Der Reiter des blauen Drachen

von Deira
GeschichteAbenteuer / P18
Arya Dorn Eragon (Elf) Murtagh Nasuada OC (Own Character)
27.07.2020
07.08.2020
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03.08.2020 1.041
 
Und auch hier geht es weiter mit einem neuen Kapitel. Zum einen braucht der Drache endlich einen Namen. Den wird er bekommen. Und wie wird die Begegnung zwischen Murtagh und Raik weiter verlaufen?

Murtaghs Entscheidung



Murtagh schien noch einen Augenblick zu zögern und dann drehte er sich zu seinem Drachen um. Schweigend stand er da und fast schien es Raik, als würde Murtagh stille Zwiesprache mit dem großen Geschöpf halten. Vielleicht war dem tatsächlich zu. Irgendwie mussten sich Drachen und ihre Reiter schließlich verständigen.

Schließlich nickte Murtagh und wandte sich wieder Raik und dem blauen Drachen zu. „Kommt mit mir! Wir sollten nicht mehr zu lange in der Nähe dieses Dorfes verweilen. Schließlich wollen wir nicht, dass jemand deinen Drachen sieht und dann herumerzählt, dass es ihn gibt. Das würde alles erschweren.“

Er griff Raiks Arm und zog diesen hinter sich her. Raik wollte sich losreißen aber offenbar war er erneut mit einem Zauber belegt worden, der ihn daran hinderte, etwas anderes zu tun als das, was Murtagh von ihm verlangte. Das Gefühl war sehr unangenehm. Es machte ihm Angst, aber er war auch wütend.
„Du wirst mich begleiten. Ich werde noch entscheiden, was mit dir geschehen wird und wohin ich dich letztlich bringe“, sagte der Drachenleiter und schließlich saß Raik, auch wenn er noch immer gegen den Zauber ankämpfte, auf dem Rücken des roten Drachen.
„Dorn wird uns drei tragen und wir sollten die Gegend jetzt wirklich verlassen. Denn Dorn hat Stimmen gehört. Offenbar sind die Menschen in deinem Dorf mutiger als ich gedacht habe. Einige scheinen sich uns zu nähern. Sie müssen von weitem gesehen haben, wo Dorn gelandet ist“, sagte Murtagh und Raik schloss im ersten Augenblick erschrocken die Augen, als der rote Drache sich in die Luft erhob.

Aber dann hörte er Murtagh lachen und öffnete die Augen. Tief unter ihnen sah er einige Lichtpunkte. Offenbar waren die Dorfbewohner mit Fackeln unterwegs um nach dem Drachen zu suchen. Sie zeigten tatsächlich Mut. Murtagh schien damit nicht gerechnet zu haben.
„Die Leute sind nicht halb so versoffen und feige, wie ich es vermutet hatte. Ich dachte, dass einige, die aus dem Gasthof heraus torkelten, nicht mehr in der Lage wären, geradeaus zu gehen ohne sich aus Versehen selber umzubringen.“

Raik spürte, dass der magische Bann, der auf ihm gelegen hatte, verschwand. Offenbar ging Murtagh nicht davon aus, dass er vom Rücken des Drachen in die Tiefe springen würde, um zu entkommen.
Etwas derartiges hatte Raik auch nicht vor, denn sie flogen in einer Höhe, aus der ein Sprung ohne Zweifel seinen sicheren Tod bedeutet hatte.

Es würde möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt eine Möglichkeit zur Flucht geben.

Als Murtagh erneut eine spöttische Bemerkung über die Menschen seines Dorfes machte, hatte Raik genug gehört. Er wusste nicht, woher er seinen Mut nahm, als er den anderen Reiter wütend anfuhr. „Hör auf, so über die Menschen meines Dorfes und meine Familie zu sprechen. Bist du denn besser? Du und dein Dorn haben sie erst in diese Lage gebracht. Ist es dir gleichgültig, ob einer von ihnen bei dem Brand ums Leben kommt? Wer ist dann schlechter? Ein Betrunkener, der aus dem brennenden Gasthaus torkelt oder der, der es angezündet hat?“

Murtagh schwieg einen Augenblick, auch wenn Raik bezweifelte, dass der andere sich seine Worte in irgend einer Form zu Herzen nehmen würde. Wahrscheinlich war ihm seine Meinung sogar vollkommen gleichgültig, denn was kümmerten einen Drachenreiter des Königs schon die Worte eines einfachen Dorfjungen, der irgendwie durch einen Zufall an einen Drachen geraten war?

„Ich glaube, ich nenne dich Doron. Vor Jahren war einmal ein Geschichtenerzähler im Dorf und er erwähnte den Namen, auch wenn ich nicht mehr weiß, ob es eine Geschichte über einen Drachen war. Aber der Name gefällt mir“, dachte Raik und er hob seinen Drachen ein wenig hoch und flüsterte ihm den Namen „Doron“ ins Ohr.

Raik spürte eine Welle der Zustimmung, die offenbar von seinem Drachen ausging. Anscheinend war Doron mit seinem Namen einverstanden.

Murtagh blickte sich um. „Hast du einen Namen für ihn gefunden?“

„Ja, aber der geht dich nichts an“, fuhr Raik den Drachenreiter an und Murtagh seufzte. „Du solltest ein kleines bisschen freundlicher und höflicher sein. Sonst werde ich dich nämlich doch noch zu Galbatorix bringen und von dem, was ich eigentlich vorhabe, abweichen. Dabei wäre letzteres wahrscheinlich besser für dich und käme deinen Wünschen weitaus mehr entgegen.“

Raik glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. Also würde es vielleicht doch nicht zu dem kommen, was er im Augenblick am meisten befürchtete? Er würde doch nicht als ein unfreiwilliger Drachenreiter des Königs enden und irgendwann gezwungen werden, Dörfer abzubrennen?

„Du willst mich nicht zum König bringen?“, fragte er daher. Dieses Mal stellte er seine Frage in einem ruhigen Tonfall und versuchte, nicht zu unverschämt zu klingen. Möglicherweise hing sein gesamtes künftiges Schicksal davon ab, noch dazu war sein Schicksal höchstwahrscheinlich auch das des Drachen und er wollte diesen Kleinen schützen.

„Nein, ich werde dich nicht zum König bringen. Eigentlich müsste ich dies, jedenfalls würde er das von mir erwarten. Aber er weiß nichts von dir und ich habe ihm geschworen, Eragon und Saphira zu ihm zu bringen. Einmal ließ ich die beiden laufen, diese Wahl habe ich nun nicht mehr. Galbatorix ließ mich neue Schwüre ablegen...“, antwortete Murtagh nachdenklich.

Raik begriff nicht, was es mit diesen Schwüren auf sich hatte, aber offenbar schienen sie bedeutsam für den anderen Reiter zu sein.
Der Drachenreiter lächelte und ein Glitzern trat in seine Augen, als er sich erneut zu Raik umdrehte. „Aber er weiß nichts von dir und deinem Drachen. Und meine Schwüre betrafen Eragon und Saphira. Von weiteren Drachen und Reitern, von denen er bislang nichts weiß, war nie die Rede...daher habe ich ein wenig Spielraum.“

Raik nickte schweigend und drückte Doron an sich. Anscheinend war Murtagh dem König nicht so treu ergeben, wie es auf den ersten Blick den Anschein gehabt hatte.
„Und wohin wirst du mich bringen?“, fragte er vorsichtig.

„Ich werde dich in der Nähe der Varden absetzen. Sie müssten sich noch in der Nähe der brennenden Steppen aufhalten und ich werde sie schon finden. Eine Armee lässt sich nicht so leicht übersehen. Die Schlacht liegt noch nicht lange zurück. Dort wird man dich wahrscheinlich willkommen heißen….“, antwortete Murtagh nachdenklich.
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