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Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
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04.08.2020 2.016
 
Kurze Zwischeninfo:
Ich bin bei weiteren Nachforschungen auf ein kleines „Problem“ gestoßen. Ich hatte total übersehen, dass es schon einen Elb namens Círdan gab. Ich lasse den Namen jetzt bei, weil ich denke, das auch bei den Elben es mal vorkam, dass Kinder den gleichen Namen hatten.
Es handelt sich aber bei meinem Círdan NICHT um den ältesten Elb, den Fürst der Falas und des Volkes der Falathrim!!!
Ebenso hab ich den obersten Heeresführer Elladan genannt. Natürlich handelt es sich hier auch nicht um den Sohn Elronds. Hier habe ich den Namen in den vorherigen Kapiteln jedoch geändert. Aus Elladan wurde Bruinen.

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Zu meiner großen Erleichterung hielt mein Noch-Ehemann sein Wort und er erlöste die anderen Frauen nach 24 Stunden. Ich hingegen hatte mittlerweile fünf grauenvolle Tage hinter mir. Immer wenn die Wunden anfingen zu heilen, hatte ich weitere Schläge einkassiert und von neuem windete ich mich vor Schmerzen. Meine Lippen waren vom Salzwasser aufgerissen und meine Kehle sehnte sich nach frischem Wasser. Jegliches Zeitgefühl vergessend hing mein Kopf schlaff herunter. Ich hatte keine Kraft mehr. Anscheinend hatte mein Mann auch keinen Spaß mehr daran mich selbst zu foltern, weswegen ab dem dritten Tag eine Wache dies erledigen musste, wobei er mich mit traurigen Augen musterte.
Nun waren die Tage vergangen, meine Strafe fast beendet und ich lebte noch. Die Sonne war gerade untergegangen und die Dämmerung schien über mich.
„Tz. Sie lebt noch“, grunzte mein Ehemann und kniete sich vor mich.
Schlaff wie ich war konnte ich ihn nicht ansehen. Ruppig ergriff er meine Haare um meinen Kopf hochzuheben, damit ich ihn ansah.
„Wieso bist du nicht einfach verreckt? Aber ich halte mein Wort. Ich lasse dich gleich frei“, damit grinste er wie ein Irrer und zückte sein Lieblingsdolch.
„Nur, damit du mir auch nicht fremd gehst, wenn du frei bist.“
Die Schmerzen die ich daraufhin spürte, kamen mir wie ein dumpfes Ziehen vor. Was machte es denn, wenn ich jetzt noch verunstaltet werde?
„Tz. Nicht mal ein Schrei. Bindet sie los. Sie hat jetzt 24 Stunden Zeit abzuhauen!“
Dann ließ er mich ruckartig los und mein Kopf sackte wieder in sich zusammen. Ich spürte noch, wie meine Armen losgemacht wurden und dann fiel ich einfach ins Meer.
Wenn ich so liegen bleiben würde, würde mich das Meer sicher von meinen Qualen erlösen, doch mit meiner letzten Kraft robbte ich mich ans Ufer. Wie lange ich dafür brauchte, konnte ich nicht sagen, aber der Mond schien hell über mir.
„Nín Bereth“, hörte ich ein Flüstern und dann eine Gestalt, die sich neben mich kniete. „Bitte haltet durch.“
Dann wurde ich umgedrehte und starke Arme legten sich sachte um mich.
„Ihr müsst etwas trinken. Was hat er nur mit euch getan.“
„Bruinen“, hauchte ich und dann spürte ich Wasser an meinen Lippen.
Gierig trank ich.
„Ich bringe euch hier weg“, und schon wurde ich hochgehoben.
Durch den Druck auf meinen Rücken musste ich stöhnen.
„Bitte meine Herrin. Ihr müsst nur etwas durchhalten und leise sein.“
„Nicht…“, ich wollte wiedersprechen.
Er sollte mich in Ruhe lassen. Er würde sich nur in Gefahr bringen, doch er ignorierte mich oder hörte mich nicht. So genau konnte ich das nicht sagen. Meine Augen fielen zu und ich lauschte nur den Geräuschen. Bruinen schritt raschen Schrittes über den Sand, bis sich das Geräusch von Sand zu Stein änderte. Er ging immer weiter und mein Orientierungssinn war vollkommen nicht vorhanden. Dann hörte ich Gemurmel. Es waren mehrere andere Personen um uns und ein leichter Fackelschein um mich. Dann ein erstickter Laut.
„Lebt sie?“, das war Ivriniel.
Ihre Stimme erkannte ich unter Tausenden.
"Ja. Noch. Wir müssen sofort los, sonst schaffen wir es nicht über die Grenze.“
„Lasst mich zurück“, murmelte ich.
„Niemals.“
Bruinen übergab mich kurz einer anderen Person, bevor er auf ein Pferd stieg und mich wieder zu sich nahm.
„Das wird weh tun meine Herrin. Aber wir müssen schnellstmöglich von hier weg. Wenn der König nur etwas ahnt, sind wir in großen Schwierigkeiten.“
Er sprach zu mir, obwohl er nicht wusste ob ich es mitbekam, wahrscheinlich nur um sich und mich zu beruhigen. Dann spurtete er sein Pferd an und wir ritten rasch los. Wie er gesagt hatte, tat diese Bewegung an meinem Körper unendlich weh, doch ich versuchte keinen Ton von mir zu geben. Er riskierte sein Leben für mich und ich wollte nicht, dass es umsonst war. Wie lange wir ritten wusste ich nicht, doch nach einiger Zeit, war der salzige Geruch des Meeres nicht mehr da. Wir ritten über Felder und durch Wälder und auch als die Sonne aufging, zügelte niemand der Reiter sein Pferd. Erst am späten Nachmittag wurden sie langsamer.
„Wir werden hier rasten“, verkündete Bruinen.
Sachte stieg er herunter und nahm mich dann.
„Wo ist der Heiler?“, rief er und jemand eilte zu uns.
Während einige andere ein Lager wohl vorbereiteten, wurde ich auf eine weiche Fläche niedergelegt.
„Ihr hättet sie mich früher behandeln lassen sollen“, sprach der Heiler.
„Dann wären wir noch im Gebiet des Königs. Nein. So war es besser.“
„Was…ist das in ihrem Gesicht?“, fragte der Heiler verwirrt und dann spürte ich, wie er sachte die Wunde reinigte.
„Tiefe Schnittwunden über Wange und dem einen Auge. Das Auge kann ich retten, aber es wird eine Narbe bleiben“, murmelte der Heiler über mir und ich spürte wie er anfing alles zu reinigen, Salben und Kräuter zu verteilen und mir irgendwas wirklich schrecklich schmeckende zu trinken gab.
„Trinkt Eure Königin. Damit gehen die Schmerzen.“
Die Tage und Nächte darauf bekam ich nur verschwommen mit. Wir blieben in dem provisorischen Lager, da wir wohl weit genug vom König weg waren, aber keine weitere Reise in meinem Zustand unternehmen wollten. Das erste Mal als ich meine Augen wieder öffnete, erblickte ich Ivriniel neben mir. Sie schlief und die ersten Sonnenstrahlen fingen sich in ihren Haaren. Ein sehr schöner Anblick, wie ich mir eingestehen musste. So friedlich. Ich versuchte mich aufzusetzen, was mir nach einer Ewigkeit auch gelang und lehnte mich dann an einen nahen Baum. Aufstehen würde noch nicht gehen. Mein Rücken schmerzte, als ich den harten Baum an ihm spürte, aber ich wollte nicht mehr liegen. Sachte hob ich eine Hand und erblickte einen Verband um meine Gelenke. Wahrscheinlich hatten die Ketten sich dort in mein Fleisch geschnitten. Ganz sanft strich ich eine Haarsträhne meiner Dienerin aus ihrem Gesicht.
„Mhmm… was?“, nuschelte sie und ihre Augen weiteten sich, als sie mich sah.
„Meine Herrin. Wieso sitzt ihr. Moment. Ihr seid wach. Wartet. Ich rufe den Heiler…“, rasch sprang sie auf und eilte davon.
So hatte ich Zeit meine Umgebung zu begutachten. Ich lag auf einem Bett von Moos, um mich herum waren einige Laken, zu einer Art Zelt aufgebaut und schienen mich vor den Einflüssen der Natur zu schützen. Dennoch konnte ich durch die offengelassene Türe hinausschauen. Wir befanden uns wohl an einem Waldrand, denn um das Zelt herum fingen die Bäume an ihre Blätter zu verlieren, aber es war nicht kühl, sondern von der Morgensonne alles hell erstrahlt und wohlig warm. Ein wunderschöner Tag würde vor ihr liegen. Weiter weg erkannte ich einige Zelte, die aufgebaut waren und worin sicher die anderen Elben hausten. Ich sah, wie drei Elben auf mein Zelt zugeeilt kamen und dann eintraten.
„Nín Bereth“, hauchte Bruinen, bevor er sich hinkniete.
Ivriniel und der andere Elb, welchen ich als jungen, talentierten Heiler wiedererkannte, verbeugten sich.
„Bitte. Ich bin keine Königin mehr. Steht auf.“
Zaghaft hoben sie ihre Köpfe und der Heiler kam zu mir.
„Tut ihnen etwas weh?“
Ich lachte auf und alle um mich herum schien das zu verwundern.
„Ich könnte eher beschreiben was nicht weh tut. Aber ich lebe. Und ihr habt mich gerettet. Ich stehe in euer aller Schuld.“
Stille trat ein und die drei Elben vor mir schienen beschämt zu sein. Dann brach Ivriniel das schweigen.
„Nein meine Herrin. Wir stehen in eurer Schuld. Ihr habt die Strafe auf euch genommen. Ihr habt uns gerettet“, und dann traten der Elbe Tränen aus den Augen.
Eine Reaktion, die ich in unserem Volk nur selten sah.
„Ivriniel“, hauchte ich und öffnete meine Arme.
Sie war für mich mehr als nur eine Dienerin. Ich war bei ihrer Geburt dabei gewesen und hatte sie aufwachsen sehen. Sie war wie eine Tochter, die ich nie hatte. Ohne zu zögern ließ sie sich in meine Arme fallen und ich streichelte ihr sachte den Rücken. Der Heiler schien währenddessen wieder irgendeinen Tee anzurühren und Bruinen starrte mich nur an. Als sich Ivriniel beruhigt hatte und ich verarztet war, sprach ich zu ihm.
„Bruinen. Was ist geschehen? Wieso habt ihr das getan?“
Die beiden Anderen verließen das Zelt und schlossen die Tür, dann setzte er sich neben mich.
„Der König ist immer wahnsinniger geworden. Der Angriff auf die Hallen Thranduils war fast zu viel, aber wir gehorchten ihm. Als er jedoch seine eigenen Männer umbrachte und dann euch dafür bestrafte, ist bei einigen von uns der Faden gerissen. Wir konnten nicht mehr unter so einem Tyrannen leben. Lieber für immer auf der Flucht, als seinen Launen ausgesetzt zu sein.“
Ich bedachte seine Worte und atmete tief ein.
„Wer ist alles mitgekommen?“
„Es sind vor allem viele Frauen. Die, die der König mit euch bestraft hat und die zwei Kinder. Dann noch einige junge Elben, die vom König…. Die die Nacht mit dem König verbracht haben. Der eine Heiler und dann noch einige Wachen, die sich mir angeschlossen haben.“
„Eine Zahl Bruinen.“
„2 Kinder, 15 Frauen und mit mir 8 Männer. Mehr haben sich nicht getraut und eine größere Gruppe wäre auch aufgefallen.“
„Wieso tut ihr so etwas?“, stöhnte ich und rieb meine Schläfe.
Ich hatte Kopfschmerzen.
„Ich würde euch überall hin folgen, Nín Bereth“
Ich schaute den obersten Heeresführer meines Volkes an. Er war immer treu ergeben und hatte jeden Befehl seines Königs befolgt. Und dennoch baute er sich nun für mich gegen ihn auf?!
„Wir können nicht hier bleiben. Auch wenn wir nicht mehr im Gebiet von ihm sind, wird er Söldner schicken um mich zu töten. Und sicher auch jeden der mit mir geflohen ist. Wir brauchen einen sicheren Ort.“
Ich griff gedankenverloren an meinen Hals, wo zu meiner großen Freude noch die Kette hing. Ich umgriff sie und schloss meine Augen. Es gab einen Ort. Es war vielleicht keine gute Idee, aber wenn es klappen würde, wäre mein Gefolge sicher.
„Wir werden hier noch so lange verharren, bis ich gesund bin. Oder zumindest selbst reiten kann. Danach brechen wir Richtung Düsterwald auf.“
Bruinens geschocktes Gesicht verriet alles.
„Aber. Er wird uns niemals empfangen.“
„Doch das wird er.“

Es dauerte fast zwei Wochen, bis ich wieder reiten konnte, obwohl ich dabei noch Schmerzen hatte. Doch viel länger konnten wir nicht mehr warten. Alles war eingepackt und dank Ivriniel hatte ich auch Klamotten, die angemessen waren für eine Reise. Ich schaute zu meinem verbliebenen Volk und atmete schwer. Bruinen würde nicht gefallen, was ich vor hatte, aber darauf konnte ich keine Rücksicht nehmen. Ihre Sicherheit war das wichtigste.
„Wir können aufbrechen meine Herrin“, verkündete er mir.
„Ich muss euch sprechen“, dann deutete ich ihm mir zu folgen und wir gingen einige Meter weit weg.
„Bruinen. Ihr sagt doch, dass ich eure Königin bin.“
„Ja, natürlich!“
„Gut. Dann kommt von mir nun ein letzter Befehl an euch. Nehmt die Elben, reitet in den Düsterwald und bittet Thranduil um Asyl. Bleibt dort. Wohnt dort. Lebt dort. Seit in Sicherheit.“
„Ich verstehe nicht…wieso sagt ihr das?“
Ich hob die Hand um ihn zum Schweigen zu bringen.
„Er wird euch sicherlich nicht freundlich empfangen, aber hiermit wird er eurer Bitte nachkommen“, dann streifte ich die Kette über meinen Kopf und hielt sie ihm hin.
„Zeigt sie ihm und sagt :´Ein letzter Gefallen´. Dann wird alles gut werden.“
Bruinen starrte mich an und schien die Kette nicht nehmen zu wollen.
„Auch wenn das jetzt unhöflich erklingen mag. Aber zeigt sie ihm selbst! Ihr werdet mit kommen!“
„Nein“, antwortete ich ruhig. „Ohne mich werdet ihr dort eine Chance haben und ich muss mich um etwas anderes kümmern. Ihr werdet ohne mich reiten. Und dies ist der letzte Befehl, den ich an euch richte.“
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