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Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
1
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.08.2020 1.392
 
Hallöchen :)
Dieses Kapitel  beinhaltet einen Sichtwechsel, da ja im Kapitel zuvor geklärt wurde, dass sich die Wege nun trennen.
Daher ein kurzes Zwischenkapitel, wie es mit der Gefolgschaft von Nessa weitergeht.

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-Bruinens Sicht-
Sie war meine Königin. Ich hatte ihr geschworen, ihr und dem Meeres-Volk treu ergeben zu sein. So nahm ich die Kette und presste dabei meinen Kiefer stark zusammen. Sie war so tapfer, selbstlos und immer um ihr Volk bemüht. Auch wenn die meisten aus ihrem Volk sie als kalt und unnahbar ansahen, so war sie immer da, wenn es wirklich Probleme gab. Niemand kannte sie so gut wie ihre Dienerin und ich. Ich habe sie empfangen, als sie im Meeres-Reich ankam. Sie zu ihrem Verlobten gebracht und musste zusehen, wie sie Jahrhundert für Jahrhundert trostloser, kühler und in sich gekehrter wurde. Nur wenige hatten sie in ihrer Blütezeit gesehen. Eine junge, fröhliche Elbe. Eine Kämpferin, eine gute Freundin, eine liebende Mutter und eine grandiose Heilerin, die zu einer Ehe gezwungen wurde und dennoch nie den Mut verloren hatte. Doch unser König hatte es geschafft all das Strahlen aus ihr zu ziehen, bis nur noch eine Hülle ihrer selbst übrig war. Ich hatte meinen Schwur dem König gewidmet, aber nach all seinen Taten, konnte ich diese, die er seiner Frau, meiner Königin, angetan hatte, am wenigsten verzeihen. Sie blickte mich nicht an und ich ließ die Kette in meine Tasche gleiten. Es waren Worte des Abschieds und ich wusste, dass sie nicht vorhatte lebend wieder zu kommen. Sie hatte noch etwas vor, aber sah keine Zukunft für sich selbst. Der Beweis lag in meiner Tasche. Diese Kette hatte sie niemals abgenommen. Nicht in den letzten 4000 Jahren, die ich sie kannte. Ich verbeugte mich vor meiner Königin und ging dann zu den anderen Elben. Wir würden jetzt losreiten. Ohne sie.

Der Weg in den Düsterwald war beschwerlich, da der Winter nahte und wir durch das Gebirge mussten. Da wir zum Glück eine kleine Gruppe waren, kamen wir einiger Maßen gut voran. Als die Bäume keine Blätter trugen und die Luft nach Schnee roch, erblickten wir den Rand des Düsterwaldes. Ab hier würde sich alles entscheiden. Der Untergang unserer Gruppe oder das Weiterleben. Ich hatte die Führung übernommen und ritt erhobenen Hauptes in den Wald. Er war noch dunkler als das letzte Mal und ich rief den Elben zu wachsam zu sein, immerhin lauerten hier nicht nur Elben sondern auch riesige Spinnen. Nur die Hufe unserer Pferde erhalten wieder und die Frauen hinter mir schienen ängstlich zu sein. Es war nicht mehr weit bis zum Palast, wie ich wusste und betete, dass wir keine unerwünschte Gäste noch erleben durften.
„AHHHH“, durchbrach die Stille.
Eines der Kinder hatte angefangen zu schreien und ich bemerkte zu spät wieso. Ich hatte mich schon zu früh in Sicherheit gewogen. Eine Spinne sauste auf die Menge zu, Ziel die zwei Kinder bei uns.
„WACHEN! Verteidigt die Schutzlosen!“, brüllte ich und sofort griffen die wenigen Wachen, die mir gefolgt waren zu ihren Klingen.
Auch einige der Frauen ergriffen nun Schwerter und reihten sich um die wehrlosen und die Kinder. Unter den Kämpfern war auch Ivriniel. Ich hatte sie zwar nie kämpfen gesehen, wusste aber, dass die Königin ihr persönlich Unterricht gab. Ivriniel sprang von ihrem Ross und stürzte sich auf den Kopf einer Spinne. Einen Dolch tief in den Kopf dieser Bestie rammend. Ich erkannte den Dolch. Es war einer der Lieblings-Waffen der Königin. Viele der Elben kannten unsere Königin nicht als Kriegerin, denn sie hatte lange keiner Schlacht beigewohnt. Doch sie trainierte, wie ich wusste, fast täglich und war in ihrer Glanzzeit eine unerbittliche Kämpferin. Kein Ork konnte es mit ihr im Kriegen gegen Sauron mit ihr aufnehmen. Aber der König verbat es den Frauen in unserem Reich zu den Waffen zu greifen. Noch einen Fehler, den er begangen hatte, als ich mir Ivriniel so ansah. Sie kämpfte verbissen, schnell und erbarmungslos. Die Handschrift von meiner Herrin. Ich wendete meinen Blick von der Elbe ab und widmete mich einigen Spinnen, die  nun auf mich zu schnellten. Wir hatten sicher an die Dutzend erledigt, doch sie ließen nicht nach. Anscheinend hatten sie erkannt, dass wir nur minder gut besetzt waren. Ich zog gerade mein Schwert aus dem Körper einer dieser Spinnen, als ein Pfeil, hauchscharf an meinem Gesicht vorbeiflog. Ich drehte mich in die Richtung um, aus der er kam, und hörte wie hinter mir eine Spinne zu Boden ging.
"Nehmt eure Waffen runter“, ertönte eine Stimme und ein blonder Elb, mit erhobenem Bogen kam auf uns zu.
Legolas.
Die Spinnen waren weggerannt.
Meine Wachen schauten mich an, doch ich umgriff immer noch mein Schwert.
„Ich sagte Waffen runter, wenn euch euer Leben lieb ist.“
Wütend senkte ich mein Schwert und die Elben hinter mir taten es gleich.
„Nehmt sie gefangen und dann zurück in den Palast!“, rief Legolas.
Wir wurden direkt zum Thronsaal gebracht und ich wurde unsanft auf die Knie gedrängt. Vor mir Thranduil mit seinem verspottendem Gesicht. Ich hasste diesen Mann. Er war kühl und unberechenbar und kaltherzig.
„Wen bringt ihr an mein Sohn?“, fragte er und Legolas antwortete sofort.
„Vater. Diese Elben irrten im Wald umher. Dieser“, dabei deutete er auf mich. „Habe ich als obersten Heeresführer der Meeres-Elben wiedererkannt.“
Jetzt hatte Legolas die volle Aufmerksamkeit seines Sohnes. Mit großen Schritten kam er auf mich zu, beugte sich und musterte mich.
„In der Tat. Was hat der oberste Heeresführer meines Feindes hier zu suchen? Sprecht!“
Ich wollte mich erheben, aber eine Klinge, einer der Wache, wurde sofort an meine Kehle gehalten.
„Ich ersuche eure Hilfe. Wir sind vor unserem König geflohen. Er ist wahnsinnig geworden und hat ohne Grund Unschuldige gefoltert.“
Thranduil hob eine Augenbraue.
„Wieso sollte ich euch Hilfe gewähren? Ihr seid erst vor kurzem in mein Land einmarschiert und wolltet mich und mein Volk niedermetzeln. Und nun habt ihr die Dreistigkeit hier aufzutauchen und solch eine Bitte zu äußern?“, fauchte er mich an. „Ich bin neugierig. Wir kamt ihr auf diese absurde Idee?“
Ich presste meinen Kiefer abermals feste zusammen. Ich konnte diesen aufgeblasenen König nicht leiden. Sicher war er genauso schlimm wie unser König. Aber Königin Nessa sah etwas in ihm, das sonst keiner tat.
„Es war der Befehl unserer Königin“, brachte ich zwischen den Zähnen zusammen.
Thranduil, der schon wieder zu seinem Thron geschritten war, hielt in seiner Bewegung inne.
„Dann ist eure Königin einfältig, wenn sie denkt ich würde euch Schutz gewähren. Diese Frau ist genauso schlimm wie ihr Mann.“
Diese Worte brachten mich zur Weißglut. Niemand verspottete meine Königin. Ich sprang so schnell auf, dass die Wachen keine Chance hatten mich festzuhalten und rannte auf den König zu. Ich wollte ihn einfach schlagen. Doch nur ein paar Zentimeter vor ihm wurde ich doch niedergestreckt.
„Ihr scheint viel von dieser Frau zu halten. Wie kommt es?“
„Ihr irrt euch eure Hoheit. Unsere Königin. Königin Nessa ist nicht so wie der König. Sie hat ein reines Herz und würde ihr Volk niemals leiden lassen. Sie hat uns alle beschützt“, sprach nun Ivriniel, die sich ebenfalls erhoben hatte.
Thranduil schaute nun die Elbe lustlos an.
„Tz. Schmeißt sie hinaus!“, dabei wedelte er mit einer Hand und für ihn schien das Gespräch beendet zu sein.
„WARTET!“, schrie ich, als mich Legolas grob am Arm packte. „Ich soll euch etwas geben!“
Legolas hielt inne und schaute zu seinem Vater.
„In meiner linken Jackentasche.“
Ohne abzuwarten, was Thranduil zu sagen hatte, griff Legolas hinein und zog die Kette hinaus.
„Eine Kette?“, fragte er verwirrt.
„Wie sieht sie aus?“, fragte Thranduil, immer noch den Rücken zu mir gewandt.
„Eine silberne Kette mit einem runden Anhänger. Ein Diamant ist in ihm und er scheint von Ranken umschlungen zu sein. Sagt euch das etwas Vater?“
Thranduil spannte sich an.
„Woher habt ihr das?“
Ich schluckte. Anscheinend hatte meine Königin recht gehabt. Diese Kette bewirkte bei ihm etwas.
„Meine Herrin gab ihn mir und sagte ich soll sie euch geben. Mit folgenden Worten: Ein letzter Gefallen.“
Thranduil drehte sich herum. In seinen Augen wütete ein Sturm und er riss die Kette aus Legolas Hand und begutachtete diese.
„Ein Mond“, nuschelte er und strich über das Amulett.
„Gebt ihnen Gästezimmer, behaltet sie aber im Auge“, wandte er sich seinen Wachen zu.
„Aber Vater. Ihr sagtet eben…“
„Ich WEISS was ich sagte!!! Ich ziehe mich zurück!“ Und damit verschwand er stürmisch.
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