Der Reiter des blauen Drachen

von Deira
GeschichteAbenteuer / P18
Arya Dorn Eragon (Elf) Murtagh Nasuada OC (Own Character)
27.07.2020
07.08.2020
9
8.283
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30.07.2020 1.116
 
Ein neues Kapitel. Als neuer Dracheneiter hat man es nicht leicht, vor allem wenn niemand etwas davon erfahren sollte.

Wie soll es weitergehen?



Raik zuckte zusammen als ein Knacken erklang und sich mit einem Mal Risse in dem merkwürdigen Gegenstand, den er noch immer in den Händen hielt, bildeten. Er wusste nicht, was dies bedeutete und was gerade geschah.
Unter anderen Umständen hätte er den Gegenstand fallen lassen und wäre davon gerannt, aber etwas sagte ihm, dass er dies nicht konnte. Er würde es nicht übers Herz bringen, dieses merkwürdige blaue Ding fallen zu lassen.

Dieses Ding….war kein Ding. Es war etwas gänzlich anderes. Etwas, das er noch nie zuvor gesehen hatte aber instinktiv erkannte er mit einem Mal, was geschah. In dem blauen Gegenstand in seinen Händen befand sich ein Lebewesen. Es war ein Ei. Und dieses Lebewesen schlüpfte gerade aus und er fühlte den Wunsch, es zu beschützen.

Das Ei zerbrach in tausend Stücke und Raik hielt einen kleines blaues Wesen in den Händen. Aber noch ehe er sich näher mit dem Kleinen befassen konnte spürte er einen Energiestoß, der von seiner Hand in seinen gesamten Arm ausstrahlte. Er schrie auf und es wurde ihm schwarz vor Augen. Hart schlug Raik auf dem felsigen Boden auf.

Nach einer Weile öffnete Raik die Augen. Sein Rücken tat weh, anscheinend war er auf ein paar kleinere Steine gefallen und sicherlich würde dies einige blaue Flecken hinterlassen. Zumindest schien er sich bei seinem Sturz nichts gebrochen zu haben und die Schmerzen in Hand und Arm waren mittlerweile verschwunden. Er hob seine Hand und sah ein seltsames Mal in seiner Handfläche. Er wusste nicht, was dies bedeutete.

Es sah aus wie eine Brandwunde und er dachte sich, dass ihm dies durch den Energiestoß zugefügt worden war. Dies war geschehen, nachdem dieses Ei auseinanderbrach und er das kleine Geschöpf das erste Mal berührte.

Raik spürte einen Druck an seinen rechten Rippen und dann kletterte etwas auf seine Brust und sah ihn aus großen hellblauen Augen an. Er schluckte schwer. Auf seiner Brust saß ein kleiner dunkelblauer Drache und dann leckte dieses Wesen über sein Gesicht und rollte sich anschließend auf seiner Brust zusammen.

Anscheinend schien er diesen Ort für einen guten Schlafplatz zu halten und Raik wusste nicht, ob er lachen oder sich fürchten sollte.
Aber als er den Drachen näher betrachtete kam er zu dem Schluss, dass an dem kleinen Wesen nichts Furchterregendes war. Im Gegenteil, er hatte das Bedürfnis, den kleinen Drachen zu beschützen, wusste aber nicht so recht, was er nun tun sollte.

Er setzte sich vorsichtig auf um das schlafende kleine Ding nicht zu stören, erhob sich und setzte sich dann wieder auf den Boden, lehnte sich dabei aber mit dem Rücken gegen einen großen Felsen. Der Drache lag nun auf seinem Schoß und begann sich zu räkeln und sah den Jungen dann verwundert an.
Offenbar war er erstaunt, dass er nun an einem anderen Ort war als an dem, an dem er eingeschlafen war. Der verwirrte Blick des Kleinen brachte Raik zum Lächeln und er strich vorsichtig über den Rücken des Drachen.
„Was mache ich jetzt mit dir? Ich kann dich nicht mit nach Hause nehmen. Meine Brüder bringen es fertig und verkaufen dich für ein bisschen Geld, um sich hinterher im Gasthof zu betrinken. Aber ich kann dich auch nicht hier lassen. Du bist noch so klein.“

Raik stand, den kleinen Drachen im Arm haltend, auf. Bald würde es regnen und er wollte vorher nach Hause zurück kehren, auch wenn er noch nicht wusste, wo er den Drachen unterbringen konnte. Im Haus hatte er keine Möglichkeit, den Kleinen zu verstecken da sämtliche Geschwister in einem der beiden Räume schliefen und es keinerlei Rückzugsmöglichkeiten für eines der Familienmitglieder gab.

Er musste sich etwas einfallen lassen und ihm kam eine Idee. Im nahe gelegenen Wald gab es eine recht kleine Höhle. Vielleicht konnte er dem Drachen ja dort vorübergehend eine Unterkunft bereiten und regelmäßig nach ihm sehen. Außerdem musste er sich etwas wegen der Ernährung des Kleinen einfallen lassen. Was fraßen Drachen überhaupt? Er war aus einem Ei geschlüpft und Wesen, die aus Eiern schlüpften, fraßen für gewöhnlich von klein auf Fleisch. Dies war sogar bei Vogelbabys so. Hühner fraßen außerdem Körner, aber der Drache hatte so gar nichts von einem Huhn an sich und instinktiv wusste er, dass der Kleine Körner verschmähen würde.

„Ich werde dir ein wenig Fleisch besorgen. Wenn Vater nicht wieder alles Geld ins Gasthaus getragen hat, dann hat er hoffentlich die Würste gekauft, so, wie Mutter es ihm aufgetragen hat“, sagte er und drückte den Kleinen an sich.

Dieser schien, wohl aufgrund seiner Jugend, sehr müde zu sein. Oder schliefen Drachen immer so viel? Raik wusste schließlich so gut wie gar nichts über Drachen und er befürchtete, dass er vieles erst noch heraus finden musste. Denn das er jetzt die Verantwortung für den Kleinen trug stand für ihn außer Frage.

Aber was bedeutete dies für ihn? War er jetzt so etwas wie ein Drachenreiter? Aber dies war doch nicht wirklich möglich, oder? Die Geschichten über den anderen Drachen, der seit einiger Zeit gegen den König kämpfte, kamen ihm in den Sinn.
Die Vorstellung, sich den König zum Feind zu machen war nicht allzu beruhigend. Würde er Soldaten schicken oder am Ende selber in seinem Tal auftauchen, sollte er erfahren, dass ein Drache geschlüpft war?

Raik erreichte schließlich die kleine Höhle und legte seinen Umhang auf den Boden, ehe er den kleinen Drachen darauf absetzte. „Du wirst hier bleiben. Ich mache mich auf die Suche nach Nahrung. Und dann müssen wir noch über einen Namen für dich nachdenken.“


Es war bereits später Abend als Raik sich aus dem Haus schlich und sich schließlich in der kleinen Höhle zu seinem Drachen gesellte. Er zog eine Wurst unter seiner Kleidung hervor und der Drache schnappte danach und verschlang diese mit wenigen Bissen.
Raik musste lachen, auch wenn die Situation nicht wirklich lustig war. Er fragte sich, wie er den Drachen satt bekommen sollte, wenn dieser älter wurde.

„Sei froh, dass ich dir die Wurst mitbringen konnte. Mutter hat die Einkäufer heute wohlweislich selber erledigt, sonst gäbe es nichts zu essen“, sagte er und der Drache legte den Kopf schief und sah ihn eindringlich an.

Machte der Kleine sich Sorgen um seine mögliche Nahrungszufuhr?

Raik streichelte dem Drachen über den Kopf als ein Feuerschwall über den Himmel schoss. Ängstlich flüchtete der Kleine in seine Arme und Raik beugte sich über seinen Drachen und wollte ihn vor dem, was dort oben geschah, beschützen.

Ein erneuter Feuerschwall glitt über den Himmel und dann hörte er Glocken läuten. Er zuckte zusammen. Im Dorf war offenbar ein Brand ausgebrochen oder vielmehr durch irgendetwas entzündet worden.
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