Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
1
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
09.08.2020 1.608
 
Hallöchen

Nun ein weitere Kapitel.
Leider habe ich eine kleine Schreibblockade und weiß noch nicht genau wie es weiter geht.
Sicher werden noch Rückblenden folgen und ich versuche mehr in Sindarin einzubauen.

Hoffe es gefällt :)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

-Nessa-
Der Winter war schnell eingebrochen und ich ritt mit meinem Hengst über schneebedeckte Felder. Ich suchte nun seit mehreren Wochen nach meinem Ziel, ohne Erfolg. Die Spuren waren gut verwischt worden. Nur eine alte Menschen-Frau, meinte sich erinnern zu können, dass sie eine Elbe, auf die meine Beschreibung passte, vor Jahrzehnten nach Rohan, in die Stadt Aldburg am Fuße des Weißen Gebirges, reiten gesehen hatte. Da ich sonst nicht wusste, wo ich hinsollte, war dies nun mein Ziel. Ich betete zu den Valar, dass die Gruppe, die ich verlassen hatte, mittlerweile gut angekommen war.
Die Reise nach Aldburg war durch den Winter, erschwerlich doch ich kam gegen eines Abends dort an. Die Stadt selbst wirkte auf dem Hügel, wie eine riesige Festung und ich wusste, dass sich hier vor allem die militärischen Streitkräfte Rohans aufhielten. Ich zog meine Kapuze tief ins Gesicht und ritt nun langsam zu den Eingangstoren, die geschlossen waren.
„Wer seid ihr und was wollt ihr hier?“, schrie eine Wache.
„Ich bin eine Reisende und auf der Suche nach einer Elbe namens Elleth. Ihr Haar ist rot wie die Morgensonne und ihre Augen so braun wie das Fell eines Rehkitzes. Habt ihr sie gesehen?“
„Wir sind ein Volk von Menschen. Elben haben hier nichts zu suchen. Verschwindet!“
Ich ergriff die Zügel meines Pferdes fester. Er hatte mir keine genaue Antwort gegeben. Er verheimlichte etwas.
„Das beantwortet nicht meine Frage. Habt ihr sie gesehen?“
Stille. Die Wache war von der Mauer weggegangen.
Ich wartete eine gefühlte Ewigkeit, ehe die Wache und eine weitere Person auftauchten.
„Was wollt ihr von der Elbe?“, sprach die zweite Person.
„Sie warnen und ein Gespräch ersuchen.“
„Wovor warnen?“
So langsam ging mir dieses Katz-und-Maus-Spiel auf die Nerven.
„Warnen vor ihrer eigenen Dummheit. Sie hat etwas losgetreten, was sie selbst nicht einschätzen kann.“
Wieder verstummten die Stimmen. Also wirklich. Menschen waren wirklich anstrengend, aber die Leute aus Rohan übertrafen bei Weitem alle anderen, was ihre Dickköpfigkeit betraf. Hätte ich rein gewollt, hätte ich das schon längst geschafft, so unachtsam wie sie waren.
„Ihr dürft eintreten. Aber müsst Waffen und Pferd bei den Wachen am Eingang lassen“, kam die Stimme von oben.
Genervt stieg ich von meinem Hengst ab und wartete, bis sich die schweren Tore, geräuschvoll öffneten. Als ich einen Blick ins Innere hatte, schaute ich in die Augen von sicher zehn Wachen. Alle hielten ihre Schwerter erhoben und ich hob eine Augenbraue.
„Ich bin alleine“, sagte ich.
Einer der Männer, der nicht das Schwert auf mich hielt, kam auf mich zu. Er überragte alle seiner Mitstreiter um weiten. Sicher über 2 Meter groß wie mir auffiel und ich kam mir klein vor. Von meiner Körpergröße ähnelte ich eher einem Menschen, als einem Elben. Als der Mann also auf mich zukam und von oben herab musterte, musste ich meinen Kopf weit in den Nacken legen. Ich war gerade einmal 1,75m groß. Anders als die anderen, trug er keine Rüstung, sondern eher legere Klamotten und eine Kapuze über den Kopf. Mit einer Handbewegung wurden mir mein Pferd und meine Waffen abgenommen. Ich blieb starr stehen und starrte den Mann an.
„Wer seid ihr?“
„Das sagte ich bereits. Jetzt will ich mit Elleth reden. Wäre sie nicht hier, hättet ihr nicht so reagiert.“
Ein Schmunzeln umzog die Lippen des Fremden.
„Ich denke, eine einzige Frau wird keinen Schaden machen. Ich bringe euch zu ihr“, damit drehte er sich um und ging, mit einer Fackel bewaffnet, los.
Er hatte große Schritte und war schnell unterwegs, was mir jedoch keine Schwierigkeiten machte. Wir gingen zu einem pompösen Gebäude, betraten es aber durch eine Seitentüre, die, wie ich feststellte zu einer geräumigen Wohnung führte. Wahrscheinlich früher einmal die Behausung einer Mätresse, als diese Stadt noch Königssitz Rohans war.
„Oh, du bist wieder zurück? Was gab es denn? Alles in Ordnung?“, hörte ich eine freundliche Stimme, ehe ich sie erblickte. Elleth. Sie sah noch genauso aus, wie vor 700 Jahren. Ihre roten Haare trug sie lang und offen, ihre braunen Augen schienen überrascht zu sein, nur ihre Kleidung war der, der Menschen angepasst.
„Gen suilon (Ich grüße dich) Elleth“, sprach ich und ihre Augen wurden noch größer.
Der Mann, der mich gebracht hatte schien nun auch verwundert zu sein.
„Ihr sprecht Sindarin?“
Nun fand ich, dass es an der Zeit war meine Hüllen fallen zu lassen und zu offenbaren wer ich war. Ich legte meine Hände an meine Kapuze und zog diese über meinen Kopf. Sofort kamen meine braunen Haare hervor und meine silbernen Augen blickten die Elbe an.
„Bereth nín“, hauchte Elleth und verbeugte sich sofort.
Der Mann starrte Elleth und mich nur total verwirrt an.
„Bitte Elleth. Ihr müsst euch nicht vor mir verbeugen. Ich bin nicht mehr eure Königin. Ich bin Niemandes Königin mehr.“
Elleth erhob sich und schaute mich leicht lächelnd an.
„Wieso seid ihr hier und. Was ist mit euch passiert?“
Erst jetzt bemerkte ich, dass ich ja die Narbe noch in meinem Gesicht hatte.
„Eine lange Geschichte. Wärt ihr so gütig und würdet mir eine Unterkunft geben? Die Reise war lange.“
Eilig rannte sie umher und ich musste innerlich schmunzeln, verzog aber keine Miene und behielt meine kühle Fassade aufrecht. Schon früher war sie immer beschäftigt gewesen und langweilte sich bei stillstand. Rasch schürte sie das Feuer im Kamin und deutete mir, mich auf einen der Sessel davor zu setzen und brachte mir etwas zu Essen und Trinken. Der Mann, der mich begleitet hatte, stand mittlerweile mit im Wohnraum, Kapuze immer noch auf und schaute mich finster an.
„Bitte meine Herrin. Wieso seid ihr gekommen? Hat mein Brief euch erreicht?“
Ich trank einen Schluck, nachdem ich meinen Mantel ausgezogen hatte und mich auf den mir bereitgestellten Sessel niedergelassen hatte.
„Ja und nein. Der König hat ihn abgefangen und mir vorgeworfen einen Komplott gegen ihn anzuführen. Der König… es ist schlimmer mit ihm geworden. Er tötet und foltert sein Volk aus purem Wahnsinn heraus. Vor mir hat er da keinen Halt gemacht“, dabei deutete ich auf die Narbe in meinem Gesicht, verschwieg ihr aber lieber die restlichen Narben an meinem Körper.
Elleth keuchte erschrocken auf.
„Er verbannte mich aus seinem Reich. Ich habe euch aufgesucht um euch zu fragen, wieso ihr die Krone wollt. Wieso jetzt? Mit welchem Recht?“
Elleth schien meine Frage etwas aus dem Gleichgewicht zu bringen.
„Weil wir ein Anrecht darauf haben!“, mischte sich der Mann nun ein.
„Nicht!“, rief Elleth, doch er ignorierte sie.
„Wieso Naneth? Wer ist diese Frau? Eine Hure des Königs? Wieso verteidigst du sie? Wieso nennst du sie Herrin?“
„Naneth?“, quiekte ich und schaute nun Elleth an.
„Ja…“, wisperte Elleth und der Mann kam auf sie zu, riss seine Kapuze runter, beugte sich zu ihr herunter und nahm ihre Hände.
„Naneth. Bitte erkläre es mir.“
Als sein Gesicht offenbart wurde, stockte mir der Atem. Er hatte dunkle Haare und rehbraune Augen. Er sah wie mein Sohn aus. „Gwaihir“, hauchte ich und meine Tasse fiel zu Boden. Alles um mich herum schien auf einmal so unwirklich. Wie konnte es sein? Mein Sohn war tot. Und doch stand sein Ebenbild vor mir.
„Meine Herrin“, hörte ich Elleth rufen, die ihren Sohn wegdrückte und dann auf mich zukamen und mich besorgt musterte.
„Wie…“, stammelte ich.
Der Elb war aufgestanden und schien mich ebenfalls zu mustern.
„Meine Herrin, das ist der Grund, wieso ich finde, dass der Thron jemand anderen gehört. Mein Sohn. Milant.“
Ich starrte sie weiter an und die Zahnräder in meinem Kopf begannen zu rattern.
„Und du!“, dabei schaute sie wütend zu ihrem Sohn. „Sprech nie wieder Königin Nessa so an. Sie ist keine Hure! Zolle ihr Respekt. Immerhin ist sie deine Großmutter!“
Nun starrten Milant und ich uns gegenseitig geschockt an.
„Meine Großmutter?“, brachte dieser zuerst hervor.

Nachdem wir uns alle etwas beruhigt hatten, schilderte sie ihrem Sohn und mir die Ereignisse. Als ich ihr bei der Flucht damals half, war sie schwanger gewesen. Sie hatte es niemanden erzählt und gebar das Kind ganz alleine. Die darauf folgenden 500 Jahre war sie durch das gesamte Reich gewandet, bis sie in Rohan eine neue Heimat fand. Ihr Sohn, mein Enkel, hatte hier in den letzten 2 Jahrhunderten einen guten Ruf als Krieger erlangt und der Reiterstaffel Rohans, obwohl er ein Elb war, beigetreten. Ihrem Sohn hatte sie nie von mir erzählt. Nur das nötigste über den Tyrannische Großvater und seinen liebenden Vater. Ich blickte auf meine Hände und war wie versteinert. Ich hatte einen Enkel. Einen Enkel, den ich nicht hatte aufwachsen sehen. Hätte ich es damals gewusst, wäre ich mit ihr gereist.
„Bitte verzeiht mir meine Herrin. Ich habe euch nichts gesagt, da ich wusste, dass ihr mitgekommen wärt. Aber euer Volk hat euch dringender gebraucht als ich oder euer Enkel…“, fing sie an.
„NEIN!“, sprach ich mit gefasster, kühler, starker Stimme. „Ihr habt ihn mir vorenthalten. Ihr wusstet genau, was der Verlust meines Sohnes für mich bedeutete. Ihr hattet noch ein Kind, welches euch an ihn erinnerte. Aber ich hatte nichts mehr! Nur ein Volk, das mich als gefühlskalt betrachtet und einen Ehemann, der mich als Spielzeug sah.“
Ich sprang auf und wanderte zum nächsten Fenster. Ich hatte ihr vertraut. Für sie gebetet und dann jahrelang getrauert um alles, was ich verloren hatte. Eingesperrt in einem kalten Palast, ungeliebt und alleine.
„Meine Herrin“, flüsterte sie nun.
„Ich gehe jetzt zu Bett.“, damit verließ ich den Raum und betrat das Zimmer, welches sie für mich vorbereitet hatte. Ich musste alles erst mal verarbeiten.
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast