Der Reiter des blauen Drachen

von Deira
GeschichteAbenteuer / P18
Arya Dorn Eragon (Elf) Murtagh Nasuada OC (Own Character)
27.07.2020
07.08.2020
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8.283
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28.07.2020 1.004
 
Hier geht es mit dem nächsten Kapitel weiter. Ich wünsche euch viel Spaß beim Weiterlesen und vielen Dank für die Reviews und Favo-Einträge und Sternchen, die ihr bisher schon verteilt habt. Ich habe mich sehr darüber gefreut.


Ein seltsamer Fund



Raik wanderte stets, wie meist, allein durch die Hügel der näheren Umgebung. Er legte nicht allzu viel Wert auf die Gegenwart seiner neun Geschwister, von denen vier älter und fünf jünger waren als er selbst. Auch seine Eltern vermisste er nicht sonderlich, auch wenn er sich durchaus recht gut mit seiner Mutter verstand. Sie war gerade mit dem 11. Kind schwanger und sein Vater saß wahrscheinlich in der Taverne des Dorfes, zu dem auch ihr viel zu kleines und armseliges Haus gehörte.

Seine Arbeit als Holzfäller brachte seinem Vater eigentlich genügend Geld ein, zumal Raiks drei ältere Brüder ihm bereits bei der Arbeit halfen. Demnächst würde auch der jetzt sechzehnjährige damit beginnen, die Familie auf diese Weise zu unterstützen.

Eigentlich hätten sie einigermaßen gut über die Runden kommen können, aber leider trug sein Vater einen Großteil des Geldes, das er selbst und seine Söhne nach Hause brachten, in die Taverne. Raiks Brüder hatten das Verhalten des Vaters bereits übernommen und höchstwahrscheinlich saßen sie nun gemeinsam mit ihm vor einem großen Krug Bier.

Manchmal gönnten sie sich auch den, nach ihren eigenen Angaben, schlecht schmeckenden Wein. Auf jeden Fall würden sie höchst wahrscheinlich wieder betrunken nach Hause zurück kehren, sich vor der Haustür übergeben und dann halb bewusstlos ins Bett fallen.

Zumindest verhielten sich die vier Betrunkenen in aller Regel friedlich, wenn sie von ihren abendlichen Trinkgelagen nach Hause zurück kehrten und ließen die jüngeren Kinder in Ruhe schlafen. Dennoch empfand Raik es als nicht sonderlich angenehm am Morgen aufzustehen und seine nach Bier riechenden Verwandten schnarchend in ihren Betten vorzufinden während seine Mutter sich bemühte, die beschmutzte Kleidung zu säubern.

„Wir haben doch gar nicht genügend zu Wechseln“, seufzte sie häufig, während Raik und seine jüngeren Schwestern damit beschäftigt waren, die Wäsche auf eine Leine hinter dem Haus zu hängen.
Seine Mutter hatte einmal traurig vermutet, dass vielleicht ein Fluch auf dem vor etwas fünfzig Jahren gegründeten Dorf lag, der sich auf ihre Familie übertrug. Denn es heiß, dass dort hundert Jahre zuvor einmal eine Schlacht zwischen Drachen und Drachenreitern stattgefunden hatten.

Ein paar Jahrzehnte lang hatten die Menschen der Umgebung den Ort vor den Bergen und Hügeln gemieden, sich dann aber aufgrund des recht fruchtbaren Bodens dennoch dort angesiedelt.

Spuren der einst angeblich stattgefundenen Drachenschlacht, wie Raik das Ereignis nannte, gab es nicht mehr. Wenn es sie jemals gegeben hatte, waren sie bereits lange vor seiner Geburt beseitigt worden, denn auch seine Mutter war bereits in diesem Dorf geboren worden.
Auch sie hatte niemals Überreste von irgendwelchen Drachen gesehen und möglicherweise handelte es sich auch nur um eine alte Legende, in der nicht allzu viel und möglicherweise auch keinerlei Wahrheit steckte.

Dieser Ansicht waren viele der Dorfbewohner bis vor kurzem gewesen, aber seit einiger Zeit gab es Geschichten über einen neuen Drachenreiter, der gegen König Galbatorix kämpfte. Offenbar hatte es in der Nähe der Wüste Hardarac eine große Schlacht gegeben, in der die Truppen des Königs geschlagen wurden.
Auf der einen Seite hatte dieser neue Drachenreiter mit seinem saphirblauen Drachen gestanden. Aber dann war ein roter Drache samt seinem Reiter, der offenbar im Dienst von König Galbatorix stand, aufgetaucht.

Anscheinend hatte es einen Kampf zwischen den beiden Drachen gegeben. Einen Kampf, wie er, der Dorflegende nach, auch einst in dieser Gegend stattgefunden hatte.

Raik gestand sich ein, dass er die beiden Drachen gerne einmal gesehen hätte. Er hatte bereits Geschichten über den Drachen des Königs gehört, aber diese waren meist eher unheimlich gewesen und die Leute sagten, dass es besser war, dem Drachen des Königs nicht zu begegnen.

Der Ruf von König Galbatorix war nicht der Beste. Er verlange hohe Steuern und des öfteren waren bereits Soldaten im Dorf erschienen und hatten einige junge Männer mitgenommen. Der König brauchte neue Soldaten und Raiks Mutter hatte ihre Söhne stets in den Wald geschickt, wenn es mal wieder so weit war.
Auf diese Weise waren sie bislang darum herum gekommen, in die Armee eingezogen zu werden und in den Kampf gegen die Varden geschickt zu werden.

Er war seiner Mutter bereits mehr als einmal dankbar dafür gewesen, dass sie eilig aus dem Dorf nach Hause gehastet war, um ihre Söhne vor der drohenden Gefahr zu warnen. Dass das Leben in der Armee des Königs vor allem für zwangsrekrutierte Soldaten alles andere als leicht war, hatte sich sogar bis in diese abgelegene Gegend bereits herum gesprochen.

Raik hatte nun einen Punkt zwischen Felsen erreicht, an dem er das gesamte Tal, in dem sich sein Dorf befand, überblicken konnte. Der Himmel war an diesem Tag bedeckt und wahrscheinlich würde es später noch regnen. Wahrscheinlich war es besser, so schnell wie möglich nach Hause zu gehen.

Raik, der sich auf den felsigen Boden gesetzt hatte, stand auf. Es wurde empfindlich kühl hier oben. Aber dann brach ein Sonnenstrahl durch die Wolken und fiel genau auf etwas, das nicht weit entfernt von Raik zwischen den Felsen lag.

Er sah, dass dort etwas dunkelblaues lag. War es ein Felsen? Es gab keine dunkelblauen Felsen oder Steine. Er fühlte sich von diesem merkwürdigen Ding angezogen und näherte sich vorsichtig. Schließlich bückte er sich und hob das Ding, das er niemals für einen Stein gehalten hatte auf. Es hatte eine glatte Oberfläche und, kaum sichtbar, schienen sich blaue Adern hindurch zu schlängeln.

Das Ding fühlte sich merkwürdig in seiner Hand an. Kurz fragte er sich, ob es wertvoll war und er dachte bei sich, dass sein Vater und seine Brüder es besser nicht in die Hände bekamen. Wahrscheinlich würden sie es verkaufen und das Geld wieder in der Taverne für Wein und Bier ausgeben. Der Rest der Familie würde nichts davon haben.

Aber der Gedanke, diesen Gegenstand überhaupt zu verkaufen oder wegzugeben widerstrebte ihm mit einem Mal zutiefst und er fragte sich was er da in den Händen hielt.
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