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Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
1
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28 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.09.2020 1.701
 
Hallöchen
Sorry das es wieder so lange dauerte, aber irgendwie sind meine Gedanken ganz wo anders.
Ich entschuldige mich auch dafür, dass irgendwie dauernd rumgebrüllt wird... *hehe*
Eigentlich sollte ich die Geschichte "Stichwunden und Brüllen" nennen...

Viel Spaß

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-Legolas-
Ich starrte der nassen Nessa hinterher und ein Kloß bildete sich in meinem Hals. Erst vor Kurzem hatte sie mir gebeichtet, dass mein Vater und sie eine Beziehung hatten. Dass sie sich kannten. Und jetzt hatte ich sie erwischt, wie sie aus dem Bad herauskam, in dem sich mein Vater befand. Meine Gefühle veränderten sich und wurden zu Zorn und Wut. Mein eigener Vater hielt mir Predigten, dass ich mich von ihr fern halten sollte und selbst badete er mit ihr. Meine Schritte wurden eiliger. Ich wollte ihn zur Rede stellen. So ging das nicht weiter. Es musste etwas geschehen! Ich trat beinahe die Tür ein und schrie sofort.
„ADAR!“
Dann erblickte ich ihn. Er lag entspannt auf einer der Liegen im Wasser, sein Oberkörper gegen die Wand und seine Arme auf den Beckenrand gelehnt. Überrascht drehte er seinen Kopf zu mir und prompt bildeten sich bei ihm Zornesfalten auf der Stirn. Er wollte sprechen, aber ich war zu wütend, als dass ich es ihm gewähren lassen würde und schrie beinahe.
„Wie könnt ihr mir eine Standpauke halten und selbst ein Bad mit Lady Nessa genießen?“
Meine Hände waren zu Fäusten geballt. Ich fühlte mich irgendwie verraten.
„Wie ich schon zu Lady Nessa sagte und auch nun dir. Dies ist MEINE PRIVATE ZEIT! Ich verbiete es dir mich hier zu stören. Nun geh!“, dabei wedelte er mit der Hand.
Wie immer war das Gespräch beendet. Er brachte mich so zur Weißglut.
„Nein Adar. Ich werde diesmal nicht gehen. Ich weiß, dass Nessa und ihr eine Beziehung früher pflegtet. Sie hat mir davon erzählt. Wieso seid ihr so kühl zu ihr nun?“
Er stand auf und kam zu mir. Aus Respekt wendete ich meinen Blick weg, bis er sich etwas angezogen hatte.
„Die Beziehung die ich zu dieser Meeres-Elbe hege, geht dich nichts an Sohn.“
„Sie ist keine Meeres-Elbe. Sie kommt von hier. Nein, sie ist mit euch aufgewachsen und nicht mal eine Wald-Elbe. Sie ist so viel mehr…“
„Sie hat sich für diesen Mann entschieden und damit ist sie eine Meeres-Elbe!“
„Adar. Was ist passiert, dass ihr so denkt? Nessa ist eine beeindruckende Elbe und scheint sich nur um alle anderen zu kümmern und nicht um sich selbst. Ich kann mir nicht vorstellen was sie…“
„Sie war egoistisch und ist gegangen. Mehr musst du nicht wissen!“
„Sie egoistisch? Adar. Denkt darüber nach. Wenn sie mit euch baden war, dann habt ihr all ihre Narben und Wunden gesehen. Sie ist sicherlich die unegoistisches Person die ich kenne. Sie würde sich eher selbst einer Gefahr aussetzen, als jemanden weh zu tun, der ihr was bedeutet.“
„Dann habe ich ihr nie etwas bedeutet.“
Ich wollte nachhaken, doch merkte wie mein Vater mit seinen Gedanken wo anders mittlerweile war.


-Thranduil-
-Rückblick-
Ich eilte durch die Gänge auf der Suche nach ihr. Mein Vater hatte mir so eben von ihrer Entscheidung berichtet und ich konnte es nicht verstehen. Wieso hatte sie mir nichts gesagt? Ich war wütend und verletzt zugleich. Ich dachte wir hätten eine dieser seltenen Freundschaften, die ein Leben lang hielt und in der man keine Geheimnisse hatte. Jeder der Wald-Elben trat zur Seite, als ich durch die Flure eilte. Man sah mir meine Wut wohl an. Ich war kein kühler oder griesgrämiger Elb. Ich war vielleicht distanziert, was man als Prinz auch sein sollte, aber dennoch immer fröhlich. Als ich die junge Elben-Prinzessin gefunden hatte und sie meinen Antrag annahm, dachte ich, ich sei der glücklichste Elb auf dieser Welt. Ich hatte treue Untertanen, einen Vater der gut regierte, eine Frau die ich liebte und eine beste Freundin. Doch nun schien dieses utopische Bild in sich zu zerbröckeln. Meine Schritte wurden eiliger und ich knallte die hölzerne Tür zu den Zimmern von Nessa auf.
„NESSA!“, brüllte ich und entdeckte die kleine Elbe direkt.
Sie stand über eine Tasche, die auf ihrem Bett lag, gebeugt und verstaute gerade ein Kleid. Von meinem Gebrüll völlig unbeeindruckt faltete sie einfach ruhig weiter. Mit ein paar Schritten trat ich neben sie und entriss ihr das Kleid, welches ich zu Boden beförderte. Endlich hob sie ihren Kopf und ihre silbernen Augen blickten mich an. Konnte ich etwas wie Traurigkeit darin lesen?
„Was wünscht ihr, mein Prinz?“
Ich schluckte schwer. Sie nannte mich wirklich selten so. Normalerweise, wenn wir unter uns waren, war sie lockerer und nicht so höflich und steif. Etwas stimmte nicht.
„Wieso hast du mir nichts gesagt? Wieso wusste ich nichts von deinen Gefühlen für diesen König?“
Sie hob eine Augenbraue, als ob sie etwas überraschte, aber dieser Blick verschwand rasch wieder von ihrem Gesicht.
„Ihr habt doch am Ball selbst erwähnt, dass da was laufen könnte. Immerhin habe ich mit ihm getanzt.“
Ich fuhr mir genervt durch die Haare. Ja sie hatte mit ihm getanzt und ich sie aufgezogen, aber ich dachte nicht…
„Das erklärt nicht wieso du mir nichts davon erzählt hast.“
Nun seufzte sie schwer und setzte sich dann auf ihr Bett. Sie wirkte in sich zusammengesunken und so gar nicht wie die fröhlich, freche Elbe, die ich kannte.
„Mein Prinz. Ihr wart wegen eurer eigenen Verlobung so erfreut, dass ich es nicht schaffte euch mitzuteilen, dass auch ich mein… Glück gefunden habe.“
Sie wirkte alles andere als glücklich. Bevor ich etwas sagen konnte stand sie nun auf und ging zu einer Kommode. Ich konnte es nicht glauben. Sie war selbst verlobt. Wollte den Meeres-König heiraten und morgen abreisen.
Es kam so plötzlich.
Meine eigene Hochzeit wäre in ein paar Wochen. Direkt nach der Verlobung hatten wir Einladungen durch das ganze Land senden lassen. Als heute Morgen wieder ein Bote zurück kam, dachte ich es sei eine Zusage, aber es war ein Brief für Nessa gewesen. Mein Vater hatte ihn mir gezeigt. Darin stand, dass der Meeres-König sie sofort bei sich haben wollte um ihre Hochzeit zu planen. Das hieß dann aber, dass sie nicht bei meiner Hochzeit dabei sein konnte, denn sie würde es zeitlich nicht schaffen, zu dem Meeres-Volk zu reiten und wieder zurück, bevor ich heiraten würde. Ich würde an dem wichtigsten Tag meines Lebens, meines bisherigen Lebens, ohne die Elbe sein, die mir am meisten bedeutete.
„Bleib bis zu meiner Hochzeit“, flüsterte ich, als sie eine Schublade öffnete.
„Ich kann nicht mein Prinz. Der König. Mein Verlobter wünscht mich zu sehen. Würdest ihr nicht auch sofort los eilen, wenn eure Prinzessin euch zu sehen wünscht?!“
Es war keine Frage. Eigentlich eher eine Aussage, wo sie recht hatte. Wäre die Situation anders herum, würde ich auch los eilen. Aber dennoch. Ich wollte sie nicht gehen lassen. Ich würde sie nur noch so selten sehen. Sie war so weit weg. Mein Leben ohne sie hatte ich mir nie ausgemalt. Aber es war nur logisch, dass sie als Frau zu ihrem Mann ging. Wieso kam mir diese Erkenntnis erst jetzt? Sie drehte sich zu mir um und hielt den Haar-Schmuck in den Händen, den ich ihr am Ball gegeben hatte.
„Euer Vater wird den Schmuck sicher wiederwollen, deswegen gebe ich ihn euch.“
Ich wollte schreien und ablehnen. Er stand ihr so gut. Ich hatte ihn speziell für sie anfertigen lassen, wobei sie dies nicht wusste. Widerwillig nahm ich ihn entgegen. Und damit auch irgendwie das letzte, was uns verband und mich hier hielt.

Als sie am nächsten Morgen abreiste, war ich nicht zu den Ställen gegangen. Es schmerzte mich zu sehr ihr auf Wiedersehen, nein es war sogar beinahe wie ein Lebewohl, zu sagen. Stattdessen stand ich an einem Fenster und schaute, wie sie auf ihrem schwarzen Hengst davon ritt. Den Blick kein einziges Mal zurückdrehend.

-Gegenwart-
Meinen Sohn, welcher neben mir stand, hatte ich komplett vergessen, so heftig waren diese Erinnerungen an die Vergangenheit. Seit Nessa wieder da war, kamen sie immer wieder. Dieser Abschied war einer der schwersten meines ganzen Lebens gewesen. Denn er war so endgültig, ohne dass der Tod seine Finger mit im Spiel hatte. Ich hatte natürlich ihr geschrieben und für das Hochzeitsgeschenk gedankt und wollte zu ihrer Hochzeit kommen, aber wie ich später erfuhr, hatten sie in einem kleinen Kreis nur geheiratet, ohne Freunde. Auch sendete ich zahllose Briefe, von denen kein einziger jemals beantwortet wurde. Sie hatte mich verlassen, aus ihrem Leben verdrängt. Und nach den ersten zehn Jahren, schrieb ich auch nicht mehr jeden Monat, sondern eher alle zwei Monate. Nach 100 Jahren dann nur noch ein paarmal im Jahr. Zu wichtigen Ereignissen. Irgendwann hörte ich ganz auf und meine Frau versuchte die Lücke in meinem Herzen zu füllen, was ihr auch nach der Geburt Legolas gelang. Zum größten Teil. Den Rest der Lücke füllte ich mit Kälte.
„Adar. Wie könnt ihr so etwas sagen?“
Ich war wieder in der Realität angekommen und starrte meinen Sohn an. Ja, er hatte die Lücke gut gefüllt, aber nach dem Tod seiner Mutter war das Loch wieder aufgerissen und niemand konnte es nun stopfen. Und nun stand dieser Elb, mein eigen Fleisch und Blut, vor mir und belehrte mich, wie ich mit einer Frau, einer Elbe umgehen sollte, die mir so viel Kummer bereitete.
„Sohn. Lass es gut sein…“
„Nein. Diese Kette, die ihr erhalten habt, war von ihr! Ich habe mit dem alten Goldschmied geredet. Er erinnerte sich noch genau daran. Nessa und ihr teilt eine Beziehung, eine Vergangenheit die keiner von uns versteht. Wieso wollt ihr so etwas wegschmeißen? Sie ist hier. Ihr könnt mit ihr reden und die Dinge klären, die euch beide belasten. Und danach könnt ihr sie freigeben. Freigeben für ihr eigenes Glück. Denn sie ist nicht glücklich wie es ist…“
Es reichte mir. Wie wagte es mein Sohn so mit mir zu reden? Nessa war der Feind! Das musste ich mir immer wieder selbst sagen!
„Da ihr so tiefe Gefühle für diese Verräterin habt, wieso nehmt ihr sie nicht und geht?“, brüllte ich, schärfer als ich wollte.
Ich wollte ihn nicht wegstoßen. Aber ich war so wütend.
„Wie ihr wollt Adar. Dann gehe ich und nehme sie mit mir!“
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