Nur ein Herbsttag voller Sturm

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Christian "Flake" Lorenz Christoph "Doom" Schneider Oliver Riedel Paul Landers Richard Kruspe Till Lindemann
29.07.2020
06.09.2020
8
10.051
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29.07.2020 1.591
 
Hallo erstmal und herzlich Willkommen zu dieser Tillchard Geschichte, von denen es viel zu wenige gibt meines Erachtens. Das ist meine erste Geschichte, die ich veröffentliche, also bitte nachsichtig sein, falls ich es nicht so hinbekommen sollte... Viel Spaß!



Es war der 24. Oktober und es war 12 Uhr morgens. Die goldene Herbstsonne schien geschwächt durch graue Wolken unermüdlich vom Himmel und versuchte verzweifelt ihre letzte Wärme zu geben. Es wehte ein sanfter, aber kühler Wind und umspielte die schwarzen Haare des Gitarristen, als dieser sich auf den Weg zu seiner Wohnung in Berlin machte. Lange war er in New York gewesen und jetzt wollten sie ein neues Album aufnehmen. Ja, er freute sich darauf, doch eines machte ihm mehr Sorgen, als er je zugeben würde. Die Herbstlandschaft erinnerte ihn an jenen schiksalhaften Herbst vor unendlich vielen Jahren, der sein Leben für immer verändert hatte. Richard war, wie so oft, von zu Hause weggelaufen. Sein Stiefvater hatte ihn wieder geschlagen und seine Mutter hatte ihn wieder im Stich gelassen, ihr war er ja eh egal, sie hatte doch seinen Bruder. Es tat so weh damals und es tat noch heute weh. Seine Mutter, die ihn doch eigentlich lieben, die sich doch eigentlich um ihn Sorgen sollte und die ihm ein Gefühl von Sicherheit, Wertsein, Genugsein und nicht-völlig-egal-sein vermitteln sollte, tat genau das Gegenteil. Er spürte den Schmerz, der alten Wunde deutlich, sie war nie verheilt und würde es auch nie. Völlig verzweifelt hatte er sich auf eine Parkbank gesetzt und das Gesicht in den Händen vergraben und dort war er plötzlich gewesen. Till hatte sich neben ihn gesetzt, ihn angesehen und leise gemeint:,,Du hast wohl auch keine schönen Herbstferien." Richard erinnerte sich daran wie die Blätter von einem Windstoß laut raschelnd fortgetrugen wurden und er zu dem mindestens drei Jahre älteren Mann aufsah, der ihn freundlich anlächelte. ,,Nein, das stimmt. Machst du hier Ferien? Ich habe dich hier noch nie gesehen und dieser Ort ist klein.", fragte Richard zögerlich. Der Mann vor ihm nickte und fragte dann zurück:,,Du wohnst hier?" Diesmal war Richard es, der nickte. ,,Till Lindemann", sagte der große, breite und muskulöse, dunkel Haarige Mann vor ihm und streckte ihm seine Hand hin. Immernoch Ein wenig zögerlich ergriff Richard sie und sagte sicherer als vorher:,,Zven Kruspe." Im Verlauf des Gesprächs stellte sich heraus, dass sie beide gerne Musik machen würden, beide aber in den Sport gezwungen wurden und sie verabredeten sich, um gemeinsam zu trainieren. Irgendwie hatte es zwischen ihnen gestimmt. Richard dachte noch eine Weile an das erste Treffen zwischen ihnen und an das darauf folgende Treffen beim Training. Den ganzen Tag hatte er nur noch an ihn denken können. Als dann endlich das Training war, sie hatten es einfach in Park auf einer Wiese gemacht, war er ganz aufgeregt und strengte sich extra mehr an als sonst. Später hatten sie über Briefe eine Weile Kontakt gehalten und sich sogar nochmal wiedergesehen. Er dachte an die Dusche, er dachte daran, wie Till ihn geküsst hatte, ihn sanft gegen die kalte Wand gedrückt hatte und sie vereint hatte. Es waren schöne und unglaublich schmerzvolle Erinnerungen, denn sie zeigten was einmal war und wahrscheinlich nie wieder sein wird. Ja, er liebte ihn immernoch, das hatte sich nie geändert, aber eingestehen würde er es sich nicht oder zumindest noch nicht. Seit fast 20 Jahren verdrängte er diese Tatsache und das sogar recht erfolgreich, obwohl es schwer war und er es sich anders wünschte. Plötzlich riss ihn eine alt bekannte Stimme aus seinen Gedanken:,,Na, wieder da?" Es war Tills tiefe und wunderschöne Stimme, wie er fand. Till saß auf einer Bank an der Richard einfach so vorbeigegangen wäre so vertieft war er in seine Erinnerung gewesen.,,Till, ich war so in Gedanken, entschuldige. Ja, ich bin wieder da. Es ist sehr anders hier, als in New York oder generell Amerika, findest du nicht auch?", verusucte er ein Gespräch anzufangen.,,Ja, das stimmt. Wie geht es dir? Wie war der Flug? Bist du schon lange hier?", fragte Till weiter und bedeutet Richard sich neben ihn zu setzten, was dieser auch tat. Eigentlich war er schon seit drei Tagen wieder da und der Flug war so unerträglich lang wie immer.,,Nein, ich bin erst vor ein paar Stunden angekommen. Der Flug war gut, es ist angenehm erste Klasse zu fliegen", antwortete er, denn eigentlich wollte er ihn jetzt küssen, eigentlich, doch die Realität oder das was er ihm sagen konnte, variierten eben stark. Seitdem sie sich wiedergesehen hatten bei Rammstein, hatten sie nie über ihre gemeinsame Vergangenheit gesprochen, Till schien es für selbstverständlich, dass es jetzt andere Menschen, vorallem andere Frauen, gab denen er Zuwendung gewährleistete und sie nicht an dieser 'Jugendliebe' festhielten, zumindest kam es Richard so vor.,,Wir sehen uns bei Paul?", beendete Till das Gespräch, er schien noch irgendwo hin zu müssen.,,Ja, wir sehen uns beim Trai... Ähh.... Bei Paul.", versprach sich Richard versehentlich und Till schaute ihn kurz verwundert an, dann nickte er und bedeutete eine Abschiedsgeste und machte sich breiten Schrittes über das bunte Herbstlaub in Richtung Stadtmitte. Richard blickte dem breit gebauten Mann noch eine Weile nach, dann zündete er sich eine Zigarette an und ging selbst.
Auch wenn es noch früh war, hatte Till den starken Wunsch sich zu betrinken, um diese verdammt wunderschönen Augen aus seinem Kopf zu kriegen. An Richard schienen die Jahre beinahe spurlos vorbeigegangen zu sein und ihn (zu Tills Übel) noch schöner werden zu lassen. Seine dichten Haare, so schwarz wie die aufziehenden Schatten der Nacht und seine Schönheit und Ausstrahlung wie die Sterne über den Nebeln der Welt, wie die Stimme klarer Gewässer und seine Augen, so blau, wie der Ozean in dem er nie gelernt hatte zu schwimmen, dachte Till und hätte sich Ohrfeigen können. Er wird nie dein sein, akzeptiere es endlich, gib es auf, fuhr er sich im Kopf an. Jetzt stand er vor seiner Haustür, die ihm plötzlich so fremd vor kam und die Frau, die dort auf ihn wartete, kam ihm noch fremder vor. Er fühlte sich schlecht, als sie ihn küsste und er fühlte sich noch schlechter als sie ihn ins Bett zerrte. Er liebte sie nicht mehr oder nicht so sehr, wie sie es verdient hätte, denn er liebte ihn. ,,Diana", flüsterte er ihren Namen vorsichtig und nicht sicher was er da eigentlich tat.,,Diana, ich kann das nicht mehr." Jetzt war es raus. Sie hielt geschockt inne, ihre blonden Haare fielen ihr ins Gesicht, aber sie strich sie nicht weg. Zaghaft fragte sie nach:,,Was kannst du nicht mehr?",,Uns. Das geht nicht mehr. Du verdienst jemanden, der dich wirklich liebt und bereit ist alles für dich aufzugeben, aber dieser jemanden kann nicht ich sein. Diana, es tut mir leid." Ihre braunen Augen füllten sich mit Tränen und verzweifelt fragte sie leise:,,Wieso Till? Hast du eine andere? Liegt es an mir?",,Nein, es liegt nicht an dir und ich habe keine andere", beruhigte er sie und es war noch nichtmal gelogen, er hatte keine andere oder war überhaupt in eine andere verliebt, viel mehr in einen anderen.,,Es geht einfach nicht mehr", wich er der Wieso-Frage aus und hoffte sie würde nicht weiter fragen.,,Dann geh ich wohl?",,Ja", antwortete Till traurig. Zwei Jahre Beziehung, in vier Monaten wollten sie zusammen ziehen und jetzt, jetzt kam alles anders und Till wusste, woran es lag, Richard war wieder da. Während Diana ihre Sachen zusammenpackte und das Haus verließ, musste er an Metallica denken:,,How could he know, this new dawn's light would change his life forever?" Er konnte es nicht wissen, niemand konnte das. Sein Blick fiel aus dem Fenster und er blickte in den sich immer mehr zu ziehenden Himmel. Angsterfüllt blickte er in seine Zukunft, würde sie wirklich wie ein zugezogener Himmel ohne Stern und Licht oder war dies seine Gegenwart? Der Wind wurde stärker, trieb die braunen und gelben Blätter umher und brachte eine Kälte, die die Sonne nicht mehr zu wärmen vermochte. Till wurde kalt. Er hatte die Heizung nicht angemacht gehabt und holte es schleunigst nach. Morgen würde er ihn wieder sehen und dann musste er ihn noch oft wiedersehen solange bis das Album fertig war. Jetzt holte er sich doch einen Whiskey, hüllte sich in eine Decke ein und blickte weiter nach draußen.
Richard war wieder zu Hause, ein bisschen musste er sich noch einleben, doch jetzt rief er Paul und die anderen an, um ihnen bescheid zu geben, dass er wieder da war. Vielleicht hätte er einfach in New York bleiben sollen? Doch ein anderer Anruf riss ihn aus seinen Gedanken. Margaux rief an. Nicht das noch, dachte er. Sie konnte er erst recht nicht gebrauchen.,,Margy", meldete er sich schlecht gelaunt und sie antwortete nur kurz und trocken:,,Reesh, ich reiche die Scheidung ein.",,Mach das", entgegnete er ebenso trocken und tonlos wie sie. Dann wurde aufgelegt und das Display wurde schwarz. Richard fuhr sich durch die sorgfältig hochgestellten Haare und seufzte tief. Für die erste Probe Morgen bei Paul wollte er sich noch ein bisschen vorbereiten, obwohl sie wahrscheinlich eh nur trinken und reden würden. Er schlich langsam durch den kleinen, länglichen Flur zu seinem Studio und holte seine Gitarre. Er setzte sich aufs Bett und fing an zu spielen, während er seine Gedanken weit hinaus gleiten ließ und sie nicht auf dem Griffbrett gefangen hielt.
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