mein Kopf dröhnte. Und mir war kotzübel.
Trevor stolperte neben mir her. Er konnte sich gar nicht sattsehen an den beiden Missys hinter uns.
«Mann, ist die heiß», sagte er.
Jetzt sah auch ich mir über die Schulter.
Ja, sie war wirklich verdammt heiß.
Die Kleine saß immer noch da. Mitten im Gras.
Wer zur Hölle war sie?
Ich hatte sie garantiert noch nie gesehen. Daran hätte ich mich erinnert.
«Kennst du die beiden?», fragte ich.
Trevor lachte. «Das sind unsere neuen Nachbarn.»
«Echt?», wunderte ich mich.
Die Kleine wirkte nicht wie jemand, der nach Sunny Lake gehörte. Ihr Duft hing mir immer noch in der Nase. Sie hatte nach Creme gerochen. Nach Shampoo. Nach Weichspüler. Nach allem, außer ihr selbst. Ganz sauber.
Ein sauberes, ordentliches, braves Mädchen.
Jetzt endlich rappelte sie sich auf. Ihre schwarzen Leggings saßen eng um ihre geschwungenen, weichen Schenkel. Ganz prall. Sie bückte sich nach ihrem Hund und streichelte ihm über den Kopf.
Warum musste sie so einen verflucht langen Hoodie tragen? Ich hätte verdammt gerne einen Blick auf ihren Arsch riskiert.
Dann gingen sie, der Hund und die Blonde tiefer ins Tal. Ihr Zöpfchen schwang im Takt ihrer Schritte. Sie hatte hellrote Haare. Wie Kupfer.
Was hatte eine wie sie in Sunny Lake verloren?
«Ich steh total auf Hotpants», sagte Trevor.
Ich runzelte die Brauen. Hotpants …? Dann erst fiel mir auf, dass er die ganze Zeit die Blonde gemeint hatte. Die war auch nicht übel. Aber die Rothaarige war … was Besonderes.
Aus dem Barbecue wurde nichts. Als wir in Sunny Lake ankamen, wartete dort schon meine Schwester auf mich.
«Hey Archie», begrüßte Trisha mich. An ihrem Unterton merkte ich gleich, dass sie irgendwas von mir wollte.
Trisha war meine Schwester. Aber vor allem war sie eine Frau. Und es gab nur genau drei Dinge, die Frauen von mir wollten.
Erstens, dass ich ihnen half. Indem ich irgendetwas Schweres herumtrug oder etwas reparierte oder ihnen Geld gab.
Zweitens, wenn sie heiß waren und ich Glück hatte, wollten sie Sex. Das schied bei Trisha schon mal aus.
Und drittens – wenn sie dann bekommen hatten, was sie wollten, oder mich ein bisschen besser kennengelernt hatten – dass ich mich wieder verpisste. Das wollte Trisha auch oft. Aber im Moment offensichtlich nicht.
Also blieb nur noch Nummer eins.
«Was?», fragte ich ungeduldig und spähte an ihr vorbei zu meinen Jungs am Grill. Mir lief das Wasser im Mund zusammen.
«Kannst du mir einen Gefallen tun?» Trisha sah mit ihren großen blauen Augen bittend zu mir hoch.
Ich hasste es, wenn sie das machte. Sie war inzwischen 22. Und sie war schwanger. Im sechsten Monat. Von einem dämlichen Verlierer namens Jeremy – mit dem sie auch noch verlobt war. Aber sie war eben trotzdem noch meine kleine Schwester. Und sie kriegte mich immer rum.
«Was willst du?», fragte ich.
«Kannst du heute bei Mom vorbeifahren?», bat sie.
Ich riss die Hand hoch. Nein, das war zu viel. «Vergiss es.»
«Bitte, Archie», jammerte sie.
Ich ging weiter. Trisha hängte sich an meinen Arm, aber ich zog sie einfach mit.
«Oh bitte!», flehte sie. «Nur ein Mal. Bitte. Ich schaffe es heute nicht. Jeremy und ich wollen uns nachher die Wohnung in Mappa ansehen.»
Jetzt hielt ich doch wieder an. «Du willst wirklich wegziehen?»
Trisha grinste schief. «Ja, Archie, will ich.»
«Warum? Was stimmt nicht mit Sunny Lake?»
«Hast du dich hier mal umgesehen?»
«Ja, oft. Und?»
«Die Hälfte der Leute hier sind Alkoholiker. Und jeder dritte hat schon mal im Knast gesessen.»
«Na und? Diese ‘Leute’ sind unsere Freunde. Sie sind vielleicht keine feinen Leute. Aber das sind wir ja auch nicht, oder?»
Na ja, Trisha versuchte in letzter Zeit schon, mehr aus sich zu machen. Das lag wahrscheinlich auch an Jeremy. Sie war scheißhübsch, war sie schon immer gewesen. Aber jetzt reichte das anscheinend nicht mehr. Sie hatte sich ihre blonden Haare auf Schulterlänge kürzen lassen und frisierte sich jeden Morgen. Sie ging nur noch geschminkt nach draußen. Und obwohl sie schwanger war, trug sie immer schicke Kleider und nuttige Pumps. Früher hatte sie mir besser gefallen.
«Das hier ist nicht die richtige Umgebung, um ein Kind großzuziehen», sagte Trisha. Sie schaute mich an, als wäre das eine Tatsache.
«Warum sagst du das, Trish? Die waren immer für uns da. Im Gegensatz zu Mom und deinem Dad und meinem Vater. Wir haben uns früher in Ediths Trailer versteckt, wenn wir’s zu Hause nicht mehr ausgehalten haben. Marnie hat uns immer Apfelpfannkuchen gemacht. Nur damit wir mal was Warmes zu essen bekommen. Trevors Dad hat meinen Vater mindestens 100 Mal mit dem Baseballschläger verprügelt. Um uns vor ihm zu beschützen. Weil sie unsere Freunde sind. Und jetzt ist dir das nicht mehr gut genug?»
«Archie.» Sie seufzte. «Du passt hier her. Du raufst gern. Du trinkst gern. Du … findest es toll, dass niemand die Bullen ruft, wenn du Scheiße baust.»
«Du passt auch hierher, Trish. Hier juckt’s niemanden, wenn du tagelang im Bademantel rumläufst. Oder wenn du nachts Musik hörst. Oder wenn du Bock hast, mal ein paar Monate nur zu rumzuhängen.»
«Vielleicht hab ich einfach genug von Bademänteln und Rumhängen», sagte sie und schüttelte den Kopf. «Es ist schon entschieden, Archie. Und eigentlich geht es um Mom.» Schnell fischte sie die Einkaufsliste hervor.
«Ich will das nicht», seufzte ich. Ach Fuck, sie sah mich schon wieder so an …
Trisha rang bittend die Hände ineinander. «Nur ein Mal, Archie. Versprochen. Du musst gar nicht viel einkaufen. Das geht ganz schnell.»
«Das Einkaufen ist nicht das Problem», erwiderte ich.
Trisha seufzte schwer. «Bitte», sagte sie wieder.
Widerwillig riss ich ihr den Zettel aus der Hand. «Ich bin einfach zu nett», sagte ich.
Ihr rutschte ein Lachen raus. Niemand hätte mich als direkt ‘nett’ bezeichnet. Aber sie zwang ihre Mundwinkel schnell wieder nach unten. «Du hast was gut bei mir.»
«Ja, habe ich.» Ich nickte ihr auffordernd zu. «Mein Wagen muss mal wieder geputzt werden. Innen und außen. Ich will, dass er glänzt.»
Trisha rollte die Augen. «Gleich morgen, ok?» Sie klopfte mir auf die Schulter. «Ich bin dir wirklich dankbar. Du musst ja nicht mit ihr reden. Liefere einfach die Sachen ab und verschwinde. Du bekommst das schon hin.»
«Klar», brummte ich.
Ich bekam ja immer alles hin.
Ich war ja schließlich ein großer Junge.
Ich winkte Trevor und den anderen zu. «Jungs, ich muss weg. Lasst mir was übrig!»

Sunny Lake lag direkt neben Tronco. Einem kleinen Kaff voller großer Arschlöcher, die sich für was Besseres hielten. Ich fuhr zum Supermarkt. Um ein bisschen Toast, Milch und Saft einzukaufen, brauchte ich fast eine Stunde.
Ich trödelte. Lungerte vor den harten Alkoholika herum, dabei kaufte ich ja doch immer dasselbe. Sah den kompletten Zeitschriftenständer durch. Die Automagazine, die Pornoheftchen, selbst die dummen Einrichtungszeitschriften.
Alles nur, um das Unvermeidliche noch ein bisschen hinauszuzögern.
Ich nahm einen Umweg über den Highway. Da konnte ich meinem Mustang Shelby GT500 freien Lauf lassen. Die 750 PS schnurrten, als ich an den anderen Autos vorbeizog.
Ich liebte mein Auto. Es war Baujahr 1967. Ich hatte es mir mit 18 gekauft. Für 270 Dollar. Ein Schrotthaufen mit Totalschaden. Es hatte Monate gedauert, es wieder herzurichten. Komplett überholtes Getriebe, Twin Turbo, Lachgaseinspritzung, der aus dem V8 noch mal 160 PS mehr rausholte. So viel Original, wie möglich – so viel Leistung, wie man rausholen konnte. Jetzt war der Wagen ein kleines Vermögen wert. Aber ich würde ihn nie hergeben.
Trevor nannte meinen Mustang einen Pussymagnet.
Aber darum ging es nicht.
Nein, ich liebte mein Auto für dieses Gefühl von Kontrolle.
Weil es mir gehorchte.
Weil es mir gehörte.
Weil es jemand weggeworfen hatte – weil dieser Jemand nur das kaputte Äußere gesehen hatte und nicht das, was drin steckte.
Weil ich wusste, wie das war. Wie Abfall behandelt zu werden.
Als ich bei dem Wohnblock im Norden von Springston ankam, war es schon dunkel. Es regnete. Nachdem ich den Zündschlüssel gezogen hatte, blieb ich noch eine Weile sitzen. Schaute zu, wie die Regentropfen über die Scheibe rannen. Hörte dem Prasseln zu.
Langsam glitt mein Blick an der Fassade empor.
Neunter Stock.
Linke Seite.
Ganz außen.
Es brannte Licht in der Küche.
So ein kleines Licht. Irgendwo im Regen.
Ein Licht unter tausenden anderen Lichtern. Unter Millionen Lichtern. Milliarden.
So winzig. Unbedeutend.
«Ach Shit», seufzte ich.
Ich schüttelte den Kopf über mich selbst.
Das alles sollte mir schon lange scheißegal sein.
Warum bekam ich das mit dem Vergessen einfach nicht hin?
Warum verfolgte mich dieser Scheiß bis in meine Träume?
Mit einem gereizten Brummen stieß ich die Tür auf. Ich holte die Einkaufstüte vom Beifahrersitz und stapfte dann durch den Regen zur Tür. Ich klingelte.
Es gab einen Fahrstuhl. Aber ich nahm die Treppe. Das dauerte länger.
Die Wohnungstür stand offen. Mir stieg ein vertrauter Geruch in die Nase. Ihr Waschmittel. Ihr Parfum.
Manche Sachen vergaß man einfach nie.
Aus dem Wohnzimmer kamen Fernsehgeräusche. Applaus und Lachen und poppige Musik. Tja, wenigstens die Leute im Fernsehen hatten Spaß.
Ich hielt auf der Schwelle zum Wohnzimmer an.
Das Licht des Fernsehers tauchte den kleinen Raum in ein unwirkliches Blau. Spiegelte sich im Kronleuchter an der Decke. Er war nicht aus Glas, sondern aus Plastik. Alles war aus Plastik: der billige Bezug der alten Couch. Die Blume auf der Fensterbank, die immer blühte. Die Bilderrahmen auf der Kommode. So viele Fotos. Und kein einziges von mir.
Früher hatte ich mir gewünscht, sie hätte auch mal ein Bild von mir aufgehängt.
Ich hatte mir vieles gewünscht.
Ein Bett.
Eine richtige Familie.
Weniger Schreien, weniger Schläge, weniger Schmerzen.
Oder zumindest einen Vornamen, der nicht klang, als wäre ich ein Mädchen. Wer zur Hölle nannte einen Jungen denn bitte Shay …?
Mit dem Wünschen war das so eine Sache. Am besten man fing gar nicht erst damit an.
Mom saß auf dem Sessel. Ihre Klamotten rutschten ihr fast von ihrem mageren Körper. Sie schien immer mehr zu schrumpfen. Immer winziger und schmäler zu werden. So als würde sie ja vielleicht irgendwann einfach verschwinden.
Und dann bemerkte sie mich.
«Da bist du ja endlich. Ich …» Während sie redete, drehte sie sich um. Und jetzt fiel ihr auf, dass ich nicht ihre liebe Trisha war. Sie sah mich an. Mit offenstehendem Mund. Aber dann verflog ihre Überraschung.
Ihre Miene änderte sich. Sie sah mich an, wie sie mich schon früher immer angesehen hatte.
Mit einer Mischung aus Enttäuschung … und Angst.
Keine Ahnung, was schlimmer war.
«Deine Sachen», sagte ich und hob die Tüte hoch.
Mom interessierte sich nicht für die Einkäufe. Grübelnd schob sie die Brauen zusammen. «Du?», fragte sie leise.
Ich nickte nur.
«Wann haben wir uns das letzte Mal gesehen?», fragte sie geistesabwesend.
Ich zog die Mundwinkel runter. «Vor ein paar Monaten», sagte ich. So als könnte ich mich nicht erinnern. Dabei wusste ich es genau. Ich hätte ihr das verfickte Datum nennen können. Und ich wusste noch jedes einzelne Wort, das sie zu mir gesagt hatte. Es waren auch nicht viele gewesen. Sie sprach nie viel. Nicht mit mir.
Mom nickte. «Stell sie in die Küche», sagte sie.
«Mh», machte ich und wollte schon gehen.
«Hat Trisha dich geschickt?»
Ich blickte sie düster an. «Niemand schickt mich irgendwo hin.»
«Wie geht es ihr?», fragte sie, als hätte sie mich gar nicht gehört.
«Gut», sagte ich knapp.
«Hoffentlich passt sie auf sich auf. Du bist ihr Bruder. Du musst Rücksicht auf sie nehmen.»
Jetzt sagte ich gar nichts mehr.
Was sollte ich denn auch sagen?
Sie wollte ja nichts wissen. Nichts über mich zumindest.
«Sie ist im Moment sehr verletzlich», sagte sie, als wäre es unglaublich wichtig, mich daran zu erinnern. Als könnte ich meine eigene Schwester ja versehentlich umbringen, wenn ich nicht aufpasste.
«Mh», machte ich noch einmal.
Sie drehte sich wieder um. Zum Fernseher. Wo die wichtigen Dinge passierten. «Räumst du die Sachen ein?»
Ich nickte, auch wenn sie das nicht sah.
In der winzigen Küche warf ich einen Blick zum Herd. Darauf stand eine Pfanne. Mit ihrem Abendessen.
Sie hatte gekocht.
Es roch nach Kartoffeln. Aber keine Ahnung, ob das wirklich dieses Essen war. Es hätte echt nicht geschadet, mal häufiger zu lüften. Zwischen den alten, giftgrünen Fliesen, den vergilbten Schränken und der fleckigen Decke hing ein fettiger Geruch.
Der kleine Tisch war gedeckt.
Für zwei.
Für Mom. Und für Trisha.
Früher hatte sie nie gekocht. Und auch jetzt wäre sie nie auf die Idee gekommen, mich zu fragen, ob ich zum Essen bleiben wollte.
Hätte ich sowieso nicht gewollt.
Das hier war ein beschissenes stinkendes Rattenloch. Ich wollte nur noch weg.
Ich stellte die Tüte ab, öffnete den Kühlschrank. Er war fast leer. Alles, was noch da war, waren ein Glas mit Gurken und eine Tube Senf. Ich bückte mich und holte den Milchkarton aus der Tüte.
Gerade als ich ihn einräumen wollte, zerplatzte der Karton in meiner Hand.
Einfach so.
«Shit!», zischte ich und sah zu, wie die Milch sich auf dem Boden verteilte.
Ich war verwirrt.
Wie war das passiert?!
Warum war das Teil einfach so kaputt gegangen…?
Ich starrte auf die geplatzte Milchpackung hinunter. Sah, wie fest meine Hand sie umklammerte. So fest, dass mein Arm zitterte. Und die Sehnen hervortraten. Und meine Muskeln krampften.
Ich ließ die Packung fallen.
Machte einen Schritt zurück.
Dann noch einen.
Aber es war zu spät …
Zu spät.
Das Licht schien plötzlich zu flackern. Es wurde dunkler.
Ich spürte, wie mein Herz pumpte. Es pochte gegen meinen Brustkorb. So als wollte es die Knochen durchstoßen. Rausspringen. Weg. Nur weit weg. Raus aus mir. Da drin war es einfach zu dunkel.
Das Blut rauschte in meinen Ohren.
So laut, dass ich nichts mehr hören konnte.
Nur noch Rauschen.
Nur noch Blut.
Ich hörte nicht mal mehr das Krachen, als ich mit voller Wucht gegen den Kühlschrank trat. Die Tür riss aus der Angel. Das Plastik brach.
Und ich hörte auch nicht mein Schreien, als ich mit der Kühlschranktür auf die Küchenzeile einschlug. Ich schmiss einen Stuhl quer durch den Raum. Warf den Tisch um. Zerschlug das Geschirr. Bis nur noch tausend kleine Teile übrig waren.
Erst als die ganze Küche ein Trümmerhaufen war, ging ich. Die Scherben knirschten unter meinen Schuhen. Ich spürte es, aber ich hörte nichts.
Ich kam mir vor wie in einem Tunnel. Stur lief ich durchs Treppenhaus nach unten. Als gäbe es nur diesen einen Weg.
Im Auto drehte ich die Musik voll auf. Ich spürte die Vibration der Bässe. Aber ich hörte keinen einzigen Ton.
Ich gab Vollgas. Die Reifen drehten durch auf der nassen Fahrbahn. Der Motor grollte. Die 750 PS schüttelten mich durch.
Ich fuhr nicht auf den Highway. Zu viele Cops.
Aber weiter draußen, wo die Straßen schmal waren und das Meer im Sturm glitzerte, war ich ganz allein. Ich drückte das Gaspedal voll durch. Bis ich so fest in den Sitz gepresst wurde, dass ich kaum noch Luft holen konnte.
Und als ich schnell genug war und die Landschaft da draußen nur noch ein grauer Schleier war und das Adrenalin durch meine Adern jagte, schloss ich die Augen.
Dann war es endlich dunkel genug.
Ich zählte bis drei.
Ganz langsam.
Wenn jetzt eine Kurve kam …
Eins.
Oder etwas auf der Straße lag …
Zwei.
Dann war es das für mich …
Drei.
Ich riss die Lider auf.
Und endlich hörte ich wieder was: Das panische Hämmern in meiner Brust. Mein eigenes angsterfülltes Keuchen. Das Quietschen, als ich mit voller Kraft auf die Bremse trat.
Ich war immer noch hier.
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