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Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
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27.07.2020 1.498
 
Ich schritt aufgebracht in meiner Zelle hin und her.
Ich wusste nicht, was er vorhatte.
Er hatte mich aber erkannt. Meine Hände waren mittlerweile von den Fesseln gelöst, was mir aber auch nichts brachte. Aus diesen Zellen konnte man nicht fliehen.
„Geht es ihnen gut?“, kam von meiner Tür und ich zuckte erschrocken zusammen.
Legolas stand dort und musterte mich.
„Wie soll es mir denn gehen? Ich habe meine Mission verbockt, bin gefangen und euer Vater weiß wer der Feind ist.“
Legolas lächelte schwach und setzte sich nun vor die Gitter.
„Woher kennt ihr ihn?“
„Wie kommt ihr darauf, dass ich ihn kenne?“
Legolas hob eine Augenbraue und ich setzte mich nun auf die andere Seite der Gitter.
„Die Geschichte ist lange her und nahm kein gutes Ende.“
„Ist das der Grund, wieso ihr uns angreift? Was hat euer König davon?“
Ich seufzte und wusste nicht, wie viel ich erzählen sollte.
„Ich glaube kaum, dass die Beziehung, die ich zu eurem Vater pflegte der Grund für diesen Angriff ist. Dafür liegt sie zu weit in der Vergangenheit und ich bin in den Augen des Königs ein niemand. Und wieso wir angreifen, weiß nur der König selbst.“
Legolas schien mehr fragen zu wollen, schwieg aber.
„Mein Vater wird einen Tausch aushandeln. Ihm sind seine Untertanten wichtig und er will keinen verlieren. Wenn euer König dem zustimmt und ihr euch dann verzieht, wird es kein Krieg geben und ihr seid frei. Aber ich habe keine Ahnung, wieso mein Vater denkt, dass er einem Tausch zustimmen würde.“
Ich schluckte. Thranduil wusste, dass ich die Frau des Königs war und erhoffte sich deswegen einen Tausch.
„Wir werden sehen was passiert.“


Zu meiner Überraschung stimmte Círdan einem Tausch zu. So wurden wir alle wieder gefesselt und folgten Thranduil, auf seinem weißen Hirsch, seinem Sohn und einer kleinen Armee zum Waldrand. Dort stand mein Mann, neben dem Gefangenen und vor seiner Armee.
„Wie ich sehe, habt ihr alle Gefangenen beigebracht Thranduil“, kam es spöttisch von meinem Mann.
Dieser verzog keine Miene und schaute nur herablassend von seiner Position zu ihm.
„Ich meine mich zu erinnern, dass auch in eurem Königshaus ein gewisser Grad an Höflichkeit zum Standard gehörte. Daher KÖNIG Thranduil für euch.“
Mein Mann lachte und verzog gehässig den Mund.
„Ein König ist nicht schwach. Ein König stimmt wegen einem einzigen Elb keinem Tausch zu!“
„Wo ihr es gerade ansprecht. Wo ist der Andere?“
Círdan zuckte mit den Schultern.
„Er musste leider durch einen Fehler meiner Frau sterben.“
Mir lief es kalt den Rücken herunter. Aber Thranduil schien das nicht zu kümmern.
„Da ihr meint, dass der Tausch unausgeglichen ist, wie wäre es mit einer Neuverhandlung? Immerhin hatte ich erwartet, dass ihr mir meine beiden Untertanen wieder gebt. Also gebe ich euch auch nur einen Teil eurer wieder. Entweder die fünf Männer, oder eure Ehefrau.“
Legolas drehte den Kopf schockiert zu mir als er die Worte hörte.
„Ihr seid die KÖNIGIN der Meer-Elben?“
„Ruhig Sohn!“, schrie Thranduil und Legolas schwieg, starrte mich aber weiter geschockt an.
„Das klingt nach einem fairen Tausch.“
Ich runzelte die Stirn und schaute meinen Mann an. Er hatte etwas vor. Er ging zu dem Gefangenen und da bemerkte ich es. Er hatte einen Dolch in der Hand. Doch bevor ich was sagen konnte, hatte er die Kehle auch von diesem Elb durchtrennt.
„KEIN TAUSCH!“, schrie er und hob seine Hand.
Sofort stellten sich einige Bogenschützen auf und hoben ihre Waffen. Thranduil und seine Armee hatten keine Chance zu reagieren, aber sie waren auch nicht das Ziel. Sie zielten auf ihre eigenen Leute. Sofort flog ein Meer aus Pfeilen auf die fünf Elben zu, die mir gefolgt waren. Keiner reagierte schnell genug und hatte den König seinen Plan durchschaut. Keiner außer mir. Ich sprang auf und stellte mich vor den erstbesten Elben und spürte mehrere Pfeile in meinen Rücken jagen. Die anderen Vier wurden mehrmals im Kopf getroffen und vielen Tod um.
„Meine Königin!“, schrie der Elb, den ich gerettet hatte.
Es war der Mann, mit der 8 jährigen Tochter. Ich hatte einen Familienvater gerettet. Mittlerweile hatte sich Thranduils Armee formatiert und nun waren auch seine Bogenschützen bereit. Legolas sprang von seinem Pferd und rannte zu mir, sein Vater musterte dies missbilligend.
„Wieso tut ihr das?“, flüsterte mein Elb mir zu.
Ich lächelte und sank dann auf die Knie, Blut tropfte aus meinem Mund.
„Ihr seid mein Volk. Ich eure Königin. Wenn ich euch nicht schütze, wer dann?“
Legolas stützte mich mittlerweile und schaute mich besorgt an.
„Ihr seid dumm und unvorsichtig.“
Aus dem Augenwinkel sah ich, wie ein Bote zu meinem Mann kam und ihm etwas zuflüsterte.
Danach wand er sich an uns:„Oh. Damit habe ich nicht gerechnet. Meine Gemahlin ruiniert wieder meine Pläne. Rückt sie raus und wir werden abziehen.“
Verwirrt schaute ich über meine Schulter. Was hatte dieser Mistkerl wieder vor? Ich war ihm doch egal gewesen. Die Pfeile hätten auch mich treffen können. Doch der Bote musste ihm etwas gesagt haben, was ihn umstimmte. Thranduil schaute zu mir und seinem Sohn.
„Nehmt sie und verschwindet! Aber der Überlebende, bleibt bei mir“, damit drehte er sein Reittier.
Legolas schien genauso verwirrt zu sein. Doch schon kamen zwei Männer und entrissen mich aus seinen Armen.
„Meine Herrin“, schrie der zurückgelassene Elb.
„Es ist in Ordnung.“
Und dann wurde alles schwarz um mich herum.


Ich wachte erst Tage später wieder auf und hatte hohes Fieber dann. Mein Mann bemühte nicht einmal einen Heiler zu mir, ich sollte von selbst gesund werden. Daher bekam ich von der langen Rückreise auch nicht viel mit.
Als wir in unserer Heimat ankamen, war ich fast wieder ganz gesund, doch mein Ehemann schien mir keine Zeit zum ruhen zu geben. Denn kaum waren wir angekommen, zitierte er mich in seinen Thronsaal. Ich atmete schwer, als ich den Saal kam und schaute mich vorsichtig um. Doch stand er, wütend wie eh und je und schmiss mich allen möglichen Dingen um sich. Das Elben immer beherrscht und emotionslos waren, konnte man von ihm nicht sagen.
„Ihr wolltet mich sprechen“, flüsterte ich beinahe.
Er drehte sich herum und schritt donnernd auf mich zu.
„DU! Du hast es mir verschwiegen. Du willst meinen Thron! Du schmiedest einen Komplott nach dem Anderen!“
Total verwirrt starrte ich ihn an. Er war derjenige gewesen, der sein Volk unverständlicherweise durch das ganze Land gescheucht hatte und dann einfach so abgerückt war und nun unterstellte er mir irgendetwas?!
„Ich verstehe nicht eure Hoheit.“
„DU VERSTEHST NICHT??? Dann helfe ich dir auf die Sprünge. Vor 700 Jahren ist unser Sohn gestorben! Und er hat es zuvor gewagt, mit eurer Hilfe eine Hure zu ehelichen! Und diese Hure beansprucht jetzt MEINEN THRON!“
Ich blinzelte ihn verwirrt an. Dass er über unseren zweiten Sohn sprechen würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Mein Mann hatte es auch bei seinem zweiten Sohn geschafft, diesen in den Tod zu stürzen. Gwaihir war im Vergleich zu seinem älteren Bruder kein Krieger gewesen. Er war sanfter Natur und fuhr eher zur See, als zu einem Schlachtfeld. Ein ruhiges Wesen. Er hatte zu seinem Vater ein gespaletenes Verhältnis und als er sich in eine einfache Elbe verliebte und sie ihm diese Liebe erwiderte, half ich ihnen. Mein Sohn sollte in keiner lieblosen Ehe gefangen sein. Zu meinem Entsetzen hatte sein Vater ihn dazu gedrängt die Orks in unseren Gebieten zu erledigen. Mit einer zu kleinen Armee. Niemand überlebte den Tag. Über den Tod meines Sohnes war ich noch nicht wirklich hinweggekommen. Bei unserem Ersten hatte ich sehr lange gebraucht und da hatte ich noch ein Kind. Unser erster Sohn starb im Kampf gegen Sauron, und hatte damit seinen Vater vor dessen Tod beschützt. Immer wieder wünschte ich mir, er hätte sein eigenes Leben gerettet. Aber nun stand mein Mann wutentbrannt vor mir und faselte etwas von Thron beanspruchen.
„Ich weiß nicht wovon ihr redet.“
„LÜGE! Ihr habt sie befreit und ihr zur Flucht verholfen!“
Dies stimmte allerdings. Als der König erfuhr, dass sein Sohn verheiratet war mit einer einfachen Elbe, hatte er sie eingesperrt und wollte sie für alle Zeit dort vergessen lassen. Aber ich hatte sie befreit. Und sie floh. Ich habe nie wieder etwas von ihr gehört. Nun stürmte er zu einem Stapel Papiere und schmiss einen Brief vor mich hin.
„Ihr habt Kontakt mit ihr!“
Ganz vorsichtig kniete ich mich hin und nahm den Brief vom Boden.
„Meine Königin, ich weiß mich zu melden ist riskant. Aber ich benötige euch. Wir wollen den Thron, das Recht an uns bringen und hoffen auf eure Hilfe.“
Ich war verwirrt. Was sollte das? Wieso wollte sie den Thron?
„Ich muss euch wirklich zeigen, wer von unser die Krone trägt! Ihr untergrabt meine Autorität. Mal sehen ob ihr so stur seid, wenn andere für euch leiden!“
Mein Gesicht wurde kreidebleich.
„W…was meinst ihr?“
Doch ich bekam keine Antwort. Stattdessen traten zwei Wachen in den Saal.
„Bringt meine Frau in ihre Gemächer und passt auf, dass sie nicht entwischt. Immerhin müssen wir doch einiges vorbereiten für das große Fest!“
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