Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
1
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.09.2020 1.522
 
Ich schaute mehr als verwirrt zwischen den Personen vor mir hin und her. Das war nun wirklich ein Scherz oder? Ich war tot, nun lebte ich wieder und anstelle, dass sich alle freuten, fingen sie an zu kämpfen?!
„Bereth nín, ich bin so froh, dass es euch gut geht“, kam von Ivriniel, die in voller Rüstung mir am nächsten stand.
„Danke Ivriniel, aber hier liegt ein Missverständnis vor!“
So langsam machte sich die Reise doch in meinen Knochen bemerkbar, denn ich wurde müde und meine Augen schienen langsam zuzufallen. Aber vorher musste ich dieses Missverständnis noch beheben. Deshalb wandte ich mich von meiner Dienerin ab und trat nun vor meinen Enkel. Er umgriff meine Hand und schaute mich wütend und verletzlich an.
„Naneth Adarenin, ihr sollt hinter mir warten…“
„Das werde ich nicht!“, konterte ich bestimmend.
Für wen hielt er sich eigentlich? ICH war immer noch Königin der Meeres-Elben und seine Großmutter. Und sowieso viel älter und weiser.
„Aber er hat euren tot verursacht. Wir wollen auf euch aufpassen…“
Ich rümpfte, nicht sehr Königinnen-Like, die Nase und verrollte die Augen.
„Wann bin ich denn ein zerbrechliches Püppchen geworden? Und es war nicht Thranduils Schuld, dass ich aus den Hallen geflohen bin. Es war auch nicht seine Schuld, dass ich Orks getroffen habe und es so viele waren.“
„Bereth nín… ich wiederspreche euch nur ungern. Aber es war alles die Schuld von König Thranduil. Hätte er euch mit seinen Taten und Worten nicht verletzt, wärt ihr nicht abgehauen. Und hätte er sein Königreich besser im Griff, wären keine Orks eingefallen“, kam nun von Bruinen und ich dachte ich muss die Männer alle selbst verprügeln. „Ihr seid, nein wart, eine große Kriegerin in den vergangenen Jahrhunderten, doch dieser Kampf hat gezeigt, dass ihr beschützt werden müsst.“
Nun hörte ich hinter mir ein amüsiertes Kichern und drehte meinen Kopf leicht. Thranduil stand wie eine Marmor-Statue stolz im Raum. Rührte sich nicht und sein Gesicht kühl und arrogant wie immer. Dennoch war ich mir sicher, dass dieses Geräusch von ihm gekommen war. Aber ich musste nun erst mal meinem obersten Heeresführer den Kopf waschen.
„Naneth Adarenin. Bruinen hat Recht…“, doch zu mehr kam mein Enkel nicht.
Ich war zwar alt. Hatte lange keinen richtigen Krieg mehr beigewohnt, aber ich war keine zerbrechliche Puppe oder alte Menschen-Frau. Als ob Thranduil wusste, was ich vor hatte, hatte er einen Dolch auf seinen ausgestreckten Händen liegen. Ich streckte meine Hand nach hinten, umgriff den Dolch und sprang dann, in einer Drehbewegung auf Bruinen. Dieser hatte jedoch nicht damit gerechnet und so war der Dolch in nur Millisekunden an seiner Kehle und ich hatte meine andere Hand auf den Griff seines Schwertes gelegt.
„Nennt mich NIE WIEDER zerbrechlich! Oder deutet an, dass ich keine Kriegerin mehr bin. Ich habe so viel mehr gesehen als ihr und kann euch und noch zisch andere Gegner sofort umbringen. Ich sage das euch nur als Elbe, die Erfahrung hat und nicht als eure Königin. Sonst wäre euer Kopf bereits ab!“
Alle waren verstummt als ich auf Bruinen gesprungen war und in den Gesichtern meiner Elben war Verwunderung und blankes Entsetzen zu sehen. Wie gesagt, ich hatte lange nicht wirklich gekämpft und viele sahen mich wohl nicht als Kriegerin. Solange sie diese Gedanken bei sich hielten, konnte ich damit leben, es mir aber ins Gesicht zu werfen, und dann noch von jemand, der mich kämpfen gesehen hatte, war zu viel. Ich senkte die Klinge und bemerkte, dass ich die Haut etwas angeritzt hatte und nun ein feiner Blutsstreifen zu sehen war. Ohne etwas zu sagen, drehte ich mich von Bruinen weg und stellte mich an Thranduils Seite. Dort reichte ich ihm den Dolch wieder und er nickte mir nur zu. In seinen Augen ein funkeln, was auf Belustigung oder Respekt hindeuten konnte. Als ich dies getan hatte, hob ich meine Hand, denn mein Enkel wollte wieder sprechen.
„Ihr werdet NICHTS tun! Ihr werdet alle dieses Zelt verlassen! Ich muss erst etwas mit König Thranduil und seinem Sohn besprechen. Milant. Als der Thron-Erbe und meine Familie, darfst auch du hier bleiben. Aber ich verlange von dir, dass du dich benimmst!“
Die Anwesenden waren alle still geworden und schienen wie kleine Kinder zu sein, mit denen man geschellt hatte.
„SOFORT!“, brachte ich noch raus und verschränkte meine Arme.
Eilig rannten alle, außer Milant heraus. Mittlerweile war ich mehr als nur fertig und wollte nur schlafen. Eine große, kalte Hand legte sich auf meinen Rücken und ich schaute zu Thranduil hoch.
„Geht es euch gut?“
Ich brachte nur ein Nicken hervor, ehe der Elb, der Klamotten besorgen sollte, durch die Tür kam. Von der drückenden Stimmung und was hier gerade passiert war, hatte er natürlich nichts mitbekommen.


-Thranduil-
Ich konnte nicht anders, als sie zu bewundern. Sie hatte sich für mich eingesetzt und ihre eigenen Untergebenen die Leviten gelesen und sogar angegriffen. Ich hatte einfach gespürt, dass sie es nicht auf sich ruhen lassen würde, als zerbrechlich betitelt zu werden. Denn immerhin hatte sie zisch Orks alleine bekämpft und war erst am Schluss selbst gefallen und schlussendlich wieder von den Toten auferstanden. Also alles andere als zerbrechlich! Zu meiner Freude, war sie direkt zu mir gekommen, und ich konnte ihre Wärme wieder spüren. Sie war zu mir, nicht zu Legolas gekommen und mein eiskaltes Herz schien langsam zu schmelzen. Als Nessa und ich uns umgezogen hatten, natürlich habe ich darauf geachtet, dass niemand hinter den Sichtschutz schaute, als sie sich entkleidete, setzten wir uns um einen kleinen Tisch, der in die Mitte des Zeltes getragen wurde, mitsamt 4 Stühlen. Zu meinem Ärger, hatten wir im gesamten Lager keine angemessenen Klamotten für Nessa. Es waren zwar auch Frauen mit gekommen, aber nur normale Wald-Elben, deren Kleidung nichts Königliches an sich hatte und zudem alle zu groß waren für Nessa. Ich hatte auch angeboten, dass sie einer meine Kleider tragen konnte, aber sie hatte mich nur angelacht und gemeint, darin würde sie untergehen. So hatte sie nun ein einfaches grünes Kleid an, das ihr bis zu den Waden ging, obwohl es nur Knielang sein sollte. Nach mehrmaligem Drängen, hatte ich sie überreden können, dass sie wenigstens ein Mantel von mir überzog, der elegant wirkte. Zwar wirkte sie darin wirklich verloren, aber entlockte in mir, was schlimmer war, viele böse Fantasien. Sie, nur damit bekleidet in meinem Arbeitszimmer. Im Schlafzimmer. Oder sonst wo. Nur wir alleine. So saßen wir, Legolas, Milant, Nessa und ich, an dem Tisch. Natürlich war ich am Kopfende und zu meiner rechten mein Sohn. Zu meiner linken Nessa und ihr Enkel mir gegenüber. Den Stuhl von ihr war an meinem herangezogen worden.
„Ich glaube ich fange an. Damit dieses unangenehme Treffen vor rüber ist“, begann Nessa und ich hing an ihren Lippen.
Sie erklärte uns schnell was alles passiert war. Ihr Kampf, das Koma, das Aufwachen und das sie hier nun war und sie kein Krieg wollte. Als sie fertig war schauten wir drei Männer uns an.
„Verzeiht Nessa. Aber ich glaube, wir werden dennoch in den Krieg ziehen. Immerhin haben wir eurem Enkel versprochen, ihn auf den Thron zu heben“, sagte Legolas, was wir alle dachten.
Ich hatte zwar keine Rache mehr nötig, was ihren Tod anging, aber dennoch hatte er sie schlecht behandelt und solange er lebte, würden wir nicht zusammen sein können. Die Ehe war unter Elben heilig und allein, dass wir uns liebten und uns küssten, war eigentlich mehr als verwerflich. Zudem wollte ich zu meinem Wort stehen. Also würden wir in den Krieg ziehen.
„Ich stimme da dem Prinzen zu“, kam von Milant. „ Ich hätte natürlich euch verteidigt und diese Allianz aufgehoben, aber wenn ihr keine Rache an den Wald-Elben wollt, so müssen wir dennoch etwas gegen den Meeres-König unternehmen!“
Nessa sprang auf und der Mantel rutschte ihr von einer Schulter. Ich hätte es als süß betitelt, wenn sie nicht so ein wütendes Gesicht aufgesetzt hätte. Bevor sie sprechen konnte, hatte ich mich erhoben und meine Hand auf ihre freie Schulter gelegt.
„Wir werden ruhen und einen weiteren Tag hier bleiben. Danach werden sie alles Weitere gemeinsam besprechen.“
Legolas verstand meine Worte, verbeugte sich kurz und zog dann Milant mit aus dem Zelt. Nessa war immernoch aufgebracht und kleine Dolchen flogen aus ihren Augen auf mich.
„Ich weiß, dass du kein Krieg willst. Noch nie wolltest. Aber es ist nötig. Und ich werde nicht zulassen, dass du deinen eigentlichen Plan umsetzt.“
Nun weiteten sich ihre Augen.
„Das hast du nicht zu bestimmen Thranduil!“
„Doch habe ich! Immerhin hast du mich um Asyl gebeten und ich werde sicherlich dich nicht nochmal gehen lassen!“
Mein Griff um ihre Schulter wurde fester. Ich konnte sie nicht wieder verlieren. Offensichtlich sah sie etwas in meinen Augen, denn ihr Blick wurde sanfter und dann legte sie eine ihrer Hände auf die meine.
„Hast du die Worte wirklich ernst gemeint?“
Ich nickte. Ich hatte jedes Wort gemeint. Ich liebte sie.
„Bitte versprich mir, dass wir das gemeinsam durchstehen. Ich will nicht zurück gelassen werden. Ich bin nicht zerbrechlich und würde mir nur Sorgen machen.“
Ich beugte mich zu ihr runter und küsste ihren Scheitel.
„Das kann ich dir versprechen.“
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast