Golden Prison

von sunrise82
GeschichteDrama, Romanze / P18
27.07.2020
29.10.2020
95
96.748
9
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18.10.2020 1.285
 
Eva hört eine ihr fremde Stimme. Liam streicht sanft über ihren Rücken „Ein Sanitäter ist da Peanut… er wird dir helfen, ich lasse dich nicht alleine…versprochen…“, sein leisen Worte beruhigen sie etwas. Leicht löst sie sich von ihm und sieht den Mann an. Er leuchtet ihr mit einer kleinen Lampe in die Augen und stellt ihr einige Fragen, welche sie leicht benommen beantwortet. Es läuft wie ein Film an ihr vorbei, nur das Liam bei ihr ist, bemerkt sie wirklich und gibt ihr Halt. Bei ihm fühlt sie sich sicher, er trägt sie auch nach draussen, wo es bereits dunkel ist. Die Blinklichter des Krankenwagens und der Polizei erhellen die Strasse und das Haus.

Eva hat komplett das Zeitgefühl verloren, gefühlt war sie Tage bei diesem Mistkerl und nicht nur Stunden gefangen. Liam legt sie sanft auf die Trage im Krankenwagen, fasst dann nach ihrer Hand. Sie sieht zu ihm, als er sich zu ihr runterbeugt. Woher der Gedanke kommt weiss sie auch nicht, ihre Gedanken sind einfach zu wirr „Die Nachricht… ich… die ist nicht von mir… Jason… er…“, Liam unterbricht ihr Gestammel, haucht einen federleichten Kuss auf ihre Stirn „Schhh… schon gut Peanut, ich weiss, dass du das nicht geschrieben haben kannst. Deshalb bin ich auch zu deinen Eltern gefahren, ich wusste nicht wo dieser Mistkerl wohnt…und…“

Er atmet tief durch, weiter möchte er nicht reden. Will sich nicht vorstellen, was alles hätte passieren können. Eigentlich ist schon zu viel passiert, was direkt die Wut in ihm hochsteigen lässt. Doch diese verschwindet rasch wieder, als Eva ihn aus müden, aber dennoch liebevollen Augen ansieht „Danke…Liam.“, wie dankbar sie ihm ist, kann sie gar nicht in Worte fassen. Ohne ihn, da hätte Jason, nein daran will sie jetzt gar nicht denken. Fängt direkt an zu zittern, was auch Liam bemerkt. Er nimmt sie so gut es geht in seine Arme „Jetzt bist du in Sicherheit… alles wird gut…“, flüstert er ihr sanft zu. Evas Körper reagiert darauf und sie kann sich wieder beruhigen.

Doch als sie die Stimme ihrer Mutter hört, schreckt sie schon fast hoch „So du kommst jetzt da raus Liam, ich werde mit Evangeline mitfahren. Ich bin ihre Mutter. Du kannst mit James uns folgen.“ Eva krallt sich regelrecht an seine Hand, möchte ihn nicht loslassen. Olivia steigt bereits die kleine Treppe hoch, in den Krankenwagen. Doch der Sanitäter, stellt sich ihr in den Weg. Er hat sofort gemerkt, wie Eva reagiert hat „Entschuldigen sie Mrs., aber in diesem besonderen Fall, ist es besser, wenn ihr Freund mitfährt. Ich bitte sie höflichst wieder auszusteigen. Wir bringen ihre Tochter ins Bellevue Hospital Center, sie können dahin fahren.“

Olivia will schon widersprechen, doch James greift nach ihrem Arm „Komm, wir sind ja auch gleich dort. Wir sollten sie jetzt fahren lassen.“ Evas Mutter sieht nicht erfreut aus, aber sie folgt ihrem Mann. Endlich kann der Sanitäter, die Tür schliessen, Liam sieht ihn dankbar an. Er setzt sich neben die Trage, lässt aber Evas Hand nicht los. Es fühlt sich komisch an, hier mitzufahren, immer wieder sieht er zu Eva. Sie starrt lediglich an die Decke, kein Wundern bei dem was sie heute erlebt hat. Sie wird unter Schock stehen und Liam will sich nicht vorstellen, wie es ihr sonst geht. Ob sie schmerzen hat, oder was in ihr vorgeht.

Die Fahrt kommt ihm viel zu lange vor, auch wenn sie nur ein paar Minuten dauert. Er kann noch bis zur Notaufnahme mitlaufen, dann sieht ihn der Sanitäter entschuldigend an „Tut mir leid, aber hier dürfen sie leider nicht mit rein. Wir passen gut auf ihre Freundin auf und sie wird jetzt gründlich von einem Arzt untersucht. Bitte gehen sie zum Warteraum.“ Alles in Liam sträubt sich dagegen, Eva jetzt alleine zu lassen. Er haucht ihr einen federleichten Kuss auf die Stirn, streicht sanft über ihre Wange „Ich darf nicht mit, aber ich bleibe hier, in diesem Gebäude. Hörst du Peanut, ich bin ganz nah bei dir…“, Eva nickt nur und lässt Liam widerwillig los. Dieser sieht zu, wie sie sie wegschieben. Am liebsten würde er ihnen hinterher, aber er weiss, dass sie ihr nur helfen wollen.

So begibt er sich Richtung Warteraum, nach dem Weg muss er zuerst einmal fragen. James und Olivia sind bereits schon dort, diese hat er bist jetzt komplett verdrängt. Nur Eva war wichtig, mehr nicht. Ein komisches Gefühl macht sich in ihm breit, als er näher zu ihnen tritt. Das erste Mal, kann er sehen das Olivia eine Gefühlsregung zeigt. Ansonsten wirkt sie immer mehr als gefasst und kühl auf ihn. Nett ist sie auch jetzt nicht, aber das sie überhaupt zu Gefühlen fähig ist, das wundert ihn. Die beiden kommen direkt auf ihn zu, James sieht ihn besorgt an „Wie geht es Eva?“ Liam sieht ihn entschuldigend an, seine Stimme ist matt „Ich weiss es nicht, sie wird gerade untersucht. Ich durfte leider nicht mit.“

„Das ist auch recht so, dass du nicht mit darfst. Wenn ich auch nicht mit durfte, als ihre Mutter.“, ihre schnippische Aussage, überhört Liam einfach. Er hat keine Nerven dafür, seine Gedanken sind bei Eva. Doch Olivia gibt keine Ruhe „Wir dulden nicht, dass du ihr Freund bist. Du bist doch nur auf das Geld unserer Tochter aus. Was hast du mit Evangeline angestellt? Kein Wunder ist sie in letzter Zeit so komisch. Dein Einfluss auf sie ist nicht gut und du beschmutzt den guten Ruf unserer Familie…“ James legt seine Hand beruhigend, auf den Arm seiner Frau „Olivia…lass jetzt gut sein…“ Doch sie macht keine Anstalten auf ihn zu hören.

„Wenn das an die Press gelangt, dass Evangeline mit einem wie dir zusammen ist… dann… nein das darf nicht passieren. Ich will das nicht…“ Liams ganzer Körper spannt sich vor lauter Wut an, diese Frau ist unmöglich. Dass sie ihn beleidigt ist ihm völlig egal, nur wie sie mit Eva umgeht nicht „Ruhe!“, dringt seine dunkle Stimme durch den ansonsten leeren Raum. Olivia zuckt erschrocken und überrascht zusammen „Was sind sie nur für eine Mutter? So genannt zu werden, haben sie gar nicht verdient. Ihre Tochter musste heute Schreckliches erleben. Und alles was ihnen wichtig ist… ihr guter Ruf… Verdammt noch mal, wenn ihnen Eva nur ein wenig am Herzen liegt, würden sie sehen, dass sie glücklich mit mir ist. Und das sollte doch für Eltern das wichtigste sein.“

Liam rauft sich durch die Haare „Ich liebe Eva und sie liebt mich, das können sie nicht verhindern. Sie würden sich besser so viele Sorgen um ihre Tochter machen, wie um ihren Ruf.“ Weiter spricht er nicht, denn die Energie verlässt langsam seinen Körper. Das erlebte, hat ihn mitgenommen und jetzt noch mit dieser Frau sich abgeben zu müssen, gibt ihm den Rest. Kraftlos lässt Liam sich auf einen der unbequemen Plastikstühle sinken. Fährt sich mit den Händen übers Gesicht, Sorge frisst ihn von innen regelrecht auf. Er merkt nur, wie sich jemand neben ihm setzt „Danke…danke das du unsere Tochter gerettet hast, auch wenn wir nicht nett zu dir waren.“

James Stimme dringt zu ihm durch, wenigsten Evas Vater scheint noch ein wenig bei Sinnen zu sein. Er klopft ihm kumpelhaft auf die Schulter, was Liam vor Schmerzen zusammenzucken lässt. Ja jetzt wo das Adrenalin nachlässt, spürt er diesen stechenden Schmerz. James sieht ihn besorgt an „Du solltest dich auch untersuchen lassen, hast dich sicher beim Aufbrechen der Türe verletzt.“ Liam winkt nur ab „Geht schon, ich habe schon ganz anderen Schmerz ausgehalten. Ein wenig Eis darauf, dann wird es schon wieder.“ Olivia sieht erstaunt zu den beiden Männern, was Liam alles getan hat, hat sie gar nicht mitbekommen. Dennoch verschränkt sie die Arme vor der Brust, wie ein bockiges Kind, welches man getadelt hat.
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