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Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
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03.09.2020 1.701
 
Hallöchen

Ja ich bin wieder schnell im Tippen :D

Hier mal zwei Bilder, wie ich mir die Rüstung etwa vorstelle. Eine Mischung hieraus: https://www.pinterest.de/pin/691654455241800237/ , https://www.pinterest.de/pin/754986325022667705/

Viel Spaß

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Der junge Heiler und die Elbe wollten mich aufhalten, aber mein Wille war stärker. Ich schritt einfach wackelnden Schrittes zu meinem Zimmer. Hier musste noch meine Rüstung liegen. Zwar war sie nicht geschmiedet, wie die des Königs und wenn es wirklich zu einem Kampf kommen würde, wäre ich in meiner ledernen Rüstung eher schlecht geschützt, aber ich hoffte ja, vorher anzukommen und sie aufzuhalten. Da die zwei mich nicht aufhalten konnten, folgten sie mir. Die Blicke, die die übrigen Elben mir zuwarfen, waren alle entgeistert. Keiner hatte wohl damit gerechnet, dass ich überlebt hatte. In meinem Gemächern angekommen setzte ich mich aufs Bett um erst mal diese Fußketten los zu werden.
„Wo ist Ivriniel?“, fragte ich einfach in den Raum rein.
Ich brauchte jemand, der mich half meine Sachen zu packen.
„Sie ist mit den Kriegern geritten. Sie hat die letzten Wochen eifrig trainiert und wollte mitkommen.“
Ich hielt in meiner Bewegung inne. Ich wusste, dass sie eine gute Kämpferin war, aber ich machte mir nun noch größere Sorgen.
„Ich kann euch helfen Lady Nessa“, brachte die junge Elbe vor und ich nickte nur.
„Dann such Essen und meine Rüstung zusammen. Und ein Pferd soll gesattelt werden.“
Rasch eilte sie davon, wohl um meinen Auftrag zu erfüllen.
„Ihr seid zu schwach! Ich kann euch nicht gehen lassen“, redete der Heiler auf mich ein, doch mein Entschluss stand fest.
„Ihr habt da kein Mitsprache Recht“, gab ich nüchtern und kalt von mir.
Schnell ahtte ich den ganzen Schmuck von mir abgemacht und meine Haare zu einem seitlichen Zopf geflechtet. So würde es sich besser reiten lassen. Nur das silberne Gewand trug ich und wartet darauf, dass die Elbe mit neuen Klamotten kam, was sie auch tat.
„Ich habe etwas passendes für euch gefunden. Denn eure Leder-Rüstung wird nicht reichen. Der Schmied hat mir folgendes mitgegeben“, und damit legte sie einige Objekte auf das Bett.
Es war eine dunkelbraune Lederhose und passende Stiefel. Darüber ein Dunkelgrünes Kleid, welches Puffärmel hatte und ab dem Unterarm eng anlag. Zudem hatte es einen hohen Kragen und es reichte bis etwa zu den Knien, wobei es vorne in zwei Teile auseinander ging. Doch das, was mich am meisten überraschte war was sie vom Schmied erhalten hatte. Es war ein Rüstung und auch wieder nicht. Es bestand aus zweiteiligen Handschuhen, die bis zum Ellbogen glitten und aus einem Metall, es wirkte matt und irgendwie eine Mischung aus Schwarz und Silber, je nachdem wie man es ansah. Ich konnte es nicht ganz genau zuordnen. In den Armschonern, waren rankenähnliche Verzierungen eingearbeitet und mehrere grüne Steine und die Handschuhe konnte am einfach darüber streifen. Dieses zweigeteilte ermöglichte mehr Freiheit in der Handbewegung. Das Bruststück glich eher einem Kunstwert. Meine Brüste würden bedeckte werden. Darüber war eine Öffnung und dann ein metallenere Kragen um den Hals und die Schultern. Von den Schultern glitten mehrere Metallstränge die Oberarme herunter, sodass man geschützt war und denn die Arme weit heben konnte und die Metallstränge sich der Bewegung anpassen konnten. In der Höhe, wo man eine Kette tragen würde, war ein weiterer grüner Stein eingelassen und wie ein Carmen-Kragen, waren die Metallstränge verziert. So sah es aus, als ob man über der Rüstung noch ein Kleid trug. Von der Mitte der unteren Brust, an der ebenfalls ein Stein eingearbeitet war, glitten abermals Metallstränge herab, bis zu den Hüften. So war der Bauchbereich eher offen, aber die Seiten auch hier bedeckt. Würde man kein Kleid unter dieser Rüstung tragen, wo würde man an einigen Stellen recht freizügig aussehen. Auf den Hüften konnte man dann noch ein weiteres Rüstungsteil tragen. Es sah wie ein tief gelegener Gürtel aus, der auch hier Stränge hatte, an denen aber nun mehrere Platten aus feingliedrigem Metall herab fielen, wie ein Gehrock ab den Hüften. Zu guter Letzt sah ich noch zwei Metallschienen, welche man Oberschenkeln befestigte und man dort mehrere Dolche aufbewahren konnte und Beinschoner, die ebenfalls dieses filigrane Muster aufwiesen. Es war auf jeden Fall mehr als eine Lederrüstung und dennoch weniger als eine volle Rüstung der Elben.
„Wo habt ihr das her?“, fragte ich verwirrt.
„Der Schmied… Also… er meinte, er habe dies schon lange in seiner Kammer. Sein Vorgänger meinte, es habe immer gehofft, ihr würdet es eines Tages tragen. Natürlich würde er Änderungen vornehmen, aber dafür habt ihr wohl keine Zeit.“
Das erklärte so einiges. Die Arbeit wirkte aus vergessenen Tagen und auch, dass es von der Größe her zu passen schien, wunderte mich. Denn immerhin war ich kleiner als viele Elben. Doch nun machte es Sinn. Ich hatte vor all den Jahren mal nach einer Rüstung gebeten, die mich beschützte, aber dennoch so wendig war, wie, wenn man ohne kämpfte. Diese schien alles in sich zu vereinen.
„Helft mir beim anziehen“, befahl ich der Elbe und sofort eilte sie zu mir um das silberne Gewand aufzuknöpfen.
Der junge Heiler war mittlerweile bis an die Ohrenspitzen rot, stotterte etwas und verließ den Raum. Um ehrlich zu sein, hatte ich ihn beim Anblick dieser atemberaubenden Rüstung, komplett vergessen. Als ich die Rüstung überstriff bekam ich Gänsehaut. Sie schien wie angegossen zu passen. An keiner stellte musste sie geändert werden und als ich mich im Spiegel betrachtete stockte mit der Atem. Ich sah wirklich wie eine Kriegerin aus und meine silbernen Augen schienen die Rüstung nur noch mehr hervorzuheben. So konnte ich mich auf den Weg machen.
Als ich dann noch eine kleine Tasche mit Essen und Trinken erhielt, machte ich mich auf zu den Stallungen. Die Nachricht, von meiner Wiederbelebung, mein Auferstehen von den Toten, war mittlerweile durch die gesamten Hallen geströmt und so sah ich hunderte Elben, welche mich dort empfingen.
„Bereth nín“, hörte ich mehrere Elben wispern. Meine Elben.
Ich schaute mich um und musste schmunzeln, als ich das kleine Elben-Kind erkannte, welches ich vor den Peitschen-Hieben bewahrt hatte. Ich kniete mich zu dem Mädchen.
„Ist dein Vater auch mi tgeritten?“, fragte ich und sie nickte. „Ich werde alles tun um sie wieder heile zurück zu holen“, versprach ich.
Dann stand ich wieder auf und schaute mich zu all den anderen Elben um. Zu meiner Überraschung stand ein gesatteltes Pferd schon bereit.
„Lady Nessa. Wir haben leider nur noch dieses Pferd, das wir ihnen geben können. Aber es ist… ungezähmt.“
Meine Finger fuhren über die Nüstern und es wieherte freudig. Es war der schwarze Hengst von jener Nacht.
„Er wird mir gute Dienst leisten“, verkündete ich und schwang mich sofort auf ihn.
Als ob er mich erkennen würde, tippelte er auf der Stelle.
„Lady Nessa, die Truppen werden sicher nicht den Weg über das Gebirge nehmen. Eher den längeren Weg am Fluss entlang. Wobei, sie sind heute Morgen erst losgeritten. Sie werden sicher gerade erst die Grenze aus dem Wald erreicht haben. Wenn überhaupt.“
Ich nickte dem Elb, der mir diesen Hinweis gegeben hatte zu. Waren sie noch im Wald, dann wusste Círdan vielleicht noch nichts von dem bevorstehenden Krieg und ich konnte sie einfach nach Hause leiten.
Nach Hause. Wann war dieser Ort wieder mein Zuhause geworden?
Bevor ich was sagte, wurden die Tore geöffnet. Ich kannte den Weg und dieses Mal würde ich den Hengst führen. Nicht umgekehrt.


-Legolas-
Wir waren seit dem Morgengrauen nun schon unterwegs und noch immer im Wald. Mein Vater wollte die erste Nacht noch in seinem Reich verbringen und so bauten wir, nachdem die Sonne schon untergegangen war, ein schnelles. Provisorisches Lager auf. Der Wald war groß und in diesen Teil des Waldes kamen wir nur selten. Dieser erste Teil der Reise war noch der einfachste. Sobald wir dieses Land verlassen würde, würde unsere Absicht auf Krieg offen sein und dann würden es auch die Meeres-Elben zu hören bekommen. Sie konnten sich also gut genug vorbereiten, denn der Weg zu ihnen war noch weit. Es war alles sehr einfach und sogar mein Vater verzichtete darauf, sein Zelt aufbauen zu lassen, was sehr unüblich für ihn war. Ich beendete meine Patrouille und wollte mir einen Ort zum Ruhen suchen, als ich ihn erblickte. Er saß einsam auf einem Baumstumpf und betrachtete etwas in seinen Händen. Seine Rüstung immer noch an. Sogar von weitem konnte ich die Kette erkennen, welche er liebevoll streichelte. Es war Nessas Kette. Ich nahm all meinen Mut zusammen und setzte mich schweigend neben ihn. Wir beide teilten nur selten unsere Gefühle miteinander und ich war, bis vor Nessas Auftreten, der Überzeugung gewesen, dass er kein Herz mehr besaß. Keiner sagte etwas von uns und das mussten wir auch nicht. Denn wir hatten beide einen liebenden Menschen verloren. Ich war mir meiner Gefühle zu Nessa erst nicht bewusst gewesen, aber als ich sie tot da sehen sah, war es, als ob mir jemand meinen sicheren Hafen genommen hatte. Die Person, die einen in den Arm nahm, wenn man sich verletzte hatte und einem beruhigende Worte zuflüsterte, das alles gut werden würde. Die Person, der man sein Leid bekundete und die einem mit Rat und Tat zur Seite stand. Ich wusste, als sie lebte, noch nicht, was dies alles bedeutet, doch nun sah ich es klar. Nessa hatte in meinem Herzen wie Rolle einer Mutter übernommen. Eine Mutter, die ich nicht hatte und wohl auch nicht mehr haben werde, nachdem sie mich, uns, auch verlassen hatte.
„Mein Sohn“, sprach mein Vater und ich konnte die Trauer in der Stimme hören. „Wenn du jemals die wahre Liebe finden würdest und ich dir verbieten würde, sie zu wählen. Dann bring mich um.“
Ich zuckte zusammen. Woher kamen diese Worte?
„Adar. Wieso sagt ihr so etwas?“
Seine Schultern strafften sich und er hob seinen Kopf.
„Ich habe deine Mutter geliebt und ich bereue es nicht sie geheiratet zu haben und dich bekommen zu haben. Aber… Nessa hätte so viel Kummer erspart worden, wenn ich mich gegen meinen Vater gelehnt hätte.“
Dann schwieg er und ich wusste, es würden keine weiteren Worte von seinen Lippen kommen.
„Ihr müsst euch ausruhen. Wir alle. Morgen werden wir den Düsterwald verlassen“, mit diesen Worten stieg ich auf und ließ ihn alleine.
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