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Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
1
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28 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.08.2020 2.197
 
Hallöchen
Heute hab ich es geschafft etwas zu tippen und eine Rückblende, die ich schon lange geschrieben hatte, einzubauen.

Bis nächste Woche wird wohl kein Kapitel kommen, da ich ab Morgen weg bin. Wenn ich es schaffe, dann kommt heute Nacht/Morgen früh ein Kapitel, aber kann nichts versprechen.
Viel Spaß

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-Thranduil-
Genervt betrat ich den Stall und reichte einem Elb meinen Hirsch. Ich hatte heute kein Bedürfnis mich um ihn zu kümmern. Zwar würde der Elb, der heute Stalldienst hat, nicht gerade glücklich sein, da mein Reittier nicht gerade der zahmste war, aber ich brauchte einfach Erholung. Die Patrouille hatte sich heute als ein Ab metzeln von einer kleinen Ork-Gruppe herausgestellt und daher war ich mehr als nur verstimmt. Eiligen Schrittes ging ich in meine Gemächer und freute mich jetzt schon auf die warme Quelle, in die ich gleich steigen sollte. Ab und zu gönnte ich mir eine Auszeit und dort gelang es mir am besten. Wenn ich dort war, wurde ich nie gestört. Eine Stunde Ruhe und Frieden. Rasch entledigte ich mich meiner Rüstung und wusste, dass sie sofort abgeholt und gereinigt werden würde, wenn ich den Raum verließ. Ich zog mir nur eine einfache Leinenhose und einen einfachen Gehrock über und machte mich dann auf den Weg zur Therme. Dorthin nickte ich einigen Elben zu und klärte noch ein paar Probleme. Als ich die dicke Eichentür erblickte, die zum Bad führte, musste ich lächeln. Gleich würde ich Ruhe haben. Schon vorab knöpfte ich meinen Gehrock auf und betrat dann den Raum. Der Dampf schlug mir ins Gesicht und ich trat einfach weiter hinein. Immerhin hatte ich heute reserviert und keiner würde hier sein. Als sich der Dampf etwas legte blieb ich stehen. Mitten im Becken tauchte gerade eine Person auf. Ich war wütend, denn immerhin war das heute mein Tag. Doch bevor ich was sagen konnte, bemerkte ich die Striemen auf dem Rücken der Person. Viele, tiefe Narben. Ich schluckte und meine Augen verfolgten jede einzelne Narbe an dem schmalen Rücken. Sofort wusste ich, wen ich vor mir hatte. Nessa. Legolas hatte mir von ihren Wunden erzählt, ich wollte es aber nicht wahr haben. Doch nun sah ich sie. So eine schöne Elbe verunstaltet. Ich starrte sie noch ein klein wenig länger an. Doch das schien sich nicht zu gehören, weswegen ich mich räusperte.
„Was macht ihr hier?“, fragte ich und sah, wie sich Nessa erschrocken umdrehte.
Das Wasser um sie herum wirbelte auf und einzelne Wassertropfen perlten ihrem Körper herab wie flüssige Seide. Es war wirklich ein atemberaubender Anblick. Zu meinem Entsetzen schien sie sich nicht zu genieren und versteckte sich nicht im Wasser. Vielmehr konnte ich ihren Oberkörper, bis hin zu ihrem Bauchnabel begutachten. Wobei ich die Haare, die ihre Brüste verdeckten, nervig fand. Ihre Augen strahlten mich an und ich war gefangen von dem silbernen Ton, der zum milchigen Wasser um sie herum passte. Wie wenn sie in dem Mond selbst baden würde.
„Ihr seid doch mit den Elben auf Patrouille gegangen“, hörte ich sie sprechen.
Also hatte ich sie vorhin doch richtig gesehen. Sie hatte mich angestarrt, als ich wieder ankam und kurz den jungen Elben noch Hilfe leisten musste, was ich ihr dann auch erklärte.
„Mir wurde mitgeteilt, dass ich mich ab heute in euren Hallen frei bewegen darf. Und da dachte ich mir, dass ich heute die Therme besuche. Sie hat immerhin heilende Kräfte.“
Keiner von uns bewegte sich.
„Ja das stimmt…“, fing ich an und schaute sie genau an.
Mein Herz schmerzte etwas, als ich die Wunde sah, die ich ihr zugefügt hatte. Doch ich musste meine Gedanken ordnen. Ich brauchte selbst Erholung und sie war hier eine Ablenkung. Eine sehr verführerische, nackte, atemberaubende Ablenkung.
„Es ist euch nicht gestattet an diesem Tag die Therme zu betreten. Sie ist für mich reserviert. Und ich nehme stark an, dass ihr das wisst.“
Sie zuckte nur mit meinen Schultern, was mich etwas verrückte machte, da einige Wassertropfen dadurch von ihrem Kinn filene und sich den Weg zwischen ihren Brüste bahnte.
„Wie gesagt. Ich dachte ihr seid unterwegs und wollte nur kurz hier rein. Aber natürlich werde ich gehen.“
Bevor ich reagieren konnte, ging sie langsam auf die Treppe zu. Schritt für Schritt senkte sich das Wasser und man sah mehr von ihrem Körper. Der Gentleman in mir wollte sie aufhalten, denn so würde ich von ihrem Körper mehr zu sehen bekommen, als man einem Mann zeigen sollte, der nicht der Ehemann war. Doch ich hatte keine Kraft dazu. Meine Kehle wurde trocken und ich konnte nur jeden neu gewonnen Zentimeter ihrer Haut bewundern. So glatt und rein, so makellos, außer natürlich den Narben.
Dann tat sie etwas, was mich wahrlich um den Verstand brachte, sie legte ihre Haare zur Seite und so konnte ich ihre großen, perfekt geformten Brüste anstarren. Ob sie sich bewusst war, was sie mit ihrem Körper anstellen konnte? Schlussendlich stieg sie die Stufen aus dem Wasser und blieb vor mir stehen. Mein Blick wanderte nun ihren ganzen Körper entlang und ich wünschte mir in dem Moment nichts mehr, als jeden Wassertropfen auf ihrer Haut abzulecken.
„Mein Handtuch befindet sich hinter euch“, wisperte sie und schaute mich direkt an, wobei ihre Wangen nun einen leicht rosa Ton angenommen hatten.
Ich weiß nicht, ob es von der Wärme kam oder dass sie nackt vor mir stand. Ohne den Blick von ihr zu lösen griff ich einfach nach dem besagten Handtuch und reichte es ihr. Schade, dass sie ein Handtuch wollte.
„Ich wünsche euch noch ein erholsames Bad“, flüsterte sie und rannte dann aus dem Raum.
Was war das gewesen? Fragte ich mich und ich bemerkte erst jetzt, dass ich den Atem angehalten hatte.
Als die Tür hinter ihr zu viel, riss ich meine Krone vom Kopf und knallte sie in eine Ecke. Ich war jetzt frustriert. Wieso hatte sie so eine Wirkung auf mich? Jetzt brauchte ich wirklich ein Entspannungs-Bad!


-Nessa-
Vor dem Raum lehnte ich mich an die Tür und hielt meine Hand vor meinem Herzen, welches schnell pochte. Was war da geschehen? Wieso hatte ich sowas getan?! Ich zog schnell meine Klamotten an und wollte nur noch in mein Zimmer gehen um nachzudenken. Schon wieder. Seit ich hier war, gingen meine Gedanken und Gefühle wirklich mit mir durch. Irgendwie vermisste ich das trostlose Leben am Meer.
Ich schloss meine Augen und dann kamen die Bilder, die ich mehrmals versucht habe zu verdrängen, wieder hoch.


-Rückblick-
Der Ball war rum und dennoch waren noch einige Gäste hiergeblieben. Ich selbst wollte gerade meinen Pflichten nachgehen und zu den Heilern gehen um neue Salben anzurühren, als ich angesprochen wurde.
„Nessa. Ich würde gerne mit euch sprechen“, sprach König Oropher.
Ohne zu zögern neigte ich kurz mein Haupt, ehe ich ihm folgte, in einen Besprechungsraum. Dort stand auch mein Vater und ich war verwirrt.
„Adar. Was hat das alles zu bedeuten?“
Bevor ich eine Antwort erhielt auf meine Frage, unterbrach mich der König. König Oropher hob die Hand und schaute mich missbilligend an.
„Ich weiß, dass ihr etwas für meinen Sohn empfindet. Aber er ist kein einfacher Elb. Er steht weiter über euch. Er ist ein Prinz. Und an die Seite eines Prinzen gehört eine Prinzessin.“
Ich öffnete meinen Mund um Wiederworte zu geben, doch mein Vater unterbrach mich.
„Nicht Nessa. Der König hat Recht. Prinz Thranduil und du werdet keine Zukunft haben und da ist nun die Prinzessin, für die er sich interessiert und sie sich auch für ihn.“
„Adar. Eure Hoheit. Bei allem Respekt. Aber wieso erzählt ihr mir dies?“
Diese Situation kam so plötzlich und wirkte komplett surreal auf mich. Die Beiden schauten sich an, eher der König weitersprach.
„Solange du in meinem Reich bist, wird mein Sohn immer sich an deine Meinung wenden. Du bist ihm wichtig, das sehe ich, aber ich kann es nicht gut heißen, dass du zwischen ihm und seinem Glück, dem Glück des Reiches stehst.“
Noch immer Verstand ich nicht was sie mir sagen wollen.
„Meine Tochter. König Círdan kam zu mir um nach deiner Hand anzuhalten. Du hast ihn beeindruckt und er meint er habe noch nie so eine schöne und schlaue Elbe gesehen und will dich als seine Königin.“
Meine Kinnlade klappte nun herunter.
„Verstehe ich das richtig. Ich soll einen Elb ehelichen, für den ich keinerlei Liebe empfinde, damit ich aus dem Weg bin?“
Meine Stimme wurde lauter und das handelte mir einen finsteren Blick von Oropher ein.
„Für eine Elbe eurer Stellung wäre das nur ein Gewinn. Ihr wärt Königin“, sprach dieser und meine Hände ballten sich zu Fäusten. „Wirst du gehen und meinem Sohn sein Glück lassen?“
„NEIN“, brüllte ich nun.
Oropher kam auf mich zu und zischte mich an.
„Ich bin ein geduldiger Mann. Aber es geht um die Zukunft meines Sohnes.“
„Wer sagt denn, das Thranduil nicht auch was für mich empfindet?“, fragte ich ihn.
Sein Gesicht wirkte nun verdutzt und er dachte nach.
„In Ordnung. Wir machen einen Handel aus. Wenn mein Sohn sich für dich entscheidet, dann sei es so. Ich werde diesem Bund zustimmen. Aber sobald er um die Hand einer anderen anhält, werdet ihr verschwinden.“
„Du wirst König Círdan dann heiraten“, mischte sich nun mein Vater ein. „Dann weiß ich, dass du nicht aus dem Königreich verbannt bist, sondern in guten Händen.“
Mein Hirn arbeitete auf Hochtouren. Stimmte ich diesem Handel nicht zu, würde ich verbannt werden. Stimmte ich zu hatte ich immerhin eine Chance auf ein Leben mit dem Elb, den mein Herz schon so lange gehörte.
„In Ordnung“, willigte ich ein und verließ den Raum.


„Nessa. Ich rede mit dir. Es ist wichtig“, sprach Thranduil und wedelte mit einer Hand vor meinem Gesicht.
Das Gespräch mit dem König und meinem Vater war nun einige Monate her. König Círdan war abgereist, zu meinem Bedauern aber nicht die Prinzessin. Es war mittlerweile Frühling und überall blühten die ersten Blumen. Meine mittlerweile schlechte Laune wurde von meinem besten Freund auch nicht gehoben, denn er hatte kaum Zeit für mich und verbrachte seine Freizeit immer öfters mit dieser blonden Elbe. Ich wollte ihm endlich meine Gefühle gestehen. Heute Morgen hatte er mich überrascht und nach einem Ausritt gebeten, den ich freudig zustimmte. Doch auch dies konnte ich nicht genießen, denn ich wollte es ihm jetzt sagen und war deswegen sehr angespannt. Dieses Gespräch konnte alles ändern.
„Ähm Ja?“, fragte ich verdutzt und schaute ihn an.
Dieser lachte lauthals und verscheuchte somit einige Vögel in der Nähe.
„Ich will dir gerade etwas Wichtiges sagen. Hör mir doch zu!“
Wir hielten an und stiegen von unseren Reittieren.
„Ich habe dir auch etwas zu sagen“, lächelte ich ihn an. Jetzt war der Moment gekommen.
„Aber du zuerst.“
Thranduil grinste und er schien nervös zu sein.
„Also… ich weiß das wird dich überraschen. Aber… Ich habe mich heute Morgen verlobt und du sollst die Erste sein, der ich es sage.“
Sein Grinsen wurde immer breiter und ich starrte ihn nur geschockt an.
„Wer?“, brachte ich noch hervor und unterdrückte die Tränen und den Schmerz in meiner Brust.
„Die blonde Elbe, die Prinzessin. Wir haben uns lieben gelernt und sie ist die hübscheste, liebevollste Elbe die ich mir nur vorstellen kann“, träumte er mir weiter von ihr hervor.
„Glückwunsch“, wisperte ich und war immer noch wie Stein.
„Danke. Ich freue mich so. Sicher wirst du auch jemanden finden. Aber was ist deine Neuigkeit?“
Ich zuckte mit den Schultern.
„Nicht so wichtig.“
Danach verbrachten wir noch ein paar Stunden zusammen, doch meine Gedanken schwebten immer nur darum, dass ich den Mann, den ich liebte, verlassen muss.


-Gegenwart-
Mein Herz schmerzte bei dieser Erinnerung und ich hatte es nie wirklich verkraftet. Dieser Tag war der Tag den ich jedes Jahr aufs Neue beweinte.
Eine einzelne Träne rollte über mein Gesicht, welche ich eilig wegwischte, weswegen ich nicht ganz so konzentriert auf dem Weg war. Deswegen kam ich leider nicht so weit, denn ich fiel förmlich über Legolas, als ich um eine Ecke ging.
„Oh. Entschuldigen sie Lady Nessa“, kamen die Worte von seinen Lippen, als er mich am Arm festhielt, damit ich nicht umfiel.
Rasch zog ich meinen Arm weg, denn eine Berührung konnte ich jetzt nicht ertragen. Nicht nachdem ich seinen Vater, mal wieder, halbnackt sah und nach den Erinnerungen und Gefühlen, die mich überwältigt hatten.
„Ich war gerade auf den Weg zu meinem Vater. Er wird sicher in der Therme sein….“, er stockte und runzelnde dann seine Stirn.
Dann musterte er mich langsam von unten nach oben. Offensichtlich war ich auch gerade im Wasser gewesen, denn meine Haare hingen noch nass an meinem Rücken herab und ich umklammerte ein Handtuch.
„Dieser Gang…führt in die Therme“, begann er nun langsam weiter zu sprechen.
„Dies ist mir durchaus bewusst Prinz Legolas.“
„Ist mein Vater dort?“, fragte er nun direkt und ich konnte irgendwie einen merkwürdigen Unterton in seiner Stimme mitschwingen hören, den ich nicht zuordnen konnte.
„Ja ist er. Wenn ihr mich nun entschuldigt?!“, mit den Worten quetschte ich mich an ihm vorbei und rannte weg.
Mehr Fragen wollte ich wirklich nicht beantworten.


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Ich habe bewusst Thranduils Frau keinen Namen gegeben, da keiner bekannt ist und ich nicht einfach irgendeinen nehmen wollte. Daher wird sie auch nie namentlich benannt werden.
Hoffe ihr könnt damit leben ;)
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