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Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
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03.08.2020 1.443
 
Ich wurde in meine Gemächer gesperrt und so wartete ich darauf, dass mein unnützer Mann das ´Fest´ vorbereitete. Leider hatte ich unendliche Magenschmerzen deswegen. Wenn ich bestraft wurde, konnte ich damit leben, aber nicht, wenn andere mit einbezogen wurden. Ich sank auf mein Bett und rieb mir meine Schläfe. Es war einfach viel zu viel passiert in letzter Zeit. Das Widersehen mit den Waldelben, die lange Reise, den Wahnsinn meines Mannes und nun noch die Frau meines verstorbenen Sohn.
Die Tage vergingen und ich wurde weiter in meinen Gemächern gehalten. Auch meine treue Dienerin sah ich nicht und machte mir mittlerweile Sorge, dass ihr etwas passiert war.

Es war mittlerweile wieder Herbst und die Tage wurden kühler und das Meer unruhig.
„Nín Bereth, es wird Zeit“, vernahm ich eine Stimme an meiner Türe und erblickte mehrere Wachen.
Langsam stand ich auf und wurde hinaus geleitet. Hinaus zum Strand, zu einer großen Menschenmenge. Als ich durch sie hindurch trat und sah, was mein Mann vorbereitet hatte, stockte mir der Atem. Ich wusste, dass er verrückt war, aber dass er so etwas tun würde, das hatte ich nicht in meinen schlimmsten Alpträumen ausmalen können. Mitten im Meer, wo das Wasser bis zum Oberschenkel ging, waren mehrere Pfeiler aufgebaut, an dem jeweils eine eiserne Kette hinab hing. So waren insgesamt fünf Paare aufgereiht. Es war ein altes Bestrafungsritual der Meers-Elben und nur den schlimmsten Feinden früher zur Verfügung gestellt worden. Man wurde an den Arme an die Pfeiler gekettet, musste knien und wurde dann ausgepeitscht. Danach für eine Zeit dem Meer überlassen. Das Salzwasser brannte in den Wunden und trocknete einem die Kehle aus und man flehte, dass man einfach ertrinken möge. Doch wenn kein Unwetter hereinbricht und einem lange genug Wasser über das Gesicht spülte, so wurde diese Bitte nicht erfüllt. Genau diese Folter sah ich vor mir und meinen Mann, der eine Peitsche in der Hand hielt. Ich wollte auf ihn losrennen, ihn schlagen, ihn anschreien, doch ich versuchte ruhig zu bleiben.
„Oh meine Gattin“, trällerte er und ich schluckte schwer.
Fünf Paare an Pfeilern. Wen würde er dort hinhängen?
Ich blieb einem Meter vor dem Wasser stehen, immer noch umringt von den Wachen.
„Willst du immer noch nicht beichten, was du vor hast? Beichten, dass du dein Königreich verraten hast? MICH?“, brüllte nun mein Gemahl und stand mittlerweile so nahe bei ihm, dass ich den Geruch von Wein in seinem Atem riechen konnte.
So ruhig wie ich konnte antwortete ich ihm:
„Nín Aran, ich habe weder euch noch unser Volk jemals verraten. Noch trachte ich euch nach eurer Krone.“
„PAH!“, dabei spuckte er mir ins Gesicht.
Alle um uns stehenden waren still. Wie sollten sie auch einschreiten können? Er war ihr König.
„Dich zu heiraten war der größte Fehler meines Lebens. Dein hübsches Anglitz hat mir meine Sinne damals benebelt, weswegen ich einen niemanden zur Frau nahm! Nur gut um Söhne zu gebären warst du, aber nicht um sie zu schützen!“
Meine Augen fixierten weiter meinen Mann und ich bemühte mich keine Reaktion zeigen zu lassen. Würde ich reagieren, würde er nur noch wütender werden.
„Aber gut. Wer nicht hören will. Also lassen wir das Fest beginnen.“
Auf diese Worte hin hörte ich Schreie und Gejammer. Mein Kopf drehte sich und ich erblickte Wachen, wie sie vier Frauen und ein Kind mit sich zogen. Mir wurde mit einem Mal kalt und Bange. Es waren die Ehefrauen und die Tochter, der Elben, die im Düsterwald an meiner Seite waren, in meinem Trupp. Und meine Dienerin Ivriniel.
„Was habt ihr vor?“, fragte ich meinen Mann, den zitternden Ton versuchend zu verbergen.
„Wonach sieht es aus? Diese Frauen“, dabei deutete er auf die Ehefrauen der Krieger „sind Verräterinnen. Ihre Ehemänner haben gemeinsame Sachen mit dem König des Düsterwaldes gemacht. Und daher müssen sie bestraft werden. Ein Elb hat sich sogar seiner Bestrafung entzogen, daher muss auch seine Tochter leiden. Und deine Dienerin, weil sie die Botin der Briefe war und damit mit dir gemeinsame Sache macht, um die Krone zu erhalten.“
Das konnte er doch nicht wirklich machen. Sie waren alle unschuldig! Er hatte die Männer ermordet.
„NEIN!“, schrie ich jetzt.
Ich war immer schweigsam und ließ alles über mich ergehen. Aber dieses Mal war es genug.
„Nein?“, schaute mich mein Mann an. „NEIN?“ DU hast mir nichts zu sagen!“
Meine Blicke suchten die Frauen, welche mich hilfesuchend und flehend anblickten.
„Wenn ich euch alles gestehe, werdet ihr die Frauen und das Kind verschonen?“
Nun lachte mein Mann lauthals.
„Verschonen? Verräter? Niemals! Jede von Ihnen wird mit 20 Peitschenhiebe bestraft und danach 24Stunden dem Meer übergeben.“
Den Frauen entfuhr jeweils ein gedämpftes, erstickter Schock-Schrei.
„Ich werde die Strafe übernehmen“, antwortete ich kühl.
Mein Volk sollte nicht leiden. Wieder lachte mein Mann und zog dann meinen Kopf, an meinen Haaren nach hinten.
„Das wäre dann keine Bestrafung für dich. Aber wir können uns sicher einigen. Du übernimmst jeweils die Hälfte der Schläge und alle von dem Kind, dass dir anscheinend am wichtigsten ist.“
Ich rechnete rasch nach. 60 Hiebe wären es. Das würde ich schaffen.
„Okay…“
„Nicht so schnell“, grinste er mich diabolisch an. „60 Hiebe auf einen Streich und dann die folgenden fünf Tage jeweils nochmal 10. Und die ganze Zeit bleibst du gekettet. Und danach, wenn du gehen kannst und es aus eigener Kraft schaffst, darfst du gehen. Ich verbanne dich aus meinem Königreich. Die Ehe wird geschieden und du verschwindest. Finde ich dich aber innerhalb weiterer 24 Stunden danach noch in meinem Gebiet. So werde ich keine GNADE walten lassen.“
Er betonte das Wort Gnade so, als ob er mir damit einen Gefallen tun würde.
„Einverstanden.“
„KETTET SIE AN!“, brüllte er und sofort wurden die Frauen und ich unsanft ins Meer gezogen.
Das Kind blieb am Strand und wurde von einer Wache feste gehalten.
„Damit es noch amüsanter wird, werde ich mich persönlich um dich kümmern“, hörte ich meinen Mann in mein Ohr hauchen.
Ohne Vorwarnung zerriss er mein Kleid und mein Rücken lag ihm nun vollkommen frei. Mein Blick war zu meinem Volk gerichtet, dass gespannt und ängstlich wirkte. Fast die gesamte Bevölkerung war mittlerweile heran geeilt. Ich blieb stehen, denn vor ihm Knien würde ich nicht. Nicht so lange ich es verhindern konnte. Und dann schnellte die Peitsche das erste Mal nieder. Ein Keuchen kam über meine Lippen, denn er hatte mich überrascht.
„Ach. Die starke Elbe wird weich. Mal sehen wie viele Schläge es braucht um die in die Knie zu zwingen und dir einen Schrei zu entlocken!“
Die Antwort darauf war 25 beim Schrei und 40, bis ich in die Knie ging. Die anderen Frauen waren schon lange fertig und nun schauten sie, alle selbst lädiert, zu mir herüber. Als die 60 Schläge vollbracht wurden, ließ ich meinen Körper und meine Seele es gewähren, in eine tiefe Ohnmacht zu sinken.

Ich wurde von Wasser auf meinem Gesicht geweckt und befahl meinen Augen sich zu öffnen. Es war Dunkel und tiefste Nacht. Kein Stern war am Himmel zu sehen, nur dicke Gewitterwolken. Das Meer um mich herum schien unruhiger zu werden und die erste Welle knallte hart gegen meinen geschundenen Körper. Doch was mich geweckt hatte, war der kühle Regen auf meinem Gesicht und ich öffnete meinen Mund. Wer wusste schon, wann ich wieder etwas zu trinken bekam. Mittlerweile waren nur vereinzelt Wachen am Strand um aufzupassen, dass keiner der Bestraften gerettet wurde.
„Herrin Nessa?“, hörte ich ein leises Geräusch.
„Ivriniel. Geht es euch gut?“, fragte ich, da ich die Stimme sofort erkannte.
„Ja Herrin. Aber ihr hättet nicht unsere Strafe auf euch nehmen müssen.“
Jetzt lachte ich. Diese Situation war zu kurios.
„Doch. Ihr habt nichts Falsches getan. Keiner von euch! „
„Ihr aber auch nicht meine Königin“, ertönte eine andere Stimme.
Nun stimmten auch die anderen zwei Frauen zu.
„Wir kennen die Gerüchte, dass der König unsere Männer getötet hat und ihr sie beschützen wolltet.“
In meiner Kehle bildete sich ein Knoten.
„Ich habe ihn nicht aufhalten können“, begann ich, wurde aber sofort unterbrochen.
„Der König ist wahnsinnig. Niemand kann ihn mehr aufhalten. Ihr habt ihn so viele Jahrhunderte gezügelt gehabt, aber irgendwann ist er einfach Verrückt geworden.“
Ich konnte ihnen nicht widersprechen. Es war wirklich immer schlimmer geworden.
„Meine Herrin. Wenn ihr verbannt werdet, werde ich mitkommen. Mich hält nichts mehr hier“, sprach meine Dienerin.
„NEIN!“, brüllte ich fast und eine erneute Welle entlockte mir einen kleinen Schmerzensschrei.
„Ihr seid hier sicher. Da draußen, alleine. Das würden wir nicht überleben.“
„Hier aber auch nicht“, sagte eine der anderen Frauen.
„Wir sind hier nicht mehr sicher. Uns hält nichts mehr hier. Bitte meine Herrin. Lasst uns mitkommen.“ Doch ich schwieg. Erst musste ich die nächsten Tage überleben.
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