Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
1
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.08.2020 2.266
 
Hallöchen

Ich habe noch genau 20 Minuten bevor ich bis Dienstag weg bin und daher dachte ich ich lade ein Kapitel noch hoch.
Es sit vielleicht nicht 100% ausgereift, aber wollte euch das Wochenende wenigstens mit etwas Kleinem versüßen :)

------------------------------------------------------------------------------------------------------------

-Gegenwart-
Zu meinem Unmut, wurde mir strenge Bettruhe verordnet und so langweilte ich mich. Meine Erinnerungen waren noch nicht zurück, aber regelmäßig besuchten mich Elleth, Milant und Ivriniel. Nur Bruinen hatte ich kein einziges Mal gesehen, was mich verwirrte.
„Bereth nín, ihr seid wohlauf“, kam über Elleth Lippen, als sie den Raum mitsamt Milant betrat.
„Ich sagte euch doch schon, dass ich keine Königin bin“, gab ich nur zurück und sie stoppte in ihrer Bewegung.
„Verzeiht mir.“
Milant, der nicht ein glückliches Gesicht verstecken konnte, blickte mich an.
„Geht es euch gut?“ Wir haben uns wirklich Sorgen um euch gemacht.“
„Wie ihr seht, bin ich am Leben und das zählt. Leider müssen wir unsere weiteren Pläne wohl etwas auf Eis legen, bis es mir besser geht.“
Elleth setzte sich auf einen Hocker neben meinem Bett und schaute zu ihrem Sohn.
„Was gibt es? Ihr wirkt so schweigsam.“
Milant räusperte sich und schien verlegen zu sein.
„Es geht um den König. Was habt ihr mit ihm gemacht? Als wir hier ankamen wurden wir in eine Zelle gesperrt. Als ihr dann her gebracht wurdet, wurden wir freigelassen und dann haben wir gehört dass ihr verletzt seid. Wir wollten euch besuchen, aber er hat es nicht gestattet. Dafür ist er jeden Tag hier gewesen.“
Ich schaute zu Elleth, die einfach nur zustimmend nickte.
„Der König war hier?“
Diese neue Information musste ich verarbeiten. Wieso war er hier gewesen? Er hasste mich.
„Okay. Also. Ich habe nichts getan. Aber ich gehe diesem Geheimnis mal nach. Nun eine andere Frage. Wo ist Bruinen?“
Beide schauten mich verwirrt an.
„Oh verzeiht. Ihr kennt ihn nicht. Würdest ihr Ivriniel her schicken?“
„Das müssen sie nicht“, kam von der Türe und Ivriniel trat ein.
„Brennil nín“, dabei verbeugte sie sich kurz.
„Unser Stichpunkt zu gehen“, kommentierte Elleth und sie verließen den Raum.
„Also Ivriniel. Wo ist er?“
Ivriniel knetete ihre Hände und wich meinem Blick aus.
„Er ist in einer Zelle. Er hat wohl sich gegen den König erhoben, als ihr ankamt und er euch einsperren wollte. Das war BEVOR er wusste, dass ihr verwundet seid.“

Wir redeten noch einige Minuten über Belangloses und als sie gegangen war und es dunkel wurde, beschloss ich zu Bruinen zu gehen. Ivriniel konnte mir nicht sagen, was genau vorgefallen war und Legolas verschwieg mir offensichtlich was. Zudem war Thranduil jeden Tag bei mir, als ich im Koma lag, aber keinen einzigen Tag, seitdem ich wieder wach war. Langsam stand ich auf. Zum Glück ging es mir Tag für Tag besser und ich konnte ohne Probleme rumlaufen, auch wenn mir das offiziell verboten wurde. Ich zog mir schnell einen langen Morgenmantel an, den Legolas mir gebracht hatte und schlich aus dem Zimmer. Es waren keine neuen Wachen aufgestellt worden und so schlenderte ich gemütlich durch die großen Hallen. Ich hatte komplett vergessen wie schön es hier war. Überall hingen Lampen, die im Dunkeln ein wohlig warmes Licht verbreiteten. Die Hallen waren groß und hoch und überall Äste und Moos. Es fühlte sich an, als ob man vom Wald umarmt und begrüßt wurde. Meine nackten Füßen spürten das Holt und den Stein unter ihren Füßen und ich lächelte. Ich hatte keine Schmerzen und konnte nun alles wirklich genießen. Ganz langsam stieg ich zu den Zellen hinunter. Oft war ich nicht dort, aber den Weg kannte ich. Als ich an den ersten Zellen ankam schaute ich in jeden raum rein. Wo war Bruinen nur?
„Bruinen?“, flüsterte ich und ging den Weg weiter hinunter.
Nach sicher zehn Zellen blickte ich in eine wo er saß.
„Bruinen. Antwortet mir doch.“
Dieser schreckte auf und schaute mich überrascht an.
„Benneth nín“, und kam dann an die Gitterstäbe.
„Euch geht es gut. Ich wusste nicht ob ihr lebt. Niemand wollte mir eine Antwort geben.“
„Ja mir geht es gut. Aber ich habe heute erst erfahren, dass ihr eingesperrt wurdet. Wieso?“
Bruinen schaute mich irritiert an.
„Wieso? Aber meine Herrin. Wieso fragt ihr das?“
„Ich habe nur wenige Erinnerungen was hier passiert ist, als ich angekommen bin…und keiner will mit mir reden…“
Bruinen schaute mich erst wehleidig und dann ziemlich sauer an.
„Dieser arrogante König.“
Ich runzelte die Stirn und setzte mich nun auf den Boden. Lange stehen konnte ich noch nicht.
„Meine Herrin. Ich werde euch alles erzählen“, und so begann er.

-Thranduil-
Ich lag in meinem Bett und dachte angestrengt über die vergangen Wochen nach. Als ich Nessa mit dem Schwert getroffen hatte, hatte es sich so falsch angefühlt und ich war wie betäubt. Als mir Legolas dann erzählte, dass die Wunden, die ich ihr zugeführt hatte, nicht lebensbedrohlich waren, war ich erleichtert, nur um dann die schreckliche Botschaft von der Vergiftung zu hören. Ich hatte lange nicht so eine Angst verspürt, als in dem Moment, als ich dachte ich würde sie verlieren. Doch es war noch mehr als das. Als meine Frau gestorben war, war ich so traurig gewesen aber es ging wenigstens schnell. Aber bei Nessa war ich so ohnmächtig. Sie lag nur da und kämpfte um ihr Leben ohne dass ich ihr helfen konnte. Dieses Gefühl war fast schlimmer als wenn sie direkt gestorben wäre. Jeden Tag war ich heimlich zu ihr gegangen und hatte ihre Hand gehalten und sanft auf sie eingeredet. In dieser Zeit hatte ich sie beobachtet und ihrem regelmäßigen Atmen zugehört. Sie war wirklich schön. Trotz der Narbe durch ihr Gesicht. Dass sie schön war, wusste ich auch schon früher, aber ich hatte es wohl nie zu schätzen gewusst. Wahrscheinlich würden sie viele als nicht die geborene Schönheit betrachten. Sie war für eine Elbe relativ klein, hatte mehr Kurven als viele und ihre Haare waren nicht glatt, sondern gelockt. Aber ihre Augen strahlten wie jeder Stern am Himmel, ihr Lächeln konnte einen verzaubern und ihre Haut war rein und makellos. Aber am meisten verzauberte wohl ihr Wesen. Sie wirkte kühl, aber ich konnte sie wohl am besten verstehen. Es war eine Maske, die wir beide trugen um uns und andere zu schützen. Als sie bei mir wieder aufgetaucht war, hatte sie mich beeindruckt. Sie war stolz und dennoch höflich. Als sie sich dann vor diesen Elb warf, wusste ich, dass sie nicht kühl war, sondern so liebevoll wie eh und je. Und jetzt lag sie wegen mir hier. Aber wieso war sie, die sich so sehr um andere kümmerte und so viel Liebe gab, an so einen Mann geraten? Ich hatte oft ihr Gesicht gestreichelt und die Narbe darin nachgefahren. Ein Elb, der solch eine Wunde seiner Frau zufügte, der war kein Mann. Er war ein Feigling.
Ich drehte mich in meinem Bett herum und versuchte einzuschlafen. Aber es gelang mir nicht. Immer wieder hatte ich Nessas Gesicht im Kopf. Als mir mitgeteilt wurde, dass sie weg war, schien mein Herz zu stoppen. Ich wollte ihr alles erklären, mich entschuldigen. Sie um Verzeihung bitten. Ich hatte sie verletzt. Mehr als nur körperlich. Panisch hatte ich mit meinen Wachen die Hallen abgesucht. Sie war immerhin verletzt und ich wollte sie nicht wieder irgendwo zusammengesackt, blutend finden. Irgendwann ging ich zu den Räumlichkeiten der Heiler. Ich hatte beschlossen etwas Verbandsmaterial zu holen, für den Fall das wir sie blutend finden würden. Und dann prallte sie gegen mich. Sie taumelte zurück und ich ergriff sie. Sie sollte nicht wieder verletzt werden. Doch anstelle etwas Nettes zu sagen, hatte ich sie wieder nur angeknurrt. Wieso konnte ich nicht sagen, was ich fühlte? Ihre Worte daraufhin hatten mich fast zum schmunzeln gebracht. Aber ich wusste, dass sie sauer auf mich sein musste. Ich hatte ihr die Wunden zugetan. Doch ihre kommenden Worte brachten mich durcheinander. Sie erinnerte sich nicht. Sie erinnerte sich nicht an meinen Fehltritt. Ich jubelte innerlich. Ich konnte ihr alles aus meiner Perspektive erklären. Es richtig stellen. Aber dafür musste ich meinen Untertanen eintrichtern, dass sie nicht mit ihr darüber sprachen! Ich musterte sie weiter und sie sah einfach zu reizend aus. Mit ihren nackten Füßen, dem zu großen Kleid und ihrem müden Gesichtsausdruck. Hätte ich sie so wo anders gefunden und hätte sie mich nicht gehasst (wobei, sie erinnerte sich ja nicht. Aber sie hasste mich ja generell… Es war so kompliziert), dann hätte ich sie sicher auf der Stelle vernascht. Dieses GEfühl hatte ich lange nicht mehr. Seit meiner Frau wollte ich keinem anderen ELben mehr körperlich nahe sein. Und sie, die ich so lange nicht gesehen ahtte, für die ich doch nie diese Gefühle hatte, schaffte es etwas in mir zu regen. Sie war wirklich eine Versuchung auf zwei Beinen so wie sie vor mir stand. Ihre silbernen Augen schauten mir direkt in die Seele und hätte uns Legolas nicht unterbrochen, wäre ich vielleicht zu weit gegangen. Doch mein Sohn führte sie weg und als er sie an der Hüfte ergriff hätte ich ihn beinahe geschlagen. Woher kamen diese Gefühle? Wir waren Feinde. Sie war verheiratet. Sie hatte mich verlassen!

Es war zum verrückt werden. Ich konnte nicht einschlafen. Ich setzte mich auf und fuhr durch meine Haare. Die Nacht war relativ warm und so hatte ich meine Fenster weit geöffnet und starrte nun hinaus in den Himmel. Wieso ging sie mir nicht aus dem Kopf? Was hatte diese Elbe an sich.
Meine Gedanken wurden je unterbrochen, als meine Zimmertür weit aufflog und ich besagte Elbe, wutentbrannt hereinstürmen sah. Total perplex schaute ich sie nur an ohne ein Wort zu sagen.
„Was nimmst du dir heraus? Wie konntest du es vor mir verheimlichen? Ich bin KEIN KIND!“, brüllte sie und fuchtelte wild mit den Armen. „Ich bin ja wirklich vieles von dir gewohnt. Aber das ist mal wieder die Höhe! Du bist so ein aufgeplusterter Mistkerl geworden! Früher. Ja Früher warst du schon eingebildet, aber hättest niemals einfach jemanden so verletzt! Dein Volk hat Recht. Du bist eiskalt und zu keinen Gefühlen mehr im Stande!“
Jetzt stützte sie sich an einer Wand ab und atmete schwer, ihr Blick aber immer noch zornig auf mich gerichtet. Da ich ja der eiskalte König war, schien es mir nur angemessen zu sein, so zu antworten.
„Was nehmt IHR euch heraus? Ihr betretet immerhin die privaten Gemächer des Königs, bei Nacht!“
Ich schlug meine Decke weg und erhob mich aus meinem Bett. Einen Umhang zog ich bewusst nicht an, da sie schließlich der Eindringling war.
„Oh nein. Dreh nicht die Worte herum. DU hast mich verletzt. DU hast meinen Untertan angegriffen. Ich wollte nichts mehr als zu gehen, aber du hast es nicht zugelassen.“
Mir war aufgefallen, dass sie mich nicht mehr siezte oder nur ansatzweise die Etikette aufrecht erhielt. Sie war wohl wirklich ziemlich wütend. Und den Grund wusste ich nun auch. Irgendjemand hatte mit ihr gesprochen. Ich schlug meine Hände hinter meinem Rücken zusammen und ging langsam auf sie zu. Sie atmete immer noch schwer und sie schien auch Schmerzen zu haben.
„Ihr scheint euch nicht der Ernst der Situation bewusst zu sein. NIEMAND betritt unerlaubt diese Zimmer. Und wer hat euch von dem Vorfall erzählt? Oder habt ihr euer Gedächtnis zurück?“
Je näher ich ihr kam, desto größer wurden ihre Augen und ihre Ohrspitzen färbten sich etwas rot. Ich verkniff mir ein Schmunzeln. Anscheinend hatte mein Körper immer noch nicht seine Wirkung auf Frauen verloren. Da ich mich zur Bettruhe zurückgezogen hatte, trug ich nur eine einfache Leinenhose, die tief saß. Bedeutet, dass mein kompletter Oberkörper frei war und ihr einen guten Ausblick auf meine Muskeln bescherte. Denn ich war, obwohl ich fast nur noch Papierkram erledigte, nicht untätig was mein Trainung anging. Zudem war ich barfuß und hatte jeglichen Schmuck abgelegt.
„Geh weg!“, schrie sie und torkelte nun etwas zurück, dass sie nun ganz an die Wand gepresst war.
„Wieso?“, fragte ich scheinheilig.
„Weil du… also… ich bin hier um zu klären, wieso du das getan hast? Wieso hast du es mir verschwiegen?“
Ich blieb stehen und dachte über ihre Worte nach. Die Wahrheit konnte ich ihr nicht sagen.
„Glaubt ihr, es wäre für eure Heilung ratsam gewesen, wenn ihr wüsstet, dass ihre eure Wunden durch euren Gastgeber erfahren habt?“
Stille. Sie schien selbst nachzudenken.
„Du hättest es mir sagen müssen. Wir wissen beide, dass unser Verhältnis nicht das Beste ist. Wir sind verfeindete Regenten und das wird sich nicht ändern… Ihr hättet mich sterben lassen sollen oder einsperren.“
Sie hatte sich wieder gefangen. Ich war wieder ein König in ihren Augen. Innerlich wünschte ich mir, dass sie anders reagiert hätte.
„Das hätte ich wohl“, kam von meinen Lippen und ich wendete mich von ihr ab und ging zu den Fenstern.
Wieso tat es mir so weh, wenn ich ihre hasserfüllten Augen sah? Nein... diese Augen waren mir noch lieber, als die, wenn sie mich gefühlslos ansah und ihre Maske aufhatte.
„Es wäre ratsam, wenn ihr nun meine Gemächer verlasst. Wir werden morgen weiter reden“, sprach ich mit gefestigter Stimme.
Ich konnte sie gerade nicht hier ertragen.
„Wie ihr wünscht…Eure Hoheit“, dabei sprach sie die letzten Worte eher spöttisch aus und ging aus dem Zimmer, natürlich die Tür knallend hinter sich zu ziehend.

Als sie gegangen war sackten meine Schultern in sich zusammen. Wieso war es mir wichtig, dass sie mich mochte? Mein Blick fiel zu dem Gemälde im Raum. Das Bild meiner Frau. Ja ich liebte sie, so sehr und doch waren die Gefühle für sie immer mehr verblasst. Aber Nessa, sie tauchte nach so langer Zeit wieder auf und direkt fühlte ich mich wie damals. Was war nur falsch mit mir?
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast