Light and Shadow

von Hayv
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
OC (Own Character)
29.07.2020
31.07.2020
5
5.395
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30.07.2020 864
 
„Crow, hörst du überhaupt zu?“, fragte Azaka und warf einen genervten Blick auf eine die dunklen Ledersofas. Auf einem dieser lag der dreiundzwanzigjährige schwarzhaarige Crow. Die Hände hinter dem Kopf verschränkt, die Beine lässig übereinander gelegt. Seine schlanke, muskulöse Brust hob sich unter seiner ruhigen Atmung. Von dem schwarzhaarigen mit der stacheligen, schulterlange Löwenmähne kam jedoch keine Antwort.
„Ich glaub's nicht, der Typ ist doch echt eingepennt!“, seufzte Azaka.
„Glaubst du dass?“, fragte Touko und legte ihr Kinn auf ihre gefalteten Hände. „Nur weil ein Löwe die Augen geschlossen hat, ist er noch lange kein Lamm!“
„Also für mich sieht es aus als würde er schlafen!“, blieb Azaka bei ihrer Meinung. Ihr Gesicht verzog sich verärgert, als sie das leichte Schmunzeln auf den Lippen des jungen Mannes sah.
Touko Schmunzelte und fragte: „Was denkst du darüber?“
„Licht, Schatten, was ist der Unterschied?“, fragte Crow nun im sehr ruhigen Tonfall und öffnete seine dunkelgrauen Augen wie immer lag darin ein dämonisches Funkeln. Seine Olivfarbene Haut schimmerte durch den Schweiß etwas, selbst ihm setzte die Hitze des Sommers und im schwülen Büro etwas zu. Scheinbar lässig setzte sich der schlank, muskulöse Kerl auf, gähnte einmal lautstark und rieb sich den Hinterkopf.
„Letzten Endes würde sich niemand als Böse betrachten, wenn seine Taten in seinen Augen gerechtfertigt sind!“
„Sagte der, mit der fragwürdigsten Moral!“, versuchte Azaka zu stänkern.
Crow schmunzelte, wie immer war sein Schmunzeln grausam und berechnend.
„Und dass von derjenigen, die ihren Bruder Daten will!“
Röte schoss in Azakas Gesicht, und ihre übliche Schimpftirade ging los, die Crow unbeeindruckt ignorierte und aufstand. Er steckte die Hände in die Taschen seiner dunklen Jeans, gähnte und ging zur Tür, schmunzelnd sah Touko ihm hinterher.
„Ich versteh es einfach nicht, was findest du an diesem Kerl nur?“, fragte Azaka und sah sich gereizt die Rückenmuskulatur von Crow an, die hinter der sich schließenden Tür verschwand.
„Du bemerkst es vielleicht nicht, aber Crow ist mehr als er zu seien scheint!“, meinte Touko schmunzelnd, nahm ihre Brille ab und steckte sich eine Zigarette an.
„Der Sohn der Einzelnen und ein Kriegsgott auf Erden!“, säuselte Touko und grinste breit.
Natürlich verstand die jüngere Magierin den Kontext nicht, aber jeder der schon einmal dieser Frau begegnet war, wusste von wem Crow abstammte.

Crow war nicht Toukos Schüler, er war ein Mitarbeiter im Garan no Do und ein Freund, genauso wie Mikiya und Shiki, aber bei Crow war alles etwas anders. Er ließ sich nichts Befehlen, brauchte keine Anleitung oder Führung. Ihm musste sie nichts beibringen oder vor etwas warnen. Crow war ein Kämpfer durch und durch, mit Erfahrung und allem drum und dran. Er wirkte auf die meisten unbekümmert und faul, doch war genau das Gegenteil der Fall. Crow war wohl einer der gefährlichsten Menschen, die ihr jemals über dem Weg gekommen war und doch war er so menschlich. Er war zwar alles andere als ein normaler Mensch, aber auf einer gewissen Ebene war er menschlicher als alle Menschen mit denen sie jemals zu tun gehabt hatte. Sie konnte es selbst nicht genau beschreiben.
Aber ja, Azaka hatte nicht ganz unrecht, sie fühlte sich von Crow angezogen und dass auf einer Ebene, wie sie es schon sehr lange nicht mehr erlebt hatte. Sie fühlte sich, als wäre sie wieder eine Teenagerin und als würde sie für einen älteren Mann schwärmen.

****

Die Luft stank, stank nach Blut und Eingeweiden, ein Geruch bei dem sich Crows Gesicht genervt verzog, er hatte diesen Geruch viel zu oft riechen müssen, den Geruch des Todes. Er sah sich genau um, betrachtete den Tatort genauer, sah die Fäden des gewirkten Mana in der Luft, sah die Überreste der Magie die wie Dampft über der Leiche schwebten. Sein Blick senkte sich, seine Augen wurden vom Schatten verdeckte, die seine Haare in sein Gesicht warfen, dann schmunzelte er als er die sich aufbauende Barriere spürte. Ohne sich umzuwenden meinte er: „Ihr Exekutoren werdet schlampig!“
Er hörte wie ein Schwert gezogen wurde, spürte die Präsenz des Attentäters.
„Du hast hier nichts verloren, Asura!“
„Schön dass du wenigstens meinen Namen kennst!“, meinte Crow und drehte sich herum. „Aber dummerweise lebe ich in Mifune, als habe ich hier sehr wohl etwas verloren!“
Die Exekutorin war in ein schwarzes Ninja ähnliches Gewand gewickelte, hatte ihre typischen Schwerter gezogen, die die Jagdhunde der Kirche bevorzugten.
„Du hast dich auf die Scarred Red eingelassen, hast du nun den Verstand verloren, Sohn der Einarmigen?“
Sein Gesicht wurde finster, seine Augen brutal, er nahm eine Hand aus der Hosentasche und ballte sie zur Faust, beugte den Arm leicht an.
„Weißt du, Touko kann es überhaupt nicht ausstehen so genannt zu werden!“, meinte er kalt und mit einer explosionsartigen Bewegung stand er plötzlich direkt vor dem Jagdhund der Kirche und rammte ihm seine Faust gegen Brustkorb. Blut spitze aus ihrem Mund, ließ den Stoff ihrer Maske feucht werden.
„Und ich kann es überhaupt nicht ausstehen, wenn man so meine Mutter bezeichnet, Schoßtier der Kirche!“
Er nahm die Hand zurück und steckte sie wieder in die Hosentasche, ging einfach an dem Jagdhund vorbei, der nun Tod zu Boden sank.
„Ihr Idioten lernt es wirklich nie!“, meinte er genervt und durchbrach die Barriere einfach wie eine Papierwand.


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