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Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
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12.08.2020 1.400
 
-Rückblick-
„Nessa. Wieso brauchst du so lange?“
Thranduil hetzte mich und ich lachte nur laut. Er lehnte sich an einem meiner Bettpfosten und massierte seine Schläfe. Ich lugte hinter dem Paravent hervor und musterte ihn. Er sah wirklich gut aus. Er hatte, wie so oft ein silbernes Gewand an, aber es war heute sehr festlich. Seine Krone ruhte auf seinem Haupt und seine blonden Haare glichen wie Silber.
„Ich bin ja fertig. Kannst du mir helfen?“, fragte ich, kam hervor und drehte ihm meinen Rücken zu. „Komme alleine nicht an die Schnürung.“
Ohne zu zögern trat er hinter mich und schloss mir mein Kleid, wobei ich bei jeder Berührung seiner Finger zusammenzuckte.
„Es steht dir“, sagte er, als er fertig war und ich betrachtete mich im Spiegel.
Auch ich trug ein silbernes Gewand, welches aber leicht bläulich schimmerte. Die Ärmel waren lang und weit und seitlich am Kleid befestigt. Es hatte zudem einen Rundhalsausschnitt und so lag fast meine komplette Schulter frei. Meine Haare waren zu einer kunstvollen Flechtfrisur verarbeitet bis ihrer Hälfte und der Rest hing über meinem Rücken in Locken herab.
„Ich hab noch was für dich“, meinte Thranduil und zog aus seiner Tasche etwas, das wie ein Haarteil oder Kette aussah.
Dünne Fäden, die gleichmäßig mit kleinen Steinen, Sternenlicht oder Mondsteinen, bestückt waren, in geschwungen Reihe um Reihe. Einer der größten Schätze der Wald-Elben. Meine Augen weiteten sich vor Schock,
„Trag es heute.“
Bevor ich mich wehren konnte, steckte er dies in meinem Haar fest, sodass es nun aussah, als ob ein Wasserfall aus Sternen meinen Haaren herunterfloss.
„Atemberaubend“, hauchte er und legte seine Hände auf meine nackten Schultern. „So wirst du sicher jedem Mann den Kopf verdrehen.“
Ich schluckte schwer und schaute ihm, durch den Spiegel in seine Augen.
„Jedem?“, hauchte ich.
„Mein Prinz? Lady Nessa. Das Fest beginnt gleich“, wurden wir unterbrochen.
Er reichte mir seinen Arm und ich hackte mich ein. Heute war ein besonderes Fest. Das Sternenfest. Und dazu kam, dass der König einige Gäste eingeladen hatte. Kurz vor dem Festsaal trennten wir uns und wir gingen jeweils zu unseren Vätern. Meiner umarmte mich kurz und blickte an mir herab.
„Du siehst wunderschön aus.“
„Danke Adar“, sagte ich und wurde etwas rot.
Die Beziehung zu meinem Vater war immer etwas schwieriger gewesen. Wir hatten aber nur noch uns. Er und Oropher waren alte Freunde und so war es für uns nur logisch ihnen zu folgen und hier bei den Wald-Elben zu landen. Aber mein Vater fand, dass ich mich zu gut mit Thranduil verstand und wollte mich an der Seite eines starken Elb sehen. Wir betraten den Saal und Oropher stelle nun die Gäste vor. Eigentlich interessierte es mich nicht und daher hörte ich nur mit halbem Ohr zu. Es war wohl eine Prinzessin von irgendwo her dabei mit ihrem Gefolge. Sie war wirklich schön. Eine typisch hübsche Elbe, wie man sie nur finden konnte. Schlank, hochgewachsen, blonde, lange, glatte Haare, blaue Augen. Einfach perfekt, was mich schon jetzt störte. Der zweite Ehrengast war ein Elb, der kürzlich König in seinem Reich geworden war. Er war groß, hatte braune Haare und auch braune Augen. Nicht hässlich aber kein Vergleich zu Thranduil, der neben ihm stand.
Nach der ganzen Begrüßung kamen wir zu dem Teil, der Spaß machte. Essen und Tanz. Sofort suchte ich meinen Freund in dem Getümmel und erblickte ihn neben der wunderschönen Elbe. Ein Glas Wein in der Hand. Ich ging zu ihnen zu.
„Le suilon (Ich grüße euch)“, sprach ich zu der Elbe und verbeugte mich kurz.
Sie nickte mir kurz zu, dann drehte ich mich zu Thranduil.
„Darf ich euch, mein Prinz, zu einem Tanz einladen?“
Thranduil grinste mich an und stellte seinen Kelch weg.
„Das gleiche wollte ich euch auch fragen“, ertönte eine Stimme hinter mir und ich erkannte den König von eben.
König Círdan, wenn ich mich recht erinnerte.
„Eure Hoheit. Welch Fabelhafte Idee. Wir könnten den nächsten Tanz zu viert bestreiten“, dabei schaute Thranduil die blonde Elbe an, die ihn verzückt anlächelte.
Hätte ich sie von vornerein nicht leiden können, dann auf jeden Fall jetzt. Sie hatte nur Augen für meinen besten Freund und schien das auch auszunutzen.
„Sehr gerne“, flötete sie ihm zu und ergriff seinen Arm.
So stand ich nun alleine da.
„Lady Nessa, wenn ich mich nicht irre“, versuchte Círdan weiterhin mit mir ins Gespräch zu kommen.
Eigentlich war ich wütend, weil mein Freund mich für dieses Püppchen hat sitzen lassen, aber ich war gut erzogen worden.
„Ja mein Herr. Und ihr seid König Círdan. Die Reise muss sehr beschwerlich gewesen sein. Euer Reich ist weit weg.“
Sofort viel er auf mein Geschwafel rein und plauderte über seine Reise.
„Dürfte ich auf das Angebot mit dem Tanz zurückkommen?“, fragte ich nach etlichen Minuten, in denen ich ihm zugehört hatte und Thranduil und der Elbe beim Tanzen.
Doch jetzt war ein Gruppentanz, mit Partnerwechsel dran und diese Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen. Zudem wurde eins meiner Lieblingslieder gespielt.
„Sehr gerne“, damit hielt er mir seinen Arm hin.
Auf der Tanzfläche angekommen, bildeten alle Elben zwei gegenüberstehende Reihen. Eine mit den Männern, eine mit den Frauen. Die Musik ertönte und man bewegte sich jeweils auf den Partner gegenüber zu. Ich erhob dann meine rechte Hand und unsere Hände legten sich locker aufeinander und wir drehten uns um einander. Auf der andere Seite angekommen lösten wir uns, traten einen Schritt zurück, der Elb verbeugte sich ein wenig und dann kneite er hin. Wie Frauen ergriffen die Hand des Elb, die er hochstreckte, nahmen sie und drehten uns nun um den Elb. Es war ein langsamer Tanz, der eine Routine hatte, aber viele konnten mitmachen. Nachdem ich um Círdan Drumherum war, stand dieser auf. Wir drehten uns in eine Richtung und dann kam eine Abfolge von mehreren Hüpfern und Fußschritten, wobei sich die gesamte Gruppe vorwärts bewegte und abwechselnd zu beiden Seiten hinaus dann aufteilte. Am Ende wurde dann ein großer Kreis mit allen gebildet und umher getanzt, bis dann wieder zwei Reihen gebildet wurden, wobei der männliche Part nun eine Person weiterging. Nach zwei oder drei Partnern war Thranduil bei mir und ich grinste ihn breit an.
„Doch noch beschlossen zu tanzen?“, murmelte er mir zu, sodass uns niemand hören konnte.
„Natürlich. Du weißt wie gerne ich tanze. Aber du wolltest ja nicht mit mir.“
Er blinzelte verwirrt und ich deutete dann auf die blonde Elbe.
„Du magst sie.“
Es war keine Frage oder Feststellung. Einfach nur ein Satz, den ich nicht hatte sagen wollen.
„Sie fasziniert mich“, gab er zu und ich dachte mein Herz würde sich zusammenziehen.
„Dir hat noch nie eine Elbe gefallen“, kommentierte ich.
„Und du dich auch nie für einen Elb und dennoch tanzt du mit dem König der Meeres-Elben.“
Ich wollte darauf antworten, aber da wurden wieder die Partner getauscht. Der Tanz war vorbei und ich frustriert.
So ging es den ganzen Abend weiter. Der Meeres-Elb wisch nicht von meiner Seite und redete mir meine Ohren wund. Thranduil hing bei der Elbenfrau ab und ich konnte nicht mehr tanzen. Irgendwann war es mir zu öde und ich wollte weg.
„Verzeiht eure Hoheit, aber dürfte ich mir Lady Nessa für einen Tanz ausleihen?“, fragte Thranduil und ich starrte ihn überrascht an.
Ohne abzuwarten zog er mich auf die Tanzfläche.
„Was soll das?“, giftete ich ihn an.
„Du bist sauer und hast nicht genug getanzt. Deswegen habe ich deinen Lieblingstanz nun ausgewählt.“
Und als er die Hand hob begannen die Musiker zu spielen. Es war ein eher unüblicher Tanz für Elben. Sehr fröhlich und ausgelassen. Wir hielten uns an den Händen und tanzten in der Mitte einer Gruppe, die um uns herum tanzte. Ich lachte und auch Thranduil schien sich zu entspannen. Als es zu dem Part kam, wo wir uns gegenseitig an den Hüften griffen und um uns kreisten sprach er wieder.
„Wieso bist du sauer auf mich? Bist du denn nicht froh, dass ich eine Elbe gefunden habe, die mich interessiert? Wir sind beide keine Kinder mehr und wissen, dass es selten vorkommt, dass man einen gegenüber findet, den man liebt.“
Ich schluckte schwer.
„Du sprichst von Liebe und dabei kennst du sie nicht. Bitte lass dich nicht blenden, denn Elben wechseln ihre Partner nicht einfach so. Wir sind keine Menschen.“
„Ich werde auf mich Acht geben, wenn dir das Sorgen bereitet.“
Ich konnte nicht antworten und blieb während des Tanzes still.
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