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Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
1
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28 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
06.09.2020 2.360
 
Hallöchen

Ich muss gestehen, dass ich etwas unkreativ bei dem Kapitel war und man sicher mehr rausholen könnte, deswegen will ich mich entschuldigen.
Wollte aber es einfach weiter schreiben.
Wann nächste Kapitel kommen ist gerade unklar, da ich ab hier noch nicht weiß, wie es weiter gehen soll.

Dennoch Viel Spaß

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-Nessa-
Die Nachtluft um mich herum war kühl, genau wie bei meinem letzten Ritt. Balrog schien mir anzumerken, dass es wichtig war und gehorchte mir ohne Widerworte und schien nur durch den Wald zu fliegen. Er war ein gutes Pferd. Groß, Stark, Schnell und dennoch wendig. Dennoch wusste ich, dass unerfahrenere Reiter Probleme mit ihm haben würde, aber ich war nicht irgendeine Elbe. Ich hatte schon auf den Rücken von so vielen Pferden gehockt, dass hier das wie ein Zuckerschlecken für mich war. Falls ich das hier überlebte und den Krieg verhindern würde, würde ich Thranduil um diesen Hengst bitten. Ich konnte mir keinen besseren Reise-Gefährten vorstellen.
Meinen Körper drückte ich nah an den Hals des Dämons und die Zügel hielt ich feste umgriffen. Neben etwas Vorrat, hatte ich mich auch komplett ausgerüstet, was an Waffen noch vorhanden war. Zu meiner Überraschung waren meine eigenen Waffen nicht mehr da. Ich hatte erfahren, dass sich mein Enkel mein Pfeil und Bogen genommen hatte und Ivriniel gab er mein Kurzschwert und meine Dolche. Da ich sie in diesen Waffen am besten ausgebildet hatte, fand ich das sehr passend und rechnete es meinem Enkel sehr hoch an, dass er diese Waffen ihr gegeben hatte. Was mich aber dazu veranlasste einfach normale Waffen, die nicht auf mich zugeschnitten waren, zu nehmen. Aber davon viel! Neben zwei Kurzschwertern, die Doppelklingen waren, Bogen und Pfeilen, die ich um meinen Rücken trug, hatte ich auch unzählige Dolche an meinen Oberschenkeln geschnallt und auch ein Langschwert mitgenommen. Darin war ich zwar nicht so gut, aber besser haben als brauchen. Balrog hatte keine Rüstung bekommen, da er sie sich einfach nicht angeschnallt lassen hat. Aber so waren wir auch schneller. Seine Hufe knallten laut auf dem Boden und ich wusste, wenn hier Feinde wären, würden sie uns hören, aber dafür war er so schnell, dass sie nicht wissen würden, wo wir waren. Er sprang ab und zu über einen umgefallen Baumstumpf und umritt mehr als einen Baum nur knapp. Doch das Tempo gefiel mi und ich wollte nur noch schneller werden. Wir würden sicher einige Stunden reiten müssen. Sie hatten einen ganzen Tag Vorsprung und wird würden sicher die ganze Nacht durchreiten müssen und das schnell, auch wenn wir kaum was sahen.
„Balrog, Noro lim (Lauf)“, wisperte ich dem Hengst ins Ohr und er schien zu verstehen und legte noch ein Zahn zu.
Ich kannte diese Wälder von früher, und obwohl er sich verändert hatte, so konnte ich spüren, dass wir uns näherten. Mein Blick richtete sich Richtung Osten. Die Sonne ging noch nicht auf. Ich wollte nicht zu spät kommen. Uns blieb nicht mehr viel Zeit. Der erste Vogel begann zu zwitschern. Eine Nachtigall. Wahrscheinlich einer der ersten, die zwitschert um diese Jahreszeit. Und das hieß für mich, dass die Sonne etwa in 1,5 Stunden aufgehen würde. Verdammt! Wenn man so lange im Wald lebte, hatte man gelernt auf so etwas zu achten. Es würde knapp werden. Es blieb noch kaum Zeit das Lager zu finden, ihnen zu erklären was passiert war, hoffen, dass sie einen nicht für einen rachsüchtigen Geist hielten und dann zu Thranduil zu kommen. Ich spürte, wie Balrog immer langsamer wurde. Ihm verlangte dieser Ritt genauso, wenn nicht sogar mehr, viel ab, wie mir. Zu meiner Freunde erschienen diese nervigen Spinnen nicht. Wahrscheinlich hatte die Armee Thranduils sie verscheucht oder zerstört. Ein Vorteil für mich.
Und dann hörte ich es. Stimmen. Und beim genaueren Hinhören auch Lachen und einige sprachen Sindarin. Ich hatte sie erreicht. Sichtlich erleichtert, drosselte Balrog sein Tempo und schnaufte schwer.
„Das hast du gut gemacht“, flüsterte ich ihm zu und tätschelte seinen Hals.
„Wer ist da?“, hörte ich eine männliche Stimme und sofort raschelten mehrere Rüstungen und ich wusste, ohne hinzusehen, dass sich sicher ein dutzend Elben in Bewegung gesetzt hatten.
Unbeirrt ritt ich langsam weiter. Nun wurde auch der Schein von Fackeln sichtbar und die Elben, die mich bewaffnet empfingen. Dann Stille, als sie mich erblickten. Sie standen wie erstarrt, wie Säulen vor mir. Ich blieb nun auch stehen und schaute in die Menge. Keiner meiner Untertanen war dabei, was mich auch nicht wunderte. Unter den tausenden Elben die Thranduil folgten, waren meine Paar nur ein Witz und ihnen direkt in die Arme zu laufen, wäre einem Wunder geglichen. Wobei ich selbst in den letzten Stunden ein Wunder erlebt hatte.
Ich stieg vom Hengst ab, die Zügel noch in meinen Händen.
„Ich muss zu eurem König. Wo ist er!“, gab ich barsch von mir. Wahrscheinlich würde hier der königliche Ton am besten wirken.
Und das tat er auch. Einige der Elben schienen sich wieder zu fangen.
„Wer seid ihr?“, brachte einer hervor.
„Ihr habt mich so oft gesehen und wisst es nicht? Ich bin die Königin der Meeres-Elben. Nun sagt mir wo ich den König der Wald-Elben antreffe.“
Die Waffen wurden nicht gesenkt.
„Lady Nessa. Königin Nessa. Ist von uns gegangen“, gab ein Anderer von sich.
„Und doch stehe ich hier vor euch. Und wenn ihr mich nicht zu eurem König lasst, damit ich IHM alles erklären kann, wird dies ungemütlich für euch.“
Ich wollte zwar nicht drohen, aber ich hatte keine Zeit, war müde und sehnte mich nach dem einen Mann.
„Männer, was soll diese Unruhe, es wird bald Morgen. Ihr solltet…“, dann erstarb die Stimme und ich erkannte den Elb, der ihnen Befehle gab.
Bruinen.
„Bereth nín“, hauchte er und schaute mich geschockt an. „Ihr seid Tot…“, brachte er weiter von sich.
„Mae govannen (Schön dich zu sehen) Bruinen. Ich lebe. Ich muss mit König Thranduil reden.“
Obwohl er zuvor, wie die Soldaten in einer Schock-Starre war, schien er sich eher zu fassen.
„Woher weiß ich, dass ihr es wirklich seid?“
Genau diese Logik mochte ich an diesem Elb so und hatte ihm seine hohe Position eingebracht. Er wollte ein Problem erst klären, bevor er sich mit ihm genauer auseinander setze. So wollte er erst ein Beweis dafür, dass ich es war und dann darüber nachdenken, wieso ich da war oder wie es möglich war. Ich überlegte kurz.
„Es gibt ein Ereignis, dass ich euch bat zu vergessen. Nur wir zwei wissen davon. Es war vor so vielen Jahren. Kurz nachdem mein Sohn gefallen war. Im März, am Strand… Soll ich weiter fort fahren?“
Bruinen wurde blass und schüttelte den Kopf.
„Ihr seid es. Ihr lebt.“
Ohne eine weitere Reaktion abzuwarten, fiel er auf die Knie und verbeugte sich.
„Bruinen. Ihr müsst nicht…“
„Ich habe euch im Stich gelassen. Ich konnte euch nicht schützen. Und dann habe ich euch für Tot erklärt, obwohl ihr anscheinend noch lebt. Ich habe es nicht verdient an eurer Seite zu sein, zu Leben.“
„BRUINEN!“, rief ich wütend und sogar Balrog scheute etwas auf, bei meiner Stimme. „Ihr habt nichts Falsches getan. Ihr wart mir immer treu und ich werde euch nicht bestrafen, was ihr nicht getan habt! Ich will nur zu dem König. Sonst nichts. Und nun erhebt euch!“
Er gehorchte.
„Ich bringe euch zu ihm. Doch, seine Verfassung… Wir wissen nicht was wir tun sollen.“
Ich nickte wissend. Mir war klar, wie er sich fühlen musste und ich hoffte, wir würden das klären können.

Meine Schritte waren leise, trotz der Rüstung und ich kam am Waldrand an, zu der Stelle, die mir Bruinen gezeigt hatte. Im Camp, hatte ich mein Gesicht mit einem Mantel, von Bruinen verdeckt. Er wollte nicht, dass die Elben unnötig in Panik gerieten. Ich sollte erst mit ihrem König reden. Soweit mich Bruinen begleitete, trug ich ihn. Als er dann ging, gab ich ihn wieder zurück. So stand ich noch im Schatten am Waldrand. Die Sonne ging gerade auf und ich sah den Mann, zu dem ich wollte, etwas seitlich. Gerade genug um einen Blick auf sein Gesicht werfen zu können. Mein Herz schlug schneller. Er sah so atemberaubend aus. Die rote Sonne schenkte ihre ersten Strahlen auf seinen Körper. Er saß dort, einsam auf einem umgestürzten Baum und sein Blick auf seine Hände gerichtet. Ein Engel mit silber-blonden Haaren, die in der Sonne zu brennen schienen. Seine Augen auf etwas in seiner Hand gerichtet. Seine dunkle Rüstung nahm ebenso den Ton der Sonne in sich auf und obwohl es wie ein Meer aus Feuer aussah, war es auch atemberaubend schön. Sein makelloses Gesicht schien wie tausend Diamanten in dem Licht zu glitzern und ich wollte dieses Gesicht berühren. Ganz langsam ging ich weiter. Darauf bedacht kein Geräusch zu machen und trat selbst aus dem dunklen Wald hervor, in die ersten Strahlen des Tages.


-Thranduil-
Dieser Schmerz in meiner Brust ging einfach nicht weg und ich blickte auf ihre Kette. Immer wieder strich ich darüber. Wieso musste ich immer die verlieren, die ich liebte? Dieser Krieg würde hoffentlich Seelenfrieden bringen, wobei ich eher darauf hoffte, zu sterben. Der erste Sonnenstrahl fiel in mein Gesicht und ich wusste, dass wir weiter mussten. Doch ich brauchte noch einen Moment für mich. Ein verabschieden des Waldes, der Frau die in meinen Hallen lag und zu der ich jetzt nicht mehr zurückkonnte, wahrscheinlich nie würde. Das Knacken eines Astes ließ mich aufhorchen. Wahrscheinlich mein Sohn, der mir mitteilen würde, dass wir weiter mussten. Ich hatte zwar kein Auge zubekommen, wie die letzten drei Wochen, aber das musste er nicht wissen. Ich drehte meinen Kopf um ihm zu erklären, dass alles okay war, doch als ich mich drehte stockte mein Atem. Die Valar wollten mir Schmerzen zubereiten. Anstatt meines Sohns befand sich am Waldrand eine Frau. Das rote Licht umhüllte sie und sie schien dadurch zu leuchten. Sie war eine Elbe, trotz ihrer kleinen Größe, was ich anhand ihrer spitzen Ohren erkennen konnte, die durch den seitlichen Zopf, aus braunem Haar, gut sichtbar waren. In ihren Haaren waren einige Muscheln und Perlen eingeflochten. Ihr Outfit war eine glänzende Halb-Rüstung über einem Kleid, welches man öfters bei den Wald-Elben vorfand. Ihre Lippen waren leicht geöffnet und in ihrem Gesicht erschien Verwunderung, Freude und Angst. Doch was mich am meisten fesselte, waren diese Augen. Diese silberne Augen, die wie ein Vollmond in der dunkelsten Nacht leuchteten. Trotz der roten Sonne, strahlten sie silbern. Ich sprang auf und schaute sie weiter an. Sie blieb auch stehen. Mein Herzschlag wurde schneller. Es konnte nicht wahr sein! Welcher böse Zauber war hier in den Gängen? Ich umgriff das Band der Kette fester, bis meine Nägel sich in meine Handfläche bohrten.


-Nessa-
Mein Herz begann schneller zu schlagen, als dieser blöde Ast unter mir knackte und er den Blick zu mir drehte. Wie würde er reagieren. Mich anschreien? Mich umbringen? Doch er reagierte gar nicht. Seine Augen weiteten sich und er schaute mich nur an. Ich wollte was sagen, wusste aber nicht was. Ich hatte den ganzen Weg nur hier sein wollen. Fokussiert auf das Ziel  und den Ritt, dass ich gar nicht über die Worte nachgedacht hatte. Ich hatte zwar die Wachen überreden können, aber das hier war was anderes. Ich liebte ihn und ich hatte die Gerüchte gehört, dass er genauso empfand, doch was, wenn es nicht so war. Ich öffnete meine Lippen, doch es kam kein Wort. Ich blieb wie angewurzelt stehen, er erhob sich. Keiner sagte etwas. Ich hatte Angst. Und doch wollte ich am liebsten in seinen Armen sein. Dann schaute ich herunter und blickte auf seine Hand. Blut tropfte aus seiner Faust und das Blut sickerte an einem Band herunter. Herunter zu einem Amulett. Mein Amulett. Wieso hatte er es? Das konnte doch nur eins bedeuten. Ich hatte mir vorgenommen nicht zu weinen. Doch es war zu spät und ich musste JETZT reagieren. Bevor ich diesen Plan weiter durchdenken konnte, bewegten sich meine Beine von alleine. Tränen kullerten über meine Wange und ich rannte. Ich rannte auf ihn zu. Zu dem Mann, den ich liebte, der wie eine kalte Statue vor mir stand, geküsst von den ersten Morgenstrahlen. Auch wenn er mich wegstoßen würde, würde ich das jetzt genießen. Ohne abzuwarten, sprang ich, sprang ihn an. Da ich so viel kleiner war, musste ich springen.
„Nennûr “, hauchte ich, ehe ich hoch flog. Ich legte meine Arme um seinen Hals und drückte meine Lippen auf die seinen.
Ich betete zu den Valar, dass ich es nicht bereuen würde.
Doch ich bereute es nicht, als ich spürte, wie er sich entspannte und seine Arme um meinen Körper gelegt wurden und er den Kuss so sanft erwiderte, wie ich es mir nie ausmalen konnte.
„Ithildim“, hörte ich unter unserem Kuss ihn wispern und ich konnte die Tränen endgültig nicht halten.
Als sich unsere Lippen lösten, schaute ich ihm das erste Mal in seine eisblauen Augen. Seine Arme waren immer noch um mich geschlungen und er hob mich so hoch, sodass wir fast auf einer Höhe waren.
„Wenn dies ein Traum ist, will ich nicht aufwachen“, raunte er.
Mein Körper drückte sich noch näher an ihn, was eben mit Rüstung ging.
„Nî mîlon echî“, wisperte er weiter und ich wollte was sagen, doch ein riesiger Kloß war in meinem Hals. „Auch wenn dies ein Traum ist. Ich will es dir sagen. Milin cen or gurieb (Ich liebe dich auf ewig). Ich war so ein Narr. Ich habe es nie gemerkt. Goheno nin (Vergib mir) Ithildim.“
„Es gibt nicht zu verziehen“, flüsterte ich genauso leise und er schaute mir tief in die Seele. „Nî mîlon echî. Schon immer. Aber es ist kein Traum. Ich lebe wirklich“, setzte ich an.
Pure Verwirrung sah ich ihm nun an. Er ließ mich runter und wischte mir meine Tränen weg.
„Wie?“
Er hatte mich zwar runter gelassen, doch sein Blick ruhte immer noch auf mir und er hielt mich immer noch fest. Ich wollte darüber nicht jetzt reden, aber wir mussten. Er sah fertig aus und brauchte Ruhe. Vielleicht konnte ich beides kombinieren.
„Lass und ausruhen und reden“, brachte ich hervor und streckte ihm meine Hand aus.
Ich wollte dass er mir folgte und er ergriff sie ohne Zögern.
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