Der Reiter des blauen Drachen

von Deira
GeschichteAbenteuer / P18
Arya Dorn Eragon (Elf) Murtagh Nasuada OC (Own Character)
27.07.2020
07.08.2020
9
8.283
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01.08.2020 1.078
 
Es gibt auch hier ein neues Kapitel. Ich wünsche euch viel Spaß beim Weiterlesen, falls ihr bei dem heißen Wetter überhaupt Lust dazu habt. Ich schreibe jedenfalls im Augenblick vor allem Abends, wenn es endlich kühl wird. Es werden noch drei oder vier Kapitel folgen, denn die Geschichte wird, wie bereits angekündigt, nicht besonders lang werden.


Der Reiter auf dem roten Drachen



Raik wusste nicht, was den Brand ausgelöst hatte, aber er war sich sicher, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Feuer handelte, das einfach durch die Unachtsamkeit eines der Dorfbewohner entstanden war. Etwas anderes musste dahinter stecken. Etwas weitaus bedrohlicheres.

Eigentlich hätte er jetzt so schnell wie möglich ins Dorf eilen müssen, um zu helfen, den Brand zu löschen, aber er wollte den kleinen Drachen nicht alleine lassen. Auf der anderen Seite würde es auffallen, wenn er als einziger Bewohner nicht half. Es gab immer wieder neugierige Menschen, die solche Dinge sofort registrierten, auch wenn diese sonst nicht allzu viel mitbekamen oder mitbekommen wollten. Aber sobald jemand einen Fehler beging oder eine Pflicht nicht erfüllten waren diese Mitmenschen die ersten, die es bemerkten.

Auch der kleine Drache war offenbar nicht damit einverstanden, dass Raik fortging und ihn alleine ließ. Er umklammerte das Bein des Jungen mit seinen Vorder- und Hinterpfoten und wickelte zusätzlich noch seinen Schwanz um Raiks Knöchel.

„Bleib hier“, schien der Drache zu sagen und schließlich gab Raik nach.

Er hob den Drachen hoch und der Kleine klammerte sich an seinem Oberarm fest. Etwa schien ihm große Angst zu machen und dann sah Raik, was den Kleinen so sehr verängstigte und was oder vielmehr wer wahrscheinlich auch für den Brand im Dorf verantwortlich war.

Ein großer roter Drache flog über ihnen und er stieß ein bedrohliches Fauchen aus das Raik zusammen zucken ließ. Als der Drache zur Landung ansetzte kauerte er sich, den Drachen an sich pressend, hinter einem Busch zusammen, obwohl er wusste, dass er dort, sollte der Drache es tatsächlich auf ihn abgesehen haben, nicht sicher sein würde.

Aber auf die Schnelle gab es für ihn keine Möglichkeit zur Flucht und jetzt stieg tatsächlich jemand vom Rücken des Drachen und ging auf ihn zu.

Er sah, dass der dunkelhaarige Mann, der in eine Rüstung gekleidet war, ein Schwert mit einer roten Klinge zog und der junge Drache gab ein ängstliches Fiepen von sich. Raik drückte den Kleinen noch einmal an sich und spürte auch so etwas wie Wut in sich aufsteigen. Was wollte dieser Fremde von ihm? Hatte sein Drache den Brand im Dorf verursacht? Und warum bedrohte er ihn und vor allem den jungen Drachen mit seinem Schwert?

Sie hatten ihm nichts getan und er wusste, dass er sich und den Kleinen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen würde. Aber er wusste auch, dass diese Mittel begrenzt waren. Gegen einen Drachenreiter, und um einen solchen musste es sich bei dem Fremden handeln, hatte er keine Chance, denn was sollte er ihm entgegen setzen? Mit den Fäusten würde er ihn wohl kaum bekämpfen können. Dennoch würde er es versuchen, wenn ihm keine andere Möglichkeit mehr blieb.

„Lass mich in Ruhe“, sagte er als sich der Reiter näherte. Dieser blieb stehen und steckte sein Schwert fort.
„Nur ein dummer kleiner Bauer, der zufällig zum Drachenreiter wurde. Wegen so einem befindet sich das Land bereits in großen Schwierigkeiten. Eigentlich braucht Alagaesia keinen zweiten von dieser Sorte.“

Die Stimme des Reiters klang belustigt und diese ärgerte Raik noch mehr.

Er trat nun doch näher an Raik heran und zog ihn unsanft auf die Füße. Raik wollte sich zur Wehr setzen, aber er konnte sich plötzlich nicht mehr rühren. Der junge Drache saß fiepend zu seinen Füßen, wurde dann aber wütend und knurrte den Fremden an, ehe er sich an dessen Bein krallte und sich mit seinen Zähnen in der Wade des Mannes verbiss.

Dieser fluchte auf. „Es war ein Fehler, ausgerechnet dort keine Rüstung anzulegen. Aber ich dachte es sei für die Strafaktion an diesen dummen Bauern, die sich geweigert haben, ihre Steuern zu zahlen, nicht notwendig...“

Er bückte sich und zog den Drachen von seinem Bein fort und hielt ihn hoch. Dabei hielt er den Kleinen wohlweislich ein Stück von sich fort.
„Woher stammst du? Eigentlich sollte es dich überhaupt nicht geben. Von dir wusste bisher nicht einmal Galbatorix etwas.“

Zu seiner Überraschung löste sich der Bann, unter dem Raik stand mit einem Mal und der fremde Drachenreiter drückte ihm den Drachen in den Arm. Verwundert sah er den Reiter an, der seinen Helm abnahm und einen nach Raiks Ansicht traurigen Blick auf seinen eigenen Drachen warf.

„So klein war er auch einmal“, murmelte der Reiter und wandte sich dann an Raik. „Also, wie lautet dein Name und woher hast du den Drachen? Er scheint ja zu dir zu gehören.“

Der Mann, der gar nicht so viel älter als Raik war, packte sein Handgelenk und besah sich die Handfläche. Er nickte. „Dachte ich es mir doch. Du bist ein Drachenreiter, auch wenn du mir nicht so aussiehst, als hättest du Ahnung von dem, was gerade geschieht. Also, ich wiederhole meine Frage. Wie lautet dein Name und woher stammt dieser Drache? Und wie lautet sein Name?“

„Raik“, sagte der Reiter des frisch geschlüpften Drachen widerwillig und er fügte hinzu: „Für den Drachen habe ich mir noch keinen Namen ausgesucht. Ich hatte bislang keine Zeit dazu. Ich fand sein Ei in den Bergen...“
Der andere Reiter nickte. „Ich bin Murtagh, Drachenreiter des Königs. Und eigentlich müsste ich dich und deinen Drachen jetzt sofort zu ihm bringen. Ihr würdet ihm dienen, wie ich.“

„Ich weiß nicht, ob ich das will...“, widersprach Raik und Murtagh lächelte verbittert. „Glaubst du, dass du eine Wahl haben würdest, sollte ich mich entscheiden dich mitzunehmen?“

Raik wusste, dass Murtagh mit seinen Worten recht hatte. Er könnte es nicht einmal verhindern, sollte der andere zu dem Entschluss kommen, ihn mit zum König zu nehmen. Aber der andere schien zu zögern und selber nicht genau zu wissen, wie er nun vorgehen sollte. Vielleicht hatte Raik ja eine Chance, nicht in Kürze vor dem König zu stehen und ihm Fragen beantworten zu müssen, für die er selber eigentlich überhaupt keine Antwort hatte.

Er wusste, dass er nicht einem Herrscher dienen wollte, der seinen Drachenreiter aussandte, um ein Dorf anzuzünden, weil keine Steuern gezahlt worden waren. Er befürchtete, dass Galbatorix auch von ihm solche Dinge verlangen würde, sobald sein kleiner, noch namenloser Drache, alt genug war, um ihn auf seinem Rücken zu tragen.
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