Love Story

KurzgeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
27.07.2020
16.09.2020
8
17.933
1
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16.09.2020 952
 
Chapter 8:

“Be yourself; everyone else is already taken.”
― Oscar Wilde


 Jax POV:

Als ich nach einer unruhigen Nacht auf dem kleinen Sofa in meiner Suite erwachte, fielen mir zuerst die Pokermarken sowie die leeren Schnapsflaschen in die Augen. Stöhnend strich ich mir über mein unrasiertes Gesicht und fuhr mir durch meine leicht fettigen Haare.
Nach meiner kleinen nächtlichen Aktion und dem anschließenden Gespräch mit Richards bester Freundin war ich erst spät in meine Suite zurückgekommen, in welcher Marcus bereits fleißig daran gearbeitet hatte, die Alkoholbestände von der kleinen Zimmerbar zu minimieren.
Meinem debilen Dauergrinsen nach der Balkonszene und dem anschließenden klärenden Gespräch mit Ginny hatte er redlich wenig Beachtung geschenkt, zu sehr waren seine Gedanken zuerst auf den hochwertigen Wodka, später dann auf das neue vollbusige Zimmermädchen fixiert gewesen.
Ich machte mich zuerst daran, die Vorhänge vor der verglasten Fensterseite aufzuziehen. Im Anschluss daran warf ich einen Blick auf mein Handy, nur um eine Sekunde später einen Schock zu bekommen, als ich die Uhrzeit darauf las.
Zu allem Übel kündigte sich auf dem Display die Rufnummer meines Erzeugers an. Ich zog mir meinen nach Alkohol stinkenden Kapuzenpullover über den Kopf, während ich mit einer Hand den Anruf entgegennahm.
„Guten Morgen, Sohn“, brummte die tiefe Stimme meines Samenspenders aus dem Gerät.
„Vater“, antwortete ich verhalten auf seine Worte, da mir bewusst war, dass möglicherweise mir gleich eine seiner üblichen Ansprachen bevorstand.
„Ich hoffe, dass du dir im Klaren bist, dass in weniger als einer Stunde unser jährlicher Wilford Wohltätigkeitsbrunch in unserem Speisesaal stattfindet.“
„Über diese Tatsache bin ich bestens informiert, Vater. Marcus und ich sind bereits fertig geduscht und angezogen.“ Diese Lüge kam mir nach jahrelangem Training lückenlos und souverän über die Lippen. Trotzdem musste ich meine Nase rümpfen, als ich meine zerzausten Haare sowie meine versiffte Jogginghose in dem großen Wandspiegel betrachtet hatte.
„Sehr gut. Und bitte denke daran, Sohn. Das Motto ist „Black tie“, nicht „Black Eye“. So vermeide es bitte tunlichst, dich vor dem Beginn der Veranstaltung noch einmal zu prügeln.“
Bevor ich auch nur etwas vergleichbar Unverschämtes erwidern konnte, hatte Will noch etwas hinzugefügt: „Übrigens vermisse ich eine gewisse rothaarige Concierge an unserer Rezeption und auch das osteuropäische Zimmermädchen aus dem 15. Stock. Falls sie nicht mit durchgeschnittenen Kehlen im Hinterhof liegen, vermute ich, dass sie bei Marcus und dir die Nacht verbracht haben. Ich wäre erfreut, wenn sich die beiden wieder ihrer jeweiligen Arbeit widmen könnten.
Du weißt ja, Jackson. Die Angestellten sind nicht zur Befriedigung eurer sexuellen Bedürfnisse da.“
Mit diesen Worten hatte mein Erzeuger den Anruf wieder beendet.
Ich seufzte und betrat das große Schlafzimmer der Suite.
„Marcus, bist du wach?“ Ich wollte meinem besten Freund die flauschige Bettdecke wegziehen. Von diesem Vorhaben ließ ich aber sogleich ab, nachdem ich registriert hatte, dass mein bester Freund nicht allein in dem großen Bett lag.
Mein bester Kumpel lag oberkörperfrei in dem großen Bett. Neben ihm lagen jeweils auf der einen Seite das neue vollbusige Zimmermädchen mit osteuropäischem Akzent, auf der anderen Seite konnte ich Ritas rote Mähne ausmachen. Sie arbeitete seit ein paar Jahren als Concierge unseres Hotels.
„Was ist denn los, Jax? Was schreist du hier in aller Hergottsfrühe rum?“, Marcus rieb sich über seine Augen und vergrub sogleich das Gesicht wieder in der weißen Bettdecke.
„Der Wilford Wohltätigkeitsbrunch heute. Klingelt da was bei dir?“
„Der Wecker ist auf 9 Uhr gestellt“, brummte Marucs tiefe Morgenstimme aus dem Kissen.
Wütend stemmte ich die Hände in die Hüften und zog meinem besten Freund das flauschige Kissen unter dem Kopf weg.
„Marcus, es ist 10 Uhr. In weniger als einer Stunde beginnt die Veranstaltung.“
Erst bei diesen Worten kam plötzlich Bewegung in meinen besten Freund. Er schob die Hände der zwei jungen Frauen von seiner Hüfte und zog sich seinen dunkelroten Ralph Lauren Bademantel an.
„ Jackson, ich muss deinen Vater wirklich für den ausgezeichneten Service in euren Hotel danken“, merkte er mit einem anzüglichen Grinsen an und bedachte Rita und die Neue mit einem letzten Blick.
Danach zog er mich in den breiten Wohnraum, während sich die zwei Angestellten wohl ihre in der letzten Nacht verlorenen Klamotten wieder anzogen.
„Was bist du denn so miesepetrig, Jax? Schon gestern Abend bist du nach unserem Pokerabend mit Andy und Peter vollkommen nervös gewesen und dann konnten dich nicht einmal Rita oder Anastasia begeistern. Du bist doch sonst nicht so verklemmt und spießig.“
„Und für wen war dann eigentlich der Rosenstrauß, den du irgendwann im Laufe des Abends bestellt hattest? Rita war gestern so enttäuscht, dass ich sie trösten musste… Sie bildet sich seit Monaten ein, dass du auf sie stehst.“
Ich ignorierte seine anzüglichen Bemerkungen während ich in meinem Schrank die Einzelteile meines schwarzen Anzugs für den Brunch zusammensuchte.
Verhalten drehte ich mich zu meinem besten Freund um: „Ich war bei Richard.“
„Was? Dir ist schon bewusst, dass du Hausverbot im Hotel Montréal hast? “, fragte Marcus verblüfft und winkte den zwei Angestellten noch einem mit seinem typischen Aufreißer Grinsen zu, bevor diese die Tür der Hotelzimmersuite hinter sich ins Schloss zogen.
„ Natürlich weiß ich das… Aber ich musste Richard sehen und die Sache mit dem Video klären.“
„Und wie hast du mit ihm reden können?  Ich bezweifle, dass du dich an diesem kleinen französischen Gartenzwerg an der Rezeption vorbei schleichen hast können.“
„ Ich habe mich mit einem Megafon zur Seite von Richards Balkon gestellt.. und nach einer Weile ist dann Ginny, Richards beste Freundin, runtergekommen und hat mit sich reden lassen.“
„Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was dein Problem ist, Alter. Wieso läufst du diesem Flittchen immer noch nach? Du liebst Frauen, die Frauen lieben dich, Jax.“ Abwartend sah mich mein bester Freund an.
Ich zuckte mit den Schultern: „Vielleicht stehe ich nicht nur auf Frauen.“
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